Vortrag von Eckart Conze am 25. März 2019 in Köln

Der Frieden, der kein Frieden war. Versailles nach 100 Jahren

Dem Versuch der Pariser Konferenz 1919, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs eine friedliche internationale Ordnung zu schaffen, widmet sich der Vortrag von Professor Eckart Conze (Philipps-Universität Marburg). Nach über vier Jahren eines technisch-industriellen Massenvernichtungskriegs, wie ihn die Menschheit bis dahin noch nicht erlebt hatte, standen Sieger und Besiegte vor der Herausforderung, Frieden zu schließen. Gewaltige Erwartungen und große Hoffnungen hatten sich auf allen Seiten angesammelt – und sie wurden bitter enttäuscht. Der Frieden, der den Krieg für immer beenden sollte, er blieb eine große Illusion. In seinem Vortrag analysiert Eckart Conze den Zusammenhang und die Dynamiken von Erwartung und Enttäuschung.

Eckart Conze ist seit 2003 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der deutschen und internationalen Geschichte vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Anschließend diskutiert Professor Conze mit Jost Dülffer, Professor am Historischen Institut der Universität zu Köln, zu dessen Forschungsgebieten im Rahmen der Historischen Friedens- und Konfliktforschung insbesondere die Internationale Geschichte gehört. Um Anmeldung bei der Fritz Thyssen Stiftung wird gebeten.

Montag, 25. März 2019, 19:00 Uhr

Fritz Thyssen Stiftung | Apostelnkloster 13-15 | 50672 Köln

Vortrag von Thomas Roth am 20. März 2019 in Siegburg

NS-Medizinverbrechen im heutigen Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis widmet sich das LVR-Internetportal Rheinische Geschichte in einer Pionierstudie der Erforschung von NS-Medizinverbrechen – vor allem der Zwangssterilisation und der Euthanasie - im alten Siegkreis und im Landkreis Bonn. Das wissenschaftliche Team wirft Fragen auf wie: Wer waren die Täter und die zu Unrecht Betroffenen? Wie liefen die Verbrechen ab? Wie agierten die beteiligten Behörden? Und gab es vielleicht sogar Ansätze von Opposition und Widerstand?


Begleitet wird das Projekt von der am 27. Juni 2018 begonnenen Vortragsreihe "'Euthanasie', Zwangssterilisationen, Humanexperimente. NS-Medizinverbrechen im heutigen Rhein-Sieg-Kreis". Den fünften Vortrag der Reihe hält Thomas Roth, der die Strukturen, Behörden und Parteiinstanzen auf dem Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises im Nationalsozialismus in den Blick nimmt.

 

Mittwoch, 20. März 2019, 19:30 Uhr
Stadtmuseum Siegburg | Aula | Markt 46 | 53721 Siegburg

Vortrag von Jörn Leonhard am 19. Februar 2019 in Köln

Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918 bis 1923

Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesellschaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen der Politiker. Zugleich führte er zu einer beispiellosen Dynamik von globalen Hoffnungen und Projektionen, die sich auf den künftigen Frieden bezogen. Doch die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erhoffte Friedensordnung im Zeichen des nationalen Selbstbestimmungsrechts, der Demokratie und einer kollektiven Sicherheitsarchitektur erwies sich als brüchig. Aufbrüche und Untergänge, Revolutionen und fortdauernde Kämpfe verbanden sich mit der Suche nach Frieden und legten die hochfliegenden Erwartungen und die teils widersprüchlichen Versprechen ebenso offen wie die erdrückenden Probleme bei der Umsetzung und die Unterschiede zwischen den Annahmen in Paris und den Realitäten vor Ort. Ob im Blick auf untergehende Reiche und neue Staaten, ethnische Minderheiten oder das neue Massenphänomen von Flucht und Vertreibung: Aus der Art und Weise, wie der Krieg zu Ende ging, entstand ein schwieriges Erbe – bis in unsere Zeit.

Jörn Leonhard ist Professor für Westeuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Bei C.H.Beck ist von ihm erschienen: »Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkrieges« (2014), sowie »Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918-1923« (2018). Anschließend diskutiert Professor Leonhard mit Dr. Anna Karla, Historisches Institut der Universität zu Köln, die mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung zum Thema »Versachlichung der Schuld: Materieller Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg« forscht. Um Anmeldung bei der Fritz Thyssen Stiftung wird gebeten.

Dienstag, 19. Februar 2019, 19:00 Uhr

Fritz Thyssen Stiftung | Apostelnkloster 13-15 | 50672 Köln