Die Fehdepolitik des Trierer Kurfürsten Balduin von Luxemburg

Julia Eulenstein (Verfasser/in)

Siegel des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg. (Bistumsarchiv Trier Abt. 99 Siegel Nr. 51) (Fotografin: Rita Heyen, Bistum Trier)

1. Einleitung

Bal­du­in von Lu­xem­burg war wohl ei­ne der ein­fluss­reichs­ten Per­sön­lich­kei­ten der 1. Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts. Von 1307 bis zu sei­nem Tod 1354 war er Erz­bi­schof und Kur­fürst von Trier, am­tier­te zeit­wei­se als Ver­we­ser des Erz­bis­tums Mainz, der Bis­tü­mer Worms und Spey­er so­wie der Graf­schaft Lu­xem­burg und ver­trat als Reichs­ver­we­ser bis­wei­len den Kö­nig. Bal­du­in war der jün­ge­re Bru­der Kö­nig be­zie­hungs­wei­se Kai­ser Hein­richs VII. (Re­gie­rungs­zeit 1308-1313, ab 1321 als rö­misch-deut­scher Kai­ser) und Gro­ßon­kel Kai­ser Karls IV. (Re­gie­rungs­zeit 1349-1378, ab 1355 als rö­misch-deut­scher Kai­ser). Er war ein Mann mit vie­len Ta­len­ten und eben­so vie­len Ver­bin­dun­gen. Und er war be­reit, zur Ver­tei­di­gung und Durch­set­zung sei­ner Rech­te auch per­sön­lich zum Schwert zu grei­fen, ja Feh­de­po­li­tik zu be­trei­ben.

Das frü­he 14. Jahr­hun­dert gilt als Pha­se der be­schleu­nig­ten ter­ri­to­ria­len Ent­fal­tung. Weit­ver­brei­tet war ein ver­stärk­tes En­ga­ge­ment der Ter­ri­to­ri­al­her­ren im Rin­gen um Ein­fluss­be­rei­che und im Be­stre­ben nach Kon­so­li­die­rung ei­ge­ner Rech­te. Vie­le Herr­schafts­trä­ger ver­such­ten, ih­re Ein­fluss­be­rei­che im­mer ein­deu­ti­ger zu de­fi­nie­ren so­wie ei­ge­ne Ver­wal­tungs­struk­tu­ren auf- und aus­zu­bau­en. Die­ser sich über Jahr­hun­der­te hin­zie­hen­de Ver­such der Bil­dung ei­ge­ner, ab­ge­grenz­ter Herr­schaf­ten wird als Ter­ri­to­ria­li­sie­rungs­pro­zess be­zeich­net. Bal­du­in von Lu­xem­burg war in die­sem Pro­zess äu­ßerst er­folg­reich. Er gilt als ei­ner der ent­schei­den­den Weg­be­rei­ter für den erst Jahr­hun­der­te nach sei­ner Re­gie­rungs­zeit voll aus­ge­bil­de­ten früh­mo­der­nen Kur­staat Trier.

Zur Amts­zeit des Lu­xem­bur­gers war das Erz­stift Trier noch kein fest­ste­hen­des Ter­ri­to­ri­um. Es gab kei­ne fes­ten Gren­zen, es war nicht ein­mal im­mer ein­deu­tig, wel­che Ge­bie­te zum Erz­stift ge­hör­ten und wel­che nicht. Der Erz­bi­schof ver­füg­te über ver­schie­de­ne Ein­fluss­be­rei­che, wo­bei die In­ten­si­tät der Herr­schafts­rech­te in den ein­zel­nen Re­gio­nen stark va­ri­ie­ren konn­te. Ein Ne­ben­ein­an­der und die Über­la­ge­rung ver­schie­de­ner Rech­te un­ter­schied­li­cher Herr­schafts­trä­ger war im frü­hen 14. Jahr­hun­dert eher die Re­gel als die Aus­nah­me. Rechts­kon­kur­renz war gang und gä­be.

Bal­du­ins ter­ri­to­ri­al­po­li­ti­sche Leis­tung be­steht be­son­ders in der Bün­de­lung und Er­wei­te­rung der zu­vor zer­split­ter­ten Ein­fluss­be­rei­che des Erz­stifts so­wie im Aus­bau der Ver­wal­tungs­struk­tu­ren. Vor al­lem für die bei­den erst ge­nann­ten Punk­te griff er auf den ge­ziel­ten Neu­ge­winn von Rech­ten und die Re­ak­ti­vie­rung al­ter Rech­te zu­rück. Ein sol­ches Vor­ge­hen konn­te pro­ble­ma­tisch sein: Häu­fig wa­ren Rech­te an­de­rer Herr­schafts­trä­ger an die Stel­le al­ter erz­bi­schöf­li­cher Rech­te ge­tre­ten. Ein Rechts­ge­winn auf erz­bi­schöf­li­cher Sei­te ging al­so mit­un­ter zu­las­ten ei­nes Herr­schafts­kon­kur­ren­ten. Aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den war nicht je­der be­reit, dies kampf­los hin­zu­neh­men. Es konn­te zur Feh­de kom­men.

2. Fehdeführung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Umkreis des Erzstifts Trier

Hin­ter­grund ei­ner spät­mit­tel­al­ter­li­chen Feh­de wa­ren di­ver­gie­ren­de Rechts­an­sprü­che zwei­er oder meh­re­rer Kon­flikt­par­tei­en. Die Rechts­an­sprü­che konn­ten sich so­wohl auf kon­kre­te Rech­te (wie die an ei­ner Burg) als auch auf abs­trak­te Grö­ßen (wie Herr­schaft) be­zie­hen. Der Um­fang des ei­ge­nen Rechts­an­spruchs war für ei­ne Feh­de nicht ent­schei­dend. Selbst mi­ni­ma­le Rech­te, bei­spiels­wei­se an ei­nem Burg­teil, wa­ren aus­rei­chend. Eben­so we­nig war von Be­lang, ob die ver­meint­li­chen Rech­te in der Ver­gan­gen­heit aus­ge­übt wor­den wa­ren oder nicht. Ent­schei­dend wa­ren nur zwei Fak­to­ren: 1. Auf den Rechts­an­spruch war nie ver­zich­tet wor­den. Dies galt auch für das Ver­hal­ten der Vor­fah­ren. Hat­te al­so ein di­rek­ter Vor­fahr für sich und sei­ne Er­ben auf die An­sprü­che ver­zich­tet, wa­ren sie er­lo­schen. 2. Die ei­ge­nen Rechts­an­sprü­che wur­den ver­letzt. Dies konn­te recht leicht pas­sie­ren. So ließ sich bei­spiels­wei­se auch die un­wis­sent­li­che Aus­übung di­ver­gie­ren­der Rech­te als ei­ne sol­che Ver­let­zung aus­le­gen.

Im frü­hen 14. Jahr­hun­dert war es nicht un­ge­wöhn­lich, nicht al­le ei­ge­nen Rech­te oder Rechts­an­sprü­che schrift­lich nach­wei­sen oder un­ter­mau­ern zu kön­nen. Vie­le Rech­te wa­ren ge­wohn­heits­recht­lich ent­stan­den und nie schrift­lich nie­der­ge­legt wor­den. Im Kon­flikt­fall konn­te dies zu Schwie­rig­kei­ten, be­dingt aber auch zu Vor­tei­len füh­ren. An­ge­sichts die­ser Ver­hält­nis­se und der spät­mit­tel­al­ter­li­chen Rechts­ver­tei­lung im Um­kreis des Erz­stifts, war - wenn man es dar­auf an­leg­te - in vie­len Fäl­len ein Rechts­grund für ei­ne Feh­de ver­hält­nis­mä­ßig leicht zu fin­den.

2.1 Beginn einer Fehde: die Absage

Kampf­hand­lun­gen be­gan­nen in der Re­gel nicht so­fort. Wie an­dern­orts war es auch im Erz­stift Trier üb­lich, zu­nächst die Auf­kün­di­gung der Freund­schaft und so­mit die An­kün­di­gung der ge­plan­ten mi­li­tä­ri­schen Ak­tio­nen schrift­lich kund­zu­tun. Sol­che so­ge­nann­ten Ab­sa­gen sind aus Bal­du­ins Amts­zeit je­doch nur sin­gu­lär über­lie­fert. Sie wa­ren nach Be­en­di­gung der je­wei­li­gen Aus­ein­an­der­set­zung ent­behr­lich und dürf­ten in der Re­gel ver­nich­tet wor­den sein. Im Um­kreis des Erz­stifts war die Frist zwi­schen der Über­ga­be ei­ner Ab­sa­ge und dem mög­li­chen Be­ginn von Kampf­hand­lun­gen ver­gleichs­wei­se lang: Acht Ta­ge soll­ten da­zwi­schen lie­gen.

Die Pra­xis der Ab­sa­ge schuf die Mög­lich­keit der Vor­be­rei­tung. Sie bot aber eben­so Zeit, ge­ge­be­nen­falls über ei­ne al­ter­na­ti­ve Kon­flikt­bei­le­gung zu dis­ku­tie­ren. Gän­gig wa­ren Ge­richts­ver­fah­ren oder ei­ne Ver­mitt­lung durch Drit­te. Je nach Rechts­la­ge dürf­te ei­ne Dis­kus­si­on über ei­ne al­ter­na­ti­ve Bei­le­gung al­ler­dings von vorn­her­ein aus­sichts­los ge­we­sen sein. Dies galt be­son­ders dann, wenn ei­ne Kom­pro­miss­lö­sung auf­grund des Rechts­streits nicht mög­lich war, ei­ne Par­tei al­so auf je­den Fall auf ih­ren An­spruch ver­zich­ten muss­te. Denn so­wohl bei Ge­richts­ver­fah­ren als auch bei der Ver­mitt­lung durch Drit­te be­stand das Man­ko, dass an­ge­sichts ei­nes feh­len­den Ge­walt­mo­no­pols Ent­schei­dun­gen nicht im­mer durch­ge­setzt wer­den konn­ten. Ei­ne Feh­de war so­mit un­aus­weich­lich, woll­te man den Kon­flikt klä­ren.

Die sieben Kurfürsten bei der Königswahl Heinrichs VII. 1308; Balduin von Luxemburg (3. v. l.) zwischen den Kurfürsten von Mainz (2. v. l.) und dem Pfalzgrafen bei Rhein (Mitte). (Gemeinfrei/Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 1 C Nr. 1 fol. 3b))

 

2.2 Aufwand, Taktik, Infrastruktur: Methoden der Fehdeführung

Der Auf­wand für ei­ne spät­mit­tel­al­ter­li­che Feh­de konn­te be­acht­lich sein: Hel­fer wur­den an­ge­heu­ert, geg­ne­ri­sche Bur­gen be­la­gert, die Ge­folgs­leu­te des Fein­des ge­fan­gen ge­nom­men. Auch das Nie­der­bren­nen geg­ne­ri­scher Fel­der wur­de an­ge­droht. Mit die­sen und ver­gleich­ba­ren Me­tho­den ver­such­te je­de Sei­te ih­re Rechts­an­sprü­che durch­zu­set­zen und den Geg­ner zum Ver­zicht auf sei­ne Rech­te zu zwin­gen. Fi­nanz­star­ke Po­li­ti­ker wie Bal­du­in von Lu­xem­burg konn­ten es sich so­gar leis­ten, Ge­gen­bur­gen zu er­rich­ten (so bei­spiels­wei­se die Bur­gen Bal­den­eltz, Rau­schen­burg, St. Jo­han­nis­berg und Gei­ers­lei), böh­mi­sche Berg­leu­te zum Un­ter­gra­ben geg­ne­ri­scher Bur­gen an­zu­heu­ern oder waf­fen­tech­nisch auf neu­es­te Er­fin­dun­gen zu­rück­zu­grei­fen. So da­tiert mög­li­cher­wei­se der äl­tes­te Nach­weis über die Ver­wen­dung ei­ner so­ge­nann­ten Pfeil­büch­se – ei­ner Pfei­le ver­schie­ßen­den Schuss­waf­fe – in Deutsch­land in die Zeit der Elt­zer Feh­de (1331-1337).

Feh­den fan­den in der Re­gel nicht nur an ei­nem Ort statt. Kriegs­ge­rät und Ver­pfle­gung muss­ten im­mer wie­der trans­por­tiert wer­den und bo­ten häu­fig will­kom­me­ne An­griffs­zie­le auf geg­ne­ri­scher Sei­te. Es war al­so sinn­voll, für ei­ne ent­spre­chen­de Be­wa­chung zu sor­gen oder die Trans­por­te nachts durch­zu­füh­ren. Auch den Hel­fern muss­ten Rück­zugs­mög­lich­kei­ten ge­bo­ten wer­den, de­ren Lo­ka­li­tä­ten im Ver­lauf der Aus­ein­an­der­set­zung wech­seln konn­ten. Ei­ne gu­te In­fra­struk­tur mit ei­nem brei­ten Netz von ei­ge­nen oder zur Nut­zung of­fe­nen Fremd­bur­gen, ei­nem funk­tio­nie­ren­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem so­wie in Dun­kel­heit be­fahr­ba­rer We­ge konn­te die Ef­fek­ti­vi­tät der ei­ge­nen Hand­lun­gen ent­schei­dend stei­gern.

Je­doch ga­ran­tier­te sol­che schein­ba­re Über­le­gen­heit nicht den Er­folg. Viel hing vom Ge­schick des Feh­de­füh­rers ab: Die Wahl ei­nes güns­ti­gen Zeit­punk­tes für die An­mel­dung ei­ge­ner An­sprü­che und so­mit den Be­ginn ei­ner Feh­de, das Bünd­nis mit den rich­ti­gen Per­sön­lich­kei­ten oder ei­ne über­ra­schen­de Tak­tik wäh­rend der Aus­ein­an­der­set­zung wa­ren mit­un­ter ef­fek­ti­ver als je­de Ge­gen­burg. An­de­rer­seits konn­ten un­vor­her­seh­ba­re Feh­de­ver­läu­fe, das Ein­schal­ten wei­te­rer Herr­schafts­kon­kur­ren­ten auf der Sei­te des Geg­ners, ei­ge­nes tak­ti­sches Ver­sa­gen und vie­le wei­te­re Punk­te den Ver­such der ei­ge­nen Rechts­durch­set­zung zum De­sas­ter wer­den las­sen.

2.3 Beendigung einer Fehde: die Sühne

Die Kampf­hand­lun­gen konn­ten in Ab­spra­che der Kon­flikt­par­tei­en zeit­wei­se un­ter­bro­chen wer­den. Be­en­det wur­de die Aus­ein­an­der­set­zung in der Re­gel erst mit Ver­ein­ba­rung ei­ner so­ge­nann­ten Süh­ne. Es han­delt sich da­bei um ei­nen Ver­trag, in dem die neu­en Rech­te al­ler Be­tei­lig­ten fest­ge­hal­ten wur­den. Süh­nen konn­ten nur mit Zu­stim­mung al­ler Par­tei­en auf­ge­löst wer­den und wa­ren an­sons­ten in den meis­ten Fäl­len un­be­fris­tet gül­tig. Sie ent­schie­den al­so über die Zu­kunft. Die zur Be­en­di­gung ab­ge­fass­ten Ver­trä­ge wur­den ent­we­der di­rekt zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bart oder ka­men durch die Ver­mitt­lung Drit­ter zu Stan­de. Die meis­ten Süh­nen aus Bal­du­ins Amts­zeit wur­den di­rekt zwi­schen den Kon­flikt­par­tei­en aus­ge­han­delt. Teil­wei­se über­nah­men auch ge­nau in­stru­ier­te Ab­ge­sand­te bei­der Sei­ten die­se Auf­ga­be.

In der Re­gel dürf­ten dem Ver­fas­sen der Süh­nen mehr oder we­ni­ger lang­wie­ri­ge Ver­hand­lun­gen vor­aus­ge­gan­gen sein. Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass im Erz­stift Trier im frü­hen 14. Jahr­hun­dert ein mehr­stu­fi­ges Ver­fah­ren zur An­wen­dung kam: Zu­nächst wur­den For­de­run­gen for­mu­liert, zu wel­chen Kon­di­tio­nen die je­wei­li­ge Sei­te zur Be­en­di­gung be­reit war. Sol­che Kon­takt­auf­nah­men konn­ten zeit­gleich mit Kampf­hand­lun­gen statt­fin­den. Dann wur­de ei­ne Vor­süh­ne auf­ge­setzt, die wohl bei­den Sei­ten zur Durch­sicht über­reicht wur­de. Ver­mut­lich erst nach de­ren Bil­li­gung wur­de die ei­gent­li­che Süh­ne auf Per­ga­ment nie­der­ge­schrie­ben und be­sie­gelt. Für die For­mu­lie­rung der Tex­te war zur Amts­zeit Erz­bi­schof Bal­du­ins im All­ge­mei­nen die kur­trie­ri­sche Kanz­lei zu­stän­dig, wie Wort­wahl und wie­der­keh­ren­de For­mu­lie­run­gen zei­gen.

Be­le­ge für die­ses mehr­stu­fi­ge Ver­fah­ren sind nur sel­ten er­hal­ten. So ist le­dig­lich im Fall der Feh­de des Erz­bi­schofs ge­gen Wild­graf Jo­hann von Dhaun (ge­stor­ben 1350) nach­weis­bar, dass Bal­du­in von Lu­xem­burg sei­nem un­ter­le­ge­nen Geg­ner schrift­lich die Be­din­gun­gen für die Bei­le­gung der Aus­ein­an­der­set­zung un­ter­brei­te­te. Die­ser Über­lie­fe­rungs­zu­fall ge­stat­tet ei­nen Blick auf die erz­bi­schö­de­fli­chen Zie­le für die Be­en­di­gung der Feh­de mit dem Wild­gra­fen.

2.4 Die Sühne als Instrument der Fehdepolitik Erzbischof Balduins

Der Wild­graf Jo­hann von Dhaun nahm die For­de­run­gen des Me­tro­po­li­ten für die Be­en­di­gung an, so dass sie – nur ge­ring­fü­gig um­for­mu­liert – in der Süh­ne rechts­ver­bind­lich wur­den. Durch Auf­nah­me der Süh­ne in die erz­bi­schöf­li­che Ur­kun­den­samm­lung (Bal­duine­en, heu­te auf­be­wahrt im Lan­des­haupt­ar­chiv Ko­blenz Best. 1 A Nr. 1, 2, 3 und 3a) wur­de sie Teil des un­ter Bal­du­in von Lu­xem­burg sys­te­ma­ti­sier­ten kur­trie­ri­schen Schrift­guts. Seit et­wa 1330 ließ der Erz­bi­schof al­le als wich­tig er­ach­te­ten Ur­kun­den in vier in­halt­lich weit­ge­hend iden­ti­sche Hand­schrif­ten, die Bal­duine­en, ko­pie­ren. Ei­ne die­ser Hand­schrif­ten dien­te dem Erz­bi­schof als Rei­se­ex­em­plar, so dass er auch un­ter­wegs die Rechts­la­ge be­wei­sen konn­te. 

Die neue Rechts­la­ge war laut der Süh­ne im We­sent­li­chen wie folgt: Die Wild­gra­fen von Dhaun ver­lo­ren al­le Rech­te an der Schmidtburg. Der Ab­riss ei­ner wild­gräf­li­chen so­wie ei­ner erz­bi­schöf­li­chen Burg wur­de be­schlos­sen. Bei­de Bau­ten wa­ren wäh­rend der zwei­jäh­ri­gen Aus­ein­an­der­set­zung ent­stan­den. Die Exis­tenz ei­ner wei­te­ren erz­bi­schöf­li­chen Ge­gen­burg wur­de recht­lich ge­si­chert. Sie wur­de dem Wild­gra­fen zu Le­hen ge­ge­ben. Zu­sätz­lich muss­te Jo­hann von Dhaun ei­nen Teil sei­nes Ei­gen­gu­tes von recht ho­hem Wert dem Erz­bi­schof auf­tra­gen; wo­mit es in des­sen Herr­schafts­be­reich über­ging. Der Wild­graf er­hielt es als Le­hen zu­rück. Da­mit be­ka­men er und sei­ne Er­ben zwar das Nut­zungs­recht an ih­ren ehe­ma­li­gen Gü­tern wie­der, kei­nes­wegs aber die vol­le Ver­fü­gungs­ge­walt. So war bei­spiels­wei­se ein Ver­kauf oh­ne Zu­stim­mung des Erz­bi­schofs nicht mehr mög­lich.

Erz­bi­schof Bal­du­in dürf­te bei sei­nen For­de­run­gen wohl auch an zu­künf­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen ge­dacht ha­ben. So konn­te er mit Aus­stel­lung und Be­sie­ge­lung der Süh­ne al­le wild­gräf­li­chen Bur­gen mi­li­tä­risch nut­zen, da der Wild­graf ihm ein Öff­nungs­recht ge­wäh­ren muss­te. Die­ses Recht galt je­doch nur für die Re­gie­rungs­zeit des Lu­xem­bur­gers, wäh­rend al­le üb­ri­gen Ver­ein­ba­run­gen auch für Erz­bi­schof Bal­du­ins Nach­fol­ger gül­tig sein soll­ten.

Die Süh­ne­be­stim­mun­gen, die hier ver­kürzt und bei­spiel­haft dar­ge­stellt wur­den, schränk­ten die wild­gräf­li­chen Herr­schafts- und Hand­lungs­spiel­räu­me zu­guns­ten der erz­bi­schöf­lich-trie­ri­schen ein. Zu er­wäh­nen sind vor al­lem die Si­che­rung der Schmidtburg als kur­trie­ri­sche An­la­ge, die Fes­ti­gung der Lehns­bin­dung der Wild­gra­fen so­wie die Eta­blie­rung ei­ner wei­te­ren kur­trie­ri­schen Burg. Die Schmidtburg war ur­sprüng­lich im Be­sitz der Wild­gra­fen ge­we­sen. Auf­grund ei­ner un­glück­lich ge­wähl­ten Form der Lehns­bin­dung (so wa­ren die Sei­ten­ver­wand­ten von der Erb­fol­ge aus­ge­nom­men) war sie mit Er­lö­schen der Schmidtbur­gi­schen wild­gräf­li­chen Fa­mi­lie um 1327 an das Erz­stift ge­fal­len. Die an­de­ren bei­den wild­gräf­li­chen Fa­mi­li­en­zwei­ge konn­ten sich nur schwer mit dem Ver­lust ab­fin­den. Es kam zu meh­re­ren Feh­den, die zu­guns­ten des Erz­bi­schofs be­en­det wur­den und von de­nen die hier ge­schil­der­te Dhaun­sche Feh­de die vor­erst letz­te war. Der schritt­wei­se er­zwun­ge­ne Ver­zicht auf die wild­gräf­li­chen Rech­te an der Schmidtburg muss­te auf erz­bi­schöf­li­cher Sei­te ho­he Prio­ri­tät ha­ben: Wild­gräf­li­chen Ver­su­chen, sich auf recht­li­chem We­ge der Burg zu be­mäch­ti­gen, wur­de der Bo­den ent­zo­gen. Dies galt auch für die Mög­lich­keit der Feh­de. Grund­vor­aus­set­zung da­für war ein Recht, das ver­letzt wor­den war.

Es war ein raf­fi­nier­ter Schach­zug des Erz­bi­schofs, die Aus­ga­be sei­ner Ge­gen­burg als Le­hen für Wild­graf Jo­hann vor­zu­schla­gen. Die Burg war auf wild­gräf­li­chem Ge­biet er­rich­tet wor­den. Ein Bau auf frem­dem Ei­gen­tum war oh­ne Zu­stim­mung des Ei­gen­tü­mers nur wäh­rend ei­ner Feh­de mög­lich. Er­klär­te die­ser bei Ab­schluss der Aus­ein­an­der­set­zung nicht sein Ein­ver­ständ­nis zur Er­rich­tung, war der Bau il­le­gal. Mit dem Vor­schlag, die Burg als Le­hen aus­zu­ge­ben, kö­der­te der Erz­bi­schof sei­nen Geg­ner: Er bot ihm die Mög­lich­keit, Nut­zungs­rech­te an der Burg zu er­lan­gen. Ging die­ser dar­auf ein, ak­zep­tier­te er au­to­ma­tisch die Exis­tenz der An­la­ge.

Bei sei­nen For­de­run­gen ge­gen­über dem Wild­gra­fen wähl­te der Erz­bi­schof die rich­ti­ge Mi­schung aus Här­te und Ent­ge­gen­kom­men. Jo­hann von Dhaun hat die Süh­ne nie an­ge­foch­ten. Zu­viel von ei­nem Un­ter­le­ge­nen zu ver­lan­gen, konn­te hin­ge­gen ver­häng­nis­voll sein. Wie bei der Süh­ne mit Wild­graf Jo­hann klär­ten vie­le an­de­re Süh­nen aus Bal­du­ins Amts­zeit nicht nur den aus­lö­sen­den Rechts­streit. Im ge­wähl­ten Bei­spiel wa­ren dies vor al­lem die bei­der­sei­ti­gen Rech­te an der Schmidtburg.

In Zu­satz­be­stim­mun­gen wur­de auch das Ver­hält­nis der ehe­ma­li­gen Geg­ner neu ge­re­gelt. So wur­de wie in Wild­graf Jo­hanns Fall die Ver­pflich­tung zur Lehn­s­auf­tra­gung fest­ge­hal­ten, die Ge­richts­rech­te des Über­le­ge­nen ge­stärkt oder der Un­ter­le­ge­ne im Ex­trem­fall so­gar zur Ab­ga­be ei­ner Burg oder ei­nes Burg­teils ge­nö­tigt. Vor al­len bei den Zu­satz­be­stim­mun­gen das rich­ti­ge Maß zu fin­den, mach­te den Er­folg ei­ner Süh­ne aus. Über­trieb es der Über­le­ge­ne mit sei­nen For­de­run­gen, nähr­te er bei sei­nem Geg­ner mög­li­cher­wei­se den Wunsch, die ein­schrän­ken­de Süh­ne ab­schüt­teln zu wol­len. In der Re­gel gab es hier­für nur ein Mit­tel: ei­ne er­neu­te Feh­de. Ei­ne sol­che neue Feind­se­lig­keit mach­te aber für den ur­sprüng­lich Über­le­ge­nen jeg­li­chen Rechts­ge­winn zu­nich­te. Da­her war es bes­ser, bei den For­de­run­gen be­schei­den zu blei­ben. Dies konn­te in bri­san­ten Streit­fäl­len da­zu füh­ren, dass Erz­bi­schof Bal­du­in sei­nem Geg­ner weit­rei­chen­de Zu­ge­ständ­nis­se mach­te, ob­wohl der ur­sprüng­li­che Rechts­streit zu Guns­ten des Erz­stifts ent­schie­den wor­den war. Ei­ne sol­che Si­tua­ti­on er­gab sich im Zu­ge der Bei­le­gung der Elt­zer Feh­de.

2.5 Grenzen der Fehdepolitik: die Eltzer Fehde (1331-1337)

Die Elt­zer Feh­de kann als klas­si­sches Bei­spiel für ei­ne spät­mit­tel­al­ter­li­che Feh­de gel­ten. Di­ver­gie­ren­de Rechts­an­sprü­che zwei­er oder meh­re­rer Sei­ten wur­den mit Hil­fe von Waf­fen­ge­walt aus­ge­foch­ten. Strit­tig war in die­sem Fall die Zu­ge­hö­rig­keit der erz­bi­schöf­li­chen Geg­ner. Ge­hör­ten die Fa­mi­li­en Eltz so­wie ih­re Ver­bün­de­ten die Wal­deck, Schöneck und Eh­ren­burg zum Erz­stift Trier oder wa­ren sie selb­stän­di­ge Herr­schafts­trä­ger? Zur Amts­zeit Bal­du­ins konn­te die­se Fra­ge für viel Zünd­stoff sor­gen. Recht­li­cher Hin­ter­grund war die Mi­nis­te­ria­li­tät der Fa­mi­li­en Eltz, Wal­deck und Schöneck, die sie an den Erz­bi­schof von Trier band. Für die Schöneck und Wal­deck war die Bin­dung ver­hält­nis­mä­ßig neu. Als Reichs­mi­nis­te­ria­len wa­ren sie ur­sprüng­lich dem Kö­nig ver­pflich­tet ge­we­sen. 1314 hat­te Kö­nig Lud­wig der Bay­er (Re­gie­rungs­zeit 1314-1347, ab 1328 als rö­misch-deut­scher Kai­ser) im Rah­men weit­rei­chen­der Ver­pfän­dun­gen auch sei­ne Rech­te ge­gen­über den im Um­kreis Bop­pards be­hei­ma­te­ten Reichs­mi­nis­te­ria­len an Erz­bi­schof Bal­du­in ab­ge­tre­ten.

Al­ler­dings wa­ren die Rech­te ge­gen­über Mi­nis­te­ria­len zu An­fang des 14. Jahr­hun­derts weit­ge­hend ver­blasst und konn­ten von den Be­trof­fe­nen ent­spre­chend igno­riert wer­den. Vie­le Mi­nis­te­ria­len­fa­mi­li­en un­ter­schie­den sich in Le­bens­stil und Herr­schafts­mög­lich­kei­ten nicht mehr von an­de­ren Adels­fa­mi­li­en. Ih­re ur­sprüng­li­che Un­frei­heit und recht­li­che Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­nem Herrn spiel­ten kei­ne Rol­le mehr. Sie konn­ten weit­ge­hend selbst­stän­dig agie­ren und dürf­ten nicht be­reit ge­we­sen sein, die­se Po­si­ti­on auf­zu­ge­ben. Erz­bi­schof Bal­du­in ver­such­te aber, die al­te Bin­dung wie­der zu be­le­ben, al­so die in Ver­ges­sen­heit ge­ra­te­nen Rech­te zu re­ak­ti­vie­ren. Ein Kon­flikt zwi­schen dem Erz­bi­schof und den Fa­mi­li­en Eltz, Wal­deck und Schöneck war des­halb nur ei­ne Fra­ge der Zeit. Sein Aus­gang stell­te die Wei­chen für die Ent­wick­lung der wei­te­ren ade­li­gen und erz­bi­schöf­li­chen Herr­schaft. Je­de Ent­schei­dung dürf­te ei­ne star­ke Vor­bild­wir­kung ge­habt ha­ben. Die Eltz, Schöneck und Wal­deck wa­ren nicht die ein­zi­gen Mi­nis­te­ria­len­fa­mi­li­en im Ein­fluss­be­reich Erz­bi­schof Bal­du­ins. Die Pro­ble­ma­tik be­traf al­so auch an­de­re. Die Bri­sanz des Rechts­streits er­klärt auch die un­ge­wöhn­lich lan­ge Dau­er der Elt­zer Feh­de. Sie macht zu­dem die Be­reit­schaft des Lu­xem­bur­gers ver­ständ­lich, in gleich zwei Ge­gen­bur­gen zu in­ves­tie­ren: die Rau­schen­burg und die Bal­den­eltz, auch Trut­zeltz ge­nannt.

Die Aus­ein­an­der­set­zung en­de­te zu­guns­ten des Erz­bi­schofs. In der Süh­ne muss­ten sich sei­ne Geg­ner zur Lan­des­ver­tei­di­gung in Form von Land­wehr ver­pflich­ten und da­durch ein­ge­ste­hen, dass sie zum Erz­stift Trier ge­hör­ten. In der Fol­ge konn­ten Erz­bi­schof Bal­du­in und sei­ne Nach­fol­ger das Recht auf Land­wehr je­der­zeit ein­for­dern, die Zu­ge­hö­rig­keit im­mer wie­der ins Ge­dächt­nis ru­fen. Die ehe­ma­li­gen Geg­ner wur­den al­so weit­ge­hend in den sich kon­so­li­die­ren­den Ter­ri­to­ri­al­staat in­te­griert. Je­doch hat­te die Süh­ne auch für den Erz­bi­schof ei­nen ent­schei­den­den Nach­teil: Erz­bi­schof Bal­du­in ver­sprach näm­lich, den Be­sitz­stand sei­ner Geg­ner nicht an­zu­tas­ten und schränk­te da­mit sei­nen Hand­lungs­spiel­raum und den sei­ner Nach­fol­ger ent­schei­dend ein. Der Ter­ri­to­ria­li­sie­rung durch Feh­de­füh­rung und Süh­ne­schluss wa­ren al­so Gren­zen ge­setzt.

2.6 Ein viel beschäftigter Mann: Erzbischof Balduins Fehden und Sühnen im Überblick

Ins­ge­samt führ­te der Erz­bi­schof im Erz­stift 38 Feh­den un­ter­schied­li­chen Aus­ma­ßes und un­ter­schied­li­cher Dau­er. Die längs­te Aus­ein­an­der­set­zung dau­er­te sechs Jah­re, die kür­zes­te nur we­ni­ge Ta­ge. Zeit­lich ver­tei­len sich die Aus­ein­an­der­set­zun­gen auf bei­na­he sei­ne ge­sam­te Amts­zeit. Le­dig­lich in den ers­ten Jah­ren sei­ner Herr­schaft führ­te der Lu­xem­bur­ger im Erz­stift kei­ne Feh­de. Die ers­te ist um 1313 nach­zu­wei­sen. Die­se Ver­zö­ge­rung ist un­ter an­de­rem durch Erz­bi­schof Bal­du­ins Rom­zug zu er­klä­ren, denn von 1310 bis 1313 be­glei­te­te er sei­nen Bru­der Hein­rich auf des­sen bis­wei­len stei­ni­gen Weg zur Kai­ser­krö­nung. Das En­de sei­ner letz­ten Feh­den er­leb­te Erz­bi­schof Bal­du­in nicht mehr, er starb vor Ver­ein­ba­rung ei­ner Süh­ne. Die Zahl der vom Me­tro­po­li­ten be­gon­nen und die an ihn her­an­ge­tra­ge­nen Feh­den hält sich in et­wa die Waa­ge. In ei­ni­gen Fäl­len ist aber nicht mehr fest­zu­stel­len, wel­che Sei­te wem zu­erst ab­sag­te und die Feh­de be­gann. Ein sol­cher Fall ist bei­spiels­wei­se die er­wähn­te Elt­zer Feh­de.

Krie­ge­risch tä­tig wur­de der Erz­bi­schof be­son­ders im Wes­ter­wald – hier konn­te er auch sei­ne grö­ß­ten ter­ri­to­ri­al­po­li­ti­schen Er­fol­ge fei­ern. Zu Be­ginn sei­ner Amts­zeit be­schränk­ten sich die dor­ti­gen erz­stif­tisch-trie­ri­schen Rech­te im We­sent­li­chen auf Mon­ta­baur und Har­ten­fels. Bei Erz­bi­schof Bal­du­ins Tod war der Wes­ter­wald weit­ge­hend von kur­trie­ri­schen Rech­ten durch­zo­gen.

Die erz­bi­schöf­li­chen Geg­ner wa­ren in der Re­gel Ade­li­ge. Le­dig­lich 1327 führ­te der Lu­xem­bur­ger im Erz­stift Feh­de ge­gen ei­ne Stadt: Bop­pard. Ob­wohl die Aus­ein­an­der­set­zung nur we­ni­ge Ta­ge dau­er­te, kam es zu weit­rei­chen­den Schä­den in der Stadt. Als Stadt­herr tra­fen die Aus­wir­kun­gen der Zer­stö­rung auch den Erz­bi­schof viel stär­ker, als dies bei Schä­di­gun­gen am geg­ne­ri­schen Gut der Fall war. Das dürf­te ei­ner der Grün­de da­für ge­we­sen sein, war­um Erz­bi­schof Bal­du­in das Mit­tel der Rechts­durch­set­zung mit Waf­fen­ge­walt ge­gen­über sei­nen Städ­ten nur im Not­fall an­wand­te, wenn al­le an­de­ren Me­tho­den des Rechts­aus­trags ver­sagt hat­ten, aber die Klä­rung der Rechts­la­ge der erz­bi­schöf­li­chen Sei­te ein wich­ti­ges An­lie­gen war.

Erz­bi­schof Bal­du­in war ein äu­ßerst er­folg­rei­cher Feh­de­füh­rer. 50 Süh­nen schloss er ab, wo­von 43 für das Erz­stift herr­schafts­kon­so­li­die­rend wa­ren. Der Lu­xem­bur­ger ver­stand es, die Tü­cken ei­ner Feh­de zu um­schif­fen und be­wies in den meis­ten Fäl­len das für er­folg­rei­che Süh­ne­ver­hand­lun­gen not­wen­di­ge Ge­schick. Doch auch er mach­te Feh­ler. Die Grenzau­er Feh­de, die Er­schla­gung der Ko­blen­zer durch die erz­bi­schöf­li­chen Geg­ner ist auf man­geln­des Ge­schick des Erz­bi­schofs bei den Süh­ne­ver­hand­lun­gen 1346 zu­rück­zu­füh­ren. Auch ihm pas­sier­te es, den Geg­ner zu un­ter­schät­zen und so fand er sich kur­ze Zeit spä­ter als Ge­fan­ge­ner der Grä­fin Lo­ret­ta von Spon­heim-Star­ken­burg wie­der.

Trotz die­ser Nie­der­la­gen und Rück­schlä­ge ist die Bi­lanz der erz­bi­schöf­li­chen Feh­de­füh­rung und der Süh­ne­schlüs­se be­acht­lich. Für die Ent­wick­lung des Erz­stifts wa­ren die herr­schafts­kon­so­li­die­ren­den Süh­nen Erz­bi­schof Bal­du­ins von un­schätz­ba­rem Wert, denn frei­wil­lig wä­ren ih­re Be­stim­mun­gen wohl nie zu­stan­de ge­kom­men. 

3. Erzbischof Balduins innovative Umdeutung von Fehdeführung

Erz­bi­schof Bal­du­in von Lu­xem­burg war al­so ein ge­schick­ter Feh­de­füh­rer. Und dies war er nicht nur ak­tiv, son­dern er ver­stand auch, pas­siv aus Feh­den an­de­rer Vor­tei­le zu zie­hen, in­dem er sie um­deu­te­te.

Im frü­hen 14. Jahr­hun­dert war im Um­kreis des Erz­stifts Trier Feh­de noch sehr va­ria­bel. Dies be­zieht sich nicht nur auf ver­schie­de­ne Hand­lungs­mus­ter, son­dern auch auf die Wahr­neh­mung und Be­ur­tei­lung durch Un­be­tei­lig­te. Das, was der Lu­xem­bur­ger und sei­ne Zeit­ge­nos­sen un­ter Feh­de ver­stan­den, konn­te in ei­nem ver­hält­nis­mä­ßig gro­ßen Rah­men va­ri­ie­ren. Dies le­gen die For­mu­lie­run­gen in den Süh­nen Erz­bi­schof Bal­du­ins na­he. So ist dar­in der Be­griff Feh­de oder al­ter­na­tiv gu­er­ra (Krieg) nicht zu fin­den.

Auch in Ur­kun­den aus der Amts­zeit des Lu­xem­bur­gers kommt der Be­griff nicht vor. Die Zeit­ge­nos­sen ver­wen­de­ten ihn noch nicht. Ei­ne an­de­re kon­kre­te For­mu­lie­rung für das Phä­no­men Feh­de wur­de eben­falls nicht be­nutzt. Statt­des­sen wur­den Be­griffs­paa­re ge­braucht (crie­ge, ur­leu­ge, tzwei­ung, uf­fle­ufe und mis­hel­lun­ge) (Bal­duine­en, Nr. 2077). Die­se wur­den je nach Aus­prä­gung der zu be­en­den­den Aus­ein­an­der­set­zung im De­tail va­ri­iert. So wur­de bei­spiels­wei­se der Be­griff scha­den ein­ge­fügt oder weg­ge­las­sen. Ein sol­cher Zu­satz kann auf ei­nen der Aus­lö­ser der Aus­ein­an­der­set­zung hin­wei­sen. Schä­den am Ei­gen­tum oder zur Nut­zung über­las­se­ner Gü­ter jeg­li­cher Art konn­ten im frü­hen 14. Jahr­hun­dert als Rechts­ver­let­zung aus­ge­legt wer­den und be­rech­tig­ten zur Feh­de. Die­ser Be­fund, al­so die Ver­wen­dung meh­re­rer Be­grif­fe so­wie ih­re Va­ria­ti­on im De­tail, weist dar­auf hin, dass Feh­de­füh­rung im frü­hen 14. Jahr­hun­dert im Um­feld des Erz­stifts noch nicht ein­deu­tig de­fi­niert war. Zwar gab es ge­wis­se Kenn­zeich­nen für die hef­tigs­te Form der Kon­flikt­aus­tra­gung, aber es wa­ren noch kei­ne so fest­ge­leg­ten Ver­hal­tens­mus­ter aus­ge­prägt, die ei­ne Kenn­zeich­nung des Sach­ver­halts mit ei­nem Be­griff er­laub­ten.

Da­mit ein­her ging, dass die Fra­ge nach der Le­gi­ti­mi­tät von Hand­lun­gen oder der Form der Kon­flikt­aus­tra­gung in der Re­gel nicht ge­stellt wur­de. Im Ge­gen­satz zu spä­te­ren Ver­hält­nis­sen war es al­so im frü­hen 14. Jahr­hun­dert im Um­feld des Erz­stifts nicht üb­lich, auf die Recht­mä­ßig­keit ei­ner Feh­de zu ver­wei­sen. Die Süh­nen Erz­bi­schof Bal­du­ins so­wie an­de­re ver­gleich­ba­re nicht er­zäh­len­de Quel­len le­gen eher Fol­gen­des na­he: Blie­ben die Hand­lun­gen in­ner­halb des ver­hält­nis­mä­ßig weit­ge­steck­ten Rah­mens, der für das Phä­no­men Feh­de re­ser­viert war, gal­ten sie per se als le­gi­ti­me Maß­nah­me des Rechts­aus­trags.

Bal­du­in von Lu­xem­burg mach­te sich die de­fi­ni­to­ri­sche Un­be­stimmt­heit zu Nut­ze. Er über­zog ei­ni­ge Kon­flik­te mit ei­nem ei­ge­nen Wer­tungs­sys­tem. Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die durch­aus un­ter den weit­ge­steck­ten Rah­men der Le­gi­ti­mi­tät fie­len, deu­te­te er als Straf­tat. Es wa­ren ge­walt­tä­ti­ge Kon­flik­te, die in der Re­gel Ade­li­ge mit den erz­bi­schöf­li­chen Schutz­be­foh­le­nen aus­foch­ten: Mit den Bür­gern von May­en und Mon­ta­bau­er, mit den Ju­den in Bop­pard und Ober­we­sel oder mit erz­bi­schöf­li­chen Amt­män­nern. Der Erz­bi­schof war an den Aus­ein­an­der­set­zun­gen nicht ak­tiv be­tei­ligt.

Die Deu­tung als Straf­tat hat­te weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen, da die­se ei­ne Stra­fe nach sich zog. Der Erz­bi­schof zwang al­so die Geg­ner sei­ner Schutz­be­foh­le­nen, ei­ne Süh­ne mit ihm und nicht mit dem ei­gent­li­chen Geg­ner zu ver­ab­re­den. Die Süh­ne­be­stim­mun­gen ka­men wie­der der Kon­so­li­die­rung des Erz­stifts zu Gu­te. In den meis­ten Fäl­len muss­te der zur Süh­ne Ge­zwun­ge­ne dem Erz­bi­schof Al­lod auf­tra­gen und ver­grö­ßer­te so­mit den erz­bi­schöf­li­chen Rechts­an­spruch.

Für die Stel­lung des Erz­bi­schofs war ein zwei­ter As­pekt die­ser Süh­nen aber noch wich­ti­ger: Der Me­tro­po­lit konn­te sich durch sie als Herr im Land prä­sen­tie­ren. Ge­walt­tä­ti­ges Vor­ge­hen ge­gen sei­ne Bür­ger, Ju­den und Amt­leu­te wur­de von ihm ge­ahn­det – ei­ne klas­si­sche Auf­ga­be ei­nes Lan­des­herrn. Je­doch war die­ser An­spruch zur Zeit Erz­bi­schof Bal­du­ins noch nicht weit­rei­chend durch­setz­bar. Städ­te wie Ko­blenz oder Trier wa­ren zu mäch­tig, um dem Erz­bi­schof Mit­spra­che bei ih­rer Feh­de­füh­rung zu ge­wäh­ren. Auch wenn es mit der Durch­set­zung noch nicht im­mer funk­tio­nier­te, Erz­bi­schof Bal­du­ins An­satz war in­no­va­tiv. Er lei­te­te ei­nen Pro­zess ein, der ein Jahr­hun­dert spä­ter im Ver­bot der Feh­de gip­fel­te, wo­durch Feh­de­füh­rung kri­mi­na­li­siert wur­de.

Die Ruinen der Belagerungsburg Trutzeltz (rechts), die Balduin um 1336 gegen die Burg Eltz (links) hatte errichten lassen. (CC BY-SA 3.0/Holger Weinandt)

 

4. Fazit

Bis­her galt in der For­schung ade­li­ge Feh­de­füh­rung als Hemm­fak­tor für die Ent­ste­hung von Ter­ri­to­ri­en. Ent­spre­chend wur­de als ein we­sent­li­ches Mit­tel der Ter­ri­to­ria­li­sie­rung die Un­ter­bin­dung ade­li­ger Feh­de­füh­rung von Sei­ten der sich fes­ti­gen­den Lan­des­herr­schaft ge­se­hen. Am Bei­spiel Bal­du­ins von Lu­xem­burg lässt sich je­doch zei­gen, dass für den sich eta­blie­ren­den Ter­ri­to­ri­al­herrn auf dem Weg zur Lan­des­herr­schaft nicht nur die Un­ter­bin­dung von Feh­de, son­dern auch ei­ge­ne ak­ti­ve Feh­de­füh­rung not­wen­dig sein konn­te. Igno­rier­ten an­de­re Herr­schafts­trä­ger die ei­ge­nen Rech­te, blieb oft­mals nur die Feh­de, um zu ver­su­chen, die Kon­kur­renz zu ei­ner An­er­ken­nung die­ser Rech­te zu zwin­gen. Im Ide­al­fall schaff­te das Schwert den ent­spre­chen­den Druck und ei­ne An­er­ken­nung konn­te in der Süh­ne rechts­ver­bind­lich ver­an­kert wer­den. Für das Vor­an­trei­ben des ei­ge­nen Lan­des­aus­baus mit Hil­fe von Feh­de­füh­rung war die Ver­ein­ba­rung ei­ner Süh­ne mit herr­schafts­kon­so­li­die­ren­den Be­stim­mun­gen un­ab­ding­bar.

Feh­de­füh­rung war ein zen­tra­ler und not­wen­di­ger Teil der Ter­ri­to­ri­al­po­li­tik Erz­bi­schof Bal­du­ins: Ge­zielt nutz­te der Lu­xem­bur­ger den mit Waf­fen­ge­walt aus­ge­tra­ge­nen Rechts­streit, um die An­sprü­che sei­nes Ter­ri­to­ri­ums ver­bind­lich zu si­chern und den Geg­ner zu Zu­ge­ständ­nis­sen zu drän­gen, die wie­der­um dem Aus­bau und der Kon­so­li­die­rung des erz­bi­schöf­li­chen Ein­fluss­be­rei­ches zu Gu­te ka­men. Dank Erz­bi­schof Bal­du­ins um­sich­ti­ger Füh­rung des Erz­stifts bo­ten ihm sei­ne Fi­nanz­kraft, die In­fra­struk­tur des Erz­stifts und die Schrift­gut­ver­wal­tung vie­le Vor­tei­le. Oh­ne sie wä­re die Feh­de­füh­rung des Lu­xem­bur­gers in der nach­zu­wei­sen­den Form nicht mög­lich ge­we­sen. In­no­va­tiv mach­te sich Erz­bi­schof Bal­du­in die de­fi­ni­to­ri­sche Un­be­stimmt­heit des Phä­no­mens Feh­de zu Nut­ze und er­zwang so von Herr­schafts­kon­kur­ren­ten und Schutz­be­foh­le­nen ei­ne An­er­ken­nung als Lan­des­herr. Die sys­te­ma­ti­sche Nie­der­schrift so­wohl der als Ab­schluss ei­ge­ner Feh­den ent­stan­de­nen Süh­nen als auch de­rer, die Aus­weis der erz­bi­schöf­li­chen Um­deu­tung von Feh­de zur Straf­tat sind, mach­te den Nach­weis der er­zwun­ge­nen Rech­te je­der­zeit mög­lich - für Erz­bi­schof Bal­du­in wie für je­den sei­ner Nach­fol­ger.

Quellen

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Ges­ta Tre­vi­r­o­rum, Band 2, hg. v. Jo­an­nes Hu­go Wyt­ten­bach u. Mi­cha­el F.J. Mül­ler, Trier 1838 [Zeit­ge­nös­si­scher Ta­ten­be­richt über Erz­bi­schof Bal­du­ins Amts­zeit mit kur­zer Er­wäh­nung meh­re­rer Feh­den].
La­com­blet, Theo­dor Jo­seph (Hg.), Ur­kun­den­buch für die Ge­schich­te des Nie­der­rheins oder des Erz­stifts Cöln, der Fürs­ten­tü­mer Jü­lich und Berg, Gel­dern, Meurs, Kle­ve und Mark und der Reichs­stif­te El­ten, Es­sen und Wer­den, Band 3, Düs­sel­dorf 1853.
No­va Ala­man­niae. Ur­kun­den, Brie­fe und an­de­re Quel­len be­son­ders zur deut­schen Ge­schich­te des 14. Jahr­hun­derts vor­nehm­lich aus den Samm­lun­gen des Trie­rer No­tars und Of­fi­zi­als, Dom­de­kans von Mainz Ru­dolf Los­se von Ei­se­nach in der Stän­di­schen Lan­des­bi­blio­thek zu Kas­sel und im Staats­ar­chiv zu Darm­stadt, 1. Hälf­te u. 2. Hälf­te, 1. Teil, hg. v. Ed­mund E. Sten­gel, Ber­lin 1921/1930, 2.Hälf­te, 2. Teil un­ter Mit­wir­kung v. Klaus Schä­fer, Han­no­ver 1976.
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Tumba Balduins von Luxemburg im Westchor des Trierer Domes. (Rita Heyen, Amt für kirchliche Denkmalpflege Trier)

 
Zitationshinweis

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Eulenstein, Julia, Die Fehdepolitik des Trierer Kurfürsten Balduin von Luxemburg, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-fehdepolitik-des-trierer-kurfuersten-balduin-von-luxemburg/DE-2086/lido/5e8c5b6f851075.13561698 (abgerufen am 27.01.2021)