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 Kalenderblatt 

 

 Rheinische Geschichte im April und Mai


     

    30.4.1945: Dr. Hans Fuchs (1874-1956) wird von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Oberpräsidenten des "Rhine Province Military District" berufen

    Der Distrikt umfasste neben der preußischen Rheinprovinz die Rheinpfalz, Rheinhessen und das Saarland. Nach der Übernahme der Besatzungszonen durch Engländer und Franzosen und damit der faktischen Festsetzung der britisch-französischen Zonengrenze, die mitten durch die ehemalige Rheinprovinz verlief, ernannte die britische Militärregierung Fuchs zum Oberpräsidenten der neugebildeten Provinz Nordrhein mit den Regierungsbezirken Aachen, Köln und Düsseldorf. Sitz der Behörde war zunächst Bad Tönisstein gewesen, dann Bonn, ab 1.7.1945 Düsseldorf. Fuchs war 1922-1933 Oberpräsident der Rheinprovinz gewesen, 1923 kurzzeitig Reichsminister für die besetzten rheinischen Gebiete. Fuchs wurde am 2.10.1945 von den Besatzungsbehörden abgesetzt, wie Konrad Adenauer als Oberbürgermeister von Köln am 6.10.1945. Sein Nachfolger als Oberpräsident wurde Dr. Robert Lehr.

 

 

 

 

 

 

Weitere Ereignisse im April und Mai (27.4.-4.5.)

 

  • 27.4.1449: Frieden von Maastricht

    Unter Vermittlung Herzog Philipps des Guten von Burgund (Regierungszeit 1419-1465) und des Kardinallegaten Nikolaus von Kues wurde damit die Soester Fehde auf der Grundlage des status quo beendet.

  • 27.4.1923: Der Bonner Oberbürgermeister Dr. Johannes Falk (Amtszeit seit 1922) wird von einem französischen Kriegsgericht zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 3 Millionen Mark verurteilt

    Falk wurde beschuldigt, Informationen über die Verhaftung des städtischen Beigeordneten Sieberger und die Beschlagnahme städtischer Diensträume an die Presse gegeben zu haben. Nach seiner Haftentlassung am 4.5.1924 wurde Falk aus der französischen Zone ausgewiesen. Erst Ende September kehrte er nach Bonn zurück.

  • 27.4.1929: Eröffnung des Priesterseminars des Erzbistums Köln in Bensberg

    Am 27.4.1926 hatte der Kölner Erzbischof Schulte den ersten Spatenstich getan, am 29.6.1926 war die Grundsteinlegung durch den damaligen Apostolischen Nuntius in Berlin, Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII. (Pontifikat 1939-1958), erfolgt. Mit Unterbrechungen - 1941 hatte die Gestapo das Haus beschlagnahmt, ab 1944 diente es zunächst der Wehrmacht als Lazarett, 1945-1948 verschiedenen alliierten Streitkräften - beherbergte der Gebäudekomplex bis 1958 das erzbischöfliche Priesterseminar. Seit dem 1.10.1989 als Kardinal-Schulte-Haus Tagungszentrum des Erzbistums Köln.

  • 27.4.1961: In Brüssel wird die "Union der Hauptstädte der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft" besiegelt

    Darin schlossen sich die Hauptstädte Bonn, Brüssel, Luxemburg, Paris und Rom zusammen. Das Programm der Union umfasste neben dem Infomationsaustausch die Förderung des Fremdenverkehrs, Jugendbegegnungen und kommunale Studientreffen.

  • 28.4.1417: Graf Adolf II. von Kleve wird durch Kaiser Sigismund (Regierungszeit 1410-1437) zum Herzog erhoben

    Die Erhebung während des Konstanzer Konzils erfolgte wohl durch Vermittlung des Herzogs von Burgund.

  • 28.4.1572: Der Rat der Stadt Aachen fordert die aus den spanischen Niederlanden geflüchteten Protestanten zum Verlassen von Stadt und Reich auf

    Herzog Alba (Fernando Álvarez de Toledo, 1507-1582), Statthalter der spanischen Niederlande, hatte die Stadt dazu aufgefordert.

  • 28.4.1789: Schließung der Universität Köln

  • 28.4.-17.5.1860: Kölner Provinzialkonzil

    Die katholische Lehre und die kirchliche Disziplin standen im Mittelpunkt des Konzils der Kölner Kirchenprovinz. Es leistete Vorarbeiten für die dogmatische Konstitution "De fide catholicae" des Ersten Vatikanischen Konzils von 1870.

  • 28.-29.4.1937: Kölner Diözesansynode

  • 28.4.1949: Unterzeichnung des Ruhrstatuts

  • 29.4.1706: Über die Kurfürsten von Bayern und Köln wird die Reichsacht verhängt

    Mit Zustimmung der Kurfürsten, jedoch ohne Einbeziehung des Reichstags, erklärte der Kaiser die wittelsbachischen Kurfürsten Max Emmanuel von Bayern (Regierungszeit 1679-1706, 1714-1726) und Joseph Clemens von Köln wegen ihrer Unterstützung Ludwigs XIV. von Frankreich (Regierungszeit 1643-1715) in die Reichsacht. Kurbayern wurde als Reichslehen eingezogen, Kurköln unter die Verwaltung des Kölner Domkapitels gestellt.

  • 29.4.1983: Die Stadt Köln verleiht dem Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll die Ehrenbürgerwürde

    Heinrich Theodor Böll (1917-1985) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit.

  • 30.4.1248: Ein durch Fahrlässigkeit entstandener Brand zerstört große Teil des karolingischen Kölner Domes

    Das Kölner Domkapitel hatte am 25.3.1247  den Abbruch des alten Domes und den Bau einer neuen Kathedrale beschlossen. Am 15.8.1248 legte Erzbischof Konrad von Hochstaden den Grundstein für den gotischen Dom.

  • 30.4.1834: Ernst von Bodelschwingh (1794-1854) wird Oberpräsident der Rheinprovinz

    Der aus einem alten evangelischen westfälischen Rittergeschlecht stammende Jurist hatte im preußischen Staatsdienst Karriere gemacht. Vor seinem Amtsantritt in Koblenz am 12.6.1834 war er ab 31.10.1831 Regierungspräsident in Trier gewesen. Im Mai 1842 wurde er preußischer Finanzminister, am 3.5.1845 Geheimer Staats- und Kabinettsminister (Innenminister),  am 12.3.1848 auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst entlassen.

  • 30.4.1905: Im "Wallraf-Richartz-Museum" in Köln wird eine Ausstellung zum Werk Adolph von Menzels eröffnet

    Der bedeutende realistische Künstler (geboren 8.12.1815 in Breslau) war am 9.2.1905 in Berlin gestorben.

  • 30.4.-4.5.1987: Papst Johannes Paul II. (Pontifikat 1978-2005) besucht auf seiner zweiten Deutschlandreise auch rheinische Städte

    Neben Köln und Bonn waren das der Marienwallfahrtsort Kevelaer sowie die Städte Essen und Mülheim an der Ruhr.

  • 1.5.1172: Der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg weiht den Neubau der Kirche von Groß Sankt Martin in Köln

    Die Kirche des Benediktinerklosters war vermutlich beim Stadtbrand von 1150 schwer beschädigt worden.

  • 1.5.1383: Erstmals nehmen Vertreter der Stadt Köln an einem Hansetag teil

    Dieser Hansetag fand in Lübeck statt.

  • 1.5.-25.7.1655: Ausstellung des Heiligen Rocks im Trierer Dom

    Es war die einzige Heilig-Rock-Ausstellung zwischen 1585 und 1810 und soll eine Million Pilger angezogen haben.

  • 1.5.1722: Einrichtung der Feuersozietät für die Stadt Kleve

    Die Einrichtung der Feuerversicherung erfolgte nach dem Vorbild anderer preußischer Provinzen. Die Summe der Häuser einer Stadt ergab das städtische Feuersozietätskataster. Aus den eingesandten Taxen der Häuser aller klevischer Städte erstellte das Kriegskommissariat ein allgemeines Kataster für die klevische Provinz.

  • 1.5.1890: Gründung des "Akademischen Ruder-Clubs Rhenus" in Bonn

    Älteste akademische Ruderverbindung in Deutschland.

  • 1.5.1895: Verwaltungsordnung der preußischen Staatseisenbahnen

    Sie teilte die Rheinprovinz im Wesentlichen auf die vier Eisenbahndirektionen Essen, Elberfeld (seit 1929 Wuppertal), Köln und Saarbrücken auf.

  • 1.5.-20.10.1902: "Industrie- und Gewerbeausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Gebiete" in Düsseldorf

    Diese knüpfte an den Erfolg der Düsseldorfer Gewerbeausstellung von 1880 an. Sie wurde begleitet von zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen aller Art und begründete den Ruf Düsseldorfs als "Schreibtisch des Ruhrgebiets". Die Stadt am Rhein hatte sich damit auch für die folgenden Jahrzehnte als zentrale Ausstellungs- und Kongressstadt profiliert.

  • 1.5.1907: Gründung des Kölnischen Geschichtsvereins

  • 2.5.1166: Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel lässt im Bonner Münster die Gebeine der Märtyrer Cassius und Florentius feierlich erheben

  • 2.-8.5.1512: Ordenskapitel der Augustinereremiten in Köln

    An dieser Zusammenkunft von Augustinereremiten nahm auch Martin Luther (1483-1546) teil, der gerade vor der Übernahme seiner Professur in Wittenberg stand. Es war das einzige Mal, dass Luther in Köln war. In seinen späteren Predigten kam er wenigstens vier Mal auf seinen Aufenthalt in Köln 1512 zurück.

  • 2.5.1656: Großer Stadtbrand in Aachen

    Nach amtlicher Zählung forderte der Brand 17 Todesopfer; 4.664 Häuser wurden zerstört.

  • 2.5.1668: Unterzeichnung des Friedens von Aachen

    Er beendete den sogenannten Devolutionskrieg Ludwigs XIV. von Frankreich (Regierungszeit 1643-1715).

  • 2.5.1915: Konrad Adenauer und die Gebrüder Oebel melden ein aus Mais und Reis gebackenes Schrotbrot zum Patent an

    Der Erste Beigeordnete der Stadt Köln war seit April 1915 für die Lebensmittelversorgung der Großstadt zuständig. Von dem schwarzbrotähnlichen "Kölner Sparbrot", dessen Rezept Adenauer zusammen mit den Inhabern der Rheinischen Brotfabrik, Jean und Josef Oebel, entwickelt hatte, wurden täglich bis zu 10.000 Dreipfünder hergestellt, bis durch den Kriegseintritt Rumäniens im Frühjahr 1916 der dafür wichtigste Rohstofflieferant ausfiel.

  • 2.5.1936: "Einweihung" der Ordensburg Vogelsang

    Architekten der oberhalb der Urfttalsperre auf dem Gebiet der Stadt Schleiden (Kreis Euskirchen) gelegenen Ordensburg waren Clemens Klotz, Bauherr der Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Führer der DAF, Robert Ley. Wie die Ordensburgen in Sonthofen (Allgäu) und Crössinsee (Pommern) war "Vogelsang" als "Kaderschmiede" für den nationalsozialistischen Funktionärs- und Führernachwuchs bestimmt. Über Anfänge kam die Anstalt allerdings nicht hinaus. Auch blieb die Anlage unvollendet. 1950-2005 Nutzung durch die belgische Armee. Seit 2004 ist "Vogelsang" in den "Nationalpark Eifel" einbezogen.

  • 3.5.1297: Das Kölner Domkapitel wählt in Neuss in Anwesenheit König Adolfs (Regierungszeit 1292-1298) den Domdekan Wikbold von Holte zum neuen Erzbischof

    Unter den Anwesenden waren Erzbischof Boemund von Trier sowie die Grafen von Jülich und von der Mark.

  • 3.5.1512: In Trier wird die Tunika Christi, der Heilige Rock, erstmals öffentlich gezeigt

    Die Zeigung geschah auf Drängen Kaiser Maximilians I. (Regierungszeit 1486-1519), der zum Reichstag in Trier weilte. 1515 bestimmte eine päpstliche Bulle, dass der Heilige Rock im Anschluss an die Aachener Heiltumsfahrt alle sieben Jahre ausgestellt werden soll.

  • 3.5.1935: In Köln findet die 44. Rheinische Provinzialsynode der Evangelischen Landeskirche statt

    Sie wurde von der "Bekennenden Kirche" als "unrechtmäßig" und "nichtig" erklärt.

  • 3.5.-6.9.1925: Aachener "Jahrtausend-Ausstellung"

    Die im Aachener Rathaus gezeigte Ausstellung, mit Blick auf ihren entscheidenden Schwerpunkt auch "Krönungsausstellung" genannt, war eine von mehreren Ausstellungen im Rahmen der Jahrtausendfeier des Rheinlands 925-1925. Das Grundkonzept der Aachener Ausstellung integrierte Ideen und Vorarbeiten für eine ursprünglich in Erinnerung an 1815 für 1915 in Aachen geplante Ausstellung zu deutschen Königskrönungen, die wegen des Ersten Weltkriegs nicht zur Ausführung gelangt war. Erst im Jahre 2000 sollte es in Aachen zu einer umfassenden Krönungsausstellung kommen.

  • 4.5.1814: Die rund 3.000 Mann starke französische Besatzung Jülichs, die die Festung bis dahin gehalten hatte, zieht nach Frankreich ab

  • 4.5.1818: Johann Peter Bachem (1785-1822) gründet in Köln einen Verlag mit Buchhandlung, Bibliothek und Druckerei

    Bachem hatte bereits 1815 zusammen mit Marcus Theodor DuMont (1784-1831) eine Buchhandlung gegründet und sich 1818 davon getrennt.

  • 4.5.1838: Der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) tritt als erste preußische Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb ins Leben

    Mit dem Tod der Alleinbesitzerin des Eschweiler und Weisweiler Kohlbergs, Christine Englert, trat der von ihren zehn Kindern 1834 gegründete Eschweiler Bergwerks-Verein als Aktiengesellschaft in Kraft. Sitz war Eschweiler Pumpe. Der EBV übernahm die Arrondierung des ursprünglich stark zersplitterten Grubenbesitzes im nördlichen Teil des Wurmreviers. 1907 Verschmelzung mit der 1836 gegründeten "Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau im Wurmrevier". 1910 verlegte der EBV den Sitz nach Kohlscheid. Seit der Fusion von 1907 war der EBV im südlichen Steinkohlerevier die mit Abstand größte Gesellschaft.

  • 4.5.1872: Gründung der "Lesegesellschaft zu Köln"

  • 4.5.1945: Dr. Konrad Adenauer wird von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Oberbürgermeister von Köln bestellt

    Am 6.10.1945 wurde er von dem brititischen Militärgouverneur der Nordrhein-Provinz, John Barraclough (1894-1981), entlassen. Adenauer wurde vorgeworfen, bei der Bewältigung der Notlage versagt zu haben. Außerdem wurden ihm der Aufenthalt in der Stadt sowie jede politische Betätigung verboten. Die Auflagen wurden noch im selben Jahr aufgehoben.

  • 4.5.1945: Der amerikanische General Louis G. Kelly beauftragt den Saarbrücker Rechtsanwalt Dr. Hans Neureuter (1901-1953) mit der Bildung einer saarländischen Zivilverwaltung in einem neu errichteten Regierungspräsidium Saarbrücken

    Das Regierungspräsidium wurde kurze Zeit später dem ebenfalls neu errichteten Oberpräsidium Mittelrhein-Saar in Neustadt an der Weinstraße unterstellt; Neureuter wurde zum Regierungspräsidenten des Saarlandes ernannt.