Herzogtum Kleve

Bert Thissen (Kleve)

Ansicht der Schwanenburg vom Kermisdahl, Kupferstich von Pieter Jan van Liender (1727-1779) nach einer Zeichnung von Jan de Beijer (1703-1780), um 1744/1745. (Stadtarchiv Kleve)

Die Graf­schaft - ab 1417 Her­zog­tum - Kle­ve war im Spät­mit­tel­al­ter kein aus­ge­dehn­tes, aber ein sta­bi­les und wohl­ha­ben­des Ter­ri­to­ri­um. Au­ßer­dem war Kle­ve um 1360 das am fort­schritt­lichs­ten ad­mi­nis­trier­te Ter­ri­to­ri­um im Reich. Die­ses wuss­te sei­ne Selb­stän­dig­keit im Ver­bund mit an­de­ren Ter­ri­to­ri­en (Mark, Jü­lich-Berg) bis 1609 zu wah­ren. Das Kern­ge­biet des Her­zog­tums, das zu­m Nie­der­rhei­nisch-West­fä­li­schen Reichs­kreis ge­hör­te, er­streck­te sich auf bei­den Sei­ten des Rheins von Duis­burg bis Zyff­lich. Ex­kla­ven be­fan­den sich vor al­lem im Nor­den und Wes­ten. Das Her­zog­tum wur­de 1789 im Nor­den von der nie­der­län­di­schen Pro­vinz Gel­der­land be­grenzt, im Wes­ten vom nie­der­län­di­schen Teil Bra­bants so­wie vom da­mals preu­ßi­schen Teil Gel­derns. Im Sü­den grenz­te es an da­s Kur­fürs­ten­tum Köln, da­s Her­zog­tum Berg und da­s Stift Es­sen, im Os­ten an das Fürst­bis­tum Müns­ter. Wirt­schaft­lich war der Rhein, wo sich seit der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts ver­schie­de­ne kle­vi­sche Fluss­z­öl­le nach­wei­sen las­sen, die be­deu­tends­te Le­bens­ader Kle­ves, aber es spiel­ten auch die Maas und ver­schie­de­ne Ne­ben­flüs­se des Rheins (Ruhr, Lip­pe, IJs­sel) ei­ne Rol­le. 

Der Na­me Kle­ve ist ver­wandt mit neu­hoch­deutsch Klip­pe und be­zieht sich auf die La­ge der Stamm­burg der Gra­fen von Kle­ve über ei­ner 40 Me­ter ho­hen Stauch­mo­rä­ne. Ar­chäo­lo­gisch lässt die Burg sich bis­lang grob um 1100 da­tie­ren, der äl­tes­te schrift­li­che Na­mens­be­leg fin­det sich in ei­ner Ur­kun­de von 1092, die ei­nen Gra­fen Diet­rich von Kle­ve nennt. Nach den An­na­len von Klos­ter­rath (An­na­les Ro­den­ses, 12. Jahr­hun­dert) hat der Ad­li­ge Rut­ger, der nach sei­ner Ver­trei­bung aus Flan­dern ge­mein­sam mit sei­nem Bru­der Ger­hard in den Dienst des Kai­sers ge­tre­ten war, als Stamm­va­ter der Gra­fen von Kle­ve zu gel­ten. Sein Bru­der gilt als Stamm­va­ter der Gra­fen von Gel­dern. Ver­mut­lich wa­ren die Brü­der um 1020 mit der Ver­wal­tung von Reichs­fors­ten am Nie­der­rhein be­auf­tragt wor­den. Um 1100 war der Graf von Kle­ve Burg­herr zu Kle­ve und In­ha­ber von Graf­schafts­rech­ten, aber noch kein Graf ei­ner Graf­schaft Kle­ve im Sin­ne ei­nes Ter­ri­to­ri­ums.

Es las­sen sich bis 1150 le­dig­lich ein­zel­ne kle­vi­sche Gü­ter und Rech­te aus­ma­chen. Sie fin­den sich links­rhei­nisch im Ge­biet von Bir­ten bis Zyff­lich und rechts­rhei­nisch zwi­schen Ruhr und Lip­pe. Ei­ne wich­ti­ge Be­sit­zung im Sü­den war die Tom­burg (heu­te Stadt Rhein­bach), nach der die Gra­fen sich bis 1134 eben­falls nann­ten. Bis 1200 sind Be­sit­zun­gen in den heu­ti­gen Nie­der­lan­den nach­weis­bar. Ab­ge­se­hen von den Be­sit­zun­gen, die viel­leicht di­rekt vom Reich her­rühr­ten, stamm­ten vie­le Gü­ter und Rech­te vom loth­rin­gi­schen Pfalz­gra­fen be­zie­hungs­wei­se vom Köl­ner Erz­bi­schof als Her­zog von Nie­der­lo­tha­rin­gen so­wie von Vog­tei­en über Kir­chen­gü­ter (et­wa von Köl­ner Kir­chen, des Stif­tes Xan­ten, der Ab­tei­en Ech­ter­nach un­d Prüm so­wie des Klos­ters Ar­ras). Die Kle­ver Burg als al­lei­ni­ge Stamm­burg ab 1134 er­hielt bis cir­ca 1200 ei­nen re­prä­sen­ta­ti­ven Pa­las.

Die Stadt Kleve von Nordwesten mit Burg und Stiftskirche, Kupferstich von Georg Braun (1541-1622) und Frans Hogenberg, 1572. (Museum Kurhaus Kleve, Sammlung Angerhausen)

 

Zwei kul­ti­sche Zen­tren in der Um­ge­bung wa­ren das Stift Wis­sel, des­sen Pa­tro­nats­recht beim Gra­fen lag und wo der hei­li­ge Lut­hard als sein Vor­fah­re ver­ehrt wur­de, und das vor 1138 von Graf Ar­nold I (ge­stor­ben 1148/1149) ge­grün­de­te Prä­mons­tra­ten­ser­stift Bed­burg (heu­te Ge­mein­de Bed­burg-Hau), des­sen Kir­che als gräf­li­che Grab­le­ge dien­te. In der Re­gie­rungs­zeit von Graf Diet­rich IV./VI. wur­den wei­te­re rechts­rhei­ni­sche Be­sit­zun­gen er­wor­ben, un­ter an­de­rem Dins­la­ken und Rin­gen­berg. Zu der Zeit wur­den im Rah­men ei­ner nie­der­rhei­ni­schen Stadt­grün­dungs­wel­le auch die ers­ten kle­vi­schen Stadt­recht­spri­vi­le­gi­en aus­ge­fer­tigt: We­sel 1241, Kle­ve und Kal­kar 1242, Grieth 1255. Ge­mein­sam mit den be­schei­de­nen An­fän­gen ei­ner Bin­nen­ko­lo­ni­sa­ti­on bil­de­ten die­se ei­nen ers­ten Schritt in Rich­tung ei­ner Ver­dich­tung der Herr­schaft in der nun­mehr als Be­zirk (distric­tus) be­zeich­ne­ten Graf­schaft. Ih­re Ver­wal­tung lag beim gräf­li­chen Hof mit sei­nen Mi­nis­te­ria­len. Ei­ne flä­chen­de­cken­de Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on auf der lo­ka­len Ebe­ne fehl­te noch weit­ge­hend.

Adolf I., Johann I., Johann II., Johann III., Wilhelm V. und Johann Wilhelm (von links nach rechts), Gemälde, 17. Jahrhundert. (Museum Kurhaus Kleve)

 

Bis zum Aus­ster­ben des ers­ten Gra­fen­hau­ses (1368) wur­den un­ter an­de­rem Duis­burg, Ham­born (heu­te Stadt Duis­burg), Em­me­rich und die Lie­mers so­wie Hul­hui­zen und Rin­dern (heu­te Stadt Kle­ve) er­wor­ben. Die­sen Zu­ge­win­nen stand der Ver­lust der süd­lich von Duis­burg ge­le­ge­nen Be­sit­zun­gen, die Graf Diet­rich VI./VIII. s­ei­nem Bru­der Diet­rich Luf II. 1280 über­ließ, ge­gen­über. Doch dank der Tei­lung ver­blieb als Graf­schaft ein re­la­tiv kom­pak­ter Be­sitz­kom­plex im Nor­den, der sich gut er­schlie­ßen und or­ga­ni­sie­ren ließ. Be­reits un­ter Diet­rich V./VII. hat­ten wei­te­re Städ­te (Bü­de­rich, Or­soy, Dins­la­ken, Kra­nen­burg) Stadt­recht er­hal­ten und in der dar­auf fol­gen­den Zeit bis zur Mit­te des 14. Jahr­hun­derts setz­te ei­ne lan­des­herr­lich ge­lenk­te Ro­dungs­wel­le ein, die ver­schie­de­ne Bruch­sied­lun­gen ent­ste­hen und die letz­ten Wäl­der in der Rhein­nie­de­rung ver­schwin­den ließ. Diet­rich VI./VIII. führ­te par­al­lel hier­zu ei­ne flä­chen­de­cken­de Ge­richts­herr­schaft in Form von lan­des­herr­li­chen Orts­ge­rich­ten ein. Kö­nig Al­brecht I. (Re­gie­rungs­zeit 1298-1308) er­kann­te 1300 sei­ne aus­schlie­ß­li­che Ge­richts­ho­heit in­ner­halb der Graf­schaft an. Un­ter Diet­rich VII./IX. und sei­nem Bru­der Jo­hann folg­te die Ein­tei­lung der Graf­schaft in Dro­st­äm­ter. Als Diet­rich VII./IX. die Stadt Kle­ve mit der Burg um 1340 zur fes­ten Re­si­denz mach­te, er­mög­lich­te er da­mit ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung der zen­tra­len Ver­wal­tung. In der Kanz­lei wur­de un­ter Graf Jo­hann ei­ne sys­te­ma­ti­sche Re­gis­trie­rung al­ler aus­ge­fer­tig­ten Ur­kun­den ein­ge­führt. Ein 1351 erst­mals ge­nann­ter 'klei­ner' Rat als Aus­schuss des äl­te­ren gräf­li­chen Ra­tes ent­wi­ckel­te sich zur Ver­wal­tungs­be­hör­de und Ge­richts­in­stanz. Da der Graf das Stift Mon­ter­berg 1340 nach Kle­ve ver­leg­te, wur­de hier die al­te Pfarr­kir­che von ei­ner Stifts­kir­che er­setzt, die gleich­sam als neue Grab­le­ge der Lan­des­her­ren dien­te, im Prin­zip bis 1521. Kö­nig Karl IV. (Re­gie­rungs­zeit 1346-1376) be­lehn­te Graf Jo­hann 1349 mit der Graf­schaft, die nun als un­mit­tel­ba­res Reichs­le­hen galt und da­durch recht­lich ge­gen An­sprü­che drit­ter ge­schützt war.

Das Herzogtum Kleve und die Herrschaft Ravenstein mit den Festungen am Rhein, Druck von Joan Blaeu (1596-1673), 1643. (Stadtarchiv Kleve)

 

Die Graf­schaft ver­erb­te 1368 seit­lich an das Haus Mark. Da­bei er­hielt Graf Adolf von Kle­ve (1368-1394) le­dig­lich die links­rhei­ni­schen Tei­le der Graf­schaft ein­schlie­ß­lich Em­me­rich und muss­te die rest­li­chen Tei­le mit dem hal­ben Zoll zu Bü­de­rich sei­nen Brü­dern über­las­sen. Er er­warb frei­lich 1392 das Amt As­pel-Rees mit dem Kon­do­mi­ni­um zu Xan­ten als kur­k­öl­ni­sches Pfand. Erst sein 1394 an­ge­tre­te­ner Sohn Adolf II. konn­te ab 1404 über die gan­ze Graf­schaft Kle­ve ver­fü­gen. Ihm war 1398 auch die Graf­schaft Mark zu­ge­fal­len. Sein Ver­such, die bei­den Ter­ri­to­ri­en zu ver­ei­nen, ge­lang in­so­fern es die Be­leh­nung mit den bei­den Graf­schaf­ten be­traf, doch sein Bru­der Ger­hard (ge­stor­ben 1461) re­gier­te bis 1456 selb­stän­dig als Graf zu der Mark. Adolf II. hei­ra­te­te, nach­dem ihm 1397 sein Sieg in der Schlacht im Kle­ver­hamm viel Ruhm und Ka­pi­tal ein­ge­bracht hat­te, 1406 in zwei­ter Ehe Ma­ria von Bur­gund (1394-1463). Er wur­de 1417 zum Her­zog und die Graf­schaft Kle­ve zum Her­zog­tum und Reichs­fürs­ten­tum er­ho­ben. Ab­ge­se­hen von Gen­nep er­warb er un­ter an­de­rem ei­nen Teil des Reichs­wal­des, Wach­ten­donk und die Düf­fel als Pfand­gü­ter. Er er­neu­er­te die Kle­ver Burg, die jetzt ih­ren Schwa­nen­turm er­hielt, ver­sah das Land mit Ver­tei­di­gungs­an­la­gen, ver­bes­ser­te sei­ne Ver­wal­tungs­struk­tur und fer­tig­te 'Po­li­zei'-Ge­set­ze aus. Sein Grab er­hielt er 1448 im von ihm ge­grün­de­ten Kar­täu­ser-Klos­ter auf der Grav-In­sel bei We­sel. Ver­schie­de­ne sei­ner Kin­der wur­den am bur­gun­di­schen Hof er­zo­gen und fan­den dort Ehe­part­ner. Das Her­zog­tum er­hielt 1473 ei­nen letz­te gro­ßen Ge­biets­zu­wachs als Karl der Küh­ne (Re­gie­rungs­zeit 1465-1477) Her­zog Jo­hann I. als Dank für sei­ne Hil­fe bei der bur­gun­di­schen Er­obe­rung Gel­derns ver­schie­de­ne Pfand­gü­ter de­fi­ni­tiv schenk­te, so­wie auch Lo­bith, Ang­er­lo und die Vog­tei des Reichs­stifts Es­sen. 

Durch die 1510 voll­zo­ge­ne Hei­rat des spä­te­ren Her­zogs Jo­hann III. von Kle­ve (Re­gie­rungs­zeit 1521-1539) mit Ma­ria von Jü­lich-Berg (1491-1543) wur­den Kle­ve und Mark mit den Her­zog­tü­mern Jü­lich und Berg so­wie mit der Graf­schaft Ra­vens­berg ver­eint. Her­zog Wil­helm re­gier­te vor­über­ge­hend (1538-1543) auch über das Her­zog­tum Gel­dern mit der Graf­schaft Zu­t­phen. Düs­sel­dorf wur­de nun zur Haupt­re­si­denz, aber Kle­ve blieb Ne­ben­re­si­denz und die dor­ti­ge Schloss­an­la­ge wur­de aus­ge­baut. Au­ßer­dem nann­ten die Mit­glie­der des Her­zogshau­ses sich wei­ter­hin 'von Kle­ve' (bei­spiels­wei­se An­na von Kle­ve). 

Nach­dem 1609 mit Jo­hann Wil­helm (Re­gie­rungs­zeit 1592-1609) das Haus Kle­ve-Mark in männ­li­cher Li­nie aus­ge­stor­ben war, brach ein Erb­fol­ge­streit aus. Im Ver­trag von Xan­ten (1614) wur­den der Kur­fürst von Bran­den­burg und der Her­zog von Pfalz-Neu­burg als die 'pos­si­die­ren­den' Fürs­ten an­er­kannt, un­ter Ga­ran­tie ei­ner ge­wis­sen Re­li­gi­ons­frei­heit der Län­der. Beim Erb­ver­gleich von 1666 er­hielt der Kur­fürst von Bran­den­burg Kle­ve und Mark mit Ra­vens­berg. Das Her­zog­tum Kle­ve über­nahm vor­über­ge­hend ei­ne Rol­le als Schalt­stel­le zwi­schen der Re­pu­blik und Bran­den­burg, sank aber spä­ter in den Rang ei­ner ent­fern­ten west­li­chen Rand­pro­vinz hin­ab. Re­form­ver­su­che der Kur­fürs­ten im 17. Jahr­hun­dert schei­ter­ten am Wi­der­stand der Stän­de, die be­reits seit dem 15. Jahr­hun­dert sehr ein­fluss­reich ge­we­sen wa­ren. Sie hin­der­ten den Kur­fürs­ten auch am Bau ei­ge­ner Fes­tun­gen, bis zur An­la­ge der Lan­des­fes­tung zu Kal­kar (1654-1674), wäh­rend an­de­rer­seits be­fes­tig­te Städ­te am Rhein (un­ter an­de­rem Em­me­rich, Rees, We­sel, Or­soy) ab dem En­de des spa­nisch-nie­der­län­di­schen Acht­zig­jäh­ri­gen Kriegs bis 1672 von nie­der­län­di­schen Gar­ni­so­nen be­setzt blie­ben, so­wie auch die Fes­tung Schen­ken­schanz, die sich spä­ter zur nie­der­län­di­schen En­kla­ve ent­wi­ckeln soll­te (bis 1816).

Im 18. Jahr­hun­dert führ­ten die preu­ßi­schen Kö­ni­ge gro­ße Än­de­run­gen durch. Bei­spiel­haft sind hier zu nen­nen die Ab­schaf­fung der frei­en Ma­gis­trats­wahl und die Ver­staat­li­chung der städ­ti­schen Ak­zi­sen (1713), die Ein­rich­tung ei­ner Kriegs- und Do­mä­nen­kam­mer (1723) so­wie die Ein­füh­rung von Land­rats­äm­tern par­al­lel zu ei­ner neu­en Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­on (1753). 

Für die im Herbst 1794 von den Fran­zo­sen er­ober­ten Ge­bie­te zwi­schen Maas und Rhein wur­de ei­ne Zen­tral­ver­wal­tung in Aa­chen ein­ge­rich­tet. Dar­aus ent­stand 1798 das Ro­er­dé­par­te­ment mit ei­nem Ar­ron­dis­se­ment Kle­ve. Der Frie­den von Lun­é­vil­le le­ga­li­sier­te 1801 die be­reits voll­zo­ge­ne Ein­glie­de­rung die­ses Dé­par­te­ments in Frank­reich. Die rechts­rhei­ni­schen Tei­le ka­men zum 1806 ge­bil­de­ten Gro­ßher­zog­tum Berg, aus­ge­nom­men die Fes­tungs­stadt We­sel, die als rechts­rhei­ni­scher Brü­cken­kopf 1808 dem Ar­ron­dis­se­ment Kle­ve hin­zu­ge­fügt wur­de. Nach dem Ab­zug der Fran­zo­sen En­de 1813 wur­de rechts­rhei­nisch ein Ge­ne­ral­gou­ver­ne­ment Berg und links­rhei­nisch ein Ge­ne­ral­gou­ver­ne­ment Nie­der­rhein ein­ge­rich­tet. Ei­ne 1815 an ih­rer Stel­le ein­ge­rich­te­te preu­ßi­sche Pro­vinz Kle­ve-Jü­lich-Berg um­fass­te den Re­gie­rungs­be­zirk Kle­ve (1816), dem so­wohl das ge­sam­te ehe­ma­li­ge Her­zog­tum Kle­ve so­wie Tei­le al­ter Nach­bar­ter­ri­to­ri­en an­ge­hör­ten. Er wur­de 1821 in den Re­gie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf ein­ge­glie­dert.

Quellen (Auswahl)

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Kle­ve-Mark Ur­kun­den 1394-1416. Re­ges­ten des Be­stan­des Kle­ve-Mark Ur­kun­den im Nord­rhein-West­fä­li­schen Haupt­staats­ar­chiv in Düs­sel­dorf, be­arb. von Hei­ke Preuss, Sieg­burg 2003.
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Schleid­gen, Wolf-Rü­di­ger (Be­arb.), Da­s ­Ko­pi­ar ­der Gra­fen von Kle­ve, Kle­ve 1986.

Literatur (Auswahl)

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Lie­ven, Jens, Adel, Herr­schaft und Me­mo­ria. Stu­di­en zur Er­in­ne­rungs­kul­tur der Gra­fen von Kle­ve und Gel­dern im Hoch­mit­tel­al­ter (1020 bis 1250), Bie­le­feld 2008.
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Online

Scot­ti, Jo­hann Jo­sef, Pro­vin­zi­al Ge­setz­te (Di­gi­ta­li­sie­rung der Hein­rich-Hei­ne Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf). [On­line]

Ansicht der Schwanenburg vom Kermisdahl, Kupferstich von Pieter Jan van Liender (1727-1779) nach einer Zeichnung von Jan de Beijer (1703-1780), um 1744/1745. (Stadtarchiv Kleve)

 
Zitationshinweis

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Thissen, Bert, Herzogtum Kleve, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/herzogtum-kleve/DE-2086/lido/57d118b2e01a18.97969392 (20.10.2018)

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