Agilolf

Bischof von Köln (746/747-nach 748)

Jennifer Striewski (Bonn)

Agilolf, Skulptur am Kölner Rathausturm, 1990, Bildhauerin: Elisabeth Baumeister-Bühler. (Stadtkonservator Köln)

Über die meis­ten Köl­ner Bi­schö­fe des 6. bis 8. Jahr­hun­derts sind au­ßer dem Na­men kaum Nach­rich­ten über­lie­fert. Das gilt auch für Agi­lolf, der um das Jahr 746 durch die Un­ter­stüt­zung des frän­ki­schen Hoch­adels zum Bi­schof von Köln er­ho­ben wur­de. Durch ei­nen Brief von Papst Za­cha­ri­as (Pon­ti­fi­ka­t 741-752) ist er als Teil­neh­mer der letz­ten bo­ni­fa­tia­ni­schen Syn­ode von 748 be­zeugt. 

In der Über­lie­fe­rung ei­ner Pas­sio aus dem 11. Jahr­hun­dert wur­de Agi­lolf mit ei­nem gleich­na­mi­gen Mönch aus Malme­dy ver­wech­selt. 1062 ließ Erz­bi­schof An­no II. die Ge­bei­ne ei­nes als Abt und Mär­ty­rer ver­ehr­ten hei­li­gen Agi­lolf nach Köln über­füh­ren und in der Kir­che Sankt Ma­ria ad Gra­dus (Ma­ri­en­gra­den) bei­set­zen. Ob es sich bei die­sen Re­li­qui­en um die Ge­bei­ne des Köl­ner Bi­schofs han­delt, ist frag­lich. Nach dem Ab­riss der Kir­che im 19. Jahr­hun­dert ge­lang­te der Schrein in den Köl­ner Dom. 

Agi­lolf starb nach 748 und vor 753. Ihm ist durch den Bild­hau­er Rai­ner Walk ei­ne Fi­gur des Köl­ner Rat­haus­tur­mes ge­wid­met und in der Köl­ner Neu­stadt-Süd ist ei­ne Stra­ße nach ihm be­nannt. 

Quellen

Die Re­ges­ten der Erz­bi­schö­fe von Köln, Band 1, be­arb. von Fried­rich Wil­helm Oedi­ger, Bonn 1954–1961, Nach­druck Düs­sel­dorf 1978, S. 31-32.

Literatur

Gier­lich, Ernst, Die Grab­stät­ten der rhei­ni­schen Bi­schö­fe vor 1200, Mainz 1990, S. 265-267.

Le­vi­son, Wil­helm, Bi­schof Agi­lolf von Köln und sei­ne Pas­sio, in: An­na­len des His­to­ri­schen Ver­eins für den Nie­der­rhein 115 (1929), S. 76-97.

Oedi­ger, Fried­rich Wil­helm, Das Erz­bis­tum Köln von den An­fän­gen bis zum En­de des 12. Jahr­hun­derts (Ge­schich­te des Erz­bis­tums Köln 1), Köln 1964, Nach­druck 1971, S. 81.

Oepen, Joa­chim, Ar­ti­kel „Agi­lolf", in: Soé­ni­us, Ul­rich S./ Wil­helm, Jür­gen (Hg.), Köl­ner Per­so­nen­le­xi­kon, Köln 2007, S. 19.

Sau­ser, Ek­kart, Ar­ti­kel „Agi­lolf", in: Bio­gra­phisch-Bi­blio­gra­phi­sches Kir­chen­le­xi­kon 21 (2003), Sp. 7-8.

 
Zitationshinweis

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Striewski, Jennifer, Agilolf, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/agilolf/DE-2086/lido/57a9c06a50a942.96426430 (18.07.2018)