Bertrada die Ältere

Gründerin der Abtei Prüm (gestorben nach 721)

Jennifer Striewski (Bonn)

Schlagworte

Ber­tra­da die Äl­te­re grün­de­te 721 zu­sam­men mit ih­rem Sohn He­ri­bert von Laon (ge­stor­ben nach 721) die Ab­tei Prüm und stat­te­te das Klos­ter mit rei­chen Schen­kun­gen aus. Durch ih­re En­ke­lin Ber­tra­da die Jün­ge­re (um 725-783) ist sie die Ur­gro­ß­mut­ter Karls des Gro­ßen.

Ber­tra­da ent­stamm­te ei­nem reich be­gü­ter­ten au­st­ra­si­schen Adels­ge­schlecht. Sie war ver­mut­lich ei­ne Toch­ter der Ir­mi­na von Trier und des frän­ki­sches Se­ne­schalls und Pfalz­gra­fen Hu­go­bert (ge­stor­ben um 697). Ber­tra­da die Äl­te­re hat­te mög­li­cher­wei­se vier Schwes­tern: Plek­trud, Ade­la von Pfal­zel, Re­gen­trud (um 660/665-730/740) und Chro­de­lin­de, doch ist die­se Fa­mi­li­en­ko­struk­ti­on in der For­schung nicht un­wi­der­spro­chen ge­blie­ben. Über Plek­trud war sie mit dem frän­ki­schen Haus­mei­er Pip­pin dem Mitt­le­ren (Re­gie­rungs­zeit 679-714) ver­schwä­gert.

Ber­tra­da die Äl­te­re war ver­hei­ra­tet, ihr Ehe­mann ist je­doch un­be­kannt. Aus der Ehe ging min­des­tens ein Sohn, He­ri­bert von Laon, her­vor. Ber­tra­das En­ke­lin, Ber­tra­da die Jün­ge­re, hei­ra­te­te 741 den frän­ki­schen Kö­nig Pip­pin den Jün­ge­ren (714-768) mit dem sie den ge­mein­sa­men Sohn und spä­te­ren Kö­nig und Kai­ser Karl den Gro­ßen hat­te.

721 grün­de­te Ber­tra­da die Äl­te­re zu­sam­men mit ih­rem Sohn das Klos­ter Prüm in der Ei­fel als Ei­gen­klos­ter. Die Grün­dungs­ur­kun­de vom 23.6.721 schloss den Vor­gang der Stif­tung ab und stat­te­te das Klos­ter mit Grund­be­sitz aus. Aus ei­ner Gü­ter­über­tra­gung Ber­tra­das der Äl­te­ren von 721 an das Klos­ter Ech­ter­nach ist zu fol­gern, dass die ers­ten Mön­che in Prüm aus Ech­ter­nach stamm­ten.

Das Klos­ter scheint sich nach dem To­de sei­ner Grün­de­rin nicht lan­ge ge­hal­ten zu ha­ben, denn 751/752 wur­de es durch Pip­pin den Jün­ge­ren und Ber­tra­da die Jün­ge­re als Haus­klos­ter der Ka­ro­lin­ger neu ge­grün­det und 762 mit Be­ne­dik­ti­ner­mön­chen aus St. Fa­ron in Meaux be­setzt.

Ber­tra­da die Äl­te­re starb nach 721, das ge­naue Ster­be­da­tum so­wie ih­re letz­te Ru­he­stät­te sind nicht be­kannt.

Literatur

En­nen, Edith, Frau­en im Mit­tel­al­ter, Mün­chen 1994, S. 57.
Hla­witsch­ka, Edu­ard, Die Vor­fah­ren Karls des Gro­ßen, in: Braun­fels, Wolf­gang/Be­u­mann, Hel­mut (Hg.), Karl der Gro­ße. Le­bens­werk und Nach­le­ben, Band 1, Düs­sel­dorf 1965, S. 51-83.
Is­phor­ding, Bernd, Prüm. Stu­di­en zur Ge­schich­te der Ab­tei (721-855), Mainz 2005, S. 29-65.
Wer­ner, Mat­thi­as, Adels­fa­mi­li­en im Um­kreis der Ka­ro­lin­ger: die Ver­wandt­schaft Ir­mi­nas von Oe­ren und Ade­las von Pfal­zel. Per­so­nen­ge­schicht­li­che Un­ter­su­chun­gen zur früh­mit­tel­al­ter­li­chen Füh­rungs­schicht im Maas-Mo­sel-Ge­biet, Sig­ma­rin­gen 1982.

Online

Die Ge­schich­te der St. Sal­va­tor Ba­si­li­ka. Wie­so in Prüm ei­ne päpst­li­che Ba­si­li­ka steht: Zur Ge­schich­te von Prüm und sei­ner Kir­che (In­for­ma­ti­on auf der Web­site der ka­tho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Prüm). [On­line]

 
Zitationshinweis

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Striewski, Jennifer, Bertrada die Ältere, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/bertrada-die-%25C3%2584ltere-/DE-2086/lido/57c57ca07dd9f6.76509903 (11.12.2018)