Familie Quentel

Drucker- und Verlegerdynastie (1479-1639)

Wolfgang Schmitz (Köln)

Druckerzeichen Peter Quentell, 1539. (aus: Teestunde der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln 144 1962 = Alte Kölner Druckerzeichen NF 44)

Die Quen­tel wa­ren die be­deu­tends­te Köl­ner Ver­le­ger- und Buch­dru­cker­fa­mi­lie der f­rü­hen Neu­zeit. In den 1520er Jah­ren zeich­ne­ten sie für den Druck der ers­ten pro­tes­tan­ti­schen und ka­tho­li­schen Bi­bel­über­set­zun­gen in deut­scher Spra­che und die Her­aus­ga­be der von An­ton Wo­en­sam an­ge­fer­tig­ten Köl­ner Stadt­an­sicht von 1531 ver­ant­wort­lich. 

Hein­rich Quen­tel (ge­stor­ben 1501) be­grün­de­te das Un­ter­neh­men im Jahr 1479. Bis 1501 ver­leg­te er un­ge­fähr 400 Dru­cke. Sei­ne Fa­mi­lie stamm­te nach den ge­nea­lo­gi­schen Un­ter­su­chun­gen Lud­wig Hep­dings wahr­schein­lich aus dem hes­sisch-mit­tel­rhei­ni­schen Raum. Hein­rich üb­te in Köln zu­nächst den Be­ruf des Ver­le­gers aus, spä­ter bau­te er ei­ne ei­ge­ne Dru­cke­rei auf, be­schäf­tig­te aber nach wie vor Lohn­dru­cker. Un­ter­stützt wur­de er von sei­nem Ge­schäfts­part­ner Jo­hann Hel­man, des­sen Toch­ter Eli­sa­beth er um 1478 hei­ra­te­te. Hel­man er­warb das „Haus zum Pa­last" und stell­te es sei­nem Schwie­ger­sohn Hein­rich für sei­ne Of­fi­zin zur Ver­fü­gung; um 1500 ging die spä­ter so ge­nann­te „Quen­te­lei" in Hein­richs Be­sitz über. In Ant­wer­pen be­stand ei­ne Fi­lia­le der Fir­ma, in der sich Hein­rich von 1483 bis 1487 auf­hielt. 

 

Im 15. Jahr­hun­dert bot der Ver­lag vor al­lem theo­lo­gi­sche Li­te­ra­tur, Lit­ur­gi­ca so­wie phi­lo­so­phi­sche und na­tur­his­to­ri­sche Wer­ke an. Ins­ge­samt fand sich im Pro­fil der la­tei­ni­schen Dru­cke ei­ne star­ke Be­rück­sich­ti­gung des uni­ver­si­tä­ren Be­triebs. Volks­sprach­li­ches wur­de so gut wie nicht ver­legt – mit ei­ner wich­ti­gen Aus­nah­me: Hein­rich war ver­mut­lich an der Ver­le­gung der be­rühm­ten Köl­ner Bil­der­bi­beln von 1478/1479 be­tei­ligt. Nach sei­nem Tod fir­mier­ten die Er­ben bald als "Of­fi­ci­ni in­ge­nuo­rum li­ber­o­rum Quen­tel", al­so als Er­ben­ge­mein­schaft von Hein­richs Söh­nen Jo­hann, Se­ve­rin und vor al­lem Pe­ter (ge­stor­ben 1546). In je­nen Jah­ren stand der hu­ma­nis­ti­sche Ge­lehr­te Ort­win de Gra­es (1481-1542) als Kor­rek­tor im Diens­te von Quen­tels Dru­cke­rei. In­ter­es­san­ter­wei­se ver­än­der­te sich all­mäh­lich das Pro­gramm der Ver­lags­pro­duk­ti­on, in­dem ab 1510 volks­sprach­li­che Tex­te hin­zu­tra­ten. Da­mals be­tei­lig­te die Dru­cke­rei sich auf Sei­ten der Köl­ner Do­mi­ni­ka­ner mit Wer­ken der jü­di­schen Kon­ver­ti­ten Vik­tor von Car­bens (1423-1515) und Jo­han­nes Pfef­fer­korns (1469-1524) am Streit ge­gen die Hu­ma­nis­ten (vor al­lem Jo­han­nes Reuch­lin) für ei­ne Ver­nich­tung jü­di­scher Bü­cher, die an­geb­lich ge­ne­rell Chris­ten und Chris­ten­tum ver­un­glimpf­ten. 

Pe­ter Quen­tel ge­hör­te der Gaf­fel Ei­sen­markt an und be­klei­de­te als Gaf­fel­herr ver­schie­de­ne Rats­äm­ter (1515-1543). Er war zwei­mal ver­hei­ra­tet, hat­te drei Kin­der, dar­un­ter Sohn Jo­hann, der die Of­fi­zin fort­führ­te. Sei­ne ge­schäft­li­che Rüh­rig­keit zeu­gen die Ver­bin­dun­gen mit Eu­cha­ri­us Hirt­z­horn (ge­stor­ben nach 1547), Hie­ro Fuchs (ge­stor­ben nach 1541) und Jas­par Gen­nep (cir­ca 1500-1564) in Köln, mit Franz Be­hem (1500-1582) und Pe­ter Jor­dan (ge­stor­ben nach 1552) in Mainz, so­wie Ul­rich Mor­hart dem Äl­te­ren (ge­stor­ben 1554) in Tü­bin­gen. Pe­ter Quen­tels Ver­lags­pro­duk­ti­on wur­de über­wie­gend in la­tei­ni­scher Spra­che ge­druckt und zeig­te in ih­rer Ge­samt­heit ei­ne star­ke pro-ka­tho­li­sche Ten­denz. Be­son­de­res Ge­wicht hat­te da­bei die ka­tho­li­sche Re­form­be­we­gung (Gra­va­mi­na 1524, Onus eccle­siae 1531 und Fa­sci­cu­lus rer­um ex­pe­ten­dar­um 1535). Im Sin­ne die­ser alt­kirch­li­chen Aus­rich­tung ste­hen die gro­ßen Kir­chen­vä­ter­aus­ga­ben und die ge­lehr­te Ge­samt­aus­ga­be des Kar­täu­sers Dio­ny­si­us (1402-1471) und die deut­sche Fas­sung der Bann­bul­le Papst Le­os X. (Pon­ti­fi­kat 1513-1521) ge­gen Mar­tin Lu­ther (1483-1546). 

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le nahm das Haus Quen­tel für die deut­sche Bi­bel­über­set­zung ein. Am 23.8.1524 ver­leg­te Pe­ter Quen­tel man­gels ei­ner alt­gläu­bi­gen Ver­si­on ei­ne nie­der­rhei­ni­sche Fas­sung von Lu­thers Neu­em Tes­ta­ment, wohl­ge­merkt oh­ne Ver­fas­ser­nen­nung, die 1528 nach­ge­druckt wur­de. Im glei­chen Jahr er­schien als ers­tes ka­tho­li­sches Pen­dant Em­sers Über­tra­gung des Neu­en Tes­ta­ments gleich mit zwei Aus­ga­ben, der ei­ne wei­te­re 1529 und schlie­ß­lich 1532 ei­ne durch Mor­hart in Tü­bin­gen folg­te, der den süd­deut­schen Raum leich­ter be­die­nen konn­te. Wich­ti­ger noch wur­de die Bi­bel­über­set­zung Jo­han­nes Die­ten­ber­gers (cir­ca 1475-1537), die zur füh­ren­den ka­tho­li­schen deut­schen Bi­bel des 16. Jahr­hun­derts wur­de. Al­lein im Ver­lag Quen­tels, der so­zu­sa­gen das Mo­no­pol hat­te, er­schie­nen bis zum En­de des Jahr­hun­derts 19 voll­stän­di­ge Aus­ga­ben, die Teil­dru­cke nicht mit­ge­rech­net. Die Erst­aus­ga­be hat­te Pe­ter Jor­dan in Mainz 1534 für Pe­ter Quen­tel ge­druckt. Auch ei­ne Rei­he von Die­ten­ber­gers sons­ti­gen Wer­ken er­schien in Quen­tels Ver­lag. Von sei­nem Ka­te­chis­mus war ei­ne nie­der­deut­sche Aus­ga­be ("trans­fer­irt in sas­sens­ke spra­ke") für das nord­west­deut­sche Ab­satz­ge­biet ge­dacht, in dem die ka­tho­li­sche Kir­che in schwe­rem Kampf mit dem vor­drin­gen­den Pro­tes­tan­tis­mus stand. 

Pe­ter Quen­tel ver­öf­fent­lich­te viel Po­le­mi­sches, so zahl­rei­che Schrif­ten von Die­ten­ber­gers Freund Jo­han­nes Co­ch­lä­us (1479-1552), der nach der Ver­trei­bung aus sei­ner Frank­fur­ter Pfar­rei da­mals in Köln weil­te. Das Ver­lags­pro­fil der deutsch­spra­chi­gen Schrif­ten war ganz über­wie­gend von re­li­giö­sem Schrift­tum ge­prägt, doch ent­hielt es auch Pro­fa­nes, wie zum Bei­spiel die „Va­rus­schlacht" des Jo­han­nes Cin­cin­ni­us (1485-1555) und zahl­rei­che Dru­cke von Mo­del­bü­chern. Quen­tel be­schäf­tig­te auch häu­fi­ger An­ton Wo­en­sam, der ihm ver­schie­de­ne In­iti­al­al­pha­be­te und Ti­tel­fas­sun­gen lie­fer­te. Ty­po­gra­phisch setz­te bei Pe­ter Quen­tel die all­mäh­li­che Ein­bür­ge­rung der Frak­tur­ty­pen im Köl­ner Buch­druck ein. 

Jo­hann Quen­tel, Pe­ters jün­ge­rer Sohn, wur­de 1536 als noch Min­der­jäh­ri­ger ge­mein­sam mit sei­nem Bru­der Pe­ter an der Köl­ner Uni­ver­si­tät im­ma­tri­ku­liert. 1546 wur­de er Nach­fol­ger sei­nes Va­ters im Ver­lag, 1547 hei­ra­te­te er So­phia Birck­mann (1529-1589) aus der gleich­na­mi­gen Köl­ner Ver­lags­fa­mi­lie. In sei­nem Ver­lags­pro­gramm schloss Jo­hann an die letz­ten Jah­re sei­nes Va­ters an. Theo­lo­gi­sche Li­te­ra­tur do­mi­nier­te, dar­un­ter vor al­lem ei­ne Viel­zahl von Schrif­ten Ge­org Wit­zels (1501-1573), wo­bei be­son­ders die Main­zer Dru­cke­rei von Franz Be­hem aus­füh­ren­des Or­gan war. Die­se Fir­ma war von Wit­zel selbst fi­nan­zi­ell un­ter­stützt wor­den, zu­dem hielt er sich häu­fi­ger in Mainz auf, was Kor­rek­tur­ar­bei­ten er­leich­ter­te. Ins­ge­samt ge­wan­nen bei den Aus­zeich­nungs­schrif­ten die Frak­tur­for­men deut­lich an Bo­den, die von Pe­ter Quen­tel in sei­ner Spät­zeit ein­ge­führt wor­den wa­ren. Jo­hann Quen­tel starb 1551, kaum 30 Jah­re alt. Nach dem plötz­li­chen To­de Jo­hann Quen­tels hei­ra­te­te sei­ne jun­ge Wit­we So­phia ei­ne Jah­re spä­ter (1557) den Li­zen­tia­ten der Rech­te Ger­win Ca­le­ni­us (1525-1600). Aus der Ehe gin­gen zwei Söh­ne und drei Töch­ter her­vor. Ca­le­ni­us stamm­te aus Lipp­stadt, hat­te an der Uni­ver­si­tät Köln 1545 das Li­zen­ti­at der Rech­te er­wor­ben und in der Stadt schnell Fuß ge­fasst. Am 1.7.1579 wur­de er in das Bür­ger­auf­nah­me­buch ein­ge­tra­gen, nach­dem er be­reits seit cir­ca 1560 Mit­glied der Gaf­fel Wind­eck war. Ca­le­ni­us war ein ver­mö­gen­der Mann, wie der Auf­lis­tung sei­nes Grund­be­sit­zes zu ent­neh­men ist. Das be­acht­li­che Ver­mö­gen wie die gro­ße Re­pu­ta­ti­on, die er in Köln ge­noss, bo­ten gu­te Vor­aus­set­zun­gen für ein Man­dat im Köl­ner Rat, das er von 1579 bis zu sei­nem To­de in­ne­hat­te. Von sei­nen zahl­rei­chen öf­fent­li­chen Äm­tern war das des Stimm­meis­ters das wich­tigs­te, hat­te er doch da­durch die Buch­pro­duk­ti­on hin­sicht­lich der Zen­sur­be­stim­mun­gen zu über­wa­chen. 

Der Ver­lag fir­mier­te ab 1558 – als er die Lei­tung über­nahm – als "Er­ben Jo­hann Quen­tels und Ger­win Ca­le­ni­us" und ab 1567 als "Ger­win Ca­le­ni­us und Er­ben Jo­hann Quen­tells", wor­in sich das neue Ge­wicht des Prin­zi­pals aus­drück­te. Ger­win Ca­le­ni­us ver­stand es, die Fir­ma auf der Hö­he zu hal­ten, auf die sie Pe­ter Quen­tel ge­bracht hat­te. Er wur­de zu ei­nem der be­deu­tends­ten und ka­pi­tal­kräf­tigs­ten Köl­ner Ver­le­ger der zwei­ten Hälf­te des 16. Jahr­hun­derts. Als Ver­mö­gens­ver­wal­ter sei­ner Frau ver­füg­te er au­ßer­dem über de­ren An­tei­le an der Fir­ma Birck­mann. So er­gab sich zeit­wei­lig ei­ne er­heb­li­che Kon­zen­tra­ti­on von Ka­pi­tal und Ein­fluss in sei­ner Hand. 

Nach dem To­de von Ar­nold Birck­mann dem Jün­ge­ren (1523-1574) und sei­ner Frau Bar­ba­ra wur­den de­ren Kin­der der Ob­hut ih­res Vor­mun­des Ca­le­ni­us über­ge­ben, der da­mit auch die Ge­schäf­te der Fir­ma Birck­mann be­ein­flus­sen konn­te. In gro­ßem Stil wur­den Lohn­dru­cker be­schäf­tigt, in Köln be­son­ders Gott­fried von Kem­pen (ge­stor­ben nach 1598), aber auch Be­hem in Mainz, wäh­rend die ei­ge­ne Quen­tel­sche Dru­cke­rei nicht so ex­zel­lent aus­ge­stat­tet war. Über die Köl­ner Fir­ma in die­ser Zeit ge­ben ei­ni­ge in­ter­es­san­te Quel­len Aus­kunft, so ein Ver­lags­pla­kat aus dem Jah­re 1573 so­wie – in Köln eher ei­ne Sel­ten­heit - ein Rech­nungs­buch, ge­führt von Ger­wins Stief­sohn Ar­nold Quen­tel (ge­stor­ben 1621) in den Jah­ren 1577 bis 1586. Dar­aus er­gibt sich, dass die ge­druck­ten Tex­te über­wie­gend aus dem theo­lo­gi­schen Be­reich stamm­ten. Be­son­ders um­fang­reich war die Lis­te der Wer­ke von Ge­org Wit­zel in deut­scher und la­tei­ni­scher Spra­che. Das Spek­trum reich­te ins­ge­samt von Tex­ten der Kir­chen­vä­ter bis zu Re­li­gi­ös-Er­bau­li­chem für die brei­te Mas­se. Da­ne­ben rag­ten an deut­schen Tex­ten die von Ju­li­us Pflug (1499-1564), Ja­kob Feucht (1550-1580) und Die­ten­ber­ger her­vor. Fer­ner gab es Be­zie­hun­gen zu den Je­sui­ten. Pe­ter Ca­ni­si­us (1521-1587) be­sorg­te dem Ver­lag 1560 ein kai­ser­li­ches und 1569 ein päpst­li­ches Pri­vi­leg. 

Von den Köl­ner Au­to­ren ist noch Cas­par Ulen­berg (1549-1617) zu nen­nen, von dem meh­re­re Wer­ke von Ca­le­ni­us ver­legt wur­den. Auch die gro­ße Zeit­ge­schich­te des Lau­ren­ti­us Su­ri­us (1523-1578) und ih­re Fort­set­zun­gen durch Mi­cha­el von Is­selt (ge­stor­ben 1597), die von Hein­rich Fa­bri­ti­us (1575-1596), dem gu­ten Freund des Ca­le­ni­us, ins Deut­sche über­tra­gen wor­den wa­ren, wur­den bei Quen­tel ver­legt. Au­ßer­dem sind im Be­reich der Ju­ris­pru­denz Jus­ti­nus Go­blers (1505-1567) Über­set­zun­gen der In­sti­tu­tio­nes des Jus­ti­ni­an ei­ni­ge Ma­le nach­weis­bar. We­nig An­teil hat­te of­fen­bar das aus­län­di­sche Schrift­tum (Dida­cus de Es­tel­la (1524-1578), Lu­is von Gra­na­da (1504-1588). Ty­pisch für die deut­sche Pro­duk­ti­on des Ver­lags war ein re­la­tiv klei­ner Kreis von Au­to­ren mit we­ni­gen Wer­ken in teil­wei­se zahl­rei­chen Auf­la­gen. Ca­le­ni­us setz­te sein Ver­trau­en of­fen­sicht­lich auf ei­ni­ge "Ren­ner", die ei­ne ziem­lich si­che­re Kal­ku­la­ti­on er­mög­lich­ten. Ne­ben der Tä­tig­keit als Ver­le­ger und Dru­cker er­wies er sich als er­folg­rei­cher Buch­händ­ler, wo­bei er auch Dru­cke an­de­rer Of­fi­zi­nen, be­son­ders aus Ant­wer­pen, Pa­ris und Ly­on an­bot. Vor al­lem mit Chris­toph Plan­tin (1520-1589) und Mar­tin Nu­ti­us (ge­stor­ben 1608) in Ant­wer­pen und Mi­chel Son­ni­us (ge­stor­ben cir­ca 1588) in Pa­ris un­ter­hielt er en­ge Ge­schäfts­be­zie­hun­gen, eben­falls mit Ge­org Wil­ler (1564-1591) in Augs­burg. Sein Nach­fol­ger als Ver­le­ger wur­de 1595 ­sein Stief­sohn Ar­nold Quen­tel, der schon 1570 von Ca­le­ni­us mit der Füh­rung der Dru­cke­rei be­auf­tragt wor­den war. Wie der Stief­va­ter war er Mit­glied der Gaf­fel Wind­eck und ab 1588 Haupt­mann in der Köl­ner Bür­ger­wehr. Drei Jah­re nach Über­ga­be des Ge­schäfts ver­öf­fent­lich­te er 1598 den an­ge­führ­ten Ver­lags­ka­ta­log, der un­ge­fähr so vie­le Ti­tel ent­hielt wie der­je­ni­ge von 1573. Er war wei­ter­hin als Ver­le­ger zu­sam­men mit aus­wär­ti­gen Dru­ckern tä­tig, so mit Leon­hart Straub (1550-1601) in Kon­stanz und den Be­heims in Mainz. Als er 1621 un­ver­mählt starb, trat der Sohn sei­ner Schwes­ter, Jo­hann Krebs (ge­stor­ben 1639), die Nach­fol­ge an. Jo­hann war auf Ver­an­las­sung sei­ner Mut­ter um 1598 in den Ver­lag ein­ge­tre­ten, ab­sol­vier­te ei­ne wei­te­re Aus­bil­dung in Pa­ris und Ve­ne­dig, zwei der da­mals wich­tigs­ten Buch­han­dels­städ­te, so dass er den Buch­han­del im gro­ßen Stil ken­nen lern­te. Er war Mit­glied der Gaf­fel Wind­eck und Rats­herr. Jo­hann un­ter­hielt Ver­lags­ge­mein­schaf­ten mit Her­mann My­li­us (1604-1656) und Bal­tha­sar Lipp (1598-1622) in Mainz. Mit sei­nem Tod 1639 en­de­te nach 150 Jah­ren die Fir­ma. Die Köl­ner Fa­mi­lie Quen­tel er­losch – längst nicht mehr am Ver­lags­ge­schäft be­tei­ligt - im 18. Jahr­hun­dert.

Literatur

Hep­ding, Lud­wig, Die Köl­ner Früh­dru­cker­fa­mi­lie Quen­tel, in: Mit­tei­lun­gen der West­deut­schen Ge­sell­schaft für Fa­mi­li­en­kun­de 58 (1970), S. 197-208.
Mül­ler, Geb­hard, Das To­des­da­tum des Köl­ner Dru­ckers Hein­rich Quen­tell (1501). Ei­ne hand­schrift­li­che Über­lie­fe­rung in der Stifts­bi­blio­thek Ein­sie­deln, in: Gu­ten­berg-Jahr­buch 2005, S. 122-125.
Schmitz, Wolf­gang, Die Über­lie­fe­rung volks­sprach­li­cher Tex­te im Köl­ner Buch­druck des 15. und 16. Jahr­hun­dert, Köln 1990.
Za­retz­ky, Ot­to, Ein Quen­tel­sches Rech­nungs­buch aus der 2. Hälf­te des 16. Jahr­hun­derts, in: An­na­len des his­to­ri­schen Ver­eins für den Nie­der­rhein 93 (1912), S. 55-102.

Online

Mer­lo, J. J., Ar­ti­kel "Quen­tell", in: All­ge­mei­ne Deut­sche Bio­gra­phie 27 (1888), S. 37-39. [On­line ]
Schmitz, Wolf­gang, Die Über­lie­fe­rung deut­scher Tex­te im Köl­ner Buch­druck des 15. und 16. Jahr­hun­derts, (PDF-Da­tei der Ha­bi­li­ta­ti­ons­schrift von 1990 auf der Web­site der Uni­ver­si­täts- und Stadt­bi­blio­thek Köln). [On­line]

Druckerzeichen Arnold Quentell, 1614. (aus: Teestunde der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln 297 1987 = Alte Kölner Druckerzeichen NF 197)

 
Zitationshinweis

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Schmitz, Wolfgang, Familie Quentel, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/familie-quentel/DE-2086/lido/57c95a01c13112.18683401 (14.11.2018)