Maximinus

Bischof von Trier (4. Jahrhundert)

Andrea Binsfeld (Luxemburg)

Der Trie­rer Bi­schof Ma­xi­mi­nus spiel­te an der Sei­te der Bi­schö­fe Iu­li­us von Rom (ge­stor­ben 352) und Ho­si­us von Cor­do­ba (257-357/358) ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei der Ver­tei­di­gung des ni­zä­ni­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses ge­gen den so ge­nann­ten Aria­nis­mus.

Ma­xi­mi­nus war Bi­schof von Trier zur Zeit der Re­gie­rung der Söh­ne Kon­stan­tins des Gro­ßen. Wann Ma­xi­mi­nus die Nach­fol­ge de­s Agri­ci­us auf dem Trie­rer Bi­schofs­stuhl an­trat, ist nicht über­lie­fert. Erst­mals er­wähnt wird Ma­xi­mi­nus im Zu­sam­men­hang mit den Er­eig­nis­sen um den Alex­an­d­ri­ner Bi­schof Atha­na­si­us (Epis­ko­pat 328-373). Mit dem Na­men Atha­na­si­us ist ein Kon­flikt ver­bun­den, der die christ­li­che Kir­che durch das 4. Jahr­hun­dert hin­durch be­glei­te­te. Aus­lö­ser war ein Streit zwi­schen dem alex­an­d­ri­ni­schen Pres­by­ter Ari­us und Bi­schof Atha­na­si­us um die Na­tur Chris­ti.

Ari­us ver­trat die Auf­fas­sung, dass Chris­tus le­dig­lich gottähn­lich, Atha­na­si­us da­ge­gen, dass Chris­tus gott­gleich sei, ei­nes We­sens mit dem Va­ter, Gott und Mensch, wie dies auf dem Kon­zil von Ni­zäa im Jahr 325 fest­ge­legt wur­de. Trotz des Kon­zils war die Streit­fra­ge noch lan­ge nicht bei­ge­legt. Dies hat­te zur Fol­ge, dass Kon­stan­tin, um den Kon­flikt zu ent­schär­fen, Atha­na­si­us im Jahr 335 nach Trier ver­bann­te. Dort war er un­ter der Auf­sicht des Kon­stan­tins­soh­nes Con­stan­ti­nus II. Atha­na­si­us blieb bis zum Jahr 337 in Trier. Im Jahr 343 hielt er sich wie­der im Wes­ten auf und be­such­te Trier, wo er von Ma­xi­mi­nus eh­ren­voll emp­fan­gen wur­de.

Die­se Nach­richt aus der Chro­nik des Hie­rony­mus (347-419) ist die ers­te Er­wäh­nung des Trie­rer Bi­schofs. Das Ein­tre­ten des Ma­xi­mi­nus für Atha­na­si­us hat­te be­son­de­res Ge­wicht, da je­ner auf den Kai­ser vor Ort Ein­fluss neh­men konn­te. So en­ga­gier­te er sich an der Sei­te der Bi­schö­fe Iu­li­us von Rom, und Ho­si­us von Cor­do­ba für die Sa­che des Bi­schofs von Alex­an­dria. Ei­ne Syn­ode in Ser­di­ca (heu­te So­fia) im Jahr 343, die ei­ne Lö­sung des Streits her­bei­füh­ren soll­te, kam nicht zu­stan­de, da die ori­en­ta­li­schen Bi­schö­fe Ser­di­ca un­ter Pro­test ver­lie­ßen und ei­ne Rei­he von füh­ren­den Bi­schö­fen, dar­un­ter Iu­li­us von Rom, Ho­si­us von Cor­do­ba, Pro­to­ge­nes von Ser­di­ca, Gau­den­ti­us von Nais­sus und Ma­xi­mi­nus von Trier, ex­kom­mu­ni­zier­ten. Ma­xi­mi­nus hat­te nicht selbst am Kon­zil von Ser­di­ca teil­ge­nom­men. Sehr um­strit­ten ist, ob der Trie­rer Bi­schof auf ei­nem Kon­zil in Köln den Be­schlüs­sen von Ser­di­ca zu­stimm­te. Die­ses Kon­zil soll un­ter dem Vor­sitz des Ma­xi­mi­nus die Ab­set­zung des Köl­ner Bi­schofs Eu­phra­tes (cir­ca 343-346) be­schlos­sen ha­ben, da die­ser die Gott­heit Chris­ti ver­leug­net ha­be. Das Kon­zil von Köln ist je­doch erst in der mit­tel­al­ter­li­chen Vi­ta des Ma­xi­mi­nus er­wähnt (8. Jahr­hun­dert).

Die Vi­ta des Ma­xi­mi­nus über­lie­fert wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Per­son des Bi­schofs. Dem­nach soll er in Aqui­ta­ni­en ge­bo­ren und im Jahr 329/330 zum Bi­schof von Trier ge­wählt wor­den sein; nach 17 Jah­ren starb er in sei­ner Hei­mat und soll in ei­nem Klos­ter in der Ge­gend von Poi­tiers be­gra­ben wor­den sein. Ei­ne Trie­rer De­le­ga­ti­on ha­be den Leich­nam dann nach Trier über­führt; dort sei er in der Kir­che des Hei­li­gen Jo­han­nes, im Nor­den vor den To­ren der Stadt, be­stat­tet wor­den. Die Zu­ver­läs­sig­keit der Vi­ta wird in der For­schung kon­tro­vers be­ur­teilt. Wäh­rend sei­ne Her­kunft aus Aqui­ta­ni­en und sei­ne Be­stat­tung bei Poi­tiers in Fra­ge ge­stellt wer­den, könn­te die An­ga­be sei­ner Amts­zeit kor­rekt sein. Auch sei­ne Be­stat­tung in Trier auf dem nörd­li­chen Grä­ber­feld vor der Stadt wird von an­de­ren Quel­len be­stä­tigt. In der Vi­ta des Trie­rer Bi­schofs Ni­ce­ti­us nimmt Gre­gor von Tours (um 540-594) auf die Grab­le­gen der Trie­rer Bi­schö­fe Be­zug: Ad unam enim portam Eu­cha­ri­us sa­cer­dos ob­ser­vat, ad aliam Ma­xi­mi­nus ex­cu­bat, in me­dio ver­sa­tur Ni­ce­ti­us (An dem ei­nen Tor hat Bi­schof Eu­cha­ri­us die Auf­sicht, an dem an­de­ren wacht Ma­xi­mi­nus, in der Mit­te weilt Ni­ce­ti­us). Da sich das Grab des Eu­cha­ri­us zur Zeit Gre­gors mit Si­cher­heit im Sü­den der Stadt be­fun­den hat, ist die Grab­le­ge des Bi­schofs Ma­xi­mi­nus im Be­reich des nörd­li­chen Fried­hofs zu lo­ka­li­sie­ren. Gre­gor von Tours be­rich­tet auch von der Be­liebt­heit des Bi­schofs und der Ver­eh­rung, die er nach sei­nem Tod er­fah­ren hat, so­wie von den Wun­dern, die sich an sei­nem Grab er­eig­ne­ten.

Durch die von 1978 bis 1995 im Be­reich des ehe­ma­li­gen Reichs­klos­ters St. Ma­xi­min durch­ge­führ­ten Gra­bun­gen wur­de ein gro­ßer Be­stat­tungs­bau des 4. Jahr­hun­derts nach­ge­wie­sen, in dem wohl auch die Trie­rer Bi­schö­fe Agri­ci­us und Ma­xi­mi­nus bei­ge­setzt wa­ren und ver­ehrt wur­den. Das Grab des Ma­xi­mi­nus konn­te nie wirk­lich lo­ka­li­siert wer­den, aber wahr­schein­lich ist es in ei­nem her­vor­ge­ho­be­nen Grab­bau öst­lich des spät­an­ti­ken Be­stat­tungs­baus zu lo­ka­li­sie­ren, der spä­ter in den Groß­bau in­te­griert wur­de. Von In­ter­es­se ist in die­sem Zu­sam­men­hang ein Re­li­efs­ar­ko­phag, der aus der In­nen­kryp­ta der Ab­tei­kir­che von St. Ma­xi­min stammt. Es ist zwar nur der un­te­re Teil des Sar­ko­phags er­hal­ten, die Dar­stel­lung konn­te je­doch oh­ne Schwie­rig­kei­ten er­gänzt wer­den. Bei der zen­tra­len Fi­gur han­delt es sich um das Mo­tiv des gu­ten Hir­ten, der flan­kiert wird von ei­ner Dar­stel­lung der Jüng­lin­ge im Feu­er­o­fen und der Sze­ne des Sün­den­falls. In der For­schung wird - letzt­lich oh­ne Er­geb­nis - dis­ku­tiert, ob es sich bei die­sem Sar­ko­phag um den­je­ni­gen des Agri­ci­us oder des Ma­xi­mi­nus ge­han­delt ha­ben könn­te. 

Literatur

Hei­nen, Heinz, Früh­christ­li­ches Trier. Von den An­fän­gen bis zur Völ­ker­wan­de­rung, Trier 1996.

Hei­nen , Heinz/ An­ton, Hans Hu­bert / We­ber, Win­fried  (Hg.), Im Um­bruch der Kul­tu­ren – Spät­an­ti­ke und Früh­mit­tel­al­ter. (Ge­schich­te des Bis­tums Trier, Band 1), Trier 2003.

Ney­ses, Adolf, Die Bau­ge­schich­te der ehe­ma­li­gen Reichs­ab­tei St. Ma­xi­min bei Trier, 2 Bän­de, Trier 2001.

Pohlsan­der, Hans A., Ma­xi­mi­nus und Pau­li­nus. Zwei Bi­schö­fe im vier­ten Jahr­hun­dert, in: Trie­rer Zeit­schrift 59 (1996), S. 157-160.

Sau­ser, Ek­kart, Ar­ti­kel "Ma­xi­mi­nus", in: Bio­gra­phisch-Bi­blio­gra­phi­sches Kir­chen­le­xi­kon 15 (1999), Sp. 990-991.

 
Zitationshinweis

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Binsfeld, Andrea, Maximinus, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/maximinus/DE-2086/lido/57c94a3cec6822.45823595 (16.11.2018)