Sander, August, Köln wie es war, hg. vom Kölnischen Stadtmuseum, Köln 2009

430 S., ISBN 9783897056947, 39,95 Euro

Jennifer Striewski (Bonn)

Der Fo­to­graf Au­gust San­der be­gann kurz nach dem Ers­ten Welt­krieg sei­ne Wahl­hei­mat Köln fo­to­gra­fisch zu do­ku­men­tie­ren und schuf d­a­bei ein Stadt­por­trät von kul­tur­his­to­ri­scher Be­deu­tung. Die Auf­nah­men sind zwi­schen 1920 und 1938 ent­stan­den, ver­ein­zelt in der Nach­kriegs­zeit. Zwi­schen 1946 und 1952 stell­te San­der aus die­sem Bild­ma­te­ri­al 16 Map­pen mit ins­ge­samt 408 Fo­to­gra­fi­en zu­sam­men. Die Stadt Köln er­warb die Map­pen 1953 nach zä­hen Ver­hand­lun­gen.

San­ders Werk er­fuhr zu­nächst nicht die Wür­di­gung, die ihm zu­ge­stan­den hät­te. Die Ori­gi­na­le und die dem Rhei­ni­schen Bild­ar­chiv über­ge­be­nen Ne­ga­ti­ve dien­ten lan­ge Zeit im Köl­ni­schen Stadt­mu­se­um le­dig­lich als Do­ku­men­ta­ti­on des Köl­ner Stadt­bil­des vor dem Zwei­ten Welt­krieg. Zu­dem war der Buch­markt mit dem 1952 er­schie­nen Bild­band „Köln – Dein ho­hes Bil­d“ mit Vor­kriegs­auf­nah­men von Theo Fel­ten ge­sät­tigt. Zeit­wei­se ge­riet der Schatz auch et­was in Ver­ges­sen­heit. Erst 1988 rück­te San­der mit dem Werk von Rolf Sachs­se (Au­gust San­der, Köln wie es war, Köln 1988) wie­der mehr in das Blick­feld der Öf­fent­lich­keit; 1995 er­schien ei­ne Werk­aus­ga­be San­ders, her­aus­ge­ge­ben vom Au­gust San­der-Ar­chiv/ Köl­ni­schen Stadt­mu­se­um (Au­gust San­der – Köln wie es war, Köln 1995).  

In dem vor­lie­gen­den, eben­falls vom Köl­ni­schen Stadt­mu­se­um her­aus­ge­ge­be­nen Band wer­den San­ders Fo­to­gra­fi­en erst­mals so, wie sie der Künst­ler ver­grö­ßert, ent­wi­ckelt und be­ar­bei­tet hat, in Fak­si­mi­le­qua­li­tät ver­öf­fent­licht, so dass hier kein blo­ßer Bild­band ent­stan­den ist, son­dern viel­mehr ei­ne werk­ge­treue Edi­ti­ons­ar­beit. Ri­ta Wag­ner ist die­se Leis­tung zu ver­dan­ken, von ihr stammt auch die Ein­füh­rung in die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der 16 Map­pen. Klei­ne­re Irr­tü­mer San­ders bei der Ein­ord­nung ver­schie­de­ner Bil­der wur­den für den Ka­ta­log re­dak­tio­nell kor­ri­giert, au­ßer­dem wur­den die Fo­to­gra­fi­en zur bes­se­ren Ein­ord­nung da­tiert.

San­ders qua­li­tät­vol­le Fo­to­gra­fi­en, die vor al­lem An­sich­ten von Bau­wer­ken und Stra­ßen­zü­gen, aber auch De­tails von Bau­wer­ken und In­nen­räu­me zei­gen, fü­gen sich zu ei­nem Por­trät des „al­ten Köln“ zu­sam­men und bie­ten ei­nen her­vor­ra­gen­den Ein­druck von den kunst- und ar­chi­tek­tur­his­to­ri­schen Be­son­der­hei­ten der Me­tro­po­le am Rhein, die zu ei­nem er­heb­li­chen Teil im Bom­ben­ha­gel des Zwei­ten Welt­kriegs un­ter­ge­gan­gen sind. Der do­ku­men­ta­ri­sche Cha­rak­ter der Ar­beit San­ders macht die Fo­to­samm­lung zu ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Bild­quel­le für die Fach­welt (His­to­ri­ker, Kunst­his­to­ri­ker, Ar­chi­tek­ten, Stadt­pla­ner usw.) wie für al­le am Köl­ner Stadt­bild In­ter­es­sier­ten.

Zitationshinweis

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Striewski, Jennifer, Sander, August, Köln wie es war, hg. vom Kölnischen Stadtmuseum, Köln 2009, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Literaturschau/sander-august-koeln-wie-es-war-hg.-vom-koelnischen-stadtmuseum-koeln-2009/DE-2086/lido/57d269df5a9903.43506610 (abgerufen am 17.02.2020)