Schilp, Thomas (Bearb.), Essener Urkundenbuch. Regesten der Urkunden des Frauenstifts Essen im Mittelalter, Band 1: Von der Gründung um 850 bis 1350 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 80), Düsseldorf 2010

550 S., ISBN 978-3770076352, 75,00 Euro

Margret Wensky (Bonn)

Die um 850 von At­fried, seit 851 Bi­schof von Hil­des­heim, und sei­ner Ver­wand­ten Ger­s­wid, die auch die ers­te Äb­tis­sin wur­de, ge­grün­de­te geist­li­che Frau­en­gemein­schaf­t Es­sen wur­de nicht nur durch die Grün­der­fa­mi­lie und nach de­ren Aus­ster­ben durch die ­Li­udol­fin­ger ge­för­dert, son­dern auch durch zahl­rei­che kö­nig­li­che Schen­kun­gen. Das Stift Es­sen be­saß um­fang­rei­chen Grund­be­sitz im Ruhr­ge­biet, in der nie­der­län­di­schen Pro­vinz Ove­r­i­js­sel, am Rhein (Brei­sig, Go­des­berg, Kö­nigs­win­ter) und an der Lahn bei Mar­burg. Mit et­wa 3.000 Hu­fen, die in über 100 Ober­hö­fen or­ga­ni­siert wa­ren, ge­hör­te es zu den grö­ß­ten Stif­ten des Rei­ches. Um­so er­freu­li­cher ist es, dass jetzt zu­min­dest die Ur­kun­den die­ses be­deu­ten­den Reichs­stifts bis 1350 in Re­ges­ten­form als Druck­werk zu­gäng­lich sind.

Ins­ge­samt 697 Re­ges­ten und als Vol­l­ab­druck 13 Ur­kun­den, die für die Ge­schich­te des Stifts von be­son­de­rer Be­deu­tung sind, bie­tet die Fond­spu­bli­ka­ti­on. Das be­deu­tet, dass nur die Ur­kun­den aus dem re­kon­stru­ier­ba­ren Ar­chiv­be­stand des ehe­ma­li­gen Frau­en­stifts, der haupt­säch­lich im Lan­des­ar­chiv Nord­rhein-West­fa­len, Ab­tei­lung Rhein­land in Düs­sel­dorf liegt, auf­ge­nom­men wor­den sind, le­dig­lich er­gänzt durch die so ge­nann­te Samm­lung Kind­lin­ger in der Ab­tei­lung West­fa­len des Lan­des­ar­chivs in Müns­ter. Ni­ko­laus Kind­lin­ger, von 1794 bis 1802 Ar­chi­var des Stifts, hat un­ter an­de­rem zahl­rei­che, heu­te nicht mehr im Ori­gi­nal vor­han­de­ne Ur­kun­den tran­skri­biert und da­mit ge­si­chert. Die Es­se­ner Ur­kun­den bis 1100 lie­gen ediert im 2. Band des Rhei­ni­schen Ur­kun­den­buchs (be­arb. von Erich Wi­spling­hoff, Düs­sel­dorf 1994) vor und wur­den hier nicht er­neut voll ab­ge­druckt, son­dern nur als Re­ges­ten wie­der­ge­ge­ben.

Das vor­lie­gen­de Ur­kun­den­buch bie­tet nicht nur rei­ches Quel­len­ma­te­ri­al für die Ge­schich­te von Stift und Stadt Es­sen bis 1350, son­dern auch zur Orts- und Lan­des­ge­schich­te des Rhein­lands wie West­fa­lens und weit dar­über hin­aus. Die de­tail­lier­ten In­di­ces zu Or­ten, Per­so­nen und Sa­chen, die rund ein Drit­tel der Edi­ti­on aus­ma­chen, er­schlie­ßen den Band mus­ter­gül­tig.

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Wensky, Margret, Schilp, Thomas (Bearb.), Essener Urkundenbuch. Regesten der Urkunden des Frauenstifts Essen im Mittelalter, Band 1: Von der Gründung um 850 bis 1350 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 80), Düsseldorf 2010, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Verzeichnisse/Literaturschau/schilp-thomas-bearb.-essener-urkundenbuch.-regesten-der-urkunden-des-frauenstifts-essen-im-mittelalter-band-1-von-der-gruendung-um-850-bis-1350-publikationen-der-gesellschaft-fuer-rheinische-geschichtskunde-80-duesseldorf-2010/DE-2086/lido/57d1635fc4b905.26011906 (abgerufen am 05.06.2020)