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 1794 bis 1815 


1.1.1794

Ausgabe des "Aachener Wahrheitsfreundes" von Thomas Vliex (um 1758-1839)
 
Das Blatt wurde am 17.4.1799 unterdrückt, erschien dann erneut vom 29.4.1799 bis 30.6.1827 als "Aachener Merkur".

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März 1794

Der "Stadtkölnische Reichskurier" beginnt zu erscheinen
 
Ab 1794 "Stadtkölnischer Kurier"; Herausgeber war der Speditionskaufmann und Ratsherr Heinrich Wolff (circa 1737-1826). 1798 musste das Blatt das Erscheinen auf behördliche Anordnung einstellen.

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August 1794

Der Aachener Domschatz mit den Reichsinsignien wird nach Paderborn in das dortige Kapuzinerkloster geflüchtet
 
Zwangsweise Auslieferung der Reichskleinodien von dort am 15.10.1798 an eine kaiserliche Abordnung, Rückführung des Domschatzes am 22.6.1804.

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9.8.1794

Französische Revolutionstruppen besetzen die Stadt Trier

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2.10.1794

Zweite Schlacht bei Aldenhoven
 
Sie endete mit einem Sieg der französischen Revolutionstruppen und machte deren Weg frei bis an den Rhein.

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3.10.1794

Französische Revolutionstruppen besetzen die Zitadelle Jülich

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3.10.1794

Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Max Franz von Köln verläßt seine Bonner Residenz auf der Flucht vor den französischen Revolutionstruppen
 
Der Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. flüchtete zunächst nach Dorsten im kurkölnischen Vest Recklinghausen und schließlich über mehrere Stationen Ende April 1800 nach Wien, wo er am 27.7.1801 starb. Die kurkölnische Regierung mit einem Teil des Domkapitels nahm im Oktober 1794 ihren Sitz im kurkölnischen Arnsberg. Dorthin wurden auch bedeutende Teile der Dombibliothek und des Kirchenschatzes, darunter die Reliquien der Heiligen Drei Könige, geflüchtet. 1804 kehrten diese nach Köln zurück.

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3.10.1794

Der Rat der Stadt Köln fasst den Beschluss, die Häuser der Stadt zu nummerieren
 
Umgesetzt wurde der Beschluss nach der Einnahme der Stadt durch die Franzosen, die - entgegen der landläufigen Meinung - die Maßnahme nicht veranlasst haben.

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5.10.1794

Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Clemens Wenzeslaus von Trier verläßt seine Koblenzer Residenz auf der Flucht vor den französischen Revolutionstruppen
 
Er residierte seitdem in seinem schwäbischen Stift Augsburg, dessen Fürstbischof Bezeichnung für Bischöfe, die gleichzeitig weltliche Herren über ein Territorium waren. er seit 1768 war. Im Frieden von Lunéville 1801 musste er wie alle betroffenen geistlichen Oberhirten auf seine Rechte linksrheinisch verzichten, während er für das rechtsrheinische Restbistum Trier weiter verantwortlich blieb. Er starb am 27.7.1812 in seiner Sommerresidenz Marktoberdorf im Allgäu.

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6./7.10.1794

Französische Revolutionstruppen beschießen von der linken Rheinseite aus Düsseldorf

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8.10.1794

Französische Revolutionstruppen besetzen Bonn
 
Sie verließen die Stadt wieder am 12./13.1.1814.

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8.10.1794

Auf dem Neumarkt in Köln wird der erste Freiheitsbaum gepflanzt

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10.10.1794

Werner Marx (1746-1806), Dechant des Andreasstifts in Köln, wird interimistischer, ab 2.1.1797 definitiver Generalvikar für den linksrheinischen Teil des Erzbistums Köln

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10.10.1794

Das Gemälde "Kreuzigung Petri" von Peter Paul Rubens aus dem Jahre 1639/1640 wird von Köln nach Paris verbracht
 
Die Wegführung des Gemäldes aus Rubens' Taufkirche Sankt Peter stand am Anfang des französischen Kunstraubs aus Köln. Nach damaliger Wertschätzung wurde das Gemälde nur noch von Rubens' "Kreuzabnahme" aus der Kathedrale von Antwerpen übertroffen. Am 18.10.1815 wurde die "Kreuzigung" wieder in Köln aufgestellt.

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15.10.1794

Vor dem Rathaus in Aachen wird erneut ein Freiheitsbaum aufgerichtet

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ab 22.10.1794

Die französischen Revolutionstruppen entführen aus Aachen zahlreiche Altertümer und Kunstwerke nach Paris
 
Am 22. Oktober entfernten sie die seit 1620 auf dem Marktbrunnen befindliche  Karlsstatue (Rückführung und Wiederaufstellung am 23.5.1805), am 24. Oktober wurden die 38 Marmorsäulen im Aachener Münster abgebrochen (Abtransport am 4.8.1795), am 25. Oktober der Proserpina-Sarkophag  (814-1165 war darin Karl der Große bestattet gewesen) aus dem Münster und die Altargemälde (darunter die "Anbetung der Hirten von Peter Paul Rubens von 1625) aus der Kapuziner- beziehungsweise der Franziskanerkirche abtransportiert, im Oktober der kupferne Adler vom Rathausfirst und aus dem Münster der Pinienzapfen und die so genannte "Wölfin", die beiden berühmten Bronzeplastiken. Auch die karolingischen Bronzegitter, die die Bogenöffnungen der Empore in ihrem unteren Teil zum Oktogon Griechisch-neulateinisch,  Achteck, eine der wichtigsten geometrischen Figuren in der Baukunst, einmal für die Grundrissbildung bei  Zentralbauten, dann auch für die Bildung von Ornamentfiguren. hin abschließen, wurden ausgebaut,  Aachener Bürger konnten sie jedoch vorher verstecken. Sie wurden nach 1815 in veränderter Abfolge wieder eingebaut. Die Säulen kehrten nicht vollständig zurück, 29 wurden 1843-1847 wieder im Oktogon Griechisch-neulateinisch,  Achteck, eine der wichtigsten geometrischen Figuren in der Baukunst, einmal für die Grundrissbildung bei  Zentralbauten, dann auch für die Bildung von Ornamentfiguren. aufgestellt.

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23./24.10.1794

Französische Revolutionstruppen besetzen die Stadt Koblenz
 
Am 26.Oktober pflanzten sie vor dem kurfürstlichen Schloss einen Freiheitsbaum als Symbol der Befreiung der Stadt von der alten ständischen Herrschaft.

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28.10.1794

Einsetzung einer Zentralverwaltung für die von den Franzosen eroberten Länder zwischen Maas und Rhein

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14.11.1794

Einrichtung eines neuen Verwaltungssystems für die eroberten Länder zwischen Maas und Rhein
 
Einteilung in sieben Bezirksverwaltungen ("administrations d'arrondissement In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit, die in etwa dem Regierungsbezirk entspricht. Sie umfasst mehrere Kantone und ist eine Untergliederung der Departements. An der Spitze des Arrondissements steht ein Unterpräfekt. ") mit einer Zentralverwaltung ("administration centrale") in Aachen. Jede Bezirksverwaltung war in sieben Kantone unterteilt. Am 19.4.1795 kam als achte Bezirksverwaltung Trier dazu. Am 27.5.1795 wurde auch die Stadt Koblenz der Aachener Zentralverwaltung unterstellt.

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1794

Gründung der Isselburger Hütte
 
Die Hütte Minerva verarbeitete in geringer Tiefe vorhandenes Raseneisenerz. Ab 1830 Übergang zum Dampfmaschinenbau, nach 1850 zum Eisenguss.

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27.1.1795

Für die linksrheinischen Lande des Erzstifts Trier wird eine höchste Behörde unter dem Namen Generaldirektion der Nationaldomänen eingerichtet
 
Diese hatte zehn Spezialdirektionen. Die Generaldirektion verlor bald ihre Selbständigkeit und wurde am 1.4.1795 in die Aachener Zentralverwaltung integriert.

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12.2.1795

Die französischen Besatzer verbieten den Kölner Karneval aus Furcht vor Krawallen
 
Das Verbot wurde am 28.1.1803 aufgehoben.

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5.4.1795

Sonderfrieden von Basel
 
Darin erkannte Preußen den Rhein als Frankreichs Ostgrenze an gegen Entschädigung auf dem rechten Rheinufer.

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5./6.9.1795

Französische Truppen überschreiten den Rhein in Nähe des Eichelkamps zwischen Duisburg und Düsseldorf

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1795

Das erste Kölner Adressbuch erscheint
 
Es enthielt rund 7.600 Namen und war nicht vollständig. Das zweite, wesentlich verbesserte Adressbuch erschien 1797 und 1813 - einmalig für eine deutsche Stadt - eins in französischer Sprache. Seit 1828 erscheinen die Kölner Adressbücher im Greven Verlag.

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17.5.1796

Das französisch besetzte Rheinland wird in zwei Generaldirektionen - Koblenz und Aachen - eingeteilt
 
Die Generaldirektion zu Koblenz wurde zuständig für die Länder zwischen Maas und Mosel, einschließlich des Kurfürstentums Trier auf beiden Ufern der Mosel, die zu Aachen für die Länder zwischen Rhein und Maas.

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28.5.1796

Der Kölner Rat wird aufgelöst

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1796-1801

Im Kölner Dom findet kein Gottesdienst statt
 
Der erste Gottesdienst wurde dort erst wieder am 15.1.1801 gefeiert.

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August 1797

Koblenzer, Bonner und Kölner Republikaner schließen sich zur "Cisrhenanischen" oder "Westrheinischen Förderation" zusammen
 
Die seitdem als "Föderierte" oder "Cisrhenanen" bezeichneten Revolutionsanhänger arbeiteten fortan - unterstützt von General Lazare Hoch - auf die Gründung eines an Frankreich angelehnten linksrheinischen (cisrhenanischen) Freistaats hin.

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7.9.1797

Joseph Görres und Johann Heinrich Gerhards in Koblenz veröffentlichen einen Aufruf an die "Landleute des linken Rheinufers"
 
Diese sollten sich für frei erklären und unter den Schutz Frankreichs stellen.

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14.9.1797

Die Republikaner pflanzen auf dem Paradeplatz in Koblenz einen Freiheitsbaum und rufen die Republik aus
 
Am 25.9.1797 wurde der Koblenzer Magistrat abgesetzt und durch Mitglieder der cisrhenanischen Förderation ersetzt. Die Cisrhenanen fanden jedoch wenig Anhänger in der Bevölkerung, die die Abberufung des neuen Magistrats forderte. Die französische Verwaltung hielt dennoch bis Frühjahr 1798 an der cisrhenanischen Stadtverwaltung fest. Inzwischen war die Entscheidung über den Anschluss des linken Rheinufers an Frankreich gefallen.

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17.9.1797

Auf dem Rathausplatz in Köln wird ein Freiheitsbaum gepflanzt

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17.10.1797

Frieden von Campo Formio
 
Österreich musste der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich zustimmen. Mit dem Frieden von Campo Formio begann eine Neuorientierung der französischen Rheinlandpolitik, die auf eine administrative Integration der rheinischen Territorien in den französischen Staatsverband ausgerichtet war.

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8.11.1797

Gründung des "Handelsvorstands"  in Köln
 
Zusammenschluss von Kaufleuten zur Vertretung der Kölner Handelsinteressen. Zum ersten Präsidenten wählten sie Johann Friedrich Karl Heimann (1757-1835) und sieben "Handelsvorsteher". Im März 1802 wandelte sich der Handelsvorstand in eine neukonstituierte "freie Handelskammer". 1803 wurde daraus die staatliche "Chambre de Commerce", Vorläufer der späteren Industrie- und HandelskammerAbkürzung IHK, Selbstverwaltungsorgan der Gewerbetreibenden einer Region. Köln.

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17.11.1797

Protestanten wird in der Stadt Köln der Erwerb des Bürgerrechts gestattet

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9.12.1797-23.4.1799

Rastatter Friedenskongress
 
Nach dem Frieden von Campo Formio (17.10.1797) sollte auf dem Rastatter Friedenskongress der Friedensschluss mit dem Deutschen Reich ausgehandelt werden. Der Kongress scheiterte jedoch.

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27.12.1797

 
Sie hatten den Eid auf die französische Verfassung verweigert. Der öffentliche Treueeid wurde nach der Entscheidung, die linksrheinischen Gebiete nach Frankreich einzugliedern, von allen Beamten verlangt. Am 28.4.1798 wurde die Universität durch ein französisches Dekret geschlossen.

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1797

Kaufleute aus Mülheim an der Ruhr richten eine Börtschifffahrt in die Niederlande ein
 
Diese machte vor allem der 1798 eingerichteten Duisburger Börtschifffahrt stark Konkurrenz.

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23.1.1798

Einteilung des französich besetzten Rheinlands in vier Départements
 
Es entstanden die Départements Roer (Rur) mit Aachen als Hauptort, Rhein-Mosel (Rhin-et-Moselle) mit Koblenz als Hauptort, Saar (Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. de la Sarre) mit Trier als Hauptort und Donnersberg mit Mainz als Hauptort, wobei das Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. Donnersberg nicht in der späteren Rheinprovinz lag.

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Februar 1798

Joseph Görres veröffentlicht in Koblenz seine erste Zeitschrift, das jakobinisch orientierte "Rothe Blatt"
 
Görres gab sich darin als radikaler Kritiker des Ancien Régime Der französische Begriff bedeutet "alte Regierungsform" und bezeichnet das politische und soziale System in Frankreich vor der Revolution von 1789 beziehungsweise in ganz Europa vor den 1792 einsetzenden Koalitionskriegen. und Anhänger der Französischen Revolution. Im Herbst 1798 wurde das Blatt verboten, weil darin schwere Mängel der Verwaltung aufgedeckt worden waren.

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16.3.1798

Der Jude Joseph Isaak (Josef Stern) aus Mülheim am Rhein erhält die Erlaubnis, sich in der Stadt Köln niederzulassen
 
Damit lebte zum ersten Male nach der Vertreibung der Juden aus der Stadt 1424 wieder ein Jude in Köln.

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6.4.1798

Schließung der Universität Trier

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28.4.1798

Schließung der Universität Köln

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28.4.1798

Schließung der Universität Bonn

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19.7.1798

Einführung des republikanischen Kalenders in den vier rheinischen Départements
 
Der Sonntag wurde durch einen alle zehn Tage eintretenden Ruhetag und die kirchlichen Feiertage wurden durch so genannte Nationalfeste ersetzt. Der republikanische Kalender wurde am 1.1.1806 (11. Nivôse an XIV) abgeschafft und der Gregorianische Kalender wieder eingeführt.

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21.11.1798

In Köln wird die "École Centrale" als Ersatz für die aufgehobene Universität im Gebäude des ehemaligen Jesuitengymnasiums eröffnet

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1798

Einrichtung einer regelmäßigen Börtschifffahrt von Duisburg in die Niederlande

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1798

Einsatz der ersten Wollspinnmaschine in Aachen
 
Diese kam aus dem belgischen Verviers, wo sich der Engländer William Cockerill  (1759-1832) niedergelassen hatte und das Umland mit Maschinen versorgte.

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1798

Philipp Christian Reinhard (1764-1812) gründet in Köln den "Beobachter im Rurdepartement"
 
Im Mai 1800 Zusammenlegung mit dem "Pariser Vorkurier" und Umbenennung in "Der Beobachter".

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5.2.1799

Rheinhochwasser

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1799

Verlegung des Bankhauses Oppenheim von Bonn nach Köln
 
Das Bankhaus war 1789 gegründet worden.

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17.2.1800

Einführung der französischen Munizipalverfassung
 
Die linksrheinischen Städte verloren damit ihre alten Privilegien und ihre rechtliche Sonderstellung. Stadt und Land wurden zur Schaffung eines einheitlichen Staatsbürgerverbandes gleichgestellt.

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um 1800

Die theologischen, juristischen und medizinischen Institutionen in Düsseldorf werden unter dem Namen "Akademie der Wissenschaften zu Düsseldorf" geführt

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1800

Gründung der Allgemeinen Armenanstalt in Elberfeld (heute Stadt Wuppertal)
 
Gründer war der Kaufmann und Unternehmer Johann Jakob Aders (1768-1825), der 1802 auch das "Allgemeine Armenhaus" gründete. Aders war ein Wegbereiter des "Elberfelder Systems" der Armenpflege (1853).

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15.7.1801

Unterzeichnung des Konkordats zwischen Frankreich und dem Vatikan in Paris
 
Dem Konkordat wurden umfangreiche Ausführungsbestimmungen beigefügt, die so genannten "Organischen Artikel". Das Konkordat mit Anhang wurde am 18.4.1802 veröffentlicht. Die eigenmächtige Hinzufügung der "Organischen Artikel" rief den Protest des Papstes hervor. Am 4.5.1802 traten Konkordat und Anhang in den vier rheinischen Départements in Kraft. Die "Organischen Artikel" sicherten den Protestanten die Freiheit (1) Gefreiter Bezirk vor einer Burg, (2)  im südlichen Westfalen und in Teilen des Rheinlands verbreitete Bezeichnung für gefreite Orte. der Religionsausübung und die Gleichstellung mit dem Katholizismus zu, den das Konkordat Frankreichs mit dem Vatikan  nicht als Staatsreligion, sondern als "Religion der großen Mehrheit der französischen Bürger" anerkannte.

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15.1.1801

Im Kölner Dom findet erstmals seit 1796 wieder Gottesdienst statt

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9.2.1801

Frieden von Lunéville
 
Er brachte die formelle Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich. Das Reich wurde verpflichtet, die Verluste der davon betroffenen deutschen Fürsten durch die Säkularisation geistlichen Besitzes im rechtsrheinischen Deutschland zu entschädigen.

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1.4.1801

Gründung der "Gesellschaft für nützliche Forschungen" in Trier
 
Zweck der unter dem Namen "Societé des Recherches utiles du Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. de la Sarre" gegründeten Gesellschaft war und ist bis heute die Förderung und Unterstützung der wissenschaftlichen Erforschung des Trierer Landes auf den Gebieten der Archäologie, Geschichte und Naturwissenschaften.

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17.4.1801

In Aachen findet die erste Pockenschutzimpfung im Rheinland statt
 
Der Aachener Arzt Dr. med. Gerhard Reumont hatte die Kenntnis von der Vorbeugung vor den Pocken oder Blattern durch Impfung von dem englischen Arzt Edward Jenner (1749-1823) übernommen. Erst 1874 wurde die Pockenschutzimpfung in Deutschland durch das Reichsimpfgesetz Pflicht.

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27.7.1801

Tod des letzten Kölner Kurfürsten Max Franz von Österreich im Exil auf Schloss Hetzendorf bei Wien
 
Für die anschließende Vakanz des erzbischöflichen Stuhls in Köln ging die kirchliche und weltliche Regierung zunächst an das Domkapitel über, das die Regierung des rechtsrheinischen Kurstaats selbst übernahm, während für die Verwaltung des Erzbistums am 3.8.1801 ein Kapitularvikar bestellt wurde. Seinen Sitz hatte das Generalvikariat zunächst in Arnsberg, seit 1805 im rechtsrheinisch gegenüber Köln gelegenen Deutz.

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26.9.1801

Gründung der Feuerassekurzanz für das Herzogtum Berg
 
Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Max Joseph von Bayern (Regierungszeit als Herzog von Jülich-Berg 1799-1806)  ließ sie nach dem Vorbild seiner bayerischen Länder einrichten. Reglements und Verordnungen folgten am 5.9.1807 und 16.10.1809. Die Feuerasskuranz wurde nach 1815 von der Regierung Düsseldorf verwaltet und 1836 durch die Provinzial-Feuersozietät der Rheinprovinz abgelöst.

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12.10.1801

Gründung der jüdischen Gemeinde in Köln
 
Ab etwa 1840 war sie die größte jüdische Gemeinde im Rheinland.

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23.10.1801

Gründung der Gesellschaft "Erholung" in Mönchengladbach
 
Am 1.1.1977 Zusammenschluss dieser ersten Mönchengladbacher Bürgergesellschaft mit der 1862 ebenfalls in Mönchengladbach gegründeten Gesellschaft "Casino"; 1991 kam als dritte die ursprünglich 1803 in Rheydt gegründete gesellige Vereinigung "Harmonie" dazu.

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1801-1803

Franz Dinnendahl baut eine Wasserhaltungsmaschine für die Zeche Wohlgemut bei Kupferdreh (heute Stadt Essen)
 
Es war die erste in Deutschland konstruierte und gebaute Dampfmaschine.

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11.4.1802

Der französische Generalkommissar für die linksrheinischen Départements, André Jeanbon (1749-1813, seit 1809 Saint-André), genehmigt die Einrichtung eines Freihafens in Köln
 
Die feierliche Eröffnung fand am 10.4.1815 statt.

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4.5.1802

Das Konkordat Frankreichs mit dem Vatikan vom 8.9.1801 mit den "Organischen Artikel" tritt in den vier rheinischen Départements in Kraft
 
Damit wurden die neuen Bistümer Aachen, Trier und Mainz anstelle der untergegangenen Erzbistümer  errichtet. Zusammen mit den Bistümern Lüttich, Namur und Gent wurden sie dem Erzbischof von Mechelen unterstellt. Das neue Bistum Aachen umfasste die Départements Roer und Rhin et Moselle (Rhein und Mosel), das neue Bistum Trier das Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. Saar und das Bistum Mainz das  Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. Donnersberg.

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23.5.1802

Die Kölner Lutheraner und Reformierten feiern im Haus der aufgelösten Brauergaffel in der Schildergasse ihren ersten Gottesdienst in der Stadt Köln
 
Am 21.6.1802 wurde ihnen die Antoniterkirche als erstes evangelisches Gotteshaus in Köln zugewiesen; die kleine dreischiffige Gewölbebasilika aus dem 14. Jahrhundert wurde nach Plänen von Franz Ferdinand Wallraf umgebaut; Einweihung 19.5.1805.

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9.6.1802

Erlass des so genannten Suppressionsgesetzes (Säkularisation)
 
Durch französischen Konsularbeschluss wurden linksrheinisch alle geistlichen Institute mit Ausnahme der Bischofssitze, Domkapitel, Pfarreien und ausschließlich der Krankenpflege und dem Unterricht dienenden Anstalten aufgelöst. Im Rechtsrheinischen schuf der Reichsdeputationshauptschluss vom 25.2.1803 die gesetzliche Grundlage. Im linksrheinischen Gebiet wurde nicht nur geistlicher, sondern auch weltlicher Besitz konfisziert und zum Nationalgut deklariert.

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29.6.1802

Die Protestanten in Aachen erhalten die Kirche des aufgehobenen Benediktinerinnenklosters St. Anna als Gotteshaus zugewiesen
 
Mit den "Organischen Artikeln" durften die Protestanten in Aachen und Burtscheid erstmals öffentlich Gottesdienst abhalten. Am 17.7.1802 wurde die Anna-Kirche offiziell den Protestanten übergeben. Nach Renovierungsarbeiten konnte die Kirche am 17.7.1803 eingeweiht werden.

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5.7.1802

Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im französisch besetzten Rheinland
 
Danach waren alle unverheirateten Männer vom 20. bis zum 25. Lebensjahr dienstpflichtig. Für die Wohlhabenderen bot das Gesetz die Möglichkeit, einen bezahlten Stellvertreter zu stellen.

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13.9.1802

In den vier rheinischen Départements (Rur, Rhein-Mosel, Saar und Donnersberg) wird die französische Verfassung vom 4.8.1802 eingeführt

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1802

Johann Christoph Winters (1772-1862) gründet in Köln das "Puppentheater des ersten Kölner Hänneschen"
 
Nach Art der Commedia dell'arte wurde dort das Stegreifspiel mit fest typisierten Figuren, vor allem dem Hanswurst, dem Hänneschen, gepflegt. Das Hänneschen-Theater besteht bis heute.

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1802-1816

Charles Mannay (1745-1824) Bischof von Trier

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1802-1809

Marc-Antoine Berdolet (1740-1809) Bischof von Aachen

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1802-1808

Jean-Évangéliste Zäpfel  (1736-1808) Bischof von Lüttich

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1803

Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg (1768-1816) übernimmt den rechtsrheinischen Teil des aufgelösten Kurfürstentums Trier
 
Er richtete in Ehrenbreitstein eine Landesregierung ein, so dass der Ort bis 1815 Residenzcharakter behielt.

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28.1.1803

Aufhebung des Verbots des Kölner Karnevals
 
Das Verbot war am 12.2.1795 von den französischen Besatzern aus Furcht vor Krawallen ergangen.

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seit Februar 1803

Im französischen Rheinland gilt das französische Recht
 
Das heißt die ab 1804 erlassenen "cinq Codes": Code civil (1804), Code de procédure civil (1807), Code de commerce (1807), Code de instruction criminelle (1808), Code pénal (1810).

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25.2.1803

Reichsdeputationshauptschluss
 
Dieser schaffte unter anderem die rechtliche Grundlage für die Säkularisation im Rechtsrheinischen.

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9.11.1803

Gründung der geselligen Gesellschaft "Harmonie" in Rheydt (heute Stadt Mönchengladbach)
 
1991 Zusammenschluss mit der Gesellschaft "Erholung" (gegründet 1801) und der seit 1977 dieser angeschlossenen, 1862 gegründeten Gesellschaft "Harmonie".

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1803

Gründung der "Chambre de Commerce" in Köln
 
Vorläuferin war der 1797 gegründete Handelsvorstand, der sich 1801 aufgelöst hatte, Nachfolgerin die heutige Industrie- und HandelskammerAbkürzung IHK, Selbstverwaltungsorgan der Gewerbetreibenden einer Region..

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1803

Der Kölner Dom wird Pfarrkirche
 
Der Bischofssitz befand sich nun in Aachen.

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4.1.1804

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige kehren aus ihrem Exil in Arnsberg zurück in den Kölner Dom
 
Vor den französischen Revolutionstruppen waren sie mit der kurkölnischen Regierung, dem Archiv, Teilen der Dombibliothek und dem Domschatz im Oktober 1794 nach Arnsberg im kurkölnischen Westfalen geflüchtet worden.

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1.3.1804

Neuumschreibung der Pfarren des Roerdépartements

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21.3.1804

Einführung des Code Civil auf dem linken Rheinufer
 
Das auch als Code Napoleon bezeichnete Gesetzbuch brachte erstmals eine vollständige, einheitliche Regelung des Zivilrechts. Teil der aus fünf Gesetzbüchern ("cinq code") bestehenden französischen Rechtsordnung.

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22.6.1804

Napoleon I. gibt per Dekret die Namen der 36 "bonnes villes" des Kaiserreichs bekannt
 
Die Maires dieser Städte erster Ordnung des Kaiserreichs Frankreich sollten der Kaiserkrönung am 2.12.1804 in Paris beiwohnen dürfen. Darunter befanden sich Aachen, Mainz und Köln (ab 13./17.9.1804) als ehemals deutsche, jetzt französische Städte.

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27.7.-12.9.1804

Aufenthalt der Kaiserin Joséphine (1763-1814) in Aachen
 
Josephine absolvierte in der alten Kaiserstadt neben einer Kur ein umfangreiches Programm. Von besonderer Bedeutung war ihr Besuch am 1. August in der Schatzkammer der Kirche des Marienstifts, dem seinerzeitigen und heutigen Dom. Der Domschatz war mit Ausnahme der so genannten Reichskleinodien seit dem 22. Juni wieder in Aachen. Bischof Berdolet schenkte der Kaiserin kostbare Stücke daraus, darunter das Armreliquiar Karls des Großen, das sich heute im Pariser Louvre befindet.

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2.-11.9.1804

Napoleon I. in Aachen
 
Die gut vorbereitete Aachenreise Napoleons mit dem Besuch von Kirche, Thron und Grab Karls des Großen (am 7. September) erweckte den Eindruck, als wolle er damit seine Herrschaft legitimieren und das karolingische Reich erneuern. Napoleons Karlskult mit seinen stark propagandistischen Zügen hatte bis etwa 1810/1811 eine positive Wirkung. - Der Kaiser erließ während seines Aufenthalts mehrere Dekrete, die vorteilhaft für die Stadt waren; so nahm er ihr den Charakter einer "ville de guerre" und überließ der Mairie Französisch, Bürgermeisterei. In Frankreich 1800 eingeführte kleinste Verwaltungseinheit an deren Spitze der Maire (Bürgermeister) stand. die Verwaltung und den Nutzen der alten Befestigungsanlagen. Das erlaubte die Verschönerung des Stadtbildes und des Lousberges. Napoleon ordnete auch den Bau einer Straße von Aachen über Kornelimünster nach Monschau mit einem Abzweig nach Stolberg an. Am 17.11.1804 wurde Aachen endgültig aus der Liste der Festungen gestrichen.

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11.-12.9.1804

Napoleon I. besichtigt in Jülich die Befestigungsanlagen und reist weiter über Krefeld nach Geldern und Venlo
 
Dort erkundete er die Möglichkeiten für eine Kanalverbindung zwischen Maas und Rhein. Anschließend reiste er nach Köln.

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13.-17.9.1804

Napoleon I. in Köln
 
Der Kaiser wohnte mit Gattin Joséphine (1763-1814) im Blankenheimer Hof auf dem Neumarkt. Während seines Aufenthalts bestätigte er der Stadt das (nicht mehr zeitgemäße) Stapelrecht und das Freihafenprivileg; außerdem nahm er die Rheinmetropole in die "bonnes villes" Frankreichs auf. Napoleon besuchte am 5.11.1811 Köln ein zweites Mal.

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1804

 
Die französischen Gründungen wurden nach 1815 von der preußischen Regierung übernommen und neue Handelskammern gegründet. Die Trierer Handelskammer überstand die französische Zeit allerdings nicht, die Stolberger ging in den 1820er Jahren ein, die zu Eupen bestand in alter Verfassung bis 1858, die zu Malmedy bis 1874.

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1.11.1805

Die Konvention über das "Rheinschiffahrts-Octroi" tritt in Kraft
 
Damit wurde erstmalig eine einheitliche Verwaltung für den Rhein geschaffen. Die Ansprüche der Anliegerstaaten hatten damit zurückzutreten. Statt der 1804 noch bestehenden 32 Zollstationen gab es seitdem nur noch zwölf.

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11.12.1805

Gründung der Gesellschaft Aachener Casino

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12.12.1805

Vertrag zu Schönbrunn
 
Preußen erhielt gegen Kleve, Neuerburg und Ansbach-Bayreuth das Kurfürstentum Hannover und gliederte sich durch ein Beistandsbündnis in das napoleonische System ein.

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1805

Johann Jakob Herstatt gründet in Köln die erste Zuckerraffinerie
 
Die Rohrzuckerraffinerie des Bruders des Seidenflorettbandfabrikanten Johann David Herstatt (1740-1809) entstand im Gebäude des Hofes des säkularisierten Klosters Altenberg. Wenige Jahre später ruhte der Betrieb wegen Rohstoffmangels infolge der Kontinentalsperre Bezeichnet die von Napoleon 1806 verhängte Wirtschaftsblockade Großbritanniens, die den Höhepunkt des Wirtschaftskrieges des napoleonischen Frankreich gegen England markierte. Ziel der Blockade sollte ein wirtschaftliche Schwächung der britischen Großmacht sein, in der Folge war aber auch die kontinentale Wirtschaft stark eingeschränkt;auf dem europäischen Festland blühte der Schmuggel. Das Ausscheiden Russlands aus der Kontinentalsperre nahm Napoleon zum Anlass für den Russlandfeldzug 1812. . Als 1811 die französische Regierung die Zuckergewinnung aus dem einheimischen Rohstoff Rüben besonders forcierte, erhielt Herstatt die Erlaubnis zur Umstellung der Kolonialzuckerraffinerie auf  Rübenzuckerverarbeitung. Nach 1815 kam die erste Kölner Rübenzuckerfabrik zum Erliegen. Ab 1821 entstanden erneut Rohzuckerfabriken in Köln. Nach Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 wurde Köln zum Hauptmarkt für raffinierten Zucker im Vereinsgebiet.

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1805-1811

Theater in Elberfeld (heute Stadt Wuppertal)
 
Bis 1809 "Bergisches Nationaltheater". An gleicher Stelle wurde 1843/1844 auf Aktienbasis ein Schauspielhaus errichtet, das 1888 durch das neue Stadttheater am Brausenwerth ersetzt wurde.

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1805

Clemens Brentano und Achim von Arnim (1781-1831) geben die Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" heraus
 
Ertrag ihrer Rheinreise von 1802. Beginn der Rheinromantik, deren Motto bereits 1803 Friedrich Schlegel (1772-1829) in der Zeitschrift "Europa" formuliert hatte.

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1805

Gründung des Priesterseminars in Trier

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1.1.1806

Wiedereinführung des Gregorianischen Kalenders
 
Damit war der am 19.7.1798 in den vier rheinischen Departements eingeführte republikanische Kalender wieder abgeschafft.

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1806

Bildung des Großherzogtums Berg
 
aus dem alten Herzogtum Berg und den rechtsrheinischen Gebieten Preußens unter Joachim Murat (1767-1815), der 1808 nach der Erhebung zum König von Neapel die Verwaltung des Großherzogtums an Napoleon übergab.

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Juli 1806

Düsseldorf Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Berg

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12.7.1806

Errichtung des Rheinbundes
 
Er knüpfte an das Vorbild des Fürstenbundes gleichen Namens von 1658 an und besiegelte die enge Verbindung zwischen den deutschen Mittelstaaten und Frankreich. Die Vertreter von 16 süd- und südwestdeutschen Staaten unterzeichneten in Paris am 12.7.1806 die Bündnisakte und gingen die Verpflichtung ein, sich vom Reich loszusagen. Am 6.8.1806 legte Kaiser Franz II. (Regierungszeit als römisch-deutscher Kaiser 1792-1806) die Kaiserkrone nieder. Damit war das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekommen.  Der RheinbundDer auf Initiative Napoleons I. zustandegekommene Bund knüpfte an den Fürstenbund gleichen Namens von 1658 an und besiegelte die enge Verbindung zwischen den deutschen Mittelstaaten und Frankreich. Die Vertreter von 16 süd- und südwestdeutschen Staaten unterzeichneten am 12.7.1806  in Paris die Bündnisakte und gingen die Verpflichtung ein, sich vom Reich loszusagen. Am 6.8.1806 legte Kaiser Franz II. (Regierungszeit als römisch-deutscher Kaiser 1792-1806) die Kaiserkrone nieder. Damit war das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekommen. Der Rheinbund löste sich Ende 1813 auf, nachdem Bayern durch den Vertrag von Ried vom 8.10.1813 ausgeschieden war. löste sich Ende 1813 auf, nachdem Bayern durch den Vertrag von Ried vom 8.10.1813 ausgeschieden war.

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12.7.1806

Deutz (heute Stadt Köln) wird wieder Stadt
 
Durch die Rheinbundakte wurde Deutz wieder Stadt.

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1806

Leopold Bleibtreu (1777-1839) errichtet auf der Beueler Hardt (heute Stadt Bonn) die erste Alaunhütte
 
Drei Jahre später gründete Bleibtreu bei Bonn-Holzlar die zweite Alaunhütte; 1839 waren die beiden Alaunhütten die größten in Preußen.

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1806

Gründung der Nassauischen Brandassekurranz ( "Fürstlich Nassau-Usingschen Brand-Assekuranz")
 
Diese wurde ab 1815 von der Regierung Koblenz verwaltet,1836 durch die Provinzial-Feuersozietät abgelöst.

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1.1.1807

Einführung des Code de procédure civil (CPC)
 
Eines der 1804-1811 eingeführten "cinq Codes" der französischen Rechtsordnung.

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6.1.1807

Joseph Haydn (1732-1809) in Köln
 
Auf Initiative von Franz Ferdinand Wallraf fand im Kölner Dom eine musikalische Messe unter Leitung des berühmten Komponisten statt.

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7.-9.7.1807

 
Als Folge der Niederlage im vierten preußisch-russischen Koalitionskrieg gegen Frankreich musste Preußen alle seine Gebiete westlich der Elbe abtreten. Im Westen überwies Napoleon am 21.1.1808 unter anderem die ehemaligen Stiftsgebiete von Elten, Essen und Werden an das Großherzogtum Berg. Die militärisch wichtige Festung Wesel musste der Großherzog dagegen an Napoleon abtreten.

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1807

Franz Dinnendahl eröffnet in Essen die erste Dampfmaschinenfabrik des Ruhrgebiets
 
Finanzielle Unterstützung erhielt er dafür von Helene Amalie Krupp. Er baute für die Zeche Sälzer-Neuack eine Dampfmaschine, die zum ersten Mal als Fördermaschine eingesetzt wurde. Die Maschine war bis 1860 im Einsatz.

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1.3.1808

In Aachen erscheint die "Allgemeine Zeitung für Politik, Handel und Literatur"
 
Herausgeber war Franz Gall, Direktor der Sekundärschule. Das Blatt erschien bis 31.8.1809 in deutscher, ab 2.9.1809 in deutscher und französischer Sprache, letzte Ausgabe 29.12.1810.

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17.3.1808

Napoleon I. erläßt ein Dekret, "die Juden betreffend", das so genannte "Schändliche Dekret ("décret infâme")
 
Es beseitigte die Freizügigkeit und freie Erwerbstätigkeit der Juden und setzte für sie in wichtigen Punkten die Bürgerrechte außer Kraft. Es beeinträchtigte für fast ein halbes Jahrhundert Existenz und Erwerbstätigkeit der rheinischen Juden in entscheidender und oft einschneidender Weise.

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7.4.1808

Gründung des Koblenzer "Musikinstituts" durch Joseph Andreas Anschuez (1772-1855)
 
Ältester rheinischer Konzertverein, besteht noch.

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1808

Gründung der Casino-Gesellschaft in Koblenz
 
Zusammenschluss der wirtschaflichen und administrativen Führungsschiichten der Stadt; die Gesellschaft besteht bis heute.

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1808-1810

Bildung der Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen
 
Mit der 1758 gegründeten Antonyhütte bei Osterfeld (heute Stadt Oberhausen), der 1782 bei Sterkrade (heute Stadt Oberhausen) angelegten Hütte zur Guten Hoffnung bildete sie die vorindustrielle Basis für die Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets. 1808/1810 zur "Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen" vereinigt. In den 1830er Jahren war die Hüttengewerkschaft - zu den Hochöfen und Hammerwerken waren eine Eisengießerei, ein Blechwalzwerk und eine Maschinenbauwerkstätte gekommen - das größte Unternehmen des Reviers. 1873 ging daraus der "Gutehoffnungshütte Aktienverein" hervor.

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1808

Sulpiz Boisserée beginnt mit der zeichnerischen Bestandsaufnahme des Kölner Domes
 
Das Werk erschien ab 1821 in Lieferungen. Boisserée hatte nicht nur antiquarisches Interesse am Kölner Dom, sondern fasste auch dessen Vollendung ins Auge.

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1808

In Mülheim an der Ruhr gründet Mathias Stinnes eine Firma, die sich mit Kohlenhandel und Schifffahrt beschäftigt
 
Sie wurde zur Keimzelle des größten deutschen Reedereikonzerns.

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1808

Einführung des französischen Handelsrechts, des "Code de commerce"
 
Teil der 1804-1811 eingeführten "cinq Codes" der französischen Rechtsordnung. Der Code de commerce galt im Rheinland bis zur Einführung des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches zum 1.3.1862.

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1808

Einführung des Code d'instruction criminelle
 
Teil der 1804-1811 eingeführten "cinq Codes" der französischen Rechtsordnung.

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1808

Beginn der französischen Katasteraufnahmen im Rheinland
 
Unter der französischen Verwaltung wurde erstmals mit einer umfassenden Parzellarvermessung zur Anlegung eines flächendeckenden Katasters (Karten und Verzeichnisse) zur Besteuerung von Grund und Boden begonnen. Darin wurden Eigentümer, Flächengrößen und Reinerträge nachgewiesen. Gegen die Widerstände des preußischen Adels setzte die preußische Verwaltung nach 1815 die Grundsteuervermessungen fort; abgeschlossen war diese erste Katasteraufnahme in der Rheinprovinz 1839.

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1808

Vereinigung der drei Raseneisenerz verarbeitenden Hütten im Emscherbruch - St. Antony in (Oberhausen-)Osterfeld, Gute Hoffung in (Oberhausen-)Sterkrade und Neu-Essen in Lirich - zur späteren Gutehoffnungshütte (GHH)

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1808

Aus dem "Salz- und Kohlendepot" des Franzosen Johann Josef Reverchon (1774-1825) in Trier geht das Bankhaus Reverchon & Co. hervor
 
Die bedeutendste Privatbank Triers stand von Beginn an in Verbindung mit den führenden Unternehmen des Saargebietes (Stumm, Röchling, Villeroy). 1917 von der Deutschen Bank übernommen.

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1808

Einrichtung einer Hebammen-Lehranstalt in Köln für das Roerdépartement
 
Ähnliche Anstalten entstanden in Trier für das Saardepartement, in Koblenz für das Rhein-Mosel-Departement und in  Düsseldorf. Nur die in Köln und Trier überstanden die Anstalten Französische Zeit. Die Kölner Hebammen-Schule kam 1819 unter die Regie des Kölner Regierungspräsidenten; 1873 ging sie in die Trägerschaft der Provinzialverwaltung Als Teil der staatlichen Verwaltung für einen bestimmten Provinzbezirk zuständig. Die Provinzialverwaltung der preußischen Rheinprovinz unter der Leitung des Oberpräsidenten hatte von 1822 bis 1945 ihren Sitz in Koblenz. über und wurde für die Hebammenausbildung in der gesamten Rheinprovinz zuständig. 1923 trat der Provinzialverband die Anstalt an die Stadt Köln beziehungsweise die neue Universität zu Köln ab.

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16.9.1809

Erschießung der elf Schillschen Offiziere in Wesel
 
Der preußische Major Ferdinand von Schill (geboren 1776) hatte versucht, mit seinem Husarenkorps eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon I. auszulösen. Er selbst fiel am 31.5.1809 in Stralsund im Straßenkampf, während elf seiner Offiziere von den Franzosen gefangen genommen und auf den Weseler Lippewiesen standrechtlich erschossen wurden; mehr als 500 seiner Soldaten wurden auf französische Galeeren geschickt.

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28.10.1809

Gründung der geselligen Vereinigung "Societé" in Köln
 
Die Gesellschaft, die Mitgliedern aller Konfessionen offen stand, in der aber die Katholiken überwogen, war ein exklusiver Club der wirtschaftlich und politisch tonangebenden Kreise Kölns. 1820 Umbenennung in "Casino".

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1809

Unruhen und Aufruhr im Saardépartement
 
Diese entstanden wegen der so genannten Konskriptionen, der Aushebung neuer Soldaten.

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1809

Gründung der "Societät" in Essen
 
In dem auf Initiative des Unterpräfekten im Arrondissement In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit, die in etwa dem Regierungsbezirk entspricht. Sie umfasst mehrere Kantone und ist eine Untergliederung der Departements. An der Spitze des Arrondissements steht ein Unterpräfekt. Essen, des Freiherrn von Sonsfeld (geboren um 1763), gegründeten Vereins traf sich die bürgerliche Oberschicht der Stadt. 1823 spaltete sich davon der neue Verein "Erholung" ab. 1828 schlossen sich beide Vereine zur "Vereinigten Gesellschaft" zusammen, die im 19. Jahrhundert die führende Instanz des Essener Bürgertums war und von der zahlreiche innovative Impulse - auch technischer Art - ausgingen.

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1.1.1810

Einführung des Code civil im Großherzogtum Berg

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9.4.1810

Peter Anton Fonk (1780-1832) gründet in der Kölner Glockengasse die erste Bleiweissmanufaktur Kölns und des Rheinlands
 
Er gab das Unternehmen wohl schon 1811 wieder auf.

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9.-26.8.1810

Der Heilige Rock wird nach seiner Rückführung im Trierer Dom ausgestellt

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1810

Napoleon I. bestimmt Jean-Dénis Francois Le Camus (1752-1814) zum zweiten Bischof von Aachen
 
Le Camus, bis dahin Generalvikar von Meaux, erhielt allerdings nicht die päpstliche Bestätigung und konnte daher auch nicht zum Bischof geweiht werden.

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1.1.1811

Im Roerdépartement darf als einzige Zeitung das "Journal de la Roer" erscheinen
 
Es stand unter der Aufsicht des Präfekten. Daneben wurde nur noch ein Anzeigenblatt geduldet. Am 18.1.1814 wurde aus dem "Journal de la Roer" die "Aachner Zeitung".

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28.3.1811

Verordnung zur Veröffentlichung von Amtsblättern in den preußischen Regierungsbezirken
 
Das Amtsblätter für die rheinischen Regierungsbezirke erschienen seit 1816: Regierungsbezirk Aachen seit 27.4.1816 (bis 1972),  Regierungsbezirk Koblenz seit 22.4.1816, Regierungsbezirk Trier seit 22.4.1816,  Regierungsbezirk Köln seit 23.4.1816,  Regierungsbezirk Kleve seit 27.4.1816  (bis 1822).

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6.6.1811

Die Stadt Köln erhält ein neues Wappen
 
Im Zuge der Neugestaltung des Wappenwesens erhielt Köln von Napoleon I. ein neues Wappen verliehen: der Wappenschild war nun bekränzt von Mauerzinnen und dem Adler Napoleons. Wie bei allen französischen "bonnes villes" zeigt der Wappenschild im oberen Feld in Rot drei goldene Bienen (Napoleons Wappentiere), darunter in Rot drei silberne Spitzen; zwischen Wappenschild und Mauerkrone ein goldener Merkurstab.

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6.6.1811

Die Stadt Aachen erhält ein neues Wappen
 
Im Zuge der Neugestaltung des Wappenwesens erhielt die Stadt Aachen von Napoleon I. ein neues Wappen verliehen: der Wappenschild war nun bekränzt von Mauerzinnen und dem Adler Napoleons.Wie bei allen französischen "bonnes villes" zeigt es drei Bienen (Napoleons Wappentiere), darunter in Gold ein blaue Weltkugel, versehen mit einem goldenen Reifen, der oben in einem goldenen Kreuz endet; in den vier Ecken je ein kleiner, gestümmelter schwarzer Adler mit rotem Schnabel; zwischen Wappenschild und Mauerkrone ein goldener Merkurstab.

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31.10.-2.11.1811

Napoleon I. in Wesel
 
Der Aufenthalt Napoleons in der niederrheinischen Stadt galt vor allem der Garnison und der Festung, mit dem Ziel, diese auszubauen.

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4.11.1811

Napoleon I. genehmigt die Neugründung der Kölner Börse

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4.11.1811

Zu Ehren Napoleons I. findet in Düsseldorf erstmals eine Industrie- und Gewerbeausstellung statt
 
Mit der im Saal der alten Regierungskanzlei neben dem Rathaus veranstalteten ersten öffentlichen Ausstellung begann Düsseldorfs Karriere als Messestadt.

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5.11.1811

Napoleon I. in Köln
 
Zweiter Besuch Napoleons in der Domstadt.

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1811

Einrichtung der "Société de la charité maternelle" in Köln
 
Die "Gesellschaft der mütterlichen Wohltätigkeit" war die erste im 19. Jahrhundert nachweisbare vereinsähnliche Organisation von Frauen. Ziel dieser Gesellschaft, deren Organisation von Paris ausging und die unter dem Protektorat Lateinisch, Schutzherrschaft, Gönnerschaft, auch Ehrenvorsitz, bedeutet (1) völkerrechtlich die Schutzherrschaft eines Staates oder einer Staatenmehrheit über einen anderen Staat und bezeichnet dabei nicht nur das Schutz- und Abhängigkeitsverhältnis, sondern auch den abhängigen Staat, (2) staatsrechtlich früher auch die Schutzgewalt eines Staates über seine Kolonien. Vom völkerrechtlichen Protektorat unterscheidet sich das staatsrechtliche vor allem dadurch, das dass Schutzgebiet kein eigener Staat ist, der sich unter die Schutzherrschaft eines anderen Staates begeben oder ihm unterworfen hat, sondern dass es staats-und völkerrechtlich als Inland des Staates anzusehen ist, unter dessen Herrschaft es steht. der Kaiserin stand, war es, armen schwangeren Frauen im ganzen Kaiserreich Frankreich für die Tage der Niederkunft Schutz und Hilfe zu gewähren. Der Verein, in den Frauen der führenden sozialen und politischen Schicht der Stadt eingeschrieben waren, finanzierte sich vor allem durch private Spenden. Er bestand in Köln nachweislich bis 1817, jedoch ohne nennenswerte Bedeutung nach der französischen Zeit.

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1811

Einführung des Code pénal, des französischen Strafgesetzbuches
 
Eines der 1804-1811 eingeführten "cinq Codes" der französischen Rechtssordnung.

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1811

Friedrich Krupp gründet in Essen eine Gussstahlfabrik
 
Unter seinem Sohn Alfred und dem Enkel Friedrich Alfred stieg diese zu einem Weltunternehmen auf.

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1811

Das ehemalige Benediktinerkloster Werden (heute Stadt Essen) wird Strafanstalt
 
Die Strafanstalt bestand dort bis 1928.

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1811

Napoleon I. bestimmt Köln zur Festungsstadt
 
Als Defensivfestung sollte sie das Roerdépartement und das Département In Frankreich 1800 eingeführte Verwaltungseinheit. Sie umfasst mehrere Arrondissements. An der Spitze des Departements steht ein Präfekt. Rhein-Mosel sowie Belgien schützen und die dem napoleonischen Regime nicht sonderlich gewogenen Bewohner der Stadt in Schach halten. Ein Brückenkopf auf dem gegenüberliegenden Ufer sollte den Rheinübergang schützen. Ende Dezember 1813 stellten die Franzosen die Vermessungsarbeiten ein.

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27.7.1812

Der letzte Trierer Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Clemens Wenzeslaus von Sachsen stirbt in Marktoberdorf (Allgäu)

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1812

Auf der Friedrich Wilhelms-Hütte bei Mülheim an der Ruhr wird die erste Dampfmaschine der Eisenindustrie aufgestellt

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1812

Gründung der "Musikalischen Gesellschaft" in Köln
 
Die Gründer dieses ersten Kölner Musikvereins im neuen bürgerlichen Stil kamen überwiegend aus der Kaufmannschaft; zu den Gründern gehörte maßgeblich der Richter Erich Verkenius (1776-1841). Bei dem Musikverein handelte es sich um ein Dilettantenorchester, Bedingung für die Aufnahme war die Beherrschung eines Orchesterinstruments. Am 21.7.1827 Zusammenschluss mit dem "Singverein" von 1820 zur "Concert-Gesellschaft".

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Januar-Februar 1813

Unruhen im Industriegebiet um Elberfeld (heute Stadt Wuppertal), Solingen und Remscheid auf die Nachricht der russischen Katastrophe Napoleons

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18.10.1813

Ernst Moritz Arndts Flugschrift "Der Rhein. Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze" erscheint in Leipzig
 
Das Werk unterstützte propagandistisch die Rückgewinnung des linken Rheinufers.

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21.10.1813

 
Sie sah die vorläufige Verwaltung der zurückeroberten Gebiete unter dem Reichsfreiherrn vom Stein (1757-1831) und die Ernennung von Generalgouverneuren für gewisse Gebiete vor. Darauf wurden im Rheinland gegründet: 25.11.1813 Generalgouvernement Bezeichnung für die während des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 besetzten, aber nicht eingegliederten Gebiete Polens. Berg unter Justus Gruner (1777-1820); 14.2.1814 Generalgouvernement Bezeichnung für die während des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 besetzten, aber nicht eingegliederten Gebiete Polens. Mittel- und Niederrhein unter Gruner beziehungsweise Johann August Sack, seit dem 28.6.1814 mit dem Generalgouvernement Bezeichnung für die während des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 besetzten, aber nicht eingegliederten Gebiete Polens. Berg unter Sack vereinigt; Juni 1814 Österreichisch-Bayerische Gemeinschaftliche Landadministration für das Land südlich der Mosel.

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Dezember 1813

Sprengung der Stadt Büderich (heute Stadt Wesel)
 
Napoleon gab während der Befreiungskriege Auch Freiheitskriege oder Sechster Koalitionskrieg. Bezeichnung der Kriege zwischen dem napoleonischen Frankreich und der Allianz seiner Gegner zwischen der Niederlage Napoleons im Russlandfeldzug 1812 und der Unterzeichnung des Pariser Friedens 1814. (1813-1815) den Befehl zur Sprengung der linksrheinisch gelegenen Stadt gegenüber Wesel. Auf Befehl des Königs von Preußen wurde die Stadt ab 1814 1,6 Kilometer weiter rheinaufwärts neu errichtet. Alt-Büderich ist die einzige Stadtwüstung im Landesteil Nordrhein.

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13.1.1814

Der russische General Ferdinand Freiherr von Wintzingerode (1770-1818) geht mit seinem Korps bei Düsseldorf über den Rhein

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14.1.1814

Preußische und russische Truppen erreichen Köln, die Franzosen verlassen die Stadt

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14.1.1814

Russische Truppen erreichen Koblenz, die Franzosen verlassen die Stadt

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14.1.1814

Die französischen Truppen verlassen die Stadt Köln
 
Dafür zogen Russen und Preußen ein.

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Januar 1814

Weggang des Aachener Bischofs Le Camus (1752-1814)
 
Nach dem Abzug der französischen Verwaltung bestand das 1802 errichtete Bistum Aachen unter den Generalvikaren Wilhelm Martin Fonck und Michael Klinkenberg (1752-1822, 1807-1809 Generalvikar, 1809-1825 Kapitularvikar in Aachen) bis zur Wiedererrichtung des Erzbistums Köln 1821 weiter.

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17.1.1814

Die Franzosen verlassen Aachen

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18.1.1814

Erscheinungsbeginn  der "Aachener Zeitung"
 
Fortsetzung des seit 1811 bestehenden "Journal de la Roer" in der Müllerschen Stadtbuchdruckerei.

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23.1.1814

Joseph Görres gibt erstmals den "Rheinischen Merkur" als Organ des nationalen Kampfes gegen Napoleon heraus
 
Die Zeitung wurde im Januar 1816 von der preußischen Regierung - obwohl ursprünglich von ihr angeregt - verboten. Zu den Gründen für das Verbot gehörte, dass sich Görres durch seine Forderung nach einer freiheitlichen Verfassung in einem geeinten Deutschland bei der preußischen Regierung in Misskredit gebracht hatte. Bis zum 10.1.1816 sind 357 Ausgaben dieser ersten bedeutsamen politischen Zeitung Deutschlands erschienen.

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11.3.1814

Generalgouverneur Sack verfügt vorerst den Fortbestand der französischen Kommunalordnung
 
Die von Frankreich in den linksrheinischen Rheinlanden mit Gesetz vom 17.2.1800 eingeführte Munizipalverfassung hatte - mit kleinen Änderungen -  zunächst weiter Gültigkeit.

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15.3.1814

Erscheinen der ersten Nummer des amtlichen "Journals des Nieder und Mittelrheins" in Aachen
 
Die letzte Nummer erschien am 20.4.1816.

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April 1814

Gründung des Kölner Frauenvereins
 
Wie bei ähnlichen Vereinsgründungen in anderen Städten, war es Ziel des Kölner Vereins, sich um die Ausrüstung und Pflege kranker Soldaten zu kümmern. Der Verein, dessen Mitglieder aus Oberschichtfamilien kamen, sah sich als Teil der deutschen Nationalbewegung. Nach dem Ende des Hungerwinters 1816/1817 verlor der Kölner Frauenverein rasch an Bedeutung und trat nach 1818 nicht mehr in Erscheinung.

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17.5.1814-21.3.1816

Amtsblatt des Roerdépartements erscheint

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30.5.1814

Erster Pariser Friede
 
Frankreich wurde auf die Grenzen von 1792 zurückgeworfen, während die Gebiete südlich der Mosel unter eine gemeinschaftliche österreichisch-bayerische Verwaltung gestellt wurden mit Sitz in Kreuznach (heute Bad Kreuznach).

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13.7.1814

Gründung der Bergischen Bibelgesellschaft in Elberfeld (heute Stadt Wuppertal), seit 1978 Evangelisches Bibelwerk im Rheinland
 
Hauptanliegen der Bibelgesellschaft war es, Bibeln zu einem erschwinglichen Preis zu drucken. Die erste Bibelgesellschaft wurde 1710 in Halle an der Saale gegründet. 1799 gründeten der Elberfelder Lederhändler Johannes Ball und andere Elberfelder Kaufleute die "Elberfelder Missionsgesellschaft", die ab 1802 kostenlos Bibeln an Konfirmanden verteilte. Daraus entstand 1814 die Bibelgesellschaft.

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16.1.1814

Der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, der späteren König Friedrich Wilhelm IV. (Regentschaft 1840-1858), besucht Köln und wird von Sulpiz Boisserée durch den Dom geführt
 
 
Friedrich Wilhelm war fasziniert von dem Bau und sprach sich für den Weiterbau aus. Seit diesem ersten Besuch weilte er häufig in Köln. 1815 äußerte er den Wunsch, als preußischer Statthalter nach Köln zu gehen. Mit seinem Regierungsantritt als König 1840 begann die entscheidende Phase der Vollendung des Domes.

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14.9.1814

Die Nordhälfte des mittelalterlichen Fassadenplans des Kölner Domes wird in Darmstadt wiedergefunden
 
Der Plan von circa 1300 - wohl die bedeutendste mittelalterliche Architerkturzeichnung überhaupt - war in den Wirren der Revolution verloren gegangen. Auffinder war der hessische Oberbaudirektor Georg Moller (1784-1852), der 1811 den Dom besichtigt hatte. Die Südhälfte des Plans erwarb für Sulpiz Boisserée 1815 Carl Sieveking in Paris.

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1.11.1814-8.6.1815

Wiener Kongress
 
Der dritte große Friedenskongress der Neuzeit brachte die Neuordnung des europäischen Staatensystems.

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1814

Jacques Piedboeuf (1782-1839) errichtet in Weiden (heute Stadt Würselen) eine der ersten deutschen Dampfkesselfabriken
 
Bis dahin mussten die Dampfkessel aus England bezogen werden.

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1814

Einrichtung einer Bergschule in Essen durch die preußische Bergverwaltung
 
Weitere Bergschulen wurden 1816 in Bochum und Saarbrücken gegründet. Die Bergschulen dienten der Ausbildung der Betriebsbeamten für die Zechen und wurden finanziert aus Zwangsabgaben der Zecheneigner, den so genannten Bergbauhilfskassen. Die staatlich kontrollierten, aber privat finanzierten Bergschulen wurden funktionslos, als Preußen den Bergbau nach 1851 unternehmerisch wie betrieblich privatisierte.

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1814

Die Firma Bemberg & Co. nimmt die erste Dampfmaschine in Köln in Betrieb

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