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August Sander, Köln wie es war, Köln, Emons-Verlag 2009, 448 S., 408 Abbildungen, ISBN 978-3-89705-694-7, 78,00 Euro

Der Fotograf August Sander begann kurz nach dem Ersten Weltkrieg seine Wahlheimat Köln fotografisch zu dokumentieren und schuf dabei ein Stadtporträt von kulturhistorischer Bedeutung. Die Aufnahmen sind zwischen 1920 und 1938 entstanden, vereinzelt in der Nachkriegszeit. Zwischen 1946 und 1952 stellte Sander aus diesem Bildmaterial 16 Mappen mit insgesamt 408 Fotografien zusammen. Die Stadt Köln erwarb die Mappen 1953 nach zähen Verhandlungen.

Sanders Werk erfuhr zunächst nicht die Würdigung, die ihm zugestanden hätte. Die Originale und die dem Rheinischen Bildarchiv übergebenen Negative dienten lange Zeit im Kölnischen Stadtmuseum lediglich als Dokumentation des Kölner Stadtbildes vor dem Zweiten Weltkrieg. Zudem war der Buchmarkt mit dem 1952 erschienen Bildband „Köln – Dein hohes Bild“ mit Vorkriegsaufnahmen von Theo Felten gesät-tigt. Zeitweise geriet der Schatz auch etwas in Vergessenheit. Erst 1988 rückte Sander mit dem Werk von Rolf Sachsse (August Sander, Köln wie es war, Köln 1988) wieder mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit; 1995 erschien eine Werkausgabe Sanders, herausgegeben vom August Sander-Archiv/ Kölnischen Stadtmuseum (August Sander – Köln wie es war, Köln 1995).

In dem vorliegenden, ebenfalls vom Kölnischen Stadtmuseum herausgegebenen Band werden Sanders Fotografien erstmals so, wie sie der Künstler vergrößert, entwickelt und bearbeitet hat, in Faksimilequalität veröffentlicht, so dass hier kein bloßer Bildband entstanden ist, sondern vielmehr eine werkgetreue Editionsarbeit. Rita Wagner ist diese Leistung zu verdanken, von ihr stammt auch die Einführung in die Entstehungsgeschichte der 16 Mappen. Kleinere Irrtümer Sanders bei der Einordnung verschiedener Bilder wurden für den Katalog redaktionell korrigiert, außerdem wurden die Fotografien zur besseren Einordnung datiert.

Sanders qualitätvolle Fotografien, die vor allem Ansichten von Bauwerken und Straßenzügen, aber auch Details von Bauwerken und Innenräume zeigen, fügen sich zu einem Porträt des „alten Köln“ zusammen und bieten einen hervorragenden Eindruck von den kunst- und architekturhistorischen Besonderheiten der Metropole am Rhein, die zu einem erheblichen Teil im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs untergegangen sind. Der dokumentarische Charakter der Arbeit Sanders macht die Fotosammlung zu einer einzigartigen Bildquelle für die Fachwelt (Historiker, Kunsthistoriker, Architekten, Stadtplaner usw.) wie für alle am Kölner Stadtbild Interessierten.

 

11.11.2010
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Jennifer  Striewski (Bonn) 
 

       
 

       
 
 Cover: August Sander, Köln wie es war (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 133KB)