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Ulrich S. Soénius/Jürgen Wilhelm (Hg.), Kölner Personen-Lexikon, Köln, Greven Verlag 2008, 607 S., zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-7743-0400-0, 28 Euro.

Köln war vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein die bevölkerungsreichste und bedeutendste Stadt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, ein Wirtschaftstandort mit einem ganz Europa umfassenden Beziehungsnetz, eine kultisch und kulturelle Metropole ersten Ranges. Diese über Jahrhunderte gehaltene Spitzenposition verlor die Stadt zwar in der Neuzeit, sie fiel hinter andere Städte zurück, blieb aber immer noch bedeutend, wenn auch im 18. Jahrhundert die Verfallserscheinungen deutlich hervor traten. Der Aufstieg Kölns zur modernen Großstadt setzt offiziell in den 1880er Jahren ein, doch schon in den Jahrzehnten zuvor war das Engagement des Kölner Wirtschaftsbürgertums der Motor der Industrialisierung im Westen Preußens. Die Rheinprovinz verfügte um 1870 über das weitaus höchste Einkommensniveau und den höchsten Lebensstandard in ganz Preußen und war die wirtschaftlich führende Region in Europa. Köln war 1871 im Deutschen Reich die siebtgrößte Stadt, in der Bundesrepublik Deutschland ist die Stadt am Rhein heute die viertgrößte und in NRW die größte.

Die Bedeutung der Stadt als politisches, wirtschaftliches, kultisches und kulturelles Zentrum über Jahrhunderte hinweg ist neben anderen günstigen Konstellationen nicht zuletzt den Frauen und Männern zu verdanken, die dort gelebt und gewirkt haben. Das zeigt sich eindrucksvoll in den über 1.875 Kurzbiographien des hier anzuzeigenden Personen-Lexikons, das sich konzeptionell und optisch an das 2005 erschienene Köln-Lexikon (hg. von Jürgen Wilhelm) anlehnt. Alle Bereiche der Stadt, ob Architektur, Geschichte, Karneval, Kirche, Kunst, Literatur, Medien, Medizin, Musik, Politik, Recht, Religion, Schule und Bildung, Sport, Theater, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sind berücksichtigt. Dichter, Denker, Künstler, Nobelpreisträger und Unternehmer finden sich darin genauso wie Agrippina die Jüngere, die Gründerin der römischen Colonia, die Bischöfe und Erzbischöfe des seit der Spätantike bestehenden Bistums ebenso wie Widerständler und NS-Verfolgte. Als „Kölner" gelten natürlich auch die Heiligen der Stadt – folgerichtig haben Ursula und Gereon Artikel erhalten, allerdings erstaunlicherweise die prominentesten, die Heiligen Drei Könige, nicht.

Die Texte stammen von entsprechend ausgewiesenen Autorinnen und Autoren. Der mit zahlreichen und vorzüglichen Abbildungen versehene Band ist ein sehr nützliches biographisches Nachschlagewerk. Wer die Kölnerinnen und Kölner und ihre Stadt immer schon besser verstehen und kennen lernen wollte –  das Personen-Lexikon bietet die Gelegenheit.

 

30.9.2010
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Margret Wensky (Bonn) 
 

       
 

       
 
 Cover: Kölner Personenlexikon (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 209KB)