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Bruno P. Kremer, Der Rhein. Von den Alpen bis zur Nordsee, Duisburg, Gert Wohlfarth GmbH Verlag Fachtechnik + Mercator-Verlag 2010, 240 S., mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-87463-456-4, 24,80 Euro.

Der Rhein und die Rheinlandschaft, bedeutendste und interessanteste unter den europäischen Flussregionen, inspirieren seit Jahrhunderten zu ungezählten Darstellungen in Literatur, Musik und bildender Kunst. Die einzigartige Flussnatur hingegen, der ungewöhnliche erdgeschichtliche Werdegang, die ausgefallenen hydrographischen Eigenheiten, die beeindruckende Geologie und die vielgestaltigen Lebensräume mit der dazugehörigen Pflanzen- und Tierwelt, wurden lange Zeit völlig übersehen oder sogar schlicht vergessen. Grundlagenwerke zur Naturgeschichte des Stroms erschienen zuletzt 1916-1919 beziehungsweise 1928.

Bruno P. Kremer, Dozent am Institut für Biologie und ihre Didaktik der Universität Köln, lenkt daher in den elf Kapiteln seiner aktuellen Publikation den Blick des Lesers auf die Landeskunde des Rheins vom Quellgebiet bis zur Mündung aus vorwiegend naturkundlicher Perspektive. Ein kurzer Überblick über die Territorialgeschichte der Rheinanliegerstaaten und die Bedeutung des Flusses in kulturgeschichtlicher Hinsicht fehlt dabei ebenso wenig wie die etymologische Herleitung seines Namens aus dem Griechischen beziehungsweise Indogermanischen, wonach Rhein schlicht „Fluss" bedeutet. Ebenfalls aufgeführt werden statistische Daten, etwa zu den größten Flüssen Europas und den Rheinzuflüssen.

Die weiteren Kapitel im Buch folgen der offiziellen landschaftlichen Gliederung des Rheins in Vorder-, Hinter- und Alpenrhein, dem Rhein als Bodenseedurchfluss, dem Hochrhein, dem Ober- und Inselrhein, dem Oberen und Unteren Mittelrhein, dem Niederrhein und zuletzt dem niederländischen Rheindelta. Zwei abschließende Kapitel widmen sich der Rheinhydrologie mit Pegel, Strömung und Wasserständen sowie der Rheinschifffahrt. Ergänzt wird das Buch durch ein umfangreicher Literaturverzeichnis zum Thema „Rhein" und ein ausführliches Register. In jedem Kapitel finden sich außerdem interessante Exkursionen, etwa zum Rheingold, zum Weinbau, zu (kultur-)geschichtlich bedeutsamen Bauwerken wie den zahlreichen Schlössern und Burgen im Rheingau und am Mittelrhein, dem Niederwalddenkmal oder dem Andernacher Rheinkran, des Weiteren zu den Rheinmuseen in Koblenz und Emmerich, den Windmühlen am Niederrhein, zu ungewöhnlichen Ortsnamen oder den Folgen des Bergbaus am Niederrhein.

Bruno P. Kremer stellt den Rhein als Naturerscheinung und einzigartiges Lebensraumgefüge, seine Geologie, Biologie und Hydrologie unterhaltsam und abwechslungsreich dar. Wissenschaftlich fundiert überfordert es dennoch auch naturkundliche Laien nicht, sondern bietet als unterhaltsame Freizeitlektüre übersichtlich aufgebaut vielfältige Informationen, ergänzt durch beeindruckendes Bildmaterial, zahlreiche Grafiken und Diagramme.

3.12.2013

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

 



Andrea Rönz (Linz am Rhein) 
 

       
 

       
 
 Cover: Der Rhein (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 208KB)