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Friedrich I. von Schwarzenburg (nach 1070-1131), Erzbischof von K?ln (1100-1131)

Friedrich I. setzte sich energisch f?r den macht- und territorialpolitischen Ausbau des K?lner Erzstifts ein. Er scheute daf?r weder den Konflikt mit Kaiser Heinrich IV. (Regierungszeit 1056/1065-1106) noch mit Heinrich V. (Regierungszeit 1106-1125). Gegen diesen f?hrte er sogar die versammelte niederrheinische Opposition an. Auch mit dem Papst geriet er in Konflikt. Das K?lnische Territorium versuchte er durch die Errichtung beziehungsweise den Erwerb von Kl?stern und Burgen abzusichern. In die Auseinandersetzungen der h?chsten Gewalten, Kaisertum und Papsttum, war er an prominenter Stelle verwickelt, jedoch keiner Seite eindeutig zuzuordnen. Er war vielmehr vorrangig auf das Wohlergehen seines Erzbistums wie seines Erzstifts bedacht und bewegte sich pragmatisch zwischen den Parteien.

Wohl kurz nach 1070 geboren, stammte Friedrich aus einem bayerischen Geschlecht. Sein Vater war Berthold I. von Schwarzenburg (um 1080-um 1100/04), seine Mutter hie? Richgard. Im s?dlichen Deutschland begann er auch seine Karriere, nachdem er an der Bamberger Domschule und dem Studium in Frankreich seine Ausbildung erhalten hatte. So war er zun?chst Kanoniker in Bamberg und Speyer. Es gab aber schon verwandtschaftliche Verbindungen nach K?ln, denn ein Bruder seiner Mutter war Abt Bavo von Deutz (erw?hnt 1100).

Nach dem Tod Erzbischof Hermann III. von Hochstaden am 21.11.1099 wurde Friedrich z?gig zum neuen K?lner Erzbischof erhoben. Ma?geblichen Einfluss auf die Erhebung hatte Kaiser Heinrich IV. genommen. Danach wurde nie wieder ein K?lner Erzbischof ausschlie?lich nach dem Willen des Herrschers gew?hlt. Die Erhebung fand am 6.1.1100 statt, die Weihe erst am 11. November.

Friedrich wurde schon bald in die Auseinandersetzung zwischen Heinrich IV. und dessen Sohn Heinrich V. verwickelt, wobei er zun?chst dem Vater die Treue hielt, was ihm 1105 die p?pstliche Bannung einbrachte. Erst nachdem Heinrich IV. gezwungenerma?en auf den Thron verzichtet hatte, wechselte Friedrich auf die Seite Heinrichs V., nicht ohne sich zuvor an Versuchen, zwischen beiden zu vermitteln, beteiligt zu haben. Die Stadt K?ln hingegen hielt nach wie vor zu Heinrich IV. Erzbischof Friedrich musste daher aus K?ln fliehen und war im Sommer 1106 wahrscheinlich in den K?mpfe um die Stadt auf der Seite Heinrichs V. verwickelt.

Die Parteinahme f?r Heinrich V. brachte Friedrich aber erneut in Konflikt mit der r?mischen Kurie, denn der K?nig schwenkte nach dem Tod seines Vaters auf dessen politische Linie ein und gedachte nicht, das Investiturrecht f?r die deutschen Bisch?fe aufzugeben. 1107 wurden Friedrich und seine Suffragane suspendiert, wahrscheinlich weil sie auf Befehl des K?nigs das Konzil von Troyes nicht besucht hatten. Die Suspendierung wurde jedoch schon bald wieder aufgehoben.nach oben

1108 begleitete Friedrich Heinrich V. auf dessen Kriegszug nach Ungarn; im Herbst 1109 geh?rte er einer Gesandtschaft an, die in Rom den Streit mit dem Papst um die Investitur der deutschen Bisch?fe beilegen und die Kaiserkr?nung vorbereiten sollte. Die Verhandlungen scheiterten zwar, aber eine gewisse Ann?herung zwischen K?nig und Papst war festzustellen. Diese wirkte sich g?nstig auf das Verh?ltnis Heinrichs zu Erzbischof Friedrich aus. Am 25.7.1110 kr?nte Friedrich Mathilde von England (1102-1167), die Verlobte Heinrichs V., in Mainz zur K?nigin, um Anfang 1111 dem kaiserlichen Heer nach Rom zu folgen, wo nach Heinrichs Vorstellung die Kaiserkr?nung stattfinden sollte. Die Verhandlungen mit dem Papst dar?ber scheiterten jedoch erneut, denn am Tag der Kr?nung, dem 21.2.1111, protestierten die deutschen Bisch?fe heftig gegen die vom Papst vorgeschlagene Einigung. Sie sahen ihre Stellung gegen?ber der Reichsgewalt bedroht. Der Protest war ?berraschend heftig, sodass der Papst die Kr?nung verweigerte. Danach kam es sogar zu milit?rischen Auseinandersetzungen, die nach Aussage der K?lner K?nigschronik dank Erzbischof Friedrich und seinem K?lner Aufgebot zugunsten Heinrichs V. ausgingen. Heinrich konnte zahlreiche Kardin?le und den Papst gefangen nehmen und ein Privileg erzwingen, in dem das Investiturrecht des K?nigs anerkannt wurde. Dieses sogenannte ?Pravilegļæ½g von Ponte Mammolo bedeutete jedoch keine endg?ltige Regelung der Investiturfrage.

1114 ?nderte sich Friedrichs Verh?ltnis zum Kaiser. Er wurde Anf?hrer der niederrheinischen Opposition gegen Heinrich V. Sein Widerstand sorgte letztlich f?r den Abbruch des Feldzugs gegen die Friesen, den der Kaiser im Sommer des Jahres unternehmen wollte, der aber vor Deutz zum Stillstand kam. Aber damit nicht genug: Im weiteren Verlauf des Aufstands gingen dem Kaiser nicht nur die Rheinlande, sondern ganz Norddeutschland verloren. Auf der anderen Seite n?herte sich Friedrich vor dem Hintergrund des schlechter werdenden Verh?ltnisses zu Kaiser Heinrich V. wieder rasch der Kurie an. 1119 soll er sogar Papst Calixt II. (Pontifikat 1119-1124) zum Bann gegen Heinrich geraten haben.

Mit Abschluss des Wormser Konkordats im Jahre 1122, das den Investiturstreit in Deutschland abschloss, beendete Erzbischof Friedrich seine Opposition gegen den Kaiser. Es kam zu einer Ann?herung, wenngleich das Verh?ltnis nicht mehr so gut wie vor 1114 wurde.

Nach dem Tode Heinrichs V. unterst?tzte der Mainzer Erzbischof die Wahl Lothar von Supplinburg zum K?nig (Regierungszeit 1125-1137). Friedrich, der eigentlich einen anderen Kandidaten bevorzugte, kr?nte Lothar aber dennoch am 13.9.1125 in Aachen zum K?nig. Danach scheint er ihm aber ausgewichen zu sein, jedoch nur, um sich kurz vor seinem Tod noch einmal an Lothar anzun?hern. Seine erneute Suspendierung durch Honorius II. (Pontifikat 1124-1130) wurde auf Bitten Lothars III. durch Innozenz II. (Pontifikat 1130-1143) beziehungsweise Anaklet II. (Pontifikat 1130-1138) wieder aufgehoben.

Friedrich war jedoch auch auf kirchlichem Gebiet sehr aktiv. Positiv stand er der Siegburger Reform gegen?ber, deren Propsteigr?ndungen er durch zahlreiche Privilegien f?rderte. Auch die Pr?monstratenser wurden von ihm unterst?tzt. Norbert von Xanten ? ihr Gr?nder ? weilte zu seiner Erziehung am Hofe Friedrichs und wurde von ihm zum Priester geweiht. In seiner K?lner Zeit d?rfte Norbert mit den Reformbestrebungen aus Siegburg in Kontakt gekommen sein. Mit der Ansiedlung des ersten Zisterzienserklosters auf dem Gebiet des Deutschen Reichs im niederrheinischen Kamp (heute Kamp-Lintfort) wandte sich Friedrich 1123 von der Siegburger Reform ab und den Zisterziensern zu.

Die Gr?ndung und Unterst?tzung von Kl?stern hatte auch einen territorialpolitischen Aspekt. Bei der Territorialpolitik setzte Friedrich ansonsten auf Bau und Erwerb von Burgen sowie Kauf und Tausch von Besitzungen. Friedrich erwarb neben Maria Laach die Kl?ster Flechtorf in Nordhessen und Steinfeld in der Eifel f?r das Erzstift Bezeichnet die weltlichen Territorien eines Erzbischofs in seiner Funktion als Landesherr. . Zur Beherrschung des Rheins und zur Sicherung gegen Heinrich V. errichtete er die Burgen Wolkenburg (vor 1118) und Rolandseck (1127-1131). Damit ist die rheinaufw?rts gerichtete Richtung seiner Expansions- und Sicherungsbem?hungen gekennzeichnet. Geographisch gesehen war Friedrich aber auch noch in Richtung Westfalen orientiert.

Dort errichtete er bereits 1100 bei Wetter an der Ruhr die Burg Volmarstein, um die Position des Erzstiftes zu verst?rken. 1120 kaufte er die Burg Padberg an der Diemel. Der H?hepunkt seiner territorialpolitischen Aktivit?ten ist in den Jahren 1114 bis 1122 anzusetzen und d?rfte in engem Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen mit Heinrich V. stehen. Ein weitgespannter Lehnshof, bestehend aus zahlreichen Grafen und Herren des Rheinlandes und Westfalens tat ein ?briges, um Friedrichs Territorialpolitik zu unterst?tzen und abzusichern.
Erzbischof Friedrich I. von K?ln starb am 25.10.1131 auf seiner Burg Wolkenburg und wurde am 9.12.1131 in der Abtei Siegburg beigesetzt.

Quellen
Die Regesten der Erzbisch?fe von K?ln im Mittelalter, Band 2, bearb. von Richard Knipping, Bonn 1901, Nachdruck D?sseldorf 1985, S. 1-42.

Literatur
Hillen, Christian, Zum Friesenzug Heinrichs V. von 1114, in: Historisches Jahrbuch 120 (2000), S. 284-290.
Oediger, Friedrich Wilhelm, Das Bistum K?ln von den Anf?ngen bis zum Ende des 12. Jahrhunderts (Geschichte des Erzbistums K?ln 1), K?ln 1971, S. 131-140.
Wisplinghoff, Erich, Friedrich I., Erzbischof von K?ln (1100-1131), Diss. Phil., Bonn 1951.

Online
Cardauns, Hermann, Friedrich I., in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 535-538 [Onlinefassung].
Wisplinghoff, Erich, Friedrich I. von Schwarzenburg, in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 511 [Onlinefassung].

25.10.2013

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Christian  Hillen  (K?ln/Bonn) 
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?Siegel Friedrichs I. (Bildvergr??erung ?ffnet in neuem Fenster, 164KB)

Siegel Friedrichs I., anh?ngend an einer Urkunde von 1127. Bild: Der Erzbischof, auf einem Thronsessel sitzend, h?lt in der Rechten den Hirtenstab, in der Linken ein ge?ffnetes Buch, Umschrift: + FRITHERICUS D(e)I GR(ati)A COLONIENSIS ARCHIEP(is)C(opus). (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)