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Der Volksverein für das katholische Deutschland (1890–1933)

Einleitung
1. Gründung und Blütezeit im wilhelminischen Deutschland
2. Organisationsnetz und Tätigkeitsbereiche
3. Anfechtungen in der Modernismuskrise und Mitgliederrückgang im Ersten Weltkrieg
4. Die Konkurrenz der Verbände
5. Die sozialethische Neuorientierung des Volksvereins
6. Der finanzielle Zusammenbruch des Volksvereins-Verlages
7. Rettungsversuche und neue Aufgaben
8. Der Untergang des Volksvereins im nationalsozialistischen Deutschland
Anmerkungen
Quellen/Literatur/Online

Einleitung

Der auf Initiative katholischer Laien entstandene „Volksverein für das katholische DeutschlandGegründet am 24.10.1890 in Köln, sollte der Verein der Zentrumspartei eine Massenbasis in der Bevölkerung verschaffen. Die Gründung erfolgte auf Anregung von Ludwig Windthorst (1812-1891) durch den Mönchengladbacher Fabrikanten Franz Brandts (1834-1914) und den katholischen Sozialtheoretiker Franz Hitze (1851-1921). Sitz des Volksvereins wurde Mönchengladbach. 1933 wurde der Verein von den Nationalsozialisten verboten.“ bestand von 1890 bis 1933. Als mitgliederstärkster Verein organisierte er die durch Aufklärung, Säkularisation und „Kulturkampf Krise des Deutschen Kaiserreiches unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der römisch-katholischen Kirche sowie der politisch-parlamentarischen Vertretung der katholischen Bevölkerung des Reiches (insbesondere der Zentrumspartei) zwischen 1871 und 1891. Streitpunkte waren die Aufhebung der katholischen Abteilung des preußischen Kultusministeriums durch Bismarck, das Festhalten der Kirche am Unfehlbarkeitsdogma, die Einführung der Zivilehe sowie die Repressionen gegen katholische Geistliche und der Einfluss des Staates auf die Kirche. Nach dem "Kanzelparagraphen" 1871 (Änderung des Strafgesetzbuches, wonach es Geistlichen aller Religionen verboten war, sich in Ausübung ihres Amtes in öffentlichen Stellungnahmen politisch zu äußern, galt bis 1953), dem Verbot der Jesuitenniederlassungen 1872 und der Einführung der staatlichen Schulaufsicht, bildeten die sogenannten Maigesetze 1873 (staatliche Kontrolle von Ausbildung und Einstellung der Geistlichen) den Höhepunkt des Kulturkampfes. Die Verschärfung der Bestimmungen über die Verwaltung des Kirchenvermögens beendete 1878 die  Kulturkampfgesetzgebung. Die 1886 und 1887 erlassenen "Friedensgesetze" führten schließlich zur Beilegung des Konflikts. “ in die gesellschaftliche und politische „Inferiorität“ abgedrängten Katholiken. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges erreichte er den Höhepunkt seiner Wirksamkeit. Reichsweit waren 13,6 Prozent aller katholischen Männer über 21 Jahre als Vereinsmitglieder eingeschrieben. Der Frauenanteil betrug zu diesem Zeitpunkt 5,18 Prozent. Die räumliche Mitgliederverteilung war allerdings von unterschiedlicher Dichte. Der Schwerpunkt des Volksvereins lag im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Programmatisch beruhte die Bildungstätigkeit auf der von den Päpsten initiierten und nun auf die spezifischen Verhältnisse Deutschlands angewandten katholischen Soziallehre. In Abgrenzung gegenüber dem atheistischen Sozialismus hatte der Volksverein seine Mitglieder in Führer- wie Massenschulung zur religiösen, vor allem aber zur sozialen und politischen Partizipation befähigt. Auf diese Weise ermöglichte er der katholischen Volksminorität – trotz des ihr anhaftenden Makels angeblicher Reichsfeindschaft – eine weitgehende Integration in das „wilhelminische Deutschland“.

Die früheren Ansätze zur zentralen Organisation der deutschen Katholiken waren nur kurzlebig gewesen: Der „Katholische Verein Deutschlands“, während der Revolution von 1848 als Dachverband der „Pius-Vereine“ und „Vereine für konstitutionelle Monarchie Regierungsform, in welcher der Monarch als Staatsoberhaupt fungiert, aber durch die Verfassung und ihre parlamentarischen Organe kontrolliert und in seinen Machtbefugnissen eingeschränkt wird. und religiöse Freiheit“ in Mainz entstanden, hatte nach dem Scheitern des Verfassungswerkes der Nationalversammlung seine Aktivitäten auf die von ihm angeregten Spezialvereine verlagert. Der Mainzer „Verein der deutschen Katholiken“ von 1872 zur Abwehr des großangelegten Doppelangriffs liberaler und obrigkeitsstaatlicher Kräfte im „Kulturkampf Krise des Deutschen Kaiserreiches unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der römisch-katholischen Kirche sowie der politisch-parlamentarischen Vertretung der katholischen Bevölkerung des Reiches (insbesondere der Zentrumspartei) zwischen 1871 und 1891. Streitpunkte waren die Aufhebung der katholischen Abteilung des preußischen Kultusministeriums durch Bismarck, das Festhalten der Kirche am Unfehlbarkeitsdogma, die Einführung der Zivilehe sowie die Repressionen gegen katholische Geistliche und der Einfluss des Staates auf die Kirche. Nach dem "Kanzelparagraphen" 1871 (Änderung des Strafgesetzbuches, wonach es Geistlichen aller Religionen verboten war, sich in Ausübung ihres Amtes in öffentlichen Stellungnahmen politisch zu äußern, galt bis 1953), dem Verbot der Jesuitenniederlassungen 1872 und der Einführung der staatlichen Schulaufsicht, bildeten die sogenannten Maigesetze 1873 (staatliche Kontrolle von Ausbildung und Einstellung der Geistlichen) den Höhepunkt des Kulturkampfes. Die Verschärfung der Bestimmungen über die Verwaltung des Kirchenvermögens beendete 1878 die  Kulturkampfgesetzgebung. Die 1886 und 1887 erlassenen "Friedensgesetze" führten schließlich zur Beilegung des Konflikts. “ mußte sich 1876 nach schwerer polizeilicher Verfolgung auflösen. Erst ein dritter Versuch war auf Dauer erfolgreich, diesmal begünstigt durch die Kräftekonstellation an der „Nahtstelle des Übergangs“ vom Bismarckschen ins Wilhelminische Zeitalter (1).

Franz Hitze (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 54KB)
Franz Hitze, Porträtfoto. (Konrad-Adenauer-Stiftung/Archiv für Christlich-Demokratische Politik - Fotoarchiv)

1. Gründung und Blütezeit im wilhelminischen Deutschland

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, waren der Vereinsgründung heftige Auseinandersetzungen vorausgegangen. Anfängliche Impulse zur Bildung einer neuen Massenorganisation zielten darauf, die antikatholischen Ausfälle des 1886 gegründeten „Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen“ zu beantworten. Im Interesse des konfessionellen Friedens wurde aber die antiprotestantische Stoßrichtung, wie sie der Kreis um Felix Freiherrn von Loë-Terporten (1825–1896) favorisierte, nach mehrfachen konzeptionellen Modifizierungen und massiven Interventionen des Zentrumsführers Ludwig Windthorst (1812–1891) fallengelassen. Stattdessen erhielt die Neugründung eine vornehmlich sozialpolitische Ausrichtung, wie sie von den Protagonisten des Verbandes katholischer Industrieller und Arbeiterfreunde „Arbeiterwohl“, dem Paderborner Priester Franz Hitze (1851–1921) und dem Mönchengladbacher Textilfabrikanten Franz Brandts, angeregt worden war.

Franz Brandts (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 88KB)
Franz Brandts, Porträtfoto. (Rheinisches Bildarchiv Köln)

Am 24.10.1890 konstituierte sich in Köln der Volksverein für das katholische Deutschland. Die von Windthorst entworfenen Statuten bestimmten als Vereinszweck „die Bekämpfung der Irrthümer und der Umsturz-Bestrebungen auf socialem Gebiete“ sowie „die Vertheidigung der christlichen Ordnung in der Gesellschaft“ (2). In der Fassung der Satzung von 1906 lautete das Vereinsziel: „die Belehrung des deutschen Volkes über die aus der neuzeitlichen Entwicklung erwachsenen sozialen Aufgaben und die Schulung zur praktischen Mitarbeit an der geistigen und wirtschaftlichen Hebung aller Berufsstände“ (3).

Windthorst selbst sorgte für eine enge Verflechtung des Volksvereins mit den rheinischen Wegbereitern katholischer Sozialpolitik. Franz Brandts übernahm auf Windthorsts Bitte den Vorsitz des Volksvereins. Der junge Kölner Rechtsanwalt Karl Trimborn wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden und Franz Hitze zum Schriftführer gewählt. Der Vorstand des Volksvereins rekrutierte sich zur Hälfte aus Mitgliedern des Verbandes „Arbeiterwohl“. „Jeder unbescholtene großjährige katholische Deutsche“ konnte Mitglied werden (4). Ein geringer Jahresbeitrag von (mindestens) einer Mark begünstigte zunächst eine ständig wachsende Mitgliederzahl. Die Finanzierung der kostenintensiven Volksvereinsarbeit blieb aber von der Mitgliederentwicklung und Zahlungsmoral der Ortsgruppen abhängig.

Mit seiner praxisorientierten Bildungsarbeit leistete der Volksverein einen entscheidenden Beitrag für eine wegweisende Neuorientierung sozialen Denkens und Handelns im deutschen Katholizismus, insofern er die Bewältigung der sozialen Frage vom Boden der modernen Industriegesellschaft aus betrieb. Nicht mehr die systemverändernde „Sozialreform“, also der vollständige Neubau der Gesellschaft war das Ziel sozialen Engagements, sondern die an der katholischen Gesellschaftslehre orientierte systemkorrigierende „Sozialpolitik“ zur Überwindung des „Klassenkampfes“. Orientierungspunkt des „realpolitischen“ Engagements war die Enzyklika Leos XIII. „Rerum novarum“ vom 15.5.1891. Die programmatischen Forderungen des Volksvereins gingen aber noch über die päpstlichen Vorgaben hinaus und lauteten: Fortsetzung der staatlichen Sozialpolitik, Ausbau der Arbeiterschutzgesetzgebung, Beseitigung der Fabrikarbeit verheirateter Frauen, Förderung genossenschaftlicher Selbsthilfe, Sicherung des Koalitionsrechts, Tarifautonomie, Anhebung der Reallöhne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung durch öffentlich-rechtliche Arbeitskammern und „konstitutionelle Betriebssysteme“, ferner im politischen Raum gleiches Wahlrecht und stärkere politische Mitwirkung (5).

Die Integration der durch den „Kulturkampf Krise des Deutschen Kaiserreiches unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der römisch-katholischen Kirche sowie der politisch-parlamentarischen Vertretung der katholischen Bevölkerung des Reiches (insbesondere der Zentrumspartei) zwischen 1871 und 1891. Streitpunkte waren die Aufhebung der katholischen Abteilung des preußischen Kultusministeriums durch Bismarck, das Festhalten der Kirche am Unfehlbarkeitsdogma, die Einführung der Zivilehe sowie die Repressionen gegen katholische Geistliche und der Einfluss des Staates auf die Kirche. Nach dem "Kanzelparagraphen" 1871 (Änderung des Strafgesetzbuches, wonach es Geistlichen aller Religionen verboten war, sich in Ausübung ihres Amtes in öffentlichen Stellungnahmen politisch zu äußern, galt bis 1953), dem Verbot der Jesuitenniederlassungen 1872 und der Einführung der staatlichen Schulaufsicht, bildeten die sogenannten Maigesetze 1873 (staatliche Kontrolle von Ausbildung und Einstellung der Geistlichen) den Höhepunkt des Kulturkampfes. Die Verschärfung der Bestimmungen über die Verwaltung des Kirchenvermögens beendete 1878 die  Kulturkampfgesetzgebung. Die 1886 und 1887 erlassenen "Friedensgesetze" führten schließlich zur Beilegung des Konflikts. “ weitgehend isolierten katholischen Bevölkerungsminorität in die Gesellschaft war damit ein Stück weiter vorangebracht und wurde nicht zuletzt auch durch die seit 1906 als neues Tätigkeitsfeld des Volksvereins übernommene staatsbürgerliche Bildung gefördert. Damit erfuhr die sozialpolitische Exklusivität der Programmatik eine entscheidende Modifikation. In Zusammenarbeit mit der Zentrumspartei übernahm der Volksverein die staatsbürgerliche Schulung und Mobilisierung der katholischen Wähler. Auch wenn der Volksverein auf unmittelbares Wahlengagement, auf die Nominierung eigener Kandidaten oder auf Stellungnahme bei innerparteilichen Konflikten verzichtete, bot er dennoch den Mitgliedern ein beträchtliches „Artikulations- und Emanzipationspotential“ (6).

Die verschärfte Kirchenaustrittspropaganda des revolutionären Sozialismus zwang den Volksverein schließlich dazu, die populäre Apologetik zu intensivieren. Der Verein betrieb sie aber nicht als konfessionelle Polemik im Stil des „Evangelischen Bundes“, sondern versuchte, Angriffe, „welche in neuester Zeit gegen die Grundwahrheiten des Christentums von atheistischer Seite erhoben und von der Sozialdemokratie ins Volk getragen werden“, zurückzuweisen (7). Entkirchlichung und Dechristianisierung sollten vom Boden des katholischen Christentums aus überwunden, „säkulare Sinnstiftungen“ und Ersatzreligionen, Antisemitismus Griechisch-neulateinisch, (1) Abneigung oder Feindschaft gegenüber den Juden, (2) politische Bewegung mit ausgeprägten judenfeindlichen Tendenzen. Den Begriff Antisemitismus prägte 1879 der deutsche Publizist Wilhelm Marr (1818-1904). und Rassismus eingedämmt werden.

2. Organisationsnetz und Tätigkeitsbereiche

An der Spitze der Vereinsorganisation, die ihr gesetzliches Domizil zunächst im hessischen Mainz, dem traditionellen Vorort der katholischen Bewegung, und dann seit 1908 in Mönchengladbach hatte, stand ein Gesamtvorstand. Er umfasste mindestens sieben Mitglieder und seit der Satzungsänderung von 1906 mindestens 24 Personen nebst dem Generaldirektor. Die Vorstandsmitglieder wurden von der alljährlich – in der Regel während des deutschen Katholikentags – stattfindenden Generalversammlung auf zwei Jahre gewählt. Der „engere Vorstand“ setzte sich aus dem Ersten und Zweiten Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Schatzmeister sowie aus drei bis sieben Beisitzern zusammen. Er führte die Beschlüsse des Gesamtvorstandes und der Generalversammlung aus, vertrat den Verein nach außen, verwaltete sein Vermögen und befand über die Anstellung des Generaldirektors, der die Zentralstelle in Mönchengladbach leitete. Deren erster Geschäftsführer wurde 1890 der Präses des St.-Josefs-Asyls in Köln Dr. Josef Drammer (1851–1929). Infolge Arbeitsüberlastung legte er bereits Ende 1891 sein Amt (1) Dienst, (2) im Territorialstaat vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches Verwaltungsbezirk, kleinste Verwaltungseinheit, (3) seit den 1920er Jahren bis zur 1975 abgeschlossenen kommunalen Neugliederung Bezeichnung für einen Gemeindezusammenschluss, (4) Bezeichnung für Zunft. nieder, meinte er doch, „daß seine Arbeit auch recht wohl von Laien geleistet werden könnte“ (8). Der Vorstand hielt aber „gerade die Autorität und Erfahrung eines Geistlichen“ für unerlässlich (9) und stellte diesem Vorverständnis entsprechend in der Folge (mit einer Ausnahme) (10) nur Kleriker als Generaldirektoren an. Als Nachfolger Drammers übernahm August Pieper von 1892 bis 1919 diese Aufgabe.

August Pieper (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 47KB)
August Pieper, Porträtfoto.

Mittelpunkt der Vereinsorganisation und „brain trust“ (11) für den deutschen Verbandskatholizismus wurde die Zentralstelle in der niederrheinischen Textilindustriestadt Mönchengladbach. Formell nur ausführendes Organ des engeren Vorstandes entfaltete hier ein Stab wissenschaftlich vorgebildeter Beamter unter der Leitung des Generaldirektors eine intensive publizistische und organisatorische Tätigkeit. 1909 bestanden an der Zentralstelle Abteilungen für kommunalpolitische, sozialpolitische, landwirtschaftliche Fragen, für Mittelstandsfragen, Arbeiterfragen und soziales Vereinswesen, für Finanz- und Steuerfragen, für volkswirtschaftliche Fragen und für Volksbildung und Volkserziehung, ferner die apologetische Abteilung. In Anlehnung an die Volksvereinszentrale arbeitete das von Carl Sonnenschein geleitete „Sekretariat Sozialer Studentenarbeit (SSS)“. Der Zentralstelle angeschlossen waren die fortlaufend erweiterte „Sozialwissenschaftliche“ und „Apologetische“ Bibliothek, die „Soziale und Apologetische Auskunftsstelle“ für Fragen insbesondere der Sozialversicherung, des Arbeitsschutzes und der populären Apologetik mit umfassender Pressedokumentation und ein „Soziales Archiv“ mit zeitweiligem Sitz in Berlin (1907–1919), welches das anfallende Schriftgut zur Sozialgesetzgebung erfaßte, sammelte und im Hinblick auf die parlamentarische Praxis der Zentrumspolitiker systematisch auswertete. Zur Entlastung des Generaldirektors wurde 1903 an der Zentralstelle ein Direktorium Lateinisch, Vorstand, leitende Behörde. Von 1795-1799 im revolutionären Frankreich die oberste Regierungsbehörde (Directoire). gebildet. Während der Direktor Heinrich Brauns für die äußere Organisation, Werbung, Kursus- und Konferenzarbeit zuständig war, verwaltete der Direktor Wilhelm Hohn (1871–1954) die innere und finanzielle Organisation des Vereins. Zugleich übernahm er die Geschäftsführung des expandierenden Volksvereins-Verlages und seiner Tochtergesellschaften.

Heinrich Brauns (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 62KB)
Heinrich Brauns, Porträtfoto. (Konrad-Adenauer-Stiftung/Archiv für Christlich-Demokratische Politik - Fotoarchiv)

Als „Verlagsabteilung“ der Zentralstelle wurde der Volksvereins-Verlag in der juristischen Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung 1905 gegründet. Die Gesellschaft unterhielt am Mönchengladbacher Hauptsitz einen Druckerei- und Buchbindereibetrieb und verlegte die Schriften und Flugblätter des Volksvereins und anderer katholischer Verbände. 1914 beschäftigten Zentralstelle und Verlag in Mönchengladbach 173 hauptamtliche Kräfte.

Auf Beschluss des Vorstandes wurde 1909 die „Lichtbilderei“ als selbständige Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet: Sie war „die bedeutendste kirchliche Filmeinrichtung in der Frühzeit der Kinematographie“, galt als „das größte gemeinnützige Filmverleihinstitut in Deutschland“ und leistete einen gewichtigen Beitrag zur katholischen und kommunalen „Filmreformbewegung“ (12).

Im Auftrag der Mönchengladbacher Zentrale agierten als Mittelinstanz Landes- und Diözesanvertreter, auf regionaler Ebene schließlich Kreis- und Bezirksgeschäftsführer. An Ort und Stelle hatten die Geschäftsführer vor allem für die Werbung und Schulung von Vertrauensleuten zu sorgen. Letztere galten als das „Rückgrat“ des Vereins (13). Als Redner und Multiplikatoren der Vereinsanliegen bemühten sich die Vertrauensleute um die Gewinnung neuer Mitglieder, kassierten den Jahresbeitrag, verteilten die Vereinsschriften und sollten einen engen Kontakt zwischen Mitgliedern, Geschäftsführern und Zentralstelle gewährleisten (14).

In räumlicher Nähe und trotz organisatorischer Unabhängigkeit in enger Anlehnung an die Zentralstelle des Volksvereins arbeiteten die Verbandszentrale der mitgliederstarken katholischen Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands und ihr wöchentlich erscheinendes Organ, die „Westdeutsche Arbeiterzeitung“. In personeller und finanzieller Kooperation mit den katholischen Arbeitervereinen unterhielt der Volksverein im Jahre 1900 an 29 Orten sogenannte Volksbureaus oder Arbeitersekretariate. Ihre Aufgabe war die Rechtsberatung in allen Fragen der Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung, ferner in Schul-, Steuer- und Militärsachen. Schließlich publizierte der Volksverein für die Führungskräfte der katholischen „Standesvereine“ die „Präsides-Korrespondenz“ und unterstützte die Entstehung und Entwicklung der im katholischen Lager umstrittenen interkonfessionellen Christlichen Gewerkvereine. Als „geistiges und organisatorisches Gravitationszentrum des politisch-sozialen Verbandskatholizismus“ (15) in Deutschland wurde der Volksverein Anreger ähnlicher Organisationen in der Schweiz, Italien, Luxemburg, Österreich und Ungarn, aber auch im überseeischen Ausland.

Für die Binnenkommunikation des Vereins wie für die Schulung der Mitglieder bediente sich die Zentralstelle vornehmlich der klassischen Druckmedien des Volksvereins-Verlags. Daneben kamen aber auch Lichtbilder, Filme und Schallplatten zum Einsatz, seit 1924 wurde gelegentlich auch der Hörfunk genutzt. Sechsmal im Jahr (bis 1910 achtmal) erhielten alle Vereinsmitglieder über die Vertrauensmänner die wegen ihres Umschlags sogenannten „roten Hefte“ mit Aufsätzen oder Lehreinheiten zu sozialen, politischen oder auch religiösen Fragen. Für die weiblichen Mitglieder erschienen seit 1913 die sogenannten „gelben Hefte“ unter dem Titel „Die Frau im Volksverein“. Organisatorische Fragen behandelten die „Mitteilungen an die Geschäftsführer“, die 1915 in einer Auflage von etwa 8.000 Exemplaren vertrieben wurden. Dazu kamen mehrere sozialpolitische, staatsbürgerliche und apologetische Schriftenreihen und Periodika, die 1914 eine Auflage von über 17 Millionen Exemplaren erreichten. Die „Sozial(politisch)e“ und die „Apologetische Korrespondenz“ wurden alle zwei Wochen mehr als 300 Zeitungen unentgeltlich zugestellt. Zur Abwehr sozialdemokratischer Agitation und atheistischer Propaganda ließ die Zentralstelle sozialpolitische, apologetische, „gemeinnützige“ und Agitationsflugblätter herstellen und planmäßig verbreiten. Ihre Auflage betrug 1914 89 Millionen Exemplare. Ergänzt wurde die publizistischen Aufklärungsaktionen durch Großveranstaltungen, Ortsversammlungen für die „ganze Gemeinde“, vereinsinterne Aussprachekreise oder Vorträge.

Carl Sonnenschein (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 55KB)
Carl Sonnenschein, Porträtfoto. (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland - RWB21812)

Die Bestände der sozialwissenschaftlichen und apologetischen Spezialbibliothek an der Zentralstelle standen den Vereinsmitgliedern zur unentgeltlichen Ausleihe zur Verfügung. Gegen eine Gebühr von 50 Pfennigen in Briefmarken erteilte die „Soziale Auskunftsstelle M.Gladbach“ schriftliche Auskunft in arbeits- und versicherungsrechtlichen Fragen, während die „Apologetische Auskunftsstelle“ religiöse Anfragen bearbeitete.

Neben die Bildungs- und Informationsaufgaben trat die „Führerschulung“, gewissermaßen „der zweite Bildungsweg des deutschen Katholizismus“ (16). Seit 1892 führte die Zentralstelle einwöchige „praktisch-soziale Kurse“ durch, die jeweils mehrere hundert Teilnehmer zählten. Diese kurzen Einführungen wurden von 1901 an – schon fünf Jahre vor der Einrichtung der sozialdemokratischen Parteischule in Berlin – durch zehnwöchige „volkswirtschaftliche“ Intensivkurse ersetzt. Sie wurden von der Zentralstelle veranstaltet, um den Teilnehmern jene theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, „welche dieselben befähigen, in der christlichen Arbeiterbewegung und zwar in Arbeiter- und Gewerkvereinen erfolgreich tätig zu sein als Vorstandsmitglieder, Schriftführer, Vortragsredner, Diskussionsredner, als Mitarbeiter an der Arbeiterpresse, als Leiter von Zahlstellen, Genossenschaften, Kranken- und Sterbekassen, als Beisitzer von Gewerbegerichten, evtl. auch als freigestellte Arbeiter- und Gewerkschaftssekretäre“ (17).

Neben den volkswirtschaftlichen Kursen, die bei Kriegsausbruch bereits von 722 Teilnehmern erfolgreich besucht worden waren, führte der Volksverein auch soziale Kurse für Handwerker, Kaufleute, Landwirte, Beamte und Lehrer durch. Kleriker wurden zur regelmäßigen Abhaltung „sozialer Konferenzen“ eingeladen. Zur Qualifizierung des Eigenbedarfs an Nachwuchskräften für die Mönchengladbacher Zentralstelle gewährte der Volksverein jungen Geistlichen oder Laien Stipendien zum Studium der Nationalökonomie Veraltete Bezeichnung für Volkswirtschaftslehre. .

Die vielfältigen Aktivitäten des Volksvereins fanden einen ungewöhnlich großen Anklang bei den deutschen Katholiken. Im ersten Jahr nach der Konstituierung zählte der Volksverein bereits 108.889 Mitglieder. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges erreichte der Volksverein schließlich mit 805.909 Mitgliedern – einschließlich 60.000 ehrenamtlichen Vertrauensmännern – den Höchststand seiner Entwicklung. Große Probleme hatte der Volksverein allerdings, in ländliche Gebiete vorzudringen und alle „Stände“ für eine Mitarbeit bei den erstrebten sozialpolitischen Reformen zu gewinnen. Auch wuchs der „Abstand zwischen dem Volksverein und der viel jüngeren sozialdemokratischen Parteiorganisation [...] von Jahr zu Jahr beträchtlich“ (18). 1909 quantitativ noch etwa gleichstark, überrundete die SPD den Volksverein in der Folgezeit und zählte 1914 bereits 1.085.905 eingeschriebene Mitglieder.

Karl Trimborn (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 106KB)
Karl Trimborn, Porträtfoto. (Rheinisches Bildarchiv Köln)

3. Anfechtungen in der Modernismuskrise und Mitgliederrückgang im Ersten Weltkrieg

Aber nicht die rasante Mitgliederentwicklung der als Gegner bekämpften Sozialdemokraten stellte die Existenz des Volksvereins grundsätzlich in Frage, sondern Kritik aus den eigenen Reihen. In dem Streit um den konfessionellen oder politischen Charakter der Zentrumspartei sowie in der Frage nach der Erlaubtheit der Christlichen Gewerkschaften vertrat der Volksverein engagiert die interkonfessionelle „Kölner“ oder auch „Gladbacher Richtung“ zusammen mit dem westdeutschen Zentrum und dessen Sprachrohr, der „Kölnischen Volkszeitung“. Deshalb kam es zu langwierigen Auseinandersetzungen mit der „Berliner Richtung“. Kardinal Kopp (1837–1914), von der „Verseuchung des Westens“ überzeugt (19), beklagte die „in München-Gladbach betriebene krankhafte Interkonfessionalisierung und Laicisierung“ (20). In seiner Breslauer Diözese unterband er vorerst jede weitere Neugründung von Ortssektionen des Volksvereins und empfahl seinen Bischofskollegen, den beherrschenden Einfluß der Mönchengladbacher Zentralstelle einzudämmen und den Volksverein in Diözesanverbände aufzulösen. Im September 1910 drohte er sogar mit der kirchenamtlichen Verurteilung des Volksvereins. Wenn er auch seinen Andeutungen keine entsprechenden Schritte bei der römischen Kurie folgen ließ, so taktierte er doch mit ihnen und bewirkte damit ungewollt eine Reihe von Interventionen. Zentrumsführung, Reichsleitung und einige deutsche Bischöfe brachten in Rom ihre Bedenken zur Sprache. Im Oktober 1910 ließ die römische Kurie ein päpstliches Einschreiten gegen den Volksverein als haltloses Gerücht dementieren. Doch sah sich der „präterepiskopale“ (21) Volksverein weiterhin internen Weisungen des mißtrauischen Episkopats gegenüber. Seinem mehrfach geäußerten Wunsch, einen bischöflichen Vertreter in seinen Vorstand aufzunehmen, hat sich der Volksverein erfolgreich widersetzt. Dagegen war der Vorstand nach einigem Widerstreben bereit, den Bischöfen alljährlich in einer besonderen Denkschrift Informationen über die Vermögenslage zu geben. Ohne das Placet sowohl des Heimatbischofs wie des Kölner Ortsbischofs durfte der Vorstand keine Geistlichen als Mitarbeiter des Volksvereins mehr anstellen.

Wilhelm Marx (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 117KB)
Wilhelm Marx, 1926, Porträtfoto (LVR-Zentrum für Medien und Bildung)

Von einer Welle nationaler Begeisterung ebenso mitgerissen wie andere Weltanschauungsgruppen, hatte der Volksverein mit Kriegsbeginn im August 1914 seine Tätigkeit ganz in den Dienst der Vaterlandsverteidigung gestellt. Für die Vereinsleitung, wie für den politischen Katholizismus insgesamt, bestand überhaupt kein Zweifel daran, daß das Reich einen gerechten Verteidigungskrieg führe. Folglich betrieb der Volksverein die „geistige, sittliche, vaterländische und nationale, wirtschaftliche und volkswohlfahrtspflegende Stärkung der Heimatarmee“ (22). Diesem Zweck dienten zahlreiche „vaterländische Kundgebungen“ und über 14 Millionen gedruckte Exemplare einer Fülle von Schriften und Flugblättern; nicht zuletzt wurden auch finanzielle Beiträge in Form von „Kriegsanleihen“ gezeichnet. Diese organisatorisch nicht unerhebliche „Kriegsarbeit“ konnte den allmählichen Niedergang nicht aufhalten. Das elsässische Landessekretariat mußte während des Krieges aufgehoben werden und der Hefteversand in die Reichslande, die größtenteils zum Kriegsoperations- und Grenzfestungsbereich gehörten, zeitweilig eingestellt werden. Die Mehrzahl der Bezirkssekretariate wurde geschlossen. Infolge kriegsbedingten Umsatzrückgangs war auch die überschuldete Lichtbilderei GmbH des Volksvereins Ende 1918 „praktisch bedeutungslos geworden“ (23). Die Zahl der Vereinsmitglieder sank auf 539.085 im April 1918. Damit hatte der Volksverein während des Ersten Weltkrieges rund ein Drittel seiner Mitglieder verloren.

Dieser „Aderlass“ war keineswegs ausschließlich kriegsbedingt. Vielmehr geriet der Volksverein zunehmend unter den „Druck der Spannungen zwischen bürgerlich dominierter Zentrumsmehrheit und [katholischer] Arbeiterbewegung“ (24), die den Generaldirektor Pieper zur endgültigen ResignationLateinisch-mittellateinisch, (1) sich einfügen in scheinbar Unabänderliches, (2) Amtsverzicht, ein Amt niederlegen. veranlaßten. Unmittelbar nach Kriegsende, am 11.11.1918, verzichtete er demonstrativ auf seine Abgeordnetenmandate in Reichstag Bezeichnung für (1) seit 1495 für die Versammlung der deutschen Reichsstände,  (2)  das deutsche Parlament 1871-1933,  (3) die Legislativen in Finnland, Schweden und Japan, (4) als Kurzform für das 1894 bezogene Reichstagsgebäude in Berlin, seit 1999 Sitz des Deutschen Bundestags. und Abgeordnetenhaus und legte am 2.12.1918 auch die Leitung der Volksvereins-Zentralstelle nieder (deren Geschäfte er noch bis zum 1.4.1919 versah), um künftig „unbelastet“ von „integralen“ Vorhaltungen als „freier Mitarbeiter“ für den Volksverein tätig zu sein (25).

4. Die Konkurrenz der Verbände

Im „deutschen Volksstaat“ von Weimar konnte der Volksverein zunächst von der Mobilisierung der katholischen Bevölkerungsminorität – insbesondere der erstmals mit Wahlrecht ausgestatteten Frauen – gegen die „kulturkämpferischen“ Provokationen der Revolutionsregierungen profitieren. Der Mitgliederrückgang während des Ersten Weltkrieges konnte weitgehend ausgeglichen werden. Pragmatisch stellte sich die Führung des Volksvereins auf die neue politische Lage ein, nahm trotz kriegsbedingter Organisationsprobleme eine Aufgabenerweiterung vor und versagte sich nicht der politischen Mitwirkung bei der Begründung der deutschen Republik von Weimar. Umso mehr überrascht der Befund, dass der Volksverein seit 1922 einen kontinuierlichen Rückgang an Mitgliedern und damit an Bedeutung und Einfluss zu verzeichnen hatte, obwohl die innerkatholischen Anfeindungen, denen er sich während des „Gewerkschaftsstreits“ ausgesetzt sah, ebenso deutlich abgeklungen waren wie die während des Weltkrieges aufgetretenen „Polarisierungstendenzen“. Auch in den relativ ruhigen Jahren des republikanischen Alltags, in dem die Katholiken trotz unveränderter statistischer Minderheitslage ihre vollständige staatsbürgerliche „Parität“ erlangten, war eine Stabilisierung der Mitgliederbewegung nicht mehr zu erreichen. Die vermeintliche Konsolidierung in den ersten drei Nachkriegsjahren erwies sich im nach hinein als Inkubationsphase einer Strukturkrise. Die Anzahl der Mitglieder sank kontinuierlich ab und erreichte im Krisenjahr 1928 einen Tiefstand von 417.288 Mitgliedern (1932: 330.017 Mitglieder). Im Vergleich zum Jahr 1914 war damit der Mitgliederbestand fast halbiert worden. Nur infolge eines auf über 20 Prozent angewachsenen Frauenanteils ließ sich der signifikante Einbruch in der Zahl der männlichen Vereinsmitglieder statistisch wenigstens teilweise ausgleichen.

Die Entwicklung des Volksvereins war infolge vielfältiger Verflechtungen mit dem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess des politischen Katholizismus in der Weimarer Republik Bezeichnung des präsidialen und parlamentarischen Regierungssystems in Deutschland zwischen 1919 und 1933. Gebräuchliche Bezeichnung der gesamten Epoche deutscher Geschichte zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Benannt nach dem Tagungsort der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar. verknüpft. Im republikanischen Alltag unterstützte der Volksverein die angesichts politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten weitgehend unpopuläre Regierungsverantwortung der Zentrumspartei aus christlicher Verantwortung, was seine Anziehungskraft in jenen katholischen Kreisen erheblich beeinträchtigte, die an der wechselnden politischen Zusammenarbeit entweder mit den Sozialdemokraten oder mit den Deutschnationalen aus weltanschaulichen Gründen Anstoß nahmen. Weiterhin erschwert wurde die Volksvereinsarbeit durch eine vielfältig gespeiste innerkatholische Kritik an der „Überorganisation“ des kirchlichen Verbandswesens, die besonders in den Jahren 1921 bis 1924 lebhaft diskutiert wurde. Diese Grundsatzdebatte vermochte den Volksverein nicht erkennbar zu bedrohen, wohl aber haben deutliche Schwerpunktverlagerungen innerhalb des Verbandskatholizismus den Handlungsspielraum des Volksvereins zusehends eingeengt. Sein Zuständigkeitsbereich wurde durch die Konkurrenz katholischer Spezialorganisationen sukzessive eingeengt.

Schon am Vorabend des Ersten Weltkrieges war es dem „Katholischen Frauenbund“ mit episkopaler Rückendeckung gelungen, die systematische Werbung weiblicher Mitglieder durch den Volksverein weitgehend zu unterbinden. Vor allem der energisch vorangetriebene und vom Episkopat geförderte Ausbau der „Katholischen Schul-Organisation“ drohte schon nach Ansicht von Zeitgenossen den Weiterbestand des Volksvereins ernstlich in Frage zu stellen. Durchaus mögliche und immer wieder erörterte Fusionspläne scheiterten am Beharrungsvermögen der Schulorganisation und ihres tatkräftigen Generalsekretärs Wilhelm Böhler (1891–1958). Auch die bisher unangefochtene Position des Volksvereins als organisatorisch durchaus selbständige Massenorganisation des Zentrums wurde durch den forcierten Aufbau einer eigenen Parteiorganisation ernstlich in Frage gestellt. Sogar die vom Volksverein maßgeblich geförderten und gegen so manche Anfeindung mit Nachdruck verteidigten katholischen Arbeitervereine und christlichen Gewerkschaften führten mittlerweile ihre Bildungsarbeit und Funktionärsschulung fast ausschließlich in eigener Regie durch. Schließlich entstanden auch noch Kompetenzkonflikte mit dem mächtigen „Deutschen Caritasverband“; und selbst mit dem zahlenmäßig schwachen „Friedensbund Deutscher Katholiken“ kam es zu Streitigkeiten. Der Einfluß des Volksvereins auf das dynamische katholische Jugendverbandswesen oder die Jugendbünde, die aufgrund ihres generationsspezifischen Lebensgefühls deutliche Vorbehalte gegenüber dem überkommenen Organisationswesen pflegten, sank zusehends. Selbst auf seinem Hauptfeld, der Erwachsenenbildung, blieb der Volksverein nicht unangefochten, wie die unerquicklichen Auseinandersetzungen mit dem „Zentralbildungsausschuß der katholischen Verbände Deutschlands“ zur Genüge verdeutlichten. Für den Volksverein zeichnete sich, was seine Verantwortlichen bitter beklagten, eine zunehmende Isolierung innerhalb des organisierten Katholizismus ab, nicht zuletzt wegen des Debakels der von August Pieper und Anton Heinen (1869–1934) maßgeblich betriebenen „sozialethischen Erweckungsarbeit“.

Anton Heinen (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 59KB)
Anton Heinen, Porträtfoto.

5. Die sozialethische Neuorientierung des Volksvereins

In Abkehr von der bisher gepflegten sozialpolitischen Aktion verlagerte sich das Schwergewicht der von Heinen und Pieper maßgeblich gestalteten Führerschulung auf die „Pflege der Volksgemeinschaftsarbeit“ (26). Dieses neue Leitbild der Volksgemeinschaft, das Linke wie Rechte gleichermaßen als Gegenentwurf zur fragmentarisierten Weimarer Gesellschaft konzipiert hatten, sollte durch „Gesinnungsreform“ und intensive Volksbildung in kleinen Arbeitsgemeinschaften verwirklicht werden. Die zentrale Kursustätigkeit des Volksvereins wurde nach einem Berliner Intermezzo seit 1923 nicht mehr in Mönchengladbach, sondern im sozialpädagogischen Laboratorium des Paderborner Franz-Hitze-Hauses durchgeführt. Auch der Adressatenkreis der „lebenskundlich“ überformten Kurse änderte sich. Anstelle haupt- oder nebenamtlicher Funktionäre aus den Wirtschaftsverbänden oder Parteiorganisationen sollten vornehmlich ehrenamtlich tätige „mittlere und kleinere Führer“ rekrutiert werden, denen aber infolge mangelnden Rückhalts an finanzkräftigen Organisationen die Bestreitung der Kurskosten vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung zunehmend schwerer fiel. Die von der Volksvereinszentrale in Paderborn durchgeführte Schulungsarbeit erreichte daher immer weniger die künftigen Führungskräfte des deutschen Katholizismus. Bei der Masse der einstigen Anhänger aus der Arbeiterschaft stieß die sozialpädagogische „Erweckungsarbeit“, die aber keinesfalls eine Abwendung von der staatspolitischen Partizipation bezwecken wollte, auf offene Ablehnung. Allenfalls bisher kaum erfasste Kreise des Landvolks und der Lehrerschaft ließen sich für die neuartigen „Führerarbeitsgemeinschaften“ gewinnen. Trotzdem hofften Heinen und Pieper auch weiterhin, mit der Propagierung von Gesinnungsreform und Volksgemeinschaft eine von keinem anderen Standesverein zu leistende übergreifende Aufgabe übernommen zu haben, die den Volksverein befähige, zur „Volksbewegung ähnlich der Jugendbewegung“ zu werden (27). Doch war schon für die Zeitgenossen der Widerspruch zwischen der auf Massenmobilisierung zugeschnittenen Organisation mit seinem kostspieligen Apparat und der neuen „intensiven Elitebildung“ offenkundig.

6. Der finanzielle Zusammenbruch des Volksvereins-Verlages

Bei rückläufiger Mitgliederentwicklung ließ sich der Kapitalbedarf des Vereins bei ständig steigenden Organisationsunkosten nicht länger nur mit den Einnahmen aus den Jahresbeiträgen decken, zumal sich die Vereinstätigkeit infolge des forcierten Ausbaus der Landessekretariate zunehmend von der ehrenamtlichen auf die bezahlte Mitarbeit verlagert hatte. Das wachsende Defizit der Volksvereinsrechnung hat die Vereinsführung keinesfalls zu einer rigorosen Sparpolitik veranlasst. Vielmehr suchte der umtriebige Generaldirektor Hohn, die fraglich gewordene Finanzierung der Vereinsorganisation durch einen Ausbau der Verlags-GmbH zu einem vielgestaltigen Konzern, dem selbst Spekulationsgeschäfte nicht fremd waren, sicherzustellen. Die allzu großen Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. Die unrentablen Tochtergesellschaften und Beteiligungen belasteten das Konto der Verlags-Gesellschaft in einem existenzbedrohenden Ausmaß. Teure Bankkredite ließen sich nicht mehr rechtzeitig in langfristige Auslandsanleihen umwandeln. Und ein mit letzter Anstrengung angebahntes Versicherungsgeschäft, von dem sich Hohn allzu optimistisch die Lösung aller finanziellen Bedrängnisse versprach, scheiterte am Einspruch des Vorstandes. Liquiditätsspannungen führten schließlich 1929 in den Ruin des Konzerns und zur Entlassung Hohns. Umfangreiche Hilfsmaßnahmen und beträchtliche Zuwendungen aus dem katholischen Lager vermochten die Zahlungseinstellung des Volksvereins-Verlages nicht mehr abzuwenden, der auch noch die mittelständische „Gladbacher Gewerbebank“ mit sich in den Zusammenbruch riss, was die geschädigten Gewerbetreibenden, Sparer und Handwerker in Mönchengladbach in besonderem Maße gegen den Volksverein aufbrachte. Mit Hilfe der katholischen Verbände wurde 1930 auf Veranlassung der Hauptgläubiger die Aktiengesellschaft „Rheinische Druckerei“ gegründet, die dann Räume und Maschinen des zusammengebrochenen Volksvereins-Verlages pachtete, um wenigstens die Abtragung der dinglich gesicherten Schulden zu erwirtschaften.

Titelseite der Zeitschrift des Volksvereins (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 111KB)
Titelseite der Zeitschrift des Volksvereins für das katholische Deutschland, 1924. (Volksverein Mönchengladbach)

7. Rettungsversuche und neue Aufgaben

Die notwendige organisatorische wie personelle Reorganisation des Volksvereins wurde 1928 vom interimistischen Generaldirektor Brauns eingeleitet. Bei der intendierten Erneuerung war der Verein angesichts der erforderlichen finanziellen Solidaritätsopfer nicht nur auf das Wohlverhalten von Episkopat und Klerus angewiesen, sondern hatte auch die verfestigte Konkurrenzsituation im Verhältnis zu den katholischen Verbänden zu berücksichtigen. Angesichts dieses beengten Handlungsspielraums beabsichtigte Brauns offensichtlich die Umwandlung des Volksvereins in eine Art Zentrumsverein, der von Berlin aus schwerpunktmäßig staatsbürgerliche Bildungs- und Erziehungsarbeit durchführen sollte. Mit seinen Vorstellungen fand er aber nicht die erwünschte Zustimmung von Seiten des deutschen Episkopats. Gleichzeitig erfolgten massive Interventionen katholischer Organisationen gegen die dem Volksverein unterstellte Absicht, die Federführung der „Katholischen Aktion“ übernehmen zu wollen. Die Stellung des Volksvereins innerhalb dieser Katholischen Aktion blieb aber ebenso in der Schwebe wie insgesamt die Rezeption der Katholischen Aktion in Deutschland. Eine schon von argwöhnischen Zeitgenossen beklagte „Verkirchlichung“, das heißt eine stärkere Anbindung des Volksvereins an den Episkopat durch die im Dezember 1928 satzungsmäßig festgelegte „Eingliederung“ in die Katholische Aktion, war von Seiten der Vereinsleitung in erster Linie aus pragmatischen Gründen initiiert worden. Es handelte sich dabei zunächst um einen Hilferuf in finanzieller Bedrängnis und sollte dann auch die Bereitschaft des Volksvereins signalisieren, durch ein Abrücken vom früheren Konfrontationskurs aus der Isolation herauszufinden und fortan eine enge Kooperation mit Bischöfen und konkurrierenden Verbänden anzustreben. Zweifelsohne wollte der Verein durch die programmatische Neuorientierung sein Weiterbestehen legitimieren. So nahm er selbstbewusst für sich in Anspruch, manche Anliegen der Katholischen Aktion bereits realisiert zu haben, die er auch künftig weiterführen wolle.

Der Hilferuf des Volksvereins nach finanzieller und ideeller Unterstützung erreichte die Bischöfe zu einem Zeitpunkt, als sie vor dem Hintergrund der anhebenden Debatte um die Einführung der Katholischen Aktion in Deutschland eine neue Positionsbestimmung im Sinne einer stärkeren Anbindung des Verbandswesens an die Hierarchie erwogen und folglich eine „Verkirchlichung“ des Volksvereins begrüßen mussten. Doch waren sie nicht bereit, durch eigene Repräsentanten im reorganisierten Volksvereinsvorstand auch nach außen hin ihren Einfluss und ihre Verantwortung zu dokumentieren. Der Volksverein blieb auch weiterhin ein privater, kirchlich empfohlener Verein, dessen Vorstand aber grundlegend neugestaltet wurde. Ein Drittel aller Sitze im Gesamtvorstand wurde den Vertretern katholischer Standesorganisationen eingeräumt.

Konrad Algermissen (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 128KB)
Konrad Algermissen, um 1960, Porträtfoto. (Bistumsarchiv Hildesheim)

Im Einverständnis mit dem Episkopat hat der Verein seit 1929 unter seinem neuen Generaldirektor Josef van der Velden die Schulung der Mitglieder intensiviert. Die apologetische Arbeit des Dezernenten Konrad Algermissen (1889–1964) intendierte die Immunisierung der Katholiken gegen die in der pluralistischen Gesellschaft von Weimar ungehemmt expandierende Feuerbestattungs-, Freidenker- und Gottlosenpropaganda des „Neuheidentums“, gegen die Bolschewismusgefahr und die nationalsozialistische „Häresie“. Auch die traditionelle politische Bildungsarbeit wurde reorganisiert. Zur Unterstützung der katholischen Parteien in Wahlkampfzeiten entstand die „Staatspolitische Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände“, die sich gegen den „Radikalismus von rechts und links“ aussprach. Der Volksverein, der den „Rassenhass der Nationalsozialisten“ ebenso entschieden ablehnte wie den Klassenkampf der Kommunisten (28), reihte sich in die Abwehrfront des deutschen Katholizismus gegen den seit 1930 in bedrohlicher Weise anwachsenden Nationalsozialismus ein und trug damit die oberhirtlichen Abgrenzungsversuche entscheidend mit. Die apologetische und staatspolitische Defensive gegenüber Freidenkertum und Feuerbestattungsvereinen, Bolschewismus und Nationalsozialismus versuchte der Volksverein durch eine „positive“ Aufbauarbeit zu ergänzen. Auf der Grundlage der katholischen Soziallehre und der sozialen Tradition des Volksvereins mühte sich der Dezernent Heinrich Rommen (1897–1967) im „Königswinterer Kreis“ um eine Konkretisierung des von Papst Pius XI. (Pontifikat 1922-1939) empfohlenen berufsständischen Neubaus von Wirtschaft und Gesellschaft. Das neue Institut des Volksvereins für Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung führte 1932 eine vielbeachtete Studientagung über Idee und praktische Möglichkeiten der berufsständischen Ordnung durch und veranstaltete im gleichen Jahr in Mönchengladbach die erste „Soziale Woche“ des Volksvereins.

8. Der Untergang des Volksvereins im nationalsozialistischen Deutschland

Im Sog der nationalsozialistischen Revolution hat der Volksverein, der sich im Februar 1933 durch die Mitverantwortung des bemerkenswert deutlich gehaltenen Wahlaufrufes der katholischen Verbände in der Ablehnung des Nationalsozialismus exponiert hatte, bereits im März 1933 wie andere Verbände auch einen Positionswechsel vollzogen und versucht, in Verkennung des totalitären Wesens der Machthaber durch loyale Mitgestaltung seine weitere Existenz zu sichern. Von ständigen Finanznöten bedrängt und durch interne Reibereien belastet, hat die Vereinsleitung schließlich die Fusion mit der Katholischen Schul-Organisation gesucht und Böhlers Projekt eines „Katholischen Deutschen Volksbunds“ unterstützt. Der geplanten Selbstauflösung des Volksvereins kam aber der gewaltsame Zugriff des nationalsozialistischen Regimes zuvor, das infolge seines prinzipiell unbegrenzten Alleingeltungsanspruchs die Eigenständigkeit des katholischen Organisationswesens bedrohte. Folgerichtig schloss das Regime am 1.7.1933 in einer zentral gesteuerten Polizeiaktion die Geschäftsstellen des Volksvereins, beschlagnahmte sein Vermögen und inhaftierte vorübergehend den Generaldirektor und einige Mitarbeiter in der Zentralstelle und den angeschlossenen Sekretariaten. Im Vorfeld der Unterzeichnung des „Reichskonkordats“ kamen staatliche wie kirchliche Verhandlungspartner am 17.7.1933 gemeinsam überein, den Volksverein endgültig aufzulösen.

Das nationalsozialistische Regime, das nicht auf einen gerichtsförmlichen Triumph über die „Zentrums-Korruption im Volksverein“ (29) verzichten wollte, musste sich aber auf eine propagandistische und wirtschaftliche Instrumentalisierung des Volksvereinsendes beschränken, da die strafrechtliche „Abrechnung“ scheiterte. Die Angeklagten des spektakulären Dessauer-Prozesses wurden im Dezember 1933 vom Landgericht in Mönchengladbach freigesprochen (30), und das Verfahren des sogenannten großen Volksvereins-Prozesses wurde schließlich auf ministerielle Anweisung im Januar 1935 eingestellt. Inzwischen hatte die Mehrzahl der stellungslos gewordenen Laien-Mitarbeiter des aufgelösten Volksvereins nur mühsam mit Hilfe des Berliner „Caritas-Notwerks“ auf dem Arbeitsmarkt untergebracht werden können.

Johannes van der Velden (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 123KB)
Johannes van der Velden, Porträtfoto. (Bischöfliches Diözesanarchiv Aachen - Fotosammlung)

Den nach 1945 zaghaft unternommenen und von katholischen Politikern durchaus erwünschten Versuchen, den Volksverein wieder zu begründen, war kein Erfolg beschieden. Nicht nur die Reserve der meisten Bischöfe gegenüber dem überdiözesan agierenden Verbandswesen dürfte ausschlaggebend gewesen sein. Noch bedeutsamer war die von ihnen eingeleitete Strukturveränderung innerhalb des aufgefächerten „Laienapostolats“, das durch regionale und diözesane Katholikenausschüsse sowie landesweit durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zusammengefasst werden sollte. Dieses nach langwierigen Bemühungen erreichte „Koordinatensystem“ (31) wäre aber, wie der einflussreiche Bischofsberater Böhler befürchtete, durch die Wiederbelebung einer politisch ambitionierten katholischen Massenorganisation grundsätzlich in Frage gestellt worden. Angesichts der beschleunigten „Erosion des katholischen Milieus“ infolge von Säkularisierungsschub, Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils und gesellschaftlichem Wertewandel musste ein katholischer Massenverein überholt erscheinen, zumal ein Teil seiner Aufgaben von Forschungseinrichtungen, Sozialen Seminaren, Arbeitsstellen oder Akademien in kirchlicher Trägerschaft übernommen worden war. Nicht zuletzt war aber der skandalöse Zusammenbruch des Volksvereins-Verlages, dessen schwebende Finanzfragen erst im Jahre 1975 abschließend geregelt werden konnten, Grund genug dafür, auf eine Wiederbegründung des Volksvereins zu verzichten.

Anmerkungen

(1) Morsey, Rudolf, Die deutschen Katholiken und der Nationalstaat zwischen Kulturkampf Krise des Deutschen Kaiserreiches unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der römisch-katholischen Kirche sowie der politisch-parlamentarischen Vertretung der katholischen Bevölkerung des Reiches (insbesondere der Zentrumspartei) zwischen 1871 und 1891. Streitpunkte waren die Aufhebung der katholischen Abteilung des preußischen Kultusministeriums durch Bismarck, das Festhalten der Kirche am Unfehlbarkeitsdogma, die Einführung der Zivilehe sowie die Repressionen gegen katholische Geistliche und der Einfluss des Staates auf die Kirche. Nach dem "Kanzelparagraphen" 1871 (Änderung des Strafgesetzbuches, wonach es Geistlichen aller Religionen verboten war, sich in Ausübung ihres Amtes in öffentlichen Stellungnahmen politisch zu äußern, galt bis 1953), dem Verbot der Jesuitenniederlassungen 1872 und der Einführung der staatlichen Schulaufsicht, bildeten die sogenannten Maigesetze 1873 (staatliche Kontrolle von Ausbildung und Einstellung der Geistlichen) den Höhepunkt des Kulturkampfes. Die Verschärfung der Bestimmungen über die Verwaltung des Kirchenvermögens beendete 1878 die  Kulturkampfgesetzgebung. Die 1886 und 1887 erlassenen "Friedensgesetze" führten schließlich zur Beilegung des Konflikts. und Erstem Weltkrieg, in: Historisches Jahrbuch 90 (1970), S. 31–64, hier S. 37.

(2) § 1 der Statuten des Volksvereins von 1890; Druck: Heitzer, Horstwalter, Der Volksverein für das katholische Deutschland im Kaiserreich 1890–1918, Mainz 1979, S. 299–300 (Anhang I,1).

(3) § 1 der Satzung des Volksvereins vom 21.8.1906; Druck: Der Volksverein 16 (1906), S. 102–104.

(4) § 4 der Satzung des Volksvereins vom 21.8.1906; Druck: Der Volksverein 16 (1906), S. 102–104.

(5) Loth, Wilfried, Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschlands, Düsseldorf 1984, S. 91–92 mit Anm. 27.

(6) Loth, Wilfried, Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschlands, Düsseldorf 1984, S. 89–90.

(7) Meffert, Franz, Vorwort, in: Apologetische Vorträge. Hg. vom Volksverein für das katholische Deutschland, Heft 1, M.Gladbach 1909, S. 2.

(8) Zitiert nach Brecher, August, Dr. theol. Josef Drammer 1851–1929. Pfarrer von St. Peter in Aachen. Begründer und erster Generalpräses des katholischen Jungmännerverbands, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 94/95 (1987/1988), S. 341–424, hier S. 355.

(9) Brecher, August, Dr. theol. Josef Drammer 1851–1929. Pfarrer von St. Peter in Aachen. Begründer und erster Generalpräses des katholischen Jungmännerverbands, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 94/95 (1987/1988), S. 341–424, hier S. 355.

(10) 1919–1920 amtierte der spätere Reichskanzler Bezeichnet (1) im alten  Deutschen Reich (bis 1806) den Reichserzkanzler (das Amt lag seit 965 beim Erzbischof von Mainz), (2) im Norddeutschen Bund 1867-1871 den vom Bundespräsidum, das der König von Preußen inne hatte,  bestimmten Bundeskanzler, (3) im Deutschen Reich 1871-1918 den Reichskanzler, den höchsten, vom Kaiser ernannten Regierungsbeamten und Vorsitzenden des Bundesrats, (3) 1919-1945 den deutschen Ministerpräsidenten, der (4) in der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 wieder Bundeskanzler heißt. Wilhelm Marx als Generaldirektor des Volksvereins.

(11) Stegmann, Franz Josef, Geschichte der sozialen Ideen im deutschen Katholizismus, in: Gottschalch, Wilfried [u.a.], Geschichte der sozialen Ideen in Deutschland, hg. v. Helga Grebing, München/Wien 1969, S. 327–560, hier S. 465.

(12) Schmitt, Heiner, Kirche und Film. Kirchliche Filmarbeit in Deutschland von ihren Anfängen bis 1945, Boppard 1979, S. 40–45, 69–70.

(13) Pieper, August, Die Geschichte des Volksvereins für das katholische Deutschland 1890 bis 1928. Als Handschrift verfaßt, Band 2, [M.-Gladbach 1930], S. 310.

(14) Exemplarisch Kremer, Hans-Jürgen, Der Volksverein für das katholische Deutschland in Baden 1890–1933. Ein Beitrag zur Organisations- und Wirkungsgeschichte des politischen und sozialen Verbandskatholizismus, in: Freiburger Diözesan-Archiv 104 (1984), S. 208–280, hier S. 223.

(15) Kremer, Hans-Jürgen, Der Volksverein für das katholische Deutschland in Baden 1890–1933. Ein Beitrag zur Organisations- und Wirkungsgeschichte des politischen und sozialen Verbandskatholizismus, in: Freiburger Diözesan-Archiv 104 (1984), S. 208–280, hier S. 243.

(16) Hanssler, Bernhard, Vom katholischen Verein zum Zentralkomitee, in: Bernhard Hanssler, Die Kirche in der Gesellschaft. Der deutsche Katholizismus und seine Organisationen im 19. und 20. Jahrhundert, Paderborn [1961], S. 84–90, hier S. 86.

(17) Prospekt für den III. volkswirtschaftlichen Kursus vom 10. August bis 17. Oktober 1903; zitiert nach Loth, Wilfried, Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschlands, Düsseldorf 1984, S. 88.

(18) Pieper an Schulte, 7.5.1913; zitiert nach Loth, Wilfried, Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschlands, Düsseldorf 1984, S. 274.

(19) Kopp an Amalie Schalscha von Ehrenfeld, 12.1.1910; zitiert nach Heitzer, Horstwalter, Georg Kardinal Kopp und der Gewerkschaftsstreit 1900 bis 1914, Köln/Wien 1983, S. 147.

(20) Kopp an Porsch, 6.1.1909; zitiert nach Leugers-Scherzberg, August Hermann, Felix Porsch 1853–1930. Politik für katholische Interessen in Kaiserreich und Republik, Mainz 1990, S. 150.

(21) Nachweis: Gottwald, Herbert, Artikel „Volksverein für das katholische Deutschland (VkD) 1890–1933“, in: Die bürgerlichen Parteien in Deutschland. Hg. [...] v. Dieter Fricke, Band 2, Berlin 1970, S. 810–834, hier S. 817.

(22) Zitiert nach Gottwald, Herbert, Artikel „Volksverein für das katholische Deutschland (VkD) 1890–1933“, in: Lexikon zur Parteiengeschichte, Band 4, Köln 1986, S. 436–466, hier S. 449.

(23) Schmitt, Heiner, Kirche und Film. Kirchliche Filmarbeit in Deutschland von ihren Anfängen bis 1945, Boppard 1979, S. 45.

(24) Loth, Wilfried, Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschlands, Düsseldorf 1984, S. 302.

(25) Heitzer, Horstwalter, Der Parlamentarier August Pieper. Auseinandersetzungen des Volksvereins für das katholische Deutschland mit dem Zentrum über die Fortführung der Sozialpolitik und die Wahlrechtsreform in Preußen im Ersten Weltkrieg, in: Christliches Engagement in Gesellschaft und Politik [Festschrift für Heinrich Pauels], hg. v. Lothar Koch u. Josef G. Stanzel, Frankfurt/M./Bern/Cirencester 1979, S. 199–214.

(26) Pieper an Stegerwald, M.Gladbach, 14.1.1929; BArch, R 8115 I, Nr. 10, Blatt 160–166, hier Blatt 160.

(27) Pieper, August, Sinn und Aufgaben des Volksvereins für das katholische Deutschland, 2. Auflage, M.Gladbach 1926, S. 51–52.

(28) Vortragsskizze des Berliner Landessekretariats des Volksvereins, Nr. 9 [1932]: „Was trennt uns vom Radikalismus rechts und links?“; BArch, R 8115 I, Nr. 90, Blatt 23–26.

(29) So der plakative Titel der „Volksparole“, Nr. 265, 13.11.1933.

(30) Zum Prozeß, zur weiteren Verfolgung und dem Exil Desauers vgl. umfassend Habersack, Michael, Friedrich Dessauer (1861–1963). Eine politische Biographie des Frankfurter Biophysikers und Reichstagsabgeordneten, Paderborn [u.a.] 2011, S. 267 ff.

(31) Grossmann, Thomas, Zwischen Kirche und Gesellschaft. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken 1945–1970, Mainz 1991.

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Ritter, Emil, Die katholisch-soziale Bewegung Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert und der Volksverein, Köln 1954 (italienische Ausgabe Rom 1967).

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Steinmaus-Pollak, Angelika, Das als Katholische Aktion organisierte Laienapostolat. Geschichte seiner Theorie und seiner kirchenrechtlichen Praxis in Deutschland, Würzburg 1988.

 

 

Online
Bundesarchiv, Findbuch zum Bestand R 8115 II [Onlinefassung]

Sonderarchiv des Russischen Staatlichen Militärarchivs Moskau: Fond 681

Bibliothek des ehemaligen Volksvereins für das katholische Deutschland

 

17.10.2016
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Gotthard Klein  (Berlin) 
 

       
 

       
 

 Volksvereinshaus in Mönchengladbach (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 83KB)

Volksvereinshaus in Mönchengladbach, um 1900. (Stadtarchiv Mönchengladbach)