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Der Jülich-klevische Erbfolgestreit im Spiegel zeitgenössischer Flugschriften

 

1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Flugschriften aus der ersten Phase des Erbfolgestreites (1609-1614)
4. Entstehung einer kurbrandenburgischen Flugschrift von 1646
5. Fazit
Anmerkungen
Quellen/Literatur/Online


1. Einleitung

Im März 1609 starb mit Johann Wilhelm von Jülich-Kleve die männliche Linie des Herzogshauses Jülich-Kleve aus. Der daraus resultierende Streit um die Herrschaft über eines der bedeutendsten Territorien des Reiches stand in seiner ersten Phase bis 1614 an der Schwelle zu einem europäischen Krieg und wurde erst 1666 endgültig beigelegt. Scharfe politische, konfessionelle und juristische Gegensätze zwischen den Erbanwärtern und ihren Verbündeten erschwerten eine Lösung der Erbfrage und gipfelten im militärischen Kampf um die Festung Jülich 1610. Sie riefen gleichzeitig aber auch ein erhebliches mediales Echo hervor, das sich unter anderem in zahlreichen Flugschriften niederschlug.

Bereits unmittelbar nach dem Tod Herzog Johann Wilhelms setzte die publizistische Auseinandersetzung um die Herrschaft am Niederrhein ein. Nach dem Regiments- beziehungsweise Administrationsstreit in den 1590er Jahren und der andauernden Regierungsunfähigkeit des Herzogs in Folge einer psychischen Erkrankung trat die Eröffnung der Erbfrage für keinen der Anwärter unerwartet ein. Neben den Anfang April 1609 unverzüglich erfolgten Versuchen der Fürsten, die Regentschaft in Düsseldorf durch die Entsendung von Bevollmächtigten an sich zu bringen, zeigt das auch das rasche Erscheinen der ersten Flugschriften. So erschienen bereits wenige Wochen nach dem Ableben des Herzogs am 25. März in der ersten Jahreshälfte 1609 Schriften der Erbanwärter. Neben den Hauptkonkurrenten Brandenburg und Pfalz-Neuburg erhoben auch Sachsen und Pfalz-Zweibrücken Ansprüche auf die Herrschaft in Jülich-Kleve-Berg (1).

Als “Flugschrift“ soll hier verstanden, was Hans-Joachim Köhler wie folgt definiert: „Eine Flugschrift ist eine aus mehr als einem Blatt bestehende, selbständige, nichtperiodische und nicht gebundene Druckschrift, die sich mit dem Ziel der Agitation (d.h. der Beeinflussung des Handelns) und/oder der Propaganda (d.h. der Beeinflussung der Überzeugung) an die gesamte Öffentlichkeit wendet“ (2), oder aber, was als Flug- beziehungsweise Streitschrift im VD17 ausgewiesen wird.

 

2. Forschungsstand

Daniel Bellingradt stellt in seinen aktuellen Forschungen über frühneuzeitliche Flugpublizistik im Heiligen Römischen Reich fest, dass die unter diesem Sammelbegriff subsumierten Quellen, akzidentielle Druckmedien wie Flugschriften und Flugblätter einerseits, periodische Erzeugnisse wie Messrelationen oder Zeitungen andererseits, in der Forschung unterschiedliche Aufmerksamkeit erfahren haben. Durch die intensive Presse- und Zeitungsforschung ist ein zumindest befriedigender Wissensstand über Periodika und ihre Funktionen im Kommunikationssystem der Frühen Neuzeit erreicht worden, wogegen die akzidentielle Flugpublizistik weitgehend unerforscht ist. Die wachsende Zahl neuer Einzelstudien zeigt zwar das Interesse an diesen Quellen, auch wurde ihre Erschließung durch Erfassungsvorhaben wie VD17 erheblich vorangetrieben, doch erfuhren sie bislang keine umfassende Betrachtung.

Was allgemein für Flugschriften dieser Epoche festzustellen ist, gilt auch weitgehend für die Flugschriften zum Jülich-Kevischen Erbfolgestreit. Ihren Erkenntniswert erfasste bereits 1913 Johann Bendel (1863-1947). In seiner Geschichte der Stadt Mülheim am Rhein (heute Stadt Köln) schrieb er, dass Flug- und Kampfschriften geeignete Quellen seien, um die Geschichte des Streites nachzuvollziehen. Zudem seien sie ein Beleg dafür, dass Druckmedien in diesem Kontext ein beliebtes Werbe- und Kampfmittel gewesen seien (3).

Bereits in der ersten Phase eines wissenschaftlichen Interesses an Flugschriften im 19. Jahrhundert sind auch die des Erbfolgestreites beachtet worden. Vor allem Vertreter der preußischen Nationalhistoriographie wandten sich ihnen zu. Schon 1846 wies Heinrich A. Erhard (1793-1851) auf Deduktionen beziehungsweise Streitschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert hin, wobei er für den Zeitraum 1609 bis 1666 29 Quellentexte anführte. Erhard zufolge waren damals bereits so viele Druckschriften zum Erbfolgestreit bekannt, dass er nur eine Auswahl der seiner Meinung nach wichtigsten geben konnte.

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der brandenburgischen Herrschaft am Rhein 1859 räumte Ernst von Schaumburg (1807-1882) in seinen Ausführungen zum Erbfolgestreit auch den Druckschriften Platz ein. Im Gegensatz zu Erhard, welcher sich im Wesentlichen auf eine Auflistung beschränkte, ging er zumindest auf eine Schrift auch inhaltlich ein und bot darüber hinaus eine kommentierte Zusammenstellung.

Deutlich ausführlicher behandelte 1863 Johannes Paul Hassel (1838-1906) die Flugschriften, als er sich mit den Rechtsansprüchen der beteiligten Fürsten auseinander setzte. Im Gegensatz zu den oberflächlich bleibenden Aufzählungen bei Erhard und von Schaumburg bietet er auch weitergehende inhaltliche Besprechungen. So geht Hassel auf einige Drucke Brandenburgs, Zweibrückens, Pfalz-Neuburgs und Sachsens ein, um die jeweiligen juristischen Standpunkte zu erläutern und zu vergleichen. Darüber hinaus macht er in den Beilagen Quellenangaben, welche die Zusammenstellung von Schaumburgs um einige Schriften ergänzen.

Zentraler Bestandteil historischer Forschungen waren Flugschriften zur Jülich-klevischen Erbschaft erstmals in zwei Monographien des späten 19. beziehungsweise frühen 20. Jahrhunderts. Bruno Schirrmacher (geboren 1874) untersucht in seiner Rostocker Dissertation Lateinisch (Erörterung), zur Erlangung des Doktorgrades verfasste wissenschaftliche Arbeit. von 1898 drei bis dahin unbekannte Streitschriften der Jahre 1609/1610 aus der Behrschen Sammlung der Universitätsbibliothek Rostock. Die drei Texte sind nahezu wörtlich übernommen worden, an manchen Stellen aber offensichtlich ergänzt. Schirrmacher ordnete die Schriften in den Gesamtzusammenhang ein und prüfte sie auf ihren historischen Aussagewert. Editionen nach modernen wissenschaftlichen Kriterien sind diese Publikationen allerdings nicht.

Eine dem Titel nach einschlägige Dissertation veröffentlichte 1920 Eduard Wassner. Er erläuterte Entstehung, Inhalt, sowie Intention und Wirkung einer mutmaßlich kurkölnischen Schrift aus dem Jahre 1609. Ob es sich hierbei tatsächlich um eine Flugschrift nach heutigem Verständnis handelt, müssen noch weitere Forschungen ergeben. Bei nahezu allen Beiträgen der älteren Literatur wird deutlich, dass sie einer einheitlichen Definition des Flugschriftenbegriffs entbehren, was zu einem recht willkürlichen Gebrauch des Wortes Flugschrift geführt hat. So werden die Quellen unter anderem als Partei-, Staats- oder Denkschriften bezeichnet. Deshalb ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob es sich um eine Schrift nach den oben aufgestellten Forschungskriterien handelt.

Bis 1972 waren Flugschriften zur niederrheinischen Erbfrage nicht mehr Gegenstand von Forschungsarbeiten. Erst in diesem Jahr erschien als selbständige Publikation in Form eines kommentierten Nachdrucks die Flugschrift „Relatio“ des Augsburger Verlegers und Kupferstechers Wilhelm Peter Zimmermann (gestorben um 1630) aus dem Jahr 1611, welche sich als Beitrag zur Jülicher Festungsgeschichte versteht.

Dreimal sind Flugschriften bislang in Ausstellungen zur rheinischen Geschichte eingebunden gewesen. Erstmals wurde 1984/1985 die genannte „Relatio“ in der Ausstellung „Land im Mittelpunkt der Mächte“ gezeigt. 2003 wurden in der Präsentation über Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg im Düsseldorfer Stadtmuseum neben der „Relatio“ vier weitere Flugschriften ausgestellt. Zuletzt waren Flugschriften 2009/2010 Teil der Düsseldorfer Ausstellung „Fürsten, Macht und Krieg“.

Der aktuellste Beitrag zu den Flugschriften stammt von 2006. In der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth setzte sich Franz Josef Burghardt mit der Schrift des Juristen und Rates in brandenburgischen Diensten, Nikolaus von Langenberg (1575/1576-1627) „Außführlicher Discurs. Von der Gülchischen Landen und Leuten hochbetrübten und gantz gefährlichen Zustand […]“ von 1617 auseinander.

Während die Erforschung der Druckschriften nach der überwiegend katalogisierenden, allerdings stark lückenhaften Zusammenstellung des 19. Jahrhunderts in den vergangenen Jahrzehnten und insbesondere in den aktuellsten Arbeiten in erster Linie auf die Inhalte konzentriert war, steht eine umfassende systematische Bearbeitung vor allem mit Blick auf die Strukturen öffentlicher Kommunikation im Zusammenhang des Erbfolgestreites aus. Wie ergiebig die Medienforschung für die rheinische Landesgeschichte sein kann, zeigt die jüngst erschienene Dissertation von Eva-Maria Schnurr über die Publizistik des Kölner Krieges aus den 1580er Jahren.

 

3. Flugschriften aus der ersten Phase der Erbfolgestreites (1609-1614)

Den Anfang machten Drucke der unmittelbar um das Erbe konkurrierenden Fürsten. Sie enthalten juristische Gutachten, welche die jeweiligen Ansprüche und Positionen unter anderem auf der Grundlage des 1546 von Kaiser Karl V. (Regierungszeit 1519-1556) gegebenen Privilegs zur Erbberechtigung der weiblichen Linie (Privilegium Successionis) Jülich-Kleve-Bergs darlegen. Eines der ersten Gutachten dieser Art mit dem Titel „Klarer und so wol im Rechten als in der Geschicht gegründter Bericht Was massen ... Magdalena Pfaltzgrävin bey Rhein […] hinderlassener Fürstenthum/ Graff: und Herrschafften/ befugt/ und berechtiget sey“ stammt von Pfalz-Zweibrücken.

Grund für die Veröffentlichung war der Umstand, dass Pfalzgräfin Magdalena (1553-1633) glaublich vorkommen, dass ihr von Leuten innerhalb und außerhalb die Erbberechtigung auf die Jülich-klevischen Länder abgesprochen wurde. Gemeint sind in erster Linie Brandenburg und Pfalz-Neuburg. Um diesen Aussagen entgegenzutreten, wurde es als notturfft erachtet durch offentliche Publication gegewertigen Berichts allen und jeden … kunthzuthun … Das dem als obstehet in wahrheit nie also sey …

Es folgten alsbald entsprechende Werke anderer Anwärter, beispielsweise von Seiten Sachsens. Diverse Flugschriften wurden in kurzer Zeit mehrfach neu aufgelegt, manche erschienen schon 1610 zum wiederholten Mal. Mitunter sind sie über die ganze Dauer des Erbfolgestreites immer wieder gedruckt und teilweise sogar im 18. Jahrhundert erneut veröffentlicht worden. Die Bedeutung dieser Streitschriften innerhalb des Entscheidungsprozesses des Erbstreites ist indes schwierig zu bewerten.

Neben den Publikationen der Fürsten wurden auch von Privat- beziehungsweise Einzelpersonen Flugschriften hergestellt und veröffentlicht. Das geschah nicht selten anonym oder unter dem Schutz eines Synonyms, sodass Zuordnungen mitunter schwierig sind. Bei den ermittelten Autoren bislang erforschter Schriften handelt es sich jedoch um bekannte Personen. So kann als Verfasser des in der zweiten Jahreshälfte 1609 unter dem Titel „Paraenesis Und wahrnung eines Patrioten an beyde Fürsten […]“ anonym veröffentlichten Drucks der Kölner Domherr und Rat des Kölner Erzbischofs, Hartger Henot (1571-1637), identifiziert werden. Henot vertrat in der Erbfrage eine eindeutig pro-kaiserliche Position, insbesondere zu Gunsten des kaiserlichen Statthalters Erzherzog Leopold (1586-1632) (4). Dementsprechend stellt er in seiner Schrift die Rechtmäßigkeit der Erbansprüche der Possedierenden in Frage, räumt dem Kaiser die alleinige Entscheidungskompetenz ein und sieht obendrein in Brandenburg den Hauptschuldigen für die drohende Eskalation in Jülich-Kleve. Außerdem warnt er die Einwohner davor, dass die Erbanwärter durch erhebliche Kontributions- und Steuererhebungen das Herzogtum ausbeuten wollten. Auf die „Paraenesis“ antwortete 1610 die von einem unbekannten Verfasser unter dem Synonym Mercurius Fürwitz angefertigte Flugschrift „Trewhertzige wolgemeinte vermahnung ahn beide zu Dusseldorf Possidirenden […] Entgegen gefaßt der Lesterschrif und Auffweigelung […] Paranesis“.

Einer der prominentesten Autoren im Hinblick auf den Erbfolgestreit war der ehemalige Reichspfennigmeister und Rat Kaiser Rudolfs II. (Regierungszeit 1576-1612), Zacharias Geizkofler (1560-1617). Das ihm zuzuschreibende Gutachten „Trewhertziger Unpartheyischer Discours, Vom Gülichschen Successionswesen: welcher gestalt demselbigen ohne gefährliche weiterung zu helffen […]“ wurde zunächst 1609 am kaiserlichen Hof in Prag präsentiert. Geizkofler fungierte in der Erbfrage zu Jülich-Kleve als Ratgeber des Kaisers und seiner Räte. Vermutlich handelt es sich bei der Vorlage um ein Gutachten, das er durch seine Klienten, den Hofzahlamtskontrolleur Gabriel Pühler (Amtszeit 1601-1609) und den späteren Hofkammerpräsidenten Paul von Krausenegg (Amtszeit 1610-1613), verschiedenen Geheimen Räten zukommen ließ. Diese trugen es dem Kaiser vor, der daraufhin Geizkofler aufforderte, ihm das Gutachten zuzuschicken. Inhaltlich widmet es sich der Frage, wie der Streit um das Herzogtum ohne die drohende internationale Eskalation - einen Krieg auf Reichsboden - beigelegt werden könne. Obwohl er die Einigung durch den Dortmunder Vertrag als einfachsten Weg zur Beilegung des Konfliktes ansah, lehnte er ihn ab, da er dem Reichsrecht widerspräche und der Kaiser bei einer Anerkennung sein Lehensrecht weitgehend aus der Hand geben würde. Eine gerichtliche Austragung und Entscheidung vor dem Reichshofrat betrachtete Geizkofler vor diesem Hintergrund zwar als die nächstliegende Lösung, beurteilte die Erfolgsaussichten aber aufgrund der zu erwartenden Ablehnung des Urteilsspruches durch die Erbanwärter als sehr gering. Letztlich empfahl er, dass der Kaiser einer Regierungsübernahme Pfalz-Neuburgs und Brandenburgs im Interesse des Gemeinwohls zustimmen sollte, auch wenn ein Präjudiz zu seinen Ungunsten die Folge sei. Hierbei verwies er auf die unnachgiebige Politik Karls V. im Katzenelnbogischen Erbfolgestreit und den unter anderem daraus resultierenden Fürstenkrieg gegen den Kaiser 1552.

Neueste Forschungen zu Geizkofler legen die Vermutung nahe, dass er das Gutachten möglicherweise im Auftrag, mindestens aber im Interesse Pfalz-Neuburgs verfasste und veröffentlichte. Immerhin stand er als Klient sowohl Philipp Ludwigs (1547-1614) als auch Wolfgang Wilhelms in den Diensten Neuburgs und eröffnete ihnen die Möglichkeit, Einfluss auf Entscheidungsprozesse am Kaiserhof zu nehmen. Gerade auch in den Bemühungen um die Sicherung des Jülicher Erbes griffen sie auf die Beratung Geizkoflers zurück und bedienten sich seines politischen Einflusses in Prag.

Ein Ereignis, welches sich in mehreren Publikationen niederschlug, war die Konversion des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm zum Katholizismus 1613/1614. Zuerst erschien im Sommer 1614, nach der offiziellen Verlautbarung des Übertritts im Juni, die „Copey eines Sendschreibens […] auß was Motifen […] Wolfgang Wilhelm […] zu der alten Catholischen Römischen Kirchen sich begeben.“ Als Verfasser sind die mit Magdalena von Bayern (1587-1628) an den Düsseldorfer Hof gekommenen Jesuiten Jakob Reihing (1579-1628) und Anton Welser (1566-1640) anzunehmen. Sie erschien 1614 in Köln bei Johann Kinckius (1579-1656/1657) und in Dillingen bei Johann Mayer (Wirkungszeit 1567-1615). Kinckius trat für die Gegenreformation ein und pflegte enge Kontakte zu den Jesuiten. Der Inhalt der Schrift ist rein konfessioneller Natur, das heißt sie argumentiert ausschließlich mit religiösen Motiven Wolfgang Wilhelms, um dessen Übertritt zu rechtfertigen.

Tatsächlich sind die Gründe und Voraussetzungen der Konversion in der politischen Situation Pfalz-Neuburgs im Kontext des Erbfolgestreites zu sehen. 1613 war der letzte Ausgleichsversuch mit Brandenburg gescheitert. Vor dem Hintergrund der brandenburgischen Allianz mit den Generalstaaten Niederländisch Staten-Generaal, (1) Versammlung der Abgeordneten der Provinzialstaaten oder Provinzialstände der Niederlande unter burgundischer und habsburgischer Herrschaft; seit dem 16. Jahrhundert die gemeinsame Versammlung der von den sieben souveränen Provinzialstaaten zur Leitung des niederländischen Staatenbundes gewählten Abgeordneten, (2) offizieller Name des ehemaligen  niederländischen Staatenbundes, (3) Name des Parlaments der Niederlande. stellten die Bündnisoptionen mit katholischen Mächten, welche sich nach einem Übertritt ergaben, die einzige Möglichkeit Neuburgs dar, sich in der Erbfrage zu behaupten.

Der Impuls für die Publikation eines Rechtfertigungsdruckes ging von Antonio Albergati (1566-1634), dem päpstlichen Nuntius in Köln (1610-1614) aus. Dieser stand in Verhandlungen mit Teilen der katholischen Liga und mit Frankreich, um weitere Verbündete für Pfalz-Neuburg zu gewinnen. Bei einem Treffen mit dem Pfalzgrafen in Düsseldorf im Juni 1614 forderte Albergati, dass dieser seine Konversionsmotive öffentlich machen, dabei aber nur auf konfessionelle Aspekte verweisen solle. So sollte argumentiert werden, dass der Pfalzgraf den katholischen Glauben als den einzig wahren erkannt habe und mit einem Übertritt sein Seelenheil retten wolle. Politik und Staatsräson blieben somit gezielt außen vor.

Wie Eric-Oliver Mader nachweisen konnte, hatte die Schrift eine weitere wichtige Funktion. Aus einem Bericht des päpstlichen Nuntius vom September 1614 geht hervor, dass sie zusätzlich dem als Konversionskandidaten gehandelten Landgrafen von Hessen vorgelegt werden sollte (5). Danach wurde die Flugschrift auch als Mittel der Motivation und Überzeugung für andere Fürsten genutzt, mit der Absicht, diese auch auf medialem Weg zu einem Übertritt zum Katholizismus zu bewegen. Daraus erklärt sich außerdem, warum Albergati Wolfgang Wilhelm angehalten hatte, seine politischen Beweggründe nicht anzuführen.

Auf die erste Veröffentlichung folgte 1615 eine zweite, weit ausführlichere Schrift, ebenfalls aus der Feder Jakob Reihings. Die Flugschrift wurde als lateinisches Original unter dem Titel „Muri civitatis sanctae…“ gedruckt. Im selben Jahr wurde in Ingolstadt durch die Druckerin Elisabeth Angermeier (Wirkungszeit 1578-1621) auch eine deutsche Übersetzung des Jesuiten Conrad Vetter (um 1564-wohl 1622) veröffentlicht.

 

4. Konzeption einer brandenburgischen Staatsschrift von 1646

Die von Otto Meinardus (1854-1918) zwischen 1889 und 1917 edierten Protokolle und Relationen des brandenburgischen Geheimen Rates geben im dritten Band Einblicke in den Entstehungsprozess der kurbrandenburgischen Flugschrift mit dem Titel „Dissertationis Lucii Veronensis De Successione In Iura Et Ditiones Iuliae, Cliviae, Montium. &c. Brevis Et Solida Refutatio“.

Den Ausgangspunkt der publizistischen Auseinandersetzung, deren Bestandteil die Refutatio ist, bildete die 1645 veröffentlichte brandenburgische Staatsschrift „Centuria juris electoralis Brandenburgici […] = Eine kurtze deutliche wahrhaffte und in hundert Articuln verfaste Remonstration Schrifft Daß die Hertzogthumben und Graffschafften Gülich Cleve Berg Marck und Ravenßberg dem Churfürstlichen Hause Brandenburg allein zugehören von rechts wegen“. Es handelte sich hierbei um eine Neuauflage, die Schrift war zuvor bereits 1638 erschienen (6). Als Anlass für die neuerliche Publikation können die 1643 begonnenen Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück gesehen werden, auf die man auf medialem Weg Einfluss zu nehmen versuchte. Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Friedrich Wilhelm (Regierungszeit 1640-1688) hatte bereits bei seinem Regierungsantritt Kommunikationswege und -mittel als wichtige Instrumente zur Sicherung seiner Herrschaft erkannt (7).

Pfalz-Neuburg reagierte mit einer Erwiderung unter dem Titel „Lucii Veronensis dissertatio de Successione in Iura et Diciones. Juliae, Cliviae, Montium, Marchiae Ravenspergae &c.“, die 1646 erschien. Hinter dem Pseudonym Lucius Veronensis verbirgt sich der Jesuit Albert von Curtz (1600-1671), der unter anderem als Domprediger in Wien und RektorLateinisch-mittellateinisch, (1) Leiter einer Hochschule, (2) Leiter einer Grund-, Haupt-, Sonder- oder Realschule, (3) katholischer Geistlicher an einer Filialkirche, einem Seminar oder ähnlichen Einrichtungen. des Jesuitenkollegs in Neuburg an der Donau wirkte.

Der brandenburgische Kurfürst hielt eine Beantwortung in erster Linie deshalb für notwendig, weil Pfalz-Neuburg vor dem Hintergrund der Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück mit seinen Publikationen intensiv für die Anerkennung seiner Ansprüche in der Erbfrage werbe und alle Welt und insonderheit die […] Gesandschaften irre zu machen und dero judicia uf seine Seite zu bringen versuche (8). In einer Resolution Friedrich Wilhelms vom 28.2.1646 erhielt der brandenburgische Vizekanzler Bezeichnung für den Stellvertreter des Kanzlers Andreas Kohl (1568-1655) in Cölln (heute Stadt Berlin) den Auftrag, eine Erwiderung zu konzipieren. Der Kurfürst verlangte eine fundierte, aber kurz gehaltene Schrift, die bald in Druck gegeben werden könne. Seinen deutlich geäußerten Wunsch nach einem kurzen Entwurf begründete er mit der Sorge, dass ein zu umfangreicher Text Leser abschrecken könnte (9). In der Relation der brandenburgischen Räte Sigismund von Götze (1578-1650), Adam Georg von Putlitz (1590-1660), Johann Georg von Ribbeck (1577-1647), Otto von Schwerin (1616-1679) und Sebastian Striepe (1582-1649) vom 3. März heißt es, dass Kohl bereits an der gewünschten Schrift arbeite. Offensichtlich gelang ihm die Fertigstellung eines befriedigenden Konzeptes innerhalb von zweieinhalb Wochen.

Eine von den Räten für gut befundene Vorlage war in der Relation an den Kurfürsten mit Datum vom 18. März enthalten. Diese ging am 28. März in Königsberg ein. Noch vor Eingang der Relation forderte gleichzeitig der Kurfürst in einer Resolution vom 26. März (Eingang bei den Räten 5. April) die möglichst schnelle Fertigstellung und Übersendung der Antwortschrift, da er täglich die Ankunft einer Neuburgischen Gesandtschaft erwarte. Friedrich Wilhelm sollte nun darüber befinden und entscheiden, ob sie in Königsberg oder in Cölln in Druck (sub prelum) gegeben werden solle (10).

In einem Schreiben an die Räte, datiert Königsberg den 5. April, gibt der Kurfürst an, er werde sich über die Schrift informieren und sie drucken lassen (11). Mit einer Resolution vom 13. April (Eingang bei den Räten am 23. April) schickte Friedrich Wilhelm 14 gebundene und 20 ungebundene Exemplare, welche nach Münster und Osnabrück gebracht werden sollten. Weitere Ausfertigungen sollten möglichst schnell folgen (12).

Ernst Opgenoorth spricht im Hinblick auf die Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg und Pfalz-Neuburg am Niederrhein seit Mitte der 1640er Jahre von einem „Krieg der Federn“, in dessen Verlauf von beiden Seiten teilweise umfangreiche Flugschriften gedruckt wurden (13). Eine militärische Konfrontation erfolgte erst 1651 wieder.

 

5. Fazit

Der Jülich-klevische Erbfolgestreit wurde, insbesondere in der Anfangszeit, intensiv von zeitgenössischer Flugschriftenpublizistik begleitet. Die Flugschriften dienten unter anderem als Medium zur Diskussion juristischer Standpunkte, zur Erörterung von Lösungsmöglichkeiten oder der Rechtfertigung. Urheber waren sowohl die jeweiligen Fürsten beziehungsweise deren Räte als auch einzelne, nicht den Höfen angehörende Personen. Nach der vorläufigen Beilegung 1614 ließ die Intensität der Publizistik zum Erbstreit nach beziehungsweise wurde von derjenigen zum Dreißigjährigen Krieg überlagert. In den 1640er Jahren wurde sie, vor dem Hintergrund des Westfälischen Friedenskongresses, von den Haupterbanwärtern Brandenburg und Pfalz-Neuburg wieder forciert. Beide Seiten versuchten auf diesem Wege in Münster und Osnabrück für ihre Positionen zu werben.


Anmerkungen

(1) Roggendorf, S. 79-82.
(2) Köhler, S. 50.
(3) Bendel, S. 65.
(4) Ennen, S, 782.
(5) Mader 2004/2005, S. 119.
(6) Hassel, S. 114.
(7) Kundler, S. 33.
(8) Meinardus, S. 390.
(9) Meinardus, S. 390.
(10) Meinardus, S. 406.
(11) Meinardus, S. 414.
(12) Meinardus, S. 451.
(13) Opgenoorth, S. 142.


Quellen

Editionen

Meinardus, Otto, Protokolle und Relationen des brandenburgischen Geheimen Rates aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, Band 3, Leipzig 1893.

Flugschriften

Anhand der jeweils angegebenen Nummer unter den bibliographischen Angaben können Quellenexemplare über VD17 (siehe Online) recherchiert werden.

Außführlicher Discurs. Von der Gülchischen Landen und Leuten hochbetrübten und gantz gefährlichen Zustand: Auch notwendige Antwort/ Auff deß Herrn Abten zu Syberg/ unlängst in offenen druck gegebenen Schrift/ darinnen die Chur- und Fürstliche Rähte unnd Commissarien ungütlich angezogen werden / Durch Nicolaum von Langenbergh/ beyder Rechten Doctorn, Kön. May. in Franckreich/ und Churf. Brandenburgischen bestellten und geheimen Raht ... zur Nachrichtung in druck verfertig, 1617.
(23:284995A)

Centuria juris electoralis Brandenburgici in Ducatibus & Comitatibus Iuliae, Cliviae, Montium, Marchiae & Ravensbergiae = Eine kurtze deutliche wahrhaffte und in hundert Articuln verfaste Remonstration Schrifft Daß die Hertzogthumben und Graffschafften Gülich Cleve Berg Marck und Ravenßberg dem Churfürstlichen Hause Brandenburg allein zugehören von rechts wegen, 1645.
(3:625775V)

Klarer und so wol im Rechten als in der Geschicht gegründter Bericht Was massen ... Magdalena Pfaltzgrävin bey Rhein/ Hertzogin in Bayern/ [et]c. Geborne Hertzogin zü Gülich/ Cleve/ und Berg/ [et]c. Witibin/ vor Sich/ und ihrer F.G. Mannliche LeibsErben/ zu der Succession weylandt des ... Herren Johann Wilhelms deß Jüngst abgestorbenen unnd Letsten Hertzogen zu Gülich/ Cleve/ und Berg/ [et]c. ... hinderlassener Fürstenthum/ Graff: und Herrschafften/ befugt/ und berechtiget sey, 1609. Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf D.Sp.G. 6245, Nr. 2.
(23:311484A)

Copey eines Sendschreibens. In welchem kürtzlich und trewlich begriffen/ Wie und auß waß Motifen der Durchleuchtig Hochgeborn Fürst und Herr/ Herr Wolffgang Wilhelm Pfaltzgrave bey Rhein/ Hertzog in Bayrn/ zu Gülich/ Cleve und Berg/ Grave zu Veldentz/ Spanheim/ Marck/ Ravenspurg und Mörß/ Herr zu Ravenstain/ [et]c. Von der Augspurgischen Confession zu der alten Catholischen Römischen Kirchen sich begeben/ und bey diser standhafftig verbleiben. Abgangen Auß Dusseldorff den 18. Junii/ Anno 1614. Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Lf 789/30.
(12:110292X)

Lucii Veronensis dissertatio de Successione in Iura et Diciones. Juliae, Cliviae, Montium, Marchiae Ravenspergae &c, 1646.
(23:284329C)

Dissertationis Lucii Veronensis De Successione In Iura Et Ditiones Iuliae, Cliviae, Montium. &c. Brevis Et Solida Refutatio, 1646.
(23:310486M)

Muri Civitatis Sanctae, Das ist/ Der Catholischen Religion XII. Grundtvesten : Durch welche der Durchl: Fürst und Herr/ Herr Wolfgangus Wilhelmus Pfaltzgraf bey Rhein ... nach fürsichtiger und reiffer Betrachtung bewegt/ von der Augspurgischen Confession/ sich zu der Uralten/ Beständigen/ Einigen/ Heiligen/ Catholischen und Apostolischen Kirchen begeben / Von ihr Fürstl. Durchl. selber mit kurtzen Worten verfasset/ und zugleich durch R. P. Jacobum Reihing/ der Societet Jesu Priester/ ordenlich nach einander mit umbständlicher Außführung erkläret/ und jetzo auß dem Latein verteutscht außgefertiget/ Durch Conradum Vetter, 1615.
(3:306515M)

Paraenesis Und wahrnung eines Patrioten an beyde Fürsten Herrn Marggraven Ernsten zu Brandenburg/ [et]c. un[d] Herrn Wolffgang Wilhelmen Pfaltzgraven/ [et]c. wie auch an seine geliebte Landtsleuthe ... umb anbeträweter declaration des Keyserlichen Banni mit allem fleiß und ernst vorzubawen: sampt kurtzem Summarischen bedencken uber ihrer FF.GG. praetensiones in obberurten Fürstenthumben, 1609/10. Exemplar im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Sammelband VI H 13, Nr. 14.
(3:620207R)

Trewhertzige wolgemeinte vermahnung/ ahn beide zu Dusseldorf Possidirenden Fursten/ und dero angehoerige Staende und Underthanen der Gulichschen Lande und Herrschaften/ Entgegen gefaßt der Lesterschrifft und Auffweigelung/ so unlangst unterm Titul Paraenesis und Warnung eines Patrioten ahn beide Fursten/ ... wider Recht und des Heiligen Reichs Constitutiones offentlich im Truck spargiret und hin und wieder außgebreitet worden, 1609/10. Exemplar der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf D.Sp.G., Nr. 5.
(23:310659A)

Trewhertziger Unpartheyischer Discours, Vom Gülichischen Successionwesen: welcher gestalt demselbigen ohne gefährliche weiterung zu helffen/ Mit Angeheffter Genealogi dero Interessirenden Chur: unnd Fürsten/ So viel selbige Succession belanget, 1610. Exemplar im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Sammelband VI H 13, Nr. 2.
(23:311580A)

Zimmermann, Wilhelm Peter, Relatio 1610. Ein zeitgenössischer Kriegsbericht von der Belagerung Jülichs. Neu aufgelegt und kommentiert von Hartwig Neumann, Jülich 1972 [Titel des Originals: Relatio. Das ist Eygentlicher und außfuerlicher bericht/ was sich seythero deß jungsten Hertzogen von Gülch/ Cleue unnd Bergen/ ableiben/ vonn dem 1609. biß auff den 1. Septembris das 1610. Jar/ in disen Fürstenthumb/ nach dem die beede Fuersten/ Branden und Newburg/ sich dieser Landen angenommen/ mit scharmitzeln/ belegerung sturmen und anrennen biß die furneme Statt und Voestung Guelch/ Hoechst vermeldten beeden Fuersten/ in ihren gewalt kommen/ zugetragen u. verlauffen habe. Alles mit Kupfferstucken fuer Augen gestelt/ Durch Wilhelm Peter Zimmermann in Augspurg, 1611]
(23:233225W)


Literatur

Anderson, Alison Deborah, On the verge of war. International relations and the Jülich-Kleve succession crises (1609-1614), Boston 1999.

Bellingradt, Daniel, Die vergessenen Quellen des Alten Reiches. Ein Forschungsüberblick zu frühneuzeitlicher Flugpublizistik im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, in: Blome, Astrid (Hg.), Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung, Bremen 2008, S. 77-95.

Bellingradt, Daniel, Flugpublizistik und Öffentlichkeit um 1700. Dynamiken, Akteure und Strukturen im urbanen Raum des Alten Reiches, Stuttgart 2011.

Bendel, Johann, Die Stadt Mülheim am Rhein. Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen, Mülheim am Rhein 1913.

Burghardt, Franz Josef, Nikolaus Langenberg: Ausführlicher Discurs über den gefährlichen Zustand der Jülicher Lande 1617, in: Kahl, Erich, „Kein der schlechtesten Oerter einer“. Beiträge zur Geschichte der Stadt Wipperfürth. Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Heimat und Geschichtsvereins Wipperfürth e.V., Wipperfürth 2006, S. 41-100.

Erhard, Heinrich A., Geschichte des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites, in: Zeitschrift für Vaterländische Geschichte und Alterthumskunde 9 (1846), S. 139-232.

Hassel, Paul, Die Rechtsansprüche der bei der Jülich-Clevischen Erbschaft betheiligten Fürsten und die Verhandlungen zwischen ihnen vor der Erledigung der Lande, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 1 (1863), S. 113-169.

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VD17 - Das Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (Angebot der Bayerischen Staatsbibliothek)

 

26.2.2013
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Christoph Kaltscheuer  (Bonn) 
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 Flugblatt (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 91KB)

„Klarer und so wol im Rechten als in der Geschicht gegründter Bericht Was massen ... Magdalena Pfaltzgrävin bey Rhein […] hinderlassener Fürstenthum/ Graff: und Herrschafften/ befugt/ und berechtiget sey“, 1609. (Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)

 Zacharias Geizkofler (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 158KB)

Zacharias Geizkofler, Porträt, Kupferstich von Dominicus Custos (1560-1612), um 1600.

 Flugschrift (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 96KB)

Zacharias Geizkofler, „Trewhertziger Unpartheyischer Discours, Vom Gülichschen Successionswesen: welcher gestalt demselbigen ohne gefährliche weiterung zu helffen […]“, 1610. (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland)

 Flugschrift (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 117KB)

„Copey eines Sendschreibens […] auß was Motifen […] Wolfgang Wilhelm […] zu der alten Catholischen Römischen Kirchen sich begeben.“, 1614. (Universitäts- und Landesbibliothek Bonn)