Die „Monuments Men“ in der Nord-Rheinprovinz 1945

Jürgen Brautmeier (Neuss)

Amerikanische Soldaten im Innenraums des Aachener Doms nach Kämpfen um die Stadt, Oktober 1944, Foto: Keystone Photos. (National Archives/ 239-RC-14-3)

1. Einleitung

Die ‚Mo­nu­ments Men‘ wa­ren An­ge­hö­ri­ge mi­li­tä­ri­scher Spe­zi­al­ein­hei­ten der USA und Groß­bri­tan­ni­ens, die in der End­pha­se des Zwei­ten Welt­kriegs Schä­den an his­to­ri­schen Ge­bäu­den und Kul­tur­denk­mä­lern in Deutsch­land und in den be­setz­ten Ge­bie­ten ver­hin­dern soll­ten. Sie wa­ren den Be­fehls­ha­bern der vor­rü­cken­den al­li­ier­ten Trup­pen zu­ge­ord­net. Nach dem En­de der Kampf­hand­lun­gen lei­te­ten sie ers­te Re­pa­ra­tu­ren zur Wie­der­in­stand­set­zung zer­stör­ter oder be­schä­dig­ter Mo­nu­men­te ein. Au­ßer­dem spür­ten sie aus­ge­la­ger­te und ge­raub­te Kunst­ge­gen­stän­de auf und or­ga­ni­sier­ten ih­re Si­che­rung und Rück­füh­rung. Ih­re Ar­beit war ein wich­ti­ger, aber zu ih­rer Zeit öf­fent­lich kaum wahr­ge­nom­me­ner Teil der ame­ri­ka­ni­schen so­wie der bri­ti­schen Be­sat­zungs­po­li­tik.

Ei­ne brei­te­re Öf­fent­lich­keit kennt die Exis­tenz der ‚Mo­nu­ments Men‘ viel­leicht durch den gleich­na­mi­gen Hol­ly­wood­film aus dem Jahr 2014. Er ba­siert auf ei­nem Buch des ame­ri­ka­ni­schen Au­tors Ro­bert M. Ed­sel (ge­bo­ren 1956) und the­ma­ti­siert die Su­che nach Ver­ste­cken und De­pots von Kunst­schät­zen in Deutsch­land und Ös­ter­reich in den letz­ten Ta­gen des Krie­ges. Ed­sel ist auch der Grün­der ei­ner ame­ri­ka­ni­schen Stif­tung, die es sich zur Auf­ga­be ge­macht hat, die Er­in­ne­rung an die Män­ner und Frau­en wach zu hal­ten, die auf Sei­ten der west­li­chen Al­li­ier­ten hier­für im Ein­satz wa­ren. Im Krieg wa­ren es nur Män­ner, die in den Rei­hen des Mi­li­tärs dien­ten. Spä­ter ka­men in der Ver­wal­tung der Be­sat­zungs­zo­nen auch Frau­en hin­zu, wes-halb sich die Stif­tung heu­te ‚Mo­nu­ments Men and Wo­men Foun­da­ti­on‘ nennt.

2. Der Schutz von Kunst- und Kultur

Das Auf­spü­ren von Ge­mäl­den und Skulp­tu­ren war ei­ne der we­sent­li­chen Auf­ga­ben der ‚Mo­nu­ments Men‘. Da­zu ge­hör­te au­ßer­dem die Ret­tung von Ar­chi­va­li­en und wert­vol­len Bü­chern. Ei­ne ge­nau­so gro­ße, wenn nicht noch grö­ße­re Her­aus­for­de­rung für die al­li­ier­ten Kunst­schüt­zer war aber vor und nach dem En­de der Kampf­hand­lun­gen der Er­halt der zahl­lo­sen, oft durch Bom­ben mas­siv be­schä­dig­ten Kul­tur­denk­mä­ler, al­so des his­to­ri­schen Er­bes in den vom Krieg zer­stör­ten deut­schen Städ­ten. Es ging um die Ret­tung von his­to­ri­schen Ge­bäu­den und die Ein­lei­tung von Re­pa­ra­tur­maß­nah­men im Land des vor­ma­li­gen Kriegs­geg­ners. 

Das Wir­ken der al­li­ier­ten Kunst­schüt­zer bei der Er­hal­tung be­schä­dig­ter Mo­nu­men­te ist nach dem Krieg weit­ge­hend un­be­merkt an der Be­völ­ke­rung vor­bei­ge­gan­gen, die mit der ei­ge­nen Exis­tenz­si­che­rung be­schäf­tigt war. Und in der Rück­schau ist die Ar­beit der ‚Mo­nu­ments Men‘ al­len­falls an­satz­wei­se ge­wür­digt wor­den. Sym­pto­ma­tisch für die in der Ge­schichts­wis­sen­schaft vor­han­de­ne Er­in­ne­rungs­lü­cke ist die Dar­stel­lung des Stadt­ar­chi­vars von Neuss, Jo­sef Lan­ge (1911-2007), der 1969 in ei­nem Bei­trag zur Ge­schich­te von Neuss schrieb: In ei­ner eben­so er­grei­fen­den wie denk­wür­di­gen Fei­er­stun­de am 25. Ju­ni 1946, für die das Qui­ri­nus­müns­ter aus­er­se­hen war, über­nahm es der 80-jäh­ri­ge Alt­meis­ter der deut­schen Denk­mal­pfle­ge, Pro­fes­sor Paul Cle­men (+ 1947), vor ei­ner gro­ßen Ver­samm­lung von Per­sön­lich­kei­ten aus dem ge­sam­ten öf­fent­li­chen und geis­ti­gen Le­ben des Rhein­lan­des, in ei­ner weit über lo­ka­le Gren­zen aus­grei­fen­den Schau die un­ge­heu­re Auf­ga­be des Wie­der­auf­bau­es in ei­nen ge­samt­eu­ro­päi­schen Rah­men zu stel­len und al­le Kräf­te ein­schlie­ß­lich die der Be­sat­zungs­mäch­te auf­zu­ru­fen, das künst­le­ri­sche Er­be Deutsch­lands und Eu­ro­pas zu ret­ten. Cle­mens be­schwö­ren­der ‚Neus­ser Ap­pell‘ ist nicht un­ge­hört ver­klun­gen; er gab die In­iti­al­zün­dung für ein Auf­bau- und For­schungs­werk von ge­wal­ti­gen Aus­ma­ßen, dem mit un­zäh­li­gen an­de­ren Bau­wer­ken auch das Neus­ser Müns­ter sei­ne Ret­tung ver­dankt.[1] 

Oh­ne die Kennt­nis der ers­ten Schutz- und Si­che­rungs­maß­nah­men der Be­sat­zungs­mäch­te ist die­ser Neus­ser Ap­pell leicht falsch zu ver­ste­hen. Lan­ge sug­ge­riert, dass die Al­li­ier­ten im Ju­ni 1946 noch für die Auf­ga­be hät­ten ge­won­nen wer­den müs­sen. Der von ihm er­wähn­te Paul Cle­men war von 1893 bis 1911 der ers­te Pro­vin­zi­al­kon­ser­va­tor der Rhein­pro­vinz. Er hat in sei­nem Vor­trag sehr wohl sei­ne Dank­bar­keit für die al­li­ier­te Un­ter­stüt­zung ge­äu­ßert und war sich der Hilfs­maß­nah­men der Be­sat­zungs­mäch­te durch­aus be­wusst. Im Ers­ten Welt­krieg war er selbst als Kunst­schutz­of­fi­zier in Bel­gi­en, Frank­reich und auf dem Bal­kan im Ein­satz ge­we­sen.

Noch viel deut­li­cher als Cle­men be­nann­te im Jahr 1951 der Lan­des­kon­ser­va­tor des Nord-Rhein­lan­des Franz(is­kus) Graf Wolff Met­ter­nich zur Gracht (1893-1978) in sei­nem Vor­wort zu ei­nem amt­li­chen Ver­zeich­nis der im Krieg be­schä­dig­ten Bau­denk­mä­ler im rhei­ni­schen Lan­des­teil Nord­rhein-West­fa­lens die Ver­diens­te der al­li­ier­ten Kunst­schüt­zer: Al­len Be­mü­hun­gen um ei­ne Si­che­rung und ei­nen Wie­der­auf­bau wä­re der Er­folg ver­sagt ge­blie­ben, wenn nicht die Kunst­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on der Be­sat­zungs­mäch­te, zu­erst der ame­ri­ka­ni­schen und dann der bri­ti­schen, tat­kräf­tig ein­ge­grif­fen hät­te. […] Von An­be­ginn ih­rer Tä­tig­keit an ha­ben die­se Dienst­stel­len ih­re Auf­ga­be im Geis­te eu­ro­päi­scher Kul­tur­ge­mein­schaft und -ver­ant­wort­lich­keit in vor­bild­li­cher Wei­se er­füllt. […] Im In­ter­es­se der his­to­ri­schen Wahr­heit ver­dient die­se ge­mein­schaft­li­che Leis­tung der Be­sat­zungs­be­hör­den und der deut­schen Ver­wal­tung an die­ser Stel­le ver­zeich­net zu wer­den.[2] Wolff Met­ter­nich wuss­te um den Stel­len-wert und die Wich­tig­keit des Schut­zes von Kul­tur­gü­tern im Krieg und un­ter mi­li­tä­ri­scher Be­sat­zung. Er war als Pro­vin­zi­al­kon­ser­va­tor der preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz im Zwei­ten Welt­krieg der Be­auf­trag­te des Ober­kom­man­dos des Hee­res für den Kunst­schutz in den be­setz­ten Ge­bie­ten Frank­reichs ge­we­sen und des­halb bes­tens mit dem The­ma ver­traut.

Den Al­li­ier­ten war die Pro­ble­ma­tik des Schut­zes von Kul­tur­gü­tern durch­aus be­wusst, als sie in die von mas­si­ven Bom­bar­de­ments aus der Luft und von schwe­ren Bo­den­kämp­fen ge­kenn­zeich­ne­te End­pha­se des Krie­ges ein­tra­ten. Be­reits im Som­mer 1943 hat­te ei­ne von Prä­si­dent Fran­klin D. Roo­se­velt (1882-1945) ein­ge­setz­te, nach ih­rem Vor­sit­zen­den Owen J. Ro­berts (1875-1955) be­nann­te Kom­mis­si­on in An­leh­nung an Ar­ti­kel 27 der Haa­ger Land­kriegs­ord­nung von 1907 mit Vor­ar­bei­ten zum The­ma Kul­tur­gut­schutz auf den ver­schie­de­nen Schau­plät­zen des Zwei­ten Welt­kriegs be­gon­nen. Ziel der Ro­berts-Kom­mis­si­on war es, die al­li­ier­ten Streit­kräf­te bei ih­rem mi­li­tä­ri­schen Vor­marsch für den Schutz wert­vol­ler Kul­tur­gü­ter zu sen­si­bi­li­sie­ren und an­hand ent­spre­chen­der Lis­ten die dar­in be­schrie­be­nen Ge­bäu­de, Denk­mä­ler und Kunst­schät­ze vor Zer­stö­rung und Ver­lust zu be­wah­ren. Und nicht nur auf ame­ri­ka­ni­scher, son­dern auch auf bri­ti­scher Sei­te hat­te ei­ne der­ar­ti­ge, von Pre­mier­mi­nis­ter Wins­ton Chur­chill (1874-1965) im Mai 1944 ein­ge­setz­te Ex­per­ten­kom­mis­si­on eben­falls ent­spre­chen­de Emp­feh­lun­gen für ei­ne of­fi­zi­el­le Lis­te schüt­zens­wer­ter Kul­tur­gü­ter er­ar­bei­tet. Dies war die so­ge­nann­te Mac­mil­lan-Kom­mis­si­on, be­nannt nach ih­rem Vor­sit­zen­den Lord Hugh Mac­mil­lan (1873-1952).[3] 

Die obers­te Ver­ant­wor­tung für die Um­set­zung der Emp­feh­lun­gen bei­der Kom­mis­sio­nen, die in ge­mein­sa­me Lis­ten schutz­wür­di­ger Kul­tur­gü­ter ein­ge­flos­sen wa­ren, lag in Eu­ro­pa beim Haupt­quar­tier der al­li­ier­ten Streit­kräf­te (SHAEF) un­ter Ge­ne­ral Dwight D. Ei­senhow­er (1890-1969). Mit Da­tum vom 26.5.1944 un­ter­zeich­ne­te die­ser ei­nen Be­fehl, der die Kom­man­deu­re al­ler Streit­kräf­te dar­an er­in­ner­te, dass sie für den Re­spekt und den Schutz der his­to­ri­schen Mo­nu­men­te ver­ant­wort­lich sei­en:

  1. In Kür­ze wer­den wir un­se­ren Weg über den eu­ro­päi­schen Kon­ti­nent kämp­fen in Schlach­ten, die das Ziel ha­ben, un­se­re Zi­vi­li­sa­ti­on zu be­wah­ren. Un­aus­weich­lich wer­den wir im Zu­ge un­se­res Vor­marschs auf his­to­ri­sche Mo­nu­men­te und kul­tu­rel­le Zen­tren tref­fen, die für die Welt das sym­bo­li­sie­ren, für des­sen Er­halt wir kämp­fen.
  1. Es ist die Ver­ant­wor­tung ei­nes je­den Be­fehls­ha­bers, die­se Sym­bo­le zu schüt­zen, wenn im­mer es mög­lich ist. Nur wenn der Er­folg ei­ner mi­li­tä­ri­schen Ope­ra­ti­on und das Le­ben der Sol­da­ten es er­for­de­re, dür­fe da­von ab­ge­wi­chen wer­den. In vie­len Fäl­len sei­en Be­schä­di­gun­gen und Zer­stö­run­gen nicht not­wen­dig und nicht zu recht­fer­ti­gen. Die Be­fehls­ha­ber hät­ten des­halb für ei­ne ent­spre­chen­de Zu­rück­hal­tung und Dis­zi­plin ih­rer Trup­pen zu sor­gen. Da­bei stün­den ih­nen so­wohl beim Vor­marsch und dann in den be­setz­ten Ge­bie­ten be­son­de­re Be­ra­ter zur Sei­te. Ge-meint wa­ren die ‚Mo­nu­ments Men‘.[4] 
 

Zum Haupt­quar­tier Ei­senhow­ers ge­hör­te ein Stab von Of­fi­zie­ren, der un­ter der Lei­tung des Kunst­his­to­ri­kers und Ma­ri­ne­of­fi­ziers Ge­off­rey F. Webb (1898-1970) stand, der vor dem Krieg in Cam­bridge ge­lehrt hat­te. Er war an der For­mu­lie­rung des Be­fehls Ei­senhow­ers zum Schutz his­to­ri­scher Mo­nu­men­te vom 26.5.1944 be­tei­ligt ge­we­sen, be­zie­hungs­wei­se hat­te ihn wohl fe­der­füh­rend for­mu­liert. Eben­so hat­te er ma­ß­geb­lich zur Iden­ti­fi­zie­rung und Re­kru­tie­rung der bri­ti­schen Kunst­spe­zia­lis­ten in­ner­halb der Streit­kräf­te bei­ge­tra­gen, wo­bei sei­ne aka­de­mi­schen Vor­kriegs­kon­tak­te ei­ne wich­ti­ge Rol­le spiel­ten. Sei­ne ‚Mo­nu­ments, Fi­ne Arts, and Ar­chi­ves‘- Ein­heit (MFA&A) um­fass­te et­wa 20 Of­fi­zie­re, je­weils zur Hälf­te Ame­ri­ka­ner und Bri­ten. Ih­re Haupt­auf­ga­be be­stand wäh­rend des mi­li­tä­ri­schen Vor­marschs in der Iden­ti­fi­zie­rung ge­fähr­de­ter Mo­nu­men­te in den Kampf­ge­bie­ten und der Ver­hin­de­rung ih­rer Zer­stö­rung durch al­li­ier­ten Be­schuss. Im Fall ei­ner Be­schä­di­gung von Ge­bäu­den hat­ten sie für die Si­che­rung der dar­in be­find­li­chen Kunst­ge­gen­stän­de und ers­te Re­pa­ra­tur­maß­nah­men zu sor­gen, um wei­te­re Schä­den zu ver­hin­dern.[5] 

Die Kunst­schutz­of­fi­zie­re in Webbs Spe­zi­al­ein­heit wa­ren von ih­rer Aus­bil­dung oder ih­ren Be­ru­fen her über­wie­gend Ar­chäo­lo­gen, Ar­chi­va­re, Bi­blio­the­ka­re, Kunst­his­to­ri­ker oder Mu­se­ums­ex­per­ten. Die Ame­ri­ka­ner hat­ten sol­che Fach­leu­te ex­tra für den Ein­satz beim Mi­li­tär an­ge­wor­ben. Auf bri­ti­scher Sei­te war in den Rei­hen der Streit­kräf­te ge­zielt nach ge­eig­ne­ten Of­fi­zie­ren ge­sucht wor­den, die vor ih­rer Mi­li­tär­zeit ent­spre­chen­de fach­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen er­wor­ben oder ent­spre­chen­de Be­ru­fe aus­ge­übt hat­ten. Nach der Ein­stel­lung der Kampf­hand­lun­gen ar­bei­te­ten in der bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne ein­zel­ne die­ser Kunst­schutz­of­fi­zie­re noch län­ge­re Zeit als An­ge­hö­ri­ge der Mi­li­tär­re­gie­rung wei­ter. Zu­nächst ging es dar­um, sich ein Bild von den Ver­lus­ten und Zer­stö­run­gen zu ma­chen, um dann not­wen­di­ge Schutz- und Si­che­rungs­maß­nah­men an­zu­ord­nen. Die al­li­ier­ten Kunst­schüt­zer spiel­ten in die­ser Zeit ei­ne we­sent­li­che Rol­le beim Si­chern und Be­wah­ren von Bau­denk­mä­lern, Kunst­ob­jek­ten, Ar­chi­va­li­en oder Bü­chern und bei der Iden­ti­fi­zie­rung und Rück­füh­rung ge­raub­ter Kunst­wer­ke, aber auch beim Wie­der­be­ginn des kul­tu­rel­len Le­bens in ih­rer Be­sat­zungs­zo­ne.

Geoffrey Fairbank Webb, Porträtgemälde von Ray Strachey, Öl auf Holz, um 1926. (Naional Portrait Gallery, London)

 

Der Vor­marsch der west­li­chen Al­li­ier­ten hat­te trotz des Be­fehls Ge­ne­ral Ei­senhow­ers zum Schutz his­to­ri­scher Mo­nu­men­te mas­si­ve Schä­den an In­fra­struk­tur und Bau­ten in al­len grö­ße­ren Städ­ten mit sich ge­bracht. Da­für hat­ten der Luft­krieg und Ar­thur ‚Bom­ber‘ Har­ris (1892-1984) als Chef des Bom­ber Com­mand der Roy­al Air Force trotz al­len Be­mü­hens der Kunst­schüt­zer ge­sorgt. Der Ver­lust an be­weg­li­chen Kunst­schät­zen, et­wa aus Mu­se­en und Ar­chi­ven, war da­ge­gen nicht ganz so ver­hee­rend. Vie­les war be­reits wäh­rend des Krie­ges von deut­scher Sei­te in mehr oder we­ni­ger si­che­re De­pots, et­wa in Stol­len von Berg­wer­ken oder in Schlös­ser und Land­sit­ze, ge­bracht wor­den.[6] Wohl­ge­merkt ging es bei der Rück­füh­rung der­ar­ti­ger Be­stän­de um aus­ge­la­ger­te Kunst­wer­ke aus Mu­se­en und öf­fent­li­chen Samm­lun­gen. Da­ne­ben war die Iden­ti­fi­zie­rung und Rück­ga­be ge­raub­ter Kunst, die in der NS-Zeit jü­di­schen Ei­gen­tü­mern ent­zo­gen wor­den war oder aus den von Deutsch­land be­setz­ten Län­dern stamm­te, ein The­ma, das die Be­sat­zungs­mäch­te eben­falls in­ten­siv be­schäf­tig­te.[7] Franz Graf Wolff Met­ter­nichs Be­wer­tung aus der Rück­schau des Jah­res 1951 lobt die Leis­tun­gen der Kunst­schüt­zer für die Rück­füh­run­gen der Kunst­schät­ze in die Nord-Rhein­pro­vinz:

In über tau­send Ein­zel­t­rans­por­ten, die zum Teil von den Kunst­schutz­of­fi­zie­ren selbst be­glei­tet wur­den, ist das ge­sam­te Kunst­gut oh­ne nen­nens­wer­te Schä­den und Ein­bu­ßen aus den Ber­gungs­or­ten im rechts­rhei­ni­schen und süd­deut­schen Ge­biet zu­rück­ge­führt wor­den.[8]

3. Schadensbilanz

Die in Lon­don ar­chi­vier­ten Sach­stands­be­rich­te der An­ge­hö­ri­gen der MFA&A-Ab­tei­lung der bri­ti­schen Mi­li­tär­re­gie­rung in Deutsch­land aus dem Som­mer und Herbst 1945 lie­fern ein re­la­tiv ge­nau­es Bild über die La­ge in den ein­zel­nen Pro­vin­zen. Sie dien­ten als Grund­la­ge für ei­ne Bro­schü­re der Mac­mil­lan-Kom­mis­si­on, die En­de 1945 zu­sam­men­ge­stellt und Mit­te 1946 un­ter dem Ti­tel „Works of Art in Ger­ma­ny. Los­ses and Sur­vi­vals in the War“ ver­öf­fent­licht wur­de. Sie zog ei­ne ers­te Bi­lanz der Ar­beit der zu­stän­di­gen Sek­ti­on der Mi­li­tär­re­gie­rung der bri­ti­schen Kon­troll­kom­mis­si­on für Deutsch­land. Die dar­in ent­hal­te­ne Über­sicht lie­fert ei­ne nüch­ter­ne Bi­lanz der von der ei­ge­nen Sei­te an­ge­rich­te­ten Schä­den.

Die sechs­und­sech­zigsei­ti­ge Pu­bli­ka­ti­on lis­tet al­pha­be­tisch nach Städ­ten in der ge­sam­ten bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne in kom­pak­ter Form die je­wei­li­gen Kriegs­schä­den, Ver­lus­te und be­reits ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men auf. Ihr kann man ent­neh­men, was die bri­ti­schen Kunst­schüt­zer an Be­schä­di­gun­gen in ih­rer Zo­ne vor­fan­den und was sie in den ers­ten sechs Mo­na­ten an ers­ter Hil­fe leis­te­ten, selbst wenn sich das wah­re Aus­maß der Schä­den oft erst spä­ter her­aus­stell­te. Sie geht zu­rück auf Be­rich­te der Fach­leu­te vor Ort. Im Vor­wort der Bro­schü­re wird her­vor­ge­ho­ben, dass es von den vier Pro­vin­zen der bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne ins­be­son­de­re die Nord-Rhein­pro­vinz und das west­li­che West­fa­len wa­ren, die am meis­ten ge­lit­ten hat­ten, weil im Ver­lauf des Krie­ges Städ­te wie Aa­chenKöln, Neuss, Düs­sel­dorf und die Ruhr­ge­biets­städ­te in­ten­siv bom­bar­diert wor­den und die Kämp­fe vor und nach der Über­que­rung des Rheins dort am hef­tigs­ten ge­we­sen wa­ren. Die Dar­stel­lun­gen in die­ser Bro­schü­re so­wie in wei­te­ren Be­rich­ten kön­nen hel­fen, Lü­cken nicht nur in der lo­ka­len For­schung zu fül­len. Glei­ches gilt für die Ar­chi­tek­tur­ge­schich­te ein­zel­ner Or­te.

Im bri­ti­schen Na­tio­nal­ar­chiv in Lon­don fin­den sich dar­über hin­aus Quel­len mit ge­naue­ren In­for­ma­tio­nen zum Zu­stan­de­kom­men die­ser Bro­schü­re und da­zu, wel­che Kunst- und Kul­tur­ex­per­ten der bri­ti­schen Mi­li­tär­re­gie­rung wo ein­ge­setzt wa­ren be­zie­hungs­wei­se wie ih­re Ak­ti­vi­tä­ten ge­nau­er aus­sa­hen. Die ent­spre­chen­den Ver­mer­ke und Be­rich­te für die Zeit zwi­schen Früh­jahr und Herbst 1945 in­for­mie­ren über Ein­zel­hei­ten nicht nur zum Zu­stand von Bau­denk­mä­lern aus der ge­sam­ten bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne, hier vor al­lem der Kir­chen, son­dern auch über de­ren Re­pa­ra­tur­be­darf.[9] An­ge­sichts des Aus­ma­ßes der Zer­stö­run­gen und des Man­gels an Ma­te­ri­al und Ar­beits­kräf­ten wa­ren zu­nächst aber, des­sen war man sich be­wusst, meis­tens le­dig­lich pro­vi­so­ri­sche Not­maß­nah­men mög­lich. In den Quel­len gibt es auch Hin­wei­se auf mög­li­che wei­te­re, noch an­hal­ten­de Ge­fähr­dun­gen, et­wa durch ma­ro­die­ren­de Ban­den von ‚Dis­pla­ced Per­sons‘ oder durch ei­ge­ne Mi­li­tär­an­ge­hö­ri­ge, die Ge­gen­stän­de et­wa aus Mu­se­en, Kir­chen oder De­pots mit­ge­hen lie­ßen. Ei­ne ers­te Maß­nah­me der Kunst­schüt­zer war des­halb oft das An­brin­gen von Ver­bots-schil­dern zum Be­tre­ten der­ar­ti­ger Or­te oder Ge­bäu­de.

Auch auf ame­ri­ka­ni­scher Sei­te hat­te man sich um den Kul­tur­gut­schutz im Rhein­land be­müht. Dies be­legt ex­em­pla­risch ei­ne de­tail­lier­te Über­sicht über die Schä­den an und ers­te Si­che­rungs­maß­nah­men für Schloss Au­gus­tus­burg in Brühl.[10] Das von den Ame­ri­ka­nern be­auf­trag­te ers­te Gut­ach­ten über die Kriegs­schä­den an den wich­tigs­ten Kir­chen in Köln er­stell­te Karl Band (1900-1995), der dort nach 1930 ein Ar­chi­tek­tur­bü­ro ge­führt hat­te.[11] Un­ter bri­ti­scher Auf­sicht über­nahm dann je­doch Dom­bau­meis­ter Wil­ly Wey­res (1903-1989) of­fi­zi­ell die Auf­ga­be, den Ma­te­ri­al­be­darf für er­for­der­li­che Si­che­rungs­maß­nah­men und Re­pa­ra­tu­ren nebst da­für be­nö­tig­ter Ar­beits­kraft zu schät­zen und zu or­ga­ni­sie­ren. Ähn­li­ches soll­te er für das Bon­ner Müns­ter vor­be­rei­ten.[12] In Aa­chen war es der Ar­chi­tekt und Denk­mal­schüt­zer Hans Kö­nigs (1903-1988), der im Auf­trag der Mi­li­tär­re­gie­rung ver­gleich­ba­re Be­rich­te über die Kriegs­schä­den und not­wen­di­gen Si­che­rungs­maß­nah­men am Dom und an­de­ren his­to­ri­schen Ge­bäu­den wie dem Rat­haus an­fer­tig­te.[13] Das Gut­ach­ten über den Aa­che­ner Dom, mit dem Kö­nigs be­auf­tragt war, ist in den Be­rich­ten er­wähnt, aber nicht bei­ge­fügt. Al­ler­dings gibt es in den Ak­ten die Ko­pie ei­nes fünf­sei­ti­gen de­tail­lier­ten ame­ri­ka­ni­schen Be­richts über die Zer­stö­run­gen in Aa­chen, der den Bri­ten als Aus­gangs­punkt ih­rer Ar­beit die­nen konn­te.[14] Für die Ma­ri­en­kir­che in Kem­pen hat­te man den Ar­chäo­lo­gen und Di­rek­tor des His­to­ri­schen Mu­se­ums in Kre­feld, Al­bert Stee­ger, den der zu­stän­di­ge bri­ti­sche Kunst­schutz­of­fi­zier für ei­nen Ar­chi­tek­ten hielt, mit ei­nem sol­chen Be­richt be­auf­tragt.[15]

4. Denkmalpfleger und ‚Fine Arts Officers‘

Die Re­kru­tie­rung ge­eig­ne­ter deut­scher Fach­leu­te für die Denk­mal­pfle­ge in den An­fangs­mo­na­ten war ei­ne schwie­ri­ge Auf­ga­be für die bri­ti­sche Be­sat­zungs­macht und die von ihr ein­ge­setz­te Pro­vin­zi­al­re­gie­rung in der Nord-Rhein­pro­vinz, aber na­tür­lich auch an­dern­orts. Die Schwie­rig­kei­ten fin­gen schon bei ein­fa­chen Ar­bei­tern wie et­wa Pa­ckern an, die für den Trans­port von Kunst­ge­gen­stän­den ge­braucht wur­den und so­wohl qua­li­fi­ziert als auch von ein­wand­frei­em Cha­rak­ter sein muss­ten.[16] Und das galt erst recht für die Ar­beit mit aus­ge­wie­se­nen deut­schen Fach­leu­ten. Ge­ra­de letz­te­re wa­ren aus un­ter­schied­li­chen Grün­den nicht im­mer so­fort in der La­ge, wie­der mit an­zu­pa­cken, denn auch sie muss­ten mit den in­di­vi­du­el­len und all­ge­mei­nen Wir­ren der Zeit zu­recht­kom­men. Zum Teil wa­ren sie als Mit­glie­der von Or­ga­ni­sa­tio­nen der NS-Zeit be­las­tet, zum Teil wa­ren sie aber auch in al­le Win­de zer­streut.

Erster Deutscher Kunsthistorikertag, die Kunsthistoriker Franz Graf von Wolff Metternich (links) und Heinz-Rudolf Rosemann beim Betrachten von Bruchstücken einer zerstörten Kirche in Köln, 1948, Foto: Hartwig Baseler. (Bildarchiv Foto Marburg/ fmb8952_12)

 

In der nord-rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­ver­wal­tung dau­er­te der Wie­der­auf­bau ei­nes Denk­mal­am­tes des­halb ei­ni­ge Zeit, weil der noch von den Ame­ri­ka­nern ein­ge­setz­te Ober­prä­si­dent Hans Fuchs der bri­ti­schen Mi­li­tär­re­gie­rung als Lei­ter den vor­ma­li­gen Pro­vin­zi­al­kon­ser­va­tor Franz Graf Wolff Met­ter­nich vor­schlug, der aber NS­DAP-Mit­glied ge­we­sen war. Wolff Met­ter­nich hat­te im Zwei­ten Welt­krieg im be­setz­ten Nord- und West­frank­reich in sei­ner Funk­ti­on als Be­auf­trag­ter für Kunst­schutz beim Ober­kom­man­do des Hee­res ei­ne in ei­ni­gen As­pek­ten ver­gleich­ba­re Rol­le wie die spä­te­ren Kunst­schüt­zer in der bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne in­ne­ge­habt. Er war al­ler­dings im Som­mer 1942 be­ur­laubt und 1943 aus dem Mi­li­tär­dienst ent­las­sen wor­den, wohl auf Be­trei­ben Her­mann Gö­rings (1893-1946), weil er sich als Kul­tur­gut­schüt­zer und nicht als Be­schaf­fer von Beu­te­kunst ver­stan­den und ver­hal­ten hat­te.[17] 

Beim Ein­marsch der Al­li­ier­ten stand Wolff Met­ter­nich, der nach sei­ner Zeit in Frank­reich in sei­ne Funk­ti­on als rhei­ni­scher Pro­vin­zi­al­kon­ser­va­tor zu­rück­ge­kehrt war, auf ei­ner Lis­te der wich­tigs­ten deut­schen Kunst- und Kul­tur­ex­per­ten, von de­nen man sich Hil­fe beim Auf­fin­den von Kunst­wer­ken er­hoff­te. Der in Düs­sel­dorf zu­stän­di­ge bri­ti­sche Be­sat­zungs­of­fi­zier Mi­cha­el C. Ross (1905-1982) for­der­te Ober­prä­si­dent Fuchs auf, ei­ne be­son­de­re Be­grün­dung zu lie­fern, um in An­be­tracht der au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­stän­de ei­ne bal­di­ge Be­stä­ti­gung der Mi­li­tär­re­gie­rung für Wolff Met­ter­nich als Pro­vin­zi­al­kon­ser­va­tor zu er­hal­ten.[18] 

Auf bri­ti­scher Sei­te war der ent­schei­den­de und ver­ant­wort­li­che Of­fi­zier Ge­off­rey F. Webb, der be­reits im Haupt­quar­tier un­ter Ei­senhow­er der Lei­ter des ge­mein­sa­men al­li­ier­ten Kunst­schut­zes, al­so al­ler MFA&A-Ope­ra­tio­nen ge­we­sen war. Auch war er an der Er­stel­lung der of­fi­zi­el­len so­ge­nann­ten SHAEF-Lis­ten mit his­to­risch wert­vol­len Kul­tur­gü­tern und Bau­ten be­tei­ligt ge­we­sen, die man den Trup­pen für ih­ren Vor­marsch an die Hand ge­ge­ben hat­te. Nach der deut­schen Nie­der­la­ge und der Auf­lö­sung des al­li­ier­ten Haupt­quar­tiers lei­te­te er in der bri­ti­schen Mi­li­tär­re­gie­rung in­ner­halb der In­ter­nal Af­fairs & Com­mu­ni­ca­ti­ons-Di­vi­si­on die MFA&A-Sek­ti­on, ab En­de Ju­li 1945 zu­nächst mit Sitz in Lüb­be­cke und ab An­fang Sep­tem­ber 1945 in Bün­de in West­fa­len. Nach sei­ner Rück­kehr nach Eng­land im Som­mer 1946 wur­de er der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Roy­al Com­mis­si­on for His­to­ri­cal Mo­nu­ments. In Frank­reich wur­de er spä­ter we­gen sei­ner Ver­diens­te zum Mit­glied der Eh­ren­le­gi­on und in Groß­bri­tan­ni­en zum Com­man­der of the Bri­tish Em­pi­re (CBE) er­nannt. In den USA er­hielt er die Frei­heits­me­dail­le.[19]

Der wich­tigs­te der in der un­mit­tel­ba­ren Nach­kriegs­zeit im Düs­sel­dor­fer Re­gio­nal­bü­ro für die Nord-Rhein­pro­vinz zu­stän­di­gen bri­ti­schen Kunst­schüt­zer und da­mit der Vor­ge­setz­te und Haupt­an­sprech­part­ner für Wolff Met­ter­nich war Ma­jor Mi­cha­el C. Ross. Er hat­te nicht stu­diert und ge­hör­te nicht dem Netz­werk von Kunst­his­to­ri­kern und -ex­per­ten an, die sich vor dem Krieg an den ein­schlä­gi­gen Uni­ver­si­tä­ten und In­sti­tu­ten in Ox­ford, Cam­bridge oder Lon­don be­geg­net wa­ren. Viel­mehr war er ein bil­den­der Künst­ler, der sich mit Por­träts und Land­schafts­ge­mäl­den ei­nen Na­men ge­macht hat­te. Wäh­rend des Krie­ges hat­te er in un­ter­schied­li­chen Ver­wen­dun­gen in Frank­reich, Ägyp­ten und auf dem Bal­kan ge­dient und war 1944 nach ei­ner ihn auf sei­ne ge­plan­te Ver­wen­dung vor­be­rei­ten­den Ar­chiv­aus­bil­dung zur Ein­heit der MFA&A von Ge­off­rey Webb ge­sto­ßen. In der Nord-Rhein­pro­vinz ver­fass­te er die ers­ten Be­rich­te über den Zu­stand der Bau­denk­mä­ler und die Auf­spü­rung aus­ge­la­ger­ter Kunst- und Kul­tur­gü­ter, wo­bei sein be­son­de­res Au­gen­merk we­gen sei­ner Spe­zi­al­aus­bil­dung den Ar­chi­ven galt.

Ross ver­ließ sei­nen Pos­ten als ver­ant­wort­li­cher Kunst­schüt­zer für die Nord-Rhein­pro­vinz be­reits wie­der im Ok­to­ber 1945. In Eng­land ar­bei­te er da­nach über 20 Jah­re als Au­tor beim BBC-Ra­dio, war Über­set­zer fran­zö­si­scher Wer­ke so­wie Ver­fas­ser his­to­risch-bio­gra­fi­scher Bü­cher, un­ter an­de­rem über Jo­seph Bo­na­par­te oder Alex­and­re Du­mas, die er zum Teil mit sei­nen ei­ge­nen Bil­dern und Zeich­nun­gen il­lus­trier­te. In Köln war die Er­in­ne­rung an ihn nicht ganz ver­blasst: Zur 700-Jahr-Fei­er des Doms im Jahr 1948 wur­de er zu den Fei­er­lich­kei­ten ein­ge­la­den, und das Jahr­buch des Zen­tral-Dom­bau-Ver­eins pu­bli­zier­te 1958 sei­nen Auf­satz „Wie der Dom 1945 ein neu­es Dach er­hiel­t“. Des­sen Ori­gi­nal­ver­si­on war im De­zem­ber 1957 in dem BBC-Ma­ga­zin „The Lis­tener“ er­schie­nen.[20]  

Weit we­ni­ger als über Ross weiß man über sei­nen Kol­le­gen und Nach­fol­ger in Düs­sel­dorf, Cap­tain, spä­ter Ma­jor Lio­nel G. Per­ry (1905-1980). We­der zu sei­nem fach­li­chen Hin­ter­grund noch zu sei­nen Ak­ti­vi­tä­ten und sei­nem Schick­sal nach sei­ner Zeit in Deutsch­land, die im­mer­hin bis 1950 dau­er­te, ist et­was be­kannt.

Franz Florentin Maria Graf Wolff-Metternich zur Gracht als Leiter des Militärischen Kunstschutzes beim Oberkommando des Heeres an seinem Schreibtisch im Hotel Majestic in Paris, undatiert. (Vereinigte Adelsarchive im Rheinland/ Archiv Schloss Gracht/ Nachlass Franziskus Graf Wolff Metternich)

 

Nach dem Weg­gang von Ross war Per­ry auf Sei­ten der Mi­li­tär­re­gie­rung der Nord-Rhein­pro­vinz der ver­ant­wort­li­che ‚Fi­ne Arts Of­fi­cer‘ - so die Funk­ti­ons­be­zeich­nung in den Brie­fen und Ver­mer­ken. Ein Kunst­ex­per­te im bri­ti­schen Haupt­quar­tier in Bün­de, der zu­sam­men mit Ross In­spek­ti­ons­be­su­che z. B. in Neuss oder in Düs­sel­dorf, Brühl, Brau­wei­ler und Kre­feld vor­nahm, war Ma­jor El­lis K. Wa­ter­hou­se (1905-1985), der schon zu Webbs Stab im Haupt­quar­tier der Al­li­ier­ten ge­hört hat­te. Vor dem Krieg hat­te er in Ox­ford stu­diert. Er ver­ließ das Haupt­quar­tier in Bün­de eben­falls im Ok­to­ber 1945. Nach dem Krieg mach­te er Kar­rie­re als Wis­sen­schaft­ler und Mu­se­ums­lei­ter in Groß­bri­tan­ni­en und den USA.

In Düs­sel­dorf war zu­sätz­lich noch Cap­tain Ken­neth Steer (1913-2007) im Ein­satz, ein pro­mo­vier­ter Ar­chäo­lo­ge. Er war dort von Ju­ni 1945 bis Ju­li 1946 ins­be­son­de­re mit der Ma­te­ri­al­be­schaf­fung für die Re­pa­ra­tur be­schä­dig­ter his­to­ri­scher Ge­bäu­de be­schäf­tigt und spiel­te spä­ter ei­ne her­aus­ge­ho­be­ne Rol­le in der Denk­mal­pfle­ge, ge­nau­er bei der Be­wah­rung von Na­tio­nal­monu­men­ten in Schott­land. Ein ganz be­son­ders in­ter­es­san­ter bri­ti­scher Kunst­schüt­zer war der Stell­ver­tre­ter von Webb, Wing Com­man­der Dou­glas Co­oper (1911-1984), ein wohl­ha­ben­der Samm­ler und Kunst­kri­ti­ker, der Ross eben­falls auf ei­ni­gen sei­ner In­for­ma­ti­ons- und In­spek­ti­ons­be­su­che im Rhein­land be­glei­te­te. Er ließ sich nach der Mi­li­tär­zeit im fran­zö­si­schen Avi­gnon nie­der, wo er eng ver­bun­den mit Pa­blo Pi­cas­so (1881-1973) war. So­wohl Co­oper als auch Wa­ter­hou­se hat­ten schon 1944 zu­sam­men mit Webb in Lon­don an den Vor­ar­bei­ten zum Ein­satz der Kunst­schüt­zer auf dem eu­ro­päi­schen Kon­ti­nent mit­ge­wirkt.

Sir Ellis Kirkham Waterhouse, Porträt, 1949, Foto: Annan. (Naional Portrait Gallery, London)

 

5. Erste Aufgaben und Maßnahmen

An­fangs be­stand ei­ne un­er­war­tet ar­beits­in­ten­si­ve Be­schäf­ti­gung der Kunst­schüt­zer in der Lo­ka­li­sie­rung aus­ge­la­ger­ter oder ge­raub­ter Kunst­schät­ze. Die Kunst­ge­gen­stän­de aus dem Rhein­land, die sehr häu­fig in west­fä­li­sche De­pots ge­bracht wor­den wa­ren, wur­den zu­nächst in West­fa­len be­las­sen, bis im Rhein­land ei­ne dau­er­haf­te Un­ter­brin­gung mög­lich wur­de. Das meis­te aus den ver­schie­de­nen La­gern in West­fa­len brach­te man des­halb vor­über­ge­hend nach Schloss Nord­kir­chen im Müns­ter­land, wel­ches den Krieg na­he­zu un­ver­sehrt über­stan­den hat­te und groß ge­nug und gut zu si­chern war. Ei­ne Aus­nah­me war auf Be­trei­ben Graf Wolff Met­ter­nichs der so­ge­nann­te Loch­ner-Al­tar, der spät­go­ti­sche Al­tar der Stadt­pa­tro­ne von Köln, der so bald wie mög­lich aus kli­ma­ti­schen Grün­den aus der Ab­tei Ma­ri­en­müns­ter bei Höx­ter ver­la­gert wer­den muss­te. Der Graf plä­dier­te für ei­ne Un­ter­brin­gung im Köl­ner Dom­bun­ker, was auch po­si­ti­ven Ein­fluss auf die Mo­ral der Köl­ner Be­völ­ke­rung ha­ben kön­ne. Die­ser Schutz­raum hat­te seit 1943 im Erd­ge­schoss des Nord­turms des Köl­ner Doms als Auf­be­wah­rungs­ort vie­ler sei­ner Kunst­schät­ze ge­dient und wur­de erst 1986 ab­ge­ris­sen.[21]

Im Rhein­land soll­te Schloss Dyck zwi­schen Gre­ven­broich und Mön­chen­glad­bach ei­ne zen­tra­le Sam­mel­stel­le der aus­ge­la­ger­ten Kunst­ge­gen­stän­de wer­den, weil Schloss Ben­rath, Schloss Brühl oder auch die Ab­tei Brau­wei­ler für die­sen Zweck als nicht ge­eig­net an­ge­se­hen wur­den. In Ben­rath und in Brühl er­schie­nen die Ge­bäu­de un­ge­eig­net; in Brau­wei­ler be­fand sich ei­ne zen­tra­le Un­ter­brin­gungs­stel­le für Dis­pla­ced Per­sons. Als mög­li­che zen­tra­le Ar­chiv­stand­or­te wur­den au­ßer­dem zu­nächst das Klos­ter Lang­wa­den und Schloss Kal­kum und spä­ter Schloss Brühl in Aus­sicht ge­nom­men.[22]

Altarbild (Triptychon) der Stadtpatrone, den Stephan Lochner nach 1442 für die Kapelle des Rats schuf, 1809 wurde der Altar in den Dom übertragen, undatiert, Foto: Helmut Buchen. (www.grevenarchivdigital.de | Helmut Buchen)

 

Ross be­müh­te sich um gu­te Kon­tak­te zu den Kunst­schüt­zern in der fran­zö­si­schen und der ame­ri­ka­ni­schen Zo­ne im süd­li­chen Rhein­land. Mit­te Au­gust 1945 konn­te er zu­sam­men mit Wolff Met­ter­nich und Wil­ly Wey­res bei ei­nem Be­such in der fran­zö­si­schen Zo­ne in Bad Ems ver­ein­ba­ren, dass die in dor­ti­gen De­pots vor­han­de­nen Kunst­wer­ke und Ar­chiv­be­stän­de, die aus dem nörd­li­chen Rhein­land stamm­ten, dort­hin zu­rück­ge­bracht wer­den durf­ten. Ähn­li­ches ver­such­te er an­schlie­ßend für rhei­ni­sche Kunst­ob­jek­te zu er­rei­chen, die von den Ame­ri­ka­nern et­wa aus ei­nem ehe­ma­li­gen Berg­werk im süd­west­fä­li­schen Sie­gen in die ame­ri­ka­ni­sche Zo­ne nach Mar­burg ge­bracht wor­den wa­ren.[23] Al­ler­dings kam es hier zu Ver­zö­ge­run­gen, die aus Un­stim­mig­kei­ten zwi­schen Ame­ri­ka­nern und Bri­ten auf hö­he­rer Ebe­ne, aus­ge­hend vom stell­ver­tre­ten­den ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär­gou­ver­neur Ge­ne­ral Lu­ci­us D. Clay (1898-1978), re­sul­tier­ten und ei­nen schnel­len Rück­trans­port ver­hin­der­ten. Clay woll­te näm­lich zwi­schen­zeit­lich ei­ni­ge der Kunst­wer­ke für ei­ne Aus­stel­lung nach Ame­ri­ka brin­gen. Erst nach der Auf­ga­be die­ser Plä­ne kam es En­de Ja­nu­ar 1946 zu ers­ten Trans­por­ten ins Rhein­land; die letz­ten fan­den En­de Ju­li 1946 statt.[24]

Die Auf­spü­rung, Klä­rung der Her­kunft und Rück­füh­rung der aus­ge­la­ger­ten Kunst­schät­ze ge­hör­ten al­so eben­so zu den Auf­ga­ben der ‚Mo­nu­ments Men vor und nach der Ein­stel­lung der Kampf­hand­lun­gen zwi­schen Rhein und We­ser. Da­ne­ben ziel­ten die Ak­ti­vi­tä­ten der Fi­ne Arts-Of­fi­zie­re auch auf die Rück­füh­rung von aus­ge­la­ger­tem Ar­chiv­gut und die Wie­der­in­stand­set­zung der städ­ti­schen Ar­chi­ve, et­wa in Köln, Düs­sel­dorf, Kal­kar, We­sel oder Xan­ten. Hier lie­fern die bri­ti­schen Be­rich­te in­ter­es­san­te Hin­wei­se für die Nach­ver­fol­gung der ein­zel­nen Be­stän­de und de­ren Be­hand­lung in den ers­ten Nach­kriegs­mo­na­ten.

Das zerstörte Schloss Clemensruh (Poppelsdorfer Schloss) in Bonn-Poppelsdorf, 1947, Foto: Theodor Wildemann. (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Bildarchiv/ LVR_ADR_0000334342_BN)

 

Ei­ne we­ni­ger spek­ta­ku­lä­re Auf­ga­be war die mög­lichst früh­zei­ti­ge Be­stands­auf­nah­me der Kriegs­schä­den an den Bau­denk­mä­lern, und hier ins­be­son­de­re der Kir­chen, und die Ein­lei­tung dar­aus ab­ge­lei­te­ter ers­ter bau­li­cher Si­che­rungs­maß­nah­men – so ha­ben dies die Ame­ri­ka­ner bei­spiels­wei­se nach der Ein­nah­me Kölns prak­ti­ziert. Aus ei­nem Ta­ges­be­richt der ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär­re­gie­rung vom 9./10.3.1945 - die Stadt war am 6.3. ein­ge­nom­men wor­den - geht her­vor, was ih­re ers­ten Un­ter­su­chun­gen er­ge­ben hat­ten. Au­ßer dem Dom, der nach an­fäng­li­chen Schät­zun­gen zu 10 Pro­zent be­schä­digt war, wa­ren na­he­zu al­le be­rühm­ten Kir­chen so stark zer­stört, dass man sie für kaum wie­der­her­stell­bar hielt.[25] Ei­senhow­ers Be­fehl vom 26.5.1944 hat­te die mas­si­ven Zer­stö­run­gen et­wa der ro­ma­ni­schen Kir­chen in Köln al­so nicht ver­hin­dern kön­nen. Al­ler­dings lie­fert die­se An­ord­nung ei­ne denk­ba­re Er­klä­rung für den spä­te­ren My­thos von der Ver­scho­nung des Köl­ner Doms.

Es wa­ren die ame­ri­ka­ni­schen ‚Mo­nu­ments Men‘, die bei ih­rem Vor­marsch im Wes­ten Deutsch­lands und ins­be­son­de­re in der Rhein­pro­vinz ers­te Maß­nah­men er­grif­fen, an wel­che die Bri­ten an­knüp­fen konn­ten. Schon im Win­ter 1944 hat­ten die von den Ame­ri­ka­nern ver­an­lass­ten ers­ten Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten am Aa­che­ner Dom oder der Bi­blio­thek der Tech­ni­schen Hoch­schu­le da­zu bei­ge­tra­gen, dass die­se den Win­ter über­ste­hen konn­ten.[26] Auf bri­ti­scher Sei­te wur­de spä­ter neid­los an­er­kannt, dass sich die ame­ri­ka­ni­schen Kunst­schüt­zer in die­ser Zeit gro­ße Ver­diens­te um die Kul­tur­schutz­auf­ga­be in der spä­te­ren bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne er­wor­ben hat­ten.[27] 

Zerstörte Kölner Innenstadt mit fast unbeschädigtem Kölner Dom, Luftbild, 1945. (www.grevenarchivdigital.de | Kölner Fotoarchiv)

 

Ein den Be­rich­ten von Ross an­ge­häng­tes, un­da­tier­tes Gut­ach­ten zu den Kriegs­schä­den an und in den Köl­ner Kir­chen be­schreibt de­tail­liert den Zu­stand des Doms und zwölf wei­te­rer Kir­chen, na­ment­lich der ro­ma­ni­schen Kir­chen Sankt An­dre­as, Sankt Apos­teln, Sankt Ge­org, Sankt Ge­re­on, Sankt Ku­ni­bert, Sankt Ma­ria im Ka­pi­tol, Sankt Ma­ria Lys­kir­chen, Groß Sankt Mar­tin, Sankt Pan­ta­le­on, Sankt Se­ve­rin und Sankt Ur­su­la so­wie der ba­ro­cken Je­sui­ten­kir­che Sankt Ma­riä Him­mel­fahrt. Zu je­der die­ser Kir­chen gibt es ei­ne Auf­lis­tung der we­sent­li­chen Schä­den, des un­ge­fäh­ren Zu­stands und der emp­foh­le­nen Ers­te-Hil­fe-Re­pa­ra­tu­ren. Um­fang­rei­che­re An­ga­ben aus die­ser Zeit fin­den sich in die­sen Quel­len zu kei­ner an­de­ren Stadt in der Nord- Rhein­pro­vinz oder in West­fa­len - aus nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den, denn Köln galt nach dem Kriegs­en­de als am stärks­ten zer­stör­te Groß­stadt im Wes­ten Deutsch­lands.[28] 

Zu den Schä­den in Düs­sel­dorf, et­wa in der Alt­stadt an der Lam­ber­tus-, der Max- und der An­dre­as­kir­che oder an der Suit­ber­tus­kir­che in Kai­sers­werth, die in viel ge­rin­ge­rem Ma­ße be­schä­digt wa­ren als die in­ner­städ­ti­schen Köl­ner Got­tes­häu­ser und des­halb ei­nen deut­lich nied­ri­ge­ren Re­pa­ra­tur­be­darf hat­ten, gibt es nur re­la­tiv spär­li­che An­ga­ben. Den­noch hat­te Düs­sel­dorf, wo der Krieg erst am 17.4.1945 vor­bei war, al­so über ei­nen Mo­nat spä­ter als in den links­rhei­ni­schen Städ­ten Köln oder Neuss, mas­si­ve Schä­den zu ver­zeich­nen. Pro­mi­nen­te Bau­ten wie et­wa die Ton­hal­le am Wehr­hahn, das Schau­spiel­haus an der Carl-Theo­dor-Stra­ße, die Rhein­hal­le, al­so das ehe­ma­li­ge Pla­ne­ta­ri­um, die Kunst­aka­de­mie oder Schloss Jä­ger­hof wa­ren schwer in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Die al­te Ton­hal­le und das al­te Schau­spiel­haus sind nach dem Krieg nicht wie­der auf­ge­baut wor­den.

Kölner Kirche St. Aposteln, Außenansicht der zerstörten Kirche, Blick auf Westturm und Querschiff, 1942-1943, Foto: Seuffert. (www.grevenarchivdigital.de | Historisches Archiv des Erzbistums Köln/ AEK, Bildsammlung 106805)

 

Kur­ze Er­wäh­nung fin­den in den Quel­len der Al­ten­ber­ger Dom und die Ab­tei­en Knecht­ste­den und Kor­ne­li­müns­ter, die so gut wie un­be­schä­digt ge­blie­ben wa­ren.[29] An­ders sah es in Kal­kar oder in Neuss aus. Dort war der Chor des Qui­ri­nus­müns­ters be­schä­digt, aber nicht in Ge­fahr ein­zu­stür­zen, was man bei ei­ner ers­ten In­spek­ti­on be­fürch­tet hat­te.[30] In Neuss wie über­all an­dern­orts stan­den Ar­beits­kräf­te und Ma­te­ri­al zur Re­pa­ra­tur der Schä­den nur in be­grenz­tem Um­fang zur Ver­fü­gung. Zu den Schä­den hielt die Bro­schü­re der Mac­mil­lan-Kom­mis­si­on fest:

Ein di­rek­ter Bom­ben­tref­fer hat die öst­li­che Ap­sis des Drei­kon­chen-Ost-En­des von St. Qui­rin weg­ge­bla­sen und ge­fähr­li­che Ris­se in der Struk­tur ver­ur­sacht, aber Ers­te-Hil­fe-Maß­nah­men sind im Gan­ge und es ist zu hof­fen, dass ein wei­te­rer Ein­sturz ver­hin­dert wer­den kann. Das In­ne­re der Kir­che ist an­sons­ten un­ver­sehrt und das meis­te des ro­ma­ni­schen Bo­dens ist er­hal­ten ge­blie­ben. In der Kryp­ta hat ein Teil des Ge­wöl­bes un­ter den Trüm­mern der Ap­sis nach­ge­ge­ben. Das Rat­haus, das Zeug­haus und das Mu­se­um sind al­le zer­stört. Das Ober­tor ist in­takt und wird ge­nutzt, um die Samm­lun­gen des Mu­se­ums zu la­gern, die jetzt teil­wei­se aus West­fa­len zu­rück­ge­kom­men sind, so­wie das Stadt­ar­chiv.[31] 

Ein Licht dar­auf, wie ein­zel­ne Kunst­schutz­of­fi­zie­re ih­re Rol­le manch­mal auch auf un­kon­ven­tio­nel­le Wei­se nutz­ten, wirft die Ge­schich­te der Dach­re­pa­ra­tur des Köl­ner Doms: Der Kunst­schutz­of­fi­zier Mi­cha­el Ross schreibt in sei­nen Er­in­ne­run­gen, dass er im Krieg noch in Eng­land an der Er­stel­lung ei­ner Lis­te von in­dus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten un­ter an­de­rem im Rhein­land mit­ge­ar­bei­tet hat­te, die er jetzt für die Su­che nach Bau­ma­te­ria­li­en aus­wer­ten konn­te. Ka­na­di­sche Mi­li­tär­po­li­zis­ten, die er für die­se Su­che ein­setz­te, wa­ren auf ein Zink­walz­werk in Neuss und des­sen noch vor­han­de­nen Vor­rä­te an Ble­chen ge­sto­ßen. Die­se Vor­rä­te re­qui­rier­te er kur­zer­hand für ei­ne sei­ner vor­dring­lichs­ten Auf­ga­ben, näm­lich die Si­che­rung des Köl­ner Doms. Mehr als 80 Pro­zent von des­sen Dach­flä­chen wa­ren im Krieg ver­lo­ren ge­gan­gen. Den Trans­port der Neus­ser Zink­ble­che nach Köln or­ga­ni­sier­te der Bri­te im Sep­tem­ber 1945 mit Hil­fe des Ober­bür­ger­meis­ters von Düs­sel­dorf, Wal­ter Kolb (1902-1956), der Ge­fäng­nis­in­sas­sen zur Be­la­dung der Last­wa­gen ab­stell­te.

Die zerstörte Kirche St. Pantaleon in Köln, 1947, Foto: Martha Kranz. (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Bildarchiv/ LVR_ADR_0000325174_K)

 

So er­hielt der Köl­ner Dom ei­ne Not­be­da­chung, die an ein­zel­nen Stel­len erst Jahr-zehn­te spä­ter durch ei­ne neue Blei­be­de­ckung er­setzt wur­de. Ross brach­te die Ak­ti­on ein erns­tes Ge­spräch mit Mi­li­tär­gou­ver­neur John A. Bar­ra­clough (1894-1981) ein, denn der Woh­nungs­bau hat­te obers­te Prio­ri­tät. Bar­ra­clough zeig­te aber of­fen-sicht­lich Ver­ständ­nis für die Ei­gen­mäch­tig­keit sei­nes Un­ter­ge­be­nen und ver­zich­te­te auf dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­men. 

6. Fazit

Ne­ben der Rück­füh­rung von im Krieg aus­ge­la­ger­ten Kunst­schät­zen, Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ven war es vor al­lem die Or­ga­ni­sa­ti­on der ers­ten Re­pa­ra­tur­maß­nah­men an den Bau­ten, die in den Be­rich­ten der bri­ti­schen Kul­tur­gut­schüt­zer Mi­cha­el Ross und Lio­nel Per­ry in der Nord-Rhein­pro­vinz ei­ne zen­tra­le Rol­le spielt. Ih­re Ak­ti­vi­tä­ten schu­fen die Vor­aus­set­zung für den Wie­der­auf­bau vie­ler his­to­ri­scher Ge­bäu­de. Gleich­zei­tig ging es um den Auf­bau ei­ner ei­ge­nen Denk­mal­pfle­ge durch die je­wei­li­gen Pro­vin­zi­al­re­gie­run­gen, de­nen die Mi­li­tär­re­gie­rung die wei­te­ren Ar­bei­ten über­tra­gen konn­te. In ei­nem Ver­merk vom 14.10.1945 zieht Ge­off­rey Webb ein zu­frie­de­nes Zwi­schen­fa­zit der Ak­ti­vi­tä­ten sei­ner Män­ner in der ge­sam­ten bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne:

Ein gu­ter Fort­schritt wur­de beim Auf­fin­den und bei der Ver­la­ge­rung und Un­ter­brin­gung der zer­streu­ten Samm­lun­gen ge­macht, und ge­gen­wär­tig sind Schloss Dyck in Nord-Rhein, Schloss Nord­kir­chen für West­fa­len und das Schloss in Cel­le für Han­no­ver da­für aus­ge­wählt wor­den. [...] Denk­mal­kon­ser­va­to­ren und Per­so­nal sind jetzt in al­len Pro­vin­zen ein­ge­setzt und schei­nen zu­frie­den­stel­lend zu ar­bei­ten.[32] 

Auch hier zeigt sich, wo der Schwer­punkt der Ar­beit der Kunst­schüt­zer zu­min­dest in der ers­ten Zeit lag. Kein Wun­der, dass sich das In­ter­es­se der Ge­schichts­schrei­bung – wie auch Hol­ly­woods – auf die­sen As­pekt kon­zen­triert hat. Er­fol­ge oder Miss­er­fol­ge auf die­sem Feld wa­ren und sind leich­ter zu er­ken­nen und oft auch spek­ta­ku­lä­rer. Aber die Lon­do­ner Quel­len aus dem Jahr 1945 sind vor al­lem ei­ne auf­schluss­rei­che Er­gän­zung der in den Pro­vin­zen wie in den ein­zel­nen Städ­ten vor­han­de­nen Kennt­nis­se über die im Krieg ver­ur­sach­ten Schä­den an his­to­ri­schen Ge­bäu­den und ih­re Be­hand­lung. Wer die Städ­te und Ge­bäu­de von da­mals und heu­te ver­gleicht, sieht, dass sich vie­les nicht wie­der re­pa­rie­ren ließ, aber man­ches aus den Trüm­mern wie­der­er­stan­den ist.

Ei­ne ent­schei­den­de Rol­le spiel­ten da­bei zu­nächst die ame­ri­ka­ni­schen und dann die bri­ti­schen Kunst­schutz­of­fi­zie­re und ih­re Ar­beit im Land des vor­ma­li­gen Geg­ners, und das un­ab­hän­gig von der Fra­ge, wer wie­viel Schuld an den Zer­stö­run­gen trug. Sie kann­ten sich zum Teil aus ih­rer Stu­di­en- und Be­rufs­zeit in Ox­ford, Cam­bridge oder Lon­don. So wie die spä­te­ren Eh­run­gen die Be­deu­tung des Wir­kens die­ser Kunst­schüt­zer un­ter­strei­chen, be­wei­sen ih­re zum Teil be­ein­dru­cken-den Nach­kriegs­kar­rie­ren in Groß­bri­tan­ni­en und den USA, dass es sich um hoch qua­li­fi­zier­te und mo­ti­vier­te Män­ner (und Frau­en) ge­han­delt hat. Die Er­in­ne­rung an ih­ren Ein­satz am En­de des Krie­ges, als auf deut­scher Sei­te die kom­mu­na­len und über­ört­li­chen Ver­wal­tungs­struk­tu­ren erst noch schritt­wei­se auf­ge­baut wer­den muss­ten, wird in Deutsch­land aber nur un­zu­rei­chend ge­pflegt.

Sir John Ashworth Barraclough, Porträtfoto, 1950, Foto: Navana Vandyk. (Naional Portrait Gallery, London)

 

So be­dau­er­lich es ist, dass im öf­fent­li­chen Be­wusst­sein kaum et­was von ih­rem Ein­satz für die Kunst und Kul­tur im zer­stör­ten Nach­kriegs­deutsch­land zu­rück­ge­blie­ben ist, so klar ist je­doch, dass oh­ne sie nicht nur vie­le Kunst­schät­ze ih­ren Weg nicht zu­rück­ge­fun­den hät­ten, son­dern auch wich­ti­ge Bau­denk­mä­ler, Ar­chi­ve, Bi­blio­the­ken und Mu­se­en nicht wie­der in den Zu­stand hät­ten ver­setzt wer­den kön­nen, den sie heu­te ha­ben. Sie konn­ten ver­hin­dern, dass die an­ge­rich­te­ten Schä­den noch grö­ßer wur­den und be­wirk­ten die Ein­lei­tung drin­gend not­wen­di­ger Wie­der­her­stel­lungs­maß­nah­men. In ih­ren Be­rich­ten fin­det sich nichts zur Fra­ge von Schuld oder Wie­der­gut­ma­chung. Die Mo­ti­va­ti­on für ih­re Ar­beit schöpf­ten sie viel­mehr aus dem ho­hen Stel­len­wert, den Kunst und Kul­tur für sie hat­te. Sie wa­ren, wie der deut­sche Un­ter­ti­tel des Hol­ly­wood­films aus dem Jahr 2014 wohl zu Recht lau­tet, „un­ge­wöhn­li­che Hel­den“.

Quellen

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Congressional Gold Medal für die Monuments Men, entworfen von Joel Iskowitz, 2015. (gemeinfrei)

 
Anmerkungen
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Brautmeier, Jürgen, Die „Monuments Men“ in der Nord-Rheinprovinz 1945, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-monuments-men-in-der-nord-rheinprovinz-1945-/DE-2086/lido/68f8c5cc60a811.97155726 (abgerufen am 08.02.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 28.10.2025