Vorgeschichte und Geschichte der Union zwischen Lutheranern und Reformierten im Rheinland

Andreas Metzing (Boppard)

Siegelmarke des Königlichen Konsistoriums der Rheinprovinz im Jahr 1878. (Gemeinfrei/Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland)

1. Einleitung

Die Uni­on der bei­den gro­ßen aus der Re­for­ma­ti­on her­vor­ge­gan­ge­nen Kon­fes­sio­nen, der Lu­the­ra­ner und der Re­for­mier­ten, ge­hör­te in der ers­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts zu den do­mi­nie­ren­den The­men der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­schich­te in Deutsch­land. Aus­ge­löst durch das 300. Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um im Jahr 1817, kam es in vie­len deut­schen Bun­des­staa­ten zu ei­ner sol­chen Kon­fes­si­ons­ver­ei­ni­gung. Das Rhein­land, seit 1815 Teil des preu­ßi­schen Staats, zähl­te da­bei zu den Ge­bie­ten, in de­nen die in­ne­revan­ge­li­sche Kon­fes­si­ons­ver­ei­ni­gung von der über­wie­gen­den Mehr­heit der Theo­lo­gen wie auch der Ge­mein­de­glie­der fast un­ein­ge­schränkt po­si­tiv auf­ge­nom­men wur­de. Wäh­rend es in an­de­ren preu­ßi­schen Pro­vin­zen ne­ben den Uni­ons­be­für­wor­tern auch star­ke Kräf­te gab, die der Uni­on mit gro­ßem Miss­trau­en ge­gen­über­stan­den – ins­be­son­de­re die or­tho­do­xen Lu­the­ra­ner be­fürch­te­ten, dass mit der Uni­on ei­ne theo­lo­gi­sche Ver­fla­chung ein­her­ge­hen wer­de –, gab es in der Rhein­pro­vinz ei­ne na­he­zu flä­chen­de­cken­de Zu­stim­mung. Be­zeich­nend für die enor­me Wert­schät­zung der Uni­on in der rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­kir­che wa­ren die Wor­te, die der spä­te­re Ge­ne­ral­su­per­in­ten­dent Hein­rich Eberts (1806-1876) auf der Kreuz­nach­er Kreis­syn­ode des Jah­res 1856 fand: Es er­schei­ne ihm als Sa­che des christ­li­chen Ge­wis­sens, als Pflicht ge­gen den Herrn der Kir­che […], un­ge­scheut es aus­zu­spre­chen, daß, wer die Evan­ge­li­sche Uni­on an­tas­te, sie zu hin­dern, zu spren­gen trach­te, an der Zer­stö­rung des Rei­ches Got­tes und sei­nes Ge­salb­ten ar­bei­te.[1] 

 

Die­se For­mu­lie­rung ist sym­pto­ma­tisch da­für, dass un­ter al­len preu­ßi­schen Pro­vin­zi­al­kir­chen die rhei­ni­sche nicht nur die­je­ni­ge war, in der man dem The­ma der Uni­on die grö­ß­te Be­deu­tung bei­maß, son­dern dass man hier auch im in­ne­revan­ge­li­schen Span­nungs­feld von Uni­on und Kon­fes­si­on den Ak­zent am kon­se­quen­tes­ten auf die Uni­on leg­te. Im vor­lie­gen­den Bei­trag soll den Fra­gen nach­ge­gan­gen wer­den, wel­che his­to­ri­schen Fak­to­ren und Rah­men­be­din­gun­gen da­zu führ­ten, dass ge­ra­de in dem Ge­biet, das nach 1815 die preu­ßi­schen Rhein­pro­vin­zen bil­de­te, die Idee der Uni­on von Lu­the­ra­nern und Re­for­mier­ten auf so frucht­ba­ren Bo­den fiel und wie sich vor dem Hin­ter­grund die­ser Rah­men­be­din­gun­gen die Uni­on in den ers­ten an­dert­halb Jahr­zehn­ten der preu­ßi­schen Herr­schaft ent­wi­ckel­te.

Um Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen zu fin­den, ste­hen in den fol­gen­den Aus­füh­run­gen drei As­pek­te im Vor­der­grund. Ers­tens sol­len die ter­ri­to­ri­al­ge­schicht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Uni­on im Rhein­land be­leuch­tet und da­bei der Blick in die Frü­he Neu­zeit ge­rich­tet wer­den, in der die ter­ri­to­ria­le Ent­wick­lung auf das Engs­te mit der kon­fes­sio­nel­len ver­bun­den ge­we­sen war. Seit der Re­for­ma­ti­on war auf dem Ge­biet der spä­te­ren preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz ei­ne spe­zi­fi­sche kon­fes­sio­nel­le Land­schaft ent­stan­den, in der im frü­hen 19. Jahr­hun­dert die Uni­ons­ge­dan­ken auf sehr frucht­ba­ren Bo­den fie­len. Die­se kon­fes­sio­nel­le Land­schaft soll im ers­ten Ab­schnitt vor­ge­stellt wer­den.

Im zwei­ten Ab­schnitt er­folgt ein ge­naue­rer Blick auf die his­to­ri­sche Pe­ri­ode, die der Ein­füh­rung der preu­ßi­schen Uni­on un­mit­tel­bar vor­aus­ging. Die zwei Jahr­zehn­te der Zu­ge­hö­rig­keit des lin­ken Rhein­ufers zu Frank­reich zwi­schen 1794 und 1814 brach­ten für die­se Ge­bie­te auch ers­te Uni­ons­er­fah­run­gen mit sich, die es in den an­de­ren preu­ßi­schen Pro­vin­zen so nicht gab. 

Drit­tens schlie­ß­lich steht der Be­ginn der preu­ßi­schen Herr­schaft am Rhein bis En­de der 1820er Jah­re im Mit­tel­punkt. Hier sol­len zu­nächst die Jah­re um 1817 und ins­be­son­de­re die Be­deu­tung des Uni­ons­auf­ruf Kö­nig Fried­rich Wil­helms III. (Re­gent­schaft 1797-1840) vom 27. Sep­tem­ber 1817 be­trach­tet und nach dem Stel­len­wert ge­fragt wer­den, den er für die Ent­wick­lung der Uni­on im Rhein­land hat­te. So­dann er­folgt ein Über­blick über die un­ter­schied­li­chen For­men der Uni­on in den rhei­ni­schen Ge­mein­den.

2. Territorial- und konfessionsgeschichtliche Voraussetzungen der Union auf dem Gebiet der preußischen Rheinprovinz

Die rhei­ni­schen Ge­bie­te, die der preu­ßi­sche Staat im Jahr 1815 in Be­sitz nahm, wa­ren ter­ri­to­ri­al und da­durch auch kon­fes­sio­nell aus­ge­spro­chen he­te­ro­gen struk­tu­riert. Wäh­rend in den Ge­bie­ten der frü­he­ren Erz­stif­te Köln und Trier fast aus­schlie­ß­lich Ka­tho­li­ken leb­ten, die zu Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts et­wa drei Fünf­tel der Be­völ­ke­rung der preu­ßi­schen Rhein­lan­de aus­mach­ten, wa­ren an­de­re Tei­le der neu­en Pro­vinz – et­wa Ge­bie­te am Nie­der­rhein, im Huns­rück, auf dem Wes­ter­wald und an der Na­he – ge­mischt­kon­fes­sio­nell oder mehr­heit­lich evan­ge­lisch ge­prägt. Es herrsch­te aber auch ei­ne in­ne­revan­ge­li­sche Viel­falt: Im Jahr 1815 gab es auf dem Ge­biet der Rhein­pro­vinz 50 Or­te – teils grö­ße­re Städ­te, teils aber auch klei­ne Dör­fer –, in de­nen ei­ne lu­the­ri­sche und ei­ne re­for­mier­te Ge­mein­de ne­ben­ein­an­der exis­tier­ten. Dass im Zu­ge des Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums 1817 der Ge­dan­ke ei­ner Uni­on zwi­schen Lu­the­ra­nern und Re­for­mier­ten im Rhein­land auf so frucht­ba­ren Bo­den stieß, war nicht zu­letzt ei­ne Fol­ge die­ser kon­fes­sio­nel­len Durch­mi­schung.

Die niederrheinischen Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg

Im Nor­den der spä­te­ren Rhein­pro­vinz war vor al­lem die be­son­de­re kon­fes­sio­nel­le Ent­wick­lung in den Her­zog­tü­mern Jü­lich, Kle­ve un­d Berg seit der Re­for­ma­ti­on ein wich­ti­ger struk­tu­rel­ler Fak­tor für das Ne­ben­ein­an­der von lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten Ge­mein­den. Denn in die­sen Ge­bie­ten – eben­so wie in der nach 1815 zur Pro­vinz West­fa­len ge­hö­ren­den Graf­schaft Mark – hat­te sich auf­grund der dy­nas­ti­schen Ent­wick­lung des spä­ten 16. und des 17. Jahr­hun­derts kein lan­des­herr­li­ches Kir­chen­re­gi­ment ent­wi­ckelt. Viel­mehr schlos­sen sich in den ab 1614 von ka­tho­li­schen Lan­des­her­ren aus dem Haus Pfalz-Neu­burg re­gier­ten Her­zog­tü­mern Jü­lich und Berg wie auch im un­ter bran­den­bur­gi­scher Lan­des­herr­schaft ste­hen­den Her­zog­tum Kle­ve von der Ob­rig­keit ge­dul­de­te freie re­for­mier­te Ge­mein­den auf über­ge­meind­li­cher Ebe­ne zu Klas­sen, Syn­oden und ei­ner Ge­ne­ral­syn­ode zu­sam­men. Auch die lu­the­ri­sche Kir­che in die­sen Ge­bie­ten war syn­odal ge­ord­net. Von den 50 Or­ten der Rhein­pro­vinz, in de­nen es 1815 ei­ne lu­the­ri­sche und ei­ne re­for­mier­te Ge­mein­de ne­ben­ein­an­der gab, la­gen al­lein 31 auf dem Ge­biet der ehe­ma­li­gen Her­zog­tü­mer Jü­lich, Kle­ve und Berg, näm­lich 14 in Berg, 12 in Kle­ve und 5 in Jü­lich.

Kartographische Übersicht der lutherischen Diözesen in der Rheinprovinz um 1610, aus: Geschichtlicher Handatlas der Rheinprovinz, Bonn 1926, Nr. 16. (Gemeinfrei/Kartographische Anstalt von F.A. Brockhaus, Leipzig)

 

Die Grafschaft Moers, das Herzogtum Geldern und die Reichsstädte Köln und Aachen

Auch in Ge­bie­ten, in de­nen das lan­des­herr­li­che Kir­chen­re­gi­ment herrsch­te, konn­te sich ein in­ne­revan­ge­li­scher Bi­kon­fes­sio­na­lis­mus ent­wi­ckeln. Am Nie­der­rhein be­traf das die An­fang des 18. Jahr­hun­derts von Preu­ßen er­wor­be­nen Ter­ri­to­ri­en Mo­ers und Gel­dern. In den bei­den Städ­ten der bis da­hin rein re­for­mier­ten klei­nen Graf­schaft Mo­ers, näm­lich Mo­ers selbst un­d Kre­feld, bil­de­ten sich nach dem Über­gang an Preu­ßen auch lu­the­ri­sche Ge­mein­den. Im seit dem Gel­dri­schen Erb­fol­ge­krieg der 1540er Jah­re habs­bur­gi­schen und des­halb bis­lang rein ka­tho­li­schen Gel­dern ent­stan­den im 18. Jahr­hun­dert ei­ne von nie­der­län­di­schem Ein­fluss ge­präg­te re­for­mier­te so­wie ei­ne auf Be­trei­ben der preu­ßi­schen Gar­ni­son ge­grün­de­te lu­the­ri­sche Ge­mein­de. Sie ver­ei­nig­ten sich al­ler­dings be­reits im Jahr 1808, zu ei­nem Zeit­punkt, als Gel­dern zu Frank­reich ge­hör­te. Zu nen­nen sind im Nor­den der Rhein­pro­vinz auch noch die ka­tho­lisch do­mi­nier­ten Reichs­städ­te Köln un­d Aa­chen, in de­nen sich wäh­rend der ge­sam­ten Frü­hen Neu­zeit lu­the­ri­sche, re­for­mier­te und wal­lo­ni­sche Ge­mein­den im Un­ter­grund hat­ten hal­ten kön­nen und ne­ben­ein­an­der exis­tier­ten.

Die hessische Niedergrafschaft Katzenelnbogen und die Grafschaft Sayn

Im Süd­teil der Rhein­pro­vinz, der im Un­ter­schied zum Nor­den fast aus­schlie­ß­lich vom lan­des­herr­li­chen Kir­chen­re­gi­ment ge­prägt war, wa­ren es in der Re­gel Kon­fes­si­ons­wech­sel in­ner­halb der je­weils re­gie­ren­den Dy­nas­tie, die in ein­zel­nen Or­ten zur Aus­bil­dung ei­nes Ne­ben­ein­an­ders von lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten Ge­mein­den ge­führt hat­ten.

Die Nie­der­graf­schaft Kat­zeneln­bo­gen mit der Stadt St. Goar ge­hör­te seit 1479 zur Land­graf­schaft Hes­sen und mach­te des­halb die kon­fes­sio­nel­le Ent­wick­lung die­ses Ter­ri­to­ri­ums mit. Nach­dem Land­graf Mo­ritz von Hes­sen-Kas­sel (Re­gent­schaft 1592-1632) 1605 vom Lu­ther­tum zum Cal­vi­nis­mus über­ge­gan­gen war, mach­te ihm die lu­the­risch ge­blie­be­ne Li­nie Hes­sen-Darm­stadt den An­spruch auf die mit­tel­rhei­ni­schen Ge­bie­te strei­tig. Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges kam es zu mi­li­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen und zu ei­ner Re­luthe­ri­sie­rung St. Goars durch Hes­sen-Darm­stadt, doch nach dem Krieg ei­nig­te man sich dar­auf, dass fort­an in dem Städt­chen ei­ne lu­the­ri­sche und ei­ne re­for­mier­te Ge­mein­de ne­ben­ein­an­der be­ste­hen blei­ben soll­ten. 

Ei­ne ganz ähn­li­che Ent­wick­lung hat­te es in der Graf­schaft Sayn ge­ge­ben. Graf Wil­helm III. von Sayn-Witt­gen­stein (1569-1623, Re­gent­schaft 1605-1623) hat­te 1605 das re­for­mier­te Be­kennt­nis ein­ge­führt. Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de das Lu­ther­tum wie­der stär­ker ge­för­dert, was im Er­geb­nis da­zu führ­te, dass in fünf Or­ten der Graf­schaft – dar­un­ter auch Dör­fer von nur we­ni­gen Hun­dert Ein­woh­nern – seit die­ser Zeit ei­ne re­for­mier­te und ei­ne lu­the­ri­sche Ge­mein­de ne­ben­ein­an­der be­stan­den.

Die wittelsbachischen Gebiete im südlichen Rheinland

In den Ge­bie­ten der seit dem spä­ten 16. Jahr­hun­dert re­for­mier­ten, ab 1685 aber von der ka­tho­li­schen Li­nie Pfalz-Neu­burg re­gier­ten Kur­pfalz wa­ren seit der Re­li­gi­ons­de­kla­ra­ti­on von 1705 al­le drei christ­li­chen Kon­fes­sio­nen recht­lich an­er­kannt. Die kur­pfäl­zi­sche Re­li­gi­ons­de­kla­ra­ti­on be­en­de­te ei­ne Pha­se kon­fes­sio­nel­ler Aus­ein­an­der­set­zun­gen, de­ren Wur­zeln zum Teil noch in die Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zu­rück­reich­ten, die aber vor al­lem die Jah­re nach 1685 und die Zeit der ge­gen­re­for­ma­to­ri­schen Po­li­tik der fran­zö­si­schen Be­sat­zungs­trup­pen zur Zeit Kö­nig Lud­wigs XIV. (Re­gent­schaft 1643-1715) ge­prägt hat­ten. Ab 1705 hat­ten ne­ben Ka­tho­li­ken und Re­for­mier­ten nun auch die Lu­the­ra­ner das Recht, ei­ge­ne Ge­mein­den zu grün­den. Zwar war dies man­cher­orts, wie et­wa in Kreuz­nach, schon in den 1630er Jah­ren auf Be­trei­ben des Schwe­den­kö­nigs Gus­tav II. Adolf (Re­gent­schaft 1611-1632) der Fall ge­we­sen. Zur of­fi­zi­el­len An­er­ken­nung die­ser lu­the­ri­schen Ge­mein­den kam es aber erst mit der Re­li­gi­ons­de­kla­ra­ti­on von 1705. Ne­ben Kreuz­nach gab es auch in den kur­pfäl­zi­schen Amts­städ­ten Ba­cha­rach und Sobern­heim fort­an zwei evan­ge­li­sche Ge­mein­den.

Schwe­di­scher Ein­fluss hat­te auch in den bis zum En­de des 18. Jahr­hun­derts zum Her­zog­tum Pfalz-Zwei­brü­cken ge­hö­ren­den Ge­bie­ten im Sü­den der Rhein­pro­vinz ei­ne Rol­le für das Ne­ben­ein­an­der von Re­for­mier­ten und Lu­the­ra­nern ge­spielt. Die En­de des 17. und An­fang des 18. Jahr­hun­derts für ei­ni­ge Jahr­zehn­te be­ste­hen­de Per­so­nal­uni­on des seit dem spä­ten 16. Jahr­hun­dert re­for­miert ge­präg­ten Her­zog­tums Pfalz-Zwei­brü­cken mit dem Kö­nig­reich Schwe­den hat­te da­zu ge­führt, dass es ne­ben den re­for­mier­ten nun auch lu­the­ri­sche Ge­mein­den ge­ben durf­te. Die drei auf dem Ge­biet der spä­te­ren Rhein­pro­vinz ge­le­ge­nen Or­te, in de­nen die­ses der Fall war – Mei­sen­heim, Hunds­bach und Baum­hol­der –, la­gen nach dem Wie­ner Kon­gress al­ler­dings zu­nächst in den Ge­bie­ten des hes­sen-hom­bur­gi­schen Ober­amts Mei­sen­heim und des sach­sen-co­bur­gi­schen Fürs­ten­tums Lich­ten­berg und ka­men erst 1834 bzw. 1866 zur preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz.

Die Reichsstadt Wetzlar und die Grafschaften Wied und Nassau-Saarbrücken

Auch in den mit dem Wie­ner Kon­gress preu­ßisch ge­wor­de­nen Städ­ten Wetz­lar, Neu­wied un­d Saar­brü­cken be­stan­den lu­the­ri­sche und re­for­mier­te Ge­mein­den ne­ben­ein­an­der. Im tra­di­tio­nell lu­the­ri­schen Wetz­lar hat­ten sich 1586 wal­lo­ni­sche Glau­bens­flücht­lin­ge an­ge­sie­delt und ei­ne re­for­mier­te Ge­mein­de be­grün­det. In der re­for­mier­ten Graf­schaft Wied hat­te Graf Fried­rich III. (1618-1698, Re­gent­schaft 1631-1698) 1662 in sei­ner Re­si­denz­stadt Neu­wied die freie Re­li­gi­ons­aus­übung für al­le christ­li­che Be­kennt­nis­se ge­währt, so dass dort auch ei­ne lu­the­ri­sche Ge­mein­de ent­stand. Im lu­the­ri­schen Saar­brü­cken er­laub­te Fürst Wil­helm Hein­rich von Nas­sau-Saar­brü­cken (Re­gent­schaft 1741-1768) im Jahr 1746 zum An­denken an sei­ne aus Nas­sau-Dil­len­burg stam­men­de re­for­mier­te Mut­ter die Be­grün­dung ei­ner re­for­mier­ten Ge­mein­de.

Das Schwinden der konfessionellen Gegensätze am Ende des 18. Jahrhunderts

Ein gan­zes Bün­del von Fak­to­ren hat da­zu ge­führt, dass am En­de des 18. Jahr­hun­derts die theo­lo­gi­schen Dif­fe­ren­zen zwi­schen den bei­den aus der Re­for­ma­ti­on her­vor­ge­gan­ge­nen Kon­fes­sio­nen im Rhein­land kaum mehr ei­ne nen­nens­wer­te Rol­le spiel­ten. An ers­ter Stel­le ist die Ent­wick­lung der vor­ste­hend grob skiz­zier­ten kon­fes­sio­nel­len Land­schaft zu nen­nen, in der sich – im Un­ter­schied et­wa zu West­fa­len oder den öst­li­chen Pro­vin­zen Preu­ßens – kei­ne grö­ße­ren ge­schlos­sen lu­the­risch bzw. re­for­miert ge­präg­ten Ter­ri­to­ri­en hat­ten ent­wi­ckeln kön­nen. Viel­mehr be­stand in den meis­ten Fäl­len ei­ne ver­gleichs­wei­se en­ge Nach­bar­schaft zwi­schen lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten Ge­mein­den. In Jü­lich-Berg und der Kur­pfalz wur­den die Bin­dun­gen durch den ge­mein­sa­men Ge­gen­satz zur do­mi­nie­ren­den ka­tho­li­schen Kon­fes­si­on noch ver­stärkt. Dar­über hin­aus stell­te man vor dem Hin­ter­grund der geis­ti­gen Strö­mun­gen des Pie­tis­mus' und der Auf­klä­rung mit ih­rer Kri­tik an jeg­li­cher dog­ma­tisch-kon­fes­sio­nel­len Or­tho­do­xie die Auf­recht­er­hal­tung kon­fes­sio­nel­ler Par­al­lel­struk­tu­ren zu­neh­mend in Fra­ge. In Jü­lich, Kle­ve und Berg kam noch die pres­by­te­ri­al-syn­oda­le Ord­nung als ver­bin­den­des Ele­ment zwi­schen lu­the­ri­scher und re­for­mier­ter Kir­che hin­zu. Eben­so un­ter­schied sich die Lit­ur­gie bei­der Kon­fes­sio­nen in man­chen Ge­gen­den nur we­nig. In Pfalz-Zwei­brü­cken et­was stell­te man im spä­ten 18. Jahr­hun­dert Über­le­gun­gen über ei­ne ge­mein­sa­me Kir­chen­ord­nung für Re­for­mier­te und Lu­the­ra­ner an, und es kam zu ers­ten Abend­mahl­ge­mein­schaf­ten. Neue Im­pul­se für ei­ne noch wei­ter­ge­hen­de Ver­ei­ni­gung wur­den dann durch die ver­än­der­ten po­li­ti­schen und kirch­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in der Zeit der fran­zö­si­schen Herr­schaft im Ge­fol­ge der Re­vo­lu­ti­ons­krie­ge aus­ge­löst. In die­ser Pe­ri­ode kam es auch zu ers­ten Ge­mein­de­unio­nen.

3. Die Zeit der französischen Herrschaft (1794-1814) und ihre Auswirkungen auf die Unionsbestrebungen

Neuordnung der kirchlichen Verwaltung als Katalysator für den Abbau konfessioneller Schranken

Die zwei Jahr­zehn­te der Zu­ge­hö­rig­keit des lin­ken Rhein­ufers zu Frank­reich hat­ten ei­ne nicht zu un­ter­schät­zen­de Ka­ta­ly­sa­to­ren­funk­ti­on für die Be­stre­bun­gen zur Kon­fes­si­ons­ver­ei­ni­gung. Aus­lö­sen­de Funk­ti­on kam da­bei dem Zu­sam­men­bruch der über­kom­me­nen kirch­li­chen Ver­wal­tungs­struk­tu­ren nach der Be­set­zung des Lan­des durch die Fran­zo­sen zu. Das galt ins­be­son­de­re für die Ge­mein­den in den bis­her kur­pfäl­zi­schen Ge­bie­ten, de­ren vor­ge­setz­te Be­hör­den in Hei­del­berg und Mün­chen an­ge­sie­delt wa­ren. Da der Rhein seit dem Frie­den von Lun­é­vil­le 1801 die Staats­gren­ze bil­de­te und die fran­zö­si­sche Ad­mi­nis­tra­ti­on schon seit der Be­set­zung 1794 al­les tat, um die be­hörd­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den links­rhei­ni­schen Ge­bie­ten und ih­ren bis­her vor­ge­setz­ten Stel­len zu un­ter­bin­den, wa­ren die Kir­chen­ge­mein­den vor die drin­gen­de Not­wen­dig­keit ge­stellt, sich selb­stän­dig zu or­ga­ni­sie­ren. Das ging nicht nur oh­ne Rück­sicht auf die frü­he­ren Ter­ri­to­ri­al­g­ren­zen von­stat­ten, son­dern auch oh­ne Rück­sicht auf die frü­he­ren lu­the­risch-re­for­mier­ten Kon­fes­si­ons­gren­zen. So fand am 29. Ju­li 1795 in Mei­sen­heim am Glan ein Ge­ne­ral-Con­vent der ge­sam­ten Pro­tes­tan­ti­schen Geist­lich­keit zwi­schen Mo­sel und Rhein statt, der eng mit dem da­mals noch be­ste­hen­den pfalz-zwei­brü­cki­schen Ober­kon­sis­to­ri­um ko­ope­rier­te. Die­ser Ge­ne­ral­con­vent, zu dem sich so­wohl Lu­the­ra­ner wie auch Re­for­mier­te ein­fan­den, dien­te al­ler­dings nicht pri­mär der Schaf­fung ei­ner Uni­on, son­dern hat­te in ers­ter Li­nie das Ziel, die dring­li­che Fra­ge des kirch­li­chen Be­sit­zes und der Ein­künf­te der Pfar­rei­en un­ter dem Be­sat­zungs­re­gime zu re­geln. Den­noch stell­te er ei­ne nicht un­wich­ti­ge Etap­pe auf dem Weg des Ab­baus kon­fes­sio­nel­ler Schran­ken dar.

Der Simmerner Unionsversuch 1802

Wei­ter­ge­hen­de Be­stre­bun­gen nach ei­ner förm­li­chen Kon­fes­si­ons­ver­ei­ni­gung gab es im ers­ten Jahr­zehnt des 19. Jahr­hun­derts. Der wich­tigs­te Uni­ons­ver­such war der­je­ni­ge im Ar­ron­dis­se­ment Sim­mern im Rhein-Mo­sel-De­par­te­ment. Sei­ne Be­deu­tung liegt vor al­lem dar­in, dass er zum ei­nen nicht nur ei­ne ein­zel­ne Ge­mein­de, son­dern ei­nen gan­zen In­spek­ti­ons­be­zirk um­fass­te, und dass zum an­de­ren kein ge­rin­ge­rer als der Un­ter­prä­fekt, al­so der an der Spit­ze des Ar­ron­dis­se­ments ste­hen­de staat­li­che Be­am­te, der grö­ß­te För­de­rer des Uni­ons­werks war. An­dre­as van Re­cum (1765-1828) un­ter­stütz­te die im Ja­nu­ar 1802 zu­stan­de ge­kom­me­ne Ver­ei­ni­gung der lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten In­spek­ti­on sei­nes Ar­ron­dis­se­ments zu ei­nem „Pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen­ra­t“ rück­halt­los. Die Grün­de, die er an­führ­te, wa­ren ei­ner­seits auf­klä­re­ri­sche To­le­ranz­ge­dan­ken, an­de­rer­seits ganz prak­ti­sche ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ge­sichts­punk­te: Durch ei­ne Uni­on wer­de der kirch­li­che Ver­wal­tungs­ap­pa­rat ver­schlankt, und ei­ne wei­te­re be­grü­ßens­wer­te Fol­ge sei die Ver­min­de­rung der Zahl der Geist­li­chen, die den ver­blei­ben­den ei­ne bes­se­re Be­sol­dung ge­währ­leis­te. Un­ter­stüt­zung fand der Plan auch beim Ge­ne­ral­kom­mis­sar für die vier rhei­ni­schen De­par­te­ments, Jean­bon St. An­dré (1749-1813), der hier­in so­gar ein Mo­dell für die Ge­stal­tung der kirch­li­chen Ver­hält­nis­se auch in den an­de­ren De­par­te­ments sah. Die schrof­fe Zu­rück­wei­sung die­ser Plä­ne durch den Kul­tus­mi­nis­ter Jean Eti­en­ne Ma­rie Por­ta­lis (1746-1807), der aus­drück­lich dar­auf hin­wies, dass ge­mäß der fran­zö­si­schen Re­li­gi­ons­ge­setz­ge­bung – den so ge­nann­ten Or­ga­ni­schen Ar­ti­keln – Lu­the­ra­ner und Re­for­mier­te von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten bil­den müss­ten, be­rei­te­te dem Sim­mer­ner Uni­ons­ver­such je­doch nach we­ni­gen Mo­na­ten ein jä­hes En­de.

Die Organischen Artikel: Zementierung der lutherisch-reformierten Parallelstrukturen

Die am 18. Ger­mi­nal X (8. April 1802) ver­kün­de­ten Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel für den pro­tes­tan­ti­schen Kul­tus stell­ten den Rechts­sta­tus der evan­ge­li­schen Ge­mein­den des da­ma­li­gen Frank­reich ein­schlie­ß­lich der seit 1794 an­nek­tier­ten Ge­bie­te auf ei­ne neue ju­ris­ti­sche Grund­la­ge. Sie ze­men­tier­ten die lu­the­risch-re­for­mier­ten Par­al­lel­struk­tu­ren und mach­ten da­her ei­ne Kon­fes­si­ons­ver­ei­ni­gung, wie sie im Ar­ron­dis­se­ment Sim­mern ge­plant ge­we­sen war, recht­lich un­mög­lich. Un­ters­te kirch­li­che Ver­wal­tungs­ein­heit war nun nicht mehr die ein­zel­ne Orts­ge­mein­de, son­dern ei­ne so ge­nann­te Kon­sis­to­ri­al­kir­che, die 6.000 Gläu­bi­ge der­sel­ben Kon­fes­si­on um­fas­sen soll­te. Je­de Kon­sis­to­ri­al­kir­che be­stand da­bei aus meh­re­ren ehe­mals selb­stän­di­gen ört­li­chen Kir­chen­ge­mein­den mit ih­ren Pfarr­stel­len. Al­le Auf­ga­ben der ört­li­chen Ge­mein­den gin­gen auf das Lo­kal­kon­sis­to­ri­um als Lei­tungs­or­gan der Kon­sis­to­ri­al­kir­che über. Auf der mitt­le­ren Ver­wal­tungs­ebe­ne sa­hen die Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel lu­the­ri­sche In­spek­tio­nen und re­for­mier­te Syn­oden vor, die sich aus je­weils fünf Kon­sis­to­ri­al­kir­chen zu­sam­men­setz­ten. Für die Lu­the­ra­ner soll­ten als Ober­be­hör­den au­ßer­dem noch drei Ge­ne­ral­kon­sis­to­ri­en ein­ge­rich­tet wer­den, näm­lich für die bei­den el­säs­si­schen De­par­te­ments in Straß­burg, für das Don­ners­berg- und da­s Saar-De­par­te­ment in Mainz und für das Rhein-Mo­sel- un­d Ro­er-De­par­te­ment in Köln.

Unierte Ortsgemeinden unter der Herrschaft der Organischen Artikel

Wäh­rend sich der Uni­ons­ver­such im Ar­ron­dis­se­ment Sim­mern auf ei­nen gan­zen Ver­wal­tungs­be­zirk be­zo­gen hat­te, gab es auf lo­ka­ler Ebe­ne ver­schie­de­ne An­sät­ze, lu­the­ri­sche und re­for­mier­te Ge­mein­den mit­ein­an­der zu ver­ei­ni­gen. In Köln bei­spiels­wei­se ga­ben sich 1802 zwei in der Zeit des An­ci­en Ré­gime il­le­ga­le und nur ge­dul­de­te Ge­mein­den, näm­lich die deut­sche re­for­mier­te und die lu­the­ri­sche, ein ge­mein­sa­mes Lei­tungs­or­gan, den „evan­ge­lisch-ver­ei­nig­ten Kir­chen­ra­t“; der lu­the­ri­sche und der re­for­mier­te Pfar­rer hiel­ten ab­wech­selnd den Got­tes­dienst. In Gel­dern ging man ei­nen et­was an­de­ren Weg: Nach der im Jahr 1808 voll­zo­ge­nen Ver­ei­ni­gung be­hielt die Ge­mein­de nur ei­ne Pfarr­stel­le, doch soll­te ab­wech­selnd ein Lu­the­ra­ner und dann wie­der ein Re­for­mier­ter be­ru­fen wer­den. Ei­ne wie­der­um an­de­re Va­ri­an­te war in den Städ­ten der ehe­mals geist­li­chen Staa­ten an­zu­tref­fen, in de­nen es – an­ders als et­wa in Köln – vor 1802 über­haupt kei­ne evan­ge­li­schen Ge­mein­den – al­so auch kei­ne il­le­ga­len – ge­ge­ben hat­te und sie des­halb erst ein­mal ge­grün­det wer­den muss­ten. Dies war in Mainz un­d Ko­blenz der Fall, wo von vorn­her­ein unier­te Ge­mein­den ins Le­ben ge­ru­fen wur­den. Un­ter­schie­de zwi­schen Lu­the­ra­nern und Re­for­mier­ten spiel­ten hier nur ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le.

Die­se ört­li­chen Unio­nen wur­den sei­tens der staat­li­chen Ver­wal­tung durch­aus ge­dul­det, und zwar des­halb, weil nach dem Buch­sta­ben der Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel die Orts­ge­mein­den ju­ris­tisch über­haupt nicht exis­tier­ten und man so­mit die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes auf sie nicht an­wen­den konn­te. Denn weil nach den Or­ga­ni­schen Ar­ti­keln die un­ters­te Ver­wal­tungs­stu­fe die meh­re­re Orts­ge­mein­den um­fas­sen­de Kon­sis­to­ri­al­kir­che war und nur die­se ei­nen ein­deu­ti­gen kon­fes­sio­nel­len, al­so lu­the­ri­schen oder re­for­mier­ten Cha­rak­ter ha­ben muss­te, be­stand für die unier­ten Orts­ge­mein­den le­dig­lich die Not­wen­dig­keit, sich for­mal ei­ner – in Aus­nah­me­fäl­len auch meh­re­rer – die­ser Kon­sis­to­ri­al­kir­chen zu­zu­ord­nen. Auch hier gab es ver­schie­de­ne Mo­del­le. In den neu, von vorn­her­ein als uniert be­grün­de­ten evan­ge­li­schen Ge­mein­den in Ko­blenz und Mainz war das Be­dürf­nis, sich ei­ner de­zi­diert lu­the­ri­schen bzw. re­for­mier­ten Kon­sis­to­ri­al­kir­che an­zu­schlie­ßen, na­tur­ge­mäß be­son­ders ge­ring aus­ge­prägt. Als aber im Ko­blen­zer Fall der Kul­tus­mi­nis­ter un­miss­ver­ständ­lich klar­ge­stellt hat­te, dass die Ge­mein­de nur dann in den Ge­nuss des staat­li­chen Pfar­rer­ge­halts kom­men wür­de, wenn sie sich für ei­ne der bei­den Kon­fes­sio­nen ent­schei­de, schlos­sen sich die Ko­blen­zer Pro­tes­tan­ten for­mal der lu­the­ri­schen Kon­sis­to­ri­al­kir­che von Kas­tel­laun an, al­ler­dings oh­ne dass das in ir­gend­ei­ner Wei­se den unier­ten Cha­rak­ter der Ko­blen­zer Orts­ge­mein­de be­ein­träch­tigt hät­te. Et­was an­ders la­gen die Ver­hält­nis­se dort, wo sich zwei Ge­mein­den zu­sam­men­ge­schlos­sen hat­ten, die bei­de auf ei­ne je ei­ge­ne kon­fes­sio­nel­le Tra­di­ti­on zu­rück­bli­cken konn­ten. Das war in Köln der Fall, wo zu­dem die ehe­mals lu­the­ri­sche und die ehe­mals re­for­mier­te Ge­mein­de auch un­ter dem Dach der Uni­on ge­wis­se ei­gen­stän­di­ge Struk­tu­ren be­hiel­ten. Die Köl­ner evan­ge­lisch-ver­ei­nig­te Ge­mein­de schloss sich nicht ei­ner ein­zi­gen Kon­sis­to­ri­al­kir­che an, son­dern ent­sand­te Ver­tre­ter so­wohl in das lu­the­ri­sche Lo­kal­kon­sis­to­ri­um in Kre­feld wie auch in das re­for­mier­te Lo­kal­kon­sis­to­ri­um in Stol­berg. Noch ku­rio­ser wa­ren die Be­stim­mun­gen für Ge­mein­den, die ab­wech­selnd ei­nen lu­the­ri­schen und ei­nen re­for­mier­ten Pfar­rer an­zu­stel­len ge­dach­ten. Hier war vor­ge­se­hen, dass sich die Zu­ord­nung zu ei­ner Kon­sis­to­ri­al­kir­che nach der Kon­fes­si­on des ge­ra­de am­tie­ren­den Pfar­rers rich­ten soll­te. Mit je­dem Pfar­rer­wech­sel wä­re al­so auch ein Wech­sel in der Zu­ge­hö­rig­keit zur Kon­sis­to­ri­al­kir­che ver­bun­den ge­we­sen. Da je­doch die Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel im Rhein­land nur we­ni­ge Jah­re Gül­tig­keit hat­ten, ist ein sol­cher Fall nie­mals ein­ge­tre­ten.

Bilanz der Unionsbestrebungen in der französischen Zeit

Die dar­ge­stell­ten Schwie­rig­kei­ten und Ku­rio­si­tä­ten bei der Ver­ei­ni­gung von Re­for­mier­ten und Lu­the­ra­nern dürf­ten vor al­lem dar­in be­grün­det ge­we­sen sein, dass die kon­fes­si­ons­po­li­ti­schen Be­stim­mun­gen der Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel an­hand der in­ner­fran­zö­si­schen Ver­hält­nis­se ent­wi­ckelt wor­den wa­ren und des­halb den voll­kom­men an­de­ren Aus­gangs­be­din­gun­gen im Rhein­land gar nicht ge­recht wer­den konn­ten. Die für die rhei­ni­schen Uni­ons­be­stre­bun­gen grund­le­gen­de Er­fah­rung et­wa, dass lu­the­ri­sche und re­for­mier­te Ge­mein­den bei al­len dog­ma­ti­schen Dif­fe­ren­zen doch teil­wei­se Jahr­hun­der­te lang auf re­la­tiv en­gem Raum ne­ben­ein­an­der ge­lebt, in man­chen Fäl­len so­gar die­sel­be Kir­che be­nutzt hat­ten und im Zeit­al­ter von Pie­tis­mus und Auf­klä­rung ei­ne Uni­on des­halb förm­lich in der Luft ge­le­gen hat­te, war in Frank­reich völ­lig un­be­kannt. Hier hat­te es zwi­schen Re­for­mier­ten und Lu­the­ra­nern schon rein geo­gra­phisch nur we­nig Be­rüh­rungs­punk­te ge­ge­ben, denn die re­for­mier­ten Hoch­bur­gen la­gen im Sü­den und Süd­wes­ten des Lan­des, die lu­the­ri­schen hin­ge­gen im El­sass, das oh­ne­hin erst nach 1680 an Frank­reich ge­fal­len war. Al­lein schon aus die­sem Grund wur­de in Frank­reich die Schaf­fung ei­ner Uni­on kaum als dring­lich er­ach­tet. Es kam noch hin­zu, dass sich der Ver­wal­tungs­auf­bau zwi­schen ei­ner stär­ker kon­sis­to­ri­al ge­präg­ten lu­the­ri­schen und ei­ner mehr syn­odal ge­präg­ten re­for­mier­ten Kir­che in Frank­reich sehr viel stär­ker von­ein­an­der un­ter­schied, als das zwi­schen Lu­the­ra­nern und Re­for­mier­ten im Rhein­land der Fall war. Sei­tens der fran­zö­si­schen Re­for­mier­ten war vor al­lem aus die­sen Grün­den ei­ne Uni­on mit den Lu­the­ra­nern über­haupt nicht er­wünscht. Dass die Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel die Ei­gen­stän­dig­keit der bei­den Kon­fes­sio­nen fest­schrie­ben, ist nicht zu­letzt auf re­for­mier­te Ein­fluss­nah­me bei der Aus­ar­bei­tung des Ge­set­zes zu­rück­zu­füh­ren. 

Im Rhein­land da­ge­gen spiel­ten die Un­ter­schie­de in der Ver­wal­tungs­struk­tur nur ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. In den evan­ge­lisch re­gier­ten Staa­ten des süd­li­chen Rhein­lan­des hat­te sich das lan­des­herr­li­che Kir­chen­re­gi­ment als der gro­ße Ver­ein­heit­li­cher er­wie­sen, zu­mal auch die spä­ter re­for­miert ge­präg­ten Ter­ri­to­ri­en in der Re­for­ma­ti­ons­zeit zu­nächst lu­the­risch ge­we­sen wa­ren und in­so­fern die pres­by­te­ri­al-syn­oda­le Ord­nung von vorn­her­ein in nur sehr ab­ge­schwäch­ter Form zur Gel­tung ge­kom­men war. In Jü­lich, Kle­ve und Berg war dem­ge­gen­über auf­grund der be­son­de­ren Ent­wick­lung die­ser Ter­ri­to­ri­en nicht nur die re­for­mier­te, son­dern auch die lu­the­ri­sche Kir­che syn­odal struk­tu­riert, so dass auch hier der Ver­wal­tungs­auf­bau kein grund­sätz­li­ches Hin­der­nis für die Uni­on be­nach­bar­ter lu­the­ri­scher und re­for­mier­ter Ge­mein­den dar­stell­te.

Zu­sam­men­fas­send lässt sich sa­gen, dass die fran­zö­si­sche Herr­schaft mit der Zer­schla­gung der al­ten Ter­ri­to­ri­al­g­ren­zen und ei­ner Re­li­gi­ons­po­li­tik, in der der Staat kon­fes­sio­nell neu­tral war, zwar Rah­men­be­din­gun­gen schuf, die für ei­ne Uni­on recht güns­tig wa­ren und In­itia­ti­ven wie den Sim­mer­ner Uni­ons­ver­such von 1802 über­haupt erst mög­lich mach­ten. Die Ein­füh­rung der Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel blo­ckier­te je­doch die­se Ent­wick­lung. Zwar wur­den auf lo­ka­ler Ebe­ne ver­schie­de­ne Uni­ons­bil­dun­gen rea­li­siert, aber be­reits auf der Ebe­ne der Kon­sis­to­ri­al­kir­chen schob der Buch­sta­be die­ses Ge­set­zes je­der wei­ter­ge­hen­den Uni­on ei­nen ju­ris­ti­schen Rie­gel vor. Das än­der­te sich erst in preu­ßi­scher Zeit.

4. Die Unionbestrebungen im Rheinland nach dem Übergang an Preußen

Die kirchlichen Verwaltungsstrukturen nach 1815, die Bildung unierter Kreissynoden und der königliche Unionsaufruf vom 27. September 1817

Nach dem Wie­ner Kon­gress 1815 rich­te­te der preu­ßi­sche Staat in den neu über­nom­me­nen Ge­bie­ten am Rhein zu­nächst zwei Pro­vin­zen ein: Die Pro­vinz Jü­lich-Kle­ve-Berg be­stand aus den Re­gie­rungs­be­zir­ken Düs­sel­dorf, Kle­ve un­d Köln mit dem Sitz des Ober­prä­si­den­ten in Köln; die Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein be­stand aus den Re­gie­rungs­be­zir­ken Aa­chen, Trier und Ko­blenz mit dem Sitz des Ober­prä­si­den­ten in Ko­blenz. Erst 1822 wur­den sie zu ei­ner Pro­vinz zu­sam­men­ge­legt. Kirch­lich ent­spra­chen den nach 1815 ein­ge­rich­te­ten zwei Pro­vin­zen die bei­den Kon­sis­to­ri­al­be­zir­ke Köln und Ko­blenz, die 1826 ver­ei­nigt wur­den. Seit die­sem Zeit­punkt war das Ko­blen­zer Kon­sis­to­ri­um für die ge­sam­te Rhein­pro­vinz zu­stän­dig.

Titelseite des "Gemeinschaftlichen Gesangbuch[s] der beyden protestantischen Gemeinen in Stollberg bey Aachen", 1802. (Gemeinfrei/Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland)

 

Bei der kirch­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on der rhei­ni­schen Ge­bie­te knüpf­te der preu­ßi­sche Staat im Links­rhei­ni­schen in man­cher­lei Hin­sicht an die von den Fran­zo­sen ge­schaf­fe­nen Struk­tu­ren an. So wur­den et­wa die Prä­si­den­ten der Lo­kal­kon­sis­to­ri­en der fran­zö­si­schen Zeit in der Re­gel als Su­per­in­ten­den­ten der neu ge­schaf­fe­nen Kir­chen­krei­se über­nom­men. Die Bil­dung der Kir­chen­krei­se er­folg­te in den Jah­ren 1816 und 1817. Sie ist in Zu­sam­men­hang mit den Plä­nen Kö­nig Fried­rich Wil­helms III. zu se­hen, der nach dem Wie­ner Kon­gress ver­grö­ßer­ten preu­ßi­schen Mon­ar­chie ei­ne Syn­oda­l­ord­nung zu ge­ben. Zur Be­ra­tung des in Ber­lin for­mu­lier­ten Ent­wurfs ei­ner sol­chen Ord­nung soll­ten in ganz Preu­ßen Kreis­syn­oden ein­be­ru­fen wer­den. Das war der In­halt ei­ner kö­nig­li­chen Ka­bi­netts­or­der vom 27. Mai 1816. Es ver­dient für die Vor­ge­schich­te der preu­ßi­schen Uni­on fest­ge­hal­ten zu wer­den, dass be­reits in die­ser Ka­bi­netts­or­der, ge­nau ein Jahr und vier Mo­na­te vor dem be­kann­ten Uni­ons­auf­ruf des Kö­nigs vom 27. Sep­tem­ber 1817, der Wunsch des Kö­nigs nach ei­ner ge­mein­sa­men Be­ra­tung von lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten Geist­li­chen in den neu ge­schaf­fe­nen Kreis­syn­oden for­mu­liert war. 

In bei­den rhei­ni­schen Kon­sis­to­ri­al­be­zir­ken spra­chen sich die Geist­li­chen bei der Um­set­zung der Ka­bi­netts­or­der vom 27. Mai 1816 mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit für unier­te Kreis­syn­oden aus – und zwar be­reits in der ers­ten Jah­res­hälf­te 1817. Im Be­reich des Kon­sis­to­ri­ums Köln fan­den die kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zun­gen der neu­en unier­ten Kreis­syn­oden En­de Au­gust bis Mit­te Sep­tem­ber 1817 statt; im Be­reich des Kon­sis­to­ri­ums Ko­blenz war das zu Be­ginn des Jah­res 1818 der Fall. Als Kö­nig Fried­rich Wil­helm III. am 27. Sep­tem­ber 1817, we­ni­ge Wo­chen vor dem 300. Jah­res­tag von Mar­tin Lu­thers (1483-1546) Wit­ten­ber­ger The­sen­an­schlag, sämt­li­che evan­ge­li­sche Ge­mein­den sei­ner Mon­ar­chie zur Uni­on auf­rief, hat­ten sich im nörd­li­chen Rhein­land al­so be­reits unier­te Kreis­syn­oden kon­sti­tu­iert; im Sü­den der Pro­vinz fand das we­ni­ge Mo­na­te spä­ter statt. 

Al­ler­dings sag­te die Exis­tenz unier­ter Kreis­syn­oden noch nichts über die Uni­on auf Ge­mein­de­ebe­ne aus. Auf die­sem Ge­biet herrsch­te nach 1815 ei­ne schwer zu über­bli­cken­de Ge­men­ge­la­ge. Dies hat­te vor al­lem da­mit zu tun, dass der Bei­tritt ei­ner Ge­mein­de zur Uni­on auf un­ter­schied­li­che Wei­se und mit un­ter­schied­li­chen Kon­se­quen­zen ge­sche­hen konn­te.

Der ungemischte Unionsbeitritt

Nahm ei­ne lu­the­ri­sche oder re­for­mier­te Ge­mein­de die Uni­on an, oh­ne da­bei ge­ge­be­nen­falls am Ort vor­han­de­ne An­ge­hö­ri­ge der je­weils an­de­ren Kon­fes­si­on in ih­ren Ver­band auf­zu­neh­men – das Kon­sis­to­ri­um sprach in sol­chen Fäl­len vom un­ge­misch­ten Uni­ons­bei­tritt –, so be­deu­te­te dies für die Ge­mein­de zu­nächst ein­mal nicht mehr als die Auf­ga­be der bis­he­ri­gen kon­fes­sio­nel­len Be­zeich­nung „lu­the­ri­sche“ bzw. „re­for­mier­te Ge­mein­de“ zu­guns­ten der ein­heit­li­chen Be­zeich­nung „evan­ge­li­sche Ge­mein­de“ so­wie die Ein­füh­rung des Uni­ons­ri­tus beim Abend­mahl (Ver­wen­dung von ge­bro­che­nem Brot statt Ob­la­ten; Ein­set­zungs­wor­te und Spen­de­for­mel nach bib­li­schem Wort­laut). Ein sol­cher un­ge­misch­ter Uni­ons­bei­tritt war grund­sätz­lich je­der Ge­mein­de mög­lich – auch in Or­ten, an de­nen nach wie vor zwei kon­fes­si­ons­ver­schie­de­ne evan­ge­li­sche Ge­mein­den ne­ben­ein­an­der be­stan­den. Die An­nah­me der Uni­on be­deu­te­te al­so nicht zwangs­läu­fig die Ver­ei­ni­gung mit der ört­li­chen Ge­mein­de der an­de­ren Kon­fes­si­on. 

Die Union mit Anschließung einzelner Gemeindeglieder der anderen Confession

Ne­ben dem un­ge­misch­ten Uni­ons­bei­tritt war auch die Uni­on mit An­schlie­ßung ein­zel­ner Ge­mein­de­glie­der der an­de­ren Con­fes­si­on mög­lich. Dies war vor al­lem in den­je­ni­gen Städ­ten und Dör­fern der Fall, in de­nen auf­grund der his­to­ri­schen Ent­wick­lung ne­ben der lu­the­ri­schen bzw. re­for­mier­ten Mehr­heits­kon­fes­si­on ei­ne Min­der­heit des je­weils an­de­ren Be­kennt­nis­ses leb­te, die aber so klein war, dass sie kei­ne ei­ge­ne Ge­mein­de bil­de­te. Ei­ne sol­che Form der Uni­on hat­te die Kon­se­quenz, dass die An­ge­hö­ri­gen der Min­der­heits­kon­fes­si­on nun im Ort selbst den Got­tes­dienst be­su­chen konn­ten und nicht mehr – wie es vor der Uni­on er­for­der­lich ge­we­sen war – dar­auf an­ge­wie­sen wa­ren, in ei­nen wei­ter ent­fernt lie­gen­den Ort zu ge­hen, in dem es ei­ne Kir­che ih­rer bis­he­ri­gen Kon­fes­si­on gab.

Die Combinierung zweier Gemeinden herkömmlich verschiedener Confession

In den­je­ni­gen Städ­ten und Dör­fern schlie­ß­lich, in de­nen ei­ne lu­the­ri­sche und ei­ne re­for­mier­te Ge­mein­de ei­gen­stän­dig ne­ben­ein­an­der exis­tier­ten, stell­te sich mit der Uni­ons­fra­ge zu­gleich auch die Fra­ge der Ver­ei­ni­gung bei­der evan­ge­li­schen Ge­mein­den. Doch längst nicht über­all dort, wo die Aus­gangs­vor­aus­set­zun­gen zu ei­ner sol­chen Uni­on in Form ei­ner Com­bi­nie­rung zwei­er Ge­mein­den her­kömm­lich ver­schie­de­ner Con­fes­si­on prin­zi­pi­ell ge­ge­ben wa­ren, fand sie auch tat­säch­lich statt. Zwi­schen der An­nah­me der Uni­on und der Ver­ei­ni­gung mit der ört­li­chen Ge­mein­de der an­de­ren Kon­fes­si­on ver­gin­gen in man­chen Fäl­len meh­re­re Jahr­zehn­te. 

Zeichnung des Evangelischen Kirchenkreises im Regierungsbezirk Aachen, welcher im Jahr 1816 in drei Synodalkreise aufgeteilt wurde. (Gemeinfrei/Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland)

 

Die Frage der Unionsbeurkundung

Die­se an sich schon nicht leicht zu über­schau­en­de Viel­falt wur­de noch wei­ter ver­kom­pli­ziert durch die Tat­sa­che, dass le­dig­lich 15 Pro­zent der rhei­ni­schen Ge­mein­den, die die Uni­on an­ge­nom­men hat­ten, ih­ren Uni­ons­bei­tritt auch durch ei­ne förm­li­che Ur­kun­de amt­lich do­ku­men­tier­ten. Der weit­aus über­wie­gen­de Teil hin­ge­gen tat dies nicht. Und selbst in­ner­halb der klei­nen Grup­pe der of­fi­zi­ell be­ur­kun­de­ten Uni­ons­bei­trit­te herrsch­te kei­ne Ein­heit­lich­keit. So stell­te das rhei­ni­sche Kon­sis­to­ri­um in Ko­blenz im Jahr 1828, al­so gut zehn Jah­re nach Ein­füh­rung der Uni­on, fest, dass von den da­mals 479 evan­ge­li­schen Ge­mein­den der Rhein­pro­vinz 380 der Uni­on bei­ge­tre­ten sei­en, doch hät­ten von die­sen le­dig­lich 57 ei­ne förm­li­che Uni­ons­ur­kun­de aus­ge­stellt. 

Von die­sen 57 be­ur­kun­de­ten Unio­nen wie­der­um wur­den 27 in der Ru­brik Com­bi­nie­rung zwei­er Ge­mein­den her­kömm­lich ver­schie­de­ner Con­fes­si­on ge­zählt. Bei 24 die­ser 27 Unio­nen hat­ten die bei­den ver­ei­nig­ten Ge­mein­den vor­her je ei­ne ei­ge­ne Pfarr­stel­le be­ses­sen. Die 1824 voll­zo­ge­ne Uni­on der lu­the­ri­schen Ge­mein­de Hün­xe mit der re­for­mier­ten Ge­mein­de Kru­den­burg stellt da­bei den ein­zi­gen Fall dar, bei dem es zu ei­ner über­ört­li­chen Ge­mein­de­ver­ei­ni­gung kam. Bei zwei Ge­mein­de­ver­ei­ni­gun­gen, näm­lich Rin­gen­berg bei Hammin­keln und Sim­mern (Huns­rück), ver­ei­nig­ten sich Ge­mein­den, von de­nen vor­her nur die re­for­mier­te Ge­mein­de ei­ne ei­ge­ne Pfarr­stel­le be­ses­sen hat­te, wäh­rend die lu­the­ri­sche bis­her vom Pfar­rer ei­ner Nach­bar­ge­mein­de (Hammin­keln bzw. Al­ter­külz) be­treut wor­den war. Bei der 1822 ge­bil­de­ten Ge­mein­de Un­ter­bar­men, die 1828 eben­falls in der Ru­brik „Com­bi­nie­rung zwei­er Ge­mein­den her­kömm­lich ver­schie­de­ner Con­fes­si­on“ ge­zählt wur­de, han­delt es sich hin­ge­gen nicht um ei­ne Ver­ei­ni­gung zwei­er bis­her selb­stän­di­ger Ge­mein­den, son­dern um die Aus­glie­de­rung der Un­ter­bar­me­ner Ge­mein­de­glie­der aus der re­for­mier­ten und der lu­the­ri­schen Ge­mein­de El­ber­feld und ih­re Ver­ei­ni­gung zu ei­ner unier­ten Ge­mein­de. 

In der 1828 vom Kon­sis­to­ri­um er­stell­ten Über­sicht über die 57 be­ur­kun­de­ten Unio­nen wur­den au­ßer den 27 förm­li­chen Ge­mein­de­ver­ei­ni­gun­gen noch 24 Ge­mein­den in der Ru­brik Uni­on mit An­schlie­ßung ein­zel­ner Ge­mein­de­glie­der der an­de­ren Con­fes­si­on und sechs in der Ru­brik un­ge­misch­ter Uni­ons­bei­tritt auf­ge­zählt. Be­mer­kens­wert ist, dass sich un­ter die­sen sechs be­ur­kun­de­ten un­ge­misch­ten Unio­nen auch die der Ge­mein­den Mül­heim/Rhein und Wetz­lar be­fan­den, wo es je­weils ei­ge­ne lu­the­ri­sche und re­for­mier­te Ge­mein­den ne­ben­ein­an­der gab. So­wohl in Mül­heim wie auch in Wetz­lar tra­ten die­se al­so zu­nächst nur für sich („un­ge­misch­t“) der Uni­on bei und blie­ben vor­erst noch von der am Ort vor­han­de­nen Ge­mein­de der an­de­ren Kon­fes­si­on in­sti­tu­tio­nell ge­trennt. Der Schritt der förm­li­chen Ge­mein­de­ver­ei­ni­gung wur­de in Wetz­lar erst im Jahr 1833 und in Mül­heim/Rhein im Jahr 1837 voll­zo­gen. Ver­gleich­ba­res war auch in Scherm­beck, Vel­bert un­d Duis­burg der Fall, frei­lich mit dem Un­ter­schied, dass dort der un­ge­misch­te Uni­ons­bei­tritt der ört­li­chen lu­the­ri­schen und re­for­mier­ten Ge­mein­den nicht förm­lich be­ur­kun­det wor­den war. Die Ge­mein­de­ver­ei­ni­gun­gen fan­den hier in den Jah­ren 1830 (Scherm­beck), 1862 (Vel­bert) und 1891 (Duis­burg) statt. Schlie­ß­lich gab es auch noch den Fall, dass sich, wie in Schö­ne­berg (Wes­ter­wald), Al­mers­bach und Kirch­berg (Huns­rück), zwei ört­li­che Ge­mein­den ver­ei­nig­ten, oh­ne dass dar­über ei­ne förm­li­che Ur­kun­de aus­ge­stellt wur­de.

Die Behandlung der Unionsfrage durch das Konsistorium der Rheinprovinz

An­ge­sichts die­ser ins­be­son­de­re bei der Pra­xis der förm­li­chen Be­ur­kun­dung der Uni­on un­über­sicht­li­chen La­ge muss­te das rhei­ni­schen Kon­sis­to­ri­um bei der im Jahr 1828 vom Mi­nis­te­ri­um für geist­li­che, Me­di­zi­nal- und Un­ter­richts­an­ge­le­gen­hei­ten an­ge­for­der­ten Auf­stel­lung ei­ner Über­sicht über dem Stand der Uni­on in der Rhein­pro­vinz sehr prag­ma­tisch vor­ge­hen. Bei der Fra­ge, wann über­haupt ei­ne Ge­mein­de als der Uni­on bei­ge­tre­ten gel­ten kön­ne, leg­te es nicht das for­ma­le Kri­te­ri­um des Vor­lie­gens ei­ner Ur­kun­de zu­grun­de, son­dern le­dig­lich die fac­ti­sche Ein­füh­rung des evan­ge­li­schen Abend­mahls-Ri­tus und die Auf­ge­bung der Con­fes­si­ons-Na­men als Merk­zei­chen der Uni­on.[2] Es muss­ten al­ler­dings bei­de die­ser „Merk­zei­chen“ er­füllt sein, um ei­ne Ge­mein­de als uniert be­zeich­nen zu kön­nen. Der Prag­ma­tis­mus des Kon­sis­to­ri­ums in der Uni­ons­fra­ge wur­zel­te auch in der Be­sorg­nis, dass ei­ne all­zu for­ma­lis­ti­sche Be­hand­lung die­ser An­ge­le­gen­heit, et­wa das Be­ste­hen auf ei­ner förm­li­chen Uni­ons­ur­kun­de in den Ge­mein­den, sich kon­tra­pro­duk­tiv aus­wir­ken könn­te und die als­dann zu ver­an­stal­ten­de vor­gän­gi­ge Um­fra­ge bei den ein­zel­nen stimm­fä­hi­gen Ge­mein­de­glie­dern jetzt an meh­re­ren Or­ten man­chen Wi­der­spruch be­fürch­ten ließ und auf die so lan­ge be­stan­de­ne Ru­he nur stö­rend ein­ge­wirkt ha­ben wür­de[3] – ein an­ge­sichts der et­wa zeit­glei­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die neue preu­ßi­sche Agen­de si­cher nicht un­be­rech­tig­ter Ge­dan­ke.

Auch in der Fra­ge der vom Mi­nis­te­ri­um ge­for­der­ten Ab­stel­lung der Ur­sa­chen, die die 99 noch nicht der Uni­on bei­ge­tre­te­nen Ge­mein­den bis­her an die­sem Schritt ge­hin­dert hat­ten, sprach sich das Kon­sis­to­ri­um für ei­ne be­hut­sa­me Vor­ge­hens­wei­se aus. Ne­ben den ver­mö­gens­recht­li­chen As­pek­ten führ­te es als Ur­sa­chen für die noch nicht voll­zo­ge­nen Ge­mein­de­unio­nen vor al­lem die un­ter­schied­li­chen Ge­sang­bü­cher, Ka­te­chis­men und lit­ur­gi­schen Tra­di­tio­nen, die An­häng­lich­keit an das alt­her­ge­brach­te Kir­chen­ge­bäu­de und nicht zu­letzt die Per­sön­lich­keit der je­wei­li­gen Pfar­rer an. Auch un­ter­schied­li­che An­sich­ten der Ge­mein­de­glie­der hin­sicht­lich der zu­künf­ti­gen Re­gu­lie­rung der äu­ße­ren Ver­hält­nis­se des Kir­chen-, Pfarr- und Schul­we­sens spiel­ten ei­ne uni­ons­hem­men­de Rol­le. Ge­nannt wur­de au­ßer­dem der Man­gel an Aus­glei­chungs- und Ent­schä­di­gungs­mit­tel für die un­ter­schied­li­chen Pa­ro­chi­al­pflich­tig­kei­ten der Ge­mein­de­glie­der hin­sicht­lich Stol­ge­büh­ren und Ak­zi­den­zi­en (z. B. Tauf­ge­büh­ren und Beicht­gel­der für lu­the­ri­sche, nicht aber für re­for­mier­te Pfar­rer).[4] 

Wäh­rend das Kon­sis­to­ri­um in der Ge­sang­buch- und Ka­te­chis­mus­fra­ge ei­ne pro­vinz- oder gar lan­des­wei­te Ver­ein­heit­li­chung be­für­wor­te­te, sprach es sich bei der Lit­ur­gie ge­gen ei­ne Ver­ein­heit­li­chung von oben aus und emp­fahl statt­des­sen, die Ei­ni­gung in die­ser Fra­ge den Ge­mein­den selbst und den „Be­leh­run­gen der Zeit“ zu über­las­sen. Be­son­ders deut­lich sicht­bar wur­de der Prag­ma­tis­mus des Kon­sis­to­ri­ums in sei­ner Stel­lung­nah­me zur Fra­ge der Ver­ei­ni­gung von Ge­mein­den ver­schie­de­ner Kon­fes­si­on. Es äu­ßer­te die An­sicht, daß die Ver­schmel­zung nicht an al­len Or­ten, wo es zwei lu­the­ri­sche und re­for­mier­te, der Uni­on bei­ge­tre­te­nen Ge­mein­den gibt, un­be­dingt und oh­ne Aus­nah­me emp­foh­len wer­de, na­ment­lich nicht da, wo un­ge­ach­tet des er­folg­ten Bei­tritts zur Uni­on noch zu viel An­häng­lich­keit an die al­ten kirch­li­chen Un­ter­schei­dun­gen und zu viel kon­fes­sio­nel­le Ei­fer­sucht vor­wal­tet und die Mehr­zahl bei­der Ge­mein­den für ei­ne völ­li­ge Ver­schmel­zung noch nicht reif ist; auch nicht da, wo für bei­de mit hin­rei­chen­den Kir­chen-, Pfarr- und Schul­fonds ver­se­he­ne und durch ei­ne an­ge­me­ße­ne See­len­zahl für ei­nen Pfar­rer hin­rei­chen­de Ge­mein­den kein Be­dürf­nis ei­ner Ver­schmel­zung vor­han­den ist, und wo kein Ue­bel da­durch be­ho­ben wird, in­dem es nicht zu be­zwei­feln ist, daß die un­nö­thi­ge An­häu­fung gro­ßer Mas­sen von Ge­mein­de­glie­dern auf die spe­ci­el­le Seel­sor­ge und das kirch­li­che Le­ben leicht nacht­hei­lig ein­wirkt und da, wo ein Pre­di­ger al­lein steht, das Aer­ger­nis nicht Statt fin­det, wel­ches so oft durch den Con­flict zwei­er un­ver­träg­li­cher Col­le­gen für die Ge­mein­de ent­steht.[5] 

Ins­ge­samt be­trach­te­te das rhei­ni­sche Kon­sis­to­ri­um die Uni­ons­fra­ge in den 1820er Jah­ren ver­gleichs­wei­se nüch­tern. Die Uni­on galt als ein Pro­zess, der sich aus den Ge­mein­den her­aus zu ent­wi­ckeln hat­te und bei dem je­de Art von ob­rig­keit­li­cher Ver­ord­nung den ge­gen­tei­li­gen Ef­fekt ha­ben konn­te. Die Kir­chen­be­hör­den soll­ten le­dig­lich ko­or­di­nie­rend wir­ken und jeg­li­chen Zwang ver­mei­den. In die­ser Hin­sicht lag das Kon­sis­to­ri­um al­so ganz auf der vom Kö­nig im Uni­ons­auf­ruf von 1817 vor­ge­zeich­ne­ten Li­nie.

5. Zusammenfassung und Ausblick

Die Ter­ri­to­ri­en, die nach 1815 die preu­ßi­sche Rhein­pro­vinz bil­de­ten, brach­ten his­to­ri­sche Vor­aus­set­zun­gen mit, die für ei­ne po­si­ti­ve Auf­nah­me der Uni­ons­idee aus­ge­spro­chen güns­tig wa­ren. So­wohl im Nor­den der Pro­vinz, al­so in den pres­by­te­ri­al-syn­odal ge­präg­ten Ge­bie­ten der ehe­ma­li­gen Her­zog­tü­mer Jü­lich, Kle­ve und Berg, wie auch im Sü­den, in den über­wie­gend pfäl­zisch und hes­sisch be­ein­fluss­ten Ge­bie­ten des lan­des­herr­li­chen Kir­chen­re­gi­ments, leb­ten re­for­mier­te und lu­the­ri­sche Chris­ten seit Ge­ne­ra­tio­nen in en­ger Nach­bar­schaft. Grö­ße­re ge­schlos­se­ne lu­the­ri­sche Ter­ri­to­ri­en, wie sie in West­fa­len et­wa in Ge­stalt des Fürs­ten­tums Min­den oder der Graf­schaft Ra­vens­berg exis­tier­ten, gab es im Rhein­land in die­ser Form nicht, eben­so we­nig wie grö­ße­re ge­schlos­sen re­for­mier­te Ge­bie­te. Die Be­geg­nung mit Evan­ge­li­schen der je­weils an­de­ren Kon­fes­si­on ge­hör­te – nicht zu­letzt vor dem Hin­ter­grund der ge­mein­sa­men Aus­ein­an­der­set­zung mit ei­nem zum Teil sehr selbst­be­wusst auf­tre­ten­den Ka­tho­li­zis­mus – zur All­tags­wirk­lich­keit vie­ler Men­schen und ins­be­son­de­re auch vie­ler Pfar­rer im Ge­biet der spä­te­ren Rhein­pro­vinz. Die gro­ße Of­fen­heit für die Uni­on, die im Rhein­land im 19. Jahr­hun­dert kon­sta­tiert wer­den kann, hat hier ei­ne ih­rer Wur­zeln.

Die neu­en Rah­men­be­din­gun­gen, die in den links­rhei­ni­schen Ge­bie­ten wäh­rend der fran­zö­si­schen Zeit zwi­schen 1794 und 1814 herrsch­ten, ver­stärk­ten die­se Ten­denz noch, wenn­gleich in die­sen Jah­ren den Uni­ons­be­stre­bun­gen der Pfar­rerschaft auch man­che ju­ris­ti­schen Gren­zen ge­setzt wa­ren. Als dann nach 1815 die preu­ßi­sche Ad­mi­nis­tra­ti­on ei­ne of­fen uni­ons­för­dern­de Po­li­tik be­trieb, rann­te sie im Rhein­land of­fe­ne Tü­ren ein. Dem Uni­ons­auf­ruf des preu­ßi­schen Kö­nigs vom 27. Sep­tem­ber 1817 kam in die­ser Ent­wick­lung je­doch al­len­falls ei­ne Ka­ta­ly­sa­to­ren­funk­ti­on zu, denn die ei­gent­li­chen Im­pul­se zur Uni­on wa­ren schon da­vor er­folgt, wie man an der Kon­sti­tu­ie­rung unier­ter Kreis­syn­oden im Som­mer 1817 er­ken­nen kann. Auf Ge­mein­de­ebe­ne ent­wi­ckel­te sich der Pro­zess der Uni­ons­bil­dung dann aus­ge­spro­chen viel­schich­tig und un­über­sicht­lich. Hier gibt es noch man­cher­lei For­schungs­de­si­de­ra­te, die nur durch akri­bi­sche Aus­wer­tung der Über­lie­fe­rung ein­zel­ner Ge­mein­den be­ho­ben wer­den kön­nen. Die Er­for­schung der Ge­schich­te der evan­ge­li­schen Uni­on im Rhein­land ist noch längst nicht an ein En­de ge­kom­men. 

Quellen

Pro­to­koll der Uni­ons­ver­samm­lung in Sim­mern vom 6. Plu­viô­se X (26. Ja­nu­ar 1802), in: AE­KR Bop­pard, Be­stand 3MB 013B (Syn­ode Sim­mern–Vor­gän­ger­be­hör­den), Bd. 51.

Ver­zeich­nis der­je­ni­gen Ge­mein­den in den Rhein-Pro­vin­zen, wel­che über den Bei­tritt zur Uni­on förm­li­che Ur­kun­de aus­ge­stellt ha­ben (Bei­la­ge Lit. B. zum Schrei­ben des Kon­sis­to­ri­ums an das Mi­nis­te­ri­um der geist­li­chen, Un­ter­richts- und Me­di­zi­nal­an­ge­le­gen­hei­ten vom 9. Mai 1828) in: AE­KR Düs­sel­dorf, Be­stand Pro­vin­zi­al­kir­chen­ar­chiv, Be­stand 1OB 002 (Rhei­ni­sches Kon­sis­to­ri­um), Nr. 292. 

Literatur

Bran­den­burg, Hans Chris­ti­an, Die Kreuz­nach­er Uni­on von 1817. Ein Bei­trag zur Kir­chen­ge­schich­te des Rhei­ni­schen Ober­lan­des zur Zeit sei­nes Über­gan­ges an die preu­ßi­sche Herr­schaft, in: 425 Jah­re Re­for­ma­ti­on An Na­he und Glan, Köln 1983, S. 176-229.

Du­da, Bri­git­te, Die Or­ga­ni­sa­ti­on der evan­ge­li­schen Kir­chen des lin­ken Rhein­ufers nach den Or­ga­ni­schen Ar­ti­keln von 1802, Düs­sel­dorf 1971.

Fo­ers­ter, Erich, Die Ent­ste­hung der preu­ßi­schen Lan­des­kir­che un­ter der Re­gie­rung Kö­nig Fried­rich Wil­helm des Drit­ten. Ein Bei­trag zur Ge­schich­te der Kir­chen­bil­dung im deut­schen Pro­tes­tan­tis­mus, Bd. 1, Tü­bin­gen 1905.

Goe­ters, Jo­hann Fried­rich Ger­hard, Die Ent­ste­hung des rhei­ni­schen Pro­tes­tan­tis­mus und sei­ne Ei­gen­art, in: RhVjbll 58 (1994), S. 149-201.

Mau, Ru­dolf (Hg.), Pro­tes­tan­tis­mus in Preu­ßen. Vom Uni­ons­auf­ruf 1817 bis zur Mit­te des 19. Jahr­hun­derts, Leip­zig 2009.

Met­zing, An­dre­as, Die Or­ga­ni­schen Ar­ti­kel von 1802 in der Ge­schich­te des rhei­ni­schen Pro­tes­tan­tis­mus. Epo­cha­ler Wan­del oder his­to­ri­sches Zwi­schen­spiel?, in: Mo­nats­hef­te für Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­schich­te des Rhein­lan­des 53 (2004), S. 81-95.

Met­zing, An­dre­as, Ent­wick­lung der Uni­on im Rhein­land bis in die Mit­te des 19. Jahr­hun­derts, in: Jür­gen Kampmann/Chris­ti­an Pe­ters (Hg.), 200 Jah­re lu­the­risch-re­for­mier­te Unio­nen in Deutsch­land, Bie­le­feld 2018, S. 99-116.

Mül­ler, Jo­han­nes, Die Vor­ge­schich­te der Pfäl­zi­schen Uni­on. Ei­ne Un­ter­su­chung ih­rer Mo­ti­ve, ih­rer Ent­wick­lung und ih­rer Hin­ter­grün­de im Zu­sam­men­hang mit der all­ge­mei­nen Kir­chen­ge­schich­te, Wit­ten 1967.

Nor­den, Jörg van, Kir­che und Staat im preu­ßi­schen Rhein­land 1815-1838. Die Ge­ne­se der Rhei­nisch-West­fä­li­schen Kir­chen­ord­nung vom 5.3.1835, Köln 1990.

Wapp­ler, Klaus, Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um und Kir­chen­uni­on, in: J. F. Ger­hard Goe­ters/Ru­dolf Mau (Hgg.), Die Ge­schich­te der Evan­ge­li­schen Kir­che der Uni­on, Bd. I. Leip­zig 1992, S. 93-115. 

Erste Seite der Unionsurkunde der unierten Gemeinden Düsseldorfs aus dem Jahr 1824. (CC BY-SA 3.0 DE/Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland)

 
Anmerkungen
  • 1: Verhandlungen der Kreis-Synode Kreuznach bei ihrer am 18. Juni 1856 stattgehabten Versammlung zu Stromberg, S. 6.
  • 2: Schreiben des Konsistoriums an das Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten vom 9. Mai 1828, in: AEKR Düsseldorf, Bestand Provinzialkirchenarchiv, Bestand 1OB 002 (Rheinisches Konsistorium), Nr. 292.
  • 3: Ebd.
  • 4: Schreiben des Konsistoriums an den rheinischen Oberpräsidenten vom 25. Juli 1828, in: AEKR Düsseldorf, Bestand Provinzialkirchenarchiv, Bestand 1OB 002 (Rheinisches Konsistorium), Nr. 292.
  • 5: Ebd.
Zitationshinweis

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Metzing, Andreas, Vorgeschichte und Geschichte der Union zwischen Lutheranern und Reformierten im Rheinland, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/vorgeschichte-und-geschichte-der-union-zwischen-lutheranern-und-reformierten-im-rheinland-/DE-2086/lido/623ac9b26f6c46.27360591 (abgerufen am 26.06.2022)