Kreis Bernkastel-Wittlich

Andrea Rönz (Linz am Rhein)

Kreis Bernkastel-Wittlich, Bonn 2010. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

Der bei­der­seits der Mo­sel ge­le­ge­ne Kreis Bern­kas­tel-Witt­lich grenzt nörd­lich an den Kreis Vul­kan­ei­fel, öst­lich an den Kreis Co­chem-Zell, den Rhein-Huns­rück-Kreis und den Kreis Bir­ken­feld, süd­west­lich an den Kreis Trier-Saar­burg und west­lich an den Ei­fel­kreis Bit­burg-Prüm. Sitz der Kreis­ver­wal­tung ist die Stadt Witt­lich.

Der Kreis wur­de im Zu­ge der kom­mu­na­len Ge­biets­re­form 1969/1970 aus den Krei­sen Bern­kas­tel mit Sitz in Bern­kas­tel und Witt­lich mit Sitz in Witt­lich ge­bil­det. Im Zu­ge die­ser Re­form ver­lor der Alt­kreis Bern­kas­tel 20 Ge­mein­den aus dem Ge­biet um Rhau­nen an den Kreis Bir­ken­feld. Im Ge­gen­zug er­hielt der Kreis Bern­kas­tel-Witt­lich Ge­mein­den des Alt­krei­ses Zell. Der Kreis ist mit ei­ner Flä­che von 1.178 Qua­drat­ki­lo­me­tern nach dem Ei­fel­kreis Bit­burg-Prüm der zweit­grö­ß­te Flä­chen­kreis des Bun­des­lan­des Rhein­land-Pfalz und zählt 113.466 Ein­woh­ner (2007) in 108 Ge­mein­den.

Der Kreis setzt sich zu­sam­men aus der ver­bands­frei­en Stadt Witt­lich und der ver­bands­frei­en Ge­mein­de Mor­bach so­wie den sie­ben Ver­bands­ge­mein­den Bern­kas­tel-Ku­es, Kröv-Bau­sen­dorf, Man­der­scheid, Neu­ma­gen-Dhron, Thal­fang am Er­bes­kopf, Tra­ben-Trar­bach und Witt­lich-Land. Grö­ß­te Or­te des ver­gleichs­wei­se dünn be­sie­del­ten Krei­ses sind Witt­lich mit knapp 18.000 und Mor­bach mit gut 11.000 Ein­woh­nern so­wie die Städ­te Bern­kas­tel-Ku­es und Tra­ben-Trar­bach mit über 6.000 Ein­woh­nern.

Der bis ins 20. Jahr­hun­dert rein länd­lich ge­präg­te Kreis weist nach dem Struk­tur­wan­del heu­te ei­ne über­durch­schnitt­lich ho­he Zahl an in­dus­tri­el­len und ge­werb­li­chen Groß- und mit­tel­stän­di­schen Be­trie­ben auf. Wirt­schaft­li­cher Schwer­punkt und Zen­trum von Han­del und Dienst­leis­tung ist die Stadt Witt­lich. An der Mo­sel ist zu­dem der Tou­ris­mus von Be­deu­tung.

Kreis Bern­kas­tel: Bis 1794 ver­teil­te sich das Ge­biet des spä­te­ren Krei­ses Bern­kas­tel auf das Kur­fürs­ten­tum Trier und ver­schie­de­ne klei­ne­re Herr­schaf­ten (u.a. Vor­de­re und Hin­te­re Graf­schaft Spon­heim, Fürs­ten­tum Vel­denz). 1798 kam es an Frank­reich und wur­de 1801 dem Saar­de­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort zähl­te es zu den Ar­ron­dis­se­ments Bir­ken­feld und Trier.

1816 wur­de der preu­ßi­sche Kreis Bern­kas­tel aus den Bür­ger­meis­te­rei­en Bern­kas­tel, Lie­ser, Mer­scheid, Mor­bach, Mül­heim, Neu­ma­gen, Rhau­nen, Tal­ling, Thal­fang, Wirsch­wei­ler und Zel­tin­gen ge­bil­det. Der Kreis lag im Re­gie­rungs­be­zirk Trier der Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein (ab 1822/1830 Rhein­pro­vinz) und blieb in sei­ner Aus­deh­nung fast un­ver­än­dert bis zur Ver­ei­ni­gung mit dem Kreis Witt­lich 1970. Le­dig­lich 1930 fand ei­ne Grenz­be­rich­ti­gung zwi­schen der Ge­mein­de Nie­de­rem­mel im Kreis Bern­kas­tel und der Ge­mein­de Pie­sport im Kreis Witt­lich statt.

Der Kreis Bern­kas­tel wur­de do­mi­niert von der Land­wirt­schaft, wo­bei auf den Huns­rück­hö­hen nur we­nig er­trag­rei­cher Acker­bau und Wei­de­wirt­schaft vor­herrsch­te, an den Mo­sel­hän­gen da­ge­gen bis heu­te aus­ge­dehn­ter, zum Teil sehr be­deu­ten­der Wein­bau. Da­ne­ben exis­tier­ten (Wein-)Han­del, Holz­in­dus­trie, Schie­fer­brü­che und Achat­schlei­fe­rei­en.

Kreis Witt­lich: Das Ge­biet des spä­te­ren Krei­ses Witt­lich ver­teil­te sich bis 1794 auf das Kur­fürs­ten­tum Trier und die Hin­te­re Graf­schaft Spon­heim. 1798 kam es an Frank­reich und wur­de 1801 dem Saar­de­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort zähl­te es zu den Ar­ron­dis­se­ments Prüm und Trier. Der preu­ßi­sche Kreis Witt­lich wur­de 1816 ge­bil­det und um­fass­te die Bür­ger­meis­te­rei­en Ben­gel, Bet­ten­feld, Ei­sen­sch­mitt, Grans­dorf, Heid­wei­ler, Het­zer­ath, Kröv, Land­scheid, Lau­feld, Man­der­scheid, Neu­er­burg, Nie­der­öff­lin­gen, Ober­kail, Osann, Salm­rohr, Seh­lem, Seins­feld, Spang und Witt­lich. Der Kreis lag im Re­gie­rungs­be­zirk Trier der Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein (ab 1822/1830 Rhein­pro­vinz) und blieb in sei­ner Aus­deh­nung fast un­ver­än­dert bis zur Ver­ei­ni­gung mit dem Kreis Bern­kas­tel 1970. Le­dig­lich 1901 ver­lor der Kreis Tei­le der Ge­mein­de Hont­heim an die Ge­mein­de Ber­trich im Kreis Co­chem. 1930 fand ei­ne Grenz­be­rich­ti­gung zwi­schen der Ge­mein­de Nie­de­rem­mel im Kreis Bern­kas­tel und der Ge­mein­de Pie­sport im Kreis Witt­lich statt.

Be­deu­tends­ter Wirt­schafts­zweig des Krei­ses war die Land­wirt­schaft mit Acker­bau und Wei­de­wirt­schaft auf den Hö­hen­la­gen, Ta­bak- (Witt­li­cher Sen­ke) und Obst­an­bau in den Tä­lern von Salm, Lie­ser und Alf so­wie Wein­bau an der Mo­sel. Da­ne­ben gab es Holz- und Stein­in­dus­trie und bis ins 19. Jahr­hun­dert meh­re­re Ei­sen­berg­wer­ke. Bis ins 20. Jahr­hun­dert ver­brei­tet war die Hau­sie­re­rei mit selbst her­ge­stell­ten Pro­duk­ten wie Korb- oder Töp­fer­wa­ren.

Allgemeine Literatur

Cle­men, Paul (Hg.), Die Kunst­denk­mä­ler der Rhein­pro­vinz, Band 12,4: Kreis Witt­lich, be­arb. v. Ernst Wa­cken­ro­der, Düs­sel­dorf 1934 (Neu­druck Trier 1982); Band 15,1: Kreis Bern­kas­tel, be­arb. v. Hans Vogts, Düs­sel­dorf 1935 (Neu­druck Trier 1981).
Neu, Pe­ter (Hg.), Am En­de das Cha­os. Die letz­ten Ta­ge des 2. Welt­krie­ges im Raum Bern­kas­tel-Witt­lich, Mons­chau 1982.
Schaaf, Er­win, Neu­be­ginn aus dem Cha­os. Die Ge­schich­te des heu­ti­gen Land­krei­ses Bern­kas­tel-Witt­lich in den Nach­kriegs­jah­ren 1945-1950, Witt­lich 1985.

Verwaltungsgeschichtliche Literatur

Bär, Max, Die Be­hör­den­ver­fas­sung der Rhein­pro­vinz seit 1815, Bonn 1919.
Schütz, Rü­di­ger (Be­arb.), Grund­riß zur deut­schen Ver­wal­tungs­ge­schich­te, Rei­he A, Preu­ßen, Band 7: Rhein­land, Mar­burg 1978.

Kreisperiodika

Jahr­buch für den Kreis Bern­kas­tel-Witt­lich (1977-2005). Kreis­jahr­buch Bern­kas­tel-Witt­lich (seit 2006).

Online

Web­site des Krei­ses Bern­kas­tel-Witt­lich. [On­line]

Zitationshinweis

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Rönz, Andrea, Kreis Bernkastel-Wittlich, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/kreis-bernkastel-wittlich/DE-2086/lido/57d121e9ad14e1.69690754 (24.04.2019)

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