Kreis Neunkirchen

Andrea Rönz (Linz am Rhein)

Kreis Neunkirchen, Bonn 2010. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

Der im öst­li­chen Saar­land ge­le­ge­ne Kreis Neun­kir­chen grenzt im Nor­den an den Kreis St. Wen­del, im Os­ten an den rhein­land-pfäl­zi­schen Kreis Ku­sel, im Sü­den an den Saar­pfalz-Kreis und den Re­gio­nal­ver­band Saar­brü­cken und im Wes­ten an den Kreis Saar­louis. Kreis­stadt ist Neun­kir­chen, Ver­wal­tungs­sitz die Stadt Ott­wei­ler.

Bis 1794 ver­teil­te sich das Ge­biet des heu­ti­gen Krei­ses Neun­kir­chen auf das Her­zog­tum Zwei­brü­cken und die Herr­schaf­ten Ott­wei­ler und Il­lin­gen. 1798 kam das Ge­biet an Frank­reich und wur­de 1801 dem Saar­de­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort zähl­te es zum Ar­ron­dis­se­ment Saar­brü­cken.

1816 wur­de aus den Bür­ger­meis­te­rei­en Dir­min­gen, Ep­pel­born, Neun­kir­chen, Ott­wei­ler, Stenn­wei­ler, Tho­ley und Uch­tel­fan­g­en der preu­ßi­sche Kreis Ott­wei­ler mit Sitz in Ott­wei­ler ge­bil­det. Der Kreis lag im Re­gie­rungs­be­zirk Trier der Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein (1822/ 1830 Rhein­pro­vinz). Zum 1.10.1920 wur­de ge­mäß Ver­sailler Ver­trag der Kreis Ott­wei­ler als Teil des Saarbe­ckens an den Völ­ker­bund ab­ge­tre­ten und un­ter fran­zö­si­sche Ver­wal­tung ge­stellt. Seit sei­ner Rück­kehr zum Deut­schen Reich 1935 ist der Kreis Teil des Saar­lands, das von 1946 bis 1957 fran­zö­si­sches Pro­tek­to­rat mit ei­ge­ner Re­gie­rung und Ver­fas­sung war. Im Zu­ge der saar­län­di­schen Kreis­re­form 1974 er­fuhr der Kreis ei­ni­ge Ge­biets­ver­än­de­run­gen und wur­de in Kreis Neun­kir­chen um­be­nannt. Der 249,2 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Kreis mit 141.426 Ein­woh­nern (2007) setzt sich zu­sam­men aus den zwei Städ­ten Neun­kir­chen und Ott­wei­ler so­wie den fünf Ge­mein­den Ep­pel­born, Il­li­gen, Merch­wei­ler, Schiff­wei­ler und Spie­sen-El­vers­berg. Mit Ab­stand grö­ß­ter Ort ist die Kreis­stadt mit knapp 50.000 Ein­woh­nern.

Wirt­schaft­lich war der Kreis Neun­kir­chen bis ins 20 Jahr­hun­dert ge­prägt von Stein­koh­len­berg­bau und Hüt­ten­in­dus­trie. In­fol­ge des Struk­tur­wan­dels sind heu­te vor al­lem mit­tel­stän­di­sches Ge­wer­be, Dienst­leis­tung und Tou­ris­mus (Hüt­ten­park Neun­kir­chen, Ro­sen­gär­ten) von Be­deu­tung.

Allgemeine Literatur

Zim­mer­mann, Walt­her, Die Kunst­denk­mä­ler der Krei­se.
Ott­wei­ler und Saar­louis, Düs­sel­dorf 1934, Nach­druck Saar­brü­cken 1976.

Verwaltungsgeschichtliche Literatur

Bär, Max, Die Be­hör­den­ver­fas­sung der Rhein­pro­vinz seit 1815, Bonn 1919.
Schütz, Rü­di­ger (Be­arb.), Grund­riß zur deut­schen Ver­wal­tungs­ge­schich­te, Rei­he A, Preu­ßen, Band 7: Rhein­land, Mar­burg 1978.

Kreisperiodika

Hei­mat­buch des Krei­ses Ott­wei­ler (1949-1955).

Online

Web­site des Krei­ses Neun­kir­chen. [On­line]

Zitationshinweis

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Rönz, Andrea, Kreis Neunkirchen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/kreis-neunkirchen/DE-2086/lido/57d1242ba84326.60833048 (13.02.2019)

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