Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 2: Topographie

Topographie

Peter Neu (Bitburg)

Topographische Karte Dollendorf von 1847/55, im Verhältnis 1 : 25.000, Ausschnitte der Blätter 5506 Aremberg (1855) und 5606 Dollendorf (1847) der topographischen Aufnahmen des Preußischen Topogeraphischen Bureaus (Uraufnahme). (Landesvermessungsamt NRW)

2. 1 Burg

Burg­an­la­ge in 455 m über NN auf ei­nem Berg, der nach Wes­ten, Nor­den und Os­ten steil zum Lam­perts­bach ab­fällt (vgl. Ta­fel 2, Tran­chot-Aus­schnitt). Bau­be­ginn un­be­kannt, ers­ter ca­s­trum-Be­leg 1077 (I 3). Edel­her­ren von Dol­lem­dorf sind seit dem 12. Jahr­hun­dert be­zeugt. 1338 huys und vur­burg­he ge­nannt (NrhUB III 335), 1349 als sloss (eb­da. 478). 1779/80 Aus­bes­se­rungs­ar­bei­ten, neu er­bau­ter Wach­turm (STAK 29 E Akt 130). 1810 wur­de die Burg teil­wei­se ab­ge­ris­sen (Fah­ne, Ge­schich­te der Gra­fen I, S. 59), nicht wie­der auf­ge­baut

An die Burg schlie­ßt nach Sü­den die Tal­sied­lung Schlo­ß­thal Dol­len­dorf an. Das Dorf Dol­len­dorf konn­te we­gen sei­ner räum­li­chen Ent­fer­nung (2,0 km) zur Burg kei­ne Rol­le als ge­frei­te Tal­sied­lung über­neh­men. Die 1302 er­wähn­te cur­tis prin­ci­pa­lis lag ver­mut­lich im Dorf (REK III 3897)

2. 2 Siedlungsentwicklung, Befestigung

Ei­ne Mau­er um das Dorf Dol­len­dorf lässt sich nicht nach­wei­sen
 
1537 Mau­ern längs des Ta­les müs­sen von der Ge­mein­de un­ter­hal­ten wer­den (Fah­ne, Ge­schich­te der Gra­fen I, S. 61)
1597 Ring­maur (PfaD Akt 20)
1606 Fünf na­ment­lich ge­nann­te Be­woh­ner des Ta­les sind für die Ab­schnit­te der Mau­er ver­ant­wort­lich, an de­nen ih­re Häu­ser lie­gen (STAK 29 E 39)  
(1850) Die Ring­mau­er ist er­hal­ten (vgl. Ta­fel 2, Tran­chot-Aus­schnitt), und zur Ahr hin ste­hen die Häu­ser auf dem stei­len Ran­de in ei­ner Flucht und dien­ten als Ring­mau­er (Bis­tums­ar­chiv Trier, Nach­lass Heydin­ger)  
1972 Res­te der Ring­mau­er nach Nor­den und Os­ten teils als Au­ßen­mau­ern der vor­han­de­nen Ge­bäu­de zu er­ken­nen (vgl. Ta­fel 2, DGK)
 
Die Tal­sied­lung ist bis zum 20. Jahr­hun­dert nicht über ih­re Gren­zen hin­aus ge­wach­sen. 1972 sind in­ner­halb des Sied­lungs­kerns noch vier Häu­ser be­wohnt, fünf Häu­ser, erst seit (1900) er­rich­tet, ste­hen vor der al­ten Tal­sied­lung, zur­zeit elf Häu­ser

2. 3 Tore

1537 Zwei To­re un­ten in der Vo­gel­wie­se und im Ha­chel­s­tal (Fah­ne, Ge­schich­te der Gra­fen I, S. 61) 

2. 5 Straßen, Plätze, Gebäude

In­ner­halb der Sied­lung gab es kei­ne na­ment­lich be­kann­te Stra­ße. Im Zen­trum liegt ein klei­ner frei­er Platz, 1606 als Thall­plat­zen be­zeich­net (STAK 29 E 39)
 
1606 wer­den sechs Häu­ser in der Tal­sied­lung ge­nannt: Ket­ges-Haus, Mr. Wil­helm Schrei­nerß Hauß, Mül­lerß Hauß, Kes­sels ge­bäuw, Herr Ar­nolds Hauß, Schef­fers Hauß (eb­da.)

2. 6 Rechtsdenkmäler

1537 in Ket­ges Hauß (ist) frey­en Lehn­man ge­fang­niß (eb­da.)  
1718 im Gal­gen­thal (PfaD Akt A1) = Richt­stät­te am nord­west­li­chen Rand der Ge­mar­kung (vgl. Ta­fel 3, Luft­bild)

Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Neu, Peter, Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 2: Topographie, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-dollendorf.-teil-2-topographie/DE-2086/lido/5ed64d2b4db893.92316753 (abgerufen am 12.06.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 01.10.2025, zuletzt geändert am 02.10.2025

Auch über Rheinischer Städteatlas Dollendorf, bearbeitet von Peter Neu (Lfg. III, Nr. 17, 1976)