Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen

Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen

Peter Neu (Bitburg)

Grundriss des Dorfes Dollendorf nach der Urkarte von 1823 im Verhältnis 1 : 2.500. (Kreisverwaltung Euskirchen)

4. 1 Erste Erwähnung der Kirche bzw. des Geistlichen mit Angabe der Bezeichnung. Erwähnung im Liber valoris

Nach Auf­zeich­nun­gen des 19. Jahr­hun­derts be­stand vor 1200 in Dol­len­dorf ei­ne Ka­pel­le, die zur Pfar­rei Wies­baum ge­hör­te (PfaD Akt 52)

1212 sacel­la­nus, dann pas­tor (eb­da.)
1283 sacel­la­nus in Cas­tro (eb­da.)
1320 Kir­che er­wei­tert (eb­da.)
1325 ers­ter si­che­rer Be­leg: pas­tor (STAK 29 E 7); im Li­ber va­lo­ris pas­tor und vi­ca­ri­us (im Dorf) ge­nannt
1327 eccle­sia (eb­da. 8)
1335 eccle­sia et par­ro­chia (NrhUB III 294)
1528 Ca­pel­le zu Dol­len­dorf (= ver­mut­lich im Tal; STAK 29 E 37, Ko­pi­ale Über­lie­fe­rung aus dem 16. Jahr­hun­dert)
1696 Schloß-Hoff­ca­pel­lan (STAK 29 E Akt 114)
1701 Bau der An­to­ni­us­ka­pel­le auf hal­bem We­ge (vgl. Ta­fel 3, Tran­chot-Kar­te) zwi­schen Dorf Dol­len­dorf und Schlo­ß­thal (Vir­mond, Ge­schich­te des Krei­ses Schlei­den, S. 179; Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des  De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 485; Cas­pers, 250 Jah­re An­to­ni­us­ka­pel­le und An­to­ni­us­hof in Dol­len­dorf, S. 131)
1732 Pfarr­kir­che teil­wei­se, Turm ganz ab­ge­ris­sen und er­neu­ert (PfaD Akt A 1; STAK 29 E Akt 117)
1758 Schloß Ca­pel­len in Dol­len­dorf noch be­nutzt (STAK 29 E Akt 125)
1794 ist im Tal kein Ka­plan mehr (eb­da. Akt 113)

4. 2 Patrozinium und Altäre, Kirmes- bzw. Kirchweihtermine

Pfarr­kir­che im Dorf Dol­len­dorf
 
Pa­tro­zi­ni­um
1537 Jo­hann Bap­tist (STAK 29 E 39) 
1627 Drei­fal­tig­keit (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 478) 
1732 Jo­hann Bap­tist nach Neu­bau der Kir­che (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 477)

Al­tä­re
1627 Drei­kö­nig, Ni­ko­laus, Ma­ria, Jo­hann Bap­tist (eb­da.)

Ka­pel­le auf der Burg
Pa­tron an­geb­lich Ni­ko­laus (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 470)

4. 3 Patronats- und Zehntherr

Kol­la­tor ist der Herr von Dol­len­dorf seit dem 14. Jahr­hun­dert (PfaD Akt 52); mi­nu­ta de­ci­ma in Dol­len­dorf steht 1322 ganz dem Herrn von Dol­len­dorf zu (STAK 29 E 6); 1537 ge­hört der gro­ße Zehnt je zur Hälf­te dem Pfar­rer und dem Herrn von Dol­len­dorf, der klei­ne Zehnt dem Herrn von Dol­len­dorf (STAK 29 E 39 – Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 491); (1570) klagt der Pas­tor, dass der Rhe­yder ze­he­ner, da­zu der Läm­mer- und Fer­kel­zehnt von un­vor­denck­li­chen Ja­ren he­ro dem Pfar­rer in Dol­len­dorf zu­ge­stan­den, dass der Herr von Dol­len­dorf sie ihm jetzt ent­frem­det hat (HSTAD Kur­k­öln Akt VIII 242); 1697 stellt der Pfar­rer von Dol­len­dorf fest, dass der Herr von Dol­len­dorf ge­gen En­de des 16. Jahr­hun­derts dem Pfar­rer ein Vier­tel des Rott­zehn­ten ent­zo­gen ha­be, um 1600 ha­be der Pfar­rer auf Schaf- und Fer­kel­zehn­ten ge­gen­über dem Herrn von Dol­len­dorf ver­zich­tet (PfaD 34, Ko­pi­ale Über­lier­fe­rung aus dem 18. Jahr­hun­dert); 1724 re­sti­tu­iert der Herr von Dol­len­dorf dem Pfar­rer von Dol­len­dorf den gro­ßen Heu­zehn­ten und den hal­ben Läm­mer- und Fer­kel­zehnt, der Herr von Dol­len­dorf be­hält sich vor den klei­nen Heu- und Frucht­zehnt, den gro­ßen hal­ben Frucht­zehnt, so­wie den hal­ben Fer­kel- und Läm­mer­zehnt (PfaD 31)

4. 4 Pfarrbezirk und Filialen, Dekanatszugehörigkeit

Nach Auf­zeich­nun­gen des 19. Jahr­hun­derts war Dol­len­dorf bis 1212 Fi­lia­le von Wies­baum (PfaD Akt 52)
 
1212 Pfar­rei (eb­da.) 
1803 Fi­lia­len Schlo­ß­thal, Ahr­hüt­te und Vel­ler­hof (Bis­tums­ar­chiv Trier 44 Akt 99)
 
Ab dem 13. Jahr­hun­dert Ei­fel­de­ka­nat, Ar­ch­idia­ko­nat des Props­tes von Bonn, Erz­bis­tum Köln; 1802–1821 Diö­ze­se Trier, De­ka­nat Blan­ken­heim, an­schlie­ßend bis 1929 Erz­bis­tum Köln; seit 1929 De­ka­nat Blan­ken­heim, Diö­ze­se Aa­chen

4. 5 Klöster

1928 St. Jo­han­nis­klos­ter der Mis­si­ons­schwes­tern vom hl. Her­zen Je­su im Dorf Dol­len­dorf; am­bu­lan­te Kran­ken­pfle­ge, 1962 mit Lehr­kü­che, Kin­der­gar­ten, Er­ho­lungs­heim (PfaD Akt 50)

4. 7 Wallfahrten

An­fang des 15. Jahr­hun­derts Pflicht­pro­zes­si­on an Pfings­ten nach Prüm (Kyll, Pflicht­pro­zes­sio­nen und Bann­wall­fahr­ten im west­li­chen Teil des al­ten Erz­bis­tums Trier, S. 46) 
1627 Pro­zes­si­on an St. Jo­hann mit Spilleu­den (PfaD Akt A 5) 
18. Jahr­hun­dert Wall­fahrt an St. An­to­ni­us zur An­to­ni­us­ka­pel­le bei Dol­len­dorf (Cas­pers, 250 Jah­re An­to­ni­us­ka­pel­le und An­to­ni­us­hof in Dol­len­dorf, S. 131) 
1875 Pro­zes­sio­nen aus dem Dorf Dol­len­dorf zur An­to­ni­us­ka­pel­le an Kar­frei­tag und am 13. Ju­ni; am Sonn­tag nach St. Jo­han­nes Pro­zes­si­on durch den Ort; Sonn­tag nach Ma­riä Ge­burt Wall­fahrt nach Bar­wei­ler (PfaD Akt 35)

4. 8 Juden, Synagoge

1742 zah­len zwei Ju­den Ju­den­tri­but (STAK 29 E Akt 110); seit 1746 ein Ju­de ge­nannt (eb­da.), 1772 hei­ßt es seit­he­ro 1768 sit­zet kein Jud mehr in der Herr­schaft (eb­da.). (1760) sol­len die Ju­den im Dorf Dol­len­dorf ei­ne Syn­ago­ge ge­baut ha­ben, die aber vom Volk zer­stört wur­de (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 260)

4. 10 Konfessionszahlen

1627 250 Kom­mu­ni­kan­ten in der Pfar­rei, kei­ne Nicht­ka­tho­li­ken (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 479)
1687 350 Kom­mu­ni­kan­ten (eb­da.)
1713 Kei­ne Nicht­ka­tho­li­ken (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1719)
1719 (350) Kom­mu­ni­kan­ten (eb­da.)
1737 400 Kom­mu­ni­kan­ten (Be­cker, Ge­schich­te der Pfar­rei­en des De­ka­na­tes Blan­ken­heim, S. 477)
1744 (360) Kom­mu­ni­kan­ten (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1744)
1753 (350) Kom­mu­ni­kan­ten, ein Ju­de, sonst kei­ne Nicht­ka­tho­li­ken (eb­da. D 1753)
1809 (500) Kom­mu­ni­kan­ten (Bis­tums­ar­chiv Trier 44 Akt 99)

4. 11 Schulen und Bildungseinrichtungen

1626 schol­meis­ter (STAK 29 E Akt 116)
1716 schuhl (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1716)
1719 unus est lu­di­ma­gis­ter et custos se­mel (eb­da.)
1837 Schul­haus­neu­bau (STAK 403 Akt 295)
1871 Grün­dung des Mu­sik­ver­eins

Tabelle 1 Konfessionszahlen Dollendorf, 1817-1970. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 
Zitationshinweis

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Neu, Peter, Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-dollendorf.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/5ed64d939242a5.58424125 (abgerufen am 12.06.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 01.10.2025, zuletzt geändert am 02.10.2025

Auch über Rheinischer Städteatlas Dollendorf, bearbeitet von Peter Neu (Lfg. III, Nr. 17, 1976)