Zu den Kapiteln
Schlagworte
4. 1 Erste Erwähnung der Kirche bzw. des Geistlichen mit Angabe der Bezeichnung. Erwähnung im Liber valoris
Nach Aufzeichnungen des 19. Jahrhunderts bestand vor 1200 in Dollendorf eine Kapelle, die zur Pfarrei Wiesbaum gehörte (PfaD Akt 52)
1212 sacellanus, dann pastor (ebda.)
1283 sacellanus in Castro (ebda.)
1320 Kirche erweitert (ebda.)
1325 erster sicherer Beleg: pastor (STAK 29 E 7); im Liber valoris pastor und vicarius (im Dorf) genannt
1327 ecclesia (ebda. 8)
1335 ecclesia et parrochia (NrhUB III 294)
1528 Capelle zu Dollendorf (= vermutlich im Tal; STAK 29 E 37, Kopiale Überlieferung aus dem 16. Jahrhundert)
1696 Schloß-Hoffcapellan (STAK 29 E Akt 114)
1701 Bau der Antoniuskapelle auf halbem Wege (vgl. Tafel 3, Tranchot-Karte) zwischen Dorf Dollendorf und Schloßthal (Virmond, Geschichte des Kreises Schleiden, S. 179; Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 485; Caspers, 250 Jahre Antoniuskapelle und Antoniushof in Dollendorf, S. 131)
1732 Pfarrkirche teilweise, Turm ganz abgerissen und erneuert (PfaD Akt A 1; STAK 29 E Akt 117)
1758 Schloß Capellen in Dollendorf noch benutzt (STAK 29 E Akt 125)
1794 ist im Tal kein Kaplan mehr (ebda. Akt 113)
4. 2 Patrozinium und Altäre, Kirmes- bzw. Kirchweihtermine
Pfarrkirche im Dorf Dollendorf
Patrozinium
1537 Johann Baptist (STAK 29 E 39)
1627 Dreifaltigkeit (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 478)
1732 Johann Baptist nach Neubau der Kirche (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 477)
Altäre
1627 Dreikönig, Nikolaus, Maria, Johann Baptist (ebda.)
Kapelle auf der Burg
Patron angeblich Nikolaus (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 470)
4. 3 Patronats- und Zehntherr
Kollator ist der Herr von Dollendorf seit dem 14. Jahrhundert (PfaD Akt 52); minuta decima in Dollendorf steht 1322 ganz dem Herrn von Dollendorf zu (STAK 29 E 6); 1537 gehört der große Zehnt je zur Hälfte dem Pfarrer und dem Herrn von Dollendorf, der kleine Zehnt dem Herrn von Dollendorf (STAK 29 E 39 – Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 491); (1570) klagt der Pastor, dass der Rheyder zehener, dazu der Lämmer- und Ferkelzehnt von unvordencklichen Jaren hero dem Pfarrer in Dollendorf zugestanden, dass der Herr von Dollendorf sie ihm jetzt entfremdet hat (HSTAD Kurköln Akt VIII 242); 1697 stellt der Pfarrer von Dollendorf fest, dass der Herr von Dollendorf gegen Ende des 16. Jahrhunderts dem Pfarrer ein Viertel des Rottzehnten entzogen habe, um 1600 habe der Pfarrer auf Schaf- und Ferkelzehnten gegenüber dem Herrn von Dollendorf verzichtet (PfaD 34, Kopiale Überlierferung aus dem 18. Jahrhundert); 1724 restituiert der Herr von Dollendorf dem Pfarrer von Dollendorf den großen Heuzehnten und den halben Lämmer- und Ferkelzehnt, der Herr von Dollendorf behält sich vor den kleinen Heu- und Fruchtzehnt, den großen halben Fruchtzehnt, sowie den halben Ferkel- und Lämmerzehnt (PfaD 31)
4. 4 Pfarrbezirk und Filialen, Dekanatszugehörigkeit
Nach Aufzeichnungen des 19. Jahrhunderts war Dollendorf bis 1212 Filiale von Wiesbaum (PfaD Akt 52)
1212 Pfarrei (ebda.)
1803 Filialen Schloßthal, Ahrhütte und Vellerhof (Bistumsarchiv Trier 44 Akt 99)
Ab dem 13. Jahrhundert Eifeldekanat, Archidiakonat des Propstes von Bonn, Erzbistum Köln; 1802–1821 Diözese Trier, Dekanat Blankenheim, anschließend bis 1929 Erzbistum Köln; seit 1929 Dekanat Blankenheim, Diözese Aachen
4. 5 Klöster
1928 St. Johanniskloster der Missionsschwestern vom hl. Herzen Jesu im Dorf Dollendorf; ambulante Krankenpflege, 1962 mit Lehrküche, Kindergarten, Erholungsheim (PfaD Akt 50)
4. 7 Wallfahrten
Anfang des 15. Jahrhunderts Pflichtprozession an Pfingsten nach Prüm (Kyll, Pflichtprozessionen und Bannwallfahrten im westlichen Teil des alten Erzbistums Trier, S. 46)
1627 Prozession an St. Johann mit Spilleuden (PfaD Akt A 5)
18. Jahrhundert Wallfahrt an St. Antonius zur Antoniuskapelle bei Dollendorf (Caspers, 250 Jahre Antoniuskapelle und Antoniushof in Dollendorf, S. 131)
1875 Prozessionen aus dem Dorf Dollendorf zur Antoniuskapelle an Karfreitag und am 13. Juni; am Sonntag nach St. Johannes Prozession durch den Ort; Sonntag nach Mariä Geburt Wallfahrt nach Barweiler (PfaD Akt 35)
4. 8 Juden, Synagoge
1742 zahlen zwei Juden Judentribut (STAK 29 E Akt 110); seit 1746 ein Jude genannt (ebda.), 1772 heißt es seithero 1768 sitzet kein Jud mehr in der Herrschaft (ebda.). (1760) sollen die Juden im Dorf Dollendorf eine Synagoge gebaut haben, die aber vom Volk zerstört wurde (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 260)
4. 10 Konfessionszahlen
1627 250 Kommunikanten in der Pfarrei, keine Nichtkatholiken (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 479)
1687 350 Kommunikanten (ebda.)
1713 Keine Nichtkatholiken (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1719)
1719 (350) Kommunikanten (ebda.)
1737 400 Kommunikanten (Becker, Geschichte der Pfarreien des Dekanates Blankenheim, S. 477)
1744 (360) Kommunikanten (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1744)
1753 (350) Kommunikanten, ein Jude, sonst keine Nichtkatholiken (ebda. D 1753)
1809 (500) Kommunikanten (Bistumsarchiv Trier 44 Akt 99)
4. 11 Schulen und Bildungseinrichtungen
1626 scholmeister (STAK 29 E Akt 116)
1716 schuhl (HaEK Vis. Dec. Eifl. D 1716)
1719 unus est ludimagister et custos semel (ebda.)
1837 Schulhausneubau (STAK 403 Akt 295)
1871 Gründung des Musikvereins
Tabelle 1 Konfessionszahlen Dollendorf, 1817-1970. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
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Neu, Peter, Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-dollendorf.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/5ed64d939242a5.58424125 (abgerufen am 12.06.2026)
Veröffentlicht am 01.10.2025, zuletzt geändert am 02.10.2025