Zu den Kapiteln
5. 1 Einwohnerzahlen (und Häuser)
1682 61 Familienvorstände namentlich genannt (STAK 29 E Akt 123)
1687 80 Häuser in der Pfarrei (IV 10)
1719 83 Häuser in der Pfarrei (IV 10)
1769 und 1777 85 Häuser in der Herrschaft Dollendorf liefern Rauchhühner (STAK 29 E Akt 128)
1787 In den gemeinheithen Dollendorf werden 54 Hausvorstände genannt (von Croy – Archiv Dülmen, Abtl. Manderscheid Kiste 6 Akt II 6h)
1798 520 Einwohner in Dorf, Tal, Schloss und Mühle
5. 2 Agrarwirtschaft
1537 Jeder Bewohner von Dollendorf darf Kühe, Schweine, Pferde und Schafe halten soviel, alß er geziehen kan wie von alters. Dorf und Tal sind einweidigh. Sie dürfen ihre Herden weiden lassen bis an den Burgturm (STAK 29 E 39)
1873 513 Rindvieh, 677 Schafe, 138 Schweine, 27 Pferde, 40 Ziegen (Viehzählung III, S. 76; Angaben hier und in der Folge stets auf Dorf und Tal Dollendorf bezogen)
1885 Von 1820 ha Land sind 708 Ackerland, 102 Wiesen und 630 Holzungen (Kra Schleiden Akt 051–25)
1934 Von 400 Einwohnern gehören 320 dem Reichsnährstand an, Dollendorf soll als Bauerndorf deklariert werden (ebda. Akt 711–00)
1938 749 Rindvieh, 253 Schweine, zehn Pferde, 254 Schafe, 44 Ziegen (ebda. Akt 051–25)
1948 752 Rindvieh, 194 Schweine, acht Pferde, 128 Schafe, elf Ziegen (ebda.)
5. 3 Bergbau
Eisenerztagebau am westlichen Hang des Galgentales ca. 1,5 km nordwestlich der Kirche Dollendorf und im Forst Oberbusch auf der Nordseite der Stahlhofer Seifen ca. 2,0 km südöstlich der Kirche Dollendorf (Landesmuseum Bonn, Ortsakte Dollendorf; Janssen, Wüstungsfrage). Es sind undatierte Bergbaukomplexe. (1810) jährliche Ausbeute von 2000 Doppelzentnern, zwei Arbeiter beschäftigt, Gehalt des Erzes 28 % (Calmelet, Description géologique, mineralogique et statistique, S. 21)
Hüttenwerk im Ortsteil Ahrhütte
1537 uff der hütten. Bei Eisenhandcl muss das Gewicht wie zu Lamersdorf üblich benutzt werden (STAK 29 E 39)
1569 Johan uf der hutten liefert an den Herrn von Dollendorf jährlich ein Fyrdeill Isserß (STAK 29 E 45)
1769/70 Der Herr von Dollendorf erhält jährliche Einnahme von den Hütten Meister auff der arhutten 5809 Pfund Eisen (STAK 29 E Akt 127)
1836 Jährliche Produktion an Stabeisen 4500 Zentner und an Roheisen 8000 Zentner (HK 1968, S. 152)
(1850) Werk wird stillgelegt (Eifelkalender 1928, S. 57)
5. 4 Gewerbe und Industrie
5. 4 Mühle
Bannmühle des Herren von Dollendorf an der Ahr
1536 moelen under Dollendorf (STAK 29 E 40)
1569 bei der nederßer mullen (ebda. 45)
1789 Mahl- und Ölmühle (ebda. Akt 133)
5. 4 Waldwirtschaft
1742 Herstellung von Holzkohle und Pottasche (STAK 29 E Akt 110, 113)
1794 ein Köhler im gemeinen büsch (ebda. Akt 113)
5. 4 Gewerbe
(1480) Schmied (AHVN 139, 1941, S. 22); 1606 im Tal Dollendorf ein Schreiner, ein Müller, ein Kesseler (STAK 29 E 39); 1630 ein Schneider (PfaD 16); 1758 und 1777 drei Branntweinbrenner (STAK 29 E Akt 110); 1789 ein Maurer (ebda. Akt 133); 1794 zwei Wirte (STAK 29 E Akt 113); (1810) zwölf Arbeiter im Eisenerztagebau; (1850) alle Handwerker (insbesondere Schlosser, Maurer, Weber) treiben im Nebenerwerb Ackerbau (Kaltenbach, Aachen, S. 477); 1834 ein Branntweinbrennerei, gewinnt jährlich – meist aus Kartoffeln – 1560 Quart Schnaps (Kra Schleiden Akt 728–19)
1939 von 363 männlichen Einwohnern = 152 Selbständige, 73 mithelfende Familienangehörige, sechs Beamte, 13 Angestellte, 107 Arbeiter, zwölf selbständige Berufslose. Davon tätig in Landwirtschaft 203, Industrie und Handwerk 107, Handel und Verkehr 25, öffentliche Dienste 15, häusliche Dienste einer, selbständige Berufslose zwölf (ebda. Akt 051–10)
1970 waren in Dollendorf von insgesamt 737 Einwohnern 276 Erwerbstätige (= 37,4 %), davon 54 Land- und Forstwirtschaft, 129 produzierendes Gewerbe, 36 Handel und Verkehr sowie 57 sonstige; Vergleichszahlen für Schloßthal: 36, 9 (= 25,0 %), einer, fünf, drei
5. 5 Handel und wirtschaftliche Gesamtentwicklung
1629 Einkauf von Bier aus Münstereifel, Ausfuhr von Eisen nach dort (STAK 29 E Akt 116). Der Herr von Dollendorf lässt Schuhe in Münstereifel anfertigen (ebda. Akt 124)
1724 Holzkohle aus Gerolstein für Ahrhütte (STAK 56 Akt 752)
1742 Kohlen aus dem Dollendorfer Wald für Eiserfey (ebda. Akt 110)
1758/59 Burg Dollendorf liefert Eisen nach Gerolstein und kauft Nägel in Hillesheim (ebda. Akt 125)
1769/70 Burg Dollendorf kauft Kalk in Wallersheim und einen Backofen in Mayen (ebda. Akt. 128)
1776 Burg Dollendorf verkauft Korn nach Stadtkyll (ebda.)
1777/78 Burg Dollendorf verkauft Spelz nach Dorf Dollendorf, Stadtkyll, Reuth; Hafer nach Jünkerath, Stadtkyll, Birgel, Bettingen, Reuth, Steffeln, Gerolstein, Basberg, Hüngersdorf, Dorf Dollendorf; Einkauf von Nägeln in Schleiden (ebda.)
1779 Burg Dollendorf kauft Nägel in Blankenheim, Kalk in Büdesheim (ebda. Akt 127)
1779/80 Burg Dollendorf verkauft Spelz nach Rohr, Stadtkyll, Lissendorf, Eich, Lenrath, Birgel, Salm, Gerolstein, Basberg, Reuth, Dorf Dollendorf (ebda. Akt 129). Verkauf von Hafer nach Duppach, Bettingen, Birgel, Reuth, Salm, Schönfeld, Lissendorf, Wems, Gönnersdorf, Malmedy, Stadtkyll, Feusdorf, Nonnendorf, Beinhausen; Verkauf von Korn nach Dorf Dollendorf, Stadtkyll, Rohr, Birgel, Udelhofen (ebda. Akt 130)
1789/90 Burg Dollendorf kauft Kalk in Blankenheim, Mühlensteine in Niedermendig, Eisen in Jünkerath, verkauft Spelz nach Dorf Dollendorf, Blankenheimerdorf, Stadtkyll, Birgel, Schönfeld, Niederbettingen, Kalenborn, Büscheich, Roth, Malmedy, Kronenburg, Ardorf, Dahlem; Verkauf von Hafer nach Dorf Dollendorf, Roth, Waldorf, Blankenheimerdorf, Weisme, Dahlem, Kronenburg, Rohr, Malmedy, Stadtkyll, Esch, Marmagen, Eissendorf und Hellenthal (ebda. Akt 132 u. 133)
(1835) Ausfuhr von Eisen aus Ahrhütte in den Raum Lüttich (Weyden, Das Ahrtal, S. 130)
5. 6 Maße und Gewichte
Weistum von 1537 schreibt vor: Für die Maße an Brot, Fleisch, Butter, Fett, Öl, Holz und Wollweberwaren gelten die Maße von Münstereifel, für Wein gilt das Hillesheimer Maß, für Eisen das Lamersdorfer Maß. Leinweber: 2 colnisch pinth vur 1 webers pinth. Wolle und Frucht: wie von alters geprauchlich (STAK 29 E 39)
1577 Dollendorfer Maß (= Fruchtmaß) (PfaD 2)
1758 Dollendorfer Fruchtmaß; 1 Malter = 10 Faß, 1 Faß = 8 Pinten oder 4 Hauffen (STAK 29 E Akt 125)
1761 10 Faß Dollendorfer Maß machen in Blanckenheimer Maß 9 Faß 4 und 13/177 Pinten (ebda. Akt 126)
Tabelle 2 Einwohner- und Häuserzahlen Dollendorf, 1817-1970. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
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Neu, Peter, Rheinischer Städteatlas Dollendorf. Teil 5: Wirtschafts- und Sozialstruktur, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-dollendorf.-teil-5-wirtschafts--und-sozialstruktur/DE-2086/lido/5ed64dd23b3d51.33270543 (abgerufen am 12.06.2026)
Veröffentlicht am 02.10.2025