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3. 1 Grund- und Gerichtsherrschaft
Grundherrschaft im Besitz der Abtei Gladbach (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 277 f, 285, 298)
3. 1 Grund- und Gerichtsherrschaft
1116 besteht in Gladbach eine Villikation (villa, I 3; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 318)
1135 mehrere villici mit servuli (persönlich unfreie Dienstleute) der Abtei in Mackenstein und Piperlo erwähnt (UB Gladbach 23; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 319, 333 f)
1183 Der Gladbacher Haupthof (Fronhof) wird von einem procurator maioris curtis verwaltet (UB Gladbach 59); dieser Fronhof (1403, vrönenhove genandt die Juick, ebd. 373) lag im Bereich Rheydter Straße/Lüpertzenderstraße und des Karl-Barthold-Wegs (vgl. Tafel 1, Grundriss). 1231 wird der procurator maioris curtis letztmals erwähnt (UB Gladbach 73; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 319)
1135 villicatio Racsleide (Rasseln) erwähnt (UB Gladbach 23). 1170 Erwerb eines Hofes apud Rakhesleide durch die Abtei (ebd. 53), vielleicht zur Ergänzung der Villikation. 1172 Erwerb eines weiteren Hofes, der Lehen des Herzog von Limburg ist: allodium Rakhesleide quod dicitur ad fossam (wahrscheinlich Kühlenhof, ebd. 55; zu den Rechtsverhältnissen vgl. Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 349). Ob dieser Hof identisch ist mit der curtis abbatis ... sita in Raexleiden dicta vronehof ist nicht gänzlich geklärt (HSTAD Abtei G 97; Regest UB Gladbach 241). Die aus der Grundherrschaft abgeleiteten Rechte (Grutrecht, III 2; Mühlenzwang, V 4; Maß und Gewicht, V 6) versucht die Abtei bis ins 18. Jahrhundert zu verteidigen. Im 16. Jahrhundert nennt sich der Abt Erbgrundherr (1586, ebd. 794)
Lehnshöfe der Abtei Gladbach bis 1400
1312 curtis ... in Renmorter (Rönneter) (HSTAD Abtei G 55 = Regest UB Gladbach 168)
1315 curtis in Rusforst (HSTAD Abtei G 63 = UB Gladbach 185), lag in Dünn (Mackes, Neuwerk II, 39)
1319 curtis dicta Bechusen (UB Gladbach 199), lag an der heutigen Knopsstraße
1335 curtis dicta ten Houte (ebd. 275; vgl. IV 6) = Holt = Engelshof, lag in Engelsholt
1337 Mannlehenhof Halterbruech (UB Gladbach 281) = Hardterbroich
1381 Hof zu Walthusen (HSTAD Abtei G 149 = UB Gladbach 340, mit falscher Lesart) = Waldhausen = Karmannshof, lag an der heutigen Karmannsstraße
1383 Hof der Rohrmühle (V 4)
1389 Hof zo den Bosche = Buscher Hof (ebd. 347), lag in Hermges und gehörte mit dem Ahler (Ohler), Brandenberger (Hermges) und Ückelhofer Hof (Erftstraße) Anfang des 17. Jahrhunderts zu den vier Ritterlehen (ebd. 846). Anfang des 17. Jahrhundert über siebzig abteiliche Lehen (ebd., zu den abteilichen Lehnsbüchern vgl. Mackes, Neuwerk II, S. 38 Anm. 126)
Seit Anfang des 14. Jahrhunderts auch Verpachtung von Ackerland und Höfen der Abtei: 1334 Weltershof (UB Gladbach 268, 270), lag an der heutigen Donker Straße (vgl. Mackes, Neuwerk II, S. 47 u. UB Gladbach 354), 1396 Beeckerhof (HSTAD Abtei G 152a) Auch ehemalige Lehnshöfe wurden im 15. Jahrhundert verpachtet (vgl. 1481 Verpachtung des Kühlenhofs in Rasseln auf 40 Jahre, UB Gladbach 503). Im 17. Jahrhundert wurden neben dem Kühlenhof dreizehn weitere Höfe auf zwölf Jahre verpachtet (HSTAD Abtei G Akt 22c). Im 16. Jahrhundert Unterscheidung zwischen einfachen abteilichen Bauernlehen (Vitzgudere = Vitusgüter) und den Ritterlehen (allodiales bona, UB Gladbach 797, vgl. auch ebd. 846); die Bauernlehen unterscheiden sich von den im 16. Jahrhundert erstmals erwähnten abteilichen Kurmutsgütern durch die Größe, die Form der Übertragung, die Abgaben und das höhere Sozialprestige der Lehnsleute (ebd. 602, 722, 783, 817, 852; vgl. auch J. Noever, Kurmut, Kurmutsgüter im ehem. Amte Gladbach. In: Die Heimat 25, 1954, S. 97-100) Die im 16. Jahrhundert erstmals genannten ca. siebzig Botengüter konnten sowohl Bauernlehen als auch Kurmutsgüter sein. Ihre Inhaber mussten - je einer aus der Obergeburt und der Niedergeburt - ein Jahr lang das Amt des Gerichtsboten übernehmen (UB Gladbach 703, 796, 797, 846, 986, 1062; HSTAD Abtei G Akt 1-5 u. 22c; Eckertz-Noever, S. 59-63; Huyskens, Verfassung, S. 135 f).
Wedemhof
Erstmals 1576 als Pastoirien oder Widdumbs Hoff erwähnt (UB Gladbach 775, 843, 1082; Redlich II 1, S. 264), war im 17. Jahrhundert auf zwölf Jahre verpachtet (HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 1-2), lag am großen Weiher (vgl. Tafel 1, Grundriss).
Mit der Grundherrschaft besaß die Abtei in Gladbach die Gerichtsherrschaft. Der 1135 in Zusammenhang mit einem Streit um einen Zehnten der Abtei erwähnte Vogt Adelhard (UB Gladbach 23) ist wahrscheinlich nicht Vogt von Gladbach gewesen (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 299 f), auch nicht der als Zeuge genannte Graf Heinrich von Kessel. Doch traten die Grafen von Kessel 1170 und 1172 (UB Gladbach 54, 56) bei Besitzerwerb der Abtei als Zeugen auf, und 1243 vollzog Graf Wilhelm von Kessel vogteiliche Funktionen, ohne aber ausdrücklich den Titel zu führen (ebd. 82; vgl. dazu Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 302). 1275 wird die advocatia der von Kessel namentlich erwähnt (UB Gladbach 114). Geldrische Ansprüche auf die Vogtei Ende 13. Jahrhundert bleiben vermutlich unwirksam (1279, UB Viersen 42; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 303 f; vgl. auch UB Gladbach 116 = 1273). 1290 ist die Vogtei im Besitz Walrams von Jülich (ebd. 131), Walram von Kessel scheint aber noch im Besitz der Obervogtei gewesen zu sein (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 304 f). 1304 hob er eine unrechtmäßig errichtete Zollstelle auf und verfügte, dass nach seinem Tod der Abtei eine Hufe, ein Haus sowie eine Waldparzelle im Gemeindewald übertragen werden sollten (III 2 Zoll).
Vogtgeding
Ungebotenes Ding des vogteilichen Hochgerichts der Graf von Kessel bzw. Grafen/Herzog von Jülich (UB Gladbach 82, 499, 500, 987), tagte im 18. Jahrhundert. vierteljährlich im Rathaus; die Hausväter waren zur Teilnahme verpflichtet (1624, HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 274r; Huyskens, Verfassung, S. 99 f; Mackes, Neuwerk II, S. 63-65). Spätestens seit dem 16. Jahrhundert ist der abteiliche Schultheiß zur Teilnahme berechtigt (UB Gladbach 794, 987; StaMG 24 Akt 257).
Landgeding
Gladbacher Schöffengericht. Zusammensetzung: Richter (Vogt), 7 Schöffen (ca. 1183, ebd. 59; 1281, ebd. 121; Huyskens, Verfassung, S. 100-107; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 338-340, 368-371), waren dem Abt von Gladbach und dem Landesherrn durch Eid verpflichtet (UB Gladbach 794; vgl. auch HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 182v, 264r, 266r-267r, Belege für das 16. und 17. Jahrhundert.). Zwei Schöffen wirkten bei der abteilichen Kontrolle von Brot, Fleisch, Maß und Gewicht mit (UB Gladbach 794, 852, 926, 986, 987). Schöffen waren als Steuererheber tätig (ebd. 114, 796, 814; Huyskens, Verfassung, S. 103) und wurden bei Verpfändungen bis ins 15. Jahrhundert vom Landesherrn konsultiert (1347, UB Gladbach 304; 1441, ebd. 414). Das Schöffengericht war Gerichtsstand in allen Zivil- und Strafrechtssachen (ebd. 483; Huyskens, Entwicklung, S. 69). Zwei Schöffen führten die Erbbücher mit Eintragungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit (StaMG 1 b 1; vgl. auch UB Gladbach 987). Die Schöffen wählten aus den Inhabern der Botengüter die Gerichtsboten aus (III 1 Grundherrschaft). Hardt hatte seinen eigenen Gerichtsboten, der wie die Gladbacher dem Abt von Gladbach und Herzog von Jülich schworen (XVI. Jh., HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 166r). Gerichtszug nach Jülich (ebd.; Huyskens, Verfassung, S. 107). Der abteiliche Schultheiß leitete gelegentlich die Verhandlungen und war an den Gerichtsgebühren und Brüchten beteiligt (UB Gladbach 794 u. ö.). Im 18. Jahrhundert wurden die Schöffen vom Landesherrn auf Lebenszeit ernannt (ebd. 1061).
Hardter Schöffengericht
Erstmals 1311 erwähnt (III 1 Amtsträger und Bedienstete; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 340), Zusammensetzung: Sieben Schöffen, vermutlich unter dem für Gladbach und Hardt zuständigen abteilichen Schultheiß, Gerichtszug nach G (HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 166r, XVI. Jh.; Huyskens, Verfassung, S. 106 f); im 17. Jahrhundert fünf Schöffen (UB Gladbach 999).
Hehner Schöffengericht
(1215) aufgelöst, fünf namentlich genannte Personen und andere Einwohner der villa (vanme) Haene werden davon befreit, den decimus und scabini inter ipsos zu wählen (ebd. 67; zur Datierung Huyskens, Verfassung, S. 101; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 338 f; Eckertz-Noever, S. 38, setzen den decimus mit einem Boten gleich).
Manngeding
Grundherrliches Hofgericht der Abtei Gladbach. An der Spitze stand ein villicus (III 1 Amtsträger und Bedienstete), später der scultetus, war mit sieben Schöffen besetzt (ebd.), die identisch waren mit dem Gladbacher Schöffengericht (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 339). Ab 16. Jahrhundert Mannkammer mit einem Mannrichter an der Spitze, mit Lehnsschreiber und Lehnsboten, zuständig für die Lehnsgüter in Gladbach (UB Gladbach 721 u. ö.; vgl. auch HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 199r-v).
3. 1 Weistümer
1539 Weistum des Gladbacher Vogtgedings (Vrog zu Gladbach) (Kop XVII, UB Gladbach 670)
1599 Buschordnung des Kammerforstes (ebd. 843)
3. 1 Amtsträger und Bedienstete
1151 ministeriales der Abtei Gladbach (ebd. 33)
1170 villicus der Abtei Gladbach (ebd. 54)
1183 scabini (ebd. 59)
(1215) decimus der villa Haene (III 1 Gerichtsherrschaft, Hehner Schöffengericht)
1231 advocatus (UB Gladbach 73)
1275 officiales des Vogtes Heinrich v Kessel (ebd. 114)
1281 advocatus, 7 scabini (ebd. 121)
1303 scultetus, scabini (ebd. 147)
1304 notarius (ebd. 149)
1311 scabini de Hart (ebd. 166, 167; III 5 Siegel)
1325 nuncius des Grafen von Jülich und des Abtes von Gladbach (UB Gladbach 239; über das Botenamt vgl. Huyskens, Verfassung, S. 135 f)
1327 senior der Hardter Schöffen (HSTAD Kloster Neuwerk 15 = Regest UB Gladbach 245)
1486 screyver (UB Viersen 394)
1515 Gerichtsbott (UB Gladbach 589)
1584 scriba iuratus iudicii Gladbaccensis = ein Notar aus Düsseldorf (ebd. 792)
1645 steurheber des Abtes von Gladbach (ebd. 932)
17. Jahrhundert Amtsbetteljäger (Noever, Nachtrag, S. 27)
3. 2 Markt
1183/90 Der Abt von Gladbach überweist dem Kloster Neuwerk einen jährlichen Zins von vier Häusern, einer Scheune und den Fleischbänken (macella) auf dem Gladbacher Markt (forum) (UB Gladbach 60)
1292 forum (ebd. 133)
1303 ist Geldverkehr in publico foro Gladebacensis bezeugt (ebd. 147; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 336)
1396 Geladbecker maert (HSTAD Abtei G 152a)
Vor 1586 ist der Jahrmarkt (newer Marck) (6. Januar) vor der Abtei- und Münsterkirche eingerichtet worden; der Abt von Gladbach erhebt Standgeld während der übrigen Jahrmärkte (UB Gladbach 794, 795)
Vor 1589 ist der Marktplatz gepflastert worden (ebd. 804)
(1600) drei gefreite Jahrmärkte, der 4. auf Dreikönige wird vom Münsterberg auf den Markplatz verlegt, bleibt außerhalb der städtischen Marktgerechtigkeit (ebd. 846)
1605 vier Jahrmärkte: 6. Januar, Halbfasten, 15. Juni = Vitus, 11. November = Martin. Die Standgelder (standtgerechtigkeith) werden zwischen Vogt und abteilichem Schultheiß geteilt, außer von dem Jahrmarkt auf Dreikönige (ebd. 852). 1772 werden als Waren für die Gladbacher Märkte genannt: Tücher aus dem Bergischen, aus Monschau und Brabant, die gegen Leinen getauscht werden (Gülich u. Berg. Nachrichten 8. Dezember 1772)
1802 vier Jahrmärkte: 6. Januar, 4. März = Halbfasten, 15. Juni, 13. November, auch 1806/08 mit ähnlichen Daten genannt. Waren: Tuche, Kramwaren, Eisen- und Kurzwaren u. a. (HSTAD Roer-Dep. 2597)
1818 fünf Jahrmärkte: 6. Januar, Tag nach Letare, 15. Juni, 12. und 30 November; jeden Dienstag Fruchtmarkt (ebd. Reg. Düsseldorf 2023)
1827 vier Jahrmärkte: 6. Januar, 25. März = Letare, 15. Juni, 12. November, jeweils 3 Tage (ebd.)
1828 wöchentlicher Speisemarkt: dienstags, donnerstags, samstags von Tagesanbruch bis 13 Uhr an beiden Seiten der sogenannten Hallkaule (vgl. Tafel 1, Grundriss). Außerdem 5 Jahrmärkte für Kaufleute, Kleinhändler, Fabrikanten und Handwerker: 6. Januar, Halbfasten, 15. Juni, 10. August, 11. November (LHAK 403/11602; StaMG 16/50-5)
1855 fünf Jahrmärkte und täglicher Speisemarkt mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen (HSTAD Reg. Düsseldorf 13380)
1884 vier Jahrmärkte: 24. März, 11. August, 12. November, 17. November (Rhein. Provinzial-Handbuch I, 1884, S. 283)
1908 zwei Jahrmärkte: Mittwoch - Freitag nach Lätare = Halbfastenmarkt, Mittwoch - Freitag nach St. Martin = 11. November (HSTAD Reg. Düsseldorf 45765)
1929 an sechs Tagen Pferdemarkt, montags Schlachtviehmarkt
1996 Wochenmarkt auf dem Alten Markt dienstags, donnerstags und samstags
3. 2 Zoll
Vor 1304 bestand im Kirchspiel Gladbach eine der Abtei gehörende Zollstätte, die in diesem Jahr durch den Vogt Walram von Kessel aufgehoben wird (UB Gladbach 149, Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 336). Zoll im 15. Jahrhundert im Besitz des Herzogs von Jülich, der ihn verpachtet und ab 1555 jährlich versteigert (HSTAD JB III R Grevenbroich 3 fol. 266r für 40 oberl. rh. Gulden, 1537; ebd. 7 fol. 127r).
3. 2 Bede
1275 Bede (Sommer- und Herbstbede) im Besitz der Grafen von Kessel als Vögte, Lehnsgüter und andere Güter der Abtei Gladbach sind davon befreit (UB Gladbach 114; Huyskens, Verfassung, S. 102 f)
1469 Bede im Besitz des Herzog von Jülich (Stadtmuseum Düsseldorf 15.1; vgl. auch UB Gladbach 621)
3. 2 Akzise
Vor 1387 besitzt die Stadt Gladbach das Recht, Akzise und Wegegeld zu erheben; in diesem Jahr bekunden Herzog Wilhelm und Herzogin Maria von Jülich-Geldern, dass sie der Stadt Dülken u. a. zynse ind weghegelt van alre komenschaft gelich dat wir unsen luden van Gladbach gegeven ind verleent hain, überlassen (UB Viersen 130 = UB Gladbach 343; vgl. auch Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 364, 372)
1488 bewilligt Herzog Wilhelm von Jülich-Berg der Stadt Gladbach, damit sie mit muyren, graven ind noitturfftiger vestungen versehen werden könne bzw. diese instandgehalten würden, eine Erhöhung der Akzise und erlässt eine ausführliche neue Akziseordnung (III 3; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 372 f)
1499 ff beträgt die Akzise fünfzig Mark, die der Herzog von Jülich der Stadt zum Bau und Unterhalt der Mauern überlässt (Norrenberg 144; HSTAD JB III R Grevenbroich 1 fol. 1 ff)
1586 Dem Abt steht die Kürung des Weins und dem abteilichen Schultheißen die halbe Bierakzise zu (UB Gladbach 795, vgl. auch ebd. 846, ca. 1600)
1588 bittet die Stadt um Erhöhung der Akzise, was nach Prüfung 1590 Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg bewilligt (ebd. 802-805, 812, mit den neuen Tarifen)
17. Jahrhundert neue Akziseordnung (ebd. 946; zur Akzise insges. Brasse, Geschichte II, S. 432-444)
3. 3 Stadtrechtsverleihung
Ein Stadtrechtsprivileg ist nicht überliefert. 1366 wird Gladbach erstmals in einer von den Gladbacher Schöffen ausgestellten Urkunde opidum genannt (I 4). Die zwischen 1364 und 1366 zu vermutende Stadtrechtsverleihung könnte im Zusammenhang mit der Absicherung des Nordens des jülichschen Territoriums zu sehen sein (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 363-365).
1423 Herzogin Maria von Jülich-Harcourt bestätigt ihrer stat van Gladbach alle privilegien, rechten, fryeheiden ende goede gewonten (UB Gladbach 387)
1475 bestätigt Herzog Wilhelm von Jülich-Berg seiner stat Gladbach alle rechte, goide alle gewoenden, vryheiden ind herkomen (ebd. 483)
1488 bewilligt dersselbe der Stadt eine Erhöhung ihrer Akzise zur Verbesserung ihrer Befestigungsanlagen (ebd. 516; III 2 Akzise; II 2 Befestigung)
1511 formelhafte Privilegienbestätigung durch Herzog Johann von Jülich-Kleve-Berg (UB Gladbach 581)
1544 desgleichen durch Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (ebd. 687)
1590 bewilligt derselbe der Stadt auf ihr Ersuchen hin eine Erhöhung der Akzise (ebd. 812; III 2 Akzise)
[1654] bittet die Stadt den Landesherrn um Bestätiung ihrer Privilegien (UB Gladbach 952)
26. Mai 1859 Verleihung der preußischen Städteordnung für die Rheinprovinz von 1856 (Bär, Behördenverfassung, S. 288)
3. 4 Stadtgericht
Gerichtsbezirk = Stadt und Kirchspiel G, ohne das Kirchdorf Hardt (1566/67: ist ein besonder Gericht, HSTAD JB III R Grevenbroich 7 fol. 112v)
3. 5 Siegel
1300 Siegelankündigung der Schöffen von G (UB Gladbach 143)
1311 siegeln Gladbacher Schöffen für die Hardter Schöffen (ebd. 166, 167)
1311-23 siegelten die Gladbacher Schöffen zumeist zusammen mit dem Abt (ebd. 168 u. ö.), dann nochmals 1333 (ebd. 262, 265), anschließend allein
1451 Bürgermeister benutzen unser stadt gemeyn insegel (HSTAD Jülich Ritterschaft I 1, Beschreibung s. unten)
1572 unsern gemeinen scheffen amptz secret siegel bezeugt (ebd. Jülich Hauptgericht Akt 480, s. unten)
1596 burgermeister und rat secretsiegel in Gebrauch (ebd. JB II 2378 fol. 294r, s. unten)
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Schöffensiegel
Bild: Schild mit aufgerichtetem, rechtsgewandtem, bekröntem Löwen (= Gf v Kessel)
Umschrift: zerstört
(ebd. Abtei G 45 = 1303; Huyskens, Verfassung, S. 104 m. Abb.)
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Schöffensiegel
Bild: Schild mit aufgerichtetem, rechtsgewandtem Löwen (= Gf v Jülich)
Umschrift: + S(igillum) SCABINORVM DE GLADEBACH
(HSTAD Abtei G 49 = 1309<1310>; Huyskens, Verfassung, S. 104 m. Abb.; Rhein. Siegel III Tafel 52 Nr. 4, dort als ältestes Schöffensiegel geführt) -
Schöffensiegel
Bild: in Vierpaß Schild mit jülichschem Löwen
Umschrift: SIGILLVM SCHABINORUM IN GLADBACH ANNO MCCCCLXIII
(HSTAD Abtei G 202 = 1470; Rhein. Siegel III Tafel 52 Nr. 5)
Schöffensekretsiegel
Bild und Umschrift: wie 3. Schöffensiegel
(HSTAD Jülich Hauptgericht Akt 480 = 1572)
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Stadtsiegel
Bild: hl. Vitus mit Palmzweig in einem rechts mit 4, links mit 6 fünfstrahligen kleinen Sternen belegten runden Feld, vor sich Schild mit dem jülichschem Löwen
Umschrift: S(igillum) MAIVS CYVITATIS DE GLADBACH
(ebd. Jülich Ritterschaft I 1 = 1451; Huyskens, Verfassung, S. 123 m. Abb.; Rhein. Siegel III Tafel 52 Nr. 6, dortige Datierung in XV. Jh. zu korrigieren) -
Stadtsiegel
Bild: wie 1. Stadtsiegel, jedoch mit 10 vierstrahligen kleinen Sternen
Umschrift: SANCTVS : VITVS : S(igillum) M(aius) : GLADBACH
(HSTAD Abtei G 383 = 1657; Huyskens, Verfassung, S. 124; Rhein. Siegel III Tafel 52 Nr. 7, dort M nicht ergänzt)
Sekretsiegel
Bild: wie 2. Stadtsiegel
Umschrift: nicht lesbar
(HSTAD JB II 2378 fol. 294r; vgl. Huyskens, Verfassung, S. 124)
Hardter Schöffensiegel
Bis 1556 siegelten für die Hardter die Gladbacher Schöffen (s. oben zu 1311), danach eigenes Siegel Bild: Schild geteilt, oben rechtsgewandter jülichscher Löwe, unten linksgewandte Axt Umschrift: + SIGEL DER SCH(EFFE)N VP DER HARDT 1556 (HSTAD Abtei G 383 = 1657; Huyskens, Verfassung, S. 123 m. Abb.; Rhein. Siegel III Tafel 52 Nr. 8).
3. 5 Wappen
1605 wird das städtische Wappen mit dem Bild des heiligen Vitus und dem jülichschen Löwen, das seit unverdencklichen jahren benutzt worden sei, erwähnt (UB Gladbach 852). Das Wappen entstand vermutlich gleichzeitig mit dem Stadtsiegel ersten Hälfte des 15. Jahrhundert (Huyskens, Verfassung, S. 124). Eine Abbildung ist nicht erhalten.
1903 1. Stadtwappen (nach Entwurf von Felix Hauptmann): Goldener Schild, durch blauen Wellenbalken geteilt. Oben nimbierter fleischfarbener Heiliger mit rotem Gewand und grüner Palme, vorne sechs, hinten acht fünfstrahlige blaue Sterne, im Schildfuß graubrauner, rotbezungter und -bekrönter Löwe (S. Koß, Städtewappen im Gebiet v. Mönchengladbach. In: Rheydter Jb. 18, 1990, S. 15 f)
1931 2. Stadtwappen nach der kommunaler Neuordnung von 1929: Goldener Dreiecksschild, durch blauen Wellenbalken geteilt. Oben nimbierter fleischfarbener Heiliger mit rotem Gewand und grüner Palme, vorne sechs, hinten acht blaue sechsstrahlige Sterne. Untere Hälfte gespalten, vorne sechs rote Balken, hinten ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, aufgelegter Dreiecks-Mittelschild mit rotbezungtem und -bewehrtem, schwarzen Löwen. 1933-74 wieder 1. Stadtwappen gültig (ebd., S. 17 f) .
1977 3. Stadtwappen nach der kommunaler Neuordnung von 1975: Unter rotem Schildhaupt, darin ein silberner Wechselzinnenbalken, gespalten von Blau und Gold, vorne eine silberne Abtskrümme, hinten ein durchgehendes, schwarzes Balkenkreuz (ebd., S. 18 f; R. Nagel, Rhein. Wappenbuch, 1986, S. 48).
3. 6 Gemeinde, Bürgermeister und Rat
(1215) decimus des Ortsteils Hehn (III 1; zu den Ortsteilvorstehern vgl. Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 344-347, 370)
1243 wird ein Ausschuss von Gemeindemitgliedern (sapientum ... parrochie virorum prehabito unanimi consilio) bei der Nutzung des Gemeindewaldes von Abt und Vogt befragt; genaue Lage des Gemeindewaldes strittig (UB Gladbach 82; Huyskens, Verfassung, S. 99; Mackes, Neuwerk II, S. 100-102, Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 345, 369)
1397 Schöffen handeln mit rath der gemeine burgeren (Kop XVII, HSTAD RKG G 146/321 II)
1405 burgemagistri, scabini communitatesque jülichscher Orte, darunter Gladbach genannt (UB Viersen 167)
1414 scheffen, buyrghermeystere ind gehemeyn buyrghere befreien den Abt von Gladbach von den Kosten des Mauerbaus. Die Landbewohner werden durch einen lantman vertreten (UB Gladbach 376; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 366 f, 371 f).
1488 wird in der Akziseordnung (III 2 Akzise) festgelegt, daß ein Bürgermeister aus Schöffen und Rat und einer aus der gemeinden zu wählen sei (UB Gladbach 516, S. 318; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 370) = Rechtsverfassung für das gesamte Gemeindegebiet (Huyskens, Verfassung, S. 115). 1480 werden in einem Rechtsstreit mit der Abtei die Geschworenen erwähnt (UB Gladbach 499) = Rat = Vertreter der bäuerlichen Nachbarschaften und Stadtviertel (ebd.). Ende des 18. Jahrhunderts zwei regierende Bürgermeister und vier weitere = Magistrat, je drei aus den Gerichtsschöffen und der Bürgerschaft, Amt auf Lebenszeit, Wahl jährlich am Montag nach Dreikönige (6. Januar). Neuwahl nach Tod eines Magistratsmitglieds. Drei oder mehr Kandidaten wurden dem kurfürstlichen Vogt von den übrigen fünf präsentiert. Vogt, fünf Bürgermeister, zwei Schöffen aus dem Kirchspiel und der abteiliche Schultheiß (= neun Personen) wählten daraus mit Mehrheit den neuen Bürgermeister (1772, ebd. 1061; Huyskens, Verfassung, S. 119). Bürgermeister wurden auf Abt und Landesherrn vereidigt (UB Gladbach 852 = 1605; StaMG Akt 257, 259; Huyskens, Verfassung, S. 119 f; ebd. S. 129 f über Huldigung an den Abt und Landesherrn)
Die Geschworenen, im 17. Jahrhundert auch Vorsteher genannt, ab 17. Jahrhundert vier für die Stadt, vier für Hardt und neun für die übrigen Nachbarschaften, wurden vom Vogt unter Hinzuziehung des abteilichen Schultheißen ernannt, sorgten für Frieden und Eintracht, hatten die Wegeaufsicht, waren Steuereinnehmer und vertraten ihren Bezirk im Rat der Schöffen und Geschworenen (UB Gladbach 852 = 1605, 999; Huyskens, Verfassung, S. 143-150).
3. 6 Städtische Bedienstete
1448 notarius publicus et juratus civitatis Gladbacensis necnon scriba ... abbatis (UB Gladbach 425)
1465 secretarius der Stadt (ebd. 452)
1589 pfortzener, wechter, stadtbotten oder -diener (ebd. 805)
17. Jahrhundert Betteljäger der Stadt, Nachtwächter (Noever, Nachtrag, S. 27)
3. 7 Bruderschaften
1150/1230 Matthias-Bruderschaft in Gladbach (IV 7), 1442 Matthias-Bruderschaft (Münsterarchiv Hs 35), fraglich, ob Kontinuität zur älteren Matthias-Bruderschaft besteht. 1762 Reorganisation (Matthias-Buch, 1853, S. XII; Eckertz-Noever, S. 170). 1887 bis (1933) St. Matthias-Bruderschaft und St.-Bonifatius-Pilgerverein bezeugt (P. Dohms <u. a.>, Die Wallfahrt nach Kevelaer z. Gnadenbild d. "Trösterin d. Betrübten", 1992, S. 213; vgl. IV 7)
1399 St.-Agatha-Bruderschaft erstmals erwähnt (UB Gladbach 361), besteht 1466 und 1509 in der Pfarrkirche (ebd. 459, 564), 1493 in der Münsterkirche (ebd. 525). 1467 als St.-Aichten-Bruderschaft genannt (ebd. 462)
1421 St.-Jakob-Bruderschaft erwähnt, besteht in der Pfarrkirche (ebd. 383, vgl. auch ebd. 470 = 1471)
1427 ULF-Bruderschaft erwähnt (in Urk von 1568, ebd. 757)
1454 Vitus-, Antonius- und Sebastianus-Bruderschaft erwähnt (ebd. 439). Das für 1379 vermutete Gründungsdatum der Sebastianus-Bruderschaft ist irrig (Clasen, S. 70, 92). 17. Jahrhundert S. Sebastiani hauß hinter dem Münster, wovon die Abtei jährlich 15 Albus erhält (HSTAD Abtei G 22c fol. 101r).
1460 Katharina-Bruderschaft erwähnt (UB Gladbach 446),
1466 Katharinen- und Barbara-Bruderschaft (ebd. 455)
1475 Vitus-Bruderschaft in der Münsterkirche (ebd. 482; vgl. auch zu 1454)
1503 Nikolaus-Bruderschaft in der Münsterkirche (ebd. 553)
1518 Stiftung der Nikolaus- und- Eligius-Bruderschaft der Schmiede (III 7 Zünfte)
1583 werden folgende Bruderschaften genannt: Agatha, ULF, Jakob, Sebastian, Katharina, Matthias (= Kürschnerzunft), Nikolaus und Eligius (Redlich II 1, S. 264 f; III 7 Zünfte)
1627 Errichtung der Rosenkranz-Bruderschaft (UB Gladbach 909)
1714 Errichtung der Bruderschaft vom Heiligen Namen Jesu (ebd. 1037)
1720 Todesangst-Bruderschaft gestiftet, besteht bis 1825 (Eckertz-Noever, S. 170)
1809 Marianische Bruderschaft, 1845 neu gegründet (P. Dohms <u.a.>, Die Wallfahrt nach Kevelaer, 1992, S. 213, vgl. IV 7). 1846 mit Maria- und- Franz Xaver-Bruderschaft verschmolzen (Eckertz-Noever, S. 170)
3. 7 Zünfte
1494 Amtsbrief der Schuster, 1582 erneuert und bestätigt (ebd., S. 104) = Crispinus- und Crispinianusbruderschaft. Vgl. unten zu 1768
1518 Zunft der Schmiede und Schreiner als Eligius-Bruderschaft gegründet, 1561 Statuten von 1545 bestätigt (UB Gladbach 612, 693; Eckertz-Noever, S. 103 f)
1573 Erneuerung der Krämerzunft, bestätigt durch Herzog Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (StaMG 16/29; Eckertz-Noever, S. 101-103)
1583 Kürschner = Matthiasbruderschaft (Redlich II 1, S. 265; vgl. auch UB Gladbach 1019)
1605 Amtsbrief der Schneider, Tuchscherer, Wollweber, hervorgegangen aus der Krämerzunft, 1652 bestätigt durch Pfgf Wolfgang Wilhelm (Eckertz-Noever, S. 95-98) = Nikolausbruderschaft
1768 Aufhebung aller Gladbacher Zünfte durch Kurfürst Karl Theodor, 1769 darf die Schuhmacherzunft weiterarbeiten (ebd., S. 104 f)
Plan der Stadt Mönchengladbach 1863, Ausschnitt, im Verhlätnis 1 : 2200, aufgenommen im Verhältnis 1: 1250. (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland/ Karten, Nr. 2255)
3. 8 Wehrwesen
Zu den Schützenbruderschaften vgl. III 7 Bruderschaften
1389 Der Buscherhof (III 1 Grundherrschaft) wird u. a. von der Wachpflicht befreit (UB Gladbach 347)
1511 Schießbongert vor der Judenpforte erwähnt (ebd. 580), lag am Hondtsberg (1569, ebd. 759, heute Haus Erholung), im 16. Jahrhundert außerdem noch die Schießheide erwähnt (ebd. 670, 682), lag im Juickland jenseits des Gladbachs (III 1 Grundherrschaft)
(1600) ist die Befreiung des Abtes, der Konventualen und der Bediensteten der Abtei, des Gasthausmeisters und des Gerichtsschreibers von der Wachpflicht bezeugt (UB Gladbach 846). Nach Aufzeichnung von 1605 sind offensichtlich alle, die in der Immunität der Abtei wohnen, u. a. von den Wachdiensten befreit (ebd. 852; Huyskens, Verfassung, S. 161 f).
17. Jahrhundert Die waffenfähige Mannschaft (Landsturm) ist in Rotten unterteilt. Der Bezirk Obergeburt hat in der Nachbarschaft Obergeburt sieben und in der Nachbarschaft Holthehn fünf Rotten, der Bezirk Untergeburt in den Nachbarschaften Hardterbroich, Lürrip, Damm, Bettrath und Hoven je vier, die Nachbarschaft Uedding zwei Rotten, Eicken unbekannt, zu stellen (HSTAD Abtei G Akt 22c fol. 179v). 1635 beträgt die Zahl der Mannschaften 1358 Personen, 1640 noch 992 (Huyskens, Verfassung, S. 163).
Ansicht Mönchengladbach von Südwesten, Federzeichnung von Renier Roidkin, um 1725, Original im Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/3191. (Rheinisches Bildarchiv/ rba 105035)
3. 9 Stellung im Territorium
1325 gehört Gladbach zum Territorium des Grafen von Jülich (UB Gladbach 239)
1347 werden die Dörfer Aldenhoven und Gladbach neben der Ritterschaft und einigen Städten des Territoriums Jülich bei einem Entschuldungsvorhaben Markgrafen Wilhelms von Jülich konsultiert (NrhUB III 464; III 3)
1405 Die Stadt Gladbach gehört neben Grevenbroich und Süchteln zur Witwenausstattung der Maria von Harcourt, Herzogin von Jülich-Geldern (UB Gladbach 371; vgl. III 3 zu 1423)
1425 ist Gladbach im Besitz des Johann von Loon (UB Gladbach 389)
1429 besiegelt die Stadt Gladbach den jülichschen Burg-, Stadt- und Landfrieden mit (ebd. 394)
1441 Amtmann von Gladbach und Grevenbroich mit Sitz in Gladbach (ebd. 413); unsme ampte ind stat zo Gladbach (ebd. 414). Seit 16. Jahrhundert Unteramt Gladbach mit eigenem Vogt, gelegentlich auch Amt genannt (z. B. 1587/88, HSTAD JB III R Grevenbroich 9 fol. 233r)
1447 Stadt und Kirchspiel mit Grevenbroich in Pfandschaft des Johann von Geisbusch (UB Gladbach 441)
1452 Gerhard von Loon, Herr zu Jülich, die Ritterschaft und die jülichschen Städte, darunter Gladbach, verbinden sich zur gemeinschaftlichen Abwehr, würde einem von ihnen Nachteiliges durch den Verkauf des Landes Berg an den Kölner Erzbischof Dietrich von Moers widerfahren (NrhUB IV 301 = UB Gladbach 434)
1495 bürgt die Stadt Gladbach mit drei weiteren Städten für eine Zahlung Herzog Wilhelms von Jülich-Berg an Graf Vinzenz von Moers für die Abtretung der Lande Brüggen, Wassenberg und Moers (ebd. 532).
1798 Zerschlagung der alten Zugehörigkeiten innerhalb des Unteramtes Gladbach des Amtes Grevenbroich (Huyskens, Verfassung, S. 170 f); ab Januar 23 Kanton Gladbach im Roerdepartement (Daniels VI, S. 467); ab Juni fünfzehn communes Niedergeburt, Oberniedergeburt, G, Obergeburt und Hardt im Kanton Neersen, Arrondissement Krefeld (ebd., S. 484)
1800 vier Mairien: Gladbach mit Verwaltungsstelle Hardt, Unterniedergeburt, Oberniedergeburt und Obergeburt und Hardt (Huyskens, Verfassung, S. 173)
1807 Eingliederung der Verwaltungsstelle Hardt in die Mairie Gladbach (ebd., S. 174)
1809 übernimmt der Maire von Gladbach die Verwaltung der Mairien Obergeburt (bis 1814) und Unterniedergeburt (bis 1811) (ebd.) Zur kommunalen Zugehörigkeit in der Franzosenzeit vgl. auch I 7
1814 Bürgermeister, seit 1856 Stadt im Kreis Gladbach, Kreissitz, seit 1888 kreisfrei, Regierungsbezirk Düsseldorf
1821 Friedensgericht (Bär, Behördenverfassung, S. 406)
1846 Handelsgericht (ebd., S. 411)
1878 Amtsgericht (ebd., S. 437)
1906 Landgericht (ebd., S. 438)
Plan der Stadt Mönchengladbach 1903, im Verhältnis 1 : 10 000, aufgenommen im Verhältnis 1 : 9000 von P. Muss. (Stadt Mönchengladbach - Vermessungs- und Katasteramt)
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Löhr, Wolfgang, Rheinischer Städteatlas Mönchengladbach. Teil 3: Herrschaft und Gemeinde, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-moenchengladbach.-teil-3-herrschaft-und-gemeinde/DE-2086/lido/60860e365bc202.95519416 (abgerufen am 09.06.2026)
Veröffentlicht am 19.08.2025, zuletzt geändert am 08.10.2025