Rheinischer Städteatlas Mönchengladbach. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen

Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen

Wolfgang Löhr (Mönchengladbach)

Ansicht Mönchengladbach von Süden, Fotografie, 1912. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/10753)

4. 1 Erste Erwähnungen der Kirche bzw. des Geistlichen

Bei der Grün­dung der Ab­tei 974 wur­den nach der Grün­dungs­ge­schich­te auf dem G.er Hü­gel Rui­nen ei­ner von den Un­garn (954) zer­stör­ten eccle­sia vetus ent­deckt (Pe­try, Grün­dungs­gesch., S. 58; Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 280; zur Sied­lungs­ge­schich­te vgl. II 2; zur Bau­ge­schich­te ver­glei­che wei­ter un­ten).

Abtei

(1060/90) ora­to­ri­um, mo­nas­te­ri­um (Kop XII, Pe­try, Grün­dungs­gesch., S. 62; vgl. IV 5) 

Pfarrkirche

1210 de­ca­nus et ple­ba­nus (UB Glad­bach 66)
1243 eccle­sia par­ro­chia­lis, sa­cer­dos = pas­tor (ebd. 79)
1247 ple­ba­nus, cui ... par­ro­chia­lis eccle­sie cu­ra ani­ma­rum com­mit­ti­tur (HSTAD Ab­tei G 20; UB Glad­bach 93 feh­ler­haft)
1300 eccle­sia seu pa­ro­chia (ebd. 144)
1308 p[as­tor] (Li­ber Va­lo­ris)
1335 rec­tor eccle­siae (UB Glad­bach 275)
1466 kirspels­kir­che (Kop XVIII, ebd. 457)
1495 mo­der­kir­che (ebd. 538)

Baugeschichte der Kirchen

Abteikirche

Den Fun­da­ment­fun­den nach war der Bau der ers­te Klos­ter­kir­che aus dem letz­ten Vier­tel des 10. Jahr­hun­derts un­ter dem Grün­dungs­abt Sand­rad ein­schif­fig in der Brei­te des heu­ti­gen Mit­tel­schif­fes, im Wes­ten ver­mut­lich mit Em­po­re und ei­nem seit­lich vor­sprin­gen­den West­bau mit Vor­hal­le, im Os­ten mit un­be­kann­tem Ab­schluss. Ers­te Hälf­te des 11. Jahr­hun­derts wohl Er­wei­te­rung um ei­nen vor­ge­setz­ten West­turm. Von ei­nem (1100) im Os­ten be­gon­ne­nen grö­ße­ren Neu­bau ist die drei­schif­fi­ge Hal­len­kryp­ta er­hal­ten. Der ro­ma­ni­sche Chor über der Kryp­ta, der vor 1275 durch den go­ti­schen Neu­bau er­setzt wor­den ist, war ver­mut­lich als Lang­chor in Mit­tel­schiff­brei­te mit Ap­sis und ab­ge­trenn­ten nied­ri­gen, fast qua­dra­ti­schen Sei­ten­flü­geln ge­stal­tet. Die bei­den schma­len Sei­ten­schif­fe der drei­schif­fi­gen Ba­si­li­ka fluch­te­ten mit den Au­ßen­mau­ern des West­baus. Auf der Süd­sei­te trat au­ßen west­lich der Mit­te die Quer­mau­er ei­nes recht­ecki­gen An­baus vor, ver­mut­lich ei­ne der bei­den 1116 ge­weih­ten Ka­pel­len (Apos­tel­pa­tro­zi­ni­um, vgl. NrhUB I 279 = UB Glad­bach 1116). Der Neu­bau der Ost­tei­le fällt in die frü­he Zeit der Ein­füh­rung der Sieg­bur­ger Re­form in Glad­bach (1096/99). Die äl­te­ren West­tei­le wur­den (1170/80) durch ei­nen drei­tei­li­gen Neu­bau mit ei­nem qua­dra­ti­schen Haupt­turm in Mit­tel­schiff­brei­te und flan­kie­ren­den klei­ne­ren An­bau­ten er­setzt. Dies könn­te auf ei­ne ge­plan­te Drei­turm­an­la­ge hin­deu­ten. Räum­li­ches Kern­stück des un­ter Abt Wil­helm von Ora­ni­en Mit­te des 14. Jahr­hun­derts voll­ende­ten Haupt­turms war die als sacel­lum ab­ba­tia­le erst­mals 1505 mit An­dre­as­al­tar be­zeug­te Turm­ka­pel­le. Un­ter Abt Ger­hard wur­de im 2. Vier­tel des 13. Jahr­hun­derts mit dem be­reits (1170/80) ge­plan­ten Neu­bau des Lang­hau­ses als drei­schif­fi­ge Pfei­ler­ba­si­li­ka mit ei­nem Ka­pel­len­bau am süd­li­chen Sei­ten­schiff be­gon­nen. Meis­ter Ger­hard, der Pla­ner des Köl­nes Do­mes, von Abt Theo­de­rich (1256) nach Glad­bach be­ru­fen, und sein Nach­fol­ger voll­ende­ten den Bau im go­ti­schen Stil. An die Stel­le des ro­ma­ni­schen Chors trat als Mönchs-Chor ei­ne fast qua­dra­ti­sche Hal­le mit ei­nem 7/12 Po­ly­gon als Pres­by­te­ri­um über dem Mit­tel­bau der Kryp­ta. Über de­ren Quer­ar­men wur­den im Nor­den der Mar­tins-Chor und im Sü­den die Sa­kris­tei er­rich­tet. Die Ar­chi­tek­tur der Ab­tei­kir­che hat nach ih­rer Wei­he 1275 nur ge­ring­fü­gi­ge Ver­än­de­run­gen er­fah­ren. Ver­ein­zel­te Ba­ro­cki­sie­run­gen des 17./18. Jahr­hun­derts wur­den im Zu­ge ei­ner Re­stau­rie­rung (1860) un­ter der Lei­tung des Köl­ner Dom­bau­meis­ters Vin­cenz Statz durch Neo­go­tik er­setzt. Beim Wie­der­auf­bau der 1943 und 1944 stark zer­stör­ten Kir­che konn­te der ur­sprüng­li­che mit­tel­al­ter­li­che Zu­stand weit­ge­hend wie­der­ge­won­nen wer­den (Ku­bach/Ver­beek II, S. 783-788; Ban­ge/Löhr, S. 344-346).

Pfarrkirche

Zur Zer­stö­rung ei­ner eccle­sia vetus (974) auf dem Glad­ba­cher Hü­gel s. oben. Über das Aus­se­hen der ers­ten, vor­ro­ma­ni­schen und der zwei­ten, ro­ma­ni­schen Kir­che ist nichts be­kannt. Vom ro­ma­ni­schen West­turm aus Tuff, wohl zwei­te Hälf­te des 12. Jahr­hun­derts oder ers­te Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts ent­stan­den, ist un­ter an­de­rem. der Un­ter­bau er­hal­ten. Der je­doch mehr­fach auf den Bau der Pfarr­kir­che be­zo­ge­ne Ab­lass­brief von 1286 be­trifft nicht die­se, son­dern ein­deu­tig die Ab­tei (UB Glad­bach 128, z. B. bei Cla­sen, S. 50, Ku­bach/Ver­beek II, S. 788, Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 3. Ausg., 1994, S. 1045 so be­zo­gen, in letz­te­rem zu­dem mit fal­scher Jah­res­zahl 1283; rich­tig be­reits bei Bras­se, Ge­schich­te I, S. 183, auch Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 325, dort je­doch mit fal­scher Jah­res­zahl 1283). Der heu­ti­ge Bau ist ei­ne spät­go­ti­sche drei­schif­fi­ge Ge­wöl­be­ba­si­li­ka; Lang­haus und Chor stam­men aus der zwei­ten Hälf­te des 15. Jahr­hun­derts, nach Bau­in­schrift am Chor 1469 Grund­stein­le­gung des Neu­baus; ei­ne wei­te­re Bau­in­schrift an der Sa­kris­tei nennt das Jahr 1533, of­fen­sicht­lich als Voll­endung des Baus. 1890 gründ­li­che Re­no­vie­rung und An­fü­gung zwei­er po­ly­go­na­ler Ka­pel­len bei­der­seits des West­turms durch Ju­li­us Busch, Neuss. 1943 und 1944 stark zer­stört. Wie­der­auf­bau bis 1956, er­neu­te Re­no­vie­rung 1976 ab­ge­schlos­sen (Ku­bach/Ver­beek II, S. 788 f; Cla­sen, S. 49-55). 

4. 2 Patrozinium

Abtei

Nach der Grün­dungs­ge­schich­te (Pe­try, Grün­dungs­gesch., S. 62) war das Klos­ter Ma­ria, Vi­tus, Ste­pha­nus, Gan­golf, Cor­ne­li­us, Cy­pri­an und Bar­ba­ra ge­weiht. 

1085 Vi­tus (UB Glad­bach 2 = NrhUB I 238 = REK I 1176)

Pfarrkirche

1300 Ma­ria (UB Glad­bach 144)
1550 Ma­ria und Vi­tus (Stifts­arch Xan­ten Urk 3047)

4. 2 Altäre und Vikarien in der Abteikirche

1275 weiht Al­ber­tus Ma­gnus den Hoch­al­tar in ho­no­re sanc­ti spi­ri­tus et sanc­ti Vi­ti mar­ti­ris in der um­ge­bau­ten Müns­ter­kir­che (UB Glad­bach 115)
1286 BMV-Al­tar (ebd. 128)
1326 Apos­tel­al­tar (ebd. 240)
1338 BMV-Al­tar in der Kryp­ta (ebd. 286)
1373 Vi­tus­al­tar (ebd. 335)
16. Jahr­hun­dert sechs­und­zwan­zig nicht do­tier­te Al­tä­re ge­nannt (W. Clas­sen, Ar­ch­idia­ko­nat v. Xan­ten = Das Erz­bis­tum Köln, T. 1 = Ger­ma­nia Sa­cra III 1, 1938, S. 441)
1697 Wei­he ei­nes Lau­ren­ti­us­al­tars (Tor­sy, Wei­he­hand­lun­gen, S. 400)
1697 Jo­sefsal­tar = Al­tar su­peri­us in­fra cam­pa­ni­le (ebd.)
1697 Wei­he ei­nes Schutz­en­gel­al­tars in sacel­lo ab­ba­tis (ebd.)

Altäre und Vikarien in der Pfarrkirche

1389 Agat­haal­tar (UB Glad­bach 348)
1451 Mat­thi­as­al­tar (ebd. 430)
1454 Se­bas­tia­nu­s­al­tar ge­stif­tet, das Prä­sen­ta­ti­ons­recht liegt bei der Schüt­zen­bru­der­schaft (Eckertz-Noever, S. 156; III 7 Bru­der­schaf­ten)
1466 Ka­tha­ri­na- und Bar­ba­r­aal­tar (UB Glad­bach 455)
1475 BMV-Al­tar ge­stif­tet (Eckertz-Noever, S. 158)
(1500) Acht Al­tä­re (ein­schlie­ß­lich Hoch­al­tar): 1. Se­bas­tia­nus (post summum), 2. Mat­thi­as, 3. Aga­tha (in me­dio eccle­sia), 4. Ni­ko­laus, 5. Ja­kob, 6. Cris­pin und Cris­pi­nia­nus, 7. Pe­trus (nicht do­tiert) (F. W. Oedi­ger, Nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen um 1500. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 342)
1561 of­fi­ci­um Ca­tha­ri­nae, Cris­pi­ni, Cris­pi­nia­ni (Red­lich II 1, S. 265)
1583 Drei Al­tä­re ge­nannt: Aga­tha, Mat­thi­as, Ka­tha­ri­na-Cris­pin-und-Cris­pi­nia­nus (ebd., S. 264 f)
(1660) Se­bas­tia­nus- und Vi­tus­al­tar (UB Glad­bach 968)
1662 BMV- und Mat­thi­as­al­tar (ebd. 973)
1662 be­ste­hen da­ne­ben Se­bas­ti­an- und Ni­ko­laus­al­tar so­wie Aga­tha- und Ja­kobs­al­tar (ebd. 974)
1676 Fünf Al­tä­re: Aga­tha und Ja­ko­bus, Mat­thi­as und Pe­trus, Ni­ko­laus, Se­bas­tia­nus, BMV (Bin­te­rim/Moo­ren 2II, S. 180 f)

4. 2 Kirmes- bzw. Kirchweihtermin

1672 Kir­mes am Frei­tag nach Ma­riae Him­mel­fahrt (15. Au­gust) (StaMG 16/13 S. 118)
1908 Früh- und Prunk­kir­mes 8 Ta­ge nach Pfings­ten, Spät­kir­mes Sonn­tag und Mon­tag nach Ma­riae Him­mel­fahrt (15. Au­gust) (HSTAD Reg. Düs­sel­dorf 45767)

4. 3 Patronat

1243 in­kor­po­riert der Köl­ner Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den die eccle­sia Gla­de­ba­cen­sis par­ro­chia­lis der Ab­tei Glad­bach auf de­ren Bit­ten hin. Der Abt er­hält das Recht, ei­ne per­so­na ydo­nea dem Ar­ch­idia­kon pro in­ves­ti­to zu prä­sen­tie­ren. Die Ein­künf­te der Pfar­re sol­len zu­nächst dem Klos­ter­bau und dar­auf dem Le­bens­un­ter­halt des Kon­vents zu­gu­te kom­men. Der Xan­te­ner Ar­ch­idia­kon stimmt zu. Der in­ves­tier­te Pfar­rer muss an vier Ter­mi­nen jähr­lich an das Klos­ter zwölf köl­ni­sche Mark zah­len (UB Glad­bach 79-81)
1245 Be­stä­ti­gung der In­kor­po­ra­ti­on durch Papst In­no­zenz IV. und den Köl­ner Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den (ebd. 88-89)
1247 be­stä­tigt der­sel­be Erz­bi­schof den Ver­trag des Klos­ters mit dem Glad­ba­cher Pfar­rer (ebd. 93)
1254 Da der Pfar­rer (ple­ba­nus) nicht in der La­ge ist, die ver­ein­bar­ten zwölf Mark köl­nisch zu zah­len, ver­zich­tet er auf die Ein­künf­te aus dem Pfarr­zehn­ten und gibt ihn in den Nieß­brauch des Kon­vents (ebd. 98)
1310 An­er­ken­nung des Pa­tro­nats­rechts des Abts durch ein köl­ni­sches Schieds­ge­richt (ebd. 158; zum Pa­tro­nat ins­ges. Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 353-355)

4. 3 Zehnt

Die Ab­tei Glad­bach hat den Zehn­ten ver­mut­lich bei der Grün­dung 974 er­hal­ten.
 
1135 Abt Wal­ter über­gibt un­ter an­de­rem den Zehnt von Ras­seln (Racs­lei­de), Hardt (Her­de), Pi­per­lo und Ma­cken­stein (Mac­chen­stein) so­wie den des Lai­en Rut­ger in Hardt dem Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen­klos­ter in Neu­werk (UB Glad­bach 23; Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 299)
1254 Pfarr­zehnt im Nieß­brauch des Kon­vents der Ab­tei (IV 2)
1292 er­hält der Abt bei der Tren­nung von Abts- und Kon­vents­gut die mi­nutae de­ci­mae in Glad­bach und von al­len an­de­ren Gü­tern, aus­ge­nom­men die in Kem­pen und Oedt, die dem Kon­vent zu­ste­hen (UB Glad­bach 133)
1315 wer­den bei der er­neu­ten Gü­ter­tren­nung dem Abt die 1292 ge­nann­ten Zehn­ten be­stä­tigt, fer­ner  die Zehn­ten in Als (Aelst, heu­te Als­stra­ße) und Bett­rath (Bet­ten­ro­de), den Hof in Ras­seln (cur­tis in Ra­ecslei­den) mit dem Zehn­ten (ebd. 191; Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 313 f)
1335 Abt Wil­helm von Ora­ni­en ver­pach­tet ei­nem Mönch der Ab­tei den zum Gast­haus ge­hö­ren­den Hof zu Holt una cum agris et de­ci­mis in Glad­bach und Oedt (UB Glad­bach 275)
1557 klagt der Abt, ihm wer­de der Zehnt von den Un­der­da­nen in Glad­bach nicht in ge­büh­ren­der Wei­se ge­ge­ben; Bür­ger­meis­ter, Schöf­fen und Ge­schwo­re­ne von Stadt und Kirch­spiel Glad­bach ver­spre­chen Ab­hil­fe (ebd. 722)
1583 Die Ab­tei Glad­bach hat gro­ße und klei­ne Zehn­ten, au­ßer­dem hat das Klos­ter Neu­werk et­li­che de­ci­mas. Der Abt hat au­ßer­dem den Zehn­ten in Hardt (Red­lich II 1, S. 264, 267)
1605 Der Abt von Glad­bach hat den gro­ßen und schma­len Zehnt ein­schlie­ß­lich des Gar­ten­zehnts im Kirch­spiel Glad­bach und in Hardt (UB Glad­bach 852, S. 296 f)
1621 ist der Rott­zehnt im Be­sitz der Ab­tei Glad­bach (ebd. 892, S. 334, vgl. auch S. 386, 422)

4. 4 Pfarrbezirk

Pfarr­be­zirk Glad­bach = Un­ter­amt Glad­bach des Am­tes Gre­ven­broich
1254 Das Kirch­spiel um­fasst Glad­bach und vil­la, que Hart vul­ga­ri­ter ap­pel­la­tur (UB Glad­bach 98)

4. 4 Filiale

1311 pa­ro­chia Hart (HSTAD Ab­tei G 53 = UB Glad­bach 166), noch kei­ne for­mel­le Aus­pfar­rung, da bei den Vi­si­ta­tio­nen 1550 von der ca­pell der mo­der­ki­chen zu Glad­bach und 1560 von der ca­pel­la un­der Glad­bach, ha­bet om­nia sa­cra­men­ta ex­cep­to bap­tis­mo, ge­spro­chen wird (vgl. auch den Hin­weis auf die­se Ein­schrän­kung in der Pfar­rer­lis­te 1593, Ropertz, S. 154). Pa­tron ist 1676 Ni­ko­laus (Bin­te­rim-Moo­ren 2II, S. 181). Pfar­rer in Hardt sind seit En­de des 17. Jahr­hun­derts aus­schlie­ß­lich Glad­ba­cher Be­ne­dik­ti­ner (Ropertz, S. 154 f)
1466 Das Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen­klos­ter Neu­werk er­hält die Er­laub­nis, die letz­te Ölung (ex­tre­ma unc­tio) und al­le an­de­ren Sa­kra­men­te den Pro­fes­sen und al­len an­de­ren Klos­ter­an­ge­hö­ri­gen spen­den zu las­sen (Kop XVI, UB Glad­bach 461). Nach der Auf­lö­sung des Klos­ters 1802 wird die Kir­che 1804 Pfarr­kir­che.
1808 Aus­pfar­rung von Oh­ler, Bran­den­bergs und Bungt zur Pfar­re Rhe­ydt (L. Schmitz, Ge­schich­te d. Herr­schaft Rhe­ydt, 1897, S. 139)
1851/53 Bau der Kir­che St. Ma­riä Heim­su­chung in Hehn, 1853 Rek­to­rat, 1856 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1856/59 Bau der Ka­pel­le St. Ma­riä Emp­fäng­nis in Lür­rip, 1861 Rek­to­rat, 1868 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt (125 Jah­re Pfar­re Lür­rip, 1993, S. 26)
1868 Ka­pel­le St. An­na in Wind­berg er­rich­tet, 1895 Rek­to­rat, 1914 Pfar­rer­he­bung
1869 Er­rich­tung von Kir­che und Rek­to­rat St. Ma­riä Emp­fäng­nis in Venn, 1873 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1869 Klos­ter­kir­che (hei­li­ges Kreuz) der Ale­xia­ner er­rich­tet, wor­auf sich Seel­sor­ge­be­zirk Blu­men­berg in der Pfar­re St. Ma­riä Him­mel­fahrt bil­det, 1924 Rek­to­rat, 1961 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1873/76 Bau der Kir­che St. Ma­ria Ro­sen­kranz in Ei­cken, 1887 Wei­he, 1890 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1885 Kir­che der Ar­men Dienst­mäg­de Chris­ti un­ter dem Wei­he­ti­tel hei­li­ges Kreuz er­rich­tet, seit 1932 Al­ber­tus (Ma­gnus) Mit­pa­tron, 1957 Rek­to­rat, 1964 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1891 Er­rich­tung der Herz-Je­su-Kir­che (Rek­to­rat) in Bett­rath, 1899 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1892 Klos­ter­kir­che der Fran­zis­ka­ner (IV 5) ein­ge­weiht (St. Bar­ba­ra), in de­ren Um­feld sich ein Seel­sor­ge­be­zirk bil­det, 1932 of­fi­zi­ell ein­ge­rich­tet, 1957 Vi­ka­rie
1893/95 Bau der St.-Jo­sefs-Kir­che, Herm­ges, 1895 Rek­to­rat, 1902 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt (vgl. da­zu: Die Pfarr­ge­mein­de St. Jo­sef, Mön­chen­glad­bach ... Zum 100-jäh­ri­gen Be­ste­hen d. Pfarr­kir­che St. Jo­sef, 1994)
1900 Rek­to­rat St. Mi­cha­el in Holt, 1903 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1901/02 Herz-Je­su-Kir­che in Pesch er­rich­tet, 1902 Rek­to­rat, 1905 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1905 Rek­to­rat St. Bo­ni­fa­ti­us, Hard­ter­b­roich, 1912 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­riä Him­mel­fahrt
1924 Er­rich­tung ei­ner Not­kir­che St. Pe­ter in Wald­hau­sen, 1955 Pfar­rer­he­bung
1933/34 Bau der Eli­sa­beth­kir­che (Oberei­cken), 1934 Rek­to­rat, 1953 Pfar­rer­he­bung un­ter Ab­tren­nung von St. Ma­ria Ro­sen­kranz
1957 Kir­che/Rek­to­rat St. Pi­us X. in Ued­ding er­rich­tet, 1961 als Pfarr­vi­ka­rie Ab­tren­nung von Neu­werk, 1994 Pfar­rer­he­bung
1970 Pfarr­vi­ka­rie Her­mann Jo­sef in Speick er­rich­tet, Ab­pfar­rung von Holt, 1991 Pfar­rer­he­bung
(so­weit nicht an­ders an­ge­ge­ben, al­le Be­le­ge zu den Ab­pfar­run­gen in: Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 3. Ausg., 1994, S. 1038-1093)

4. 4 Bistums- und Dekanatszugehörigkeit

(985-999) Bis­tum Lüt­tich, seit­dem Erz­bis­tum Köln, De­ka­nat Süch­teln, Ar­ch­idia­ko­nat Xan­ten, 1801-21 Bis­tum Aa­chen, 1821/25 Erz­bis­tum Köln, 1827 De­ka­nat Glad­bach, 1930 Bis­tum Aa­chen, 1973 Re­gi­on Mön­chen­glad­bach mit neun De­ka­na­ten

4. 5 Klöster

4. 5 Benediktinerabtei St. Vitus

974 grün­de­te Erz­bi­schof Ge­ro von Köln mit dem Be­ne­dik­ti­ner­abt Sand­rad das Klos­ter Glad­bach. Sand­rad war ein Ver­tre­ter der mo­nas­ti­schen Re­form von Gor­ze/St. Ma­xi­min und ge­hör­te ver­mut­lich zeit­wei­se der kai­ser­li­chen Kanz­lei an. Er war Beicht­va­ter der Kai­se­rin Adel­heid. 978 wur­de Sand­rad wahr­schein­lich auf Ver­an­las­sung Kai­sers Ot­to II. ver­trie­ben, 984 konn­te er nach Glad­bach zu­rück­keh­ren, wo er 985/86 ge­stor­ben und in der Ab­tei­kir­che be­gra­ben wor­den ist. Un­ter Erz­bi­schof Ever­ger von Köln wur­de das Klos­ter zeit­wei­se nach Groß St. Mar­tin in Köln ver­la­gert, bis die Ver­hand­lun­gen kurz vor 1000 mit dem Bi­schof von Lüt­tich we­gen der Her­aus­lö­sung Glad­bachs aus der Diö­ze­se Lüt­tich und Über­nah­me in die Erz­diö­ze­se Köln ab­ge­schlos­sen wa­ren (IV 1; IV 4). (1100) schloß sich Glad­bach der neu­clu­n­ia­zen­si­schen Re­form an. Im 13. Jahr­hun­dert setz­te ei­ne wirt­schaft­li­che und geis­ti­ge Kri­se ein, die erst durch den An­schluss an die Burs­fel­der Kon­gre­ga­ti­on 1510 über­wun­den wur­de. Die Äb­te von Glad­bach ha­ben sich in­ner­halb der Uni­on be­son­ders als Vi­si­ta­to­ren und Mit­e­di­to­ren lit­ur­gi­scher und or­dens­recht­li­cher Tex­te her­vor­ge­tan. Als die Ab­tei 1802 auf­ge­ho­ben wur­de, war sie mo­nas­tisch in vor­bild­li­cher Ord­nung (Ban­ge/Löhr, S. 324-351; Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 278-284).

4. 5 Benediktinerinnenkloster Neuwerk

1135 wird das no­vum ora­ti­um bea­te Ma­rie in Neu­werk erst­mals er­wähnt (UB Glad­bach 23) = Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen-Klos­ter. Ob die Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen zu­vor an ei­nem mo­nas­te­ri­um mix­tum mit den Be­ne­dik­ti­nern in Glad­bach leb­ten, ist strit­tig (Ma­ckes, Neu­werk I, S. 13 f). Das Klos­ter war aber zwei­fel­los von der Ab­tei Glad­bach recht­lich ab­hän­gig, so dass ei­ne Grün­dung durch Glad­bach an­zu­neh­men ist (Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 358). Im 15. Jahr­hun­dert Lo­cke­rung der Bin­dung an Glad­bach und ab En­de des 15 Jahr­hun­derts un­ter geist­li­cher Auf­sicht des Klos­ters Brau­wei­ler (Ma­ckes, Neu­werk I, S. 29 f, 31), ab 1762 wie­der un­ter Auf­sicht des Klos­ters Glad­bach. 1249 wur­de die Zahl der ade­li­gen Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen auf vier­und­zwan­zig be­schränkt (REK III 1499). Im 18. Jahr­hun­dert Nie­der­gang, 1802 Auf­lö­sung des Klos­ters (Ma­ckes, Neu­werk I, S. 137-139; zur Bau­ge­schich­te vgl. Ku­bach/Ver­beek II, S. 837 f).

4. 5 Beginen

1316 und 1349 wird je ein Be­gi­ne er­wähnt (UB Glad­bach 193, 307).

4. 5 Kapuziner

1655 Grün­dung der Ka­pu­zi­ner­nie­der­las­sung ge­gen den Wil­len des Ab­tes von Glad­bach, Pe­trus Sy­be­ni­us, aber mit För­de­rung Her­zogs Phil­ipp Wil­helms von Jü­lich und un­ter Zu­stim­mung des Erz­bi­schofs von Köln. Die ge­plan­te Grund­stein­le­gung des Klos­ters 1656 wur­de durch päpst­li­che Bre­ve ver­hin­dert. 1660, nach dem Tod des Ab­tes Sy­be­ni­us, er­folg­ten die Grund­stein­le­gun­gen von Kir­che und Klos­ter durch Abt Bru­no Char­m­ans. Pa­tron: hei­li­ger Jo­sef. Ein Teil der Kos­ten war durch ein Le­gat des Ge­ne­rals Jan von Jan von Werth ge­deckt. 1681 Wei­he der Klos­ter­kir­che. 1802 Auf­he­bung des Klos­ters, Ab­bruch der Kir­che (A. Wen­de­horst, Mön­chen­glad­bach u. d. Ka­pu­zi­ner. In: Le­ben­di­ges Müns­ter II 2, 1952, S. 39-45; A. Ja­cobs, Die letz­ten Ka­pu­zi­ner v. Glad­bach. In: AHVN 161, 1959, S. 249-257).

Ansicht Mönchengladbach von Süden, Doppelpostkarte kolorierter Lichtdruck von O. Schleich Nachfolger, Dresden, um 1900. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/11824)

 

4. 5 Sonstige Ordensniederlassungen seit dem 19. Jahrhundert

1854 Nie­der­las­sung der Fran­zis­ka­ne­rin­nen (Schwes­tern von der Bu­ße und christ­li­chen Lie­be) von Heythuy­sen-Non­nen­werth, über­neh­men 1860 das Kran­ken­haus Ma­ria-Hilf (I), 1889 das Kran­ken­haus Neu­werk, 1903 das Jo­seph­klos­ter in Herm­ges, 1908 die Fran­zis­kus­heil­stät­te in Wind­berg (Ma­ria-Hilf II) (Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 3. Ausg., 1994, S. 1156) und un­ter­hal­ten die Ma­ri­en­schu­le (IV 11)
1857 Ale­xi­aner­brü­der von Aa­chen in der am­bu­lan­ten Kran­ken­pfle­ge, er­bau­en 1859 ein ei­ge­nes Haus für phy­sisch Kran­ke
1862 Nie­der­las­sung der Ar­men Dienst­mäg­de Je­su Chris­ti von Dern­bach, über­neh­men 1868 das Ar­bei­ter­hos­piz, 1869 das Kran­ken­haus Hehn (heu­te Al­ten­heim St. Ma­ria), 1882 das ka­tho­li­sche Wai­sen­haus, 1891 das städ­ti­sche Pfle­ge­haus, 1895 das Chris­ti­nen- und das Ka­tha­ri­nen­stift (= Al­ters­heim des Ver­eins Wohl­fahrt, be­steht noch), 1904 die Hard­ter­wald-Kli­nik, 1905 das Aloy­si­us­stift, 1919 das Jo­se­ph­haus in Venn (Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 3. Ausg., 1994, S. 1159)
1873 über­neh­men drei Vin­zen­ti­ne­rin­nen von Köln ein Haus in Hardt zur "Kran­ken­pfle­ge und Ju­gend­un­ter­richt" (Das kath. Glad­bach-Rhe­ydt, 1932, S. 46)
1886 Vin­zen­ti­ne­rin­nen-Klos­ter (St.-Jo­sefs-Haus) in Mön­chen­glad­bach-Hardt zur Be­treu­ung geis­tes­schwa­cher Kna­ben ge­grün­det (Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 3. Ausg., 1994, S. 1153)
1889 Fran­zis­ka­ner in Mön­chen­glad­bach, be­zie­hen 1891 Klos­ter an der Bett­ra­ther Stra­ße (Löhr, S. 67 f)
1909 Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Salz­kot­ten über­neh­men das Lui­sen­haus des ka­tho­li­sche Für­sor­ge­ver­ein
1928 Mis­si­ons­schwes­tern vom kost­ba­ren Blut über­neh­men The­re­sia­num (Da­men­pen­sio­nat)
1933 sind in Mön­chen­glad­bach (au­ßer Rhe­ydt) fol­gen­de Or­den und Kon­gre­ga­tio­nen ver­tre­ten: Fran­zis­ka­ner, Ale­xi­aner­brü­der, Ka­mil­lia­ner, Ar­me Dienst­mäg­de Je­su Chris­ti (84 Schwes­tern), Cel­litin­nen von Neuss, Schwes­tern vom drit­ten Or­den des hei­li­gen Fran­zis­kus von Er­len­bach, Fran­zis­ka­ne­rin­nen von der hei­li­gen Fa­mi­lie, Schwes­tern von der Bu­ße und der christ­li­chen Lie­be von Non­nen­werth (261 Schwes­tern), Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Salz­kot­ten, Mis­si­ons­schwes­tern vom kost­ba­ren Blut, Vin­zen­ti­ne­rin­nen (Re­al­sche­ma­tis­mus Aa­chen 1933)
1962 sind in Mön­chen­glad­bach fol­gen­de Or­den und Kon­gre­ga­tio­nen ver­tre­ten: Fran­zis­ka­ner, Ka­mil­lia­ner, Ar­me Dienst­mäg­de Je­su Chris­ti, Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Salz­kot­ten, Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Fa­mi­li­en­pfle­ge, Schwes­tern vom drit­ten Or­den des hei­li­gen Fran­zis­kus, Schwes­tern von der Bu­ße und christ­li­chen Lie­be, Schön­stät­ter Ma­ri­en­schwes­tern, Mis­si­ons­schwes­tern vom kost­ba­ren Blut, Sal­va­to­ria­ne­rin­nen, Vin­zen­ti­ne­rin­nen (Hand­buch d. Bis­tums Aa­chen, 2. Ausg., 1962, S. 647-682)
1993 sind in Mön­chen­glad­bach (oh­ne Rhe­ydt) fol­gen­de Or­den und Kon­gre­ga­tio­nen ver­tre­ten: Fran­zis­ka­ner, Ka­mil­lia­ner, Vin­zen­ti­ne­rin­nen, Schwes­tern un­se­rer lie­ben Frau, Schwes­tern von der Bu­ße und christ­li­chen Lie­be, Ar­me Dienst­mäg­de Je­su Chris­ti, Schwes­tern vom drit­ten Or­den des hei­li­gen Fran­zis­kus, Mis­si­ons­schwes­tern vom kost­ba­ren Blut, Sal­va­to­ria­ne­rin­nen, Fran­ciscan Cla­rist Con­gre­ga­ti­on, Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Fa­mi­li­en­pfle­ge, Töch­ter des hei­li­gen Her­zen Je­su und Ma­riä, Schön­stät­ter Ma­ri­en­schwes­tern (ebd., 3. Ausg., 1994, S. 1148-1167).

4. 6 Hospitäler

1231 hos­pi­tala­ri­us der Ab­tei Glad­bach er­wähnt (UB Glad­bach 73)
1317 agri hos­pi­ta­lis der Ab­tei am Spel­berch, lie­gen west­lich von Bett­rath (ebd. 197)
1335 do­mus hos­pi­ta­lis pau­per­um der Ab­tei. Der Hof ten Hon­te (= Holt) ge­hört zum of­fi­ci­um hos­pi­tala­rie der Ab­tei (ebd. 275)
1340 wird in der Ab­tei ein Kran­ken­haus für die Klos­ter­brü­der ein­ge­rich­tet (do­mus claus­tra­lis que nunc pri­or in­ha­bi­tat ... in usus fra­trum in­fir­mo­rum ..., ebd. 293), ver­mut­lich heu­ti­ge Props­tei in der Ab­tei­stra­ße
1550 Streit zwi­schen Abt und Stadt we­gen des Gast­hau­ses. Der Amt­mann soll die ge­bre­chen prü­fen, da­mit den Ar­men nichts ent­zo­gen wird (Red­lich II 1, S. 262)
1586 Der Abt be­hält sich vor, in dem auf ei­ge­nem Grund ge­bau­ten hos­pi­tall oder gast­hauss Ar­me und Frem­de nur mit sei­ner oder sei­nes Gast­haus­meis­ters Zu­stim­mung be­her­ber­gen zu las­sen (UB Glad­bach 797). Das Gast­haus lag an der Stadt­mau­er im Süd­wes­ten (Ta­fel 1, Grund­riß; UB Glad­bach 804 = 1589, u. ö.; vgl. heu­te Gast­haus­stra­ße, Ta­fel 1, DGK)
1599 Le­pro­so­ri­um (StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 719)
1603 Glad­ba­cher Le­pro­sen­haus ne­ben dem Dü­re­ner Haus, für die Ein­hal­tung der jü­lich-ber­gi­schen Le­pro­sen­ord­nung ver­ant­wort­lich. La­ge: im Ein­mün­dungs­be­reich der heu­ti­gen Ei­cke­ner Stra­ße in die Hin­den­burg­stra­ße (G. La­mers/W. Fran­zen, Das Le­pro­so­ri­um oder Sie­chen­haus v. Glad­bach. In: Rhe­ydter Jb. 18, 1990, S. 21-34)

4. 6 Wundärzte, Apotheker, Hebammen und Ärzte

1569-84 Meis­ter Pa­wel Schels als Wun­d­arzt in Glad­bach tä­tig (UB Glad­bach 759, 769, 798; Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 1 S. 378 u. ö.), hat ein Haus an der Ju­den­stra­ße (vgl. Ta­fel 1, Grund­riss) 1585-96 Meis­ter Hen­rich Schels als Wun­d­arzt in Glad­bach tä­tig (Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 202, 607), er­wirbt Kam­mer in ei­nem Haus in der Stie­gen (vgl. Ta­fel 1, Grund­riss)
1596 Meis­ter Hu­pert Schels (Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 601), kauft Haus am Markt (vgl. Ta­fel 1, Grund­riß)
1651 Pau­lus Flor­ent­zen, sein Haus liegt am Vier­sener Tor am Markt, ist re­for­miert (G. La­mers, 200 Jah­re Ad­ler-Apo­the­ke am Markt Mön­chen­glad­bach, 1986, S. 4 f)
(1700) Ni­ko­laus Braun, Apo­the­ker und Chir­urg. Er stirbt 1721. Sein Sohn Karl ist eben­falls Apo­the­ker, stirbt 1758. Sei­ne Wit­we hei­ra­tet 1765 den Apo­the­ker Hein­rich Henck, der 1786 ein Haus auf dem Markt kauft = heu­te Ad­ler-Apo­the­ke (ebd., S. 5 f)
1799 gibt es in der com­mu­ne Glad­bach zwei chir­ur­gi­en, ei­nen doc­teur mé­de­cin, ei­nen Apo­the­ker, zwei Heb­am­men,
1801 drei Apo­the­ker, ei­nen of­fi­cier de san­té (HSTAD Ro­er-Dep. 1742)
1806 zwei Apo­the­ker, ein Arzt, ein Chir­urg, ei­ne Heb­am­me (ebd. 2117)
1842 zwei Apo­the­ker, drei Ärz­te, ein Chir­urg (Ave­na­ri­us, Sta­tis­tik u. Hand-Adreß­buch d. Rhein­pro­vinz f. d. Jahr 1842, S. 163-167)
1861 zwei Apo­the­ker (mit zwei Ge­hil­fen und ei­nem Lehr­ling), acht Ärz­te, zwei Heil­ge­hil­fen, ein Tier­arzt 2. Kl., drei Heb­am­men in Glad­bach-Stadt; ei­ne Heb­am­me in Glad­bach-Land (Sta­tis­tik Kr. Glad­bach, S. 274)
1876 In Bür­ger­meis­te­rei Glad­bach-Stadt zehn Zi­vi­l­ärz­te, drei Apo­the­ker, ein Wun­d­arzt 2. Kl., vier Zahn­ärz­te, ein Tier­arzt, vier­zehn Heb­am­men, zwei Kran­ken­häu­ser, zwei Ir­ren- und Pfle­ge­an­stal­ten (HSTAD LA M.Glad­bach 266).

Ansicht Mönchengladbach von Südosten, Lothographie aus einem Sammelblatt mit 13 Ansichten, vermutlich von B. Kühlen verlegt, um 1830. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/93)

 

Ärzte, Fachärzte, Hebammen und Apotheken 1885-1994

4. 6 Krankenhäuser

1855 Evan­ge­li­sches Kran­ken­haus Be­thes­da (Sta­tis­tik Kr. Glad­bach, S. 280)
1856 Ka­tho­li­sches Kran­ken­haus Ma­ria Hilf der Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Non­nen­werth (ebd.)
1856 An­stalt He­pha­ta zur Er­zie­hung und Pfle­ge blöd­sin­ni­ger Kin­der (ebd., S. 282)
1857 Pfle­ge-An­stalt der Ale­xia­ner-Brü­der (ebd., S. 283)
1869 Ka­tho­li­sches Kran­ken­haus Hehn, 1929 um­ge­baut 1873 ka­tho­li­sches Kran­ken­haus St. Jo­sef in Hardt
1875/76 Kon­ta­gi­en­haus (VB 1886-97, S. 218 f)
1881 Pfle­ge­haus des An­ti­bet­tel­ver­eins
1907/08 Fran­zis­kus-Heil­stät­te in Wind­berg
1900 Loui­se-Gueu­ry-Stif­tung für Lun­gen­kran­ke (VB 1900-10, S. 6 f)
1922 Fünf Kran­ken­häu­ser (Be­thes­da, Hehn, Ma­ria-Hilf, Neu­werk, Rhein­dah­len = städt.), zwei Lun­gen­heil­stät­ten (ei­ne städ­ti­sche)
1929 Asth­ma-Kran­ken­haus der Ka­mil­lia­ner in Dahl
1950 Fünf Kran­ken­häu­ser (Be­thes­da, Hehn, Ma­ria-Hilf, Neu­werk, Rhein­dah­len), zwei Lun­gen­heil­stät­ten, ein Asth­ma­kran­ken­haus
1972 Um­bau des Asth­ma­kran­ken­hau­ses zum Al­ten­kran­ken­haus
1974 Vier Kran­ken­häu­ser (Asth­ma, Be­thes­da, Ma­ria-Hilf, Neu­werk), ei­ne Spe­zi­al­kli­nik (Lun­gen, Ger­ia­trie)
1994 Fünf Kran­ken­häu­ser (Asth­ma, Be­thes­da, Ma­ria Hilf I und II, Neu­werk, Rhe­ydt), ei­ne Spe­zi­al­kli­nik, ein Lan­des­kran­ken­haus

4. 7 Wallfahrten

1150/1230 sind im äl­tes­ten Pil­ger­schafts­buch von St. Mat­thi­as in Trier zahl­rei­che Glad­ba­cher ver­zeich­net (R. Lauf­ner, Die Frag­men­te d. äl­tes­ten Pil­ger­bru­der­schafts­bu­ches v. St. Mat­thi­as, Tier, zwi­schen 1150 u. 1230. In: Ar­chiv f. mit­tel­rhein. Kir­chen­gesch. 7, 1955, S. 244; III 7 Bru­der­schaf­ten)
1330 mit ei­nem Ab­lass ver­bun­de­ne Pro­zes­si­on be­zeugt, bei der ima­go bea­te Ma­rie vir­gi­nis seu fe­re­trum bea­ti Vi­ti ... por­ta­tur (UB Glad­bach 250). Dar­aus ent­wi­ckel­te sich viel­leicht die Hei­lig­tums­fahrt. Sie hängt mit der Aa­che­ner Hei­lig­tums­fahrt und de­ren 7-Jah­res-Rhyth­mus zu­sam­men, erst­mals 1592 er­wähnt (Müns­ter­arch 7132), ist ver­mut­lich aber äl­ter (vgl. UB Vier­sen 341, S. 335 = 1470-80) und zähl­te zur seit 1391 über­lie­fer­ten Rö­mer­fahrt (Be­ckers, S. 208). 1790 wohl letz­te Hei­lig­tums­fahrt in ab­tei­li­cher Zeit (D. P. J. Wy­n­ands, Ge­schich­te d. Wall­fahr­ten im Bis­tum Aa­chen, 1986, S. 341). Sie ruh­te da­nach bis 1867 (Be­ckers, S. 212-233), be­steht bis heu­te fort.
1575 Hei­li­gen­häus­chen in Hehn (StaMG 1 b 1 Bd. 1 S. 658), ab En­de des 16. Jahr­hun­derts Ma­ri­en-Wall­fahrt nach dort an­zu­neh­men (Wy­n­ands, Wall­fahr­ten, S. 343 f), be­steht noch (Be­ckers, S. 245 f)
1851 Wie­der­auf­nah­me der Trier­wall­fahrt (Mat­thi­as-Buch, Mön­chen­glad­bach 1853, S. XII)
Ab 1752 (spä­tes­tens) Wall­fahr­ten nach Keve­la­er, nach mehr als 20-jäh­ri­ger Un­ter­bre­chung 1845 neu be­grün­det (P. Dohms <u.a.>, Die Wall­fahrt nach Keve­la­er z. Gna­den­bild d. "Trös­te­rin d. Be­trüb­ten", 1992, S. 213, dort S. 212, 214-221 auch zu den jün­ge­ren Wall­fahr­ten heu­ti­ger Mön­chen­glad­ba­cher Pfar­rei­en nach Keve­la­er).

4. 8 Juden, Synagoge, Friedhof

1294 be­kennt der Ju­de Sut­ki­nus we­gen al­ler Schuld­for­de­run­gen an Abt und Kon­vent von Glad­bach be­frie­digt zu sein (UB Glad­bach 136)
1324 und 1325 Ver­schul­dung Glad­ba­cher Bür­ger bei Ju­den er­wähnt, wo­mit Glad­ba­cher Ju­den ge­meint sein könn­ten (HSTAD Ab­tei G 89 u. 92 = UB Glad­bach 231 u. 234, dort je­weils oh­ne Er­wäh­nung der Ju­den; zu 1324 vgl. V 4 Müh­len)
1337 und 1346 sind Glad­ba­cher Ju­den in der Um­ge­bung der Stadt als Geld­ver­lei­her tä­tig (UB Glad­bach 281, 301)
1346 sco­la der Ju­den von Glad­bach (ebd. 301), wohl Syn­ago­ge ge­meint. [Mit­te des 17. Jahr­hun­derts] Haus in der Ju­den­stra­ße olim die Ju­den­schull ge­nannt (HSTAD Ab­tei G Akt 22 c fol. 213v)
1347 vi­cus Ju­de­o­rum pro­pe val­vam (Ju­den­stra­ße bzw. -vier­tel beim Gra­ben) (II 5 Stra­ßen; zur La­ge vgl. Ta­fel 1, Grund­riss u. DGK). Vgl. auch Ju­den­pfor­te (II 3 To­re)
(1348/49) Ver­trei­bung der Ju­den nach dem Pest­po­grom in Glad­bach, im Deut­zer Me­mor­buch (XVI. Jh.) ge­nannt (S. Saal­feld, Das Mar­ty­ro­lo­gi­um d. Nürn­ber­ger Me­mor­bu­ches, 1898, S. 84)
1621/22 Drei Glad­ba­cher Ju­den und die Wit­we ei­nes Ju­den zah­len jud­den geldt (HSTAD JB III R Gre­ven­broich 14 fol. 195v)
1644 Ju­den­kirch­hoff (StaMG 1 b 1 Bd. 16 S. 47 Nr. 65), lag et­wa 0,5 km süd­west­lich vom 1841 an­ge­leg­ten Fried­hof an der heu­ti­gen Hü­gel­stra­ße; letz­te­rer wur­de 1891 er­wei­tert (StaMG 1c/1640; Erck­ens II, S. 484-489)
1798 un­ter­schrei­ben bei der Hul­di­gungs- und Er­ge­ben­heits­adres­se der Glad­ba­cher fünf­zehn jü­di­sche Ein­woh­ner (Pa­ris, Ar­chi­ves Na­tio­na­les F 1c III Ro­er 3)
1799 jü­di­scher maît­re d'éco­le, 1800 ein wei­te­rer jü­di­scher Schul­leh­rer, 1819 letzt­mals jü­di­scher Leh­rer er­wähnt; da­nach be­su­chen die jü­di­schen Kin­der die evan­ge­li­sche Volks­schu­le, au­ßer­dem zu­sätz­li­cher jü­di­scher Pri­vat­un­ter­richt, 1863 jü­di­sche Pri­vat­schu­le, 1888 "Is­rae­li­ti­sche Volks­schu­le" (Erck­ens I, S. 153-160)
1799 Vier jü­di­sche Haus­hal­te (ein­und­zwan­zig Per­so­nen) in com­mu­ne Glad­bach, da­von sind: ei­ner Tröd­ler, ei­ner Die­ner, zwei Schlach­ter, ei­ner Ta­ge­löh­ner (HSTAD Ro­er-Dep. 1742)
(1810-50) Bet­haus (Syn­ago­ge) an der heu­ti­gen Ab­tei­stra­ße, da­nach Ver­la­ge­rung in den öst­li­chen Teil des Ab­tei­ge­bäu­des (Erck­ens I, S. 142-153)
1824 wer­den vier Ju­den zu der seit 1794 be­ste­hen­den "Ju­den­schuld" her­an­ge­zo­gen (StaMG 1c/670)
1825 Die jü­di­sche Ge­mein­de Glad­bach ge­hört zum Kon­sis­to­ri­al-Be­zirk Kre­feld (Kast­ner, Pro­vin­zi­al­land­tag I, 1989, S. 104)
1827 An­kün­di­gung der Auf­füh­rung ei­nes an­ti­se­mi­ti­schen Thea­ter­stücks in Glad­bach (ebd., S. 159 f)

Tabelle 1 Ärzte, Fachärzte, Hebammen und Apotheken in Mönchengladbach, 1885-1994. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Berufsstatistik der Juden in G 1843 und 1858

Ju­den wa­ren am wirt­schaft­li­chen Auf­schwung in Glad­bach seit der In­dus­tria­li­sie­rung der Tex­til­bran­che nach 1850 be­tei­ligt, im Tex­til­ein­zel­han­del wur­den sie füh­rend, im Hand­werk wa­ren sie sel­ten ver­tre­ten: (1860) ers­te Tex­til­ver­le­ger jü­di­scher Her­kunft, (1870) vier me­cha­ni­sche We­be­rei­en in jü­di­scher Hand. 1865 gab es drei­zehn Han­dels­ge­schäf­te, 1914 auf der Haupt­ein­kaufs­stra­ße Kre­fel­der Stra­ße (heu­te Hin­den­burg­stra­ße) zwölf (Tex­til-, Me­tall- und Schuh­ge­schäf­te) in jü­di­schem Be­sitz. Zwi­schen 1893 und 1914 er­folg­ten über zwan­zig Neu­grün­dun­gen von Tex­til­be­trie­ben mit jü­di­scher Be­tei­li­gung (Erck­ens I, S. 316, 306, 192-216, 168 f, 191, 224-292).

1856 Glad­ba­cher Syn­ago­ge für den Kreis Glad­bach als Kör­per­schaft des öf­fent­li­chen Rechts ge­nannt (ebd., S. 125-138)
1875 wird J. B. Jo­nas als ers­ter Ju­de Stadt­ver­ord­ne­ter in Glad­bach. Er war Kreis­syn­oden­vor­sit­zen­der und hat­te 1863 ei­ne Le­der­hand­lung und Schäf­te­fa­brik ge­grün­det (ebd., S. 175)
1882/83 Bau der Syn­ago­ge an der heu­ti­gen Blü­cher­stra­ße, 1938 in der so­ge­nann­ten "Reichs­kris­tall­nacht" ab­ge­brannt (ebd., S. 336-341, 653-693; zur La­ge vgl. Ta­fel 4, Stadt­plan 1903)
1941 ers­te gro­ße De­por­ta­ti­on nach Litz­mann­stadt (Lodz)
1942 letz­te De­por­ta­ti­on nach The­re­si­en­stadt. 611 Mön­chen­glad­ba­cher Ju­den ka­men in den Sam­mel- und Ver­nich­tungs­la­gern ums Le­ben (D. Ses­sin­g­haus-Reisch, Sie wa­ren u. sind un­se­re Nach­barn, 1989, S. 106-111)
1945 Wie­der­auf­bau der jü­di­schen Ge­mein­de, 1967 Ge­mein­de­zen­trum mit Bet­saal an der Al­ber­tus­stra­ße

Tabelle 2 Berufsstatistik der Juden in Gladbach, 1843 und 1858. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

4. 9 Einführung der Reformation

4. 9 Täufer und Mennoniten

Schon früh sind täu­fe­ri­sche Re­gun­gen in Glad­bach an­zu­neh­men. 1532 wur­de der aus Lür­rip vom Pil­grams­hof stam­men­de Vit to Pil­grams erst­mals fest­ge­nom­men und 1537 sei­nes täu­fe­ri­schen Glau­bens we­gen ver­brannt (HSTAD JB III R Gre­ven­broich 4 fol. 21r; Krum­me, S. 12-15). (1544) Täu­fer in Hardt nach­weis­bar (Ma­ckes, Neu­werk II, S. 250 f; Krum­me, S. 16).

(1550) Wie­der­täu­fer und Sa­kra­men­tie­rer in G ver­mu­tet (Red­lich II 1, S. 262)
1554 Hof­pre­di­ger Mat­thys von Sit­tard aus Aa­chen wird nach Glad­bach ent­sandt, wo er auch met et­li­chen we­der­ge­teuf­ten und sa­cra­men­ti­rern ge­han­delt hat (HSTAD JB III R Gre­ven­broich 5 fol. 282v; Krum­me, S. 16 f)
1560 wis­sen die Glad­ba­cher bei der Vi­si­ta­ti­on von kei­nen wi­der­teuf­fern oder wi­der­ge­teuf­ten (Red­lich II 1, S. 263)
(1560) Die im Glad­ba­cher Raum an­säs­si­gen Täu­fer ver­sam­meln sich un­ter an­de­rem in ei­nem zwi­schen Vier­sen und Glad­bach ge­le­ge­nen Wäld­chen (Krum­me, S. 17 f)
1575 Her­zög­li­che An­wei­sung, wie es mitt den Wie­der­teuf­fern des ampts Glad­bach zu hal­ten ist (Noever, Nach­trag, S. 73-75)
1591 Ver­tre­ter der ge­meyn­te tot Glad­bach bei ei­ner Ver­samm­lung der Täu­fer­ge­mein­den in Köln (Krum­me, S. 20)
1599 Ver­trei­bung von Täu­fern aus Glad­bach, die im be­nach­bar­ten Rhe­ydt Zu­flucht fin­den (HSTAD Jü­lich Le­hen 199 III fol. 209-212, 217-220; Krum­me, S. 21)
(1621) In der Stadt sind 21 und im Kirch­spiel 130 Wid­der­teuf­fer be­kannt, da­von sind ca. zwei Drit­tel Lei­nen-, Garn-, Tuch­händ­ler und We­ber, ha­ben ei­ge­nen Pre­di­kan­ten und ei­ge­ne Schu­le in Ho­ven (UB Glad­bach 896; zur Da­tie­rung Krum­me, S. 41-46)
1654 141 Täu­fer­fa­mi­li­en, da­von neun in der Stadt und 132 im Kirch­spiel, ha­ben 500 An­ge­hö­ri­ge und 75 Be­schäf­tig­te, han­deln über­wie­gend mit Garn und Lei­nen und sind Lei­nen­we­ber. Sie woh­nen meis­tens im Nord­os­ten des Stadt­ge­biets und sind der Ober- und Mit­tel­schicht zu­zu­rech­nen. Sie wan­dern we­gen des jü­lich-ber­gi­schen Täu­fe­re­dikts von 1652 ab 1654 aus, vor­nehm­lich nach Nim­we­gen (21 Fa­mi­li­en), Kre­feld (44 Fa­mi­li­en) und Rhe­ydt (31 Fa­mi­li­en) (E. Krum­me, Die Täu­fer in Glad­bach. In: Rhe­ydter Jb. 12, 1977, S. 9-58; R. Klöt­zer, Ver­folgt, ge­dul­det, un­er­kannt. In: W. Frö­se, Sie ka­men als Freun­de, 1995, S. 35-44)
1722 Die Stadt be­schwert sich über die Hö­he der kur­fürst­li­che Ma­tri­ku­lar­steu­er und weist dar­auf hin, dass sie un­ter an­de­rem nach Ver­trei­bung der Men­no­ni­ten das Com­mer­ci­um gänz­lich ver­lo­ren hat (UB Glad­bach 1045)

Ansicht Mönchengladbach von Süden, Ölskizze von Johann Gottfried Pulian, um 1856, Original im Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/7660. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/2738)

 

4. 9 Sakramentierer und Reformierte

1550 Die Kin­der auf dem Hof Pau­wels Heubt­mans aus Hardt sind seit neun oder zehn Jah­ren nicht mehr zum Sa­kra­ment ge­kom­men, ei­ne Frau, eben­falls aus Hardt, seit fünf oder sechs Jah­ren nicht (Red­lich II 1, S. 266)
1554 Sa­kra­men­tie­rer in Glad­bach nach­weis­bar (HSTAD JB III R Gre­ven­broich 5 fol. 282v)
1560 Fünf Per­so­nen, die nicht zum Sa­kra­ment ge­hen, son­dern es mit dem wort in geist und glau­ben emp­fan­gen (Red­lich II 1, S. 263). Die Sa­kra­men­tie­rer ge­hen ver­mut­lich im Cal­vi­nis­mus auf (Krum­me, S. 30 f)
1572 Die Glad­ba­cher Re­for­mier­ten tre­ten beim quar­tier-con­ven­tus in Rand­erath auf (ebd., S. 34-36)
(1572) ers­ter na­ment­lich be­kann­ter Pre­di­ger der Glad­ba­cher: Hen­rich He­ro­elt aus Fries­land (ebd., S. 39-41)
1580 ers­ter deut­scher re­for­mier­ter Pre­di­ger des Glad­ba­cher Quar­tiers (ebd., S. 43 f)
(1609) öf­fent­li­che Re­li­gi­ons­aus­übung der Re­for­mier­ten, En­de der Ge­mein­de un­ter dem Kreuz (UB Glad­bach 861, 865; Krum­me, S. 64 f)
1611 Die Glad­ba­cher Re­for­mier­ten wer­den von der Jü­li­cher Pro­vin­zi­al­syn­ode der drit­ten Jü­li­cher Klas­se zu­ge­wie­sen, auf dem Honds­berg Ein­rich­tung ei­nes Fried­hofs (Ge­mein­de­buch, S. 68 f)
1612 Er­lass der Kur­fürs­ten von Bran­den­burg und des Pfalz­gra­fen von Pfalz-Neu­burg, den Re­li­gi­ons-Ver­wand­ten das Glad­ba­cher Rat­haus un­be­hin­dert für ihr Ex­er­ci­ti­um re­li­gio­nis zu re­sti­tui­ren (UB Glad­bach 865; vgl. auch Mo­nats­hef­te f. rhein. Kir­chen­gesch. 28, 1934, S. 115)
(1614) Got­tes­diens­te der Re­for­mier­ten kön­nen nur noch in Häu­sern statt­fin­den, ab 1627 ge­hen die Glad­ba­cher Re­for­mier­ten zur Pre­digt nach Rhe­ydt (ebd.; vgl. auch UB Glad­bach 871)
1666 Cal­vi­ner Fried­hoff vor dem Vier­sener Tor (StaMG 1 b 1 Bd. 4 fol. 356r f)
1670 Die Glad­ba­cher Ge­mein­de zählt 250 Zu­hö­rer (Mo­nats­hef­te f. rhein. Kir­chen­gesch. 29, 1935, S. 6)
1675 Bür­ger­meis­ter und Rat ver­wei­gern den Bau ei­ner re­for­mier­ten Kir­che in der um­mau­er­ten Stadt und ver­wei­sen auf die Vor­statt (UB Glad­bach 998)
1681 Streit we­gen der Ce­re­mo­ni­en bei den Be­gräb­nis­sen der Re­for­mier­ten auf dem Fried­hof (ebd. 1004)
1682 Et­wa fünf­zig re­for­mier­te Fa­mi­li­en ha­ben we­der Pre­digt- noch Schul­haus, we­der Pre­di­ger noch Schul­meis­ter (ebd. 1005)
1682 Aber­ma­li­ge Ver­wei­ge­rung ei­nes Kirch­bau­es für die Re­for­mier­ten in der Stadt (ebd. 1007)
1682 kau­fen die Re­for­mier­ten En­de De­zem­ber ein Grund­stück für Kir­che, Schu­le und Fried­hof auf dem Hondt­s­berg vor der Stadt. Ein Pro­test des Abts bleibt wir­kungs­los (ebd. 1008-1012)
1690 ge­hö­ren fünf­zig Fa­mi­li­en der re­for­mier­ten Ge­mein­de an (ebd. 1021)
1716 be­schwe­ren sich die Re­for­mier­ten, aus der Krä­mer- und Schnei­der­zunft aus­ge­schlos­sen zu wer­den (ebd. 1041; vgl. auch Mo­nats­hef­te f. rhein. Kir­chen­gesch. 30, 1936, S. 133)
1802 Die Glad­ba­cher Re­for­mier­ten kom­men zur Kon­sis­to­ri­al­kir­che Kre­feld (Ro­sen­kranz I, S. 262)
1817 Evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de kommt zur Kreis­syn­ode Glad­bach (Ge­mein­de­buch, S. 70)
1833 An­schaf­fung ei­ner Or­gel für die Kir­che (ebd.)
1852 Neu­bau ei­ner evan­ge­li­schen Kir­che (Chris­tus­kir­che) am heu­ti­gen Ka­pu­zi­ner­platz (ebd., S. 71), Ab­riß der al­ten Kir­che 1857
1854 neu­er Fried­hof an der Vier­sener Stra­ße (ebd.)
1856 Er­rich­tung ei­ner zwei­ten (ebd.), 1881 ei­ner drit­ten Pfarr­stel­le (ebd., S. 74)
1885 Bau der Frie­dens­kir­che, Mar­ga­re­then­stra­ße (ebd., S. 72)
1915 Er­rich­tung ei­ner vier­ten Pfarr­stel­le (ebd., S. 74)
1937 Vi­ka­rie (ebd., S. 75)
1943/44 star­ke Zer­stö­run­gen an der Chris­tus­kir­che, Wie­der­auf­bau 1951 ab­ge­schlos­sen (ebd., S. 73 f)
1950 Er­rich­tung ei­ner fünf­ten Pfarr­stel­le (ebd., S. 75)
1953 Er­rich­tung ei­ner sechs­ten Pfarr­stel­le (Be­rufs­schu­le) (ebd.)
1955 Er­rich­tung ei­ner sieb­ten Pfarr­stel­le (ebd.)
1956 Er­rich­tung ei­ner ach­ten Pfarr­stel­le (ebd.)
1965 vier evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­den (Chris­tus­kir­che, Frie­dens­kir­che, Gro­ßhei­de, Hardt)
1994 acht evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­den, ei­ne evan­ge­lisch-frei­kirch­li­che Ge­mein­de

Ansicht Mönchengladbach von Südosten, kolorierter Stahlstich von Rohbock-Poppel, 1856. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/2738)

 

4. 10 Konfessionszahlen

1560 3200 Kom­mu­ni­kan­ten im Kirch­spiel Glad­bach und 300 in Hardt (Red­lich II 1, S. 263, 267)
1676 4500 Kom­mu­ni­kan­ten im Kirch­spiel Glad­bach (Bin­te­rim-Moo­ren 2II, S. 180)

4. 11 Schulen und Bildungseinrichtungen

1315 rec­tor sco­lar­um (HSTAD Ab­tei G 67)
1394 bis 1797 sind zahl­rei­che Glad­ba­cher an der Uni­ver­si­tät Köln im­ma­tri­ku­liert, die aber bei der Häu­fig­keit des Na­mens Glad­bach nur sel­ten ein­deu­tig zu­zu­ord­nen sind (Ma­tri­kel Univ. Köln, Re­gis­ter)
1418 rec­tor scho­la­ri­um (UB Glad­bach 380)
1475 Stif­tung ei­nes Lü­be­cker Ber­gen­fah­rers aus G u. a. für die Schu­le in G (... de­me meys­ter myt synen loc­ca­ten un­de scho­le­ren ...) und für die nun­nen scho­la­ren in Neu­werk (E. Dös­se­ler, Der Nie­der­rhein u. d. dt. Ost­see­raum z. Han­se­zeit, 1940, S. 75 f; vgl. Stadt­gesch. Mön­chen­glad­bach I, S. 375 f)
1560 Ha­ben ein schul und wird der rec­tor us den ube­ren­zi­gen ren­ten der bro­der­schaft und sunst wes ime der abt da­zu gibt, un­d­er­hal­ten (Red­lich II 1, S. 264)
(1645-53) Auf­zeich­nung der ab­tei­li­chen Rech­te durch Pfalz­graf Wolf­gang Wil­helm: Der Abt von Glad­bach hat das Recht in­sti­tu­en­di scho­las et con­sti­tu­en­di ma­gis­tros (UB Glad­bach 947). Vgl. auch den fol­gen­den Be­leg
1657 Die Ab­tei Glad­bach ist zur Be­schaf­fung ei­ner gu­ten Schu­le für Un­ter­richt und Er­zie­hung der Ju­gend ver­pflich­tet (ebd. 962)
1684 kauft der Abt das Nes­pen­haus ge­gen­über dem Rat­haus am Markt für die deut­sche Schu­le und als Woh­nung für den la­tei­ni­schen und deut­schen Schul­meis­ter (ebd. 1015, vgl. auch StaMG 7/1/23)
1618 ver­pflich­tet sich der Schul­meis­ter, dass beim Un­ter­richt nach ka­tho­li­scher Auf­fas­sung ge­lehrt wird und nur ka­tho­li­sche Bü­cher be­nutzt wer­den (StaMG 17/1)
(1694) Der Schul­meis­ter singt mit sei­nen Scho­la­ren täg­lich das Frau­en­lob in der Pfarr­kir­che (UB Glad­bach 1026)
1716 ist ge­ra­de ei­ne Mäd­chen­schu­le (magd­tes schull) ein­ge­rich­tet wor­den (ebd. 1043a)
(1806) Zwei Schu­len in Glad­bach mit zwei Leh­rern auf 160 Schü­ler im Som­mer und 200 im Win­ter; ei­ne Schu­le in Hardt mit ei­nem Leh­rer und ein­hun­dert Schü­lern (HSTAD Ro­er-Dep. 2727)
1806 Éco­le la­ti­ne et françai­se (ebd. Bras­se, Ge­schich­te II, S. 503 f)
1825 Zwei Schu­len mit zwei fest­an­ge­stell­ten Leh­rern und zwei Hilfs­leh­rern, 123 Kna­ben und 116 Mäd­chen (HSTAD LA M.Glad­bach 228)
1829 Stif­tung für ein ka­tho­li­sches Pro­gym­na­si­um (Un­ter­richt im Schul­haus an der Süd­sei­te des Glad­ba­cher Müns­ters)
1830 ka­tho­li­sches Mäd­chen­schu­le
1832 Um­zug des kath Pro­gym­na­si­ums ins Ka­pu­zi­ner­klos­ter
1833 Ei­ne ka­tho­li­sche hö­he­re Stadt­schu­le mit zwei Leh­rern und ein Hilfs­leh­rer; ei­ne ka­tho­li­sche Pri­vat­an­stalt mit drei Lehr­kräf­ten; ei­ne ka­tho­li­sche Ele­men­tar­schu­le mit zwei Leh­rern, ei­ne evan­ge­li­sche Ele­men­tar­schu­le mit zwei Leh­rern und ei­nem Hilfs­leh­rer (ebd. Reg. Düs­sel­dorf 2586)
1835 Um­zug des Pro­gym­na­si­ums ins Ab­tei­ge­bäu­de
1837 Ge­wer­be- und Zei­chen­schu­le
1842 Er­öff­nung ei­ner evan­ge­li­schen Bür­ger­schu­le für Jun­gen und Mäd­chen
1855-75 Hö­he­re Töch­ter­schu­le in der Trä­ger­schaft der Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Non­nen­werth
1860 Hand­wer­ker-Fort­bil­dungs­schu­le
1863/64 Neu­bau des Pro­gym­na­si­ums auf dem Flies­cher­berg
1875 Fu­si­on des kath Pro­gym­na­si­ums und der evan­ge­li­schen Bür­ger­schu­le
1875 Städ­ti­sche hö­he­re Mäd­chen­schu­le an der Lü­pert­zen­der­stra­ße, 1911 Ly­ze­um, 1930 staat­li­ches Ober­ly­ze­um
1877 Pro­gym­na­si­um wird Voll­gym­na­si­um
1883-92 ka­tho­li­sche hö­he­re Töch­ter­schu­le (Ma­ri­en­schu­le) in pri­va­ter Trä­ger­schaft
1884 Ei­ne pa­ri­tä­ti­sches Gym­na­si­um mit drei­zehn Klas­sen, ei­ne pa­ri­tä­ti­sche hö­he­re Mäd­chen­schu­le; vier evan­ge­li­sche Ele­men­tar­schu­len mit fünf­zehn Klas­sen; elf ka­tho­li­sche Ele­men­tar­schu­len mit 74 Klas­sen (Rhein. Pro­vin­zi­al­hand­buch I, 1884, S. 90)
1884 Fort­bil­dungs­schu­le
1887 Er­rich­tung ei­ner pa­ri­tä­ti­schen hö­he­ren Bür­ger­schu­le
1892-1939 Ma­ri­en­schu­le er­neut in Trä­ger­schaft der Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Non­nen­werth
1892 Neu­bau an der Lü­pert­zen­der­stra­ße für die hö­he­re Bür­ger­schu­le
1893 Er­rich­tung der Ma­ri­en­schu­le an der Wall­stra­ße
1896 Hö­he­re Bür­ger­schu­le wird zur Ober­re­al­schu­le
1897 Fünf evan­ge­li­sche Volks­schu­len, vier­zehn ka­tho­li­sche Volks­schu­len, ei­ne jü­di­sche Volks­schu­le, ei­ne pa­ri­tä­ti­sche hö­he­re Schu­le, ei­ne ka­tho­li­sche Pri­vat­schu­le (HSTAD Reg. Düs­sel­dorf 42490)
1900 Preu­ßi­sche hö­he­re Fach­schu­le für Tex­til­in­dus­trie
1903 Städ­ti­sche Pflicht­fort­bil­dungs­schu­le
1912 Ein Gym­na­si­um mit 532 Schü­lern (460 kath, 86 ev, 16 jüd.), ei­ne Ober­re­al­schu­le mit 443 Schü­lern (227 kath, 197 ev, 18 jüd.), ein Ly­ze­um mit Ober­ly­ze­um mit 492 Schü­le­rin­nen (287 evan­ge­lisch, 166 ka­tho­lisch, 38 jü­disch, 1 dis­si­dent); zwölf ka­tho­li­sche, vier evan­ge­li­sche, ein jü­di­sches Schul­sys­tem, ei­ne Hilfs­schu­le, ei­ne ge­werb­li­che und kauf­män­ni­sche Fort­bil­dungs­schu­le; ei­ne pri­va­te hö­he­re Mäd­chen­schu­le mit 446 Schü­le­rin­nen
1913 Kna­ben­mit­tel­schu­le
1918 kauf­män­ni­sche Fort­bil­dungs­schu­le
1924-39 pri­va­te Mit­tel­schu­le für Mäd­chen in­ner­halb der Ma­ri­en­schu­le
1929 Be­rufs­schu­le zieht in das Ge­bäu­de der ehem. Ak­ti­en­spin­ne­rei und -we­be­rei (heu­te Platz der Re­pu­blik)
1929-68 Jo­han­nes-Duns-Sco­tus-Aka­de­mie der Köl­ni­schen Fran­zis­ka­ner­pro­vinz
1932 Hö­he­re Be­klei­dungs­fach­schu­le
1934 Ein Gym­na­si­um mit Re­al­gym­na­si­um mit 564 Schü­lern, ei­ne Ober­re­al­schu­le mit 236 Schü­lern, ei­ne Mit­tel­schu­le mit 239 Schü­lern, 41 Volks­schu­len (35 ka­tho­lisch, vier evan­ge­lisch, ei­ne pa­ri­tä­tisch, ei­ne jü­disch) mit 15.188 Kin­dern; ge­werb­li­che Be­rufs­schu­le, ei­ne kauf­män­ni­sche Be­rufs­schu­le, ei­ne Han­dels­schu­le, zwei länd­li­che Fort­bil­dungs­schu­len; ei­ne pri­va­te ka­tho­lics­he hö­he­re Schu­le (Ma­ri­en-Ly­ze­um), ei­ne hö­he­re Fach­schu­le für Tex­til­in­dus­trie
1936 Tex­ti­lin­ge­nieur­schu­le
1939 Städt. Mit­tel­schu­le
1939-45 Staat­li­ches Ober­ly­ze­um, da­nach bis 1974 staat­li­ches Mäd­chen­gym­na­si­um
1945 Um­be­nen­nung der Ober­schu­le an der Lü­pert­zen­der­stra­ße in ma­the­ma­tisch-na­tur­wis­sen­schaft­li­ches Gym­na­si­um
1945-80 Ma­ri­en­schu­le zum drit­ten­mal in Trä­ger­schaft der Fran­zis­ka­ne­rin­nen
1946 Volks­hoch­schu­le
1952/54 Neu­bau des staat­li­chen Mäd­chen­gym­na­si­ums am Ge­ro­wei­her, seit 1974 städ­ti­sches Gym­na­si­um an der Bal­de­rich­stra­ße, 1974 erst­mals Auf­nah­me von Jun­gen
1962 Staatl. Hö­he­re Wirt­schafts­fach­schu­le
1965 Staat­li­che In­ge­nieur­schu­le für Tex­til­we­sen
1966 Neu­sprach­li­ches Gym­na­si­um (ko­edu­ka­tiv) in den Räu­men der ehem. Volks­schu­le Knops­stra­ße
1969 Neun Ge­mein­schafts­haupt­schu­len, drei ka­tho­li­sche Be­kennt­nis­haupt­schu­len, 31 ka­tho­li­sche Grund­schu­len, acht evan­ge­li­sche Grund­schu­len mit 15.204 Schü­lern; zwei Re­al­schu­len, ei­ne Abend­re­al­schu­le, fünf Gym­na­si­en, ei­ne ka­tho­li­sche hö­he­re Schu­le (Ma­ri­en­schu­le); zwei be­rufs­bil­den­de Schul­sys­te­me (dar­in: ei­ne Be­rufs­auf­bau­schu­le, ei­ne Tech­ni­k­er­fach­schu­le, ei­ne Han­dels­schu­le, ei­ne hö­he­re Han­dels­schu­le)
1969 Er­rich­tung der Fach­rich­tung Wirt­schafts- und Be­triebs­tech­nik an der In­ge­nieur­schu­le
1969 Gym­na­si­um Rhein­dah­len
1970 Fer­tig­stel­lung des Neu­baus für das Neu­sprach­li­che Gym­na­si­um an der Vier­sener Stra­ße
1971 Fach­hoch­schu­le Nie­der­rhein (Abt. Mön­chen­glad­bach)
1973 Gym­na­si­um Neu­werk
1974 Gym­na­si­um Gie­sen­kir­chen, da­nach in der neu­en Stadt 11 Gym­na­si­en
1974-78 Er­rich­tung ei­nes Neu­baus für das ma­the­ma­tisch-na­tur­wis­sen­schaft­li­che Gym­na­si­um an der Rhe­ydter und Vik­to­ria­stra­ße
1980 Ma­ri­en­schu­le pri­va­tes Gym­na­si­um für Jun­gen und Mäd­chen in Trä­ger­schaft des Bis­tums Aa­chen
1981/83 Neu­bau Gym­na­si­um Gie­sen­kir­chen
1986 Ge­samt­schu­le an der Es­pen­stra­ße (Rhe­ydt)
1987 Um­zug der Ma­ri­en­schu­le zur Vier­sener Stra­ße in das Ge­bäu­de des ehem. neu­sprachl. Gym­na­si­ums
1987/88 Fu­si­on des math.-na­tur­wis­sen­schaftl. Gym­na­si­ums und des neu­sprachl. Gym­na­si­ums
1995 Zehn Gym­na­si­en, drei Ge­samt­schu­len, 25 ka­tho­li­sche  Grund­schu­len, ei­ne evan­ge­li­sche Grund­schu­le, 22 Ge­mein­schafts­grund­schu­len, ei­ne Montes­so­ri-Grund­schu­le, zehn Ge­mein­schafts­haupt­schu­len, drei ka­tho­li­sche Haupt­schu­len, vier Son­der­schu­len, zwei Schu­len für Geis­tig­be­hin­der­te, ei­ne Schu­le für Er­zie­hungs­hil­fe, drei Schu­len für Kran­ke; fünf Re­al­schu­len, fünf be­rufs­bil­den­de Schu­len

Tabelle 3 Konfessionszahlen, 1816; 1834; 1849. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

4. 11 Sonstige Bildungseinrichtungen

1890 bis 1933 be­steht in Mön­chen­glad­bach die Zen­tra­le des Volks­ver­eins für das ka­tho­li­sche Deutsch­land, un­ter­hält un­ter an­de­rem ei­ne so­zi­al­wis­sen­schaft­li­che Bi­blio­thek und ver­an­stal­tet prak­tisch-so­zia­le Kur­se.

4. 11 Lesegesellschaft, Stadtbibliothek, -archiv

1849 Grün­dung des Wis­sen­schaft­li­chen Ver­eins, um "Licht und Bil­dung in die Mit­glie­der und die Mas­se der Be­völ­ke­rung zu tra­gen" (W. Klü­sche, Der Wis­sen­schaftl. Ver­ein, 1989, S. 16)
1904 Stadt­bi­blio­thek
1969 Stadt­ar­chiv als ei­ge­nes Amt nach der Aus­glie­de­rung aus der Stadt­bi­blio­thek

4. 11 Musik

1844 Män­ner­ge­sang­ver­ein Lie­der­ta­fel
1846 Män­ner­ge­sang­ver­ein Lie­der­kranz
1852 Städ­ti­scher Ge­sang­ver­ein Cae­ci­lia (ge­misch­ter Chor)
1904 Kon­ser­va­to­ri­um der Mu­sik
1959 Mu­sik­schu­le

4. 11 Orchester, Theater

1900 Sin­fo­nie­or­ches­ter, 1902 städ­tisch
1903 Voll­endung der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le als Kon­zert­saal und Thea­ter
1903-23 Thea­ter­ge­mein­schaft mit Kre­feld
1924-29 Stadt­thea­ter Mön­chen­glad­bach, 1929-50 Stadt­thea­ter Mön­chen­glad­bach-Rhe­ydt
Seit 1950 Thea­ter- und Or­ches­ter­ge­mein­schaft mit Kre­feld

4. 11 Museum

(1895) Mu­se­um
1902 Mu­se­ums­ver­ein
1977-82 Bau des Ab­tei­berg­mu­se­ums für Zeit­ge­nös­si­sche Kunst (ab 1950), Ar­chi­tekt H. Hollein, Wien

Luftbild Mönchengladbach von Süden, 1934. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/9312)

 
Zitationshinweis

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Löhr, Wolfgang, Rheinischer Städteatlas Mönchengladbach. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-moenchengladbach.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/60860f5d138b29.15320675 (abgerufen am 07.02.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 20.08.2025, zuletzt geändert am 08.10.2025

Auch über Rheinischer Städteatlas Mönchengladbach, bearbeitet von Wolfgang Löhr (Lieferung XII Nr. 65, 1996)