Zu den Kapiteln
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4. 1 Erste Erwähnungen der Kirche bzw. des Geistlichen
Bei der Gründung der Abtei 974 wurden nach der Gründungsgeschichte auf dem G.er Hügel Ruinen einer von den Ungarn (954) zerstörten ecclesia vetus entdeckt (Petry, Gründungsgesch., S. 58; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 280; zur Siedlungsgeschichte vgl. II 2; zur Baugeschichte vergleiche weiter unten).
Abtei
(1060/90) oratorium, monasterium (Kop XII, Petry, Gründungsgesch., S. 62; vgl. IV 5)
Pfarrkirche
1210 decanus et plebanus (UB Gladbach 66)
1243 ecclesia parrochialis, sacerdos = pastor (ebd. 79)
1247 plebanus, cui ... parrochialis ecclesie cura animarum committitur (HSTAD Abtei G 20; UB Gladbach 93 fehlerhaft)
1300 ecclesia seu parochia (ebd. 144)
1308 p[astor] (Liber Valoris)
1335 rector ecclesiae (UB Gladbach 275)
1466 kirspelskirche (Kop XVIII, ebd. 457)
1495 moderkirche (ebd. 538)
Baugeschichte der Kirchen
Abteikirche
Den Fundamentfunden nach war der Bau der erste Klosterkirche aus dem letzten Viertel des 10. Jahrhunderts unter dem Gründungsabt Sandrad einschiffig in der Breite des heutigen Mittelschiffes, im Westen vermutlich mit Empore und einem seitlich vorspringenden Westbau mit Vorhalle, im Osten mit unbekanntem Abschluss. Erste Hälfte des 11. Jahrhunderts wohl Erweiterung um einen vorgesetzten Westturm. Von einem (1100) im Osten begonnenen größeren Neubau ist die dreischiffige Hallenkrypta erhalten. Der romanische Chor über der Krypta, der vor 1275 durch den gotischen Neubau ersetzt worden ist, war vermutlich als Langchor in Mittelschiffbreite mit Apsis und abgetrennten niedrigen, fast quadratischen Seitenflügeln gestaltet. Die beiden schmalen Seitenschiffe der dreischiffigen Basilika fluchteten mit den Außenmauern des Westbaus. Auf der Südseite trat außen westlich der Mitte die Quermauer eines rechteckigen Anbaus vor, vermutlich eine der beiden 1116 geweihten Kapellen (Apostelpatrozinium, vgl. NrhUB I 279 = UB Gladbach 1116). Der Neubau der Ostteile fällt in die frühe Zeit der Einführung der Siegburger Reform in Gladbach (1096/99). Die älteren Westteile wurden (1170/80) durch einen dreiteiligen Neubau mit einem quadratischen Hauptturm in Mittelschiffbreite und flankierenden kleineren Anbauten ersetzt. Dies könnte auf eine geplante Dreiturmanlage hindeuten. Räumliches Kernstück des unter Abt Wilhelm von Oranien Mitte des 14. Jahrhunderts vollendeten Hauptturms war die als sacellum abbatiale erstmals 1505 mit Andreasaltar bezeugte Turmkapelle. Unter Abt Gerhard wurde im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts mit dem bereits (1170/80) geplanten Neubau des Langhauses als dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem Kapellenbau am südlichen Seitenschiff begonnen. Meister Gerhard, der Planer des Kölnes Domes, von Abt Theoderich (1256) nach Gladbach berufen, und sein Nachfolger vollendeten den Bau im gotischen Stil. An die Stelle des romanischen Chors trat als Mönchs-Chor eine fast quadratische Halle mit einem 7/12 Polygon als Presbyterium über dem Mittelbau der Krypta. Über deren Querarmen wurden im Norden der Martins-Chor und im Süden die Sakristei errichtet. Die Architektur der Abteikirche hat nach ihrer Weihe 1275 nur geringfügige Veränderungen erfahren. Vereinzelte Barockisierungen des 17./18. Jahrhunderts wurden im Zuge einer Restaurierung (1860) unter der Leitung des Kölner Dombaumeisters Vincenz Statz durch Neogotik ersetzt. Beim Wiederaufbau der 1943 und 1944 stark zerstörten Kirche konnte der ursprüngliche mittelalterliche Zustand weitgehend wiedergewonnen werden (Kubach/Verbeek II, S. 783-788; Bange/Löhr, S. 344-346).
Pfarrkirche
Zur Zerstörung einer ecclesia vetus (974) auf dem Gladbacher Hügel s. oben. Über das Aussehen der ersten, vorromanischen und der zweiten, romanischen Kirche ist nichts bekannt. Vom romanischen Westturm aus Tuff, wohl zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts oder erste Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden, ist unter anderem. der Unterbau erhalten. Der jedoch mehrfach auf den Bau der Pfarrkirche bezogene Ablassbrief von 1286 betrifft nicht diese, sondern eindeutig die Abtei (UB Gladbach 128, z. B. bei Clasen, S. 50, Kubach/Verbeek II, S. 788, Handbuch d. Bistums Aachen, 3. Ausg., 1994, S. 1045 so bezogen, in letzterem zudem mit falscher Jahreszahl 1283; richtig bereits bei Brasse, Geschichte I, S. 183, auch Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 325, dort jedoch mit falscher Jahreszahl 1283). Der heutige Bau ist eine spätgotische dreischiffige Gewölbebasilika; Langhaus und Chor stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, nach Bauinschrift am Chor 1469 Grundsteinlegung des Neubaus; eine weitere Bauinschrift an der Sakristei nennt das Jahr 1533, offensichtlich als Vollendung des Baus. 1890 gründliche Renovierung und Anfügung zweier polygonaler Kapellen beiderseits des Westturms durch Julius Busch, Neuss. 1943 und 1944 stark zerstört. Wiederaufbau bis 1956, erneute Renovierung 1976 abgeschlossen (Kubach/Verbeek II, S. 788 f; Clasen, S. 49-55).
4. 2 Patrozinium
Abtei
Nach der Gründungsgeschichte (Petry, Gründungsgesch., S. 62) war das Kloster Maria, Vitus, Stephanus, Gangolf, Cornelius, Cyprian und Barbara geweiht.
1085 Vitus (UB Gladbach 2 = NrhUB I 238 = REK I 1176)
Pfarrkirche
1300 Maria (UB Gladbach 144)
1550 Maria und Vitus (Stiftsarch Xanten Urk 3047)
4. 2 Altäre und Vikarien in der Abteikirche
1275 weiht Albertus Magnus den Hochaltar in honore sancti spiritus et sancti Viti martiris in der umgebauten Münsterkirche (UB Gladbach 115)
1286 BMV-Altar (ebd. 128)
1326 Apostelaltar (ebd. 240)
1338 BMV-Altar in der Krypta (ebd. 286)
1373 Vitusaltar (ebd. 335)
16. Jahrhundert sechsundzwanzig nicht dotierte Altäre genannt (W. Classen, Archidiakonat v. Xanten = Das Erzbistum Köln, T. 1 = Germania Sacra III 1, 1938, S. 441)
1697 Weihe eines Laurentiusaltars (Torsy, Weihehandlungen, S. 400)
1697 Josefsaltar = Altar superius infra campanile (ebd.)
1697 Weihe eines Schutzengelaltars in sacello abbatis (ebd.)
Altäre und Vikarien in der Pfarrkirche
1389 Agathaaltar (UB Gladbach 348)
1451 Matthiasaltar (ebd. 430)
1454 Sebastianusaltar gestiftet, das Präsentationsrecht liegt bei der Schützenbruderschaft (Eckertz-Noever, S. 156; III 7 Bruderschaften)
1466 Katharina- und Barbaraaltar (UB Gladbach 455)
1475 BMV-Altar gestiftet (Eckertz-Noever, S. 158)
(1500) Acht Altäre (einschließlich Hochaltar): 1. Sebastianus (post summum), 2. Matthias, 3. Agatha (in medio ecclesia), 4. Nikolaus, 5. Jakob, 6. Crispin und Crispinianus, 7. Petrus (nicht dotiert) (F. W. Oediger, Niederrhein. Pfarrkirchen um 1500. In: Ders., Vom Leben am Niederrhein, 1973, S. 342)
1561 officium Catharinae, Crispini, Crispiniani (Redlich II 1, S. 265)
1583 Drei Altäre genannt: Agatha, Matthias, Katharina-Crispin-und-Crispinianus (ebd., S. 264 f)
(1660) Sebastianus- und Vitusaltar (UB Gladbach 968)
1662 BMV- und Matthiasaltar (ebd. 973)
1662 bestehen daneben Sebastian- und Nikolausaltar sowie Agatha- und Jakobsaltar (ebd. 974)
1676 Fünf Altäre: Agatha und Jakobus, Matthias und Petrus, Nikolaus, Sebastianus, BMV (Binterim/Mooren 2II, S. 180 f)
4. 2 Kirmes- bzw. Kirchweihtermin
1672 Kirmes am Freitag nach Mariae Himmelfahrt (15. August) (StaMG 16/13 S. 118)
1908 Früh- und Prunkkirmes 8 Tage nach Pfingsten, Spätkirmes Sonntag und Montag nach Mariae Himmelfahrt (15. August) (HSTAD Reg. Düsseldorf 45767)
4. 3 Patronat
1243 inkorporiert der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden die ecclesia Gladebacensis parrochialis der Abtei Gladbach auf deren Bitten hin. Der Abt erhält das Recht, eine persona ydonea dem Archidiakon pro investito zu präsentieren. Die Einkünfte der Pfarre sollen zunächst dem Klosterbau und darauf dem Lebensunterhalt des Konvents zugute kommen. Der Xantener Archidiakon stimmt zu. Der investierte Pfarrer muss an vier Terminen jährlich an das Kloster zwölf kölnische Mark zahlen (UB Gladbach 79-81)
1245 Bestätigung der Inkorporation durch Papst Innozenz IV. und den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden (ebd. 88-89)
1247 bestätigt derselbe Erzbischof den Vertrag des Klosters mit dem Gladbacher Pfarrer (ebd. 93)
1254 Da der Pfarrer (plebanus) nicht in der Lage ist, die vereinbarten zwölf Mark kölnisch zu zahlen, verzichtet er auf die Einkünfte aus dem Pfarrzehnten und gibt ihn in den Nießbrauch des Konvents (ebd. 98)
1310 Anerkennung des Patronatsrechts des Abts durch ein kölnisches Schiedsgericht (ebd. 158; zum Patronat insges. Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 353-355)
4. 3 Zehnt
Die Abtei Gladbach hat den Zehnten vermutlich bei der Gründung 974 erhalten.
1135 Abt Walter übergibt unter anderem den Zehnt von Rasseln (Racsleide), Hardt (Herde), Piperlo und Mackenstein (Macchenstein) sowie den des Laien Rutger in Hardt dem Benediktinerinnenkloster in Neuwerk (UB Gladbach 23; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 299)
1254 Pfarrzehnt im Nießbrauch des Konvents der Abtei (IV 2)
1292 erhält der Abt bei der Trennung von Abts- und Konventsgut die minutae decimae in Gladbach und von allen anderen Gütern, ausgenommen die in Kempen und Oedt, die dem Konvent zustehen (UB Gladbach 133)
1315 werden bei der erneuten Gütertrennung dem Abt die 1292 genannten Zehnten bestätigt, ferner die Zehnten in Als (Aelst, heute Alsstraße) und Bettrath (Bettenrode), den Hof in Rasseln (curtis in Raecsleiden) mit dem Zehnten (ebd. 191; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 313 f)
1335 Abt Wilhelm von Oranien verpachtet einem Mönch der Abtei den zum Gasthaus gehörenden Hof zu Holt una cum agris et decimis in Gladbach und Oedt (UB Gladbach 275)
1557 klagt der Abt, ihm werde der Zehnt von den Underdanen in Gladbach nicht in gebührender Weise gegeben; Bürgermeister, Schöffen und Geschworene von Stadt und Kirchspiel Gladbach versprechen Abhilfe (ebd. 722)
1583 Die Abtei Gladbach hat große und kleine Zehnten, außerdem hat das Kloster Neuwerk etliche decimas. Der Abt hat außerdem den Zehnten in Hardt (Redlich II 1, S. 264, 267)
1605 Der Abt von Gladbach hat den großen und schmalen Zehnt einschließlich des Gartenzehnts im Kirchspiel Gladbach und in Hardt (UB Gladbach 852, S. 296 f)
1621 ist der Rottzehnt im Besitz der Abtei Gladbach (ebd. 892, S. 334, vgl. auch S. 386, 422)
4. 4 Pfarrbezirk
Pfarrbezirk Gladbach = Unteramt Gladbach des Amtes Grevenbroich
1254 Das Kirchspiel umfasst Gladbach und villa, que Hart vulgariter appellatur (UB Gladbach 98)
4. 4 Filiale
1311 parochia Hart (HSTAD Abtei G 53 = UB Gladbach 166), noch keine formelle Auspfarrung, da bei den Visitationen 1550 von der capell der moderkichen zu Gladbach und 1560 von der capella under Gladbach, habet omnia sacramenta excepto baptismo, gesprochen wird (vgl. auch den Hinweis auf diese Einschränkung in der Pfarrerliste 1593, Ropertz, S. 154). Patron ist 1676 Nikolaus (Binterim-Mooren 2II, S. 181). Pfarrer in Hardt sind seit Ende des 17. Jahrhunderts ausschließlich Gladbacher Benediktiner (Ropertz, S. 154 f)
1466 Das Benediktinerinnenkloster Neuwerk erhält die Erlaubnis, die letzte Ölung (extrema unctio) und alle anderen Sakramente den Professen und allen anderen Klosterangehörigen spenden zu lassen (Kop XVI, UB Gladbach 461). Nach der Auflösung des Klosters 1802 wird die Kirche 1804 Pfarrkirche.
1808 Auspfarrung von Ohler, Brandenbergs und Bungt zur Pfarre Rheydt (L. Schmitz, Geschichte d. Herrschaft Rheydt, 1897, S. 139)
1851/53 Bau der Kirche St. Mariä Heimsuchung in Hehn, 1853 Rektorat, 1856 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1856/59 Bau der Kapelle St. Mariä Empfängnis in Lürrip, 1861 Rektorat, 1868 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt (125 Jahre Pfarre Lürrip, 1993, S. 26)
1868 Kapelle St. Anna in Windberg errichtet, 1895 Rektorat, 1914 Pfarrerhebung
1869 Errichtung von Kirche und Rektorat St. Mariä Empfängnis in Venn, 1873 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1869 Klosterkirche (heiliges Kreuz) der Alexianer errichtet, worauf sich Seelsorgebezirk Blumenberg in der Pfarre St. Mariä Himmelfahrt bildet, 1924 Rektorat, 1961 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1873/76 Bau der Kirche St. Maria Rosenkranz in Eicken, 1887 Weihe, 1890 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1885 Kirche der Armen Dienstmägde Christi unter dem Weihetitel heiliges Kreuz errichtet, seit 1932 Albertus (Magnus) Mitpatron, 1957 Rektorat, 1964 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1891 Errichtung der Herz-Jesu-Kirche (Rektorat) in Bettrath, 1899 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1892 Klosterkirche der Franziskaner (IV 5) eingeweiht (St. Barbara), in deren Umfeld sich ein Seelsorgebezirk bildet, 1932 offiziell eingerichtet, 1957 Vikarie
1893/95 Bau der St.-Josefs-Kirche, Hermges, 1895 Rektorat, 1902 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt (vgl. dazu: Die Pfarrgemeinde St. Josef, Mönchengladbach ... Zum 100-jährigen Bestehen d. Pfarrkirche St. Josef, 1994)
1900 Rektorat St. Michael in Holt, 1903 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1901/02 Herz-Jesu-Kirche in Pesch errichtet, 1902 Rektorat, 1905 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1905 Rektorat St. Bonifatius, Hardterbroich, 1912 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Mariä Himmelfahrt
1924 Errichtung einer Notkirche St. Peter in Waldhausen, 1955 Pfarrerhebung
1933/34 Bau der Elisabethkirche (Obereicken), 1934 Rektorat, 1953 Pfarrerhebung unter Abtrennung von St. Maria Rosenkranz
1957 Kirche/Rektorat St. Pius X. in Uedding errichtet, 1961 als Pfarrvikarie Abtrennung von Neuwerk, 1994 Pfarrerhebung
1970 Pfarrvikarie Hermann Josef in Speick errichtet, Abpfarrung von Holt, 1991 Pfarrerhebung
(soweit nicht anders angegeben, alle Belege zu den Abpfarrungen in: Handbuch d. Bistums Aachen, 3. Ausg., 1994, S. 1038-1093)
4. 4 Bistums- und Dekanatszugehörigkeit
(985-999) Bistum Lüttich, seitdem Erzbistum Köln, Dekanat Süchteln, Archidiakonat Xanten, 1801-21 Bistum Aachen, 1821/25 Erzbistum Köln, 1827 Dekanat Gladbach, 1930 Bistum Aachen, 1973 Region Mönchengladbach mit neun Dekanaten
4. 5 Klöster
4. 5 Benediktinerabtei St. Vitus
974 gründete Erzbischof Gero von Köln mit dem Benediktinerabt Sandrad das Kloster Gladbach. Sandrad war ein Vertreter der monastischen Reform von Gorze/St. Maximin und gehörte vermutlich zeitweise der kaiserlichen Kanzlei an. Er war Beichtvater der Kaiserin Adelheid. 978 wurde Sandrad wahrscheinlich auf Veranlassung Kaisers Otto II. vertrieben, 984 konnte er nach Gladbach zurückkehren, wo er 985/86 gestorben und in der Abteikirche begraben worden ist. Unter Erzbischof Everger von Köln wurde das Kloster zeitweise nach Groß St. Martin in Köln verlagert, bis die Verhandlungen kurz vor 1000 mit dem Bischof von Lüttich wegen der Herauslösung Gladbachs aus der Diözese Lüttich und Übernahme in die Erzdiözese Köln abgeschlossen waren (IV 1; IV 4). (1100) schloß sich Gladbach der neucluniazensischen Reform an. Im 13. Jahrhundert setzte eine wirtschaftliche und geistige Krise ein, die erst durch den Anschluss an die Bursfelder Kongregation 1510 überwunden wurde. Die Äbte von Gladbach haben sich innerhalb der Union besonders als Visitatoren und Miteditoren liturgischer und ordensrechtlicher Texte hervorgetan. Als die Abtei 1802 aufgehoben wurde, war sie monastisch in vorbildlicher Ordnung (Bange/Löhr, S. 324-351; Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 278-284).
4. 5 Benediktinerinnenkloster Neuwerk
1135 wird das novum oratium beate Marie in Neuwerk erstmals erwähnt (UB Gladbach 23) = Benediktinerinnen-Kloster. Ob die Benediktinerinnen zuvor an einem monasterium mixtum mit den Benediktinern in Gladbach lebten, ist strittig (Mackes, Neuwerk I, S. 13 f). Das Kloster war aber zweifellos von der Abtei Gladbach rechtlich abhängig, so dass eine Gründung durch Gladbach anzunehmen ist (Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 358). Im 15. Jahrhundert Lockerung der Bindung an Gladbach und ab Ende des 15 Jahrhunderts unter geistlicher Aufsicht des Klosters Brauweiler (Mackes, Neuwerk I, S. 29 f, 31), ab 1762 wieder unter Aufsicht des Klosters Gladbach. 1249 wurde die Zahl der adeligen Benediktinerinnen auf vierundzwanzig beschränkt (REK III 1499). Im 18. Jahrhundert Niedergang, 1802 Auflösung des Klosters (Mackes, Neuwerk I, S. 137-139; zur Baugeschichte vgl. Kubach/Verbeek II, S. 837 f).
4. 5 Beginen
1316 und 1349 wird je ein Begine erwähnt (UB Gladbach 193, 307).
4. 5 Kapuziner
1655 Gründung der Kapuzinerniederlassung gegen den Willen des Abtes von Gladbach, Petrus Sybenius, aber mit Förderung Herzogs Philipp Wilhelms von Jülich und unter Zustimmung des Erzbischofs von Köln. Die geplante Grundsteinlegung des Klosters 1656 wurde durch päpstliche Breve verhindert. 1660, nach dem Tod des Abtes Sybenius, erfolgten die Grundsteinlegungen von Kirche und Kloster durch Abt Bruno Charmans. Patron: heiliger Josef. Ein Teil der Kosten war durch ein Legat des Generals Jan von Jan von Werth gedeckt. 1681 Weihe der Klosterkirche. 1802 Aufhebung des Klosters, Abbruch der Kirche (A. Wendehorst, Mönchengladbach u. d. Kapuziner. In: Lebendiges Münster II 2, 1952, S. 39-45; A. Jacobs, Die letzten Kapuziner v. Gladbach. In: AHVN 161, 1959, S. 249-257).
Ansicht Mönchengladbach von Süden, Doppelpostkarte kolorierter Lichtdruck von O. Schleich Nachfolger, Dresden, um 1900. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/11824)
4. 5 Sonstige Ordensniederlassungen seit dem 19. Jahrhundert
1854 Niederlassung der Franziskanerinnen (Schwestern von der Buße und christlichen Liebe) von Heythuysen-Nonnenwerth, übernehmen 1860 das Krankenhaus Maria-Hilf (I), 1889 das Krankenhaus Neuwerk, 1903 das Josephkloster in Hermges, 1908 die Franziskusheilstätte in Windberg (Maria-Hilf II) (Handbuch d. Bistums Aachen, 3. Ausg., 1994, S. 1156) und unterhalten die Marienschule (IV 11)
1857 Alexianerbrüder von Aachen in der ambulanten Krankenpflege, erbauen 1859 ein eigenes Haus für physisch Kranke
1862 Niederlassung der Armen Dienstmägde Jesu Christi von Dernbach, übernehmen 1868 das Arbeiterhospiz, 1869 das Krankenhaus Hehn (heute Altenheim St. Maria), 1882 das katholische Waisenhaus, 1891 das städtische Pflegehaus, 1895 das Christinen- und das Katharinenstift (= Altersheim des Vereins Wohlfahrt, besteht noch), 1904 die Hardterwald-Klinik, 1905 das Aloysiusstift, 1919 das Josephhaus in Venn (Handbuch d. Bistums Aachen, 3. Ausg., 1994, S. 1159)
1873 übernehmen drei Vinzentinerinnen von Köln ein Haus in Hardt zur "Krankenpflege und Jugendunterricht" (Das kath. Gladbach-Rheydt, 1932, S. 46)
1886 Vinzentinerinnen-Kloster (St.-Josefs-Haus) in Mönchengladbach-Hardt zur Betreuung geistesschwacher Knaben gegründet (Handbuch d. Bistums Aachen, 3. Ausg., 1994, S. 1153)
1889 Franziskaner in Mönchengladbach, beziehen 1891 Kloster an der Bettrather Straße (Löhr, S. 67 f)
1909 Franziskanerinnen von Salzkotten übernehmen das Luisenhaus des katholische Fürsorgeverein
1928 Missionsschwestern vom kostbaren Blut übernehmen Theresianum (Damenpensionat)
1933 sind in Mönchengladbach (außer Rheydt) folgende Orden und Kongregationen vertreten: Franziskaner, Alexianerbrüder, Kamillianer, Arme Dienstmägde Jesu Christi (84 Schwestern), Cellitinnen von Neuss, Schwestern vom dritten Orden des heiligen Franziskus von Erlenbach, Franziskanerinnen von der heiligen Familie, Schwestern von der Buße und der christlichen Liebe von Nonnenwerth (261 Schwestern), Franziskanerinnen von Salzkotten, Missionsschwestern vom kostbaren Blut, Vinzentinerinnen (Realschematismus Aachen 1933)
1962 sind in Mönchengladbach folgende Orden und Kongregationen vertreten: Franziskaner, Kamillianer, Arme Dienstmägde Jesu Christi, Franziskanerinnen von Salzkotten, Franziskanerinnen der Familienpflege, Schwestern vom dritten Orden des heiligen Franziskus, Schwestern von der Buße und christlichen Liebe, Schönstätter Marienschwestern, Missionsschwestern vom kostbaren Blut, Salvatorianerinnen, Vinzentinerinnen (Handbuch d. Bistums Aachen, 2. Ausg., 1962, S. 647-682)
1993 sind in Mönchengladbach (ohne Rheydt) folgende Orden und Kongregationen vertreten: Franziskaner, Kamillianer, Vinzentinerinnen, Schwestern unserer lieben Frau, Schwestern von der Buße und christlichen Liebe, Arme Dienstmägde Jesu Christi, Schwestern vom dritten Orden des heiligen Franziskus, Missionsschwestern vom kostbaren Blut, Salvatorianerinnen, Franciscan Clarist Congregation, Franziskanerinnen der Familienpflege, Töchter des heiligen Herzen Jesu und Mariä, Schönstätter Marienschwestern (ebd., 3. Ausg., 1994, S. 1148-1167).
4. 6 Hospitäler
1231 hospitalarius der Abtei Gladbach erwähnt (UB Gladbach 73)
1317 agri hospitalis der Abtei am Spelberch, liegen westlich von Bettrath (ebd. 197)
1335 domus hospitalis pauperum der Abtei. Der Hof ten Honte (= Holt) gehört zum officium hospitalarie der Abtei (ebd. 275)
1340 wird in der Abtei ein Krankenhaus für die Klosterbrüder eingerichtet (domus claustralis que nunc prior inhabitat ... in usus fratrum infirmorum ..., ebd. 293), vermutlich heutige Propstei in der Abteistraße
1550 Streit zwischen Abt und Stadt wegen des Gasthauses. Der Amtmann soll die gebrechen prüfen, damit den Armen nichts entzogen wird (Redlich II 1, S. 262)
1586 Der Abt behält sich vor, in dem auf eigenem Grund gebauten hospitall oder gasthauss Arme und Fremde nur mit seiner oder seines Gasthausmeisters Zustimmung beherbergen zu lassen (UB Gladbach 797). Das Gasthaus lag an der Stadtmauer im Südwesten (Tafel 1, Grundriß; UB Gladbach 804 = 1589, u. ö.; vgl. heute Gasthausstraße, Tafel 1, DGK)
1599 Leprosorium (StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 719)
1603 Gladbacher Leprosenhaus neben dem Dürener Haus, für die Einhaltung der jülich-bergischen Leprosenordnung verantwortlich. Lage: im Einmündungsbereich der heutigen Eickener Straße in die Hindenburgstraße (G. Lamers/W. Franzen, Das Leprosorium oder Siechenhaus v. Gladbach. In: Rheydter Jb. 18, 1990, S. 21-34)
4. 6 Wundärzte, Apotheker, Hebammen und Ärzte
1569-84 Meister Pawel Schels als Wundarzt in Gladbach tätig (UB Gladbach 759, 769, 798; Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 1 S. 378 u. ö.), hat ein Haus an der Judenstraße (vgl. Tafel 1, Grundriss) 1585-96 Meister Henrich Schels als Wundarzt in Gladbach tätig (Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 202, 607), erwirbt Kammer in einem Haus in der Stiegen (vgl. Tafel 1, Grundriss)
1596 Meister Hupert Schels (Kop XVII, StaMG 1 b 1 Bd. 2 S. 601), kauft Haus am Markt (vgl. Tafel 1, Grundriß)
1651 Paulus Florentzen, sein Haus liegt am Viersener Tor am Markt, ist reformiert (G. Lamers, 200 Jahre Adler-Apotheke am Markt Mönchengladbach, 1986, S. 4 f)
(1700) Nikolaus Braun, Apotheker und Chirurg. Er stirbt 1721. Sein Sohn Karl ist ebenfalls Apotheker, stirbt 1758. Seine Witwe heiratet 1765 den Apotheker Heinrich Henck, der 1786 ein Haus auf dem Markt kauft = heute Adler-Apotheke (ebd., S. 5 f)
1799 gibt es in der commune Gladbach zwei chirurgien, einen docteur médecin, einen Apotheker, zwei Hebammen,
1801 drei Apotheker, einen officier de santé (HSTAD Roer-Dep. 1742)
1806 zwei Apotheker, ein Arzt, ein Chirurg, eine Hebamme (ebd. 2117)
1842 zwei Apotheker, drei Ärzte, ein Chirurg (Avenarius, Statistik u. Hand-Adreßbuch d. Rheinprovinz f. d. Jahr 1842, S. 163-167)
1861 zwei Apotheker (mit zwei Gehilfen und einem Lehrling), acht Ärzte, zwei Heilgehilfen, ein Tierarzt 2. Kl., drei Hebammen in Gladbach-Stadt; eine Hebamme in Gladbach-Land (Statistik Kr. Gladbach, S. 274)
1876 In Bürgermeisterei Gladbach-Stadt zehn Zivilärzte, drei Apotheker, ein Wundarzt 2. Kl., vier Zahnärzte, ein Tierarzt, vierzehn Hebammen, zwei Krankenhäuser, zwei Irren- und Pflegeanstalten (HSTAD LA M.Gladbach 266).
Ansicht Mönchengladbach von Südosten, Lothographie aus einem Sammelblatt mit 13 Ansichten, vermutlich von B. Kühlen verlegt, um 1830. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/93)
Ärzte, Fachärzte, Hebammen und Apotheken 1885-1994
4. 6 Krankenhäuser
1855 Evangelisches Krankenhaus Bethesda (Statistik Kr. Gladbach, S. 280)
1856 Katholisches Krankenhaus Maria Hilf der Franziskanerinnen von Nonnenwerth (ebd.)
1856 Anstalt Hephata zur Erziehung und Pflege blödsinniger Kinder (ebd., S. 282)
1857 Pflege-Anstalt der Alexianer-Brüder (ebd., S. 283)
1869 Katholisches Krankenhaus Hehn, 1929 umgebaut 1873 katholisches Krankenhaus St. Josef in Hardt
1875/76 Kontagienhaus (VB 1886-97, S. 218 f)
1881 Pflegehaus des Antibettelvereins
1907/08 Franziskus-Heilstätte in Windberg
1900 Louise-Gueury-Stiftung für Lungenkranke (VB 1900-10, S. 6 f)
1922 Fünf Krankenhäuser (Bethesda, Hehn, Maria-Hilf, Neuwerk, Rheindahlen = städt.), zwei Lungenheilstätten (eine städtische)
1929 Asthma-Krankenhaus der Kamillianer in Dahl
1950 Fünf Krankenhäuser (Bethesda, Hehn, Maria-Hilf, Neuwerk, Rheindahlen), zwei Lungenheilstätten, ein Asthmakrankenhaus
1972 Umbau des Asthmakrankenhauses zum Altenkrankenhaus
1974 Vier Krankenhäuser (Asthma, Bethesda, Maria-Hilf, Neuwerk), eine Spezialklinik (Lungen, Geriatrie)
1994 Fünf Krankenhäuser (Asthma, Bethesda, Maria Hilf I und II, Neuwerk, Rheydt), eine Spezialklinik, ein Landeskrankenhaus
4. 7 Wallfahrten
1150/1230 sind im ältesten Pilgerschaftsbuch von St. Matthias in Trier zahlreiche Gladbacher verzeichnet (R. Laufner, Die Fragmente d. ältesten Pilgerbruderschaftsbuches v. St. Matthias, Tier, zwischen 1150 u. 1230. In: Archiv f. mittelrhein. Kirchengesch. 7, 1955, S. 244; III 7 Bruderschaften)
1330 mit einem Ablass verbundene Prozession bezeugt, bei der imago beate Marie virginis seu feretrum beati Viti ... portatur (UB Gladbach 250). Daraus entwickelte sich vielleicht die Heiligtumsfahrt. Sie hängt mit der Aachener Heiligtumsfahrt und deren 7-Jahres-Rhythmus zusammen, erstmals 1592 erwähnt (Münsterarch 7132), ist vermutlich aber älter (vgl. UB Viersen 341, S. 335 = 1470-80) und zählte zur seit 1391 überlieferten Römerfahrt (Beckers, S. 208). 1790 wohl letzte Heiligtumsfahrt in abteilicher Zeit (D. P. J. Wynands, Geschichte d. Wallfahrten im Bistum Aachen, 1986, S. 341). Sie ruhte danach bis 1867 (Beckers, S. 212-233), besteht bis heute fort.
1575 Heiligenhäuschen in Hehn (StaMG 1 b 1 Bd. 1 S. 658), ab Ende des 16. Jahrhunderts Marien-Wallfahrt nach dort anzunehmen (Wynands, Wallfahrten, S. 343 f), besteht noch (Beckers, S. 245 f)
1851 Wiederaufnahme der Trierwallfahrt (Matthias-Buch, Mönchengladbach 1853, S. XII)
Ab 1752 (spätestens) Wallfahrten nach Kevelaer, nach mehr als 20-jähriger Unterbrechung 1845 neu begründet (P. Dohms <u.a.>, Die Wallfahrt nach Kevelaer z. Gnadenbild d. "Trösterin d. Betrübten", 1992, S. 213, dort S. 212, 214-221 auch zu den jüngeren Wallfahrten heutiger Mönchengladbacher Pfarreien nach Kevelaer).
4. 8 Juden, Synagoge, Friedhof
1294 bekennt der Jude Sutkinus wegen aller Schuldforderungen an Abt und Konvent von Gladbach befriedigt zu sein (UB Gladbach 136)
1324 und 1325 Verschuldung Gladbacher Bürger bei Juden erwähnt, womit Gladbacher Juden gemeint sein könnten (HSTAD Abtei G 89 u. 92 = UB Gladbach 231 u. 234, dort jeweils ohne Erwähnung der Juden; zu 1324 vgl. V 4 Mühlen)
1337 und 1346 sind Gladbacher Juden in der Umgebung der Stadt als Geldverleiher tätig (UB Gladbach 281, 301)
1346 scola der Juden von Gladbach (ebd. 301), wohl Synagoge gemeint. [Mitte des 17. Jahrhunderts] Haus in der Judenstraße olim die Judenschull genannt (HSTAD Abtei G Akt 22 c fol. 213v)
1347 vicus Judeorum prope valvam (Judenstraße bzw. -viertel beim Graben) (II 5 Straßen; zur Lage vgl. Tafel 1, Grundriss u. DGK). Vgl. auch Judenpforte (II 3 Tore)
(1348/49) Vertreibung der Juden nach dem Pestpogrom in Gladbach, im Deutzer Memorbuch (XVI. Jh.) genannt (S. Saalfeld, Das Martyrologium d. Nürnberger Memorbuches, 1898, S. 84)
1621/22 Drei Gladbacher Juden und die Witwe eines Juden zahlen judden geldt (HSTAD JB III R Grevenbroich 14 fol. 195v)
1644 Judenkirchhoff (StaMG 1 b 1 Bd. 16 S. 47 Nr. 65), lag etwa 0,5 km südwestlich vom 1841 angelegten Friedhof an der heutigen Hügelstraße; letzterer wurde 1891 erweitert (StaMG 1c/1640; Erckens II, S. 484-489)
1798 unterschreiben bei der Huldigungs- und Ergebenheitsadresse der Gladbacher fünfzehn jüdische Einwohner (Paris, Archives Nationales F 1c III Roer 3)
1799 jüdischer maître d'école, 1800 ein weiterer jüdischer Schullehrer, 1819 letztmals jüdischer Lehrer erwähnt; danach besuchen die jüdischen Kinder die evangelische Volksschule, außerdem zusätzlicher jüdischer Privatunterricht, 1863 jüdische Privatschule, 1888 "Israelitische Volksschule" (Erckens I, S. 153-160)
1799 Vier jüdische Haushalte (einundzwanzig Personen) in commune Gladbach, davon sind: einer Trödler, einer Diener, zwei Schlachter, einer Tagelöhner (HSTAD Roer-Dep. 1742)
(1810-50) Bethaus (Synagoge) an der heutigen Abteistraße, danach Verlagerung in den östlichen Teil des Abteigebäudes (Erckens I, S. 142-153)
1824 werden vier Juden zu der seit 1794 bestehenden "Judenschuld" herangezogen (StaMG 1c/670)
1825 Die jüdische Gemeinde Gladbach gehört zum Konsistorial-Bezirk Krefeld (Kastner, Provinziallandtag I, 1989, S. 104)
1827 Ankündigung der Aufführung eines antisemitischen Theaterstücks in Gladbach (ebd., S. 159 f)
Tabelle 1 Ärzte, Fachärzte, Hebammen und Apotheken in Mönchengladbach, 1885-1994. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
Berufsstatistik der Juden in G 1843 und 1858
Juden waren am wirtschaftlichen Aufschwung in Gladbach seit der Industrialisierung der Textilbranche nach 1850 beteiligt, im Textileinzelhandel wurden sie führend, im Handwerk waren sie selten vertreten: (1860) erste Textilverleger jüdischer Herkunft, (1870) vier mechanische Webereien in jüdischer Hand. 1865 gab es dreizehn Handelsgeschäfte, 1914 auf der Haupteinkaufsstraße Krefelder Straße (heute Hindenburgstraße) zwölf (Textil-, Metall- und Schuhgeschäfte) in jüdischem Besitz. Zwischen 1893 und 1914 erfolgten über zwanzig Neugründungen von Textilbetrieben mit jüdischer Beteiligung (Erckens I, S. 316, 306, 192-216, 168 f, 191, 224-292).
1856 Gladbacher Synagoge für den Kreis Gladbach als Körperschaft des öffentlichen Rechts genannt (ebd., S. 125-138)
1875 wird J. B. Jonas als erster Jude Stadtverordneter in Gladbach. Er war Kreissynodenvorsitzender und hatte 1863 eine Lederhandlung und Schäftefabrik gegründet (ebd., S. 175)
1882/83 Bau der Synagoge an der heutigen Blücherstraße, 1938 in der sogenannten "Reichskristallnacht" abgebrannt (ebd., S. 336-341, 653-693; zur Lage vgl. Tafel 4, Stadtplan 1903)
1941 erste große Deportation nach Litzmannstadt (Lodz)
1942 letzte Deportation nach Theresienstadt. 611 Mönchengladbacher Juden kamen in den Sammel- und Vernichtungslagern ums Leben (D. Sessinghaus-Reisch, Sie waren u. sind unsere Nachbarn, 1989, S. 106-111)
1945 Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde, 1967 Gemeindezentrum mit Betsaal an der Albertusstraße
Tabelle 2 Berufsstatistik der Juden in Gladbach, 1843 und 1858. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
4. 9 Einführung der Reformation
4. 9 Täufer und Mennoniten
Schon früh sind täuferische Regungen in Gladbach anzunehmen. 1532 wurde der aus Lürrip vom Pilgramshof stammende Vit to Pilgrams erstmals festgenommen und 1537 seines täuferischen Glaubens wegen verbrannt (HSTAD JB III R Grevenbroich 4 fol. 21r; Krumme, S. 12-15). (1544) Täufer in Hardt nachweisbar (Mackes, Neuwerk II, S. 250 f; Krumme, S. 16).
(1550) Wiedertäufer und Sakramentierer in G vermutet (Redlich II 1, S. 262)
1554 Hofprediger Matthys von Sittard aus Aachen wird nach Gladbach entsandt, wo er auch met etlichen wedergeteuften und sacramentirern gehandelt hat (HSTAD JB III R Grevenbroich 5 fol. 282v; Krumme, S. 16 f)
1560 wissen die Gladbacher bei der Visitation von keinen widerteuffern oder widergeteuften (Redlich II 1, S. 263)
(1560) Die im Gladbacher Raum ansässigen Täufer versammeln sich unter anderem in einem zwischen Viersen und Gladbach gelegenen Wäldchen (Krumme, S. 17 f)
1575 Herzögliche Anweisung, wie es mitt den Wiederteuffern des ampts Gladbach zu halten ist (Noever, Nachtrag, S. 73-75)
1591 Vertreter der gemeynte tot Gladbach bei einer Versammlung der Täufergemeinden in Köln (Krumme, S. 20)
1599 Vertreibung von Täufern aus Gladbach, die im benachbarten Rheydt Zuflucht finden (HSTAD Jülich Lehen 199 III fol. 209-212, 217-220; Krumme, S. 21)
(1621) In der Stadt sind 21 und im Kirchspiel 130 Widderteuffer bekannt, davon sind ca. zwei Drittel Leinen-, Garn-, Tuchhändler und Weber, haben eigenen Predikanten und eigene Schule in Hoven (UB Gladbach 896; zur Datierung Krumme, S. 41-46)
1654 141 Täuferfamilien, davon neun in der Stadt und 132 im Kirchspiel, haben 500 Angehörige und 75 Beschäftigte, handeln überwiegend mit Garn und Leinen und sind Leinenweber. Sie wohnen meistens im Nordosten des Stadtgebiets und sind der Ober- und Mittelschicht zuzurechnen. Sie wandern wegen des jülich-bergischen Täuferedikts von 1652 ab 1654 aus, vornehmlich nach Nimwegen (21 Familien), Krefeld (44 Familien) und Rheydt (31 Familien) (E. Krumme, Die Täufer in Gladbach. In: Rheydter Jb. 12, 1977, S. 9-58; R. Klötzer, Verfolgt, geduldet, unerkannt. In: W. Fröse, Sie kamen als Freunde, 1995, S. 35-44)
1722 Die Stadt beschwert sich über die Höhe der kurfürstliche Matrikularsteuer und weist darauf hin, dass sie unter anderem nach Vertreibung der Mennoniten das Commercium gänzlich verloren hat (UB Gladbach 1045)
Ansicht Mönchengladbach von Süden, Ölskizze von Johann Gottfried Pulian, um 1856, Original im Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/7660. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/2738)
4. 9 Sakramentierer und Reformierte
1550 Die Kinder auf dem Hof Pauwels Heubtmans aus Hardt sind seit neun oder zehn Jahren nicht mehr zum Sakrament gekommen, eine Frau, ebenfalls aus Hardt, seit fünf oder sechs Jahren nicht (Redlich II 1, S. 266)
1554 Sakramentierer in Gladbach nachweisbar (HSTAD JB III R Grevenbroich 5 fol. 282v)
1560 Fünf Personen, die nicht zum Sakrament gehen, sondern es mit dem wort in geist und glauben empfangen (Redlich II 1, S. 263). Die Sakramentierer gehen vermutlich im Calvinismus auf (Krumme, S. 30 f)
1572 Die Gladbacher Reformierten treten beim quartier-conventus in Randerath auf (ebd., S. 34-36)
(1572) erster namentlich bekannter Prediger der Gladbacher: Henrich Heroelt aus Friesland (ebd., S. 39-41)
1580 erster deutscher reformierter Prediger des Gladbacher Quartiers (ebd., S. 43 f)
(1609) öffentliche Religionsausübung der Reformierten, Ende der Gemeinde unter dem Kreuz (UB Gladbach 861, 865; Krumme, S. 64 f)
1611 Die Gladbacher Reformierten werden von der Jülicher Provinzialsynode der dritten Jülicher Klasse zugewiesen, auf dem Hondsberg Einrichtung eines Friedhofs (Gemeindebuch, S. 68 f)
1612 Erlass der Kurfürsten von Brandenburg und des Pfalzgrafen von Pfalz-Neuburg, den Religions-Verwandten das Gladbacher Rathaus unbehindert für ihr Exercitium religionis zu restituiren (UB Gladbach 865; vgl. auch Monatshefte f. rhein. Kirchengesch. 28, 1934, S. 115)
(1614) Gottesdienste der Reformierten können nur noch in Häusern stattfinden, ab 1627 gehen die Gladbacher Reformierten zur Predigt nach Rheydt (ebd.; vgl. auch UB Gladbach 871)
1666 Calviner Friedhoff vor dem Viersener Tor (StaMG 1 b 1 Bd. 4 fol. 356r f)
1670 Die Gladbacher Gemeinde zählt 250 Zuhörer (Monatshefte f. rhein. Kirchengesch. 29, 1935, S. 6)
1675 Bürgermeister und Rat verweigern den Bau einer reformierten Kirche in der ummauerten Stadt und verweisen auf die Vorstatt (UB Gladbach 998)
1681 Streit wegen der Ceremonien bei den Begräbnissen der Reformierten auf dem Friedhof (ebd. 1004)
1682 Etwa fünfzig reformierte Familien haben weder Predigt- noch Schulhaus, weder Prediger noch Schulmeister (ebd. 1005)
1682 Abermalige Verweigerung eines Kirchbaues für die Reformierten in der Stadt (ebd. 1007)
1682 kaufen die Reformierten Ende Dezember ein Grundstück für Kirche, Schule und Friedhof auf dem Hondtsberg vor der Stadt. Ein Protest des Abts bleibt wirkungslos (ebd. 1008-1012)
1690 gehören fünfzig Familien der reformierten Gemeinde an (ebd. 1021)
1716 beschweren sich die Reformierten, aus der Krämer- und Schneiderzunft ausgeschlossen zu werden (ebd. 1041; vgl. auch Monatshefte f. rhein. Kirchengesch. 30, 1936, S. 133)
1802 Die Gladbacher Reformierten kommen zur Konsistorialkirche Krefeld (Rosenkranz I, S. 262)
1817 Evangelische Kirchengemeinde kommt zur Kreissynode Gladbach (Gemeindebuch, S. 70)
1833 Anschaffung einer Orgel für die Kirche (ebd.)
1852 Neubau einer evangelischen Kirche (Christuskirche) am heutigen Kapuzinerplatz (ebd., S. 71), Abriß der alten Kirche 1857
1854 neuer Friedhof an der Viersener Straße (ebd.)
1856 Errichtung einer zweiten (ebd.), 1881 einer dritten Pfarrstelle (ebd., S. 74)
1885 Bau der Friedenskirche, Margarethenstraße (ebd., S. 72)
1915 Errichtung einer vierten Pfarrstelle (ebd., S. 74)
1937 Vikarie (ebd., S. 75)
1943/44 starke Zerstörungen an der Christuskirche, Wiederaufbau 1951 abgeschlossen (ebd., S. 73 f)
1950 Errichtung einer fünften Pfarrstelle (ebd., S. 75)
1953 Errichtung einer sechsten Pfarrstelle (Berufsschule) (ebd.)
1955 Errichtung einer siebten Pfarrstelle (ebd.)
1956 Errichtung einer achten Pfarrstelle (ebd.)
1965 vier evangelische Kirchengemeinden (Christuskirche, Friedenskirche, Großheide, Hardt)
1994 acht evangelische Kirchengemeinden, eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde
Ansicht Mönchengladbach von Südosten, kolorierter Stahlstich von Rohbock-Poppel, 1856. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/2738)
4. 10 Konfessionszahlen
1560 3200 Kommunikanten im Kirchspiel Gladbach und 300 in Hardt (Redlich II 1, S. 263, 267)
1676 4500 Kommunikanten im Kirchspiel Gladbach (Binterim-Mooren 2II, S. 180)
4. 11 Schulen und Bildungseinrichtungen
1315 rector scolarum (HSTAD Abtei G 67)
1394 bis 1797 sind zahlreiche Gladbacher an der Universität Köln immatrikuliert, die aber bei der Häufigkeit des Namens Gladbach nur selten eindeutig zuzuordnen sind (Matrikel Univ. Köln, Register)
1418 rector scholarium (UB Gladbach 380)
1475 Stiftung eines Lübecker Bergenfahrers aus G u. a. für die Schule in G (... deme meyster myt synen loccaten unde scholeren ...) und für die nunnen scholaren in Neuwerk (E. Dösseler, Der Niederrhein u. d. dt. Ostseeraum z. Hansezeit, 1940, S. 75 f; vgl. Stadtgesch. Mönchengladbach I, S. 375 f)
1560 Haben ein schul und wird der rector us den uberenzigen renten der broderschaft und sunst wes ime der abt dazu gibt, underhalten (Redlich II 1, S. 264)
(1645-53) Aufzeichnung der abteilichen Rechte durch Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm: Der Abt von Gladbach hat das Recht instituendi scholas et constituendi magistros (UB Gladbach 947). Vgl. auch den folgenden Beleg
1657 Die Abtei Gladbach ist zur Beschaffung einer guten Schule für Unterricht und Erziehung der Jugend verpflichtet (ebd. 962)
1684 kauft der Abt das Nespenhaus gegenüber dem Rathaus am Markt für die deutsche Schule und als Wohnung für den lateinischen und deutschen Schulmeister (ebd. 1015, vgl. auch StaMG 7/1/23)
1618 verpflichtet sich der Schulmeister, dass beim Unterricht nach katholischer Auffassung gelehrt wird und nur katholische Bücher benutzt werden (StaMG 17/1)
(1694) Der Schulmeister singt mit seinen Scholaren täglich das Frauenlob in der Pfarrkirche (UB Gladbach 1026)
1716 ist gerade eine Mädchenschule (magdtes schull) eingerichtet worden (ebd. 1043a)
(1806) Zwei Schulen in Gladbach mit zwei Lehrern auf 160 Schüler im Sommer und 200 im Winter; eine Schule in Hardt mit einem Lehrer und einhundert Schülern (HSTAD Roer-Dep. 2727)
1806 École latine et française (ebd. Brasse, Geschichte II, S. 503 f)
1825 Zwei Schulen mit zwei festangestellten Lehrern und zwei Hilfslehrern, 123 Knaben und 116 Mädchen (HSTAD LA M.Gladbach 228)
1829 Stiftung für ein katholisches Progymnasium (Unterricht im Schulhaus an der Südseite des Gladbacher Münsters)
1830 katholisches Mädchenschule
1832 Umzug des kath Progymnasiums ins Kapuzinerkloster
1833 Eine katholische höhere Stadtschule mit zwei Lehrern und ein Hilfslehrer; eine katholische Privatanstalt mit drei Lehrkräften; eine katholische Elementarschule mit zwei Lehrern, eine evangelische Elementarschule mit zwei Lehrern und einem Hilfslehrer (ebd. Reg. Düsseldorf 2586)
1835 Umzug des Progymnasiums ins Abteigebäude
1837 Gewerbe- und Zeichenschule
1842 Eröffnung einer evangelischen Bürgerschule für Jungen und Mädchen
1855-75 Höhere Töchterschule in der Trägerschaft der Franziskanerinnen von Nonnenwerth
1860 Handwerker-Fortbildungsschule
1863/64 Neubau des Progymnasiums auf dem Fliescherberg
1875 Fusion des kath Progymnasiums und der evangelischen Bürgerschule
1875 Städtische höhere Mädchenschule an der Lüpertzenderstraße, 1911 Lyzeum, 1930 staatliches Oberlyzeum
1877 Progymnasium wird Vollgymnasium
1883-92 katholische höhere Töchterschule (Marienschule) in privater Trägerschaft
1884 Eine paritätisches Gymnasium mit dreizehn Klassen, eine paritätische höhere Mädchenschule; vier evangelische Elementarschulen mit fünfzehn Klassen; elf katholische Elementarschulen mit 74 Klassen (Rhein. Provinzialhandbuch I, 1884, S. 90)
1884 Fortbildungsschule
1887 Errichtung einer paritätischen höheren Bürgerschule
1892-1939 Marienschule erneut in Trägerschaft der Franziskanerinnen von Nonnenwerth
1892 Neubau an der Lüpertzenderstraße für die höhere Bürgerschule
1893 Errichtung der Marienschule an der Wallstraße
1896 Höhere Bürgerschule wird zur Oberrealschule
1897 Fünf evangelische Volksschulen, vierzehn katholische Volksschulen, eine jüdische Volksschule, eine paritätische höhere Schule, eine katholische Privatschule (HSTAD Reg. Düsseldorf 42490)
1900 Preußische höhere Fachschule für Textilindustrie
1903 Städtische Pflichtfortbildungsschule
1912 Ein Gymnasium mit 532 Schülern (460 kath, 86 ev, 16 jüd.), eine Oberrealschule mit 443 Schülern (227 kath, 197 ev, 18 jüd.), ein Lyzeum mit Oberlyzeum mit 492 Schülerinnen (287 evangelisch, 166 katholisch, 38 jüdisch, 1 dissident); zwölf katholische, vier evangelische, ein jüdisches Schulsystem, eine Hilfsschule, eine gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule; eine private höhere Mädchenschule mit 446 Schülerinnen
1913 Knabenmittelschule
1918 kaufmännische Fortbildungsschule
1924-39 private Mittelschule für Mädchen innerhalb der Marienschule
1929 Berufsschule zieht in das Gebäude der ehem. Aktienspinnerei und -weberei (heute Platz der Republik)
1929-68 Johannes-Duns-Scotus-Akademie der Kölnischen Franziskanerprovinz
1932 Höhere Bekleidungsfachschule
1934 Ein Gymnasium mit Realgymnasium mit 564 Schülern, eine Oberrealschule mit 236 Schülern, eine Mittelschule mit 239 Schülern, 41 Volksschulen (35 katholisch, vier evangelisch, eine paritätisch, eine jüdisch) mit 15.188 Kindern; gewerbliche Berufsschule, eine kaufmännische Berufsschule, eine Handelsschule, zwei ländliche Fortbildungsschulen; eine private katholicshe höhere Schule (Marien-Lyzeum), eine höhere Fachschule für Textilindustrie
1936 Textilingenieurschule
1939 Städt. Mittelschule
1939-45 Staatliches Oberlyzeum, danach bis 1974 staatliches Mädchengymnasium
1945 Umbenennung der Oberschule an der Lüpertzenderstraße in mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium
1945-80 Marienschule zum drittenmal in Trägerschaft der Franziskanerinnen
1946 Volkshochschule
1952/54 Neubau des staatlichen Mädchengymnasiums am Geroweiher, seit 1974 städtisches Gymnasium an der Balderichstraße, 1974 erstmals Aufnahme von Jungen
1962 Staatl. Höhere Wirtschaftsfachschule
1965 Staatliche Ingenieurschule für Textilwesen
1966 Neusprachliches Gymnasium (koedukativ) in den Räumen der ehem. Volksschule Knopsstraße
1969 Neun Gemeinschaftshauptschulen, drei katholische Bekenntnishauptschulen, 31 katholische Grundschulen, acht evangelische Grundschulen mit 15.204 Schülern; zwei Realschulen, eine Abendrealschule, fünf Gymnasien, eine katholische höhere Schule (Marienschule); zwei berufsbildende Schulsysteme (darin: eine Berufsaufbauschule, eine Technikerfachschule, eine Handelsschule, eine höhere Handelsschule)
1969 Errichtung der Fachrichtung Wirtschafts- und Betriebstechnik an der Ingenieurschule
1969 Gymnasium Rheindahlen
1970 Fertigstellung des Neubaus für das Neusprachliche Gymnasium an der Viersener Straße
1971 Fachhochschule Niederrhein (Abt. Mönchengladbach)
1973 Gymnasium Neuwerk
1974 Gymnasium Giesenkirchen, danach in der neuen Stadt 11 Gymnasien
1974-78 Errichtung eines Neubaus für das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium an der Rheydter und Viktoriastraße
1980 Marienschule privates Gymnasium für Jungen und Mädchen in Trägerschaft des Bistums Aachen
1981/83 Neubau Gymnasium Giesenkirchen
1986 Gesamtschule an der Espenstraße (Rheydt)
1987 Umzug der Marienschule zur Viersener Straße in das Gebäude des ehem. neusprachl. Gymnasiums
1987/88 Fusion des math.-naturwissenschaftl. Gymnasiums und des neusprachl. Gymnasiums
1995 Zehn Gymnasien, drei Gesamtschulen, 25 katholische Grundschulen, eine evangelische Grundschule, 22 Gemeinschaftsgrundschulen, eine Montessori-Grundschule, zehn Gemeinschaftshauptschulen, drei katholische Hauptschulen, vier Sonderschulen, zwei Schulen für Geistigbehinderte, eine Schule für Erziehungshilfe, drei Schulen für Kranke; fünf Realschulen, fünf berufsbildende Schulen
Tabelle 3 Konfessionszahlen, 1816; 1834; 1849. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
4. 11 Sonstige Bildungseinrichtungen
1890 bis 1933 besteht in Mönchengladbach die Zentrale des Volksvereins für das katholische Deutschland, unterhält unter anderem eine sozialwissenschaftliche Bibliothek und veranstaltet praktisch-soziale Kurse.
4. 11 Lesegesellschaft, Stadtbibliothek, -archiv
1849 Gründung des Wissenschaftlichen Vereins, um "Licht und Bildung in die Mitglieder und die Masse der Bevölkerung zu tragen" (W. Klüsche, Der Wissenschaftl. Verein, 1989, S. 16)
1904 Stadtbibliothek
1969 Stadtarchiv als eigenes Amt nach der Ausgliederung aus der Stadtbibliothek
4. 11 Musik
1844 Männergesangverein Liedertafel
1846 Männergesangverein Liederkranz
1852 Städtischer Gesangverein Caecilia (gemischter Chor)
1904 Konservatorium der Musik
1959 Musikschule
4. 11 Orchester, Theater
1900 Sinfonieorchester, 1902 städtisch
1903 Vollendung der Kaiser-Friedrich-Halle als Konzertsaal und Theater
1903-23 Theatergemeinschaft mit Krefeld
1924-29 Stadttheater Mönchengladbach, 1929-50 Stadttheater Mönchengladbach-Rheydt
Seit 1950 Theater- und Orchestergemeinschaft mit Krefeld
4. 11 Museum
(1895) Museum
1902 Museumsverein
1977-82 Bau des Abteibergmuseums für Zeitgenössische Kunst (ab 1950), Architekt H. Hollein, Wien
Luftbild Mönchengladbach von Süden, 1934. (Stadtarchiv Mönchengladbach/ 10/9312)
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Löhr, Wolfgang, Rheinischer Städteatlas Mönchengladbach. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-moenchengladbach.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/60860f5d138b29.15320675 (abgerufen am 07.02.2026)
Veröffentlicht am 20.08.2025, zuletzt geändert am 08.10.2025