Zu den Kapiteln
Schlagworte
1. 1 Geographische Lage
Im Niederrheinischen Tiefland auf den zu den Niederrheinischen Höhen gehörenden Pfalzdorfer Höhen, die südwestlich zur Niersniederung und nordöstlich zur Unteren Rheinniederung hin abfallen; der Ortskern liegt 1,5 km westlich des Uedemer Bruchs 28-30 m ü. NN.
1. 1 Verkehrsanbindung
Straßen
1363 Weg (pat) von Kalkar nach Uedem erwähnt (HSTAD Hs A III 4 fol. 44r), 1398 als Weg von der Kalkarer Monpforte nach Uedem bezeichnet (Sta Kalkar Urk 83)
[vor 1415] Steenbergerwech, Mosterwege (Wilkes, Quellen, S. 364)
1437 straite, die von Uedem über Gochfort nach Sonsbeck führt (HSTAD Hs A III 17 fol. 111v)
1459 moelen wege (ebd. Kleve Gerichte 907)
1733/34 Nach dem Klevischen Kataster führen von Uedem Straßen bzw. Wege nach: Kervenheim und Sonsbeck, Goch, Kevelaer, Bucholtz (Bauerschaft), Kalkar, Appeldorn, Xanten (Tafel 4)
1765 schreibt der Bürgermeister, der Ort habe wegen Entlegenheit fast keine Passage (HSTAD Xanten Kreisregistratur 149)
1824 Gemeindewege: nach Marienbaum, Appeldorn, Keppeln, Kleve, Goch, Weeze, Sonsbeck, Kervenheim und Xanten (HSTAD Dep. Uedem IV 9; Tafel 3)
1851 Chausseemäßiger Ausbau des Kommunalweges von Uedem über Keppeln nach Kalkar, 1855 des Weges nach Weeze (Chronik Peltzer)
1992 Anschluß an die A 57
Eisenbahn
1878 Eröffnung der Boxteler Eisenbahn (Nordbrabantisch-deutsche Eisenbahn) Boxtel-Wesel mit Bahnhof Uedem (zur Lage vgl. Tafel 2.1, Neuaufnahme); 1945 Zerstörung der Bahnanlagen, nach Reparatur wieder Pendelverkehr nach Goch; ab 1958 Einschränkung des Personenverkehrs, 1963 Einstellung, 1966 auch des Güterverkehrs (M. Lehmann, Der blaue Brabant. Die Geschichte d. Boxteler Bahn, 1998)
Ab 1958 Umstellung des Personenverkehrs auf Autobusse (VB)
1. 1 Post, Telegraph, Telefon
1821-37 Briefbotengang zwischen Uedem und der Postexpedition Kalkar, nachher zu Goch. 1838 Postexpedition in Uedem und dreimal wöchentlicher Postgang nach Goch eingerichtet, ab 1842 stattdessen tägliche Personen- und Briefpost zwischen Uedem und Weeze (HSTAD Dep. Uedem XII 14), 1878 Personenverkehr mit Eröffnung der Boxteler Eisenbahn eingestellt (s. Eisenbahn)
1855 Fahrpost Kalkar-Uedem-Weeze, 1879 eingestellt
1890 besteht telegraphische Verbindung von Uedem über Keppeln nach Kalkar
1898 lehnt der Gemeinderat die Einrichtung von Fernsprechverbindungen und öffentlichen Fernsprechzellen mangels Bedarf ab (Protokollbuch 1897-1920)
1904 Einrichtung einer öffentlichen Fernsprechzelle in Uedem (ebd.)
1. 2 Bodenfunde in der Gemarkung
Im Kalbecker Forst sind neben einem neolithischen Hügelgräberfeld eisenzeitliche Siedlungsspuren nachgewiesen worden. In der Nähe dieses Gräberfeldes wurde 1929 in der Gemarkung Keppeln ein Gräberfeld entdeckt, das zwischen 60/70 und 220 n. Chr. belegt worden ist; überwiegend handelt es sich um Brandgrubengräber. Römerzeitliche Gefäße fanden sich in Uedemerfeld. Der Fund eines merowingerzeitlichen Knickwandtopfes 450 m südsüdwestlich der Uedemer Kirche deutet auf ein Ortsgräberfeld hin; beim Abriß der mittelalterlichen Kirche wurde 1887 ein vermauerter Memorienstein des XI. Jh. entdeckt (Rhein. Amt f. Bodendenkmalpflege Bonn, Ortsarchiv: F. Siegmund, Merowingerzeit am Niederhein, 1998, S. 433; Tillmann, S. 1; II 2; IV 1).
1. 3 Erste Erwähnung und folgende Namenbelege bis 1300, danach nur abweichende Formen
866 in Odeheimero marca (Kop ca. 1170, Codex Laureshamensis I 33)
X./XI. Jh. Othihem (Urbare Werden I, S. 104)
(1100) Othehem (F. W. Oediger <Hg.>, Das älteste Totenbuch d. Stiftes Xanten, 1958, S. 4)
Ende des XII. Jh. Ůdheim (Urbare Werden I, S. 282)
XIII. Jh. de Utehem (Wilkes, Quellen, S. 511)
(1239) Uthem (ebd., S. 25; IV 1)
[vor 1258] [1247?] Udem (Wilkes, Quellen, S. 22)
1266 Ůdem (UB Xanten I 225; erwähnt Ilgen I, S. 88 Anm. 4 zu 1267; IV 1; IV 3)
1295 Vdem (Kop XV, NrhUB II 957 = Kleve-Mark Urk I 90)
(1300) Udhem (E. Weise, Die Memorien d. Stiftes Xanten, 1937, S. 19)
Seit dem XIV. Jh. im allgemeinen V(U)dem, ausgenommen
(1308) Vden (Liber valoris, S. 71)
1319 V°dehem (Kleve-Mark Urk I 157)
1347 Vdeheym (Kop XV, REK V 1437; LacArch IV, S. 389-392)
1378 Uedem (Ilgen II 1 Nr. 173)
1390 Udim (Wilkes, Quellen, S. 267)
1392 Oydem (Ilgen II 2, S. 276)
1393 Oedem (ebd., S. 201)
Adjektivisch
1383 Udemscher (HSTAD Hs A III 12 fol. 34r; V 6)
1390 Udemensis (HSTAD Hs A III 12 fol. 90r; IV 2 Altäre)
1637 Üdemisch (HSTAD KM Akt 1143 fol. 405r)
XVIII. Jh. Udemiensis (III 5 Siegel)
1. 4 Bezeichnung der Siedlung
[1311] villa (LacArch IV, S. 389f.; REK IV 674)
1319 stat (Klever Urbar I, S. 145)
1347 opidum (I 3)
1359 Januar 5 stat (III 3)
1359 Mai 1 villa seu opidum (UB Xanten I 953)
1448 opidum (Inventar Xanten I 1541)
1632 städtlein (HSTAD KM Akt 384)
1. 5 Bezeichnung der Siedlungsbewohner
1359 Januar 5 burgeren (I 4)
1359 Mai 1 persone, incole et inhabitatores, undersaten (I 4)
1. 6 Wüst gewordene Nachbarsiedlungen (innerhalb der Gemarkung)
1769 heißt es, bei der Stadt seien weder wüste Dorfstellen noch eingegangene Dörfer vorhanden (HSTAD Xanten Kreisregistratur 926)
Deutsche Grundkarte Uedem von 1999/2002, im Verhältnis 1 : 2.500, Ausschnitt aus den Blättern Uedem von 1999 und Uedem Süd von 2002, im Verhältnis 1 : 5.000. (Kreisverwaltung Kleve)
1. 7 Ortsteile, Gebietsveränderungen, Eingemeindungen
1798 gehört die Commune Uedem mit Uedemerbruch und Uedemerfeld zum Kanton Kalkar (Sta Kalkar H 22 II; Rhein. Städteatlas XIV Nr. 76: Kalkar, 2001)
1800 Mairie, ab 1816 Bürgermeisterei Uedem mit Uedem und den Bauerschaften Uedemerfeld, Steinbergen, Persel und Kirsel
1823-51 Bürgermeisterei Uedem und Keppeln in Personalunion verwaltet, erneut ab 1866
1969 Die Gemeinden Keppeln, Uedem, Uedemerbruch und Uedemerfeld (Amt Uedem) werden zu einer amtsfreien Gemeinde Uedem zusammengeschlossen. Das Amt Uedem wird aufgelöst, Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Uedem (GV. NW. 1969, S. 161)
Zu den kommunalen Zugehörigkeiten vgl. auch III 9.
1. 8 Gemarkungsgröße
1733/34 Nach dem Klevischen Kataster umfaßt die Stadt Uedem intra muros 10 Mg 141 Ruthen (Tafel 4)
1789 umfaßt die Gemarkung Uedem 551 Mg (Fabricius II, S. 231)
1885 = 551 ha; 1895 und 1905 = 550,7 ha; 1928 = 550,6 ha; 1946 = 551 ha; 1975 = 6093 ha
Uedem und Umgebung 1802/04, im Verhältnis 1 : 25.000, Zusammensetzung der Blätter 9 Goch, 10 Kalkar, 14 Weeze und 15 Kevelaer der Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und v. Müffling 1803-28, Aufgenommen von französischen Ing.-Geographen. (Landesvermessungsamt NRW)
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Wensky, Margret, Rheinischer Städteatlas Uedem. Teil 1: Siedlung, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-uedem.-teil-1-siedlung-/DE-2086/lido/5fb540e31140c8.49810648 (abgerufen am 12.05.2026)
Veröffentlicht am 18.03.2026, zuletzt geändert am 14.04.2026