Rheinischer Städteatlas Uedem. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen

Margret Wensky (Bonn)

Uedem von Südosten 1776, Unbekannter niederländischer Künstler, Federzeichnung, Foto: Annegret Gossens. (Museum Kurhaus Kleve, Slg. Robert Angerhausen)

4. 1 Erste Erwähnung der Kirche, des Geistlichen

1266 pas­to­ra­tus (I 3)
(1295) par­ro­chia (Wil­kes, Quel­len, S. 87) 
(1300) eccle­sia (Wil­kes, Quel­len, S. 5)
(1308) p(as­tor), vic(ari­us) (Li­ber Va­lo­ris, S. 71)
1753 ver­us pas­tor, sacel­la­nus cu­ra­tus, vi­ca­ri­us sim­plex (BAM GV Xan­ten A 2)

4. 1 Baugeschichte der Kirche

Die An­fän­ge des Kir­chen­baus in Ue­dem sind man­gels Quel­len nicht nach­zu­voll­zie­hen; so muß un­be­kannt blei­ben, wann die 1. Kir­che er­rich­tet wor­den ist. Zu­min­dest der Turm der 1887 ab­ge­ris­se­nen Kir­che soll aus der Zeit um 1200 ge­stammt ha­ben; die­ser ro­ma­ni­sche Kir­chen­bau ist im XV. Jh. er­wei­tert bzw. um­ge­baut wor­den. Auf die­se Bau­maß­nah­me könn­te sich die Stif­tung be­zie­hen, die Her­zog Adolf I. von Kle­ve 1437 für den Bau der Kir­che mach­te (III 3). Mög­li­cher­wei­se han­del­te es sich da­bei um ei­nen spät­go­ti­schen Chor­bau, denn al­le An­sich­ten der Kir­che von Mit­te des XVII. bis Mit­te des XVIII. Jh. zei­gen, daß Chor und Lang­haus un­ter­schied­li­chen Bau­pha­sen an­ge­hört ha­ben und die Chor­an­la­ge spät­go­ti­sche For­men auf­weist (Felt­mann, Um­schlag­ti­tel; Ta­fel 5). Beim Ab­riß der Kir­che 1887 wur­de ein ver­mau­er­ter Me­mo­ri­en­stein des XI. Jh. ent­deckt (I 2II 2). 1888/89 Neu­bau im neo­ro­ma­ni­schen Stil (Ar­chi­tek­ten: Rü­dell und Oden­thal, Köln); Kirch­wei­he am 24. Sep­tem­ber 1889. Weit­ge­hen­de Zer­stö­rung im Fe­bru­ar 1945. 1958-60 Neu­bau un­ter Ein­be­zie­hung von Tei­len der al­ten Bau­sub­stanz (Ar­chi­tekt D. Bo­ni­ver, Düs­sel­dorf).

4. 2 Patrozinium

1359 Lau­ren­ti­us­tag als Jahr­markt­ter­min (III 2 Markt; III 3)
1390 Der hl. Lau­ren­ti­us im Bild des Schöf­fen­sie­gels ver­weist auf den Pfarr­pa­tron (III 5 Sie­gel)
(1500) Lau­ren­ti­us als Pfarr­pa­tron aus­drück­lich ge­nannt; das Prä­sen­ta­ti­ons­recht für den gleich­na­mi­gen Al­tar ha­ben Bür­ger­meis­ter und Schöf­fen (F. W. Oedi­ger, Nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen um 1500. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 321f.; IV 3)

4. 2 Altäre, Vikarien

1390 Aga­tha-Al­tar er­wähnt, für den der Graf von Kle­ve das Prä­sen­ta­ti­ons­recht hat (HSTAD Hs A III 12 fol. 90r). 1438 in­kor­po­riert Her­zog Adolf I. von Kle­ve die Küs­te­rei die­sem Al­tar (ebd. A III 17 fol. 134v; ebd. 16 fol. 103v)
1446 stif­tet ein Ue­de­mer Bür­ger den BMV-Al­tar (ebd. Kle­ve Le­hen Gen. 2 fol. 123r <130r-133v>), für den (1500) Bür­ger­meis­ter und Schöf­fen das Prä­sen­ta­ti­ons­recht ha­ben (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 322)
1446 stif­tet ein Kalka­rer Ehe­paar den Kreuz-, An­to­ni­us- und Se­bas­tia­nus-Al­tar, für den Bür­ger­meis­ter und Schöf­fen das Prä­sen­ta­ti­ons­recht er­hal­ten; der mit dem Al­tar be­wid­me­te Pries­ter soll in Ue­dem woh­nen (HSTAD Kle­ve Le­hen Gen. 2 fol. 119r <126r-129v>; BAM StiXA Ein­zel­ne Pfar­ren Nr. 87). 1498/99 be­sit­zen die Meis­ter der Bru­der­schaft (ma­gis­tri fra­ter­ni­ta­tis) das Prä­sen­ta­ti­ons­recht (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 321; III 7)
1499 An­na-Al­tar (Kop XVI/XVII, BAM StiXA Ein­zel­ne Pfar­ren Nr. 87), Prä­sen­ta­ti­ons­recht bei den Pro­vi­so­ren (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 322)
1663 Vi­ka­ri­en: 1. Lau­ren­ti­us, 2. Aga­tha, 3. An­na, ist An­nex der Pas­to­rei, seit 1643 Ren­ten beim re­for­mier­ten Pfar­rer, 4. An­to­ni­us, Ren­ten seit 1649 in in­tra und ex­tra mu­ros ge­teilt, ei­ne Hälf­te ist frei und oh­ne Las­ten dem re­for­mier­ten Schul­meis­ter über­tra­gen wor­den, die an­de­re Hälf­te, aus der die gan­zen Las­ten der Vi­ka­rie zu leis­ten sind, hat ein ka­tho­li­scher Pries­ter in­ne, 5. BMV, im­mer ka­tho­lisch, 1665 er­hal­ten die Re­for­mier­ten ei­ne und der re­for­mier­te Schul­meis­ter die an­de­re Hälf­te (BAM StiXA Ein­zel­ne Pfar­ren Nr. 87; IV 9; IV 11)
(1682) 5 Al­tä­re ne­ben dem Hoch­al­tar: Aga­tha, An­na, BMV, Lau­ren­ti­us, An­to­ni­us, sind nicht gut or­na­ta, da die Re­for­mier­ten die Ein­künf­te be­sit­zen; 5 Al­tä­re auch 1722 und 1753 ge­nannt (BAM StiXA A 46, 48; ebd. GV Xan­ten A 2)
1798 Die Vi­ka­ri­en St. Aga­tha, An­na und Lau­ren­ti­us ge­hö­ren zur Be­sol­dung des re­for­mier­ten Pre­di­gers (HSTAD KM Akt 1377 fol. 337r-338r; IV 9)

 Al­tä­re im Hos­pi­tal St. Spi­ri­tus
1447 stif­tet Mat­thi­as Sche­per, Ka­no­ni­ker des Ut­rech­ter Ma­ri­en­stifts, in der Spi­tals­ka­pel­le zu Ue­dem ein Be­ne­fi­ci­um oh­ne Seel­sor­ge (R. Schol­ten, Das Re­gu­lier-Chor­her­ren-Klos­ter Gna­den­thal bei Kle­ve. In: DJb 14, 1900, S. 77f.) 
1449 ge­stat­tet der Kar­di­nal­le­gat Jo­han­nes S. An­ge­li Kon­rad von Koes­feldt, Ka­no­ni­ker des Ut­rech­ter Ma­ri­en­stifts, zu den Pa­tro­nen der Sche­per­schen Stif­tung in der Hos­pi­tals­ka­pel­le zu Ue­dem, dem hl. Geist, der Jung­frau Ma­ria, Pe­trus und Mat­thi­as, den hl. Mar­tin hin­zu­zu­fü­gen und ge­ge­be­nen­falls die Ren­ten auf 2 Al­tä­re zu ver­tei­len (ebd., S. 78f.) 
(1500) und (1515) 3 Al­tä­re ge­nannt (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 322; BAM StiXA A 43; IV 6)

4. 2 Kirmes- bzw. Kirchweihtermine

1753 Als Kirch­weih­ter­min des Cho­res ge­nannt: Sonn­tag nach St. Lau­ren­ti­us, der Kir­che Sonn­tag nach St. Mar­tin (BAM GV Xan­ten A 2) 

4. 3 Patronats- und Zehntherr

1266 gibt der De­kan der Chris­tia­ni­tät Weeze an, daß die Pas­to­ra­te zu Ue­dem und Ber­gen zur Prä­ben­de des Stifts Xan­ten ge­hö­ren (I 3; IV 1)
Nach 1295 Der Zehnt der Pfar­re Ue­dem steht dem Stift Xan­ten zu, mit Aus­nah­me des An­teils des Pleb­ans (Wil­kes, Quel­len, S. 53, 57, 61, 87)
(1325) Der Zehnt des Stifts Xan­ten in Ue­dem be­trägt 130 Mal­ter Ha­fer und 30 Mal­ter Malz­ge­trei­de Xan­te­ner Maß; an Geld aus U, Pa­pen­ha­ven (Hof bei U), Xan­ten, Mörm­ter und Qual­burg 11 Mark Bra­ban­ter Den­a­re; fer­ner aus U 4 Schil­ling und 8 Den­a­re de de­na­riis syn­oda­li­bus, 18 Schwei­ne, 46 Mal­ter brasei halsspil­leg­malt (Brau­ge­trei­de), ca. 140 Hüh­ner, den klei­nen Zehnt (de­ci­ma mi­nu­ta) vom Lei­nen, Heu, von Geld (de­na­rio­rum), von Käl­bern, Foh­len und Läm­mern (UB Xan­ten I 554)
1453 Der Propst von Xan­ten be­sitzt das Kol­la­ti­ons­recht der Pfarr­kir­che (Wil­kes, Quel­len, S. 9)

4. 4 Pfarrbezirk

Bis 1441 ge­hör­te Kep­peln zur Pfar­re Ue­dem (V 4 Ka­pel­len und Fi­lia­len)
1804-21 Pfar­re Ue­dem Suk­kur­sa­le der Kan­tons­pfar­re Kal­kar
1821 ge­hört die Bür­ger­meis­te­rei Ue­dem mit Ue­dem, Ue­de­mer­feld, Stein­ber­gen, Per­sel und Kir­sel zur Pfar­re Ue­dem, fer­ner aus der Bür­ger­meis­te­rei Kep­peln Ue­de­mer­bruch und Gra­ven­horst, 2 Häu­ser von Ker­ven­heim, 2 Häu­ser vom Bal­berg, Bgm Lab­beck (Oedi­ger, Ar­ch­idia­ko­nat Xan­ten, S. 286)
Heu­te Pfarr­ver­band Ue­dem mit den Pfar­ren St. Lau­ren­ti­us in Ue­dem, St. Jo­do­kus in Kep­peln und dem Pfar­rek­to­rat Hl. Fa­mi­lie in Ue­de­mer­bruch

4. 4 Kapellen und Filialen

An­to­ni­us­ka­pel­le vor der Stadt
1573 ver­fal­le­ne Ka­pel­le vor der Stadt er­wähnt, die zum Ab­bruch frei­ge­ge­ben wird, da­mit aus dem Bau­ma­te­ri­al das Müh­len­tor re­pa­riert wer­den kann (II 3 To­re); auch 1663, [1682] und 1722 als zer­stört ge­nannt (BAM StiXA Ein­zel­ne Pfar­ren Nr. 87; A 46; A 48). Viel­leicht iden­tisch mit der Ka­pel­le, die 1733/34 auf dem Kle­vi­schen Ka­tas­ter na­he der Stadt an der Ein­mün­dung der Stra­ße nach Kal­kar zu fin­den ist (Ta­fel 4)

Kep­peln, St. Jo­do­kus
1294 pa­ro­chia (R. Schol­ten, Bei­trä­ge z. Ge­schich­te v. Wis­sel u. Grieth, 1889, S. 111; zur Ge­schich­te der Kir­che vgl. auch H. Ries/E. Schön­ber­ger, 500 Jah­re Pfarr­kir­che Sankt Jo­do­kus Kep­peln, 1985); pa­ro­chia ist hier wohl in der Be­deu­tung „Kirch­spiel“ zu ver­ste­hen
1441 Bei der Pfar­rer­he­bung von St. Ni­co­lai in Kal­kar Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Pfarr­be­zirks Kal­kar, wo­bei u. a. die Ka­pel­le in Kep­peln von der Mut­ter­kir­che Ue­dem ge­trennt und zur Pfarr­kir­che er­ho­ben wird. Die Bau­er­schaft Ver­kält wird aus der Pfar­re Alt­kal­kar ge­löst und der neu­en Pfar­re Kep­peln zu­ge­wie­sen (J. Kis­tenich, Die Ab­pfar­rung d. Stadt­kir­che St. Ni­co­lai in Kal­kar v. d. Mut­ter­kir­che St. Pan­kra­ti­us in Alt­kal­kar <1441>. In: AHVN 200, 1997, S. 75-105; Rhein. Städ­teat­las XIV Nr. 76: Kal­kar, 2001). Das Prä­sen­ta­ti­ons­recht für die Pfarr­stel­le liegt ab­wech­selnd beim Her­zog von Kle­ve und dem Propst von Xan­ten. 1463 wird die Pfar­re als von be­schei­de­nem Wert (mo­di­ci va­lo­ris) be­zeich­net (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 316)
1465 Of­fi­ci­um uni­us mis­sae ge­stif­tet zu Eh­ren der Drei­fal­tig­keit, Mut­ter­got­tes, des Mär­ty­rers Vin­cen­ti­us und des Pfarr­pa­trons Jo­do­kus; Kol­la­tor ist der Her­zog von Kle­ve (ebd.)
1485 Ein­wei­hung des Neu­baus der Pfarr­kir­che (H. Ries/E. Schön­ber­ger, 500 Jah­re Pfarr­kir­che Sankt Jo­do­kus Kep­peln, 1985, S. 39, oh­ne Quel­len­be­leg)
(1500) 3 Al­tä­re: Ma­ria (Hoch­al­tar), An­na, Jo­do­kus; 1499/1500 ein Al­tar s. Ge­or­gii ge­nannt (irr­tüm­lich statt s. Ju­do­ci?); die Pfar­re hat 360 Kom­mu­ni­kan­ten (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 316 Anm. 6, 318)
1804-21 Suk­kur­sa­le der Kan­tons­pfar­re Kal­kar

Bau­ge­schich­te der Kir­che
Drei­schif­fi­ger spät­go­ti­scher Back­stein­bau; (1820) Sa­kris­tei- und Quer­schiff­an­bau; 1946-49 Wie­der­auf­bau nach Kriegs­zer­stö­run­gen; 1977-79 Cho­r­er­wei­te­rung und Er­satz­bau der Sa­kris­tei (Ar­chi­tekt H. Bie­ne­feld, Swist­tal)

Ue­de­mer­bruch, Hl. Fa­mi­lie
1895/97 Bau der neu­go­ti­schen Kir­che (Ar­chi­tekt H. Holt­mann, Müns­ter) 
1904 Pfar­rek­to­rat un­ter Ein­be­zie­hung von Hoch- und Tü­schen­wald; der Rek­to­rats­be­zirks deckt sich mit der po­li­ti­schen Ge­mein­de Ue­de­mer­bruch (BAM GV Ue­dem A 2; Das Bis­tum Müns­ter III, S. 590f.)

4. 4 Bistums- und Dekanatszugehörigkeit

Erz­bis­tum Köln, Ar­ch­idia­ko­nat des Props­tes von St. Vik­tor in Xan­ten, De­ka­nat Strae­len-Gel­dern, 1801-23 Bis­tum Aa­chen, 1823/27 Bis­tum Müns­ter, 1837 De­ka­nat Kal­kar, 1927 De­ka­nat Goch

4. 5 Klöster

St. Spi­ri­tus
1446 stif­te­te Hein­rich Ra­eskop, Propst und Ar­ch­idia­kon von St. Ma­ri­en zu Ut­recht, in sei­ner Hei­mat­stadt ei­ne Ka­pel­le zum Hl. Geist so­wie ei­ne Be­hau­sung für Ar­me und Schü­ler beim Hos­pi­tal St. Spi­ri­tus. Die­se Ein­rich­tung, die nicht recht in Gang kam, wur­de 1451 durch den Kar­di­nal­le­ga­ten Ni­ko­laus von Cu­es in ein Au­gus­ti­ner­chor­her­ren­stift um­ge­wan­delt, das 1456 in die Win­des­hei­mer Kon­gre­ga­ti­on auf­ge­nom­men wur­de. 1468 Ver­le­gung nach dem Hof Ganswick in der Pfar­re Dons­brüg­gen (R. Schol­ten, Die Stadt Cle­ve, 1879, S. LXXII-LXXV). Nach­dem dort die Klos­ter­ge­bäu­de mit Kir­che (1481) er­rich­tet wa­ren, er­hielt das Klos­ter den Na­men Gna­den­thal. 1502 über­nah­men Brü­der vom Hl. Grab auf dem Odi­li­en­berg bei Ro­er­mond mit Zu­stim­mung Her­zog Jo­hanns II. von Kle­ve die Klos­ter­ge­bäu­de in Ue­dem. Nach­dem 1590 das Klos­ter Gna­den­thal durch Kriegs­er­eig­nis­se zer­stört wor­den war, kehr­ten die Au­gus­ti­ner 1603 in das Klos­ter in Ue­dem zu­rück, wo nur noch ein Lai­en­bru­der der Se­pul­chri­ner leb­te (HSTAD Hs A III 39 fol. 206v-208r; K. Elm, Quel­len zur Ge­schich­te d. Or­dens v. Hl. Grab in Nord­west­eu­ro­pa aus deut­schen u. nie­derl. Ar­chi­ven <1191-1603>, 1976, S. 117-123, 130, 165, 190f.; R. Schol­ten, Das Re­gu­lier-Chor­her­ren-Klos­ter Gna­den­thal bei Kle­ve. In: DJb 14, 1900, S. 52-89; Schu­ma­cher, Das Au­gus­ti­ner­klos­ter vom hl. Geist zu Ue­dem. In: Die Hei­mat <Kre­feld> 4, 1925, S. 121-125; I. Joes­ter, Ar­ti­kel „Do­mus Ue­de­m“ in: Mo­nas­ti­con Win­des­he­men­se, Bd. 2, 1977, S. 428-434; F. W. Oedi­ger, Die nie­der­rhein. Schu­len vor d. Auf­kom­men d. Gym­na­si­en. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 403; IV 11)). Beim Stadt­brand von 1685 wur­de das Klos­ter zer­stört (II 2); 1688 klag­ten die Au­gus­ti­ner, das Klos­ter ha­be we­der Ge­bäu­de noch Haus­rat und we­gen der lan­ge wäh­ren­den Ar­mut gro­ße Schul­den (BAM GV Hs 218a fol. 270r-273r); 1722 wa­ren die Ge­bäu­de in schlech­tem Zu­stand (HSTAD KM Akt 1238 fol. 47), 1790/91 wur­den sie fast voll­stän­dig neu er­rich­tet (Chro­nik Pelt­zer). Die Klos­ter­kir­che hat­te 2 Tür­me, die auf den Stadt­an­sich­ten des XVIII. Jh. er­kenn­bar sind (Ta­fel 5), und 3 Al­tä­re (BMV, Lau­ren­ti­us, An­na, IV 2). 
Zahl der In­sas­sen: 1722 12 Re­gu­lar­ka­no­ni­ker (HSTAD KM Akt 1238 fol. 47), 1773 8 In­sas­sen (ebd. Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 144), 1782 9 Geist­li­che und 1 Bru­der (ebd. KM Akt 1206), 1787 8 geist­li­che Per­so­nen und 2 Kost­gän­ger (ebd. Hs E III 4); bei der Auf­he­bung 1802 leb­ten dar­in noch 10 Per­so­nen. No­vem­ber 1803 Ver­kauf des in Nä­he des Vieh­tors ge­le­ge­nen Klos­ter­ge­bäu­des für 5740 Francs (Chro­nik Pelt­zer; Schie­der, Sä­ku­la­ri­sa­ti­on V 2, S. 869; 

St. Aga­tha
Über die An­fän­ge des Kon­vents ist nichts be­kannt. In ei­ner Ur­kun­de von 1665 wird ei­ne Schen­kung an den Con­vent S. Aga­then von 1462 er­wähnt (HSTAD Hs A III 42 fol. 65). In der Be­gi­nen­ord­nung Her­zog Jo­hanns I. von Kle­ve von 1463 hei­ßt es, Ue­dem ha­be die vor­ge­ge­be­ne Zahl von In­sas­sin­nen (ebd. Hs A III 22 fol. 267f.). Die­se be­trug 1466 33 Per­so­nen, als der Kon­vent dem Her­zog von Kle­ve die Über­nah­me der Au­gus­ti­ner­re­gel be­kannt gab (ebd. Hs A III 23 fol. 96). 1603 ge­währ­te der Her­zog von Kle­ve dem Klos­ter bis auf 200 Ta­ler die Ein­künf­te des leer­ste­hen­den Kon­vents Grieth (ebd. Hs A III 39 fol. 250v-251v; Rhein. Städ­teat­las X Nr. 53: Grieth, IV 5). Aus der Vi­si­ta­ti­on von 1648 geht her­vor, daß im Klos­ter 8 Schwes­tern, 3 No­vi­zin­nen und 1 Dienst­bo­ten­fa­mi­lie leb­ten und die Non­nen mit der Her­stel­lung von Lei­nen Geld ver­dien­ten. Ab 1653 durf­ten sie nur noch für den Ei­gen­be­darf des Klos­ters spin­nen. 1667 hei­ßt es, sie leb­ten von Ar­beit und Al­mo­sen. 1648 und er­neut ab 1670 ist von Miß­stän­den im Klos­ter die Re­de. 1669 soll­ten am Klos­ter bau­li­che Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men wer­den. Beim Stadt­brand von 1685 Zer­stö­rung des Klos­ters und der Klos­ter­kir­che. Der Wie­der­auf­bau kam durch Kol­lek­ten­gel­der zu­stan­de (BAM GV Ue­dem A 1). 1725 wur­de dem Klos­ter der Grie­ther Kon­vent mit al­len Ein­künf­ten über­las­sen, da es nicht mehr in der La­ge war, sich selbst zu un­ter­hal­ten (ebd. GV Grieth 2). 
Zahl der In­sas­sin­nen: 1667 19 (ebd. GV Ue­dem A 1), 1688 15, dar­un­ter 7 oder 8, die ar­beits­fä­hig wa­ren (ebd. GV Hs 218a fol. 296r-297v), 1703 14 Schwes­tern und Ma­ter (ebd. GV Ue­dem A 1), 1722 13 (HSTAD KM Akt 1238), 1773 17 (ebd. Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 144), 1782 20 geist­li­che Schwes­tern und 1 Kost­gän­ge­rin (ebd. KM Akt 1206), 1802 14 Non­nen. No­vem­ber 1803 Ver­kauf des na­he dem Mos­tertor ge­le­ge­nen Klos­ters als Do­mä­nen­gut für 3750 Francs an ei­nen Acker­wirt, der es ei­ni­gen der ehe­ma­li­gen Non­nen über­ließ. Nach de­ren Tod kauf­ten die Ue­de­mer Ju­den ei­nen Teil des Klos­ter­ge­bäu­des und rich­te­ten dort ih­re Syn­ago­ge ein (Schie­der, Sä­ku­la­ri­sa­ti­on V 2, S. 869; Chro­nik Pelt­zer; IV 8; zur La­ge vgl. Ta­fel 1, Grund­riß). 

Ter­min­ei
1463 in­for­miert der Her­zog von Kle­ve die Ein­woh­ner von Ue­dem und Kep­peln, daß die Do­mi­ni­ka­ner in Kal­kar die Ter­min­ei er­hal­ten ha­ben, die zu­vor vom Pre­di­ger­klos­ter zu Nim­we­gen wahr­ge­nom­men wor­den war. Der Pri­or und die Brü­der dür­fen in kei­ner Wei­se be­hin­dert wer­den. Sie er­hal­ten die Al­mo­sen usw. zu ih­rem Un­ter­halt (HSTAD Hs A III 23 fol. 38r; Rhein. Städ­teat­las XIV Nr. 76: Kal­kar, 2001, IV 5 Do­mi­ni­ka­ner)

Sons­ti­ge klös­ter­li­che Nie­der­las­sun­gen
1858 2 Barm­her­zi­ge Cle­mens­schwes­tern aus dem Mut­ter­haus in Müns­ter über­neh­men die Kran­ken­pfle­ge im neu er­rich­te­ten Lau­ren­ti­us­hos­pi­tal (IV 6)
1894 wird den Sa­le­sia­ne­rin­nen aus dem Mut­ter­haus Wien ge­stat­tet, in Ue­dem ei­ne Nie­der­las­sung zum Zwe­cke ei­nes be­schau­li­chen Le­bens zu grün­den (der Or­den war 1875 aus Müns­ter ver­trie­ben wor­den). 1895 Neu­bau des Klos­ters Ma­riä-Heim­su­chung (HSTAD Reg. Düs­sel­dorf 29351)

4. 6 Hospitäler und Krankenhäuser

1445 be­freit die Stadt Ue­dem das von Hen­rich Ra­eskop er­rich­te­te Stein­haus an der Vieh­stra­ße, das als Hos­pi­tal für ar­me Per­so­nen und Schü­ler be­stimmt ist, von al­len Las­ten (ebd. Ue­dem St. Spi­ri­tus 2; IV 5; IV 11)
(1500) Hos­pi­tal St. Spi­ri­tus, ge­hört zum gleich­na­mi­gen Klos­ter, be­sitzt 3 Al­tä­re (Oedi­ger, nie­der­rhein. Pfarr­kir­chen. In: Ders., Vom Le­ben am Nie­der­rhein, 1973, S. 322; IV 2)
1858 Grün­dung des Lau­ren­ti­us­hos­pi­tals an der Wall­stra­ße aus pri­va­ten Mit­teln, 1859 Ge­neh­mi­gung; Ei­gen­tum der Lau­ren­ti­us­pfar­re; die Kran­ken­pfle­ge über­neh­men 2 Cle­mens­schwes­tern aus dem Mut­ter­haus in Müns­ter; 1875 4 Schwes­tern in Ue­dem; 1901 Er­wei­te­rungs­bau, 1906 An­bau an In­fek­ti­ons­kran­ken­haus, 1928/29 Er­wei­te­rungs­bau (HSTAD Dep. Ue­dem XII 14; Reg. Düs­sel­dorf 29348 u. 54561; IV 5). Im Zwei­ten Welt­krieg völ­lig zer­stört. 1955 Neu­bau des Kran­ken­hau­ses (Trä­ger­schaft: Ka­tho­li­sche Kir­chen­ge­mein­de) an der Müh­len­stra­ße, 1975 Schlie­ßung (zur Kin­der­be­wahr­an­stalt der Cle­mens­schwes­tern vgl. IV 11)

4. 6 Ärzte und Hebammen

1719 lä­ßt sich Chir­urg in Ue­dem nie­der, der zu­vor beim Mi­li­tär ge­dient hat (Ja­kob Goch­stätt) (Pro­to­koll­buch 1700-86 fol. 161v)
1730 wird der Chir­urg Ni­co­laus Paß zu­ge­las­sen (ebd. fol. 244v)
1753 meh­re­re Heb­am­men in der Pfar­re Ue­dem (BAM GV Xan­ten A 2 fol. 171r-174v)
1765 2 Chir­ur­gen in Ue­dem (HSTAD Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 149, 1342), 1787 Stadt­chir­urg ein­ge­stellt (Sta Kal­kar F 86)
1775 und 1779 Heb­am­me (HSTAD Dep. Ue­dem XII 14; Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 1342), 1806 2 Heb­am­men (ebd. Ro­er-Dep. 2117)
1813 1 of­fi­cier de san­té, 2 Heb­am­men; von letz­te­ren war ei­ne seit 1775 im Amt Sons­beck tä­tig und seit 1802 in Ue­dem, die an­de­re seit 1789 in Ue­dem (Sta Kal­kar F 85-86)
1816 1 Arzt, 1 Chir­urg (ebd. F 85)
1831 Bür­ger­meis­te­rei Ue­dem: 1 ap­pro­bier­ter Arzt, 3 Heb­am­men, 1840 und 1852 1 Arzt, 1 Wun­d­arzt, 2 Heb­am­men (HSTAD Dep. Ue­dem VIII 2)
1957 3 prak­ti­sche Ärz­te, 2 Zahn­ärz­te, 3 Tier­ärz­te im Amt Ue­dem (VB 1945-57)
2003 4 prak­ti­sche Ärz­te, 3 Zahn­ärz­te, 2 Tier­ärz­te

4. 6 Apotheke

1792 Apo­the­ke in Ue­dem (Sta Kal­kar F 85) 
1801 Grün­dung der (spä­te­ren) En­gel-Apo­the­ke (R. Schmidt-Wet­ter, Zur Ge­schich­te d. nord­rhein. Apo­the­ken­we­sens, 1970, S. 213), 1806 Apo­the­ker ge­nannt (HSTAD Ro­er-Dep. 2117), auch 1811-16 (Sta Kal­kar F 85)
1957 Apo­the­ke (VB 1945-57)
2003 2 Apo­the­ken

4. 6 Seuchen

1635/36 gras­siert u.a. in Ue­dem und Um­ge­bung die Pest (IV 7) 

4. 6 Armenwesen

1663 be­kla­gen die Ka­tho­li­ken, die Re­for­mier­ten hät­ten vor ca. 20 Jah­ren 100 Ta­ler, die für die Ar­men ge­spen­det wor­den sei­en, zum An­kauf ei­nes Pre­di­ger­hau­ses ver­wen­det und nicht re­sti­tu­iert (HSTAD KM Akt 1141)
(1682) Die Ar­men­fun­da­tio­nen wer­den von ei­nem Pro­vi­sor ver­wal­tet (BAM StiXA A 46)
1685 Nach dem Stadt­brand lä­ßt die Stadt den Ar­men­hof neu er­rich­ten; 1738 Re­pa­ra­tur (Ar­men­pro­to­koll)
1753 sind hos­pi­ta­lia seu fun­da­tio­nes pro pau­pe­ri­bus vor­han­den; die Ar­men­pro­vi­so­ren wer­den vom Rat er­nannt (BAM GV Xan­ten A 2)
1799 17 Ar­me in der Com­mu­ne Ue­dem (HSTAD Ro­er-Dep. 1713)
1824 be­ste­hen 9 Häu­ser auf dem sog. Ar­men­hof, ge­hö­ren dem Ue­de­mer Ar­men­fonds (ebd. Dep. Ue­dem IV 9)
1827 In der Bür­ger­meis­te­rei Ue­dem le­ben 18 Ein­woh­ner von öf­fent­li­cher oder pri­va­ter Un­ter­stüt­zung (ebd. Reg. Düs­sel­dorf 386), 1858 27 teil­wei­se und 8 ganz von Al­mo­sen (ebd. 2170)

4. 7 Wallfahrten, Prozessionen

1635/36 zie­hen die Be­woh­ner von Xan­ten, Sons­beck, Ue­dem und an­de­ren Or­ten der Um­ge­bung, wo die Pest gras­siert, zur Mut­ter­got­tes nach Ma­ri­en­baum (R. Schol­ten, Ma­ri­en­baum als Wall­fahrts­ort u. ehe­ma­li­ges Bir­git­ti­nen-Dop­pel­k­los­ter, 1909, S. 49; IV 6)
1663 be­kla­gen die Ka­tho­li­ken in der Stadt Ue­dem, sie wür­den in ih­ren Pro­zes­sio­nen von den Re­for­mier­ten be­hin­dert (HSTAD KM Akt 1141)
1675 be­schwert sich der re­for­mier­te Pre­di­ger beim Kur­fürst von Bran­den­burg, daß die Ka­tho­li­ken mit ih­ren Pro­zes­si­ons­ge­sän­gen ver­schie­dent­lich den re­for­mier­ten Got­tes­dienst ge­stört hät­ten. Wei­ter hät­ten durch­zie­hen­de Pro­zes­sio­nen nach Keve­la­er den Pre­di­ger mehr­fach in sei­ner Amts­aus­übung ge­stört (HSTAD KM Akt 1113 fol. 55r-57r). 1692 Be­schwer­de der re­for­mier­ten Ge­mein­den Goch, Weeze und Ue­dem bei der Kle­vi­schen Pro­vin­zi­al­syn­ode über die Stö­rung ih­rer Got­tes­diens­te durch die Pro­zes­sio­nen nach Keve­la­er (Pe­tri III, S. 181); die Stö­run­gen ver­stie­ßen ge­gen den Re­li­gi­ons­ver­gleich von 1672
[1682] Nach dem Vi­si­ta­ti­ons­be­richt fin­den jähr­lich 2 Pro­zes­sio­nen statt, je­weils ei­ne per ip­sam ci­vi­ta­tem bzw. ex­tra mu­ros ci­vi­ta­tis, auch 1722 er­wähnt (BAM StiXA A 46, 48)
Seit 1784 (spä­tes­tens) re­gel­mä­ßi­ge Wall­fahr­ten aus Ue­dem nach Keve­la­er, Ein­zel­pil­ger be­reits frü­her; ab 1855 oh­ne Un­ter­bre­chun­gen bis heu­te (P. Dohms <u.a.>, Die Wall­fahrt nach Keve­la­er z. Gna­den­bild d. "Trös­te­rin d. Be­trüb­ten", 1992, S. 280)

Uedem von Nordwesten 1776, Unbekannter niederländischer Künstler, Federzeichnung, Foto: Annegret Gossens. (Museum Kurhaus Kleve, Slg. Robert Angerhausen)

 

4. 8 Juden, Synagoge, Friedhof, Privilegierung

1659 ge­währt Kur­fürst Fried­rich Wil­helm dem Ju­den Mi­cha­el Abra­hams samt Fa­mi­lie auf 7 Jah­re ein Ge­leit­pa­tent für die Stadt Ue­dem und be­freit ihn we­gen sei­ner Ar­mut vom jähr­li­chen Tri­but von 6 Rtl.; ur­sprüng­lich hat­te der Ju­de 1656 ein 10jäh­ri­ges Pa­tent für die Stadt Gen­nep er­hal­ten (HSTAD Hs A III 41 fol. 251r-252r)
1661 8 Ju­den in Ue­dem (F. Ba­er, Das Pro­to­koll­buch d. Land­ju­den­schaft d. Her­zog­tums Kle­ve, 1922, S. 54f., dort bis 1787 rei­chen­de Sta­tis­tik der Ge­leit zah­len­den und nicht zah­len­den Ju­den)
1690 4 Ju­den, zah­len 16 Rtl. Steu­ern (F. Nien­haus, Die Ju­den im ehe­ma­li­gen Her­zog­tum Cle­ve, 1914, S. 93)
(1700) soll der ers­te jü­di­scher Fried­hof in Ue­dem an­ge­legt wor­den sein (D. Pe­ters, Der jüd. Fried­hof in Ue­dem, 1999, S. 21, oh­ne Be­leg)
1714 3 Ju­den­fa­mi­li­en (ins­ge­samt 9 Per­so­nen); von den 3 Flei­schern in der Stadt sind 2 Ju­den (HSTAD Kle­ve Kam­mer Be 698)
1717 5 Ju­den(fa­mi­li­en), da­von hat 1 ein Pa­tent von 1696, 1 von 1697, der Ge­leit­brief ei­nes 3. Ju­den soll 1685 ver­brannt sein (Pro­to­koll­buch 1700-86 fol. 153v-154r)
1724 Vor­la­ge der Ju­den­ge­leit­brie­fe: 1 Ju­de hat Brief von 1717 (Fa­mi­lie mit 4 Per­so­nen), 1 ei­nen von 1724 (4 Per­so­nen), ein 3. Ju­de er­scheint nicht (ebd. fol. 199v)
1728 und 1733 Kla­gen der Schnei­der und Schmie­de über die Kon­kur­renz der Ju­den (V 4)
1738 wird den Ue­de­mer Ju­den das Schlach­ten ver­bo­ten (V 4)
1765 3 Ju­den­fa­mi­li­en, von de­nen 2 of­fe­ne La­den­ge­schäf­te ha­ben (HSTAD Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 149)
1766 Ju­de be­sitzt ge­erb­tes Haus, hat 1765 ein ganz ge­rin­ges Häus­chen da­zu ge­kauft, ein wei­te­rer Ju­de hat ge­erb­tes Haus, ein 3. ein ge­rin­ges Häus­chen ge­kauft, al­le 3 oh­ne Kon­zes­si­on (ebd. 4)
1768 12 Ju­den (ebd. 106), 1770 3 Schutz­ju­den­fa­mi­li­en (ebd. 148), desgl. 1774 (10 Per­so­nen), 1780 21 Ju­den, 1783 4 Ju­den­fa­mi­li­en (ebd. 1144), 1787 19 Ju­den (ebd. Hs E III 4), 1793 3 Schutz­ju­den­fa­mi­li­en (F. Nien­haus, Die Ju­den im ehe­ma­li­gen Her­zog­tum Cle­ve, 1914, S. 97)
1806 45 Ju­den in der Mai­rie Ue­dem (HSTAD Ro­er-Dep. 1788), 1808 47 Ju­den, dar­un­ter sind 3 als Metz­ger und 2 in Ma­nu­fak­tur und Han­del tä­tig (ebd. 1789); nach an­de­rer Quel­le 1808 3 De­tail­händ­ler, 3 Metz­ger und 1 Tröd­ler als patent­wür­dig be­zeich­net (ebd. 1792)
1822 Er­rich­tung der Syn­ago­ge in der Ka­pel­le des auf­ge­ho­be­nen Klos­ters St. Aga­tha (zur La­ge vgl. Ta­fel 1, Grund­riß). 1836 Syn­ago­gen­ord­nung (HSTAD Dep. Ue­dem XII 7 u. IX 12). 1938/39 Ver­kauf des Grund­stücks an die be­nach­bar­te Schuh­fa­brik; Ab­bruch der ehe­ma­li­gen Syn­ago­ge wohl vor 1945 (Pracht-Jörns, Jüd. Kul­tur­er­be II, S. 364)
1825 An­la­ge ei­nes jü­di­schen Fried­hofs als Teil des neu­en christ­li­chen Fried­hofs (zur La­ge vgl. Ta­fel 1, Grund­riß; II 2 Fried­hö­fe). In der NS-Zeit Ver­kauf des Fried­hofs­ge­län­des an Pri­vat­per­son, nach 1957 Wie­der­her­stel­lung als Fried­hof (Pracht-Jörns, Jüd. Kul­tur­er­be II, S. 365; D. Pe­ters, Der jüd. Fried­hof in Ue­dem, 1999)
Nach 1847 Ein­rich­tung der Syn­ago­gen­ge­mein­de Ue­dem nach dem Ge­setz von 1847; 11 Ju­den - 1 Ren­tier, 3 Kauf­leu­te in Ma­nu­fak­tur- und Ko­lo­ni­al­wa­ren, 2 Händ­ler, 2 Klein­händ­ler und Metz­ger, 2 Metz­ger, 1 Pri­vat­leh­rer - sind be­rech­tigt, die Re­prä­sen­tan­ten der neu­en Syn­ago­gen­ge­mein­de zu wäh­len (HSTAD Dep. Ue­dem IX 12), nach an­de­rer Quel­le 15 (ebd. IX 2)
(1930) 7 jü­di­sche Haus­hal­te in Ue­dem (Pracht-Jörns, Jüd. Kul­tur­er­be II, S. 365)
Die jü­di­sche Ge­mein­de ge­hör­te zur Kreis­syn­ago­gen­ge­mein­de Kle­ve. 
Zu den jü­di­schen Ein­woh­ner­zah­len vgl. IV 10. 
Zum jü­di­schen Schul­we­sen vgl. IV 11.

4. 9 Einführung der Reformation, Evangelische Gemeinde

1594 sind die An­fän­ge ei­ner re­for­mier­ten Ge­mein­de in Ue­dem er­kenn­bar (E. Si­mons <Hg.>, Syn­odal­buch d. Ak­ten d. Syn­oden u. Quar­tier­kon­sis­to­ri­en in Jü­lich, Cle­ve u. Berg 1570-1610, 1909, S. 607 Anm. 1)
1597 sind die Ree­ser Re­for­mier­ten be­reit, ge­le­gent­lich ih­ren Pre­di­ger nach Ue­dem zu schi­cken (ebd., S. 608)
1597 bis 1609 ge­hört Ue­dem zur We­seler Clas­sis, ab 1610 zur Kle­ver Clas­sis, 1623-30 zur We­seler Clas­sis, seit­dem wie­der zur Kle­ver Clas­sis (Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te, S. 1f.)
1610 ge­hö­ren die Re­for­mier­ten zu Ue­dem zu den Ge­mein­den, die un­ver­mög­lich sind, Kir­che und Schu­le zu un­ter­hal­ten (Pe­tri I, S. 14). Nur 4 oder 5 kont­ri­bu­ie­ren für den Un­ter­halt des Kir­chen­diens­tes (Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te, S. 12). In der Fol­ge­zeit im­mer wie­der Kla­gen über die ge­rin­ge Fi­nanz­aus­stat­tung der Ge­mein­de (zahl­rei­che Be­le­ge bei Pe­tri I und Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te)
1611 Ge­mein­de­bil­dung mit ers­tem ei­ge­nen Pre­di­ger (Hein­rich Stu­leni­us, bis 1614 in U) (Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te, S. 24, 57)
1625 nutzt die Ge­mein­de ein ge­mie­te­tes Pre­digt­haus (Pe­tri I, S. 175). 1648 er­laubt die Kle­ver Clas­sis der Ge­mein­de, für Re­pa­ra­tur und Ver­bes­se­rung des Pre­dig­hau­ses zu kol­lek­tie­ren (Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te, S. 34). Es bleibt un­klar, ob es sich um das 1625 er­wähn­te Haus han­delt (s. auch un­ten Bau­ge­schich­te der Kir­che)
1632 hat die Ge­mein­de we­der Kin­der­schu­le noch Schul­meis­ter (Pe­tri, Sit­zungs­be­rich­te, S. 34). Zur wei­te­ren Ent­wick­lung des re­for­mier­ten bzw. evan­ge­li­schen Schul­we­sens in Ue­dem vgl. IV 11
(1650) Bau der Kir­che (s. un­ten Bau­ge­schich­te)
1650 Der re­for­mier­te Pre­di­ger von Ue­dem kommt nach Weeze zum Pre­di­ger in ein Haus, das die dor­ti­ge Ge­mein­de ge­mie­tet hat; seit­dem ge­hen die et­wa 12 re­for­mier­ten Fa­mi­li­en nach Goch (HSTAD KM Akt 597)
1658 ge­hört Ue­dem zu den re­for­mier­ten Ge­mein­den im Her­zog­tum Kle­ve, de­ren Kir­chen- und Schul­we­sen aus Ar­mut der Un­ter­gang droht (Pe­tri II, S. 92) 
1663 Die An­na-Vi­ka­rie zu Grieth ist 1513 ge­stif­tet und ca. 70-75 Jah­re be­dient wor­den. Vor ca. 25 Jah­ren ha­ben die Er­ben von Bue­ren die Ein­künf­te der Vi­ka­rie dem re­for­mier­ten Pre­di­ger in Ue­dem zu­ge­wen­det (HSTAD KM Akt 1139). In den Gra­va­mi­na der ka­tho­li­schen Ge­mein­de hei­ßt es, seit 1643 be­an­spruch­ten die Re­for­mier­ten die 3 Vi­ka­ri­en Lau­ren­ti­us, Aga­tha und An­na; die Vi­ka­rie St. An­to­ni­us sei seit 1649 in­tra et ex­tra mu­ros ge­teilt: den grö­ße­ren Teil ha­be der re­for­mier­te Schul­meis­ter, den klei­ne­ren ein ka­tho­li­scher Pries­ter, der die Be­las­tung der gan­zen Vi­ka­ri­e­stel­le tra­gen müs­se. Vor ca. 20 Jah­ren sei­en ei­ni­ge hun­dert Ta­ler für die Ar­men ge­spen­det wor­den, die die Re­for­mier­ten zum An­kauf ei­nes Pre­di­ger­hau­ses ver­wen­det und nicht re­sti­tu­iert hät­ten (ebd. 1141)
1672 Im Re­li­gi­ons­ver­gleich wird fest­ge­legt, daß die Vi­ka­rie BMV in der Pfarr­kir­che zu Ue­dem nach dem Tod des ge­gen­wär­ti­gen In­ha­bers den Ka­tho­li­ken re­sti­tu­iert wird, vor­be­halt­lich der 25 Rtl. jähr­lich, die die Re­for­mier­ten vor 1651 dar­aus er­hal­ten ha­ben (ebd. 1137 fol. 128f.)
1685 Nach dem Stadt­brand Wie­der­auf­bau der re­for­mier­ten Kir­che so­wie des Schul- und Pre­di­ger­hau­ses (ebd. 386; II 2)
1712 gibt es 4 oder 5 lu­the­ri­sche Ein­woh­ner in Ue­dem, von de­nen ei­ner Rats­ver­wand­ter und Schöf­fe ist. Da sie kei­ne Kir­che am Ort ha­ben, müs­sen sie zum ex­er­ci­ti­um re­li­gio­nis nach Kle­ve oder in ei­nen an­de­ren Ort, im Win­ter ge­nie­ßen sie es in der re­for­mier­ten Kir­che (HSTAD KM Akt 1123 fol. 7)
1753 In der Pfar­re Ue­dem le­ben nur we­ni­ge Cal­vi­nis­ten oder Lu­the­ra­ner (BAM GV Xan­ten A 2 fol. 171r-174v)
1798 ge­hö­ren die Vi­ka­ri­en St. Aga­tha, An­na und Lau­ren­ti­us zur Be­sol­dung des re­for­mier­ten Pre­di­gers (HSTAD KM Akt 1377 fol. 337r-338r; IV 9)
1817 Über­gang zur evan­ge­li­schen Uni­on, 1824 be­ur­kun­det (Ro­sen­kranz I, S. 324)
Die evan­ge­li­sche Ge­mein­de Ue­dem ge­hört zum Kir­chen­kreis Kle­ve. 

Ge­schich­te des Kir­chen­baus
(1650) ist wohl der ers­te Kir­chen­bau er­folgt (Pe­tri I, S. 176). 1685/86 Wie­der­auf­bau nach Zer­stö­rung beim Stadt­brand. Es han­delt sich um ei­nen Recht­eck­bau mit drei­sei­ti­gem Chor­ab­schluß und vor­ge­bau­tem Turm an der Gie­bel­sei­te. Turm von 1877. Nach Zer­stö­run­gen im Zwei­ten Welt­krieg Wie­der­her­stel­lung bis 1949, 1957/58 gründ­li­che In­stand­set­zung, 1993 Re­no­vie­rung des In­nen­raums (W. Groß, Pro­tes­tan­ti­scher Kir­chen­bau d. 16. u. 17. Jh. am Nie­der­rhein u. im Ber­gi­schen Land, 1999, Bd. 2, S. 453-457)

Tabelle 1 Berufsstatistik der Juden in der Landgemeinde/ Bürgermeisterei Uedem 1843-1855. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

4. 10 Konfessionszahlen

1712 4 oder 5 Lu­the­ra­ner in Ue­dem (IV 9)

4. 11 Schulen und Bildungseinrichtungen

Stu­den­ten aus Ue­dem auf aus­wär­ti­gen Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten
1389 bis 1777 min­des­tens 52 Stu­die­ren­de aus Ue­dem an der Uni­ver­si­tät Köln (Ma­tri­kel Köln, Re­gis­ter)
1644 be­sucht 1 Ue­de­mer das Gym­na­si­um  Il­lus­tre zu Bre­men (Th. O. Ache­lis/A. Bört­z­ler <Be­arb.>, Die Ma­tri­kel d. Gym­na­si­um Il­lus­tre zu Bre­men 1610-1810. In: Bre­mi­sches Jb., 2. R., Bd. 3, 1968, S. 79)
1655 bis 1817 15 Stu­den­ten aus Ue­dem in den Ma­tri­keln der Uni­ver­si­tät Duis­burg ver­zeich­net (W. Rot­scheidt, Die Ma­tri­kel d. Uni­ver­si­tät Duis­burg 1652-1818, 1938)
1733 und 1809 je 1 Stu­dent aus Ue­dem auf dem Gym­na­si­um We­sel (ein 3. für das Jahr 1706 ist zwei­fel­haft; Ma­tri­kel d. We­seler Gym­na­si­ums. Auf­nah­me d. Schü­ler 1697-1819, 1982, S. 23, 60)

Schul­stif­tung des Hein­rich Ra­e­scop
1446 stif­tet Hein­rich Ra­e­scop, Propst an St. Ma­ria zu Ut­recht und Ka­no­ni­ker zu Xan­ten, in Ue­dem ein Alt­män­ner- und Schü­ler­haus: Au­ßer 12 Grei­sen soll­ten bis zu 12 aus Ue­dem stam­men­de Schü­ler bis zur Voll­endung des 17. Le­bens­jah­res mit ih­rem Rek­tor dar­in woh­nen; Fest­le­gung ei­nes de­tail­lier­ten Lehr­plans. Die Stif­tung kam nicht recht in Gang und wur­de 1451 in ein Au­gus­ti­ner­chor­her­ren­stift um­ge­wan­delt (IV 5 St. Spi­ri­tus; zur Ein­ord­nung der Schul­stif­tung vgl. W. Jans­sen, Das Erz­bis­tum Köln im spä­ten Mit­tel­al­ter <1191-1515>, Bd. 2, 2003, S. 518f.)

Stadt-/Pfarr­schu­le, Ele­men­tar-/Volks­schu­len
1539 Schul­meis­ter in Ue­dem (BAM StiXA Urk 2911)
1563 Die scho­el­meis­ter mit­ten klercken er­hal­ten Ent­loh­nung für das Sin­gen in den Mes­sen (ebd. Ein­zel­ne Pfar­ren Nr. 87)
1610 ist die re­for­mier­te Ge­mein­de zu arm, um ei­ne Schu­le zu un­ter­hal­ten (IV 9); 1628 er­neu­ter Ver­such, in Ue­dem ei­ne evan­ge­li­sche Schu­le ein­zu­rich­ten (Pe­tri I, S. 199); ist 1633 noch nicht ge­lun­gen (ebd., S. 262) 
(1647) re­for­mier­ter Schul­meis­ter in Ue­dem, er­hält ab 1649 die Hälf­te der Ein­künf­te aus der An­to­ni­us- und Se­bas­tia­nus­vi­ka­rie (ebd.; vgl. IV 9 zu 1663)
1666 klagt das re­for­mier­te Kon­sis­to­ri­um zu Kal­kar, daß ein ehe­ma­li­ger Mönch und Schul­meis­ter aus Ue­dem in Kal­kar zum Scha­den der re­for­mier­ten Schu­le Un­ter­richt hal­te (W. Pe­tri <Hg.>, Sit­zungs­be­rich­te d. Con­ven­te d. re­for­mier­ten Kle­ver Clas­sis v. 1611-1670, 1971, S. 127)
(1673) 2 Schul­leh­rer in Ue­dem (F. Net­tes­heim, Ge­schich­te d. Schu­len im al­ten Her­zog­t­hum Gel­dern, 1881, S. 306f.)
[1682] 1 ka­tho­li­scher und 1 re­for­mier­ter Leh­rer in der Pfar­re Ue­dem (BAM StiXA A 46)
1717 stirbt der re­for­mier­te Schul­leh­rer, der zeit­le­bens die Ein­künf­te der BMV-Vi­ka­rie ge­nos­sen hat und die nun wie­der an die Ka­tho­li­ken zu­rück­fal­len sol­len (Pro­to­koll­buch 1700-86 fol. 150)
1722 hei­ßt es, der ka­tho­li­sche Leh­rer wer­de von der Ge­mein­de mit Ein­ver­ständ­nis des Pfar­rers ein­ge­setzt (BAM StiXA A 48)
1725 ist der ka­tho­li­sche Schul­meis­ter zu­gleich Küs­ter (Pro­to­koll­buch 1700-86 fol. 208r)
(1755) Nach dem Vi­si­ta­ti­ons­be­richt wird der ka­tho­li­sche Leh­rer von der kle­vi­schen Re­gie­rung ein­ge­setzt; das Schul­ge­bäu­de ist ver­bes­se­rungs­wür­dig, der Un­ter­halt liegt bei der Stadt (BAM GV Xan­ten A 2)
1770 hei­ßt es, der ka­tho­li­sche und der re­for­mier­te Schul­meis­ter sei­en ver­pflich­tet, die Ar­men gra­tis zu un­ter­rich­ten (HSTAD Xan­ten Kreis­re­gis­tra­tur 148)
1796 Brand des Schul­ge­bäu­des, das der ka­tho­li­schen Kir­che ge­hört; 1798 Wie­der­auf­bau (ebd. Dep. Ue­dem IV 9). Das Schul­haus liegt auf der Stadt­blei­che ge­nannt die Müh­len­schan­ze (ebd. XII 14 = 1827; zur La­ge vgl. Ta­fel 1, Grund­riß)
1812 3 Pri­mar­schu­len in der Mai­rie Ue­dem (HSTAD Ro­er-Dep. 2705)
1859 Schul­schwes­tern Un­se­rer Lie­ben Frau aus Coes­feld wer­den an der Ele­men­tar­schu­le für Mäd­chen tä­tig (ebd. Dep. Ue­dem XII 14; IV 5)
1888 Das Ge­such ei­ner Ur­su­li­nen­schwes­ter zur Er­rich­tung ei­nes Haus­hal­tungs­pen­sio­nats mit Be­wahr- und Wai­sen­an­stalt wird ab­schlä­gig be­schie­den (HSTAD Reg. Düs­sel­dorf 20154; IV 5)
1958 Ein­rich­tung ei­ner Hilfs­schu­le (Pro­to­koll­buch Amt Ue­dem)
1969 Er­öff­nung der Son­der­schu­le Kal­kar-Ue­dem für Lern­be­hin­der­te, 1977/78 ge­schlos­sen (VB 1975-79; VB 1984-89; Schul­ent­wick­lungs­plan 1986-93, S. 25)
1969 Neu­ord­nung des Volks­schul­we­sens: Haupt­schu­le für das Amt Ue­dem ein­ge­rich­tet, die Volks­schu­le in Kep­peln wird als ka­tho­li­sche Grund­schu­le wei­ter­ge­führt, die Klas­sen 1-4 der ka­tho­li­schen Schu­len zu Ue­dem und Ue­de­mer­buch so­wie der evan­ge­li­schen Schu­le Ue­dem wer­den zur Grund­schu­le Ue­dem zu­sam­men­ge­fa­ßt (Ge­mein­de­rats­pro­to­koll v. 22.5.1969)
2003 Ka­tho­li­sche Be­kennt­nis­grund­schu­le (Ge­schwis­ter-De­vries-Schu­le), Haupt­schu­le (Hanns-Die­ter-Hüsch-Schu­le) 

Jü­di­sche Schu­le
1823 Un­ter den 43 Ju­den der Bür­ger­meis­te­rei Ue­dem sind 5 Kin­der zwi­schen 6 und 13 Jah­ren, von de­nen 2 christ­li­che Schu­len be­su­chen (HSTAD Dep. Ue­dem IX 12)
1826 Der jü­di­sche Vor­sän­ger/Leh­rer gibt Un­ter­richt in Re­li­gi­on und he­bräi­scher Spra­che (ebd.). Ab 1828 re­gel­mä­ßig jü­di­scher Leh­rer in Ue­dem (IV 8)

Hö­he­re Schu­le
(1900) Un­ter­richt durch die ka­tho­li­sche Geist­lich­keit als Vor­be­rei­tung auf die Un­ter­ter­tia des Gym­na­si­ums (L. Klö­vekorn, Von d. klös­terl. La­tein­schu­le zum Pro­gym­na­si­um. In: HK f. d. Kle­ver Land 1965, S. 51-55)
1925 Grün­dung des Rek­to­rats­schul­ver­eins
1929 er­hält der Stu­di­e­n­as­ses­sor Nor­bert Kre­mer die Er­laub­nis zur Er­rich­tung ei­ner pri­va­ten hö­he­ren Kna­ben­schu­le (Rek­to­rat-). Laut Be­richt des Bür­ger­meis­ters von 1935 be­steht die Schu­le seit mehr als 100 Jah­ren (wo­mit der Un­ter­richt durch Geist­li­che ge­meint sein dürf­te); sie sei für die Be­völ­ke­rung von gro­ßer Be­deu­tung, da we­gen der ge­rin­gen Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen kaum Mög­lich­kei­ten be­stün­den, aus­wär­ti­ge Schu­len zu be­su­chen. 1939 Auf­lö­sung der Schu­le (HSTAD Reg. Düs­sel­dorf 47795)
1947 Ein­rich­tung ei­ner Zu­brin­ger­schu­le in den Räu­men der ka­tho­li­schen Volks­schu­le auf In­itia­ti­ve der Amts­ver­wal­tung, 1950 als Schul­ver­such ge­neh­migt
1951-61 ist die Schu­le zwei­klas­sig; 1952 Um­zug in die neue evan­ge­li­sche Schu­le, 1955 Um­zug in das ehe­ma­li­ge Kran­ken­haus, 1960 in das ehe­ma­li­ge Be­helfs­rat­haus Loh­stra­ße 39; 1961 Um­wand­lung in Pro­gym­na­si­um, 1970 Auf­bau­gym­na­si­um, 1995/97 Ab­bau und Schlie­ßung

Sons­ti­ge Schu­len
1913 be­schlie­ßt der Ge­mein­de­rat die Ein­füh­rung der Pflicht­fort­bil­dungs­schu­le (PB 1897-1920, S. 294)
1946 Grün­dung der Volks­hoch­schu­le, heu­te Volks­hoch­schul-Zweck­ver­band Goch-Keve­la­er-Ue­dem-Weeze

Bü­che­rei
In den 3 ka­tho­li­schen Pfar­ren der Ge­mein­de (Ue­dem, Kep­peln, Ue­de­mer­bruch) be­steht je ei­ne öf­fent­li­che Bü­che­rei (Bor­ro­mäus­ver­ein)

Ar­chiv
1682 liegt das Pfar­rar­chiv im Rat­haus (II 5 Ge­bäu­de)
1685 wird beim gro­ßen Stadt­brand auch das Ma­gis­trats­ar­chiv ver­nich­tet (II 2)
1903 wird das Bür­ger­meis­te­rei­ar­chiv U und Kep­peln (1724-1885) im heu­ti­gen HSTAD de­po­niert (Dep. Ue­dem)
1975 be­ginnt die Ge­mein­de Ue­dem mit dem Auf­bau ei­nes Ar­chivs, seit 1997 haupt­amt­lich be­treut, bis 1. Sep­tem­ber 2002 im Ver­bund mit den Kom­mu­nen Weeze und Goch, seit­dem nur noch mit Weeze

Tabelle 2 Konfessionszahlen 1515-1998. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 
Zitationshinweis

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Wensky, Margret, Rheinischer Städteatlas Uedem. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-uedem.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/5fb541a3783df5.35649923 (abgerufen am 12.05.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 25.03.2026, zuletzt geändert am 14.04.2026

Auch über Rheinischer Städteatlas Uedem, bearb. v. Margret Wensky (Lfg. XV, Nr. 84, 2003)