Familie Bachem

Autohändler

Barbara Hillen (Bonn)

Ansicht des Geschäftsgebäudes auf der Coblenzer Straße, 1936. (Peter Bachem, Bonn)

Seit 1886 ist die Fa­mi­lie Ba­chem in Bonn Ver­trags­part­ner der Fir­ma Adam Opel AG und da­mit das äl­tes­te Opel­haus der Welt. Als äl­tes­ter Kfz-Be­trieb in Bonn hat er lo­ka­le Wirt­schafts­ge­schich­te ge­schrie­ben. Die weit­läu­fi­ge Fa­mi­lie Ba­chem ist seit meh­re­ren Jahr­hun­der­ten im Rhein­land an­säs­sig.

 

Zu den Vor­fah­ren der heu­ti­gen Ge­schäfts­füh­re­rin der Fir­ma Jo­hann Ba­chem Au­to­haus GmbH in Bonn, Bar­ba­ra Ba­chem, ge­hö­ren Ma­thi­as Ba­chem und Ger­trud Schif­fer, die am 25.7.1725 in Jun­kers­dorf hei­ra­te­ten. In den 1750er-Jah­ren wur­de Ma­thi­as Ba­chem dort vier Mal zum Bür­ger­meis­ter ge­wählt. Die Li­nie setz­te sich fort über ei­nen gleich­na­mi­gen En­kel (1771-1884), der als Schnei­der in Bens­berg (heu­te Stadt Ber­gisch Glad­bach) be­zeugt ist. Des­sen Sohn Pe­ter Jo­sef Ba­chem (1809-1871) wur­de Schäf­te­ma­cher und zog von Bens­berg nach Bonn. Hier mach­te er sich als Schäf­te­ma­cher selbst­stän­dig und stell­te Stie­fel für das Hu­sa­ren-Re­gi­ment „Kö­nig Wil­helm I.“ her, des­sen Ka­ser­ne (Stern­tor­ka­ser­ne) sich am ehe­ma­li­gen Vieh­markt (heu­te Frie­dens­platz) hin­ter dem Ge­län­de der heu­ti­gen Spar­kas­se Köln­Bonn be­fand. Er be­saß ein Haus Am Drei­eck, das sich bis zur Stern­stra­ße hin­zog. Dort be­trieb er ei­ne Le­der­hand­lung und ei­ne Nä­he­rei für Schuh­ge­schäf­te mit 28 Ge­sel­len. Sein Bru­der Fried­rich Wil­helm (1819-1890) hat­te ei­nen Be­trieb in un­mit­tel­ba­rer Nä­he, Am Drei­eck 5 und 18, wo er Näh­ma­schi­nen für den pri­va­ten Ge­brauch ver­kauf­te, un­ter an­de­rem der Mar­ken Sin­ger, Whee­ler & Wil­son und Dür­kopp, aber auch „Ve­lo­zi­ped­s“.

Pe­ter Jo­sef Ba­chem hei­ra­te­te 1834 So­phie Wen­del (1808-1899), de­ren El­tern Eva und Cor­ne­li­us Wen­del ei­ne Mes­ser­schmie­de in Bonn be­trie­ben. Das Paar be­kam drei Kin­der: Fried­rich Wil­helm (1843-1928), Jo­hann (1847-1911) und Ka­tha­ri­na (1852-1921). Jo­hann Ba­chem war 1867 Sol­dat im 1. Rhei­ni­schen Kö­nigs­hu­sa­ren­re­gi­ment Nr. 7 und nahm wäh­rend des Deutsch-Fran­zö­si­schen Kriegs 1870-1871 an meh­re­ren Feld­zü­gen teil, wur­de 1871 aber schwer ver­wun­det aus dem Mi­li­tär­dienst ent­las­sen.

Am 27.4.1872 grün­de­te Jo­hann Ba­chem am Vieh­markt 2 b in Bonn ein In­stal­la­ti­ons­un­ter­neh­men für Gas- und Was­ser­lei­tun­gen so­wie ei­ne Hand­lung für Haus­halts- und Kü­chen­ge­rä­te. Das Ka­pi­tal zur Be­triebs­grün­dung stamm­te aus dem Pflicht­teil, wel­chen er nach ei­ner Er­baus­ein­an­der­set­zung mit sei­nen Ge­schwis­tern nach dem Tod des Va­ters Pe­ter Jo­sef im Jah­re 1871 er­hal­ten hat­te. Ei­ne neue Ver­ord­nung über die Rein­lich­keit der Stra­ßen der Stadt Bonn von 1872 ließ sein Ge­schäft flo­rie­ren. 1886 knüpf­te er Kon­tak­te zu Adam Opel (1837-1895) in Rüs­sels­heim und schloss mit ihm zu­nächst ei­nen Ver­trag über den Ver­trieb von Opel Näh­ma­schi­nen. Die Fir­ma Opel ge­hör­te da­mals zu den grö­ß­ten Näh­ma­schi­nen­her­stel­lern der Welt. So­phie Opel (1840-1913), Adam Opels Ehe­frau, führ­te in den Aus­stel­lungs­räu­men der Fir­ma Ba­chem die neu­es­ten Mo­del­le vor, un­ter an­de­rem die Opel-Lang­schiff­ma­schi­ne. Nach ei­nem Groß­brand im Werk stell­te Opel 1911 die Pro­duk­ti­on von Näh­ma­schi­nen ein.

Johann Bachem, Porträtfoto, 1872. (Peter Bachem, Bonn)

 

Jo­hann Ba­chem über­nahm 1883 auf An­re­gung sei­nes On­kels Fried­rich Wil­helm Ba­chem, der ein Ge­schäft für „Ve­lo­zi­ped­s“ be­saß, den Ver­trieb die­ser Fahr­rä­der und grün­de­te den Bon­ner Rad­fahr­ver­ein. Ba­chem ver­kauf­te Opel-Fahr­rä­der, Hoch- und Tan­dem­rä­der, die Opel seit 1885 pro­du­zier­te. Weil er da­für mehr Platz be­nö­tig­te, aber auch weil der Vieh­markt durch den Bau der Dampf­ei­sen­bahn in das Vor­ge­bir­ge („feu­ri­ger Eli­a­s“) und das dort vor­han­de­ne Kopf­stein­pflas­ter un­ge­eig­net zum Fahr­rad­fah­ren war, be­zog Jo­hann Ba­chem neue Ge­schäfts­räu­me an der Ko­blen­zer Stra­ße (heu­te Ade­nau­er­al­lee/Ecke Hof­gar­ten). Das Haus wur­de laut Bau­an­trag im Fe­bru­ar 1897 mit zwei Aus­stel­lungs­räu­men für Näh­ma­schi­nen und Fahr­rä­dern ver­se­hen. Au­ßer­dem er­bau­te er im rück­wär­ti­gen Teil ein Ve­lo­drom, ei­ne Fahr­rad­bahn in ei­ner Hal­le mit Werk­statt nach dem Vor­bild ei­ner ähn­li­chen Hal­le der Fir­ma Adam Opel in Rüs­sels­heim, die bei­de von der Bon­ner Rad­fahr­schu­le ge­nutzt wur­den. Hier traf sich die Bon­ner Ge­sell­schaft zum Er­ler­nen des Rad­fah­rens. Selbst Prin­zes­sin Vic­to­ria zu Schaum­burg-Lip­pe (1866-1929), ei­ne Schwes­ter Wil­helms II. (Re­gent­schaft 1888-1918), mach­te sich hier mit dem Fahr­rad ver­traut. 1906 wur­de in das Ve­lo­drom ein höl­zer­nes Zwi­schen­ge­schoß mit ei­ner zehn Me­ter mal zehn Me­ter gro­ßen Öff­nung in der Mit­te ein­ge­zo­gen, so dass un­ten Au­to­mo­bi­le re­pa­riert und die Fahr­rad­bahn nach oben ver­la­gert wer­den konn­ten.

Das erste in Serie produzierte Automobil, der Benz Patent-Motorwagen Velo. (Chris73 / CC BY-SA 3.0)

 

Jo­hann Ba­chem hat­te 1875 in Kü­ding­ho­ven (heu­te Stadt Bonn) Mar­ga­re­the Bo­is aus Ober­kas­sel (heu­te Stadt Bonn) ge­hei­ra­tet. Das Paar be­kam fünf Kin­der, die streng ka­tho­lisch er­zo­gen wur­den. Der äl­tes­te Sohn, Ja­cob Ba­chem (1876-1941), hei­ra­te­te 1901 in Bar­men (heu­te Stadt Wup­per­tal) Em­ma Cla­ra Ben­gel (1878-1947), de­ren El­tern ei­ne Band­fa­brik zur Her­stel­lung von Ap­pli­ken be­sa­ßen. Aus die­ser Ehe gin­gen drei Kin­der her­vor: Em­ma (1901-1975), Jo­hann Carl (1905-1947) und An­ne­li­se (1906-1990).

1898 gab Jo­hann Ba­chem dem Drän­gen sei­nes Soh­nes Ja­cob nach und kauf­te ei­nes der ers­ten Au­to­mo­bi­le, Fa­bri­kat Benz Ve­lo/Com­for­ta­ble, Mo­dell 1898. Er er­reg­te da­mit in Bonn gro­ßes Auf­se­hen, nicht nur we­gen der Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 25 Stun­den­ki­lo­me­tern, die der Wa­gen fuhr, son­dern auch, weil es das ers­te Au­to­mo­bil in Bonn über­haupt war. Ja­cob Ba­chem be­such­te mit dem Wa­gen auch sei­ne im 100 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Bar­men le­ben­de Braut Em­ma Ben­gel. Das Au­to­mo­bil war noch nicht für sol­che lan­gen Stre­cken aus­ge­rüs­tet, und Ja­cob Ba­chem er­fand nach vie­len Ver­su­chen ei­nen Un­ter­bre­cher für die Bat­te­rie, die nun vier­mal län­ger hielt als die ur­sprüng­li­che. Karl Benz (1844-1929) dank­te ihm für die­se Wei­ter­ent­wick­lung, die den Mo­tor­be­trieb auch si­che­rer mach­te.

1898 be­schloss Ja­cob Ba­chem, die Söh­ne sei­nes in­zwi­schen ver­stor­be­nen Ge­schäfts­freun­des Adam Opel in Rüs­sels­heim mit sei­nem Wa­gen zu be­su­chen. Die­se prä­sen­tie­ren ihm den aus Des­sau stam­men­den Pa­tent-Mo­tor­wa­gen Sys­tem Lutz­mann. Die Fir­ma Ba­chem er­hielt ei­nen Opel-Gro­ßhänd­ler­ver­trag und zähl­te so­mit zu den ers­ten Gro­ßhänd­lern für den Ver­trieb von Au­to­mo­bi­len in Deutsch­land. Das Gro­ßhänd­ler­ge­biet schloss auf der rech­ten Rhein­sei­te Neu­wied mit ein und en­de­te links­rhei­nisch vor der Stadt­gren­ze von Ko­blenz im Sü­den so­wie Köln im Nor­den.

Carl Bachem, Porträtfoto, 1939. (Peter Bachem, Bonn)

 

Zwi­schen 1903 und 1910 er­lern­ten bei Ja­cob Ba­chem vie­le Pro­mi­nen­te das Au­to­fah­ren, dar­un­ter Mit­glie­der der kai­ser­li­chen Fa­mi­lie, die re­gel­mä­ßig in Bonn re­si­dier­te, weil die Nef­fen Wil­helms II. (Re­gent­schaft 1888-1918) an der Uni­ver­si­tät stu­dier­ten. Auch die kai­ser­li­chen Au­to­mo­bi­le wur­den in der Ga­ra­ge der Fir­ma Ba­chem ge­war­tet und in­stand ge­setzt. Eben­so wie sein Va­ter wuss­te Ja­cob Ba­chem un­ter­neh­me­ri­sche Fä­hig­kei­ten mit hand­werk­li­chem Kön­nen zu ver­bin­den. Im Opel­werk Rüs­sels­heim wur­den sei­ne Rat­schlä­ge zur Ver­bes­se­rung der Mo­del­le dank­bar um­ge­setzt.

Um 1909 über­nahm die Fir­ma Ba­chem zu­sätz­lich die Ge­ne­ral­ver­tre­tung für Re­nault und F.N.-Au­to­mo­bi­le. Am 19.4.1909 er­teil­te der Bon­ner Ober­bür­ger­meis­ter Wil­helm Spi­ri­tus dem Me­cha­ni­ker Ja­cob Ba­chem die Be­fug­nis, Lehr­lin­ge aus­zu­bil­den. Ja­cob Ba­chems Lei­den­schaft für Au­to­mo­bi­le brach­te ihn auch da­zu, er­folg­reich an Au­to­ren­nen teil­zu­neh­men. Au­ßer­dem un­ter­rich­te­te er in der Zeit von 1917-1918 in der Opel-Mo­to­ren­schu­le Rüs­sels­heim an Opel-Flug­zeug­mo­to­ren. Die Fa­mi­lie Ba­chem wohn­te mit ih­ren drei Kin­dern in der Arndt­stra­ße 21.  Ja­cob Ba­chem wur­de 1935 zum Ober­meis­ter und Grün­der der Kraft­fahr­zeu­gin­nung Bonn ein­schlie­ß­lich des Sieg­krei­ses, des Land­krei­ses Eus­kir­chen und des Rhei­nisch-Ber­gi­schen Krei­ses ge­wählt. Schlie­ß­lich wur­de er noch Lan­des­in­nungs­meis­ter. Mit be­mer­kens­wer­ter Um­sicht und Vi­ta­li­tät führ­te er sei­nen Be­trieb über die schwie­ri­gen Jah­re der Wirt­schafts­re­zes­si­on und des Be­ginns des Zwei­ten Welt­krie­ges hin­aus. Sein Sohn Carl (1905-1947), dem er schon zu­vor die kauf­män­ni­sche Lei­tung des Be­trie­bes über­ge­ben hat­te, über­nahm nach dem To­de  des Va­ters 1941 das Un­ter­neh­men. Im sel­ben Jahr hei­ra­te­te Carl Ba­chem Ma­ri­an­ne Sie­bert (1913-2003), die Toch­ter des Stahl­baufa­bri­kan­ten Al­bert Sie­bert.

Wäh­rend des Krie­ges wur­de Carl Ba­chem als Zi­vi­list da­mit be­auf­tragt, als Lei­ter ei­nes Kraft­fahr­parks die Fahr­zeu­ge der Deut­schen Wehr­macht in Po­len und spä­ter in Russ­land zu re­pa­rie­ren. Es han­del­te sich um ei­ne mo­bi­le Werk­statt, die zu­nächst in Minskma­zo­wiecki bei War­schau sta­tio­niert war. Wäh­rend des Russ­land­feld­zu­ges be­fand sich das „K.-Werk Ba­che­m“ ab Herbst 1942 in der Nä­he der Stadt Sim­fero­pol auf der Halb­in­sel Krim in der Ukrai­ne. In­fol­ge der Front­ver­schie­bung wur­de es ab Ok­to­ber 1943 über Ni­ko­la­jew, Odes­sa, Bu­ka­rest und Lem­berg zu­rück nach Bonn trans­por­tiert. Ei­ne le­bens­be­droh­li­che Krank­heit Carl Ba­chems fiel zu­sam­men mit dem Tag des gro­ßen Luft­an­griffs am 18.10.1944 auf Bonn, bei dem sein Be­trieb an der Ko­blen­zer Stra­ße völ­lig zer­stört wur­de. Nach Kriegs­en­de be­gann er um­ge­hend mit dem Wie­der­auf­bau der bei­den Werk­statt­hal­len, der Mo­to­ren­hal­le und des Er­satz­teil­la­gers. Kör­per­lich re­ge­ne­rier­te er sich al­ler­dings nicht und starb 1947 erst 42-jäh­rig an Herz­ver­sa­gen. Er konn­te da­her den Be­trieb sei­nem Sohn Jo­hann Pe­ter Ba­chem (ge­bo­ren 1942) nicht selbst über­ge­ben.

Carl Ba­chems Frau Ma­ri­an­ne über­nahm 1947 den zu 90 Pro­zent zer­stör­ten Be­trieb und bau­te ihn auf An­ra­ten der Adam Opel AG ge­mein­sam mit ei­nem spä­te­ren Teil­ha­ber auf. Für Ma­ri­an­ne Ba­chem be­gann ei­ne schwie­ri­ge und sor­gen­rei­che Zeit. Zu­nächst ge­lang es ihr, das Ver­wal­tungs­ge­bäu­de wie­der­zu­stel­len und 1953 zwei Aus­stel­lungs­räu­me ein­zu­rich­ten. 1958 er­warb sie ein Grund­stück an der Vor­ge­birgs­stra­ße und er­rich­te­te ers­te Tei­le ei­nes wei­te­ren Opel­be­trie­bes in Bonn. Es war das ers­te Kraft­fahr­zeug­un­ter­neh­men an der heu­ti­gen Au­tomei­le. 1961 ließ sie das bis­he­ri­ge Er­satz­teil­la­ger an der Ko­blen­zer Stra­ße ab­rei­ßen und am rück­wär­ti­gen Teil des Be­trie­bes ne­ben der Werk­statt auf­bau­en. Im sel­ben Jahr er­folg­te der Neu­bau ei­nes Aus­stel­lungs­rau­mes und dar­über die Er­rich­tung ei­nes Bü­ro­hau­ses mit ei­ner Nutz­flä­che von 1.600 Qua­drat­me­tern, in das zu­nächst der Ver­ein zur Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands ein­zog.

Pe­ter Ba­chem, der Ur­en­kel des Fir­men­grün­ders Jo­hann Ba­chem, über­nahm 1966 im Al­ter von 24 Jah­ren die Ge­schäfts­füh­rung bei­der Stand­or­te mit ei­ner Be­leg­schaft von cir­ca 210 Be­schäf­tig­ten. Kon­ti­nu­ier­lich bau­te er zu­nächst den Be­trieb an der Vor­ge­birgs­stra­ße aus. 1967 ka­men ei­ne La­ckie­re­rei hin­zu, 1976 ei­ne Ka­ros­se­rie­ab­tei­lung. Das Er­satz­teil­la­ger wur­de er­heb­lich er­wei­tert; das Sor­ti­ment um­fass­te 15.000 Tei­le. Ei­ne Neu­wa­gen­aus­stel­lungs­hal­le wur­de 1983 mit ei­ner Grund­flä­che von 400 Qua­r­at­me­tern ein­ge­weiht, zu­gleich die Ver­kaufs­ver­wal­tung und die Ge­schäfts­lei­tung in die Vor­ge­birgs­stra­ße ver­legt. Nach dem Ber­lin-Be­schluss der Bun­des­re­gie­rung 1991 ver­leg­te Ba­chem den Haupt­be­trieb von der Ade­nau­er­al­lee in die Vor­ge­birgs­stra­ße und bau­te das Ge­bäu­de zur Nut­zung für die Bon­ner Uni­ver­si­tät um. In der Vor­ge­birgs­stra­ße er­rich­te­te Pe­ter Ba­chem ein mo­der­nes Ser­vice­zen­trum. An­läss­lich der 110-jäh­ri­gen Zu­sam­men­ar­beit mit der Adam Opel AG wur­de 1996 zu­sätz­lich die Ge­braucht­wa­gen­hal­le durch ei­nen mo­der­nen An­bau und ei­nen 17 Me­ter ho­hen Wer­be­turm er­gänzt.

Peter Bachem, Porträtfoto, 1996. (Peter Bachem, Bonn)

 

Nach er­folg­rei­chem Ab­schluss des Stu­di­ums der Wirt­schafts­wis­sen­schaft in Köln trat Pe­ter Ba­chems Toch­ter Bar­ba­ra (ge­bo­ren 1976) im Jahr 2000 mit in die Ge­schäfts­lei­tung der Fir­ma Ba­chem ein. Ihr Bru­der hat­te an­de­re be­ruf­li­che Vor­stel­lung, und sie ge­hör­te erst­mals ei­ner Ge­ne­ra­ti­on an, die sich bei der Be­rufs­wahl frei ent­schei­den konn­te. Sie wur­de al­lei­ni­ge Ge­schäfts­füh­re­rin und Ge­sell­schaf­te­rin der neu ge­grün­de­ten Fir­ma Jo­hann Ba­chem Au­to­haus GmbH und er­öff­ne­te am 1.5.2001 das gleich­na­mi­ge Au­to­haus in der Maar­stra­ße 95 in Bonn-Beu­el. Da­ne­ben be­stand wei­ter­hin die Fir­ma Jo­hann Ba­chem GmbH & Ko. KG, de­ren ope­ra­ti­ves Ge­schäft al­ler­dings zum 30.9.2003 ein­ge­stellt wur­de und die seit­her ei­ne rei­ne Be­sitz­ge­sell­schaft ist. Hin­ter­grund da­für war ei­ne ver­än­der­te Ver­triebs­po­li­tik der Adam Opel AG, die 2002 sämt­li­che Händ­ler­ver­trä­ge in Deutsch­land ge­kün­digt hat­te, um das Händ­ler­netz in Deutsch­land auf­grund des er­heb­lich ge­sun­ke­nen Markt­an­teils neu zu struk­tu­rie­ren. Pe­ter Ba­chem trat 2007 in den Ru­he­stand, steht als Se­ni­or­chef sei­ner Toch­ter aber wei­ter­hin zur Sei­te und ver­wal­tet der­zeit den Im­mo­bi­li­en­be­sitz. 

Quellen

Ba­chem, Pe­ter, Chro­nik der Fir­ma Ba­chem 1872-2013, Bonn 2013 [un­ver­öf­fent­lich­tes Ma­nu­skript].
Ba­chem, Pe­ter, Kurz­chro­nik der Fir­ma Jo­hann Ba­chem, Bonn 2013 [un­ver­öf­fent­lich­tes Ma­nu­skript]. 

Barbara Bachem, Porträtfoto, 2000. (Peter Bachem, Bonn)

 
Zitationshinweis

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Hillen, Barbara, Familie Bachem, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/familie-bachem/DE-2086/lido/5e7b54fd9a4805.60679213 (abgerufen am 25.10.2020)