Felix

Bischof von Trier (386-398/99)

Stefanie Schild (Bonn)

Idealbild des Bischofs Felix von Trier (386-398/417), 10. Jahrhundert. (Egbert-Psalter, 10. Jahrhundert, Cividale, Museo Arch. Naz.)

Die Trie­rer Bi­schofs­lis­ten füh­ren Fe­lix als 9. Bi­schof von Trier. In sei­ne Amts­zeit fal­len der Pris­zil­lia­nis­ten­pro­zess und das dar­aus re­sul­tie­ren­de Schis­ma in­ner­halb des gal­li­schen Epis­ko­pats.

Über sei­ne Her­kunft ist nichts be­kannt. Fe­lix wur­de 386 Bi­schof von Trier. Sul­pi­ci­us Se­ver­us be­rich­tet, dass der hei­li­ge Mar­tin von Tours an­läss­lich der Wahl Fe­lix‘ zum Bi­schof von Trier in der dor­ti­gen Bi­schofs­kir­che kon­ze­le­briert ha­be.

Im Pris­zil­lia­nis­ten­pro­zess stand Fe­lix wie sein Vor­gän­ger Brit­to im Ge­gen­satz zu den Bi­schö­fen Am­bro­si­us von Mai­land und Mar­tin von Tours (316/17-397) wahr­schein­lich auf Sei­ten des Bi­schofs It­ha­ci­us von Oss­o­no­ba (um 380). Der Pro­zess führ­te zum Schis­ma des gal­li­schen Epis­ko­pats, in des­sen Ver­lauf Trier zu des­sen Zen­trum wur­de. Dass dem Bi­schof von Trier in die­sem Schis­ma ei­ne be­deu­ten­de Rol­le zu­kam, dar­auf weist die Auf­tei­lung der Par­tei­en in Fe­li­cia­ner und An­ti­fe­li­cia­ner. In der Fol­ge ver­wei­ger­ten so­wohl Papst Si­ri­ci­us (Pon­ti­fi­kat 384-399) als auch Am­bro­si­us von Mai­land Fe­lix die An­er­ken­nung als Bi­schof. Das Schis­ma war auch The­ma der Kon­zi­le von Mai­land (390) und Tu­rin (zwi­schen 398-417), wo man ver­such­te, ei­ne Lö­sung zu fin­den. Ein Ka­non des Tu­ri­ner Kon­zils leg­te fest, dass al­le Bi­schö­fe, die die Ge­mein­schaft mit Bi­schof Fe­lix von Trier auf­kün­dig­ten, wie­der in die Ge­mein­schaft der Bi­schö­fe auf­ge­nom­men wer­den soll­ten. Die Teil­nah­me von Ab­ge­sand­ten ei­ni­ger An­hän­ger von Fe­lix deu­tet dar­auf, dass die Zahl sei­ner Ver­bün­de­ten zu die­ser Zeit be­reits schrumpf­te. Zu ei­nem un­be­kann­ten Zeit­punkt nach dem Kon­zil trat Fe­lix von sei­nem Amt zu­rück und ver­starb kurz dar­auf.

Die An­ga­be sei­ner mit­tel­al­ter­li­chen Vi­ta, er sei zwölf Jah­re nach sei­ner Wahl zu­rück­ge­tre­ten und kurz da­nach ver­stor­ben, ist vor dem Hin­ter­grund ei­ner mög­li­chen Da­tie­rung des Tu­ri­ner Kon­zils auf die Zeit zwi­schen 398 und 417 falsch. Durch das spä­tes­te mög­li­che Da­tum, 417, er­gibt sich ei­ne deut­lich län­ge­re Amts­zeit so­wie Dau­er des fe­li­zia­ni­schen Schis­mas. Dies be­deu­tet zu­gleich ei­ne Kor­rek­tur des mög­li­chen To­des­da­tums auf ei­nen Zeit­punkt zwi­schen 398 und 417, da Fe­lix zur Zeit des Tu­ri­ner Kon­zils noch leb­te. 

 

Folgt man der Fas­sung der Vi­ta S. Pau­li­ni II aus dem 10. Jahr­hun­dert, so soll Fe­lix den äl­tes­ten Vor­gän­ger­bau von St. Pau­lin er­baut und dort den in der Ver­ban­nung ver­stor­be­nen Bi­schof Pau­li­nus bei­ge­setzt ha­ben. In St. Pau­lin be­fand sich auch sein Grab. Fe­lix wur­de nach sei­nem Tod als Hei­li­ger ver­ehrt. Sein Haupt­fest ist am 23. März.

Quellen

Re­ges­ten der Bi­schö­fe und Erz­bi­schö­fe von Trier, Bd. 1, hg. von Hans Hu­bert An­ton (Pu­bli­ka­tio­nen der Ge­sell­schaft für Rhei­ni­sche Ge­schichts­kun­de 83), Düs­sel­dorf 2014.
Se­ries Ar­chie­pi­sco­po­rum Tre­ver­en­si­um, in: MGH SS 13, Han­no­ver 1881, S. 296-301.
Sul­pi­ci­us Se­ver­us, Dia­lo­gus, in: Ders., Li­bri qui su­pers­unt, ed. Karl Halm (CSEL 1) Wien 1866, S. 152-216. 

Literatur

An­ton, Hans Hu­bert/Hei­nen, Heinz/We­ber, Win­fried (Hrsg.), Ge­schich­te des Bis­tums Trier, Bd. 1: Im Um­bruch der Kul­tu­ren. Spät­an­ti­ke und Früh­mit­tel­al­ter (Ver­öf­fent­li­chun­gen des Bis­tums­ar­chivs Trier 38), Trier 2003.
An­ton, Hans Hu­bert/Ha­ver­kamp, Al­fred (Hrsg),  2000 Jah­re Trier, Bd. 2: Trier im Mit­tel­al­ter, Trier 1996.
An­ton, Hans Hu­bert, Die Ent­wick­lung der Kir­chen­or­ga­ni­sa­ti­on im 3. bis 6. Jahr­hun­dert, in: Trier. Die Ge­schich­te des Bis­tums, Bd. 1: Die An­fän­ge, Straß­burg 1996, S. 13-16. 

Rekonstruktion des Paulinussarges. (Geschichte des Bistums Trier. - Trier : Paulinus. - Bd. 1. Im Umbruch der Kulturen : Spätantike und Frühmitelatler / Hrsg.: Heinz Heinen, Hans Hubert Anton, Winfried. Weber. - 2003 (Veröffentlichungen des Bistumsarchiv Trier ; Bd. 38))

 
Zitationshinweis

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Schild, Stefanie, Felix, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/felix/DE-2086/lido/5e1d95c7d044e4.38390447 (abgerufen am 16.08.2022)