Franz Anton Meisterburg

Jesuit, Missionar in Brasilien (1719-1799)

Anja Ostrowitzki (Bonn)

Darstellung Franz Xa­vers bei der Missionierung, Nikolaus-Altar in der Sankt Michaels-Kirche, 2025, Foto: Erich Wilbert. (Pfarramt St.Nikolaus Bernkastel-Kues)

Franz An­ton Meis­ter­burg ver­fass­te als Mis­sio­nar im ko­lo­nia­len Bra­si­li­en ein Wör­ter­buch der in­di­ge­nen Ver­kehrs­spra­che des Ama­zo­nas­ge­biets.

Er wur­de am 17.1.1719 in Bern­kas­tel an der Mo­sel als zwei­ter Sohn der Ehe­leu­te Fried­rich Franz Meis­ter­burg (um 1692-1724) und Su­san­na ge­bo­re­ne Heintz (1692-1779) ge­bo­ren. Der Va­ter, des­sen Be­ruf nicht be­legt ist, ver­füg­te über ei­nen Stu­di­en­ab­schluss als Bac­ca­lau­reus der Uni­ver­si­tät Trier. Aus der Ehe gin­gen vier Kin­der her­vor. Ne­ben Franz An­ton er­reich­te nur die Toch­ter Ma­ria Bar­ba­ra das Er­wach­se­nen­al­ter. In zwei­ter Ehe hei­ra­te­te die Wit­we Meis­ter­burg den Bern­kas­te­ler Schöf­fen Ni­ko­laus Fri­de­ri­ci (1686-1761).

Franz An­ton Meis­ter­burg be­such­te ver­mut­lich die La­tein­schu­le des ört­li­chen Ka­pu­zi­ner­klos­ters, könn­te aber auch In­ter­nats­schü­ler am Trie­rer Je­sui­ten­kol­leg ge­we­sen sein. An der von Je­sui­ten ge­lei­te­ten Uni­ver­si­tät Trier stu­dier­te der jun­ge Mann zu­nächst zwei Jah­re Phi­lo­so­phie, be­vor er am 21.10.1737 in Trier als Ma­gis­ter Ar­ti­um in die Ge­sell­schaft Je­su ein­trat.

Die je­sui­ti­sche Or­dens­aus­bil­dung folg­te ei­nem fes­ten Ab­lauf. In zwei Jah­ren des No­vi­zi­ats mach­ten sich die Kan­di­da­ten mit der re­gu­lier­ten re­li­giö­sen Le­bens­wei­se ver­traut. Wer sei­ne per­sön­li­che Eig­nung un­ter Be­weis ge­stellt hat­te, durf­te dann die „ein­fa­chen Ge­lüb­de“ ab­le­gen, die ei­ne vor­läu­fi­ge Mit­glied­schaft im Or­den be­grün­de­ten. An­schlie­ßend war ei­gent­lich ein Phi­lo­so­phie­stu­di­um vor­ge­se­hen. Da Meis­ter­burg, der im Or­den nur An­ton be­zie­hungs­wei­se An­to­ni­us hieß, be­reits den für Je­sui­ten ob­li­ga­to­ri­schen Ma­gis­ter­grad mit­brach­te, be­trau­te man ihn da­ge­gen so­fort mit Lehr­tä­tig­kei­ten. Von 1740 bis 1745 un­ter­rich­te­te er im Trie­rer Kol­leg la­tei­ni­sche Spra­che, Li­te­ra­tur und Rhe­to­rik. 

1746 wech­sel­te er an das or­dens­ei­ge­ne Kol­leg Bü­ren im Pa­der­bor­ner Land, um das vor­ge­schrie­be­ne vier­jäh­ri­ge Theo­lo­gie­stu­di­um auf­zu­neh­men. Wie in der Ge­sell­schaft Je­su üb­lich, emp­fing er im letz­ten Jahr sei­nes Stu­di­ums, am 6.10.1748 in Pa­der­born, die Pries­ter­wei­he. Im fol­gen­den Jahr schloss er am Köl­ner Je­sui­ten­kol­leg sein theo­lo­gi­sches Stu­di­um ab. Aus from­men Be­weg­grün­den, aber ge­wiss auch aben­teu­er­lus­tig, ver­ließ An­ton Meis­ter­burg 1750 Eu­ro­pa, um als Mis­sio­nar im por­tu­gie­sisch be­herrsch­ten Bra­si­li­en zu wir­ken.

Nach ka­tho­li­scher Über­zeu­gung galt der Mis­si­ons­be­fehl Chris­ti, das Evan­ge­li­um al­len Völ­kern zu ver­kün­di­gen. Am Ni­ko­laus­al­tar der Bern­kas­te­ler Pfarr­kir­che St. Mi­cha­el er­in­nert bis heu­te ei­ne von Meis­ter­burgs Mut­ter 1753 ge­stif­te­te Dar­stel­lung des Je­sui­ten­hei­li­gen Franz Xa­ver (1506-1552) bei der Tau­fe ei­nes „Schwar­zen“ und ei­nes „In­dia­ner­s“ an die Mis­si­ons­tä­tig­keit des mo­sel­län­di­schen Je­sui­ten in der Ko­lo­ni­al­zeit.

Die welt­um­span­nen­de Ge­sell­schaft Je­su zählt zu den frü­hen Ak­teu­ren der Glo­ba­li­sie­rung. Im 18. Jahr­hun­dert be­tä­tig­ten sich Je­sui­ten in den Ko­lo­ni­en zu­meist als Seel­sor­ger für die Ko­lo­nis­ten und lei­te­ten Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Ei­ne klei­ne Grup­pe trieb zu­dem die Aus­brei­tung des christ­li­chen Glau­bens wei­ter vor­an. Nach Über­see wur­den nur Män­ner ent­sandt, die sich beim Or­dens­ge­ne­ral in Rom um ei­nen sol­chen Ein­satz per­sön­lich be­wor­ben hat­ten, vor­aus­ge­setzt, sie wa­ren kör­per­lich leis­tungs­fä­hig und sprach­be­gabt.

Seite aus dem Wörterbuch Portugiesisch-Tupi von Franz Anton Meisterburg, vermutlich zwischen 1750-1757 entstanden. (Stadtbibliothek Trier/ Handschrift 1136 / 2048 4°, fol. 45r)

 

Bra­si­li­en bil­de­te das er­folg­reichs­te Mis­si­ons­ge­biet der Je­sui­ten im por­tu­gie­si­schen Reich. Im Zu­ge der ver­wal­tungs­mä­ßi­gen An­bin­dung der Ko­lo­nie an das Kö­nig­reich Por­tu­gal ge­lang­ten 1549, we­ni­ge Jah­re nach der Or­dens­grün­dung, die ers­ten Je­sui­ten ins Land. Sie un­ter­stütz­ten die Po­li­tik der Kro­ne, in­dem die Chris­tia­ni­sie­rung der in­di­ge­nen Ge­mein­schaf­ten die ko­lo­nia­le In­be­sitz­nah­me des Lan­des för­der­te. Be­reits 1553 ent­stand die Bra­si­lia­ni­sche Pro­vinz des Je­sui­ten­or­dens, die ers­te in Ame­ri­ka. Nach der Tei­lung der Ko­lo­nie in zwei staat­li­che Ver­wal­tungs­ein­hei­ten, den Esta­do do Bra­sil mit der Haupt­stadt Sal­va­dor de Bahia und den Esta­do do Ma­r­an­hão mit der Haupt­stadt Belém do Pará er­rich­te­te der Or­den für die Mis­si­on des Ama­zo­nas­ge­biets die Vi­ze­pro­vinz Ma­r­an­hão, der An­ton Meis­ter­burg zu­ge­teilt war.

Bra­si­li­en war Por­tu­gals wirt­schaft­lich be­deu­tends­te Ko­lo­nie, de­ren Reich­tum auf Gro­ßgrund­be­sitz, der Un­ter­drü­ckung der in­di­ge­nen Be­völ­ke­rung und der Aus­beu­tung afri­ka­ni­scher Skla­ven fu­ß­te. Die Je­sui­ten fi­nan­zier­ten ih­re Ak­ti­vi­tä­ten in Bra­si­li­en da­mals teils aus Sub­ven­tio­nen der Kro­ne und Spen­den, in ers­ter Li­nie aber durch ei­ne er­trag­rei­che Land­wirt­schaft und Vieh­zucht auf or­dens­ei­ge­nen Län­de­rei­en. Selbst auf Skla­ven­ar­beit wirt­schaft­lich an­ge­wie­sen, ak­zep­tier­te der Or­den die Skla­ve­rei und be­saß im 18. Jahr­hun­dert in Bra­si­li­en durch­gän­gig zwi­schen 1.000 und 2.000 schwar­ze Skla­ven. Sei­ne Mis­si­ons­tä­tig­keit ziel­te auf die in­di­ge­ne Be­völ­ke­rung. Tau­sen­de Men­schen wur­den in Mis­si­ons­dör­fern („aldei­as“) zur Sess­haf­tig­keit ge­zwun­gen, in de­nen eu­ro­päi­sche Wert- und So­zi­al­vor­stel­lun­gen gal­ten und das Le­ben ka­tho­lisch ge­prägt war. Ge­tauf­te In­di­os fan­den in die­sen je­sui­ti­schen Sied­lun­gen, wo sie un­ter ver­gleichs­wei­se bes­se­ren Be­din­gun­gen ar­bei­te­ten, ei­nen ge­wis­sen Schutz vor Skla­ven­jä­gern und Aus­beu­tung durch welt­li­che Plan­ta­gen­be­sit­zer. Es ver­steht sich von selbst, dass die Je­sui­ten da­mit im­mer wie­der in Kon­flik­te mit Ko­lo­nis­ten ge­rie­ten. An­ti­je­sui­ti­sche Pro­pa­gan­da un­ter­stell­te dem Or­den, aus öko­no­mi­schen In­ter­es­sen die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Ko­lo­nie zu be­hin­dern und nach po­li­ti­scher Macht zu stre­ben.

Karte von Brasilien, aus: Bowen, Emanuel, A complete atlas, or distinct view of the known world, in which the latitudes and longitudes of the principal places in different countries are laid down according to the latest discoveries, London 1752. (Biblioteca Nacional de Portugal/ C.A. 319 A.)

 

An­ton Meis­ter­burg wid­me­te sich ab 1750 mit wech­seln­den Ge­fähr­ten in ver­schie­de­nen Mis­si­ons­ge­bie­ten der Vi­ze­pro­vinz Ma­r­an­hão der Evan­ge­li­sie­rung. Er be­fand sich zu­gleich wei­ter­hin in der ins­ge­samt 16 Jah­re wäh­ren­den Or­dens­aus­bil­dung. Erst am 28.10.1753 leg­te er im Haupt­kol­leg San­to Alex­and­re in der Stadt Belém sei­ne vier fei­er­li­chen Ge­lüb­de ab. Ne­ben Ar­mut, Keusch­heit und Ge­hor­sam, die in ka­tho­li­schen Or­den üb­lich sind, ge­hör­te da­zu das be­son­de­re vier­te Ge­lüb­de der Je­sui­ten, der Ge­hor­sam ge­gen­über dem Papst. Vor­aus­ge­gan­gen war das so­ge­nann­te Ter­ti­at, ein neu­er­li­ches Jahr der in­ten­si­ven Prü­fung. Nun­mehr wur­de er Voll­mit­glied des Je­sui­ten­or­dens. Sei­ne mit „An­to­ni­us Meis­ter­bur­g“ un­ter­zeich­ne­te, ei­gen­hän­di­ge Pro­fes­sur­kun­de ist im Ar­chiv der Ge­sell­schaft Je­su in Rom er­hal­ten.

Dank die­ses Do­ku­ments ge­lang es dem Wis­sen­schaft­ler Jean-Clau­de Mul­ler, mit­tels Schrift­ver­gleichs An­ton Meis­ter­burg si­cher als Ur­he­ber ei­ner an­ony­men Hand­schrift zu iden­ti­fi­zie­ren, die sich im Be­sitz der Stadt­bi­blio­thek Trier be­fin­det. Das Bänd­chen ent­hält ein Wör­ter­buch Por­tu­gie­sisch-Tu­pi, al­so der in­di­ge­nen Ver­kehrs­spra­che Ama­zo­ni­ens („Lín­gua Ge­ral“). Wer den Glau­ben ver­mit­teln und als Seel­sor­ger wir­ken woll­te, muss­te sich mit Ein­hei­mi­schen ver­stän­di­gen kön­nen. Da­her lern­te auch Pa­ter Meis­ter­burg an­fangs das re­gio­na­le Tu­pi, das so­wohl von den mis­sio­nier­ten und ak­kul­turier­ten In­di­os als auch von den Por­tu­gie­sen und ih­ren Nach­kom­men aus Ver­bin­dun­gen mit in­di­ge­nen Frau­en ge­spro­chen wur­de. Ge­gen die An­ord­nung der por­tu­gie­si­schen Re­gie­rung, dass die Ka­te­che­se in der Spra­che der Ko­lo­ni­al­her­ren er­fol­gen soll­te, hiel­ten die Je­sui­ten am be­währ­ten Grund­satz ih­res Or­dens fest, die Spra­che ih­rer Adres­sa­ten als Mis­si­ons­spra­che zu ver­wen­den. In al­ler Re­gel tauf­ten sie nur dann, wenn ei­ne ernst­haf­te Be­keh­rung er­kenn­bar war, fass­ten sie Mis­si­on doch als um­fas­sen­de Er­zie­hung zur christ­li­chen Per­sön­lich­keit auf. Über den not­wen­di­gen Sprach­er­werb kam An­ton Meis­ter­burg, wie ei­ni­ge an­de­re Mis­sio­na­re, zur sys­te­ma­ti­schen Be­schäf­ti­gung mit der frem­den Spra­che, der „Mis­sio­nars­lin­gu­is­ti­k“. Sein Wör­ter­buch, das für die sprach­his­to­ri­sche For­schung zu Bra­si­li­en heu­te ei­ne wich­ti­ge Quel­le ist, zeugt da­von, wel­chen be­deu­ten­den Bei­trag Je­sui­ten­mis­sio­na­re zur Ver­schrift­li­chung und Sys­te­ma­ti­sie­rung in­di­ge­ner Spra­chen leis­te­ten. Zweck­ge­bun­den an die Mis­si­ons­ar­beit ist die An­eig­nung frem­der Spra­chen gleich­zei­tig als In­stru­ment der ko­lo­nia­len Un­ter­wer­fung in­di­ge­ner Kul­tu­ren zu be­trach­ten.

Professurkunde von Franz Anton Meisterburg, 28.10.1753. (ARSI - Archivum Romanum Societatis Iesu /Lus 17, f. 89)

 

Ver­än­der­te po­li­ti­sche Ver­hält­nis­se in Por­tu­gal be­en­de­ten Meis­ter­burgs Ein­satz schon nach we­ni­gen Jah­ren, es folg­te ei­ne lang­jäh­ri­ge Ge­fan­gen­schaft. Der Je­sui­ten­or­den war un­ter dem Vor­zei­chen des auf­ge­klär­ten Ab­so­lu­tis­mus mehr und mehr in Be­dräng­nis ge­ra­ten. Schlie­ß­lich wur­den 1759 sämt­li­che Je­sui­ten aus dem Kö­nig­reich aus­ge­wie­sen und der Be­sitz des Or­dens ein­ge­zo­gen. Trei­ben­de Kraft der Kam­pa­gne war Se­bas­tião Jo­sé de Car­val­ho e Me­lo (1699-1782), be­kannt un­ter sei­nem spä­te­ren Ti­tel Mar­quis von Pom­bal, der lei­ten­de Mi­nis­ter Por­tu­gals. Sein Bru­der Fran­cis­co Xa­vier de Men­donça Fur­ta­do (1701-1769) wirk­te seit 1751 als Ge­ne­ral­gou­ver­neur im nord­bra­si­lia­ni­schen Ma­r­an­hão, wo die Zu­rück­drän­gung der Je­sui­ten nach dem Tod der Ma­ria An­na von Habs­burg (1683-1754) ein­setz­te. Sie hat­te als Wit­we Kö­nig Joãos V. (1689-1750) ih­re schüt­zen­de Hand über die Je­sui­ten­mis­si­on in Bra­si­li­en ge­hal­ten.

Pa­ter Meis­ter­burg, den man seit 1756 der Staats­feind­lich­keit be­schul­dig­te, mög­li­cher­wei­se so­gar we­gen sei­nes In­ter­es­ses an der in­di­ge­nen Lan­des­spra­che, wur­de am 28.11.1757 mit wei­te­ren Je­sui­ten nach Por­tu­gal de­por­tiert. Das be­sag­te Wör­ter­buch führ­te er wohl mit sich. Am 12.2.1758 er­reich­te das Schiff Lis­sa­bon, die Män­ner wur­den ein­ge­sperrt. An­ton Meis­ter­burg ver­leg­te man 1762 in die Fes­tung São Ju­lião da Bar­ra na­he Lis­sa­bon. Die elen­de La­ge der Häft­lin­ge in die­sem un­ter­ir­di­schen Ker­ker do­ku­men­tiert sei­ne la­tei­ni­sche Ele­gie an die Ma­don­na Suspi­ria Cap­tiv­o­r­um Pa­trum S.J. in ar­ce S. Ju­lia­ni ad os­tia Ta­gi. In Na­ta­li B. Vir­gi­nis Ma­riae. 1762, in deut­scher Über­set­zung be­ti­telt als Seuf­zer der ge­fan­ge­nen Pa­tres der Ge­sell­schaft Je­su […].

In Bern­kas­tel war Meis­ter­burgs Mut­ter über die Ver­schlep­pung ih­res Soh­nes nach Lis­sa­bon in­for­miert, in­des wuss­te sie nicht, wo er sich auf­hielt und ob er am Le­ben blei­ben wür­de. 1763 stif­te­te sie dem Trie­rer Je­sui­ten­kol­leg ihr Wohn­haus und meh­re­re Wein­ber­ge, vor­be­halt­lich der le­bens­lan­gen Nut­zung des Hau­ses und ei­ner Un­ter­halts­zah­lung. Zu­guns­ten ih­res Soh­nes leg­te sie fest, dass das Kol­leg für die Rei­se­kos­ten auf­kom­men müss­te, falls er erst nach ih­rem Tod zu­rück­keh­ren soll­te, und ihm im Fal­le der Heim­kunft jähr­lich 20 Reichs­ta­ler aus­zu­zah­len hät­te. Sie konn­te nicht ah­nen, dass in der Zwi­schen­zeit der Je­sui­ten­or­den von Papst Cle­mens XIV. am 21.7.1773 auf­ge­ho­ben wer­den wür­de.

An­ton Meis­ter­burg und die an­de­ren in Lis­sa­bon ein­ge­ker­ker­ten Je­sui­ten ka­men erst nach dem Re­gie­rungs­an­tritt Kö­ni­gin Ma­ri­as I. von Por­tu­gal (1734-1816) und der Ent­mach­tung Pom­bals im März 1777 aus der po­li­ti­schen Ge­fan­gen­schaft frei. Meis­ter­burg reis­te we­nig spä­ter auf dem See­weg nach Ams­ter­dam und von dort über Köln heim­wärts an die Mo­sel. Am 1.9.1777 traf er in Bern­kas­tel ein, wo sei­ne al­te Mut­ter noch leb­te. Der ehe­ma­li­ge Je­su­it ar­bei­te­te fort­an als Welt­pries­ter. Sei­ne letz­te Woh­nung hat­te er im ört­li­chen Ka­pu­zi­ner­klos­ter, in dem er am 24.10.1799 im Al­ter von 82 Jah­ren starb.

Quellen

Lan­des­haupt­ar­chiv Ko­blenz, Be­stand 661,022, Nr. 381.

Stadt­bi­blio­thek Trier, Hand­schrift 1136 / 2048 4°, ediert in: Mul­ler, Jean-Clau­de u.a. (Hg.), Di­ci­oná­rio de lín­gua ge­ral ama­zô­ni­ca / Pri­mei­ra tran­scrição por Ga­bri­el Pru­den­te. Ma­nu­scri­to anô­ni­mo e sem tí­tu­lo, Ms. no 1136 / 2048 4° da Bi­blio­te­ca Mu­ni­ci­pal de Trier, Ale­man­ha, Mis­são de Pi­ra­gui­ri, Bai­xo Xin­gu, an­tes de 1756, Pots­dam 2019. [On­line]

An­to­ni­us Meis­ter­burg, Suspi­ria Cap­tiv­o­r­um Pa­trum S.J. in ar­ce S. Ju­lia­ni ad os­tia Ta­gi. In Na­ta­li B. Vir­gi­nis Ma­riae. 1762, ab­ge­druckt in: von Murr, Chris­toph Gott­lieb, Jour­nal zur Kunst­ge­schich­te und zur all­ge­mei­nen Li­te­ra­tur, Band 13, Nürn­berg 1784, S. 149-162.

Literatur

Braun, Jörg Mat­thi­as, Die Ein­woh­ner der Stadt Bern­kas­tel von 1500 bis 1900, Band 1: A-Gi, Köln 2021, S. 895f., Nr. 1247; Band 3: Ma-Sp, Köln 2021, S. 2080f., Nr. 2899.

Fried­rich, Mar­kus, Die Je­sui­ten. Auf­stieg. Nie­der­gang. Neu­be­ginn, 2. Auf­la­ge, Mün­chen 2020.

Horst, Tho­mas u.a., O „glo­bal play­er“ An­selm Eck­art SJ (1721–1809) e sua cont­ri­buição à His­tó­ria Na­tu­ral e Et­no­gra­fia da Ama­zô­nia no Sé­cu­lo XVIII, in: Hend­rich, Yvon­ne u.a. (Hg.), Bei­trä­ge zur Ge­schich­te der deutsch-por­tu­gie­si­schen Be­zie­hun­gen. Trans­kon­ti­nen­ta­le Kon­tak­te und kul­tu­rel­ler Aus­tausch (15.–19. Jahr­hun­dert), Kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en 18, Ber­lin 2021, S. 181–215.

Mei­er, Jo­han­nes (Hg.), Je­sui­ten aus Zen­tral­eu­ro­pa in Por­tu­gie­sisch- und Spa­nisch-Ame­ri­ka. Ein bio-bi­blio­gra­phi­sches Hand­buch mit ei­nem Über­blick über das au­ßer­eu­ro­päi­sche Wir­ken der Ge­sell­schaft Je­su in der frü­hen Neu­zeit, Band 1: Bra­si­li­en: (1618 - 1760), be­arb. von Fer­nan­do Ama­do Ay­mo­ré, Müns­ter 2005.

Mul­ler, Jean-Clau­de, Die Iden­ti­fi­zie­rung ei­nes Sprach­schat­zes in der Trie­rer Stadt­bi­blio­thek – das je­sui­ti­sche Wör­ter­buch Alt-Tupí/Por­tu­gie­sisch, in: Kur­trie­ri­sches Jahr­buch 52 (2012), S. 371-387. 

Sebastião José de Carvalho e Melo, 1st Marquis of Pombal, Ölgemälde von Louis-Michel van Loo und Joseph Vernet, 1766, Original im Museo de Lisboa. (gemeinfrei)

 
Zitationshinweis

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Ostrowitzki, Anja, Franz Anton Meisterburg, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/franz-anton-meisterburg/DE-2086/lido/68aed8d6ed5b12.93666758 (abgerufen am 12.12.2025)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 01.09.2025, zuletzt geändert am 24.09.2025