Friedrich III.

Kurfürst von der Pfalz (1515-1576)

Martin Bock (Bergheim)

Friedrich III. von der Pfalz, Porträtgemälde, Öl auf Holz, undatiert. (gemeinfrei)

Fried­rich III. von der Pfalz, auch be­kannt als „der From­me“, war Pfalz­graf von Sim­mern-Spon­heim und Kur­fürst von der Pfalz. Er zählt zu den mar­kan­tes­ten Fürs­ten­ge­stal­ten der kon­fes­sio­nel­len Epo­che des 16. Jahr­hun­derts. Sein po­li­ti­scher Mut, sei­ne theo­lo­gi­sche Ent­schie­den­heit und sei­ne kla­re Aus­rich­tung an der cal­vi­nis­ti­schen Leh­re mach­ten ihn zum Weg­be­rei­ter des re­for­mier­ten Pro­tes­tan­tis­mus im Reich.

Fried­rich war der äl­tes­te Sohn des Pfalz­gra­fen Jo­hann II. von Sim­mern (1492-1557) und des­sen Ehe­frau Bea­trix von Ba­den (1492-1535), ei­ner Toch­ter des Mark­gra­fen Chris­toph I. von Ba­den (1453-1527, reg. 1475-1515). Wäh­rend Jo­hann II. for­mell ka­tho­lisch blieb, war Bea­trix früh vom re­for­ma­to­ri­schen Ge­dan­ken­gut be­ein­flusst, was sich prä­gend auf die Er­zie­hung ih­res Soh­nes aus­wirk­te. Fried­rich wur­de im lu­the­ri­schen Geist er­zo­gen und er­hielt ei­ne klas­si­sche hu­ma­nis­ti­sche Aus­bil­dung. Er stu­dier­te ab Mit­te der 1520er Jah­re an der ka­tho­lisch ge­präg­ten Uni­ver­si­tät Leu­ven (Lö­wen), wo er sich mit Phi­lo­so­phie, Theo­lo­gie und den ar­tes li­be­ra­les, den frei­en Küns­ten, be­fass­te. Nach dem Stu­di­um un­ter­nahm er ei­ne Rei­se nach Frank­reich, die sei­ner hö­fi­schen Bil­dung und di­plo­ma­ti­schen Schu­lung dien­te – ein klas­si­scher Be­stand­teil der Fürs­ten­er­zie­hung sei­ner Zeit.

Nach sei­ner Rück­kehr aus Frank­reich war Fried­rich zu­nächst oh­ne for­mel­le Herr­scher­stel­lung, aber eng in die Ver­wal­tung der Be­sit­zun­gen sei­nes Va­ters ein­ge­bun­den. Die Li­nie Pfalz-Sim­mern herrsch­te in­ner­halb des Wit­tels­ba­chi­schen Fa­mi­li­en­ver­bun­des über ein ei­gen­stän­di­ges Ter­ri­to­ri­um, das mit der Re­si­denz­stadt Sim­mern im Huns­rück über ein ei­ge­nes po­li­ti­sches und kul­tu­rel­les Zen­trum ver­füg­te. Fried­rich über­nahm di­plo­ma­ti­sche Mis­sio­nen, wur­de in po­li­ti­sche Ver­hand­lun­gen ein­be­zo­gen und sam­mel­te auf die­se Wei­se um­fang­rei­che prak­ti­sche Er­fah­run­gen. In den 1540er Jah­ren nahm er zu­dem an meh­re­ren mi­li­tä­ri­schen Un­ter­neh­mun­gen im Dienst des Kai­sers teil, un­ter an­de­rem an den Kämp­fen ge­gen den Schmal­kal­di­schen Bund wäh­rend des Reichs­kriegs von 1546/47, wo er sich als loya­ler, aber zu­rück­hal­ten­der Reichs­fürst prä­sen­tier­te. 1557 trat Fried­rich nach dem Tod sei­nes Va­ters die Re­gie­rung von Pfalz-Sim­mern an, die er mit Re­form­geist und wach­sen­dem re­li­giö­sen Ei­fer führ­te. Die­se Jah­re bil­de­ten die po­li­ti­sche und kon­fes­sio­nel­le Vor­be­rei­tung auf die Über­nah­me der Kur­pfalz, die ihm 1559 zu­fiel.

 

Von den tra­di­tio­nel­len sie­ben Kur­fürs­ten­tü­mern des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches Deut­scher Na­ti­on war die Kur­pfalz vor al­lem in der Frü­hen Neu­zeit viel­leicht das un­ru­higs­te. Zahl­rei­che dy­nas­ti­sche Wech­sel und vor al­lem die Hin­wen­dung zum re­for­mier­ten Pro­tes­tan­tis­mus de­sta­bi­li­sier­ten die al­te Pfalz­graf­schaft bis hin zur bei­na­he völ­li­gen Zer­schla­gung. Seit dem Köl­ner Schied im Jahr 1505 hat­te die Wit­tels­ba­cher Sei­ten­li­nie von Pfalz-Neu­burg die Kur­fürs­ten von der Pfalz ge­stellt. Mit dem Tod des Kur­fürs­ten Otthein­rich von der Pfalz (1502-1559, Re­gie­rungs­zeit 1556-1559), des­sen Ehe mit Su­san­ne von Bay­ern (1502-1543) kin­der­los ge­blie­ben war, starb die­se Li­nie al­ler­dings aus. Die nächs­te erb­be­rech­tig­te Li­nie war der Fa­mi­li­en­zweig von Pfalz-Sim­mern, des­sen Ober­haupt seit 1557 Fried­rich war. Otthein­rich war gleich­zei­tig der Stief­va­ter von Fried­richs Ehe­frau Ma­rie von Bran­den­burg-Kulm­bach (1519-1567), die aus der ers­ten Ehe Su­san­na von Bay­erns (1502-1543) mit dem Mark­gra­fen Ka­si­mir von Bran­den­burg-Kulm­bach (1481-1527, Re­gie­rungs­zeit 1515-1527) stamm­te. In­so­fern war die Nach­fol­ge Fried­richs in der Kur­wür­de un­be­strit­ten. Aus der Ehe gin­gen elf Kin­der her­vor, von de­nen zwei im Kin­des­al­ter star­ben.

Zu­nächst ein ge­mä­ßigt lu­the­ri­scher Christ, ent­wi­ckel­te sich Fried­rich in den Jah­ren sei­ner Herr­schaft zu ei­nem der pro­mi­nen­tes­ten Ver­tre­ter des re­for­mier­ten Pro­tes­tan­tis­mus im Reich. Ei­ne zen­tra­le Rol­le spiel­te da­bei sei­ne Ehe­frau Ma­rie von Bran­den­burg-Kulm­bach, die be­reits vor der Ehe­schlie­ßung mit Fried­rich stark vom evan­ge­li­schen Glau­ben ge­prägt war. Sie stand in di­rek­tem Aus­tausch mit füh­ren­den Re­for­ma­to­ren wie Mar­tin Bu­cer und Wolf­gang Mus­cu­lus (1497-1563) und be­ein­fluss­te ma­ß­geb­lich Fried­richs Hin­wen­dung zur re­for­mier­ten Leh­re.

Seit den 1540er Jah­ren wur­de der re­for­mier­te Pro­tes­tan­tis­mus, in­spi­riert durch Jo­han­nes Cal­vin (1509-1564), zu­neh­mend auch im Reich re­zi­piert, blieb je­doch recht­lich mar­gi­na­li­siert. Der Augs­bur­ger Re­li­gi­ons­frie­den von 1555 er­kann­te aus­schlie­ß­lich die Kon­fes­sio­nen der Ka­tho­li­ken und der Lu­the­ra­ner an – ein Um­stand, der die Stel­lung Fried­richs als spä­te­rem För­de­rer des Cal­vi­nis­mus be­son­ders kon­flikt­träch­tig mach­te. Un­ter dem Ein­druck sei­ner Frau und durch in­ten­si­ve theo­lo­gi­sche Aus­ein­an­der­set­zung wand­te sich Fried­rich der Leh­re Cal­vins zu. Per­sön­lich lern­te er Cal­vin nie ken­nen, wur­de aber stark durch des­sen Schrif­ten so­wie durch des­sen Schü­ler be­ein­flusst. Be­son­ders Za­cha­ri­as Ursi­nus (1534-1583), ein Schü­ler Phil­ipp Me­lan­chthons (1497-1560) mit cal­vi­nis­ti­scher Prä­gung, so­wie Cas­par Ole­via­nus, der in Genf bei Cal­vin selbst stu­diert hat­te, präg­ten Fried­richs theo­lo­gi­sches Den­ken nach­hal­tig.

Pfalzgraf Ottheinrich, Gemälde von Barthel Beham, Öl auf Lindenholz, 1535. (Bayrische Staatssammlungen - Alte Pinakothek München/ Inv. Nr. 5316)

 

1561 ließ Fried­rich in der Hei­del­ber­ger Schloss­kir­che ei­ne neue Kir­chen­ord­nung ein­füh­ren, die sich deut­lich von der lu­the­ri­schen Pra­xis ab­grenz­te. Mit dem von ihm in­iti­ier­ten und 1563 ver­öf­fent­lich­ten „Hei­del­ber­ger Ka­te­chis­mus“ ließ Fried­rich ein theo­lo­gi­sches Be­kennt­nis­do­ku­ment vor­le­gen, das zur Grund­la­ge der re­for­mier­ten Kon­fes­si­on wur­de. Der Ka­te­chis­mus, ver­fasst von Ursi­nus und Ole­via­nus, war di­dak­tisch klar auf­ge­baut, auf den Bil­dungs­all­tag aus­ge­rich­tet und theo­lo­gisch im Geist der cal­vi­nis­ti­schen Or­tho­do­xie ge­hal­ten.

Zen­tral für die cal­vi­nis­ti­sche Leh­re war im Un­ter­schied zum Lu­ther­tum die Be­to­nung der gött­li­chen Prä­des­ti­na­ti­on, al­so der Vor­stel­lung, dass das Heil des Men­schen al­lein durch Got­tes sou­ve­rä­nen Wil­len be­stimmt ist. Wei­te­re Un­ter­schie­de be­tra­fen das Abend­mahls­ver­ständ­nis – Cal­vin ver­trat ei­ne geis­ti­ge Re­al­prä­senz Chris­ti, wäh­rend Lu­ther ei­ne leib­li­che An­we­sen­heit be­ton­te – so­wie die stär­ke­re Be­to­nung ei­nes stren­gen, mo­ra­lisch dis­zi­pli­nier­ten Ge­mein­de­le­bens. Die­se Prin­zi­pi­en fan­den Ein­gang in den Hei­del­ber­ger Ka­te­chis­mus, der in Form von 129 Fra­gen und Ant­wor­ten das christ­li­che Le­ben struk­tu­rier­te und zur Un­ter­wei­sung in Schu­le, Fa­mi­lie und Ge­mein­de dien­te. Fried­rich trieb da­mit nicht nur die Kon­fes­sio­na­li­sie­rung der Kur­pfalz vor­an, son­dern ver­schaff­te dem re­for­mier­ten Pro­tes­tan­tis­mus über­re­gio­na­le Be­deu­tung. 

Fried­rich ver­stand sei­ne Kur­fürs­ten­wür­de nicht nur als welt­li­che Macht­stel­lung, son­dern als geist­li­ches Man­dat. In sei­nem Selbst­ver­ständ­nis war er ein von Gott be­ru­fe­ner Hü­ter der wah­ren Leh­re. Die­se Auf­fas­sung ging mit ei­ner tie­fen per­sön­li­chen Fröm­mig­keit ein­her: Zeit­ge­nös­si­sche Quel­len be­rich­ten von sei­ner re­gel­mä­ßi­gen Bi­bel­lek­tü­re, ei­nem as­ke­ti­schen Le­bens­wan­del und in­ten­si­ven Ge­be­ten. Fried­rich war über­zeugt, dass er als Herr­scher Ver­ant­wor­tung nicht nur für das Wohl sei­ner Un­ter­ta­nen, son­dern auch für de­ren See­len­heil trug. In die­sem Sin­ne be­trach­te­te er re­li­giö­se Ein­heit als Vor­aus­set­zung für ein gott­ge­fäl­li­ges Ge­mein­we­sen. Die­ses Ver­ständ­nis er­klärt sein kom­pro­miss­lo­ses Vor­ge­hen in kon­fes­sio­nel­len Fra­gen: die Ent­fer­nung lu­the­ri­scher Theo­lo­gen, die Un­ter­drü­ckung ab­wei­chen­der Leh­ren in­ner­halb der Kur­pfalz und die För­de­rung ei­ner cal­vi­nis­tisch ge­präg­ten Kir­chen­struk­tur. Sein kon­se­quen­tes Han­deln stieß im Reich auf er­heb­li­chen Wi­der­spruch – nicht nur von Sei­ten ka­tho­li­scher Fürs­ten, son­dern auch aus dem lu­the­ri­schen La­ger. Fried­rich ge­riet zu­neh­mend in po­li­ti­sche Iso­la­ti­on, blieb je­doch stand­haft. Auf den Reichs­ta­gen der 1560er und 1570er Jah­re ver­tei­dig­te er sei­ne Po­si­ti­on mit Nach­druck und wies al­le For­de­run­gen nach Rück­kehr zum Lu­ther­tum ent­schie­den zu­rück. Da­bei be­rief er sich auf das Recht sei­nes Ge­wis­sens – ein da­mals ge­wag­ter, aber durch­aus wir­kungs­vol­ler Weg.

Sein au­ßen­po­li­ti­sches En­ga­ge­ment galt be­son­ders den ver­folg­ten cal­vi­nis­ti­schen Hu­ge­not­ten in Frank­reich, die seit den 1550er Jah­ren un­ter Druck ge­ra­ten wa­ren, so­wie den pro­tes­tan­ti­schen nie­der­län­di­schen Auf­stän­di­schen ge­gen die (ka­tho­li­sche) spa­ni­sche Herr­schaft. Fried­rich nahm zahl­rei­che Glau­bens­flücht­lin­ge in der Kur­pfalz auf, dar­un­ter Theo­lo­gen, Stu­den­ten und Dru­cker, die zur geis­ti­gen Blü­te Hei­del­bergs bei­tru­gen. Sei­ne Nä­he zu Wil­helm von Ora­ni­en (1533-1584), ei­nem wich­ti­gen An­füh­rer der nie­der­län­di­schen Auf­stän­di­gen, mit dem ihn nicht nur po­li­ti­sche Sym­pa­thie, son­dern spä­ter auch dy­nas­ti­sche Be­zie­hun­gen ver­ban­den, und sei­ne fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung für die nie­der­län­di­schen Pro­vin­zen führ­ten zu di­plo­ma­ti­schen Span­nun­gen, ins­be­son­de­re mit den habs­bur­gi­schen Mäch­ten. Dar­über hin­aus ent­sand­te Fried­rich auch pfäl­zi­sche Söld­ner zur Un­ter­stüt­zung des nie­der­län­di­schen Auf­stands – ein au­ßen­po­li­ti­sches En­ga­ge­ment, das sei­ne kon­fes­sio­nel­le Über­zeu­gung in kon­kre­te mi­li­tä­ri­sche So­li­da­ri­tät über­setz­te.

Fried­richs Ver­hält­nis zum Reich war am­bi­va­lent: Ei­ner­seits trat er als über­zeug­ter Reichs­fürst auf und schätz­te die bis­lang ge­währ­te kon­fes­sio­nel­le To­le­ranz un­ter Kai­ser Ma­xi­mi­li­an II. (1527-1576, Re­gie­rungs­zeit 1564-1576), an­de­rer­seits ge­riet er durch sei­ne ent­schie­de­ne re­for­mier­te Aus­rich­tung in Ge­gen­satz zu Reichs­ge­set­zen und zur kai­ser­li­chen Au­to­ri­tät. Sein kon­fes­sio­nel­ler Kurs wur­de mehr­fach als Ver­stoß ge­gen den Augs­bur­ger Re­li­gi­ons­frie­den ge­wer­tet. 

Deckblatt des Heidelberger Katechismus, Druck, 1563. (gemeinfrei)

 

Nach dem Tod sei­ner ers­ten Frau Ma­rie 1567 hei­ra­te­te Fried­rich 1569 in zwei­ter Ehe Ama­lia von Neue­nahr (um 1539-1602), ei­ne ver­wit­we­te Ad­li­ge aus dem nie­der­rhei­ni­schen Hoch­adel. Sie un­ter­stütz­te ihn in sei­nem re­li­giö­sen Kurs, reich­te aber po­li­tisch nicht an die Wir­kungs­kraft ih­rer Vor­gän­ge­rin her­an. Die Ehe blieb kin­der­los. Fried­richs äl­tes­ter Sohn und spä­te­rer Nach­fol­ger Lud­wig VI. (1539-1583, Re­gie­rungs­zeit 1576-1583), aus ers­ter Ehe mit Ma­rie war An­hän­ger des Lu­ther­tums und mach­te vie­le der Re­for­men sei­nes Va­ters rück­gän­gig, was in­ner­fa­mi­li­är zu er­heb­li­chen Span­nun­gen führ­te. Auch Fried­richs wei­te­re Kin­der spie­gel­ten die kon­fes­sio­nel­le Zer­ris­sen­heit der Zeit: Wäh­rend ei­ni­ge dem re­for­mier­ten Kurs folg­ten, neig­ten an­de­re wie­der dem Lu­ther­tum zu. Den­noch blieb die Kur­pfalz un­ter den Nach­kom­men Fried­richs ein Zen­trum pro­tes­tan­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen und kehr­te spä­ter dau­er­haft zum re­for­mier­ten Be­kennt­nis zu­rück.

Trotz al­ler Wi­der­stän­de und Kon­flik­te ver­stand Fried­rich III. sei­ne Herr­schaft als geist­li­ches Amt, das ihn zur Wah­rung und Ver­brei­tung der wah­ren Leh­re ver­pflich­te­te – ein Ver­ständ­nis, das ihm den Bei­na­men „der From­me“ ein­trug und ihn in der Frü­hen Neu­zeit zu ei­ner ex­em­pla­ri­schen Herr­scher­fi­gur wer­den ließ. Mit sei­ner kom­pro­miss­lo­sen Kon­fes­si­ons­po­li­tik leg­te Fried­rich die Grund­la­ge da­für, dass die Kur­pfalz im letz­ten Drit­tel des 16. Jahr­hun­derts zum be­deu­tends­ten Zen­trum des re­for­mier­ten Pro­tes­tan­tis­mus im Reich wur­de – aber auch zum kon­fes­sio­nel­len Pul­ver­fass. Die Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Lu­the­ra­nern und Re­for­mier­ten, aber auch die zu­neh­men­de Kon­fron­ta­ti­on mit dem Ka­tho­li­zis­mus, die in den Jahr­zehn­ten nach Fried­richs Tod an Schär­fe zu­nahm, mach­ten die Kur­pfalz zu ei­nem Brenn­punkt kon­fes­sio­nel­ler Span­nun­gen, der im Vor­feld und im Ver­lauf des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges (1618-1648) ei­ne Schlüs­sel­rol­le spiel­te.

Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz mit Gemahlinnen Maria von Brandenburg-Kulmbach und Amalia von Neuenar, um 1613. (Bayrische Staatssammlungen - Alte Pinakothek München/ Inv. Nr. 4479)

 

Fried­rich III. starb am 26.10.1576 in Hei­del­berg nach kur­zer Krank­heit. Er wur­de wie die meis­ten pfäl­zi­schen Kur­fürs­ten in der Hei­del­ber­ger Hei­lig­geist­kir­che bei­ge­setzt – dem geist­li­chen Zen­trum sei­ner Herr­schaft, in dem auch der Hei­del­ber­ger Ka­te­chis­mus ge­pre­digt wur­de. Das Grab­mal wur­de wie vie­le wei­te­re im Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krieg (1688-1697) zer­stört. Heu­te er­in­nert ei­ne Sta­tue am Fried­richs­bau (be­nannt nach dem Bau­herrn Fried­rich IV.) des Hei­del­ber­ger Schlos­ses an ihn.

Quellen (Auswahl)

Ole­via­nus, Cas­par/Ursi­nus, Za­cha­ri­as, Ca­te­che­sis Re­li­gio­nis Chris­ti­a­nae, Qvae Tra­dit­vr In Eccle­siis Et Scho­lis Pa­la­ti­nat­vs, Hei­del­berg 1563. 

Literatur (Auswahl)

Bi­cken­bach, Frank, Kur­fürst Fried­rich III. von der Pfalz (1515–1576). Po­li­tik und Be­kennt­nis ei­nes pro­tes­tan­ti­schen Reichs­fürs­ten, Hei­del­berg 1998.

Burg­dorf, Wolf­gang, Fried­rich III. der From­me, in: Brend­le, Franz/Kohn­le, Ar­min (Hg.), Die Kur­fürs­ten von der Pfalz, Stutt­gart 2013, S. 211-227.

Menk, Ger­hard, Re­for­ma­ti­on und Hu­ma­nis­mus in der Kur­pfalz un­ter Fried­rich III., in: Ar­chiv für Re­for­ma­ti­ons­ge­schich­te 94 (2003), S. 48-73.

Wol­gast, Ei­ke, Fried­rich III. (Pfalz), in: Neue Deut­sche Bio­gra­phie (NDB), Bd. 5 (1961), S. 573–575. [On­line]

Staute Friedrich III. von der Pfalz am Heidelberger Schloss, 2015, Foto: Andrea Zobel. (Mit freundlicher Unterstützung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden - Württemberg)

 
Zitationshinweis

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Bock, Martin, Friedrich III., in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/friedrich-iii./DE-2086/lido/68fa17ca418068.79157365 (abgerufen am 25.01.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 07.01.2026, zuletzt geändert am 22.01.2026