Helmut Grashoff

Vizepräsident und Manager des Borussia VfL 1900 Mönchengladbach (1928-1997)

Dittmar Dahlmann (Bonn)

Helmut Grashoff, Porträtfoto, Foto: Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH.

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Hel­mut Gras­hoff, als Sohn von Wil­helm (1886) und So­phie (1896-1983) Gras­hoff am 13.9.1928 in Lü­beck ge­bo­ren, wuchs zu­nächst in sei­ner Ge­burts­stadt auf, dann, als sein Va­ter 1938 ver­setzt wur­de, in Ham­burg-Blan­ke­ne­se. Nach dem En­de des Zwei­ten Welt­krie­ges be­gann er in Ham­burg ei­ne Leh­re als Tex­til-, spe­zi­ell Woll­kauf­mann in dem Im- und Ex­port­un­ter­neh­men Jes­sen, Eg­gers & Co. Im Al­ter von 18 Jah­ren, noch wäh­rend sei­ner Lehr­zeit, lern­te er sei­ne spä­te­re Frau Hel­ga (ge­bo­ren 1929) ken­nen, die er 1951 hei­ra­te­te. Das Ehe­paar be­kam zwei Töch­ter, Su­san­ne und Sa­bi­ne. 

1955 über­nahm Gras­hoff die Mön­chen­glad­bacher Ver­tre­tung des Im- und Ex­port­un­ter­neh­mens und mach­te sich als Garn­gros­sist selbst­stän­dig. Auf­grun­d ­zahl­rei­cher Kon­tak­te, die er in Mön­chen­glad­bach knüp­fen konn­te, wur­den sei­ne Frau und er 1962 zum Kar­ne­vals­prin­zen­paar ge­kürt. Zu sei­nen Be­kannt­schaf­ten, man spiel­te häu­fi­ger ge­mein­sam Skat, ge­hör­te auch der aus Mön­chen­glad­bach stam­men­de Tex­til­un­ter­neh­mer Dr. Hel­mut Bey­er (1925-2011), der da­mals kom­mis­sa­risch das Prä­si­den­ten­amt von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach über­nom­men hat­te. Bey­er such­te bin­nen kur­zer Frist ei­nen Vi­ze­prä­si­den­ten für den Ver­ein und schlug Gras­hoff vor, in der Mit­glie­der­ver­samm­lung da­für zu kan­di­die­ren.  Gras­hoff, der sich bis zu die­sem Zeit­punkt nicht be­son­ders für Fuß­ball in­ter­es­siert hat­te und noch nicht ein­mal Ver­eins­mit­glied war, ließ sich von Bey­er über­re­den und kan­di­dier­te für den Pos­ten des Vi­ze­prä­si­den­ten. Bei­de wur­den, ge­mein­sam mit Lo­renz Hoch­heim (1919-1967), dem Schatz­meis­ter und In­ha­ber ei­ner Ma­schi­nen­fa­brik in Mön­chen­glad­bach, in den neu­en drei­köp­fi­gen Vor­stand ge­wählt. 

Der Ver­ein be­fand sich zu je­nem Zeit­punkt in der da­ma­li­gen Ober­li­ga West auf ei­ner Berg- und Tal­fahrt. Zwar hat­te Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach 1960 den deut­schen Po­kal ge­win­nen kön­nen, doch ge­lang es der Mann­schaft nicht, sich auf den vor­de­ren Plät­zen der Li­ga zu eta­blie­ren. Zu­dem fehl­ten dem Ver­ein die wirt­schaft­li­chen Grund­la­gen, um gu­te Spie­ler hal­ten oder neue ver­pflich­ten zu kön­nen. So ver­lie­ß Al­bert Brülls, da­mals ak­tu­el­ler ­Na­tio­nal­spie­ler, die Bo­rus­sia nach der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 1962 in Chi­le in Rich­tung Ita­li­en. Die­ses Trans­fer­ge­schäft, ei­ne der ers­ten Amts­hand­lun­gen Gras­hoffs, wur­de le­gen­där. Er er­hielt die für da­ma­li­ge Ver­hält­nis­se sehr ho­he Ab­lö­se­sum­me von 250.000 DM vom Prä­si­den­ten des FC Mo­de­na in ei­nem Kof­fer in bar aus­ge­hän­digt und brach­te die­sen ge­mein­sam mit ei­nem be­freun­de­ten Jour­na­lis­ten, der als Dol­met­scher fun­gier­te hat­te, über die Gren­ze.

Be­reits vor die­sem Trans­fer hat­te er fest­ge­stellt, dass der Ver­ein kurz vor dem Bank­rott stand, weil bis­her of­fen­sicht­lich der da­mals noch gel­ten­de kauf­män­ni­sche Grund­satz, nicht mehr aus­zu­ge­ben, als ein­ge­nom­men wur­de, nicht be­folgt wor­den war. Ge­nau die­se Hand­lungs­wei­se soll­te zur Grund­la­ge und zur Ma­xi­me von Gras­hoffs Han­deln zu­nächst als Vi­ze­prä­si­dent, dann zu­sätz­lich als Ge­schäfts­füh­rer und Ma­na­ger wer­den. 

Als am 24.8.1963 die ers­te Sai­son der Fuß­ball-Bun­des­li­ga be­gann, war Mön­chen­glad­bach nicht da­bei. Der Auf­stieg ge­lang erst zur Sai­son 1965/1966 ge­mein­sam mit Bay­ern Mün­chen. Wäh­rend der Spiel­zeit 1963/1964 war Hans „Hen­nes“ Weis­wei­ler als Trai­ner ver­pflich­tet wor­den, der mit ei­ner teil­wei­se aus­ ­dem ei­ge­nen Nach­wuchs re­kru­tier­ten Mann­schaft, der so­ge­nann­ten „Foh­len­el­f“, den Auf­stieg schaff­te. 

Als am En­de der ers­ten Bun­des­li­ga­sai­son der bis­he­ri­ge Ge­schäfts­füh­rer Ge­org (Schorsch) Hoff­mann über­ra­schend ver­starb, er­le­dig­te Gras­hoff auch des­sen Auf­ga­ben zu­nächst kom­mis­sa­risch. Schlie­ß­lich wur­de er Mit­te 1966 mit der end­gül­ti­gen Über­nah­me der Ge­schäfts­füh­rung zum ers­ten Ma­na­ger ei­nes deut­schen Fuß­ball­ver­eins. Die Hin­ter­grün­de, die da­zu führ­ten, las­sen sich nicht mehr re­kon­stru­ie­ren. Ver­trag­lich und fi­nan­zi­ell ge­re­gelt wur­de dies erst meh­re­re Jah­re spä­ter, als Gras­hoff sein ei­gent­li­ches Ge­schäft vor al­lem aus Zeit­grün­den nicht mehr füh­ren konn­te und sich wie schon ei­ni­ge Jah­re zu­vor wie­der­um die Mög­lich­keit bot, zum Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler Pu­ma zu wech­seln, des­sen Bei­rat er spä­ter an­ge­hör­te soll­te. Erst En­de der 1970er Jah­re er­reich­ten sei­ne Be­zü­ge ein „ge­schäfts­füh­rer­ähn­li­ches“ Ni­veau, wie Gras­hoff wohl nicht oh­ne Iro­nie be­merk­te.

Im März 1968 wur­de ne­ben Bey­er und Gras­hoff der Mann­schafts­arzt Dr. Al­fred Ger­hards (1920-2000) zum neu­en Schatz­meis­ter und da­mit zum drit­ten Vor­stands­mit­glied ge­wählt. Die­se drei Män­ner soll­ten den Ver­ein in den fol­gen­den gut 20 Jah­ren in „über­aus har­mo­ni­scher Zu­sam­men­ar­beit“ lei­ten, die „nur im letz­ten Jahr ge­mein­sa­mer Amts­zeit, 1989/90, ei­nen Knacks be­kam.“ (Gras­hoff, Mei­ne lau­ni­sche Di­va, S. 60). 

Nach drei ge­won­ne­nen Meis­ter­schaf­ten wech­sel­te Trai­ner Hen­nes Weis­wei­ler nach der Sai­son 1974/1975 zum FC Bar­ce­lo­na. Ihm folg­te Udo Lat­tek (1935-2015), der noch zwei­mal die Meis­ter­scha­le nach Mön­chen­glad­bach hol­te. Gras­hoff er­kann­te re­la­tiv früh, wie wich­tig ei­ne um­fas­sen­de Ver­mark­tung des Ver­eins in der Bun­des­li­ga war, de­ren Mög­lich­kei­ten al­ler­dings an­ge­sichts der un­mit­tel­ba­ren Kon­kur­renz an Rhein und Ruhr recht be­grenzt wa­ren. Ei­nes der grö­ß­ten Pro­ble­me für Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach war das Sta­di­on, der „Bö­kel­ber­g“, ein re­la­tiv klei­nes Fuß­ball­sta­di­on, in dem nur 34.500 Zu­schau­er Platz fan­den, wo­bei es nur 9.500 Sitz­plät­ze gab. Zu­dem lag die Are­na mit­ten in ei­nem Wohn­ge­biet, so dass sich An- und Ab­fahrt schwie­rig ge­stal­te­ten und Mög­lich­kei­ten ei­nes Aus­baus kaum ge­ge­ben wa­ren.

An­fang 1975 ge­lang es Gras­hoff, der die wirt­schaft­li­che Ba­sis des Ver­ei­nes schwin­den sah, nach zä­hen Ge­sprä­chen mit der Stadt, ei­ne Her­ab­set­zung der Sta­di­onmie­te, die im Ver­gleich zu an­de­ren Städ­ten recht hoch war, zu er­rei­chen. Zu­gleich for­der­te er schon da­mals den Bau ei­nes neu­en Groß­sta­di­ons oder zu­min­dest ei­ne auf­wän­di­ge Re­no­vie­rung des Bö­kel­bergs mit Über­da­chung und meh­re­ren tau­send neu­en Sitz­plät­zen. Die­se An­lie­gen wur­den in den fol­gen­den Jah­ren im­mer wie­der kon­tro­vers dis­ku­tiert. Teil­wei­se wich der Ver­ein seit der Mit­te der 1970er Jah­re bei Eu­ro­pa­po­kal­spie­len in das be­nach­bar­te Düs­sel­dor­fer Rhe­in­sta­di­on aus, in dem rund 60.000 Zu­schau­er Platz fan­den und so­mit er­heb­lich hö­he­re Ein­nah­men er­zielt wer­den konn­ten. Die­se Strei­tig­kei­ten, die teil­wei­se in der Öf­fent­lich­keit aus­ge­tra­gen wur­den, be­las­te­ten das Ver­hält­nis zwi­schen Ver­ein und Stadt in den spä­ten 1970er und 1980er Jah­ren schwer. 

Gras­hoff ver­such­te als Re­prä­sen­tant des Ver­eins, den städ­ti­schen An­sprech­part­nern zu ver­deut­li­chen, dass Mön­chen­glad­bach in ho­hem Ma­ße von der Be­kannt­heit und Po­pu­la­ri­tät des fünf­ma­li­gen Meis­ters pro­fi­tiert ha­be, oh­ne ent­spre­chen­de Ge­gen­leis­tun­gen, wie et­wa ei­ne grund­le­gen­de Re­no­vie­rung des Sta­di­ons „Bö­kel­ber­g“ oder ei­nen ent­spre­chen­den Neu­bau an ge­eig­ne­ter Stel­le er­bracht zu ha­ben. Statt­des­sen muss­te sich Gras­hoff, als die gro­ßen sport­li­chen Er­fol­ge des Ver­eins aus­blie­ben, im­mer wie­der an die Stadt­ver­wal­tung wen­den, um ei­ne Sen­kung der Sta­di­onmie­te oder ei­ne Be­tei­li­gung an den Er­lö­sen aus der Ban­den­wer­bung zu er­rei­chen. In­zwi­schen gab es kaum noch hoch­klas­si­ge Spie­ler, die der Ver­ein ver­kau­fen konn­te, um fi­nan­zi­el­le De­fi­zi­te aus­zu­glei­chen, und man­cher Spie­ler­ein­kauf er­füll­te nicht die Er­war­tun­gen. So kam es in je­nen Jah­ren häu­fi­ger vor, dass das Ge­schäfts­jahr des Ver­eins im Soll en­de­te, wo­für Gras­hoff auch die Stadt­ver­wal­tung Mön­chen­glad­bachs ver­ant­wort­lich mach­te, von der er sich im Stich ge­las­sen fühl­te.

Am En­de der Sai­son 1986/1987 wech­sel­te der lang­jäh­ri­ge Spie­ler, Trai­ner und Re­kord­tor­schüt­ze des Ver­eins, Jo­sef „Jup­p“ Heynckes (ge­bo­ren 1945), als Trai­ner zu Bay­ern Mün­chen. Ihm folg­te sein As­sis­tent Wolf Wer­ner (ge­bo­ren 1942). In den bei­den kom­men­den Spiel­zei­ten er­reich­te die Mann­schaft zwar Plat­zie­run­gen in der obe­ren Ta­bel­len­hälf­te, konn­te sich je­doch nicht für ei­nen in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb qua­li­fi­zie­ren. Gras­hoff dach­te an­ge­sichts die­ser „Miss­er­fol­ge“ dar­an, Wer­ner in der Win­ter­pau­se der Sai­son 1988/1989 zu ent­las­sen und nahm Kon­takt mit Han­nes Bon­gartz (ge­bo­ren 1951) auf. Doch woll­te ins­be­son­de­re Schatz­meis­ter Ger­hards ei­ne vor­zei­ti­ge Ent­las­sung nicht mit­tra­gen, so­dass die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Op­ti­on für ei­ne wei­te­re Spiel­zeit mit Wer­ner als Trai­ner griff. Als am En­de der Sai­son das Ziel der Teil­nah­me an ei­nem in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb er­neut ver­passt wur­de, be­gann es im Ver­ein, un­ter den Fans und in den Me­di­en zu ru­mo­ren. Die ne­ga­ti­ve Ent­wick­lung, ins­be­son­de­re der Sub­stanz­ver­lust bei den Spie­lern, wur­de dem Vor­stand, ins­be­son­de­re Gras­hoff an­ge­las­tet. Die fol­gen­de Spiel­zeit 1989/1990 ver­lief für Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach be­son­ders schlecht. Erst­mals ent­ließ der Ver­ein ei­nen Trai­ner im Lau­fe der Sai­son, aber auch die Neu­ver­pflich­tung von Igor Be­la­nov (ge­bo­ren 1960) aus Kiev er­wies sich als Miss­griff. Die Mann­schaft spiel­te ge­gen den Ab­stieg und be­leg­te am En­de der Sai­son nur den 15. Ta­bel­len­platz.

In die­ser Pha­se kam es of­fen­sicht­lich in­ner­halb des Prä­si­di­ums, vor al­lem zwi­schen Gras­hoff und Ger­hards, zum Zer­würf­nis, nach­dem Ger­hards öf­fent­lich ge­macht hat­te, dass im Prä­si­di­um Un­ei­nig­keit herrsch­te, als er nun­mehr doch die Ent­las­sung des Trai­ners for­der­te. Nach  den per­sön­li­chen Que­re­len mit Ger­hards so­wie der Es­ka­la­ti­on der An­grif­fe ei­ni­ger Ver­eins­mit­glie­der und der Pres­se  ent­schloss sich Gras­hoff, sei­ne Po­si­ti­on als Ma­na­ger auf­zu­ge­ben und als sei­nen Nach­fol­ger den ehe­ma­li­gen Schal­ker und Dort­mun­der Spie­ler Rolf Rü­ß­mann (1950-2009) zum 1.4.1990 zu ver­pflich­ten, der sich un­ter sei­ner An­lei­tung in die­se Po­si­ti­on ein­ar­bei­ten soll­te. Al­ler­dings kam der Ver­ein in je­ner Pha­se nicht zur Ru­he. Zwar wur­de Gras­hoff En­de März 1990 auf ei­ner Mit­glie­der­ver­samm­lung mehr­heit­lich in sei­nem Amt be­stä­tigt, doch die Gra­ben­kämp­fe vor und hin­ter den Ku­lis­sen setz­ten sich fort, so­dass Gras­hoff zum 15.1.1991 aus dem Vor­stand aus­schied. Sei­ner „lau­ni­schen Di­va“ hielt er al­ler­dings auch da­nach wei­ter­hin die Treue. Er starb am 28.3.1997 an ei­nem Krebs­lei­den. Nach ihm ist ei­ne Stra­ße in der Nä­he des neu­en Sta­di­ons, dem Bo­rus­sen-Park, be­nannt. 

Gras­hoff hat­te als Ma­na­ger ma­ß­geb­li­chen An­teil an den gro­ßen Er­fol­gen von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach in den 1970er Jah­ren, als die Mann­schaft fünf deut­sche Meis­ter­schaf­ten, je ei­nen Sieg im DFB-Po­kal und im Deut­schen Su­per­cup er­rang, zwei­mal Vi­ze­meis­ter wur­de, zwei­mal den UE­FA-Po­kal ge­wann, da­zu noch ein­mal das Fi­na­le im Eu­ro­pa­po­kal der Lan­des­meis­ter und zwei­mal das Fi­na­le des UE­FA-Po­kals er­reich­te. 

Der Pfei­fen­rau­cher Gras­hoff moch­te Kunst, Bü­cher und gu­tes Es­sen. Er galt als Or­ga­ni­sa­ti­ons­ta­lent, war je­doch, wie er selbst schrieb, kein Fuß­ball­fach­mann, aber den­noch die­sem Sport und sei­nem Ver­ein mit Leib und See­le ver­bun­den. Es ha­be, um Gras­hoff er­neut zu zi­tie­ren, kei­ne wirk­li­che Tren­nung zwi­schen Pri­vat­heit und Ge­schäft, zwi­schen Dienst und Frei­zeit ge­ge­ben. Der Ver­ein sei für al­le, dies schloss nicht nur die Vor­stands­mit­glie­der und Trai­ner, son­dern of­fen­sicht­lich auch die Fa­mi­li­en mit ein, das A und O ge­we­sen. Gün­ter Net­zer (ge­bo­ren 1944), der ihm in sei­nen ak­ti­ven Zei­ten als Spie­ler und Ma­na­ger und auch spä­ter na­he­stand, cha­rak­te­ri­sier­te ihn als han­sea­ti­schen Kauf­mann durch und durch, der im Um­gang ein äu­ßerst an­ge­neh­mer Mensch ge­we­sen sei. Gras­hoffs Han­deln sei stets von Klar­heit so­wie Ver­läss­lich­keit ge­prägt ge­we­sen, und man ha­be sich auf sein Wort ver­las­sen kön­nen. Ri­si­ken al­ler­dings ha­be er ge­scheut. In je­dem Fal­le ge­noss Gras­hoff wohl die Ach­tung ei­nes Gro­ß­teils sei­ner Kol­le­gen, auch wenn sie, wie Uli Ho­en­eß (ge­bo­ren 1952), er­heb­lich jün­ger wa­ren. Ei­ne be­son­ders en­ge Freund­schaft ver­band Gras­hoff mit Ema­nu­el „Ed­dy“ Schaf­fer“ (1923-2012), Is­ra­els Na­tio­nal­trai­ner in den 1970er Jah­ren, den der da­ma­li­ge Bo­rus­sen­trai­ner Weis­wei­ler seit den 1950er Jah­ren kann­te. Ab 1970 trug Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach meh­re­re Freund­schafts­spie­le in Is­ra­el aus, und die Mann­schaft hat­te auf die­se Wei­se, als „Di­plo­ma­ten in kur­zen Ho­sen“, ih­ren An­teil an der Ver­bes­se­rung der deutsch-is­rae­li­schen Be­zie­hun­gen. Die en­ge Ver­bin­dung des Ver­eins zum is­rae­li­schen Fuß­ball­ver­band be­steht bis heu­te. 

Quellen

Zu dan­ken hat der Ver­fas­ser Gün­ter Net­zer für ein Te­le­fon­in­ter­view am 4.2.2014 und Sa­bi­ne Gras­hoff-Rei­ter und Hel­ga Gras­hoff für schrift­li­che Aus­künf­te vom 13.12.2013.
Der Ver­ein VfL Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach war lei­der mit sei­nen In­for­ma­tio­nen über Hel­mut Gras­hoff, der den Ver­ein in sei­nen er­folg­reichs­ten Jahr­zehn­ten ma­nag­te, sehr zu­rück­hal­tend. Au­ßer ei­ni­gen Aus­ga­ben des Foh­len Echos, in de­nen ei­ni­ge Bei­trä­ge Gras­hoffs ab­ge­druckt wa­ren, wur­den dem Ver­fas­ser mit dem Hin­weis dar­auf, dass es kein Ma­te­ri­al ge­be, kei­ne wei­te­ren In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung ge­stellt. Falls es ein Ar­chiv des Ver­eins ge­ben soll­te, so ist es je­den­falls für Au­ßen­ste­hen­de of­fen­sicht­lich nicht zu­gäng­lich.

Literatur

Gras­hoff, Hel­mut, Mei­ne lau­ni­sche Di­va. 30 Jah­re mit Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach, er­gänz­te Neu­auf­la­ge, Nor­der­stedt 2005.
Ha­ve­mann, Nils, Sams­tags um halb 4. Die Ge­schich­te der Fuss­ball­bun­des­li­ga, Mün­chen 2013.
Ja­kobs, Wer­ner, Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach. Die Elf vom Nie­der­rhein. Bo­rus­sen-Chro­nik. 100 Jah­re Bo­rus­sia, Ka­arst 1999.
Kohl­hass, Carl A., 75 Jah­re Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach. Der Weg ei­ner eu­ro­päi­schen Spit­zen­mann­schaft, Bre­cken­heim 1975.
Net­zer, Gün­ter mit Hel­mut Schü­mann, Aus der Tie­fe des Rau­mes. Mein Le­ben, Rein­bek bei Ham­burg 2004.
Wark, Os­kar, Die Foh­len 11. Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach Deut­scher Meis­ter 1970. Mit ei­ner Ein­lei­tung von Gerd Krä­mer, Bad Hon­nef 1970.
Ei­ni­ge Num­mern der Sta­di­on­zeit­schrift „Foh­len Echo“ von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach aus den Spiel­zei­ten 1980/81, 1988/89, 1990/91 und 1996/97.

 
Zitationshinweis

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Dahlmann, Dittmar, Helmut Grashoff, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/helmut-grashoff/DE-2086/lido/57c6d5d17afd20.97989993 (abgerufen am 22.07.2019)