Hilduin

Ernannter Erzbischof von Köln (ca. 785 – nach 855)

Georg Friedrich Heinzle (Chur)

Gotischer Bischofsstab, Krümme, Vorderseite, Detailansicht: Maria mit Kind und einem vor ihr knienden Erzbischof, vermutlich Heinrich von Virneburg, Original in der Domschatzkammer in Köln, um 1322, Foto: Matz und Schenk. (Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte)

Hil­du­in war er­nann­ter Erz­bi­schof von Köln in den Jah­ren 842-848/849. Er ist ei­ne rät­sel­haf­te Ge­stalt in ei­ner von Ge­walt ge­präg­ten Zeit. Sein Wir­ken in Köln steht im Zu­sam­men­hang mit dem so­ge­nann­ten Brü­der­krieg, ei­nem Erb­fol­ge­krieg, den die Söh­ne Kai­ser Lud­wigs des From­men (778-840) An­fang der 840er-Jah­re in Form ei­nes blu­ti­gen, eu­ro­päi­schen Kon­flik­tes aus­foch­ten. Seit Lan­gem dreht sich ei­ne wis­sen­schaft­li­che Dis­kus­si­on um die Fra­ge sei­ner Iden­ti­tät. War der Köl­ner Hil­du­in die­sel­be Per­son wie der be­deu­ten­de frü­he­re Abt von Saint-De­nis glei­chen Na­mens, des­sen Spur in den Quel­len sich un­ge­fähr zum Zeit­punkt der Er­nen­nung Hil­du­ins zum Köl­ner Erz­bi­schof ver­liert?

 

We­der für Hil­du­in von Köln noch für Hil­du­in von Saint-De­nis sind Ge­burts- oder Ster­be­da­ten über­lie­fert. Für den Köl­ner Hil­du­in lässt sich mit Mi­cha­el La­pidge an­neh­men, dass er um 785 ge­bo­ren ist. Ge­stor­ben ist er nach 855 ver­mut­lich im Ei­fel­k­los­ter Prüm. Sei­ne Kar­rie­re und die Schwie­rig­keit der Iden­ti­fi­zie­rung mit Hil­du­in von Saint-De­nis sind nur zu ver­ste­hen, wenn man die po­li­ti­schen Um­stän­de um die Mit­te des 9. Jahr­hun­derts im Fran­ken­reich be­rück­sich­tigt. Hil­du­ins Vor­gän­ger Erz­bi­schof Ha­de­bald (vor 819-841) von Köln starb 841, in­mit­ten des so­ge­nann­ten ka­ro­lin­gi­schen Brü­der­krie­ges, den Lo­thar I. als äl­tes­ter Sohn Lud­wigs des From­men ge­gen sei­ne Brü­der Karl den Kah­len (823-877) und Lud­wig den Deut­schen (um 806-876) führ­te. Ge­gen­stand des Streits war die Ver­tei­lung der Macht in­ner­halb des Fran­ken­rei­ches, die vom ver­stor­be­nen Kai­ser nur un­zu­rei­chend ge­re­gelt wor­den war. Wel­chem der strei­ten­den Kö­ni­ge sich die Mit­glie­der der po­li­ti­schen und kirch­li­chen Eli­te an­schlos­sen, war ma­ß­geb­lich für ihr Schick­sal wäh­rend des bis 843 an­dau­ern­den Krie­ges und da­nach. Nach Erz­bi­schof Ha­de­balds Tod 841 soll­te zu­nächst ein Mann na­mens Li­ut­bert (vor 793-871), ein Nef­fe Ha­de­balds und ab 849 Bi­schof von Müns­ter, des­sen Nach­fol­ger wer­den. Er ist als „ge­wähl­ter“ (elec­tus[1]) Erz­bi­schof be­legt, fand aber nicht die Un­ter­stüt­zung Lo­thars I. Viel­mehr er­nann­te die­ser eben ei­nen Geist­li­chen na­mens Hil­du­in zum Köl­ner Erz­bi­schof. Für die Er­nen­nung ge­nüg­te Lo­thar hier­bei die mi­li­tä­ri­sche Kon­trol­le über Köln. In den fol­gen­den Jah­ren er­scheint die­ser Hil­du­in mehr­fach in Ur­kun­den als vo­ca­tus[2], al­so wört­lich als „ge­ru­fe­ner“ im Sin­ne von er­nann­ter Erz­bi­schof; ei­ne kirch­li­che Bi­schofs­wei­he ist für ihn nicht be­legt. Nach al­lem, was wir wis­sen, ver­blieb die­ser Hil­du­in al­so im Sta­tus ei­nes er­nann­ten, aber nicht ge­weih­ten Erz­bi­schofs von Köln, bis ab 850 mit Gunthar wie­der ein re­gu­lär ge­weih­ter Köl­ner Erz­bi­schof am­tier­te.

Hil­du­in von Saint-De­nis, des­sen ge­naue Le­bens­da­ten nicht be­kannt sind und von der Fra­ge der Iden­ti­fi­zie­rung mit dem Köl­ner Hil­du­in ab­hän­gen, ist ei­ne an­sons­ten gut be­leg­te und wich­ti­ge Per­son der geist­li­chen Eli­te des Ka­ro­lin­ger­rei­ches. Seit 814, dem To­des­jahr Karls des Gro­ßen, stand er der eng mit der Herr­scher­fa­mi­lie ver­bun­de­nen Ab­tei Saint-De­nis bei Pa­ris vor und am­tier­te zu­dem 819-831 als Erz­ka­plan, al­so geist­li­cher Vor­ste­her des Ho­fes Kai­ser Lud­wigs des From­men. Zu die­sen be­deu­ten­den Äm­tern kommt Hil­du­ins Wir­ken als Ge­lehr­ter und Au­tor, der vor al­lem für Ge­schichts­schrei­bung und Hei­li­gen­le­ben be­kannt ist; eben­so galt Hil­du­in als her­vor­ra­gen­der Ken­ner der grie­chi­schen Spra­che. Sei­ne Nä­he zu Lo­thar I. zeig­te sich schon 830, als sich Hil­du­in von Saint-De­nis ei­nem Auf­stand Lo­thars ge­gen des­sen Va­ter Lud­wig den From­men an­schloss. Der Auf­stand schei­ter­te und Hil­du­in ver­lor sei­ne Stel­lung als Erz­ka­plan, konn­te je­doch nach kur­zem Exil als Abt nach Saint-De­nis zu­rück­keh­ren.

Mit Aus­bruch des Brü­der­krie­ges 840 stell­te sich Hil­du­in von Saint-De­nis er­neut auf Lo­thars Sei­te und wur­de aber­mals, dies­mal end­gül­tig, sei­ner Abts­funk­ti­on ent­ho­ben, denn Karl der Kah­le kon­trol­lier­te Saint-De­nis. Zu­gleich ge­ben die Quel­len ab die­sem Punkt kei­ne Aus­kunft mehr über das wei­te­re Schick­sal Hil­du­ins von Saint-De­nis. Was man al­so im­mer­hin weiß, ist, dass es An­fang der 840er-Jah­re ei­nen er­fah­re­nen und pro­fi­lier­ten Geist­li­chen Na­mens Hil­du­in gab, der Lo­thar I. na­he­stand und durch die Wir­ren des Krie­ges sei­nes Am­tes ent­ho­ben war. Zu­gleich kon­trol­lier­te Lo­thar I. En­de 841/An­fang 842 wei­te Tei­le des Rhein­lan­des in­klu­si­ve Köln, wo er ei­gen­mäch­tig ei­nen gleich­na­mi­gen neu­en Erz­bi­schof ein­setz­te.

Die Schwie­rig­keit in der Dis­kus­si­on um Hil­du­ins Iden­ti­tät er­gibt sich dar­aus, dass kein Quel­len­zeug­nis ex­pli­zit Hil­du­in von Saint-De­nis mit dem 842 er­nann­ten Erz­bi­schof iden­ti­fi­ziert. Was spricht al­so ge­gen, was für die Iden­ti­fi­zie­rung des Erz­bi­schofs mit dem frü­he­ren Abt? Wie oben an­ge­deu­tet, war sich die For­schung in die­sem Punkt nicht im­mer ei­nig. Da es kei­ne Quel­le gibt, wel­che die Iden­ti­tät des Ab­tes mit dem er­nann­ten Erz­bi­schof ein­deu­tig be­legt oder wi­der­legt, han­delt es sich um ei­nen In­di­zi­en­pro­zess – wenn auch ei­nen mit ei­ner recht kla­ren Ten­denz zur Iden­ti­tät bei­der Män­ner. Bei die­sem In­di­zi­en­pro­zess kommt es na­tür­lich auf die Quel­len­be­le­ge an. Zu­nächst ist wich­tig, dass es kei­ne Nach­richt über den Tod Hil­du­ins von Saint-De­nis gibt, was an­ge­sichts der sons­ti­gen Quel­len­la­ge die ein­zi­ge Mög­lich­keit wä­re, die Iden­ti­tät der bei­den Hil­dui­ne aus­zu­schlie­ßen. Auch das Ar­gu­ment, man wis­se aus den Quel­len we­nig über das Vor­le­ben des er­nann­ten Erz­bi­schofs lässt sich recht leicht ent­kräf­ten, denn die Be­le­ge für sei­ne Er­nen­nung sind vor al­lem ur­kund­lich. In die­sem Gen­re ist bei der Er­wäh­nung ei­ner Per­son nicht un­be­dingt ei­ne aus­führ­li­che­re Er­läu­te­rung ih­res Vor­le­bens zu er­war­ten. Hin­zu kommt, dass Hil­du­in von Saint-De­nis in schrift­kun­di­gen Krei­sen sei­ner Zeit be­kannt war. Er brauch­te al­so kei­ne aus­führ­li­che Vor­stel­lung, um als po­ten­ti­el­ler Erz­bi­schof plau­si­bel zu sein. Vie­les spricht hin­ge­gen für die Iden­ti­tät.

An­ge­sichts der Na­mens­gleich­heit und der Nä­he zu Lo­thar I. ist ei­ne Iden­ti­tät bei­der Hil­dui­ne deut­lich wahr­schein­li­cher. Lo­thar I. stat­te­te dem­nach sei­nen be­währ­ten An­hän­ger, der Saint-De­nis durch den Krieg ver­lo­ren hat­te, mit dem Köl­ner Erz­stuhl neu aus und ent­schä­dig­te ihn da­mit so­zu­sa­gen. Be­strei­tet man die Gleich­set­zung, hät­te Lo­thar die­sen eben­so ver­dien­ten wie für die Rol­le qua­li­fi­zier­ten Hil­du­in au­ßen vor ge­las­sen und ei­nen bis­her in den Quel­len gänz­lich un­be­kann­ten Mann, der zu­fäl­lig den glei­chen Na­men trug, als Erz­bi­schof in­stal­liert. Letz­te­res er­scheint nicht plau­si­bel, um­so we­ni­ger in ei­ner Zeit, in der die Loya­li­tät von An­hän­gern der ent­schei­den­de Macht­fak­tor für die strei­ten­den Er­ben Lud­wigs des From­men war. Und der er­nann­te Erz­bi­schof nahm ei­ne nicht un­wich­ti­ge Po­si­ti­on im Um­feld Lo­thars I. ein, in­dem er von 844 bis 855 als Erz­kanz­ler, al­so Lei­ter von Lo­thars Kanz­lei, be­legt ist. 855 ist hier­bei kein zu­fäl­li­ges Da­tum, son­dern mar­kiert das Ster­be­jahr Lo­thars I., wel­cher sich kurz vor sei­nem Tod in das Ei­fel­k­los­ter Prüm zu­rück­zog und dort als Mönch starb. Wahr­schein­lich hat Hil­du­in ihn nach Prüm be­glei­tet, dort den Kai­ser aber über­lebt; Nach­rich­ten über sei­nen Tod sind nicht über­lie­fert. Ein wei­te­res Ar­gu­ment für die Gleich­set­zung der bei­den Hil­dui­ne stammt von dem By­zan­ti­nis­ten Wer­ner Ohn­sor­ge: Es ist be­kannt, dass der er­nann­te Erz­bi­schof Hil­du­in als Ge­sand­ter di­plo­ma­ti­sche Kon­tak­te mit dem by­zan­ti­ni­schen Kai­ser­hof un­ter­hielt. Ohn­sor­ge ver­mu­tet, dass sich die­se Rol­le für Hil­du­in als „Kir­chen­fürs­t“ bes­ser aus­fül­len ließ, weil ihm die­ser Rang den di­plo­ma­ti­schen Ver­kehr mit By­zanz er­leich­ter­te. Die­se Über­le­gung er­scheint plau­si­bel. Be­rück­sich­tigt man zu­dem, dass für die Di­plo­ma­tie mit By­zanz gu­te Grie­chisch­kennt­nis­se er­for­der­lich wa­ren, über die der vor­ma­li­ge Abt Hil­du­in von Saint-De­nis ver­füg­te, er­gibt sich ins­ge­samt ein stim­mi­ges Bild. Von der Iden­ti­tät der bei­den Hil­dui­ne geht auch der wich­tigs­te jün­ge­re Bei­trag zum Le­ben Hil­du­ins von Saint-De­nis von Mi­cha­el La­pidge aus. Ein über­zeu­gen­des Ar­gu­ment, das ge­gen die­se Iden­ti­fi­zie­rung spricht, ge­ben die Quel­len nicht her. Viel­mehr soll­te al­so da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass es sich um die glei­che Per­son han­delt.  

Luftaufnahme der Abtei Prüm, 2015. (CC BY-SA 4.0 / Wolkenkratzer)

 

Aber wel­che Quel­len er­zäh­len ei­gent­lich vom Köl­ner Hil­du­in? Von spä­te­ren Fäl­schun­gen und Ver­fäl­schun­gen, wie sie vor al­lem bei den Ur­kun­den häu­fig vor­ka­men, ab­ge­se­hen, ken­nen wir Hil­du­in als Erz­bi­schof nur aus drei Kö­nigs­ur­kun­den, ei­nem An­na­len­ein­trag und ei­ner iso­liert ste­hen­den Fe­der­pro­be, die nur sei­nen Na­men nennt (sie­he Ab­bil­dung). Kei­ne die­ser Quel­len er­zählt et­was über Hil­du­ins Her­kunft oder sein Han­deln als Erz­bi­schof. In den An­na­les Co­lo­ni­en­ses bre­vis­si­mi, den „sehr kur­zen Köl­ner An­na­len“, hei­ßt es un­ter dem Jahr 842: Hil­du­i­nus ac­ce­pit epi­sco­pa­tum Co­lo­niae[3], al­so „Hil­du­in nahm das Köl­ner Bi­schofs­amt an“. In den Ur­kun­den er­scheint Hil­du­in in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen, aber die­se Text­gat­tung ist nicht der Ort, um sei­ne Le­bens­ge­schich­te zu er­zäh­len. In zwei der drei Ur­kun­den wird sein Ti­tel als Erz­bi­schof mit dem Zu­satz vo­ca­tus[4], al­so „ge­ru­fen“ oder „er­nann­t“ ver­se­hen, was auf die feh­len­de Bi­schofs­wei­he hin­weist. Die Quel­len­ba­sis ist al­so auch für die­se Zeit sehr dünn, und vor al­lem macht kei­ner der Tex­te ei­ne An­ga­be zum Vor­le­ben des er­nann­ten Erz­bi­schofs.

Geist­li­che Hand­lun­gen als er­nann­ter Erz­bi­schof sind für Hil­du­in nicht be­legt. Auch sei­ne feh­len­de Wei­he ist in der For­schung plau­si­bel er­klärt wor­den: Die Wei­he des Erz­bi­schofs hät­te un­ter Be­tei­li­gung der Suf­fra­ga­ne, al­so der sei­ner Diö­ze­se zu­ge­hö­ri­gen Bi­schö­fe, vor­ge­nom­men wer­den müs­sen, doch nur ein Teil der be­tref­fen­den Bis­tü­mer lag wäh­rend des Krie­ges in Lo­thars Ein­fluss­ge­walt, so­dass die Wei­he nicht zu­stan­de kam. Ab 850 ist mit Gunthar wie­der ein re­gu­lär ge­weih­ter Erz­bi­schof von Köln be­legt. Die Welt der ka­ro­lin­gi­schen Eli­te war al­ler­dings klein: Gunthar war ein Ver­wand­ter, ge­mäß Fried­rich Wil­helm Oedi­ger ein Nef­fe Hil­du­ins. Ohn­sor­ge nimmt an, dass Hil­du­in zu­guns­ten sei­nes Ver­wand­ten frei­wil­lig auf den Köl­ner Erz­stuhl ver­zich­tet hat. Ab­schlie­ßend kann zu­sätz­lich an­ge­merkt wer­den, dass man aus­schlie­ßen kann, dass es sich bei der Per­son na­mens Hil­du­in, die Karl der Kah­le 869 er­folg­los als Köl­ner Erz­bi­schof zu in­stal­lie­ren ver­such­te, um den­sel­ben Hil­du­in han­del­te, der vor 850 als er­nann­ter Erz­bi­schof in Köln am­tier­te: Die­ser wä­re zu die­sem Zeit­punkt zwi­schen 80 und 90 Jah­ren alt ge­we­sen und hat­te als treu­er Par­tei­gän­ger Lo­thars I. nie in der Gunst Karls des Kah­len ge­stan­den.

Die Ver­wir­rung um Hil­du­ins Iden­ti­tät, sei­ne Stel­lung als „er­nann­ter“ Erz­bi­schof von Köln und die Um­stän­de sei­nes Ein­tritts und Aus­schei­dens aus die­sem Amt sind Sym­pto­me ei­ner Zeit, in der po­li­tisch vie­les chao­tisch ver­lief. Die über­ge­ord­ne­te Ge­schich­te des Ka­ro­lin­ger­rei­ches bil­de­te sich in die­sen Wir­ren im Klei­nen in Köln ab. Auf die Pha­se des Reichs­auf­baus durch Karl den Gro­ßen war po­li­tisch kei­ne Kon­so­li­die­rung ge­folgt, son­dern ei­ne un­ru­hi­ge Pha­se un­ter Lud­wig dem From­men. Die un­ter Lud­wig an­ge­stau­ten Kon­flik­te bra­chen sich nach des­sen Tod Bahn und stürz­ten das Reich in ei­nen blu­ti­gen Kon­flikt, der die Ver­hält­nis­se in vie­ler­lei Hin­sicht nach­hal­tig durch­ein­an­der­brach­te. Das be­trifft nicht zu­letzt die geist­li­che Eli­te, von der ei­ne Rei­he mit Hil­du­in ver­gleich­ba­rer Fäl­le be­kannt sind, in de­nen ex­po­nier­te kirch­li­che Po­si­tio­nen zum Spiel­ball der strei­ten­den Kö­ni­ge wur­den. Hil­du­in hat kei­nen nach­hal­ti­gen Ein­fluss auf das Erz­bis­tum Köln ge­nom­men und we­der in der Stadt noch in der Über­lie­fe­rung wei­te­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Viel­mehr ist sein Auf­tre­ten der spe­zi­fi­sche Köl­ner Aus­druck des ka­ro­lin­gi­schen Brü­der­krie­ges von 840 bis 843.

Ungedruckte Quellen

Köln, Erz­bi­schöf­li­che Diö­ze­san- und Dom­bi­blio­thek, Co­dex 165, fol. 118v.

Gedruckte Quellen (Auswahl)

An­na­les Co­lo­ni­en­ses bre­vis­si­mi, hg. von Ge­org Hein­rich Pertz, in: MGH SS 1, Han­no­ver 1826, S. 97.

Die Ur­kun­den Lo­thars I. und Lo­thars II., hg. von Theo­dor Schief­fer (MGH DD Lo I. / DD Lo II.), Ber­lin/Zü­rich 1966. 
 
Die Ur­kun­den Lud­wigs II., hg. von Kon­rad Wan­ner (MGH DD Lu II.), Mün­chen 1994.

Die Re­ges­ten der Erz­bi­schö­fe von Köln, Band 1: 313-1099, be­ar­bei­tet von Fried­rich Wil­helm Oedi­ger, Bonn 1954-1961, Nach­druck Düs­sel­dorf 1978.
 
Rhei­ni­sches Ur­kun­den­buch, Bd. 1, hg. von Erich Wi­spling­hoff, Bonn 1972.

Literatur (Auswahl)

Heinz­le, Ge­org Fried­rich, Flam­men der Zwie­tracht. Deu­tun­gen des ka­ro­lin­gi­schen Brü­der­krie­ges im 9. Jahr­hun­dert, Köln 2020.

Heinz­le, Ge­org Fried­rich, Zwei­mal Hil­du­in? Über­le­gun­gen zur Iden­ti­tät des 842 er­nann­ten Köl­ner Erz­bi­schofs, in: Ge­schich­te in Köln 67 (2020), S. 37-58.

La­pidge, Mi­cha­el, Hil­du­in of Saint-De­nis. The Pas­sio S. Dio­ny­sii in Pro­se and Ver­se, Lei­den/Bos­ton 2017.

Oedi­ger, Fried­rich Wil­helm, Ge­schich­te des Erz­bis­tums Köln bis zum En­de des 12. Jahr­hun­derts, Band 1, 2. Auf­la­ge, Köln 1972.

Ohn­sor­ge, Wer­ner, Das Kai­ser­bünd­nis von 842-844 ge­gen die Sa­ra­ze­nen. In­halt und po­li­ti­sche Be­deu­tung des „Kai­ser­brie­fes aus St. De­nis“, in: Ar­chiv für Di­plo­ma­tik 1 (1955), S. 88-131.

Pa­r­i­sot, Ro­bert, Le royau­me de Lor­rai­ne sous les Ca­ro­lin­gi­ens (843-923), Pa­ris 1898.

Pöschl, Ar­nold, Der „vo­ca­tus epi­sco­pus“ der Ka­ro­lin­ger­zeit, in: Ar­chiv für ka­tho­li­sches Kir­chen­recht 97 (1917), S. 3-43.

Schrör, Mat­thi­as, Auf­stieg und Fall des Erz­bi­schofs Ebo von Reims, in: Be­cher, Mat­thi­as/Plass­mann, Al­he­ydis (Hg.), Streit am Hof im frü­hen Mit­tel­al­ter, Göt­tin­gen 2011, S. 203-222. 

Erwähnung Hilduins ("hilduinus") als Bischof ("episcopus") in einer Federprobe des 9. Jahrhunderts, umgedrehte Federprobe mit Markierung der Erwähnung, Codex 165, fol. 118v. (Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln)

 
Zitationshinweis

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Heinzle, Georg Friedrich, Hilduin, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/hilduin/DE-2086/lido/6a16a58d9834d4.88846635 (abgerufen am 20.07.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 17.06.2026