Otto Springorum

Bergassessor, Bergwerksunternehmer (1890-1955)

Axel Heimsoth (Essen)

Otto Springorum, Porträt, undatiert. (Montanhistorisches Dokumentationszentrum (montan.dok) beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum/Bergbau-Archiv Bochum/BBA 55/2804)

Ot­to Sprin­g­o­rum steht – wie sein Bru­der Fritz – im Schat­ten sei­nes be­rühm­ten Va­ters Fried­rich (1858-1938), der über Jahr­zehn­te als Ge­ne­ral­di­rek­tor er­folg­reich die Ei­sen- und Stahl­wer­ke Hoesch AG in Dort­mund lenk­te. Ot­to schlug an­ders als sein Va­ter ei­ne Kar­rie­re im Berg­bau ein. Er war lang­jäh­ri­ger Di­rek­tor der Es­se­ner Ze­che Zoll­ver­ein und stieg in der Gel­sen­kir­che­ner Berg­werks-AG (GBAG) bis zum Vor­stands­vor­sit­zen­den auf.

Ot­to Sprin­g­o­rums El­tern wa­ren der Stahl- und Berg­bau­in­dus­tri­el­le Fried­rich Sprin­g­o­rum und Lui­se Wen­ker (1859-1911), die aus ei­ner lip­pi­schen Kauf­manns­fa­mi­lie stamm­te. Die Fa­mi­lie war evan­ge­li­schen Glau­bens. Fried­rich Sprin­g­o­rum war ei­ne der zen­tra­len Un­ter­neh­mer­per­sön­lich­kei­ten im Ruhr­ge­biet, so­wohl im Deut­schen Kai­ser­reich, der Wei­ma­rer Re­pu­blik als auch im NS-Re­gime. Sei­ne Po­si­ti­on als Ge­ne­ral­di­rek­tor der Hoesch AG in Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner Äm­ter­häu­fung in der rhei­nisch-west­fä­li­schen Schwer­in­dus­trie und Ver­bands­we­sen ver­hal­fen ihm zu gro­ßen wirt­schaft­li­chen Ein­fluss, den er auch pu­bli­zis­tisch zu nut­zen wuss­te. Bei­de Söh­ne Sprin­g­o­rums stan­den in sei­nem Schat­ten. Auch die mo­der­ne For­schung be­schäf­tigt sich vor al­lem mit Fried­rich Sprin­g­o­rum, der als Mit­glied der Ruhr­la­de, ei­ner Ver­ei­ni­gung der ein­fluss­reichs­ten Un­ter­neh­mer der Ei­sen- und Koh­len­in­dus­trie im Ruhr­ge­biet, über ei­ne be­trächt­li­che Macht ver­füg­te. 

Sein Sohn, Ot­to Fritz Ernst Sprin­g­o­rum, wur­de am 8.11.1890 in (Duis­burg-) Laar ge­bo­ren. Sein vier Jah­re äl­te­rer Bru­der Fritz (ei­gent­lich Fried­rich, 1886-1942) soll­te als Ma­na­ger im Hoesch-Kon­zern sei­nes Va­ters Fuß fas­sen. Ot­to be­such­te die Lau­en­bur­gi­sche Ge­lehr­ten­schu­le (ein Gym­na­si­um) in Rat­ze­burg und schlug ei­ne Kar­rie­re im Stein­koh­len­berg­bau ein. Sei­ne ers­te Schicht als Berg­bau­be­flis­se­ner hat­te er 1909. Im An­schluss stu­dier­te er an der Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen und der Rhei­nisch-West­fä­li­schen Tech­ni­schen Hoch­schu­le Aa­chen. 1913 leg­te er die Berg­re­fe­ren­dar­prü­fung am Ober­berg­amt Dort­mund ab. Al­le wei­te­ren be­ruf­li­chen Am­bi­tio­nen ließ er im Au­gust 1914 mit Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs ru­hen. Er dien­te im Hal­ber­städ­ter Küras­sier Re­gi­ment Nr. 7, wel­ches 1914 zu­nächst in Bel­gi­en, dann – noch im glei­chen Jahr – an der Ost­front (Rus­sisch-Po­len, Bal­ti­kum und Ru­mä­ni­en) und ab 1917 wie­der an der West­front (Bel­gi­en und Loth­rin­gen) zum Ein­satz kam. Sprin­g­o­rum nahm an al­len Ver­le­gun­gen sei­ner Ein­heit und den Ge­fech­ten teil. Am Kriegs­en­de 1918 wur­de er als Leut­nant der Re­ser­ve hoch­de­ko­riert (1914: Ei­ser­nes Kreuz 2. Klas­se und 1918: EK 1. Klas­se) ent­las­sen. Im glei­chen Jahr hei­ra­te­te er Il­se Bech­stein (1897-1987). Sie stamm­te aus ei­ner be­kann­ten Fa­mi­lie von Kla­vier­bau­ern in Ber­lin. Ihr Va­ter Carl Fried­rich Bech­stein (1860-1931) war Pia­no­bau­er. Aus der Ehe gin­gen drei Söh­ne (Jür­gen, 1919-1978, Die­ter, 1922-1945, Carl-Ul­rich, 1926-1945) und ei­ne Toch­ter (Ma­ri­ta, geb. 1928) her­vor. Be­ruf­lich ar­bei­te­te Ot­to Sprin­g­o­rum nach dem Kriegs­en­de wie­der im Berg­bau­sek­tor. Nach sei­ner Er­nen­nung zum Ber­g­as­ses­sor am 16.11.1920 trat er im fol­gen­den Jahr aus dem Staats­dienst aus und wand­te sich der Pri­vat­wirt­schaft zu. 

 

Bei der GBAG fing er 1921 als „tech­ni­scher Hilfs­ar­bei­ter“ auf den Ze­chen Zol­lern und Ger­ma­nia an. Sei­ne be­ruf­li­che Kar­rie­re fand in­ner­halb der GBAG statt und er blieb dem Un­ter­neh­men bis zum Le­bens­en­de ver­bun­den. 1929 wur­de er zum Berg­werks­di­rek­tor er­nannt und über­nahm die Lei­tung der Ze­che Zoll­ver­ein, die mit ih­rem 1931 er­rich­te­ten Dop­pel­bock-För­der­ge­rüst auf Schacht XII im Es­se­ner Stadt­teil Ka­tern­berg liegt. Der Ma­na­ger bau­te sie in den fol­gen­den Jah­ren wei­ter aus. Pro­ble­me be­rei­te­ten ihm der Koh­le­ab­satz im Zu­ge der Welt­wirt­schafts­kri­se (ab 1929). Die För­de­rung auf Zoll­ver­ein, Schacht XII konn­te Sprin­g­o­rum am 1.2.1932 in Be­trieb neh­men.[1] Mit För­der­be­ginn wur­den die an­de­ren Ta­ges­schäch­te des Berg­werks Zoll­ver­ein ein­ge­stellt. Die An­la­ge war mit dem Ziel der in­dus­tri­el­len Hoch­leis­tung mit­tels (weit­ge­hen­der) au­to­ma­ti­sier­ter Ar­beits­ab­läu­fe von der GBAG op­ti­miert wor­den und galt zu die­sem Zeit­punkt als mo­derns­te Schacht­an­la­ge des Ruhr­ge­biets.

Zeche Zollverein, Kohlenwäsche, Essen, 1932, Foto: Anton Meinholz. (Fotoarchiv Ruhr Museum)

 

In die­sem Zeit­raum muss der Ma­na­ger die Ent­schei­dung ge­fällt ha­ben, sich von ei­nem Ma­ler por­trai­tie­ren las­sen. Viel­leicht hing die­ser Ent­schluss mit sei­ner Er­nen­nung zum Di­rek­tor der Ze­che Zoll­ver­ein zu­sam­men. Sprin­g­o­rum be­auf­trag­te den be­kann­ten Künst­ler Jo­sef Ur­bach, der ei­ne Pro­fes­sur für Ma­le­rei an der Folk­wangschu­le für Ge­stal­tung in Es­sen in­ne­hat­te. Ur­bach ge­hör­te 1919 zu den Mit­be­grün­dern der ex­pres­sio­nis­ti­schen Künst­ler­ver­ei­ni­gung „Das jun­ge Rhein­lan­d“ und ein Jahr spä­ter zum „Wei­ßen Rei­ter“, („Jungrhei­ni­scher Bund für kul­tu­rel­le Er­neue­run­g“). En­de der 1920er Jah­re wand­te er sich sti­lis­tisch der Neu­en Sach­lich­keit zu. In die­ser Pha­se rea­li­sier­te Ur­bach das Ge­mäl­de „Ot­to Sprin­g­o­rum“. Er schuf ein Drei­vier­tel­por­trait, wel­ches kühl und sach­lich wirkt. Sprin­g­o­rum ließ sich oh­ne Eh­ren­zei­chen und Ac­ces­soires, wie es auf­grund sei­ner be­ruf­li­chen Stel­lung mög­lich ge­we­sen wä­re, por­trai­tie­ren. Al­lein sein mar­kan­ter „Schmis­s“ ist un­ge­wöhn­lich. Es han­delt sich um ein An­denken an sei­ne Stu­den­ten­zeit in der schla­gen­den Ver­bin­dung im Corps Rhen­a­nia Tü­bin­gen. Den Be­trach­ten­den fal­len auf den ers­ten Blick auch Sprin­g­o­rums Au­gen auf. Der fes­te Blick, so legt es die Bild­in­ter­pre­ta­ti­on na­he, scheint für ein ent­schlos­se­nes Han­deln als Ma­na­ger zu ste­hen. 

Die GBAG fu­sio­nier­te 1933 im Rah­men ei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Um­struk­tu­rie­rung mit der Ver­ei­nig­ten Stahl­wer­ke AG. Im neu­en Kon­zern wur­de Sprin­g­o­rum 1936 Vor­stands­mit­glied der für die Stein­koh­len­ze­chen zu­stän­di­gen gleich­na­mi­gen Toch­ter­ge­sell­schaft GBAG. Ein Jahr spä­ter kam es zu ei­ner Re­struk­tu­rie­rung des ge­sam­ten Un­ter­neh­mens. Die Berg­wer­ke wur­den im Ruhr­ge­biet zu so­ge­nann­ten Grup­pen zu­sam­men­ge­fasst. Die Lei­tung der Grup­pe Dort­mund über­nahm Sprin­g­o­rum von Ernst Bran­di (1875-1937). Er war nun für acht ak­ti­ve Schacht­an­la­gen ver­ant­wort­lich. Par­al­lel ließ er sich in zahl­rei­che Un­ter­neh­men und Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men als Vor­sit­zen­der oder Mit­glied hin­ein­wäh­len. Ei­ne sei­ner Ver­pflich­tun­gen war die Em­scher­ge­nos­sen­schaft, in der er ab 1929 als De­le­gier­ter sei­nes Un­ter­neh­mens ver­tre­ten war. Schwer ab­zu­schät­zen ist, wel­che Macht er durch die zahl­rei­chen Äm­ter und die dar­aus mög­li­chen Wech­sel­be­zie­hun­gen aus­üb­te.

Ot­to Sprin­g­o­rum trat zum 1.5.1937 (Tag der Ar­beit) der Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deut­schen Ar­bei­ter­par­tei (NS­DAP) und wei­te­rer NS-Or­ga­ni­sa­tio­nen (Deut­sche Ar­beits­front, Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Volks­wohl­fahrt) bei. 1938 wur­de er Mit­glied der Deut­schen Jä­ger­schaft. Am 31.3.1942 be­rich­te­te die Köl­ni­sche Zei­tung von Ver­wal­tungs­än­de­run­gen bei der Ver­ei­nig­ten Stahl­werk AG: Das Vor­stands­mit­glied und Lei­ter der Berg­bau­grup­pe Dort­mund der GBAG, Ot­to Sprin­g­o­rum, sei nun zum Vor­sit­zen­den des Vor­stands des Un­ter­neh­mens und gleich­zei­tig zum Mit­glied des Vor­stands der Ver­ei­nig­ten Stahl­wer­ke AG be­för­dert wor­den. Pri­vat leb­te der Ma­na­ger in Dort­mund.

Otto Springorum, Porträtgemälde von Josef Urbach, um 1930, Foto: Christoph Sebastian. (Ruhr Museum Essen)

 

Im Zwei­ten Welt­krieg war Sprin­g­o­rum mit­ver­ant­wort­lich für die Be­schäf­ti­gung von Aus­län­dern und Zwangs­ar­bei­tern bei der GBAG. Be­son­ders so­wje­ti­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne muss­ten un­ter men­schen­un­wür­di­gen Be­din­gun­gen in sei­nen Berg­wer­ken un­ter wie über Ta­ge ar­bei­ten. Wäh­rend des Kriegs ließ sich Sprin­g­o­rum für Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tun­gen der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ge­win­nen. Er hielt im März 1944 ei­ne Re­de in sei­ner Ge­burts­stadt im Rah­men ei­ner „Gro­ßkund­ge­bung der Orts­grup­pe Duis­burg-Ruhr­ort-Laar der NS­DA­P“. An­ders als wei­te­re Teil­neh­mer scheint er we­ni­ger ideo­lo­gi­sche State­ments und „Durch­hal­te­pa­ro­len“ ab­ge­ge­ben zu ha­ben. Statt­des­sen hob er die tech­ni­schen Fort­schrit­te im Berg­bau her­vor. Zum The­ma „Zwangs- und Fremd­ar­bei­ter“ stell­te er fest: […] daß un­se­re Knap­pen vor al­lem auch bei der An­ler­nung und Lei­tung der aus­län­di­schen Ar­beits­kräf­te ih­ren Mann ste­hen.[2] Deut­lich wird, dass er – trotz der man­gel­haf­ten Ver­sor­gung mit Le­bens­mit­teln und Klei­dung be­dingt durch die Kriegs­si­tua­ti­on – die ma­xi­ma­le Leis­tung sei­ner Be­leg­schaft ein­for­der­te.

Die Al­li­ier­ten ver­haf­te­ten Ot­to Sprin­g­o­rum kurz nach Kriegs­en­de am 6.9.1945. Sie in­ter­nier­ten ihn als „NS-be­las­te­t“ für zwei Jah­re im La­ger Stau­müh­le bei Reck­ling­hau­sen. Nach sei­ner Ent­las­sung am 6.4.1947 kehr­te er als Vor­stands­vor­sit­zen­der zur GBAG zu­rück und ver­hin­der­te in den fol­gen­den Jah­ren ei­ne Zer­schla­gung sei­nes Berg­werks­un­ter­neh­mens. Die al­li­ier­ten Sie­ger­mäch­te hat­ten ei­ne Ent­flech­tung und Neu­ord­nung der Mon­tan­in­dus­trie an­ge­strebt. Der Ma­na­ger bau­te die För­der­leis­tung an Koh­len aus, so dass die GBAG 1954/55 wie­der den Stand aus der Vor­kriegs­zeit (1936) er­reich­te. Par­al­lel zu sei­ner Haft­ent­las­tung (1947) ar­bei­te­te er er­folg­reich an sei­ner Re­ha­bi­li­tie­rung. Er führ­te 1949 vor dem „Be­ru­fungs-Ent­na­zi­fi­zie­rungs-Un­ter­su­chungs­aus­schuß Koh­len­berg­bau“ in Es­sen ei­ne Rei­he von Zeu­gen an, die be­stä­tig­ten, er sei le­dig­lich no­mi­nel­les Par­tei­mit­glied ge­we­sen. […] Trotz sei­ner for­ma­len Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit hat er nie die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gie ver­tre­ten.[3] 

Jubilarfeier der Gruppe Dortmund mit Otto Springorum (stehend) im Restaurant Kronenburg, Dortmund, 1938. (Montanhistorisches Dokumentationszentrum (montan.dok) beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum/Bergbau-Archiv Bochum/ BBA 47/714)

 

Die Berg­aka­de­mie Claus­thal ver­lieh Sprin­g­o­rum 1950 an­läss­lich sei­nes 60. Ge­burts­ta­ges den Eh­ren­dok­tor für In­ge­nieur­we­sen. Sei­ne ehe­ma­li­ge Uni­ver­si­tät, die RWTH Aa­chen, er­nann­te ihn im glei­chen Jahr zum Eh­ren­bür­ger. Als pro­mi­nen­ter Berg­werks­ma­na­ger folg­te er 1954 ei­ner Ein­la­dung und zum Stein­koh­len­tag, ei­nem Tref­fen des Ge­samt­ver­bands der Stein­koh­le­för­de­rer. Er hielt in sei­ner Funk­ti­on als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Un­ter­neh­mens­ver­bands Ruhr­berg­bau den Vor­trag „Vor wel­chen Auf­ga­ben steht un­ser Stein­koh­len­berg­bau?“ Sei­ne Aus­füh­run­gen fie­len in die Pha­se der höchs­ten För­der­ka­pa­zi­tä­ten im deut­schen Stein­koh­le­berg­bau. Die kom­men­de Koh­len­kri­se im Berg­bau (1958) er­leb­te er al­ler­dings nicht mehr.

In der Nach­kriegs­zeit en­ga­gier­te sich Sprin­g­o­rum für die Kul­tur. 1949 ge­hör­te er zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der „Ge­sell­schaft der Freun­de von Bay­reu­th“. Die Ge­sell­schaft konn­te schnell grö­ße­re Geld­be­trä­ge ak­qui­rie­ren, so dass die Bay­reu­ther Fest­spie­le von 1951 fi­nan­zi­ell ge­si­chert wa­ren. Sprin­g­o­rum ge­hör­te zu den För­de­rern des Mu­se­um Folk­wang in Es­sen. Be­legt sind sei­ne Kon­tak­te zur Folk­wangschu­le für Ge­stal­tung in der Vor­kriegs­zeit. Wie der Kon­takt zum Bild­hau­er Jean Spren­ger zu­stan­de kam ist un­be­kannt: Spren­ger schuf An­fang der 1950er Jah­re ei­ne Bron­ze­büs­te von Sprin­g­o­rum, die sich als Ab­bil­dung in der Pu­bli­ka­ti­on „‚Kraft­werk Sprin­g­o­rum‘ der Gel­sen­kir­che­ner Berg­werks-Ak­ti­en-Ge­sell­schaf­t“ wie­der­fin­det. Spren­ger zeigt den Ma­na­ger als ei­ne erns­te, sach­li­che Per­sön­lich­keit.

Gruppenaufnahme mit Otto Springorum (2. von rechts), 1952. (Montanhistorisches Dokumentationszentrum (montan.dok) beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum/Bergbau-Archiv Bochum/BBA 41/9329)

 

Sprin­g­o­rum ver­starb am 8.4.1955 in Ven­ne bei Sen­den in West­fa­len. Hoch­ran­gi­ge Ver­tre­ter aus Po­li­tik und Wirt­schaft wür­dig­ten sei­ne Leis­tun­gen bei der Be­er­di­gung. Der Es­se­ner Ober­bür­ger­meis­ter Hans Tous­saint (1902-1977) hob sei­ne Un­ter­stüt­zung des Mu­se­ums Folk­wang in sei­ner Trau­er­re­de lo­bend her­vor­hob. Ihm zu Eh­ren wur­de 1964 das sechs Jah­re zu­vor er­rich­te­te Kraft­werk Prinz-Re­gent-Nord in Bo­chum-Weit­mar in „Kraft­werk Sprin­g­o­rum“ um­be­nannt.

Quellen

Lan­des­ar­chiv NRW, Abt. Rhein­land, NW 1.037 B I-12.230, SZ, 14.4.1955 [Ent­na­zi­fi­zie­rungs­ak­te].

Neue Ent­las­sun­gen beim Zoll­ver­ein?, in: Es­se­ner Volks­zei­tung Nr. 176, 27.6.1930. Koh­le­ho­bel hilft dem Berg­mann…/ Ge­ne­ral­di­rek­tor Sprin­g­o­rum sprach über Berg­manns­ar­beit, in: Ge­ne­ral-An­zei­ger für das rhei­nisch-west­fä­li­sche In­dus­trie­ge­biet und das west­li­che Müns­ter­land. Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger Nr. 80, 21.3.1944.

Sprin­g­o­rum, Ot­to, Vor wel­chen Auf­ga­ben steht un­ser Stein­koh­len­berg­bau?, in: Glück­auf 90 (1954), S. 1380–1386.

Sprin­g­o­rum, Ot­to, Der Stein­koh­len­berg­bau vor gro­ßen Auf­ga­ben, Deut­sche In­dus­trie­ver­lags-Ge­sell­schaft, Mün­chen 1954.

Ver­ei­nig­te Stahl­wer­ke AG. Ver­wal­tungs­än­de­run­gen bei Gel­sen­kir­chen, in: Köl­ni­sche Zei­tung Nr. 166, 31.3.1942. 

Literatur

Busch, Wil­helm, F. Schupp, M. Krem­mer. Berg­bau­ar­chi­tek­tur 1919-1974 (Lan­des­kon­ser­va­tor Rhein­land, Ar­beits­heft 13), Köln 1980.

El­ler­brock, Karl-Pe­ter, Fried­rich Sprin­g­o­rum, in: Neue Deut­sche Bio­gra­phie, Band 24 (2010), S. 763-764.

Gan­ze­lew­ski, Mi­cha­el und Rai­ner Slot­ta, Die Denk­mal-Land­schaft „Ze­che Zoll­ver­ein“. Ei­ne Stein­koh­len­ze­che als Welt­kul­tur­er­be?! Bo­chum 1999.

Heim­soth, Axel, Der Ma­na­ger Ot­to Sprin­g­o­rum und sein Ma­ler Jo­sef Ur­bach, in: Der An­schnitt 76 (2024), Heft 5-6, S. 261-263.

„Kraft­werk Sprin­g­o­rum“ der Gel­sen­kir­che­ner Berg­werks-Ak­ti­en-Ge­sell­schaft, Es­sen 1955.

Ot­to Sprin­g­o­rum, in: Der Spie­gel Nr. 16, 13.4.1954.

Un­ver­ferth, Ga­brie­le, Ot­to Sprin­g­o­rum, in: Neue Deut­sche Bio­gra­phie, Band 24 (2010), S. 765.

Wim­mel­mann, Al­fred, Ot­to Sprin­g­o­rum, in: Glück­auf 91 (1955), S. 615f. 

Otto Springorum, Bronzebüste von Jean Sprenger, 1950-1955, aus: Kraftwerk Springorum‘ der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft, Gelsenkirchen 1961. (Privatbesitz)

 
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Heimsoth, Axel, Otto Springorum, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/otto-springorum/DE-2086/lido/698b2aa7509e65.71016514 (abgerufen am 05.03.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 10.02.2026, zuletzt geändert am 23.02.2026