Biographie Jacob Venedey Jacob Venedey zählte über mehrere Jahrzehnte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der demokratisch-liberalen Bewegung in Deutschland. In Köln geboren und aufgewachsen, setzte er sich als Schriftsteller seit den 1820er Jahren für die Schaffung eines geeinten, parlamentarisch regierten deutschen Nationalstaates ein, dessen Legitimation auf dem Prinzip der Volkssouveränität beruhen sollte.
Biographie Familie Boch Die aus Lothringen (Audun-le-Tiche) stammende Familie Boch baute ein weltweit führendes Unternehmen auf, das hauptsächlich Geschirr, Fliesen und Sanitärkeramik produziert und vertreibt. Mit dem Erwerb der säkularisierten Benediktinerabtei St. Peter in Mettlach im Jahre 1809 fasste sie Fuß an der Saar. Die ehemalige Abtei beherbergte bis weit ins 20. Jahrhundert den Hauptsitz des Unternehmens beziehungsweise die Konzernzentrale. Im ehemaligen Klostergarten befindet sich auch die Familiengruft.
Biographie Julius Bachem Julius Bachem war ein Jurist, Journalist und katholischer Politiker im Deutschen Reich. Nach dem Jurastudium absolvierte er eine journalistische Ausbildung, trat 1875 in die Politik ein und schloss sich der katholischen Zentrumspartei an. Er galt bald als ein wichtiger Vermittler zwischen Partei und Presse. Seine gemäßigte Haltung im Ersten Weltkrieg brachte ihn in den Gegensatz zu seinem Verleger und Arbeitgeber, der eine nationalistische Kriegszielpolitik befürwortete und Vertreter einer expansiven deutschen Außenpolitik war.
Biographie Hermann Heinrich Becker Hermann Heinrich Becker gehörte zu den populären Protagonisten der demokratischen Bewegung des Vormärz und der Revolution 1848/1849. Bereits während seiner Schulzeit wurde er wegen seiner auffallenden Haar- und Bartfarbe „roter Becker" gerufen. Später wurde dieser Beinamen auch auf seine sozialrevolutionären Gesinnung übertragen. In seinem Amt als Oberbürgermeister von Köln schuf Hermann Heinrich Becker ab 1875 wesentliche Voraussetzungen für die Erweiterung und Modernisierung des Kölner Stadtgebietes im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Biographie Franz Brandts Franz Brandts zählt zu jenen rheinischen Unternehmern, die eine Antwort auf die mit der Industrialisierung verbundenen sozialen Problemen suchten. In seiner Textilfirma begann er in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts mit vorbildlichen sozialen Einrichtungen. Der von ihm 1890 mitgegründete „Volksverein für das katholische Deutschland" wurde mit seiner Unterstützung mit schließlich 800.000 Mitgliedern zu einer Massenorganisation, deren Ziel es war, die Arbeiter mündig zu machen, ihre Rechte zu sichern und soziale Reformen durchzusetzen.
Biographie Familie Neusser Seit 1801, als Peter Neusser in die 1725 gegründete Bonner Hofbuchdruckerei einheiratete, hat in ununterbrochener Folge ein Mitglied der Familie an der Spitze der Firma gestanden. Die Konzentration auf die Region und das Zeitungsgeschäft machte das Haus Neusser zum heute ältesten Familienunternehmen im IHK-Bezirk Bonn.
Biographie Fritz Henkel Der Unternehmer Fritz Henkel legte den Grundstein zu einer der ältesten und bedeutendsten Markenartikelfirmen Deutschlands. 1876 gegründet, hat die Firma Henkel seit 1878 ihren Sitz in Düsseldorf. Die Entwicklung von Persil, des ersten „selbsttätigen" Waschmittels, im Jahre 1907 erwies sich als Wegbereiter für den Aufstieg zum internationalen Chemiekonzern, der sich bis heute mehrheitlich in Familienhand befindet. Neben unternehmerischem Geschick steht der Name Fritz Henkel auch für eine innovative und verbraucherorientierte Produktpolitik.
Biographie Friedrich Engels Der Sohn eines vermögenden Textilfabrikanten und Freund von Karl Marx gilt als Mitbegründer des so genannten wissenschaftlichen Sozialismus. Er beteiligte sich aktiv an der Revolution von 1848, wurde von der preußischen Polizei steckbrieflich gesucht und verbrachte den größten Teil seines Lebens in England. Als unfreiwilliger „Säulenheiliger" sozialistischer Utopie hat er immer wieder Anlass zum politischen Verdruss geboten, noch 1981 gelegentlich der Aufstellung des Engels-Denkmals in Wuppertal.
Biographie Engelbert Humperdinck Mit der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ schuf Engelbert Humperdinck eine der populärsten und bis heute meistaufgeführten Opern. Es gelang ihm, nicht nur in diesem Werk eingängige Melodien mit einem kontrapunktisch dichten Satz und spätromantischer Orchestrierungskunst und Harmonik zu verknüpfen. Humperdincks „Erfolgsgeheimnis“ war es, in seiner melodischen Erfindung an die Natürlichkeit und Volkstümlichkeit, wie sie aus Wolfgang Amadeus Mozarts (1756–1971) „Zauberflöte“, Carl Maria von Webers (1786–1826) „Freischütz“ oder den Spielopern Albert Lortzings (1801–1851) bekannt sind, anzuknüpfen. In Kombination mit den anderen genannten Stilmerkmalen konnte er so eine eigenständige Opernkonzeption nach Richard Wagner (1813–1883) entwickeln, an die schließlich Richard Strauss (1864–1949) anknüpfen konnte.
Biographie Eduard Hartstein Eduard Hartstein war ein aus Sachsen stammender Agronom, Gutsverwalter und Pädagoge, der maßgeblich am Aufstieg der Landwirtschaftlichen Akademie in Poppelsdorf (heute Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn) zu einem Zentrum agrarwissenschaftlicher Forschung und Lehre beteiligt war. Eduard Hartstein wurde am 29.7.1823 als Sohn des Gerichtsrats Johann August Hartstein und dessen Ehefrau Auguste Wilhelmine König im sächsischen Pretzsch (heute Stadt Bad Schmiedeberg) geboren. Er war evangelischer Konfession. Seine schulische Ausbildung lag zunächst in den Händen eines Privatlehrers. Ab 1836 besuchte Hartstein das Gymnasium in Wittenberg und wechselte im Herbst 1837 auf die renommierte Königliche Landesschule in Schulpforta. Eine schwere Augenkrankheit zwang ihn im Jahr 1840 jedoch zum vorzeitigen Verlassen der Anstalt.