Biographie Willi Schwarz „Vorbild an Einfallsreichtum“, „Arbeitstier“ im unermüdlichen Einsatz, dabei sich stets im Hintergrund haltend – so beschreiben Mitstreiter und Zeitgenossen Willi Schwarz. Als langjähriger Vizepräsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB NRW), Verwaltungsdirektor der Deutschen Sporthochschule Köln und als Vorstandsmitglied in diversen Vereinen und Verbänden prägte dieser nachhaltig den Wiederaufbau und die Entwicklung von Turnen und Sport im Nachkriegsdeutschland.
Biographie Hugo Grömmer Hugo Grömmer entstammte einem sozialdemokratischen Elternhaus und war bereits mit jungen Jahren eng im proletarischen Sozialmilieu vernetzt. Als langjähriges SPD-Mitglied, engagierter Arbeitersportler und Redakteur verschiedener Arbeiter(sport)zeitungen geriet Grömmer bereits im Frühjahr 1933 in den Fokus des NS-Verfolgungsapparates. In der Nachkriegszeit avancierte Grömmer zu einer zentralen Persönlichkeit für den Aufbau eines demokratischen Sportwesens auf Landes- und Bundesebene.
Biographie Änne Kaufmann Anna Auguste (Änne, auch Aenne) Kaufmann zählt zu den „Pionierinnen im Pfarramt“. Von der Theologie Karl Barths geprägt und zeitlebens an den Barmer Thesen von 1934 orientiert, empfand sie sich selbst keineswegs als Feministin oder Frauenrechtlerin. Dennoch steht sie exemplarisch für die Erfahrungen der ersten Generation von Theologinnen, die bis in die 1970er Jahre hinein für die volle berufliche Gleichberechtigung in der Kirche kämpfen musste.
Biographie Zvi Asaria (Hermann Helfgott) Zvi Asaria (bis 1948: Hermann Helfgott) war ein Rabbiner, der in den 1950er Jahren als geistiges Oberhaupt der Kölner Synagogengemeinde das rheinische Judentum der Nachkriegszeit geprägt hat und einen erheblichen Anteil am Wiederaufbau der zerstörten Kölner Gemeinde nach dem Holocaust hatte. Als Gemeinderabbiner in Köln und später als Landesrabbiner von Niedersachsen half er nicht nur die zerstörten Gemeinden wiederaufzubauen, sondern auch durch sein öffentliches Mahnen, die Erinnerung an den Holocaust in der deutschen Gesellschaft zu verankern.
Biographie Willi Weyer Wilhelm Friedrich Ludwig („Willi“) Weyer war seit Mitte der 1950er Jahre für zwei Jahrzehnte einer der einflussreichsten nordrhein-westfälischen Landespolitiker, der auch bundespolitisch großes Gewicht besaß und zwischen 1957 und 1987 überdies an der Spitze der Sport-Dachverbände in Nordrhein-Westfalen und in der Bundesrepublik stand.
Biographie Ernst Schwering Ernst Schwering war Politiker und Kölner Oberbürgermeister. Zwar gehört er mit einer gewissen Stellung zwischen Konrad Adenauer und dem äußerst populären Theo Burauen nicht zu den bekannteren Kölner Oberbürgermeistern, die kommunale Aufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg prägte Schwering jedoch maßgeblich mit. Auch über das insbesondere in Kunst und Kultur geförderte Köln hinaus entfaltete Schwering politisches Gewicht, etwa als Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland sowie als Präsident des Deutschen Städtetages.
Biographie Walter Lipgens Walter Lipgens war ein rheinischer Katholik, der sich als Historiker katholischer Kirchenfürsten im Erzbistum Köln profilierte und zum Pionier der Geschichtsschreibung der europäischen Einigung wurde.
Biographie Hermann Reusch Der im konservativen Milieu des Ruhrbergbaus während des Kaiserreichs und der Weimarer Republik sozialisierte Bergassessor Hermann Reusch verkörperte wie sein Vater Paul Reusch den typischen Herr-im-Hause-Standpunkt der alten Ruhrindustrie und zeichnete sich vor allem durch seine enge Bindung an die Gutehoffnungshütte (GHH) in Oberhausen und ihre Eigentümerfamilie Haniel aus. Wie nur wenige Industrielle verkörperte er nach 1945 die ablehnende Haltung der Branche gegenüber der alliierten Entflechtung und der 1951 eingeführten Montanmitbestimmung.
Biographie Karl Dietrich Bracher Der Name Karl Dietrich Bracher ist untrennbar verbunden mit der Gründung des Seminars für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1959 wurde der Althistoriker dessen erster Lehrstuhlinhaber. Die Konstituierung der Politikwissenschaft in Bonn, ihre Ausgestaltung und Profilierung ist somit maßgeblich auf sein Wirken zurückzuführen. Generationenspezifische Lebenserfahrungen, das persönliche Erleben von Diktatur, Krieg, Wiederaufbau und Neubeginn spiegeln sich in seiner wissenschaftlichen Biographie wider.
Biographie Amélie Thyssen Als Erbin ihres 1951 verstorbenen Ehemanns Fritz Thyssen galt Amélie Thyssen im Stahlboom der 1950er Jahre als die reichste Frau Westdeutschlands. Überraschend stiftete sie 1960 die Hälfte ihres industriellen Vermögens für einen gemeinnützigen Zweck: Mit ihrer Tochter Anita (1909-1990) errichtete sie die erste große private Stiftung zur Wissenschaftsförderung in der Bundesrepublik – die dem Andenken an ihren Mann gewidmete „Fritz Thyssen Stiftung“.