Epoche 1609 bis 1794 - Vom jülisch-klevischen Erbfolgestreit bis zum Ende des Ancien Regime Der kinderlose Tod Herzog Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg (Regentschaft 1592-1609) am 25.3.1609 löste einen Streit um sein Erbe aus, in dem machtpolitische, konfessionelle und dynastische Interessen der führenden europäischen Staaten aufeinander stießen. Während der Kaiser eine Schiedsrichterrolle beanspruchte und die Festung Jülich besetzen ließ, setzten sich die lutherischen Fürsten Johann Sigismund von Brandenburg (Regentschaft 1608-1619) und Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, ohne eine rechtliche Entscheidung abzuwarten, in den Besitz der Territorien.
Thema Die Bevölkerungsentwicklung Bonns im 18. Jahrhundert Bonns Vergangenheit als Hauptstadt der jungen Bundesrepublik ist noch allenthalben präsent. Die Stadt war aber bereits einmal Hauptstadt: im Kurfürstentum Köln vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zu dessen Auflösung in französischer Zeit. Seit dem Mittelalter, vornehmlich seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, fungierte die Stadt zunehmend als Residenz für die aus ihrer Kathedral- und Hauptstadt Köln verdrängten Erzbischöfe und Kurfürsten. 1597 verlegte Kurfürst Ferdinand von Bayern die kurkölnische Landesregierung von Brühl nach Bonn und nahm selbst ab 1601 Residenz im Bonner Schloss. Seitdem residierten die Kölner Kurfürsten kontinuierlich in ihrer Haupt- und Residenzstadt Bonn. Als der letzte Kurfürst Max Franz vor den französischen Revolutionstruppen am 3.10.1794 floh, endete Bonns erste Zeit als Haupt- und Residenzstadt.
Biographie Maximilian Friedrich von Königsegg Zum Zeitpunkt des Todes von Erzbischof Clemens August stand die bayrische Linie der Wittelsbacher vor dem Aussterben, sein Neffe Kurfürst Maximilian III. Joseph (1727-1777) war der letzte männliche Vertreter. Nach fast zwei Jahrhunderten musste also im Jahr 1761 erstmals ein Kölner Erzbischof gewählt werden, der nicht aus dem Umfeld des Münchener Hofes stammte. Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels war dabei ein Kompromisskandidat, der allen unterschiedlichen Interessen gerecht wurde, schon allein dadurch, dass er selbst keine Ambitionen für eine persönliche Regentschaft zeigte. Diese überließ er gänzlich seinem Kanzler Caspar Anton von Belderbusch.
Biographie Maximilian Franz von Österreich Der Erzbischof und Kurfürst Maximilian Franz von Österreich steht für die in den letzten Jahrzehnten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation sich durchsetzende Dominanz der österreichischen Habsburger auch in den Territorien. Diese war jedoch nur von kurzer Dauer, denn mit der Eroberung des linken Rheinlands durch die Franzosen im Jahr 1794 hörte das Erzstift Köln faktisch auf zu existieren; Maximilian Franz engagierte sich zwar für den Erhalt des Kurfürstentums, das ja auch Teile Westfalen umfasste, reüssierte dabei jedoch nicht. Die formelle Auflösung der geistlichen Fürstentümer durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 erlebte der stark den Ideen der Aufklärung verbundene und reformfreudige Fürstbischof nicht mehr.
Biographie Michael Leveilly Michael Leveilly kam gegen Ende der Regierungszeit des Kölner Kurfürsten Joseph Clemens als „Dessinateur" (Architektur- und Ausstattungszeichner) nach Bonn. Unter dem nachfolgenden Kurfürsten Clemens August stieg er zum Hofarchitekt auf. Michael Leveilly, vermutlich um 1700 in Paris geboren, war angeblich Schüler der Pariser Architekten Jean-François Blondel (1683-1756) oder Robert de Cotte (1656-1735). Leveilly gehörte 1717 zu einer Gruppe französischer Künstler und Kunsthandwerker, darunter der Baumeister Guillaume Hauberat (gestorben um 1749), die Kurfürst Joseph Clemens nach der Rückkehr 1715 aus seinem durch den Spanischen Erbfolgekrieg bedingten Exil berufen hatte, um die von Robert de Cotte entworfenen Pläne für die Schlösser in Bonn und Poppelsdorf zu verwirklichen.
Biographie Joseph Clemens von Bayern Nach dem Tod des Erzbischofs und Kurfürsten Maximilian Heinrich war die gerade etablierte bayrische Vormachtstellung im Erzstift Köln in ernster Gefahr. Maximilian Heinrich hatte sich zeitlebens geweigert, seinen Großneffen zweiten Grades, Joseph Clemens, als Koadjutor und damit Prätendenten für den Erzstuhl anzunehmen. Nur durch eine Minderheit gewählt, gelang es Joseph Clemens nie, sich größeren Rückhalt in seinem Territorium zu verschaffen, und erst 1715, knapp drei Jahrzehnte nach seiner Wahl, konnte er dauerhaft am Rhein seine Residenz nehmen.