Olga Oppenheimer

Künstlerin (1886-1941)

Martin Pesch (Bonn)

Olga Oppenheimer, Öl auf Papier, unbekannter Künstler, undatiert. (Kölnisches Stadtmuseum)

Ol­ga Op­pen­hei­mer war ei­ne Köl­ner Künst­le­rin der klas­si­schen Mo­der­ne, Mit­be­grün­de­rin des „Ge­re­ons­klub­s“ und der „Köl­ner Se­zes­si­on“, die durch ih­re kunst­po­li­ti­schen Ver­eins­tä­tig­kei­ten in den Jah­ren vor dem Ers­ten Welt­krieg zur För­de­rung der eu­ro­päi­schen Avant­gar­de­kunst im Rhein­land bei­ge­tra­gen hat. Mit ih­ren Wer­ken war sie in ei­ni­gen der wich­tigs­ten rhei­ni­schen Aus­stel­lun­gen die­ser Zeit ver­tre­ten. Ihr Oeu­vre ist mit Aus­nah­me von we­ni­gen Ar­bei­ten, die teil­wei­se nur durch Fo­tos über­lie­fert sind, heu­te ver­schol­len.

Ol­ga Frie­de­ri­ke Op­pen­hei­mer kam am 9. Ju­li 1886 als ers­tes von sechs Kin­dern des jü­di­schen Tuch­gro­ßhänd­lers Max Sa­mu­el Op­pen­hei­mer (1852-1922) und des­sen Ehe­frau Emi­lie Wil­hel­mi­ne „Mi­mi“, ge­bo­re­ne Op­pen­heim (1865-1934), in Köln zur Welt. Ih­re fünf Ge­schwis­ter wa­ren Fried­rich Alex­an­der (1887), Ir­ma Sil­va­na (1897), Ma­ria Her­ta (1901) so­wie die Zwil­lin­ge Lie­se und Lot­te (1905).

 

Max Sa­mu­el Op­pen­hei­mer stamm­te aus Duis­burg, wo sein Va­ter Sa­mu­el als Kauf­mann ar­bei­te­te. Op­pen­hei­mers Gro­ßva­ter müt­ter­li­cher­seits, Isaac Op­pen­heim (1822-1895), war in Köln eben­falls als Kauf­mann tä­tig. Die Gro­ß­mut­ter müt­ter­li­cher­seits, Ber­tha, geb. May­er (1841), stamm­te aus Mainz und war die Toch­ter des Brief­trä­gers Is­ra­el May­er (1799-1866). 

Ein Aqua­rell Op­pen­hei­mers von 1899 be­legt, dass die jun­ge Ol­ga sich be­reits in ih­rer Schul­zeit künst­le­risch be­tä­tig­te. 1906 führ­te sie ein Ate­lier in der Köl­ner Ru­bens­stra­ße, wäh­rend sie in ih­rem El­tern­haus am Mar­sil­stein 28 leb­te. Un­ter­stützt durch ih­re li­be­ra­len El­tern nahm Ol­ga Op­pen­hei­mer 1907 mit ih­rer acht Jah­re äl­te­ren Freun­din Emi­lie Worrin­ger (1878-1961), ge­nannt Em­my, Mal­un­ter­richt in Mün­chen und Dach­au, wo seit ei­ni­gen Jah­ren ei­ne zahl­rei­che Künst­ler an­lo­cken­de Ma­ler­ko­lo­nie be­stand, dar­un­ter die Grup­pe der „Neu-Dach­au­er“. Zwei­fel­los durch den Un­ter­richt be­ein­flusst, sind Op­pen­hei­mers in die­ser Zeit ent­stan­de­ne Holz­schnit­te ge­prägt vom Ju­gend­stil der Münch­ner Se­zes­si­ons­kunst. Ein eben­falls 1907 ent­stan­de­nes pas­tell­far­be­nes Por­trait der Gro­ß­mut­ter Ber­tha Op­pen­heim ist in im­pres­sio­nis­ti­schem Stil aus­ge­führt.

Nach ih­rer Rück­kehr nach Köln leb­te die Künst­le­rin 1908 wie­der bei ih­ren El­tern. Im kom­men­den Jahr folg­te ein Stu­di­en­auf­ent­halt in Pa­ris als Schü­le­rin des po­st­im­pres­sio­nis­ti­schen Ma­lers Paul Sé­ru­si­er (1864-1927), der Grün­der der Künst­ler­grup­pe „Les Na­bis“ war und Paul Gau­gu­ins (1848-1903) Kreis in Pont-Aven an­ge­hört hat­te. Op­pen­hei­mer knüpf­te in die­ser Zeit wich­ti­ge Kon­tak­te, die sie spä­ter in den „Ge­re­ons­klub“ ein­brin­gen konn­te.

Bertha Oppenheimer, Gemälde von ihrer Enkelin Olga Oppenheimer, 1907. (Stephan Berg (Hrsg.): Ein Expressionistischer Sommer, Bonn 1913, Katalog der Ausstellung. München : Hirmer 2013, S. 93)

 

Nach En­de ih­res Pa­risauf­ent­halts kehr­te Op­pen­hei­mer er­neut nach Köln zu­rück, wo sie im neu­er­bau­ten Ge­schäfts­ge­bäu­de Ge­re­ons­haus ein Ate­lier ein­rich­te­te und die pri­va­te „Mal- und Zei­chen­schu­le Ol­ga Op­pen­hei­mer“ er­öff­ne­te. In den Som­mer­mo­na­ten fand der Un­ter­richt der An­stalt bei gu­tem Wet­ter im Köl­ner Um­land statt. Der bild­ne­ri­sche Schwer­punkt der Leh­re lag auf Por­traits, Ak­ten und Still­le­ben, die, wie Kri­ti­ken, Aus­stel­lungs­ka­ta­lo­ge und über­lie­fer­te Wer­ke Op­pen­hei­mers be­le­gen, gleich­zei­tig die Haupt­bild­the­men im Schaf­fen der Künst­le­rin dar­stell­ten. Von Ok­to­ber bis De­zem­ber 1910 konn­te sie sich durch die Be­tei­li­gung zwei ih­rer Por­traits an der zwei­ten Aus­stel­lung des „Köl­ner Künst­ler­bun­des“ erst­mals der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tie­ren. Die aus­ge­stell­ten Wer­ke schei­nen durch ei­nen vom Stil der „Na­bis“-Künst­ler be­ein­fluss­ten flä­chi­gen Mal­duk­tus ge­prägt ge­we­sen zu sein.

An der Kunst­schau nahm mit 34 Wer­ken auch der aus Wien zu­rück­ge­kehr­te Ar­chi­tekt und au­to­di­dak­tisch ge­bil­de­te Köl­ner Künst­ler Franz M. Jan­sen erst­mals teil. Von der Pres­se zu­min­dest teil­wei­se wohl­wol­lend be­spro­chen, zeig­te sich das Pu­bli­kum von den Bil­dern der Künst­ler em­pört, was zu Jan­sens Aus­schluss aus dem Künst­ler­bund führ­te. Die­se Er­fah­run­gen schei­nen den Aus­schlag da­für ge­ge­ben zu ha­ben, dass Op­pen­hei­mer und Jan­sen ge­mein­sam mit Em­my Worrin­ger ge­gen En­de des Jah­res den „Ge­re­ons­klub“ ins Le­ben rie­fen. Bei die­sem han­del­te es sich um ein pri­va­tes, avant­gar­dis­ti­sches Aus­stel­lungs-, Dis­kus­si­ons- und Ver­kaufs­fo­rum, das sei­nen Na­men in An­leh­nung an den Treff­punkt des Klubs in Op­pen­hei­mers Ate­lier im Ge­re­ons­haus er­hielt. Hier wur­de am 20.1.1911 die ers­te Aus­stel­lung der Ge­sell­schaft er­öff­net, die Ar­bei­ten der eu­ro­päi­schen Avant­gar­de zeig­te, dar­un­ter Wer­ke von Op­pen­hei­mers Leh­rer Paul Sé­ru­si­er, Gus­tav Klimt (1862-1918) und Pa­blo Pi­cas­so (1881-1973), so­wie zwei Ge­mäl­de van Go­ghs (1853-1890). Die Schau ver­ein­te die künst­le­ri­schen Ein­flüs­se der bei­den Mit­in­itia­to­ren Op­pen­hei­mer und Jan­sen und of­fen­bar­te gleich­zei­tig die Ziel­set­zung des Klubs: die För­de­rung jun­ger eu­ro­päi­scher Kunst im Rhein­land und ih­res Dia­logs mit der rhei­ni­schen Kunst­sze­ne. Letz­te­re nahm durch pro­gres­si­ve Ma­ler­kol­le­gen, Kunst­his­to­ri­ker und -kri­ti­ker in der Fol­ge­zeit re­ge an den sams­täg­li­chen Ver­an­stal­tun­gen der Ge­sell­schaft teil.  

Un­ter­stützt wur­de die Ver­ei­ni­gung vom neue­rungs­wil­li­gen Di­rek­tor des Wall­raf-Ri­ch­artz-Mu­se­ums Al­fred Ha­gel­stan­ge (1874-1914) so­wie dem Kunst­his­to­ri­ker Wil­helm Worrin­ger (1881-1965), ei­nem Bru­der der Mit­be­grün­de­rin Em­my Worrin­ger. Mit sei­ner 1908 er­schie­ne­nen Dis­ser­ta­ti­on „Abs­trak­ti­on und Ein­füh­lun­g“ nahm die­ser schon bald ei­nen be­deu­ten­den geis­ti­gen Ein­fluss auf die Ent­wick­lung des Ex­pres­sio­nis­mus‘ und der abs­trak­ten Kunst. Ne­ben li­te­ra­ri­schen Ver­an­stal­tun­gen samt mu­si­ka­li­schen Bei­trä­gen zeig­te der „Ge­re­ons­klub“ in den nächs­ten drei Jah­ren vor al­lem fran­zö­si­sche und deut­sche Avant­gar­de­kunst in Form von mo­nat­lich wech­seln­den Grup­pen- und Ein­zel­aus­stel­lun­gen zeit­ge­nös­si­scher Künst­ler, die heu­te zur Eli­te der klas­si­schen Mo­der­ne ge­hö­ren. Dar­un­ter fan­den sich Franz Marc (1880-1916), Ro­bert De­lau­nay (1885-1941) und Paul Klee (1879-1940). Der Klub nahm da­mit ei­ne Vor­rei­ter­stel­lung bei der Ver­brei­tung zeit­ge­nös­si­scher Kunst im Wes­ten des Kai­ser­reichs ein.

Für Op­pen­hei­mer be­deu­te­te die Ar­beit im „Ge­re­ons­klub“ ei­ne Er­wei­te­rung ih­res künst­le­ri­schen Kon­takt­netz­werks, was sich un­ter an­de­rem in der Be­tei­li­gung an meh­re­ren wich­ti­gen rhei­ni­schen Aus­stel­lun­gen die­ser Zeit nie­der­schlug. Ei­ne wich­ti­ge Ver­bin­dung für Op­pen­hei­mer und den Klub bil­de­te Au­gust Ma­cke, der re­gel­mä­ßig im Re­stau­rant „Zoo­lo­gi­scher Gar­ten“ von Em­my Worrin­gers El­tern ver­kehr­te und kurz nach Grün­dung des Fo­rums Kon­takt zum Künst­ler­zir­kel ge­sucht hat­te. Durch sein wach­sen­des En­ga­ge­ment und nicht zu­letzt sei­ne weit­rei­chen­den Kon­tak­te zur jun­gen Kunst­sze­ne stieg Ma­cke in den fol­gen­den Mo­na­ten ne­ben Em­my Worrin­ger zur pro­gram­ma­ti­schen Füh­rungs­per­sön­lich­keit der Ge­sell­schaft auf. Ihm ist auch zu ver­dan­ken, dass der „Ge­re­ons­klub“ im Ja­nu­ar 1912 mit der Über­nah­me der le­gen­dä­ren ers­ten Aus­stel­lung des „Blau­en Rei­ter­s“ von der Münch­ner Ga­le­rie Thann­häu­ser erst­mals Wer­ke der jun­gen Be­we­gung in Köln zei­gen konn­te. Im Ju­ni des Jah­res prä­sen­tier­te die Ver­ei­ni­gung in der Dom­stadt auch die zwei­te Aus­stel­lung des „Blau­en Rei­ter­s“.

1911 nahm Op­pen­hei­mer an der Aus­stel­lung „Gra­phik Köl­ner Künst­ler“ im Wall­raf-Ri­ch­artz-Mu­se­um teil. Je­doch wur­den ih­re Wer­ke von der Pres­se schlecht be­spro­chen. Ein in die­sem Jahr ent­stan­de­nes Son­nen­blu­men­still­le­ben zeigt Op­pen­hei­mers An­leh­nung an den Fau­vis­mus und auf­kom­men­den Ex­pres­sio­nis­mus. Im De­zem­ber 1911 ge­hör­te sie ne­ben Jan­sen und Ma­cke zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der „Köl­ner Se­zes­si­on“, ei­ner Grup­pe von avant­gar­dis­ti­schen Künst­lern, die sich vom kon­ser­va­ti­ven „Köl­ner Künst­ler­bun­d“ ab­spal­te­te. In der im dar­auf­fol­gen­den Mo­nat im Köl­ner Kunst­ge­wer­be­mu­se­um er­öff­ne­ten ers­ten Aus­stel­lung der neu­en Ver­ei­ni­gung war sie mit Still­le­ben und ei­nem Frau­en­por­trait ver­tre­ten. Von Mai bis Sep­tem­ber des Jah­res nahm Op­pen­hei­mer dann als ei­ne von zehn Künst­le­rin­nen mit ei­nem Still­le­ben an der Köl­ner in­ter­na­tio­na­len Son­der­bund-Aus­stel­lung teil, der be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Ge­samt­schau eu­ro­päi­scher Kunst der Mo­der­ne. Kur­ze Zeit spä­ter zog der „Ge­re­ons­klub“ aus Platz­grün­den von Op­pen­hei­mers Ate­lier ins Köl­ner Han­sa­haus am Frie­sen­platz.

Das Jahr 1913 mar­kier­te den Hö­he­punkt in Op­pen­hei­mers Aus­stel­lungs­tä­tig­keit. Nach­dem sie im Ja­nu­ar zu­nächst mit über fünf Wer­ken an der zwei­ten und letz­ten Aus­stel­lung der „Köl­ner Se­zes­si­on“ be­tei­ligt war, bot sich ihr in der Teil­nah­me an der nach Vor­bild der Köl­ner Son­der­bund-Schau von 1912 ent­wi­ckel­ten Wan­der­aus­stel­lung Ar­mo­ry Show, erst­mals ei­ne in­ter­na­tio­na­le Platt­form für ihr Werk. Die Aus­stel­lung prä­sen­tier­te zwi­schen Fe­bru­ar und Mai in New York, Chi­ca­go und Bos­ton Wer­ke der eu­ro­päi­schen und ame­ri­ka­ni­schen Avant­gar­de und soll­te von ma­ß­geb­li­cher Be­deu­tung für die Ent­wick­lung der ame­ri­ka­ni­schen Kunst wer­den. Op­pen­hei­mer war als ein­zi­ge deut­sche Künst­le­rin mit ei­ner 1911 ge­schaf­fe­nen sechs­tei­li­gen Holz­schnitt­fol­ge zur Aben­teu­er-Er­zäh­lung „Van Zan­tens glück­li­che Zeit“ des dä­ni­schen Au­to­ren Lau­rid Bruun (1864-1935) ver­tre­ten. Mit ei­nem Ver­kaufs­preis von 50 Mark (16,25 US-Dol­lar) je Blatt ge­hör­ten die Ar­bei­ten zu den preis­wer­te­ren der Aus­stel­lung. Ne­ben Op­pen­hei­mer war auch ihr Ma­ler­kol­le­ge Franz M. Jan­sen mit ei­ni­gen Wer­ken be­tei­ligt.

Im Ju­li 1913 ge­hör­te die Künst­le­rin mit zwei Still­le­ben zu den 16 Künst­lern der von Au­gust Ma­cke ver­an­stal­te­ten Aus­stel­lung Rhei­ni­scher Ex­pres­sio­nis­ten in der Bon­ner Buch­hand­lung Fried­rich Co­hen. Ih­re Be­tei­li­gung an der Aus­stel­lung glei­chen Na­mens in Ot­to Feld­manns Rhei­ni­schem Kunst­sa­lon in Köln bil­de­te schlie­ß­lich den Ab­schluss von Op­pen­hei­mers kur­zer, aber er­folg­rei­cher Aus­stel­lungs­tä­tig­keit. Der Grund für das En­de mö­gen zum ei­nen die Auf­lö­sung des „Ge­re­ons­klub­s“ in Fol­ge ei­nes wach­sen­den „Drucks der Ver­hält­nis­se“ um 1913/14 und der „Köl­ner Se­zes­si­on“ 1913 ge­we­sen sein. Zum an­de­ren trug wohl der Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs im Au­gust 1914 zu die­sem Um­stand bei.

1913 hat­te Op­pen­hei­mer Adolf R. Worrin­ger (1882-1960), Mit­in­ha­ber des Re­stau­rants „Zoo­lo­gi­scher Gar­ten“ und Bru­der ih­rer Freun­din Em­my Worrin­ger, ge­hei­ra­tet. Das ers­te Kind des fort­an in Köln-Riehl le­ben­den Paa­res, Ro­bert (1914-1985), kam im dar­auf­fol­gen­den Jahr zur Welt. Er wur­de spä­ter Re­stau­ra­tor.  

Der Tod Au­gust Ma­ckes 1914 und ih­res Bru­ders Fried­rich Alex­an­der 1916, die bei­de an der Front ge­fal­len wa­ren, bil­de­ten wahr­schein­lich die Ur­sa­che da­für, dass die Künst­le­rin wäh­rend des Welt­kriegs in tie­fe De­pres­sio­nen stürz­te, die 1916 zum En­de ih­rer künst­le­ri­schen Tä­tig­keit führ­ten. Im glei­chen Jahr war ihr zwei­ter Sohn Ul­rich (1916-1986) zur Welt ge­kom­men, der spä­ter Ban­kier wur­de. Er war in Düs­sel­dorf un­ter an­de­rem Di­rek­tor der Bank für Ge­mein­wirt­schaft und 1960 Mit­be­grün­der und Ge­schäfts­in­ha­ber des Ban­ken­hau­ses Fried­rich Si­mon. Auf­grund ih­rer Er­kran­kung wur­de die Op­pen­hei­mer 1918 in das Sa­na­to­ri­um Wald­breit­bach bei Neu­wied ein­ge­lie­fert, wo sie bis 1941 ver­blieb. Den wah­ren Grund für den Auf­ent­halt ver­such­te die Fa­mi­lie in den kom­men­den Jah­ren vor den bei­den Söh­nen Ro­bert und Ul­rich ge­heim zu hal­ten. Auf­grund sei­ner Ehe mit der Jü­din Op­pen­hei­mer wur­de Adolf Worrin­ger 1935 der Pacht­ver­trag für sein Köl­ner Lo­kal „Zoo­lo­gi­scher Gar­ten“ ent­zo­gen. 1936 wur­de die Ehe der bei­den ge­schie­den. 

Laut of­fi­zi­el­ler To­des­be­nach­rich­ti­gung starb Ol­ga Op­pen­hei­mer am 4.7.1941 im KZ Lub­lin, in das sie zu­vor de­por­tiert wor­den war, an den Fol­gen des Fle­ck­en­ty­phus‘. Je­doch ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die Künst­le­rin Op­fer der von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten im Rah­men der Ras­sen­hy­gie­ne durch­ge­führ­ten Ak­ti­on T4 wur­de, die un­ter an­de­rem die Er­mor­dung von Pa­ti­en­ten mit psy­chi­scher Er­kran­kung vor­sah. 

Werke

1899 - Wil­berg, Zeich­nung, Pri­vat­be­sitz
1907 - Ern­te, Holz­schnitt, Pri­vat­be­sitz
1907 - Ve­ne­dig, Holz­schnitt, Pri­vat­be­sitz
1907 - Akt in Rü­cken­an­sicht, Holz­schnitt, Pri­vat­be­sitz
1907 - Bild­nis Ber­tha Op­pen­hei­mer, Ge­mäl­de, Pri­vat­be­sitz
1911 - Son­nen­blu­men­still­le­ben, Aqua­rell, Ver­bleib un­be­kannt, Fo­to: Rhei­ni­sches Bild­ar­chiv
1913 - Kai­ser Wil­helm II. Ge­mäl­de, Ver­bleib un­be­kannt, Fo­to: Rhei­ni­sches Bild­ar­chiv
un­da­tiert - Frau­en­por­trait, Ge­mäl­de, Köl­ni­sches Stadt­mu­se­um
un­da­tiert - Dop­pel­bild­nis, Ge­mäl­de, Ver­bleib un­be­kann­t  

Literatur

Joa­chim Heu­sin­ger von Wal­degg, Ol­ga Op­pen­hei­mer, in: Die Rhei­ni­schen Ex­pres­sio­nis­ten. Au­gust Ma­cke und sei­ne Ma­ler­freun­de, hg. von Au­rel Bon­gers, Joa­chim Heu­sin­ger von Wal­degg, Dierk Stemm­ler, Bonn 1982, S. 356ff.
Ire­ne Klein­schmidt-Alt­pe­ter, Ol­ga Op­pen­hei­mer, in: Ein ex­pres­sio­nis­ti­scher Som­mer. Bonn 1913, Mün­chen 2013, hg. von Ste­phan Berg, S. 92.
Der Ge­re­ons­klub 1911-1913. Eu­ro­pas Avant­gar­de im Rhein­land, hg. vom Ver­ein Au­gust Ma­cke Haus e.V., Bonn 1993.
Hil­de­gard Rein­hardt, Ol­ga Op­pen­hei­mer (1886-1941) - Ei­ne Köl­ner Ma­le­rin und Gra­phi­ke­rin, in: Köl­ner Mu­se­ums-Bul­le­tin: Be­rich­te und For­schun­gen aus den Mu­se­en der Stadt Köln Heft 1 (1991), S. 19-32.
Hil­de­gard Rein­hardt, Ol­ga Op­pen­hei­mer und die Köl­ner Se­zes­si­on, in: Weg­wei­ser durch das jü­di­sche Rhein­land, hg. von Lud­ger Heid, Ju­li­us H. Scho­eps, Ber­lin 1991, S. 341-345.
Hil­de­gard Rein­hardt, Ol­ga Op­pen­hei­mer (1886-1941) - Ma­le­rin und Gra­phi­ke­rin, in: Rhei­ni­sche Ex­pres­sio­nis­tin­nen. Tru­de Brück, Li­sa Hart­lieb-Ril­ke, Fi­fi Kreut­zer, Ma­rie von Ma­la­chow­ski, Ol­ga Op­pen­hei­mer, Lot­te B. Prech­ner, Mar­ta Worrin­ger, hg. vom Ver­ein Au­gust Ma­cke Haus e.V., Bonn 1993, S. 114-123.
Hil­de­gard Rein­hardt, Ol­ga Op­pen­hei­mer (1886-1941), in: Wie ei­ne Nil­braut, die man in die Wel­len wirft. Por­traits ex­pres­sio­nis­ti­scher Künst­le­rin­nen und Schrift­stel­le­rin­nen, hg. von Brit­ta Jürgs, Ber­lin 1998, S. 216-229.
Hil­de­gard Rein­hardt, Ol­ga Op­pen­hei­mer - Ei­ne ver­schol­le­ne Künst­le­rin des Köl­ner „Ge­re­ons­klub­s“, in: Au­gust Ma­cke und die Rhei­ni­schen Ex­pres­sio­nis­ten. Wer­ke aus dem Kunst­mu­se­um Bonn und an­de­ren Samm­lun­gen, hg. von Mag­da­le­na M. Mo­el­ler, Mün­chen 2002, S. 289-292. 

Anzeige für Olga Oppenheimers Mal- und Zeichenschule im Katalog der Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler, 1912. (Stephan Berg (Hrsg.): Ein Expressionistischer Sommer, Bonn 1913, Katalog der Ausstellung. München : Hirmer 2013, S. 18)

 
Zitationshinweis

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Pesch, Martin, Olga Oppenheimer, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/olga-oppenheimer/DE-2086/lido/5db1a5abde9f51.19861210 (abgerufen am 16.11.2019)