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Karlheinz Gierden (Hg.) unter Mitarbeit von Marion Gierden-Jülich, Das Rheinland – Wiege Europas? Eine Spurensuche von Agrippina bis Adenauer, Köln, Lübbe Ehrenwirt in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG 2011, 287 S., ISBN 978-3-431-03859-0, 19,99 Euro.

Der Thron Karls des Großen im Aachener Dom, die von Königin Richeza gestiftete Abteikirche Brauweiler, oder das Reiterdenkmal Jan von (van) Werths auf dem Altermarkt in Köln: Spuren rheinischer „Europäer“ sind auch heute noch überall im Rheinland präsent. Inwiefern und ob man das Rheinland sogar als „Wiege Europas“ bezeichnen kann, dieser Frage widmet Karlheinz Gierden einen Sammelband von besonderer Aktualität. Der Herausgeber, Vorsitzender des Freundeskreises der Abtei Brauweiler, ehemaliger Oberkreisdirektor des Landkreises Köln, langjähriger Vorsitzender des Vorstandes der Kölner Bank von 1867 e.V. , Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland, hat in Verbindung mit seiner Tochter, der Historikerin Marion Gierden-Jülich, zwölf berühmte Rheinländerinnen und Rheinländer ausgewählt. Ausschlaggebend war dabei nicht die Herkunft der Porträtierten, sondern deren Wirken im Sinne der rheinischen und europäischen Einigung und Identität.

Für sein Vorhaben hat der Herausgeber namhafte Autoren gewinnen können: Ausgehend von Agrippina der Jüngeren (porträtiert von Werner Eck) und der durch sie veranlassten Gründung der römischen Kolonie, Keimzelle des heutigen Köln, wird der Bogen über Karl den Großen (Wilfried Hartmann), Theophanu und Richeza (Lothar Th. Lemper), Rainald von Dassel (Helmuth Kluger), Herzog Johann Wilhelm (Klaus Müller), Jan von Werth (Michael Kaiser), Kurfürst Bezeichnung eines zur  Wahl des deutschen Königs berechtigten geistlichen oder weltlichen Reichsfürsten. Clemens August (Frank Günter Zehnder), Joseph von Görres (Wolfgang Bergsdorf), Ludolf Camphausen und David Hansemann (Ulrich S. Soénius) bis zu Konrad Adenauer (Hans-Peter Schwarz) geschlagen. Die fundierten Porträts kommen ohne Anmerkungen aus und sind nicht bebildert, jedoch mit ausführlichen Literaturangaben versehen. Der Herausgeber versteht das Buch als Plädoyer für die europäische Idee, die es gerade auch vor dem aktuellen politischen Hintergrund zu reanimieren und zu bewahren gelte. Europa sei mehr als ein Verein, den nur noch die Beiträge seiner Mitglieder am Leben erhalten. Mit seiner „Spurensuche“ trifft Karlheinz Gierden durchaus den Nerv der Zeit.


3.12.2013

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

 



Andrea Rönz (Linz am Rhein) 
 

       
 

       
 
 Cover: Gierden, Karlhein (Hg.), Das Rheinland - Wiege Europas? (Bildvergrößerung öffnet in neuem Fenster, 139KB)