Die Bonner Burschenschaften in der Revolution 1848

Björn Thomann (Sankt Augustin)

Burschenschafter auf seiner Bude, durch das Fenster erblickt man in der Ferne den Drachenfels, Lithographie, 1846, Original: Institut für Hochschulkunde, Würzburg.

1. Einleitung

Die Re­vo­lu­ti­on von 1848/1849 zählt zu den Schlüs­se­l­er­eig­nis­sen in der Ge­schich­te der De­mo­kra­tie­be­we­gung in Deutsch­land. Mit ihr schien sich das po­li­ti­sche Ziel je­ner Stu­den­ten­ge­ne­ra­tio­nen zu er­fül­len, die seit den Be­frei­ungs­krie­gen in den Bur­schen­schaf­ten für die Er­rich­tung ei­nes re­pu­bli­ka­ni­schen deut­schen Na­tio­nal­staa­tes ein­ge­tre­ten wa­ren. Wäh­rend Bur­schen­schaf­ter wie Hein­rich von Ga­gern (1799-1880) oder Ro­bert Blum als Ab­ge­ord­ne­te in der Frank­fur­ter Na­tio­nal­ver­samm­lung ei­ne füh­ren­de Rol­le spiel­ten, nah­men auch die Stu­den­ten an den Um­brü­chen der Jah­re 1848 und 1849 ak­ti­ven An­teil. In der Uni­ver­si­täts­stadt Bonn wur­den sie in den ver­schie­de­nen po­li­ti­schen Ver­ei­nen zu Trä­gern des re­vo­lu­tio­nä­ren Ge­sche­hens. Un­ter ih­nen nah­men Mit­glie­der der Bur­schen­schaf­ten ei­ne zen­tra­le Rol­le ein.

Die Ent­ste­hung der Bur­schen­schaf­ten am Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts ist men­ta­li­täts­ge­schicht­lich eng mit dem Ver­lauf der Na­po­leo­ni­schen Krie­ge ver­bun­den. Stu­den­ten aus den ver­schie­de­nen Ter­ri­to­ri­en des zwar als Kul­tur- und Sprach­raum, nicht aber als Na­tio­nal­staat mo­der­ner Prä­gung exis­ten­ten Deutsch­land hat­ten sich 1813 als Frei­wil­li­ge zu den Waf­fen ge­mel­det, um die fran­zö­si­sche He­ge­mo­nie in Eu­ro­pa zu be­en­den. Es war nicht zu­letzt die viel be­schwo­re­ne Ein­heit al­ler „deut­schen Brü­der“ ge­gen den äu­ße­ren Feind, die den Aus­gang der Be­frei­ungs­krie­ge ma­ß­geb­lich be­ein­fluss­te. In den jun­gen Aka­de­mi­kern reif­te die Über­zeu­gung her­an, sich auch in Frie­dens­zei­ten für die Über­win­dung des na­tio­na­len Par­ti­ku­la­ris­mus und die Er­rich­tung ei­nes ge­ein­ten deut­schen Staa­tes ein­zu­set­zen.

Die pa­trio­ti­sche Auf­bruchs­stim­mung un­ter der aka­de­mi­schen Ju­gend ver­band sich mit der von Fried­rich Lud­wig Jahn (1778-1852) und Fried­rich Frie­sen (1784-1814) be­grün­de­ten Turn­be­we­gung und den durch Ernst Mo­ritz Arndt in­iti­ier­ten Deut­schen Ge­sell­schaf­ten nach 1813 zur ers­ten na­tio­na­len Be­we­gung der deut­schen Ge­schich­te. Die Kon­sti­tu­ie­rung der Je­nai­schen Bur­schen­schaft am 12.6.1815, das Wart­burg­fest am 18.10.1817 und die Grün­dung der All­ge­mei­nen Deut­schen Bur­schen­schaft am 18.10.1818 mar­kie­ren die Eck­da­ten ih­rer frü­hen Ent­wick­lungs­pha­se. Die spä­ter zum Sym­bol der deut­schen Ein­heits­be­stre­bun­gen er­ho­be­nen bur­schen­schaft­li­chen Far­ben Schwarz-Rot-Gold wa­ren den mit ro­ten Lit­zen und gol­de­nen Knöp­fen ver­se­he­nen schwar­zen Uni­for­men des Lüt­zow­schen Frei­korps ent­lehnt, in dem zahl­rei­che Stu­den­ten wäh­rend der Be­frei­ungs­krie­ge ge­dient hat­ten.

Die pa­trio­ti­schen Vi­sio­nen stan­den je­doch in ei­nem un­ver­ein­ba­ren Wi­der­spruch zu den re­al­po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen des Wie­ner Kon­gres­ses, auf dem Eu­ro­pa 1815 nicht neu ge­stal­tet, son­dern die Ord­nung des An­ci­en Ré­gime wie­der­her­ge­stellt wur­de. Ers­te staat­li­che Re­pres­sa­li­en wa­ren die Fol­ge. Die Er­mor­dung des Dich­ters Au­gust von Kot­ze­bue (1761-1819) durch den Bur­schen­schaf­ter Karl Lud­wig Sand (1795-1820) am 23.3.1819 und die im Sep­tem­ber des­sel­ben Jah­res in Kraft tre­ten­den Karls­ba­der Be­schlüs­se lei­te­ten die Epo­che der Dem­ago­gen­ver­fol­gun­gen im Deut­schen Bund ein. In den 1820er und 1830er Jah­ren ran­gen die Bur­schen­schaf­ten zu­meist im Kon­spi­ra­ti­ven um die Ver­wirk­li­chung ih­rer Zie­le.

2. Von der Entstehung bis zur Auflösung der Bonner Burschenschaft (1818-1833)

Mit Be­ginn des Win­ter­se­mes­ters 1818/1819 hat­te die preu­ßi­sche Rhein­uni­ver­si­tät in Bonn ih­ren Lehr­be­trieb auf­ge­nom­men. Zeit­gleich kon­sti­tu­ier­te sich die ers­te Bur­schen­schaft, de­ren Grün­der sich aber für den un­ver­fäng­li­chen Na­men „All­ge­mein­heit“ ent­schie­den. Auch die Wahl der po­li­tisch un­ver­däch­ti­gen Far­ben Grün-Weiß-Rot an­stel­le der bur­schen­schaft­li­che Tri­ko­lo­re Schwarz-Rot-Gold zeugt von dem Be­mü­hen, die po­li­ti­schen Zie­le vor den preu­ßi­schen Be­hör­den zu ver­schlei­ern. Auf dem Ze­nit ih­rer Be­deu­tung im Win­ter­se­mes­ter 1819/1820 hat­ten sich der All­ge­mein­heit 280 von et­wa 600 Bon­ner Stu­den­ten an­ge­schlos­sen. Zu ih­nen zähl­ten der Dich­ter des „Lie­des der Deut­schen“ Hein­rich Hoff­mann von Fal­lers­le­ben (1798-1874) und der Schrift­stel­ler Hein­rich Hei­ne.

Die Blü­te­zeit der All­ge­mein­heit war trotz al­ler Vor­sichts­maß­nah­men  nur von kur­zer Dau­er, da die staat­li­chen Re­pres­sio­nen sie am 7.6.1820 zur Auf­lö­sung zwan­gen. Das ver­gleichs­wei­se li­be­ra­le Kli­ma an der Bon­ner Uni­ver­si­tät be­güns­tig­te al­ler­dings ei­ne schnel­le Neu­grün­dung un­ter der un­ver­fäng­li­chen Be­zeich­nung ei­ner Ge­sell­schaft „Ce­re­ves­i­a“, die sich am 4.11.1820 wie­der förm­lich zu ei­ner Bur­schen­schaft um­wan­del­te und nun den Na­men „Ger­ma­ni­a“ führ­te. Sie zähl­te im Som­mer­se­mes­ter 1821 70 Mit­glie­der und führ­te die Far­ben Schwarz-Rot-Gold. Als auch ge­gen sie po­li­zei­lich er­mit­telt wur­de, sank die Zahl ih­rer Mit­glie­der be­reits im Win­ter­se­mes­ter 1821/1822 auf 25 her­ab. Am 5.2.1822 lös­te sie sich of­fi­zi­ell auf und be­stand bis 1828 le­dig­lich als ein form­los or­ga­ni­sier­ter Ge­heim­bund fort. Erst im Win­ter­se­mes­ter 1827/1828 er­laub­ten die äu­ße­ren Um­stän­de ei­ne for­mel­le Re­kon­sti­tu­ie­rung. Die kör­per­li­che und geis­ti­ge Aus­bil­dung für das Le­ben im Vol­ke und Staa­te durch sitt­lich be­grün­de­tes Le­ben wur­de in den neu­en Sta­tu­ten als Haupt­zweck der Ver­bin­dung de­fi­niert. Aus­sa­gen über die po­li­ti­schen Zie­le wur­den dar­in hin­ge­gen be­wusst ver­mie­den.

In Kon­kur­renz zur Bur­schen­schaft eta­blier­ten sich in Bonn seit dem Jahr 1820 meh­re­re stu­den­ti­sche Lands­mann­schaf­ten, die der na­tio­na­len Ein­heits­idee eben­so ab­leh­nend ge­gen­über­stan­den wie den stren­gen mo­ra­li­schen Grund­sät­zen, de­nen sich die Mit­glie­der der Bur­schen­schaft un­ter­war­fen. Zwi­schen 1818 und 1820 war es der All­ge­mein­heit er­folg­reich ge­lun­gen, die Grün­dung kon­kur­rie­ren­der lands­mann­schaft­li­cher Ver­bin­dun­gen zu un­ter­drü­cken. Nach ih­rer Auf­lö­sung kon­sti­tu­ier­ten sich bis 1821 die Lands­mann­schaf­ten „Rhen­a­ni­a“, „Guest­pha­li­a“ und „Bo­rus­si­a“. In den Jah­ren 1832 und 1838 wur­den „Sa­xo­ni­a“ und „Pa­la­ti­a“ ge­grün­det.

Ab 1831 ver­schärf­ten sich die be­hörd­li­chen Un­ter­su­chun­gen ge­gen die Bur­schen­schaft ent­schei­dend. Nach ih­rer neu­er­li­chen Auf­lö­sung am 9.12.1832 kon­sti­tu­ier­te sich ei­ne bur­schen­schaft­li­che Ver­bin­dung „Mar­co­man­ni­a“, die aber nur we­ni­ge Mo­na­te Be­stand hat­te. Nach dem miss­glück­ten, von süd­deut­schen Bur­schen­schaf­ten am 3.4.1833 in­iti­ier­ten Frank­fur­ter Wa­chen­sturm lös­te sie sich im Ju­ni 1833 auf. Da­mit kam die or­ga­ni­sier­te bur­schen­schaft­li­che Be­we­gung in Bonn für meh­re­re Jah­re voll­stän­dig zum Er­lie­gen. Die un­ein­ge­schränk­te Vor­herr­schaft über die Stu­den­ten fiel den Lands­mann­schaf­ten zu.

3. Wiederbelebung der burschenschaftlichen Bewegung im Vormärz (1840-1848)

Am 7.6.1840 wur­de Fried­rich Wil­helm IV. (Re­gent­schaft 1840-1858) Kö­nig von Preu­ßen. Mit sei­ner In­thro­ni­sie­rung en­de­ten die Jah­re der ri­go­ro­sen Dem­ago­gen­ver­fol­gun­gen. Die of­fi­zi­el­le Re­ha­bi­li­tie­rung des seit 1821 mit ei­nem Lehr­ver­bot be­leg­ten Ernst Mo­ritz Arndt schien auch in Bonn den Be­ginn ei­ner li­be­ra­le­ren Ära zu ein­zu­lei­ten. Am 18.2.1843 wur­de die Bur­schen­schaft „Fri­de­ri­ci­a“ mit den Far­ben Schwarz-Rot-Gold als Zu­sam­men­schluss meh­re­rer form­los or­ga­ni­sier­ter bur­schen­schaft­li­cher Grup­pie­run­gen ge­stif­tet. Den po­li­tisch un­ver­fäng­li­chen Wahl­spruch „Sitt­lich­keit, Wis­sen­schaft­lich­keit, Eh­ren­haf­tig­keit“ füh­rend, zähl­te sie bei ih­rer Grün­dung 28 Mit­glie­der. Auf dem Schei­tel­punkt ih­rer Be­deu­tung im Win­ter­se­mes­ter 1843/1844 ge­hör­ten ihr 72 Stu­den­ten an. An ih­rer Spit­ze stand zu die­sem Zeit­punkt der spä­te­re Köl­ner Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann Hein­rich Be­cker.

In der Mit­te der 1840er Jah­re voll­zog sich ei­ne tie­fe Spal­tung der bur­schen­schaft­li­chen Be­we­gung. Auf der ei­nen Sei­te setz­ten sich die An­hän­ger des stu­den­ti­schen Pro­gress für ei­ne weit­rei­chen­de Re­form der Uni­ver­si­tä­ten und des Stu­den­ten­le­bens ein. Sämt­li­che aka­de­mi­schen Son­der­rech­te soll­ten ab­ge­schafft, die recht­li­che Tren­nung zwi­schen Bür­gern und Stu­den­ten be­sei­tigt wer­den. In die­sem Sin­ne for­der­ten die Pro­gres­sis­ten auch die Ab­schaf­fung des Du­ell­we­sens so­wie das Auf­ge­hen der Kor­po­ra­tio­nen in stu­den­ti­schen „All­ge­mein­hei­ten“. Die­sen par­la­men­ta­risch or­ga­ni­sier­ten Zu­sam­men­schlüs­sen, soll­te je­der Stu­dent als gleich­be­rech­tig­tes Mit­glied an­ge­hö­ren. Ge­gen­über den Pro­gres­sis­ten for­mier­te sich das La­ger der „Alt­bur­schen­schaft­li­chen“, die an den tra­di­tio­nel­len Ri­tua­len, Hier­ar­chi­en und Struk­tu­ren des Ver­bin­dungs­we­sens fest­hiel­ten und auf die­se Wei­se auch zu ei­ner stark ab­wei­chen­den In­ter­pre­ta­ti­on der bur­schen­schaft­li­chen Zie­le ge­lang­ten.

Die­ser Prin­zi­pi­enstreit führ­te auch in der Fri­de­ri­cia zu un­über­brück­ba­ren in­ne­ren Ge­gen­sät­zen und zog be­reits im Som­mer­se­mes­ter 1844 ei­ne ers­te Spal­tung nach sich. Den un­mit­tel­ba­ren An­lass bil­de­te die stark von­ein­an­der ab­wei­chen­de Hal­tung der pro­gres­sis­ti­schen Mehr­heit und der kon­ser­va­ti­ven Op­po­si­ti­on zum stu­den­ti­schen Du­ell. Auf dem Hö­he­punkt die­ses Rich­tungs­streits trat die Frak­ti­on der Alt­bur­schen­schaft­li­chen ge­schlos­sen aus und kon­sti­tu­ier­te sich am 18.7.1844 als Bur­schen­schaft „Ale­man­ni­a“.

Auch in ihr ran­gen seit dem Win­ter­se­mes­ter 1844/1845 ei­ne pro­gres­sis­tisch-re­form­ori­en­tier­te und ei­ne alt­bur­schen­schaft­lich-kon­ser­va­ti­ve Frak­ti­on um die Vor­herr­schaft. Auf Sei­ten der Re­for­mer tat sich vor al­lem der evan­ge­li­sche Theo­lo­gie­stu­dent Karl Jahn (1822-1846) her­vor. 1845 ver­fass­te er ei­ne viel­be­ach­te­te Denk­schrift, in der er ei­nen ra­di­ka­len Bruch mit den al­ten kor­po­ra­ti­ven Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men for­der­te. Als er im No­vem­ber 1846 starb, ver­lor die pro­gres­sis­ti­sche Be­we­gung in Bonn ei­nen ih­rer füh­ren­den Köp­fe. An sei­ne Stel­le trat der Phi­lo­so­phie­stu­dent Franz An­ton d’Avis (1825-1881) aus Frank­furt am Main, der eben­falls Mit­glied der Ale­man­nia war.

 

Un­ter­des­sen ver­schärf­ten neue in­ne­re Span­nun­gen die Kri­se Fri­de­ri­ci­as. Sie führ­te zur Ab­spal­tung ei­ner drit­ten Bur­schen­schaft un­ter dem Na­men „Fran­ko­ni­a“ am 11.12.1845. Zu ih­ren Grün­dern zähl­te der Ar­chäo­lo­ge Jo­han­nes Adolf Over­beck (1826-1895) eben­so wie der Psych­ia­ter Bern­hard Aloys von Gud­den so­wie der Leh­rer und Ro­man­cier Fried­rich Spiel­ha­gen (1829-1911). Die­ser äu­ßer­te rück­bli­ckend, dass Fran­ko­nia „un­ter den stu­den­ti­schen Ver­bin­dun­gen je­ner Zeit zwei­fel­los die vor­nehms­te“ ge­we­sen sei. Es wa­ren vor al­lem Söh­ne aus dem Mi­lieu des Bil­dungs­bür­ger­tums, die sich in die­ser Bur­schen­schaft zu­sam­men­fan­den.

Fran­ko­nia ver­trat ge­mä­ßigt pro­gres­sis­ti­sche Po­si­tio­nen. Das Du­ell wur­de aus „sitt­li­chen“ Mo­ti­ven eben­so ver­wor­fen wie der ri­tu­el­le Trink­zwang. An der tra­di­tio­nel­len kor­po­ra­ti­ven Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur hielt man je­doch fest. Die Bon­ner Fran­ken ver­stan­den sich vor al­lem als ei­ne Ge­mein­schaft zur cha­rak­ter­li­chen Er­zie­hung ih­rer Mit­glie­der. Ver­stö­ße ge­gen die aka­de­mi­sche Dis­zi­plin konn­ten mit dem Aus­schluss be­straft wer­den. Das po­li­ti­sche Spek­trum reich­te von An­hän­gern der de­mo­kra­ti­schen Lin­ken bis hin zu Be­für­wor­tern ei­ner kon­sti­tu­tio­nel­len Mon­ar­chie.

Ab 1846 ver­lor die Pro­gress­be­we­gung spür­bar an Dy­na­mik. Die­se Ent­wick­lung be­schleu­nig­te in Bonn den Nie­der­gang Fri­de­ri­ci­as, die sich im Som­mer­se­mes­ter 1847 end­gül­tig auf­lös­te. In der Ale­man­nia en­de­te die Vor­herr­schaft der pro­gres­sis­ti­schen Par­tei im Win­ter­se­mes­ter 1846/1847, nach­dem die alt­bur­schen­schaft­li­che Op­po­si­ti­on durch die Un­ter­stüt­zung der jün­ge­ren Ver­bin­dungs­mit­glie­der mehr­heits­fä­hig ge­wor­den war. Am 28.7.1847 ver­lie­ßen die letz­ten Pro­gres­sis­ten un­ter der Füh­rung von Franz d’Avis ih­ren Bund und grün­de­ten die Bur­schen­schaft „Ar­mi­ni­a“, der sich auch ei­ni­ge ehe­ma­li­ge Fri­de­ri­cia­ner an­schlos­sen. Ar­mi­nia spiel­te im Ver­lauf der Re­vo­lu­ti­on al­ler­dings nur ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le und lös­te sich 1849 eben­so auf, wie die seit 1843 be­ste­hen­de bur­schen­schaft­li­che Ver­bin­dung „Ger­ma­ni­a“, die aus ei­nem 1841 ge­grün­de­ten Ver­ein evan­ge­li­scher Theo­lo­gen her­vor­ge­gan­gen war und zu de­ren be­kann­tes­ten Mit­glie­dern der Phi­lo­lo­ge Kon­rad Du­den zähl­te. Auch Ger­ma­nia trat wäh­rend der Re­vo­lu­ti­on nicht nen­nens­wert in Er­schei­nung.

Zu ei­ner fes­ten Grö­ße in­ner­halb der Bon­ner Stu­den­ten­schaft avan­cier­ten die seit dem 4.7.1847 in der „Uni­on“ ver­ei­nig­ten Ver­bin­dun­gen ka­tho­li­scher Stu­den­ten. Der ers­te die­ser Bün­de war die am 15.11.1844 durch den spä­te­ren Pries­ter Jo­hann Jo­seph von Burg (1822-1901) ge­grün­de­te „Ba­va­ri­a“. Am 11.6.1847 kon­sti­tu­ier­ten sich die Ver­bin­dun­gen „Bur­gun­dia“, „Ro­ma­ni­a“, „Ruhra­ni­a“, „Sa­li­a“ und „Thu­rin­gi­a“. Am En­de der 1840er Jah­re ge­hör­ten ih­nen et­wa 100 der 720 Bon­ner Stu­den­ten an. In ers­ter Li­nie die In­ter­es­sen des Ka­tho­li­zis­mus an der Uni­ver­si­tät ver­tre­tend, spiel­te die Uni­on im Zu­ge der Re­vo­lu­ti­ons­er­eig­nis­se je­doch kei­ne tra­gen­de Rol­le.

Burschenschaft Fridericia, 1846, Foto: Björn Thomann. (Burschenschaft Alemannia zu Bonn, Björn Thomann)

 

Ob­wohl an der Bon­ner Uni­ver­si­tät mit Ernst Mo­ritz Arndt und Fried­rich Chris­toph Dah­l­mann zwei po­pu­lä­re Prot­ago­nis­ten der deut­schen Na­tio­nal­be­we­gung lehr­ten, be­fand sich die Stadt zu Be­ginn der Re­vo­lu­ti­on in ei­nem Zu­stand der „voll­kom­mens­ten po­li­ti­schen Un­schuld.“ An­ders als Köln war Bonn im Vor­märz kein Zen­trum der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung. Stadt und Uni­ver­si­tät wur­den in po­li­ti­scher Hin­sicht von ei­nem ge­mä­ßigt li­be­ra­len bis kon­ser­va­ti­ven Kli­ma be­herrscht. Un­ter den Pro­fes­so­ren ten­dier­te al­lein der Do­zent für Kunst- und Kul­tur­ge­schich­te Gott­fried Kin­kel an der Sei­te sei­ner Frau Jo­han­na Kin­kel zur ra­di­ka­len de­mo­kra­ti­schen Lin­ken.

Den­noch wa­ren auch im bür­ger­lich ge­präg­ten Bonn die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen der be­gin­nen­den In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on un­mit­tel­bar zu spü­ren. Nach ei­ner Hun­gers­not im Win­ter 1845/1846 so­wie den Miss­ern­ten und Teue­run­gen in den Jah­ren 1846 und 1847 be­gann sich vor al­lem die Si­tua­ti­on der Hand­wer­ker und Ge­wer­be­trei­ben­den er­heb­lich zu ver­schlech­tern. Ge­mein­sam mit den Stu­den­ten soll­ten sie zu den Haupt­trä­gern der re­vo­lu­tio­nä­ren Er­eig­nis­se in Bonn wer­den, wenn­gleich sich die Zie­le bei­der Grup­pen deut­lich un­ter­schie­den. Wäh­rend sich Hand­wer­ker und Ge­wer­be­trei­ben­de in ers­ter Li­nie ei­nen Aus­weg aus ih­rer pre­kä­ren öko­no­mi­schen Si­tua­ti­on er­hoff­ten, ver­folg­ten Tei­le des aka­de­mi­schen Nach­wuch­ses hö­he­re staats­po­li­ti­sche Zie­le.

Im Som­mer­se­mes­ter 1847 hat­te sich der Leh­rer­sohn Carl Schurz an der phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Bonn ein­ge­schrie­ben und sich zeit­gleich der Bur­schen­schaft Fran­ko­nia an­ge­schlos­sen. Dem spä­te­ren In­nen­mi­nis­ter der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka blieb es vor­be­hal­ten, zu ei­ner Schlüs­sel­fi­gur der de­mo­kra­tisch-re­pu­bli­ka­ni­schen Lin­ken auf­zu­stei­gen. Der Aus­bruch der Re­vo­lu­ti­on traf ihn, wie die meis­ten sei­ner Kom­mi­li­to­nen, über­ra­schend und un­ver­mit­telt. Rück­bli­ckend schrieb er 1850: „Das Jahr 1848 fand mich zwi­schen mei­nen Bü­chern ein­ge­schlos­sen; ich stu­dier­te Ge­schich­te und mach­te – Ver­se. Ich weiß nicht, was mich mit so un­wi­der­steh­li­cher Ge­walt in den Stru­del der Er­eig­nis­se hin­ein­zog.“

4. Die Bonner Burschenschaften als Träger der Revolution

Die Nach­richt von der Be­sei­ti­gung der fran­zö­si­schen Ju­li­mon­ar­chie er­reich­te Bonn am 25.2.1848 und rief in al­len Schich­ten der Be­völ­ke­rung Be­sorg­nis und leb­haf­te Dis­kus­sio­nen über die mög­li­chen Fol­gen her­vor. Die Sor­ge vor ei­ner krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit Frank­reich for­cier­te die Grün­dung ei­ner Bür­ger­wehr am 4.3.1848, der sich auch zahl­rei­che Stu­den­ten an­schlie­ßen woll­ten. Die aka­de­mi­schen Be­hör­den ge­neh­mig­ten ih­nen al­ler­dings nur die Mit­glied­schaft in ei­nem spe­zi­el­len von der Uni­ver­si­tät kon­trol­lier­ten Stu­den­ten­corps.

Friedrich Christoph Dahlmann, Porträt, Steindruck von Paul Rohrbach (1817-um 1862). (Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn)

 

Un­ter der Füh­rung des Ale­man­nen Her­mann Wil­helm Ten­de­ring (1827-1863) und des Fran­ken Fried­rich Phil­ipp Wes­sel (1824-1855) er­wirk­ten 150 Stu­den­ten je­doch am 15.3.1848 ei­ne Re­vi­si­on die­ser Ent­schei­dung. Das ge­son­der­te Stu­den­ten­corps der Uni­ver­si­tät er­lang­te kei­ne nach­hal­ti­ge Be­deu­tung. Es er­reich­te zu­nächst ei­ne Stär­ke von 60 Mann, lös­te sich aber be­reits im Ver­lauf des Som­mer­se­mes­ters 1848 we­gen man­geln­der Be­tei­li­gung wie­der auf. Die stu­den­ti­schen Ein­hei­ten in­ner­halb der Bon­ner Bür­ger­wehr wur­den hin­ge­gen erst nach dem Ein­marsch preu­ßi­scher Trup­pen im No­vem­ber 1848 ent­waff­net und auf­ge­löst.

In der ers­ten März­hälf­te des Jah­res 1848 er­ar­bei­te­ten Stadt­rat und Ver­tre­ter der Uni­ver­si­tät un­ter der Füh­rung von Fried­rich Dah­l­mann meh­re­re Pe­ti­tio­nen an den preu­ßi­schen Kö­nig, in de­nen sie ih­rem Wunsch nach Pres­se­frei­heit und ge­mä­ßig­ten Re­for­men Aus­druck ver­lie­hen. Die Nach­richt von den Ber­li­ner Be­schlüs­sen vom 18.3.1848, mit de­nen Fried­rich Wil­helm IV. ei­nen gro­ßen Teil der For­de­run­gen zu er­fül­len schien und die Aus­ar­bei­tung ei­ner ge­samt­deut­schen Ver­fas­sung an­kün­dig­te, rief in Bonn gro­ße Be­geis­te­rung her­vor, die al­le ge­sell­schaft­li­chen Grup­pie­run­gen er­fass­te und am 20. März in ei­nem Fest­zug mit an­schlie­ßen­der Gro­ßkund­ge­bung auf dem Markt­platz gip­fel­te. Carl Schurz ver­merk­te: „Im Nu war die Stadt mit schwarz-rot-gol­de­nen Fah­nen be­deckt, und nicht nur die Bur­schen­schaf­ten, son­dern fast je­der­mann trug bald die schwarz-rot-gol­de­ne Ko­kar­de an Müt­ze oder Hut.“

Die Voll­endung der na­tio­nal­staat­li­chen Ei­ni­gung Deutsch­lands schien greif­bar na­he zu sein - ei­ne Vor­stel­lung, die das pro­vin­zi­el­le Bonn kurz­zei­tig in ei­nen Zu­stand kol­lek­ti­ver na­tio­na­ler Hoch­stim­mung ver­setz­te. Die­se mün­de­te je­doch bald in ei­ne Pha­se all­ge­mei­ner Er­nüch­te­rung. Der er­hoff­te po­li­ti­sche Kon­sens er­wies sich als Il­lu­si­on und die Nach­rich­ten von den blu­ti­gen Bar­ri­ka­den­kämp­fen in Ber­lin be­schleu­nig­ten die Her­aus­bil­dung ver­schie­de­ner po­li­ti­scher Frak­tio­nen. Die Pro­fes­so­ren Arndt und Dah­l­mann, die noch am 20. März ein­träch­tig be­ju­belt wor­den wa­ren, ge­rie­ten bald in die Kri­tik des sich her­aus­bil­den­den preu­ßen­feind­li­chen La­gers der de­mo­kra­ti­schen Lin­ken, wel­che mit Nach­druck die Be­sei­ti­gung der mon­ar­chis­ti­schen Staats­form ein­for­der­ten. Ernst Mo­ritz Arndt wie­der­um ur­teil­te über die sich for­mie­ren­de de­mo­kra­ti­sche Be­we­gung: „Selbst in die­ser klei­nen Stadt müs­sen wir fast täg­lich und stünd­lich ge­gen de­mo­kra­ti­sches Un­ge­zie­fer zu Fel­de lie­gen mit Re­den, Strei­ten, Schrei­ben usw.“

Am 31.5.1848 wur­de un­ter der Füh­rung Gott­fried Kin­kels der De­mo­kra­ti­sche Ver­ein ge­grün­det, dem zahl­rei­che Stu­den­ten als Mit­glie­der bei­tra­ten. Als Re­dak­teur der Bon­ner Zei­tung stand Kin­kel zu­gleich an der Spit­ze ei­nes der wich­tigs­ten de­mo­kra­ti­schen Blät­ter der Re­vo­lu­ti­on. Auch die po­li­tisch ge­mä­ßig­ten Kon­sti­tu­tio­nel­len, die ei­ne na­tio­na­le Ei­ni­gung un­ter der Füh­rung des preu­ßi­schen Kö­nigs for­der­ten, so­wie die Kon­ser­va­ti­ven, die auf ei­ne Wie­der­her­stel­lung der vor­re­vo­lu­tio­nä­ren Ord­nung dran­gen, grün­de­ten in Bonn po­li­ti­sche Ver­ei­ne.

Der Kon­sti­tu­tio­nel­le Bür­ger­ver­ein un­ter der Lei­tung der Pro­fes­so­ren Hu­go Häl­sch­ner (1817-1889) und Fried­rich Wil­helm Rit­schl (1806-1876) ver­trat in sei­ner zu­neh­mend preu­ßen­freund­li­chen Li­nie die Mei­nung des grö­ß­ten Teils des Bil­dungs- und Be­sitz­bür­ger­tums, der Pro­fes­so­ren und der Stu­den­ten­schaft. Ein stu­den­ti­sches En­ga­ge­ment lässt sich hier vor al­lem im Som­mer 1848 be­ob­ach­ten.

Die Stu­den­ten­schaft war in po­li­ti­scher Hin­sicht ge­spal­ten. Selbst in­ner­halb der ein­zel­nen Kor­po­ra­tio­nen kam es zur Her­aus­bil­dung de­mo­kra­ti­scher, kon­sti­tu­tio­nel­ler oder kon­ser­va­ti­ver Frak­tio­nen und zu er­bit­ter­ten Flü­gel­kämp­fen. Für Auf­se­hen sorg­te die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen den Fran­ken Jo­han­nes Over­beck und Carl Schurz, der sich der De­mo­kra­tie­be­we­gung und ei­ner Re­form der Hoch­schu­len im Sin­ne des Pro­gress ver­pflich­tet sah. In die­sem Sin­ne for­cier­te er die Ei­ni­gung der ge­sam­ten Bon­ner Stu­den­ten­schaft un­ter dem Dach ei­ner par­la­men­ta­risch or­ga­ni­sier­ten All­ge­mein­heit. Over­beck stand die­ser In­itia­ti­ve ab­leh­nend ge­gen­über. In po­li­ti­scher Hin­sicht ver­stand er sich als Kon­sti­tu­tio­nel­ler, fand für sei­ne An­sich­ten aber we­der in den Stu­den­ten­ver­samm­lun­gen noch in sei­ner Bur­schen­schaft ei­ne Mehr­heit.

Die an­ge­spann­te Stim­mung spie­gelt sich in ei­nem Brief wi­der, den Schurz an sei­nen Bun­des­bru­der Theo­dor Pe­trasch (1825-1886) schrieb: „Was un­se­re stu­den­ti­schen Be­stre­bun­gen an­geht, so le­ben wir in ei­nem sol­chen Schwall von Ge­schäf­ten, Ver­samm­lun­gen, Wah­len usw., dass uns fast Hö­ren und Se­hen ver­geht, und nur sehr we­nig Zeit bleibt, un­se­re Er­fol­ge zu ge­nie­ßen. In un­se­rer Par­tei herrscht der bes­te Geist, und wir Ra­di­ka­len ste­hen un­be­dingt an der Spit­ze. Wei­se und ich ge­nie­ßen ei­ner sehr aus­ge­dehn­ten Po­pu­la­ri­tät. Over­beck wird sich sehr in acht neh­men müs­sen, wenn er nicht sin­ken will.“

Der öf­fent­lich aus­ge­tra­ge­ne Kon­flikt zwi­schen Over­beck und Schurz ent­wi­ckel­te sich zu­gleich zu ei­nem Macht­kampf in der Fran­ko­nia, in dem Schurz letzt­lich die Ober­hand be­hielt. Er wur­de im Au­gust 1848 zum Spre­cher sei­nes Bun­des ge­wählt, wäh­rend sich Over­beck nach der er­folg­rei­chen Kon­sti­tu­ie­rung der All­ge­mein­heit im Ju­li 1848 zu­rück­zog. Er war je­doch ent­schei­dend an der Grün­dung des Kon­sti­tu­tio­nel­len Bür­ger­ver­eins am 12.6.1848 be­tei­ligt. Schurz ver­merk­te: „Over­beck hat sich gänz­lich aus dem Stu­den­ten­le­ben in sei­nen Dok­tor zu­rück­ge­zo­gen – und er wird, wenn ich mich nicht sehr ir­re, sich da­bei bes­ser be­fin­den.“ Im Jahr 1850 ha­bi­li­tier­te sich Over­beck in Bonn und wirk­te ab 1853 als Pro­fes­sor für Ar­chäo­lo­gie in Leip­zig. Er war mit ei­ner Toch­ter des Bon­ner Zoo­lo­gen Ge­org Au­gust Gold­fuß ver­hei­ra­tet.

Carl Schurz als Student, 1848, Porträtfoto.

 

Die Grün­dung der All­ge­mein­heit über po­li­ti­sche und kor­po­ra­ti­ve Ge­gen­sät­ze hin­weg be­deu­te­te für Schurz nach mehr­mo­na­ti­gen Ver­hand­lun­gen ei­nen gro­ßen Er­folg, der letzt­lich aber nur im Ein­ver­neh­men mit den Corps mög­lich ge­wor­den war. Un­ter­stüt­zung hat­te Schurz vor al­lem in dem Rhen­a­nen Adolf Ernst von Ernst­hau­sen (1827-1894) ge­fun­den, der sich als un­ver­zicht­ba­rer Ver­mitt­ler zwi­schen den ver­schie­de­nen po­li­ti­schen Grup­pie­run­gen er­wies. Er ver­stand es auch, die fünf Corps von der Teil­nah­me an der All­ge­mein­heit zu über­zeu­gen. Rück­bli­ckend schrieb er: „Die Corps hat­ten, ih­rem ex­klu­si­ven Cha­rak­ter ent­spre­chend, an­fangs kei­ne be­son­de­re Nei­gung, sich an die­sen Zu­sam­men­künf­ten zu be­tei­li­gen. Ei­ne star­ke Mei­nung un­ter den Corps­stu­den­ten ging da­hin, sich ganz da­von zu­rück­zu­hal­ten. Ich war der ent­ge­gen­ge­setz­ten Mei­nung. Die Corps mit ih­rem An­han­ge […] um­fass­ten zwar nur et­wa ein star­kes Sechs­tel der gan­zen Stu­den­ten­schaft, aber ih­re straf­fe Or­ga­ni­sa­ti­on und das An­se­hen, in dem sie stan­den, ga­ben ih­nen ei­ne ver­hält­nis­mä­ßig weit grö­ße­re Macht, die vor­kom­men­den Falls leicht den Aus­schlag ge­ben konn­te.“

An der Sei­te von Schurz pro­fi­lier­te sich der Ju­ra­stu­dent und spä­te­re Aa­che­ner Ober­bür­ger­meis­ter Lud­wig von Wei­se (1828-1915), der seit dem Win­ter­se­mes­ter 1846/1847 der Fran­ko­nia an­ge­hör­te, als ein füh­ren­der Kopf der De­mo­kra­ten. Dank sei­ner her­aus­ra­gen­den rhe­to­ri­schen Fä­hig­kei­ten spiel­te er vor al­lem in den Stu­den­ten­ver­samm­lun­gen des Som­mer­se­mes­ters 1848 ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Zu den Wort­füh­rern im De­mo­kra­ti­schen Ver­ein ist der Me­di­zin­stu­dent Hein­rich Lud­wig Klos­ter­mann (1825-1895) zu zäh­len. Er ge­hör­te der Bur­schen­schaft Teu­to­nia an und fun­gier­te spä­ter als Krei­s­phy­si­kus in Bo­chum.

Die füh­ren­de Rol­le der Bur­schen­schaf­ten in­ner­halb der Bon­ner Stu­den­ten­schaft zeig­te sich am zwei­ten Wart­burg­fest im Ju­ni 1848. Un­ter der fünf­köp­fi­gen De­le­ga­ti­on be­fan­den sich mit Wei­se, Ten­de­ring und Klos­ter­mann drei Bur­schen­schaf­ter. Die Corps wur­den durch Ernst­hau­sen, die Uni­on durch den Ro­ma­nen Ru­dolf Gus­tav Wol­ter (1825-1890) ver­tre­ten. Bei dem im Sep­tem­ber 1848 in Ei­se­nach zu­sam­men­tre­ten­den par­la­men­ta­ri­schen Ge­samt­aus­schuss der deut­schen Stu­den­ten wur­de die Bon­ner De­le­ga­ti­on von Schurz an­ge­führt. Ihm zur Sei­te stand der Ale­man­ne Eleazar Louis Leh­mann (1824-1899). Dank ih­rer Agi­ta­ti­on wur­de Bonn zum Vor­ort des Ge­samt­aus­schus­ses ge­wählt. In­fol­ge der sich über­schla­gen­den Er­eig­nis­se der fol­gen­den Mo­na­te und des Nie­der­gan­ges der All­ge­mein­heit ver­moch­ten die Bon­ner das in sie ge­setz­te Ver­trau­en aber nicht zu recht­fer­ti­gen.

Wäh­rend ei­ne Mehr­heit der Fran­ken mit der de­mo­kra­tisch-re­pu­bli­ka­ni­schen Be­we­gung sym­pa­thi­sier­te, gin­gen die Ale­man­nen im Som­mer 1848 mit den ma­ß­vol­len Zie­len des Kon­sti­tu­tio­nel­len Bür­ger­ver­eins kon­form, der den „Bruch mit ei­nem un­heil­vol­len po­li­ti­schen Sys­te­m“ zwar be­für­wor­te­te, als Staats­ver­fas­sung je­doch ei­ne kon­sti­tu­tio­nel­le Mon­ar­chie, „ge­schützt durch we­sent­lich de­mo­kra­ti­sche In­sti­tu­tio­nen“ als „rich­tigs­te Staats­ver­fas­sun­g“ fa­vo­ri­sier­te. Ei­ni­ge Ale­man­nen tra­ten dem Kon­sti­tu­tio­nel­len Bür­ger­ver­ein als Mit­glie­der bei und be­zo­gen öf­fent­lich Stel­lung ge­gen die ra­di­ka­len For­de­run­gen des De­mo­kra­ti­schen Ver­eins. Nur we­ni­ge las­sen sich der de­mo­kra­ti­schen Lin­ken zu­ord­nen. Ne­ben Ten­de­ring ist hier der be­reits er­wähn­te Louis Leh­mann (1824-1899) zu nen­nen. Er wur­de An­fang Ju­li 1848 in den zwölf­köp­fi­gen Vor­stand der Bon­ner All­ge­mein­heit ge­wählt, trat aber seit dem Win­ter­se­mes­ter 1848/1849 nicht mehr in Er­schei­nung. Er prak­ti­zier­te spä­ter als Arzt in Bad Oeyn­hau­sen. Ten­de­ring ge­hör­te bis zu sei­ner Ex­ma­tri­ku­la­ti­on im Au­gust 1848 zu den Haupt­agi­ta­to­ren der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung und war nach dem Stu­di­um als Arzt in Kre­feld tä­tig.

Adolph Ernst von Ernsthausen, Silhouette. (Universitätsarchiv Bonn)

 

Im Win­ter­se­mes­ter 1848/1849 er­wies sich der aus Mo­ers stam­men­de Ju­ra­stu­dent Ar­nold Knorsch (1828-1879) als füh­ren­der Kopf der Ale­man­nen. Spä­ter als An­walt in Düs­sel­dorf wir­kend, war er in den 1850er Jah­ren Mit­glied des li­be­ra­len Deut­schen Na­tio­nal­ver­eins und ab 1859 der Deut­schen Fort­schritts­par­tei. Den ra­di­ka­len For­de­run­gen der de­mo­kra­ti­schen Lin­ken stan­den er und sei­ne Bur­schen­schaft im Herbst 1848 ent­schie­den ab­leh­nend ge­gen­über. Die Ale­man­nen ver­tra­ten in den Ver­samm­lun­gen der All­ge­mein­heit an der Sei­te des Corps Bo­rus­sia und der Bur­schen­schaft Teu­to­nia so­gar ver­stärkt kon­ser­va­tiv-re­ak­tio­nä­re An­sich­ten.

5. Die Verteidigung der Märzerrungenschaften

Nach En­de des Som­mer­se­mes­ters 1848 be­en­de­ten zahl­rei­che Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung ih­re Stu­di­en­zeit an der Uni­ver­si­tät Bonn. Am schwers­ten wog der Ab­gang Adolf von Ernst­hau­sens, der den Kon­sens zwi­schen Bur­schen­schaf­ten und Corps her­bei­ge­führt hat­te. Er fun­gier­te spä­ter als Ober­prä­si­dent der Pro­vinz West­preu­ßen und ge­hör­te seit 1864 als Ver­tre­ter der Kon­ser­va­ti­ven dem Preu­ßi­schen Ab­ge­ord­ne­ten­haus an. Eben­so wie er ver­ließ auch sein Corps­bru­der Ot­to von Va­ca­no (1827-1897) die Uni­ver­si­tät. Er hat­te un­ter an­de­rem als De­le­gier­ter an der Ei­se­nach­er Ta­gung des Ge­samt­aus­schus­ses teil­ge­nom­men. Als Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Col­mar und Mit­glied des Staats­rats für El­sass-Loth­rin­gen er­lang­te auch er spä­ter über­re­gio­na­le Be­deu­tung.

Aus den Rei­hen der Bur­schen­schaf­ten nah­men Lud­wig von Wei­se, Her­mann Ten­de­ring und Franz d’Avis ih­ren Ab­schied. Der de­mo­kra­ti­sche Nach­wuchs re­kru­tier­te sich nun vor al­lem aus jun­gen Mit­glie­dern Fran­ko­ni­as. Zu nen­nen sind da­bei der Me­di­zin­stu­dent Lud­wig Mey­er (1827-1900) so­wie der auf­grund sei­ner Teil­nah­me am Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Krieg po­pu­lär ge­wor­de­ne Ge­schichts­stu­dent und Schrift­stel­ler Adolf Hein­rich Strodtmann (1829-1879). Lud­wig Mey­er, ein „hoch­ge­wach­se­ner Jüng­ling, der in schwar­zem Samt­rock und ob­li­ga­ten Ka­no­nen­stie­feln auf der Red­ner­büh­ne stan­d“, galt als her­aus­ra­gen­der Rhe­to­ri­ker, wo­hin­ge­gen sich der schwer­hö­ri­ge Strodtmann als ein füh­ren­der Au­tor der Bon­ner Zei­tung er­wies.

Nicht zur Fran­ko­nia ge­hör­ten der aus Köln stam­men­de Me­di­zin­stu­dent Carl Au­gust Hart­mann (1828-1863) so­wie der Ju­ra­stu­dent Edu­ard Win­kel­mann (ge­bo­ren 1828). Bei­de zähl­ten zu den ra­di­kals­ten Prot­ago­nis­ten der de­mo­kra­ti­schen Lin­ken in Bonn. Win­kel­mann wirk­te un­ter an­de­rem als Ge­schäfts­füh­rer des im De­zem­ber 1849 von Schurz ge­grün­de­ten De­mo­kra­ti­schen Stu­den­ten­ver­eins. Hart­mann emi­grier­te 1849 in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, wirk­te dort als Arzt und fiel 1863 im Ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg in der Schlacht bei Chan­cellors­vil­le.

Ins­ge­samt ließ das In­ter­es­se der Bon­ner Stu­den­ten­schaft an ei­ner ak­ti­ven po­li­ti­schen Be­tä­ti­gung spür­bar nach, die Be­tei­li­gung an den Ver­samm­lun­gen der All­ge­mein­heit war stark rück­läu­fig. Die Corps und die Ver­bin­dun­gen der ka­tho­li­schen Uni­on kün­dig­ten ih­re Mit­ar­beit eben­so auf wie die Bur­schen­schaf­ten Ale­man­nia und Teu­to­nia. Der de­mo­kra­tisch ge­sinn­te Me­di­zin­stu­dent Na­than Pap­pen­heim (ge­bo­ren 1824) be­klag­te den Zu­stand zu­neh­men­der po­li­ti­scher Pas­si­vi­tät öf­fent­lich in ei­nem Ar­ti­kel der Bon­ner Zei­tung: „Wer­den die Be­dürf­nis­se un­se­rer stu­den­ti­schen Ju­gend denn nie­mals über das Bier­faß hin­aus­ge­hen? Ist Band und far­bi­ge Müt­ze im­mer noch die ein­zi­ge Zier­de und Aus­zeich­nung der Stu­den­ten? Kön­nen sich die Äl­te­ren um die neu An­kom­men­den gar nicht an­ders ver­dient ma­chen, als sie für ih­re Far­ben und das Bier­faß zu wer­ben? Wir ver­zwei­feln.“

Auch die po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen nah­men seit den Som­mer­mo­na­ten des Jah­res 1848 ei­nen an­de­ren Ver­lauf, als ihn sich die De­mo­kra­ten er­hofft hat­ten. Dem un­über­seh­ba­ren Macht- und Be­deu­tungs­ver­fall der Frank­fur­ter Na­tio­nal­ver­samm­lung stan­den die Er­fol­ge der ge­gen­re­vo­lu­tio­nä­ren Kräf­te un­ter preu­ßi­scher Füh­rung ge­gen­über. Um die­sen Ent­wick­lun­gen und der all­ge­mei­nen Ent­po­li­ti­sie­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken, ent­schie­den sich die Bon­ner De­mo­kra­ten un­ter der Füh­rung von Kin­kel und Schurz im No­vem­ber 1848 zur Ent­mach­tung der städ­ti­schen Be­hör­den und zur In­iti­ie­rung ei­ner Steu­er­ver­wei­ge­rung, ei­ner Maß­nah­me, die ge­mäß ei­nes Be­schlus­ses der Preu­ßi­schen Na­tio­nal­ver­samm­lung vom 15.11.1848 als le­gi­ti­mes Mit­tel des po­li­ti­schen Pro­tests galt. Auf ei­ner Volks­ver­samm­lung wur­de am 19. No­vem­ber ein zehn­köp­fi­ger Si­cher­heits­aus­schuss ge­wählt, dem mit Carl Schurz und Na­than Pap­pen­heim zwei Stu­den­ten an­ge­hör­ten. Der Si­cher­heits­aus­schuss er­lang­te nach der Be­set­zung der Stadt­to­re durch die Bür­ger­wehr noch am glei­chen Tag die Kon­trol­le über die Stadt. Die Bür­ger­schaft hat­te die­sem Vor­stoß zu­nächst kei­nen Wi­der­stand ent­ge­gen­set­zen kön­nen. Die Stadt wur­de je­doch be­reits am 20.11.1848 kampf­los durch preu­ßi­sche Trup­pen be­setzt und die kur­ze Herr­schaft des Si­cher­heits­aus­schus­ses auf un­spek­ta­ku­lä­re Wei­se be­en­det.

Auf­grund der un­kla­ren Rechts­ver­hält­nis­se blie­ben die In­itia­to­ren des Steu­er­boy­kotts un­be­hel­ligt, auch die Stu­den­ten wur­den durch die aka­de­mi­schen Be­hör­den nicht zur Re­chen­schaft ge­zo­gen. Die Bür­ger­wehr hin­ge­gen wur­de ent­waff­net und am 22.12.1848 of­fi­zi­ell auf­ge­löst. Dem Auf­ruf zur Aus­lie­fe­rung ih­rer Waf­fen folg­ten die Stu­den­ten nur wi­der­stre­bend. Adolf Strodtmann wur­de we­gen des il­le­ga­len Be­sit­zes ei­ner Mus­ke­te zu ei­ner zehn­tä­gi­gen Haft im Kar­zer der Uni­ver­si­tät ver­ur­teilt. Die De­mo­kra­ten bü­ß­ten mit der Zer­schla­gung der Bür­ger­wehr den be­waff­ne­ten Arm ih­rer Be­we­gung ein. Auch wenn der mi­li­tä­ri­sche Wert die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on nur ge­ring war, so soll­te sich der feh­len­de Zu­griff auf Waf­fen und Mu­ni­ti­on im Ver­lauf des Früh­jahrs 1849 noch als nach­tei­lig er­wei­sen.

Ei­ne re­ge Be­tei­li­gung von Mit­glie­dern der Bur­schen­schaft Fran­ko­nia im De­mo­kra­ti­schen Ver­ein ist auch in den Mo­na­ten nach der miss­glück­ten Steu­er­ver­wei­ge­rung zu be­ob­ach­ten. Auf Be­trei­ben von Schurz kon­sti­tu­ier­te sich am 1.12.1848 au­ßer­dem ein ei­gen­stän­di­ger de­mo­kra­ti­scher Stu­den­ten­ver­ein als Bin­de­glied zwi­schen der zu­neh­mend un­po­li­ti­scher wer­den­den Stu­den­ten­schaft und dem De­mo­kra­ti­schen Ver­ein. Schurz selbst über­nahm den Vor­sitz. Nach­dem Gott­fried Kin­kel in die Preu­ßi­sche Na­tio­nal­ver­samm­lung ge­wählt wor­den war, gin­gen auch die Füh­rung des De­mo­kra­ti­schen Ver­eins und die Lei­tung der Neu­en Bon­ner Zei­tung vom 23.2.-7.4.1849 auf Schurz über. Wäh­rend er in die­sen Funk­tio­nen un­um­strit­ten war, sah er sich in­ner­halb sei­ner Bur­schen­schaft ei­ner stär­ker wer­den­den Op­po­si­ti­on ge­gen­über, die vor al­lem sei­ne po­li­ti­sche Agi­ta­ti­on kri­tisch be­ob­ach­te­te.

Fran­ko­nia zer­fiel in zwei La­ger. Auf der ei­nen Sei­te stand ei­ne sich in der Min­der­heit be­fin­den­de, je­doch ei­nen gro­ßen Teil der sich po­li­tisch en­ga­gie­ren­den Mit­glie­der um­fas­sen­den Frak­ti­on um Phil­ipp Wes­sel, auf der an­de­ren Sei­te die po­li­tisch pas­si­ve Mehr­heit um den aus Stet­tin stam­men­den Ju­ra­stu­den­ten Fe­lix Gie­se­brecht (1829-1901). Strodtmann schrieb im Fe­bru­ar 1849: „Die Ver­bin­dung bie­tet jetzt ein trü­bes Bild, ei­ne drü­cken­de Schwü­le las­tet auf al­len Ge­mü­tern, zwei Par­tei­en ste­hen sich ge­gen­über, die sich miss­trau­isch be­trach­ten; hof­fen wir, daß recht bald der er­war­te­te Blitz her­nie­der­fah­re, der die be­klom­me­ne Luft rei­nigt.“

Der seit dem Win­ter­se­mes­ter 1848/1849 schwe­len­de Kon­flikt er­reich­te sei­nen Hö­he­punkt, als dem Ju­ra­stu­den­ten Max Sack (1829-1875), spä­ter Stadt­ge­richts­rat in Ber­lin, die eh­ren­vol­le Ent­las­sung aus der Ver­bin­dung von der Grup­pe um Gie­se­brecht und Strodtmann ver­sagt wur­de. Die ge­gen die­se Ent­schei­dung pro­tes­tie­ren­de acht­köp­fi­ge Op­po­si­ti­on un­ter der Füh­rung von Wes­sel und Mey­er er­klär­te dar­auf­hin ge­schlos­sen ih­ren Aus­tritt und grün­de­te am 9.3.1849 die Bur­schen­schaft „Nor­man­ni­a“.

Schurz, der bei den ent­schei­den­den Ver­samm­lun­gen ab­we­send war, schloss sich ih­nen an. Da­ge­gen blieb Strodtmann, der nicht nur ein über­zeug­ter De­mo­krat, son­dern auch ein ent­schie­de­ner Geg­ner Wes­sels war, Mit­glied der Fran­ko­nia. Po­li­ti­sche Mo­ti­ve spiel­ten bei der Spal­tung dem­zu­fol­ge kei­ne ent­schei­den­de Rol­le.  Von Strodtmann ab­ge­se­hen spiel­te die Fran­ko­nia im wei­te­ren Ver­lauf der re­vo­lu­tio­nä­ren Er­eig­nis­se kei­ne Rol­le mehr. Nor­man­nia hin­ge­gen, der mit Schurz, Mey­er und Wes­sel drei füh­ren­de Agi­ta­to­ren der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung an­ge­hör­ten, ver­trat über den ge­schei­ter­ten Sturm auf das Sieg­bur­ger Zeug­haus im Mai 1849 hin­aus ra­di­kal-de­mo­kra­ti­sche Po­si­tio­nen.

6. Zerschlagung der demokratischen Bewegung

Die po­li­tisch mo­ti­vier­ten Ak­ti­vi­tä­ten Bon­ner Stu­den­ten soll­ten ih­ren Hö­he­punkt in der „Ban­kett-Af­fä­re“ am 25.2.1849 und den dar­auf fol­gen­den Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den ver­ant­wort­li­chen Stu­den­ten und den aka­de­mi­schen Be­hör­den fin­den. An­läss­lich des ers­ten Jah­res­ta­ges der re­vo­lu­tio­nä­ren Er­eig­nis­se in Frank­reich hat­ten die De­mo­kra­ten zu ei­nem Fest­zug mit an­schlie­ßen­dem Ban­kett in der Bon­ner In­nen­stadt auf­ge­ru­fen. Der Se­nat der Uni­ver­si­tät ver­sag­te die­ser Fei­er die Zu­stim­mung und stell­te Durch­füh­rung und Teil­nah­me un­ter Stra­fe. Trotz der An­dro­hung schwers­ter Kon­se­quen­zen wur­den Fest­zug und Ban­kett un­ter der Lei­tung von Wes­sel, Mey­er und Pap­pen­heim wie ge­plant durch­ge­führt. Auf­grund der un­er­war­tet star­ken Fre­quen­tie­rung durch die Stu­den­ten­schaft ver­zich­te­te die Uni­ver­si­tät zwar auf ei­ne ge­walt­sa­me Auf­lö­sung der Ver­an­stal­tung, lei­te­te al­ler­dings ge­gen die Ver­ant­wort­li­chen ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ein.

Schurz ge­lang es, die­sen Pro­zess öf­fent­lich­keits­wirk­sam in Sze­ne und die aka­de­mi­schen Be­hör­den gleich­zei­tig un­ter Druck zu set­zen. Des­sen un­ge­ach­tet wur­den Pap­pen­heim und Wes­sel den­noch als Haupt­ver­ant­wort­li­che von der Uni­ver­si­tät ver­wie­sen, wäh­rend Mey­er aus Be­weis­man­gel frei­ge­spro­chen wer­den muss­te. Die Be­stra­fun­gen sei­ner Mit­strei­ter nahm Schurz of­fen­sicht­lich bil­li­gend in Kauf, wohl auch dar­auf spe­ku­lie­rend, sei­nen ver­lo­re­nen Ein­fluss auf die Stu­den­ten­schaft zu­rück­zu­er­lan­gen. Die­se Hoff­nung er­füll­te sich al­ler­dings nicht. Zu­dem ver­zeich­ne­te die de­mo­kra­ti­sche Be­we­gung mit der Aus­wei­sung von Pap­pen­heim und Wes­sel den Ver­lust zwei­er nur schwer zu er­set­zen­der Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten. Kurz­fris­tig als Er­folg ge­fei­ert, be­deu­te­te die „Ban­kett-Af­fä­re“ letzt­lich ei­ne wei­te­re er­heb­li­che Schwä­chung der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung in Bonn.

Wes­sel kehr­te be­reits 1851 nach Bonn zu­rück, wo er pro­mo­vier­te und trotz sei­ner re­pu­bli­ka­ni­schen Ver­gan­gen­heit ei­ne An­stel­lung als Pri­vat­do­zent für phy­si­sche und phy­si­ka­li­sche Geo­gra­phie er­hielt. Er starb nach schwe­rer Krank­heit be­reits im Jahr 1855. Na­than Pap­pen­heim pro­mo­vier­te 1850 in Hal­le. Da­nach ver­liert sich sei­ne Spur.

Die Ab­leh­nung der Kai­ser­kro­ne durch Fried­rich Wil­helm IV. am 3.4.1849 lei­te­te die End­pha­se der Re­vo­lu­ti­on ein. Gott­fried Kin­kel war nach der Auf­lö­sung der Preu­ßi­schen Na­tio­nal­ver­samm­lung nach Bonn zu­rück­ge­kehrt und hat­te sei­ne Tä­tig­keit an der Uni­ver­si­tät eben­so wie­der auf­ge­nom­men wie sein En­ga­ge­ment an der Spit­ze der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung. Der Aus­bruch der Auf­stän­de in El­ber­feld und Bar­men (heu­te Stadt Wup­per­tal), vor al­lem aber die Ein­be­ru­fung der Land­wehr am 8.5.1849, führ­te un­ter ei­ni­gen Bon­ner De­mo­kra­ten um Schurz zu der An­sicht, dass die Er­run­gen­schaf­ten der Re­vo­lu­ti­on nur noch durch Waf­fen­ge­walt ver­tei­digt wer­den konn­ten. Man plan­te da­her, das Zeug­haus im na­he­ge­le­ge­nen Sieg­burg zu über­fal­len, sich der dort la­gern­den Waf­fen und Aus­rüs­tung zu be­mäch­ti­gen und sich den Auf­stän­di­schen in El­ber­feld an­zu­schlie­ßen. Gott­fried Kin­kel stand dem Un­ter­neh­men zwar skep­tisch ge­gen­über, ver­moch­te sei­ne Zwei­fel aber nicht gel­tend zu ma­chen.

Tat­säch­lich ent­wi­ckel­te sich die Ak­ti­on zu ei­nem Fi­as­ko. Be­reits kurz nach­dem die et­wa 100 Mann zäh­len­de Trup­pe am 10.5.1849 rechts­rhei­ni­sches Ge­biet er­reicht hat­te, wur­de sie von nach­set­zen­den Dra­go­nern über­rascht und wi­der­stands­los zer­sprengt. Über die Be­tei­li­gung von Stu­den­ten und Bur­schen­schaf­tern am ge­schei­ter­ten Sturm auf das Sieg­bur­ger Zeug­haus lie­gen kei­ne ver­läss­li­chen An­ga­ben vor. Be­legt ist ne­ben der Teil­nah­me von Schurz je­doch zu­min­dest die von Lud­wig Mey­er und Edu­ard Win­kel­mann. Mit ei­ner weit­aus stär­ke­ren Be­tei­li­gung von Stu­den­ten war zu­min­dest von Sei­ten des zum Be­fehls­ha­ber er­nann­ten ehe­ma­li­gen preu­ßi­schen Leut­nants Carl Fried­rich Theo­dor An­ne­ke (1818-1872), Ehe­mann der Fe­mi­nis­tin Mat­hil­de An­ne­ke, vor al­lem aber von Schurz selbst ge­rech­net wor­den. Kin­kels Skep­sis und Strodtmanns Fern­blei­ben las­sen ver­mu­ten, dass der ge­plan­te Sturm auf das Zeug­haus auch un­ter den De­mo­kra­ten höchst um­strit­ten war. Die Mehr­heit der Teil­neh­mer ent­stamm­te der so­zia­len Un­ter­schicht Bonns.

Kin­kel und Schurz wand­ten sich nach dem miss­glück­ten Zeug­haus­sturm den­noch nach El­ber­feld, um die dor­ti­gen Auf­stän­di­schen zu un­ter­stüt­zen. Spä­ter nahm Schurz am Ba­di­schen Auf­stand teil, flüch­te­te un­ter aben­teu­er­li­chen Um­stän­den aus der von preu­ßi­schen Trup­pen be­la­ger­ten Fes­tung Ras­tatt und ge­lang­te schlie­ß­lich in die Schweiz. Nicht zu­letzt durch die spek­ta­ku­lä­re Be­frei­ung sei­nes Leh­rers Gott­fried Kin­kel aus dem Span­dau­er Ge­fäng­nis im No­vem­ber 1850 avan­cier­te er zu ei­ner der po­pu­lärs­ten Ge­stal­ten der Re­vo­lu­ti­on.

Adolf Strodtmann wur­de im Ver­lauf des Som­mer­se­mes­ters 1849 von den aka­de­mi­schen Be­hör­den we­gen ei­nes von ihm ver­fass­ten Ge­dich­tes über den in Ras­tatt in­haf­tier­ten Kin­kel von der Uni­ver­si­tät ver­wie­sen. Er ver­brach­te meh­re­re Jah­re im Aus­land, leb­te in Pa­ris, Lon­don und New York, ehe er 1856 nach Deutsch­land zu­rück­kehr­te, sich zu­nächst in Ham­burg nie­der­ließ und zu­letzt als Schrift­stel­ler und Dich­ter in Ber­lin leb­te.

Lud­wig Mey­er muss­te sich im Früh­jahr 1850 in Köln ge­mein­sam mit Kin­kel für sei­ne Be­tei­li­gung am Sieg­bur­ger Zeug­haus­sturm ver­ant­wor­ten. Der Pro­zess en­de­te mit ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Frei­spruch. Den­noch wur­de Mey­er am 30.7.1850 von der aka­de­mi­schen Ge­richts­be­hör­de mit der Aus­wei­sung aus Bonn be­straft. Er setz­te sein Stu­di­um in Würz­burg fort und stand 1850 im Ver­dacht, an der Be­frei­ung Kin­kels be­tei­ligt ge­we­sen zu sein. Trotz sei­ner viel­fäl­ti­gen po­li­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten als eben­so hoch­be­gabt wie flei­ßig gel­tend, avan­cier­te er in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten zu ei­ner der füh­ren­den Ka­pa­zi­tä­ten auf dem Ge­biet der Psych­ia­trie und wirk­te bis an sein Le­bens­en­de als Pro­fes­sor an der von ihm ge­grün­de­ten psych­ia­tri­schen Kli­nik in Göt­tin­gen. Auf po­li­ti­schem Ge­biet voll­zog er hin­ge­gen ei­ne voll­stän­di­ge Wen­dung, stand den Na­tio­nal­li­be­ra­len na­he und er­wies sich wie vie­le sei­ner Mit­strei­ter als ent­schie­de­ner An­hän­ger der Po­li­tik des eins­ti­gen Göt­tin­ger Corps­stu­den­ten Ot­to von Bis­marck (1815-1898).

Nach der Flucht von Schurz und den Ver­wei­sen von Mey­er und Strodtmann hat­te die de­mo­kra­ti­sche Stu­den­ten­be­we­gung in Bonn ih­re letz­ten Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gu­ren ver­lo­ren. Der De­mo­kra­ti­sche Ver­ein lös­te sich be­reits am 12.7.1849 auf, die „Neue Bon­ner Zei­tun­g“ stell­te am 30.6.1850 ihr Er­schei­nen ein. Im Som­mer­se­mes­ter 1850 sus­pen­dier­te die Bur­schen­schaft Nor­man­nia, die ver­blie­be­nen Mit­glie­der kehr­ten zur Fran­ko­nia zu­rück. Un­ge­klärt bleibt die Rol­le der am 14.11.1849 kon­sti­tu­ier­ten Bur­schen­schaft „Mar­ko­man­ni­a“. Mög­li­cher­wei­se han­del­te es sich bei ihr um ei­ne spä­te ra­di­kal-de­mo­kra­ti­sche Grup­pie­rung, die aber nur ei­nen ge­rin­gen Zu­lauf ver­zeich­ne­te. Sie be­stand bis 1855 als Bur­schen­schaft und da­nach bis zu ih­rer Auf­lö­sung 1859 als Corps.

7. Bilanz

Die Bon­ner Bur­schen­schaf­ten tra­ten im Ver­lauf der Re­vo­lu­ti­on 1848/1849 nicht als ei­gen­stän­dig agie­ren­de po­li­ti­sche Ver­ei­ni­gun­gen her­vor. In ih­ren Rei­hen fan­den sich An­hän­ger un­ter­schied­lichs­ter po­li­ti­scher Rich­tun­gen, wo­durch ein ge­schlos­se­nes Auf­tre­ten in kei­ner Pha­se ernst­haft in Er­wä­gung ge­zo­gen wer­den konn­te. Den­noch ge­hör­ten die meis­ten de­mo­kra­tisch ge­sinn­ten Bon­ner Stu­den­ten ei­ner Bur­schen­schaft an. So wur­de die de­mo­kra­ti­sche Be­we­gung zwar nicht durch die Bur­schen­schaf­ten, wohl aber ent­schei­dend von Bur­schen­schaf­tern ge­tra­gen. Dies gilt für die de­mo­kra­ti­sche Lin­ke eben­so wie für die Kon­sti­tu­tio­nel­len. Be­son­ders wäh­rend des Som­mer­se­mes­ters 1848 ist im Kon­sti­tu­tio­nel­len Ver­ein ei­ne leb­haf­te Be­tei­li­gung von Bur­schen­schaf­tern un­ter der Füh­rung von Jo­han­nes Over­beck fest­stell­bar. Die Be­mü­hun­gen von Schurz um ei­ne dau­er­haf­te In­stru­men­ta­li­sie­rung der Stu­den­ten­schaft für die Zie­le der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung er­wie­sen sich über das Som­mer­se­mes­ter 1848 hin­aus als er­folg­los. Die kon­ser­va­ti­ve Frak­ti­on der Corps, der Uni­on so­wie der Bur­schen­schaf­ten Ale­man­nia und Teu­to­nia ver­ein­te ab dem Win­ter­se­mes­ter 1848/1849 die Mehr­heit der Bon­ner Stu­den­ten.Die Bon­ner Bur­schen­schaf­ten tra­ten im Ver­lauf der Re­vo­lu­ti­on 1848/1849 nicht als ei­gen­stän­dig agie­ren­de po­li­ti­sche Ver­ei­ni­gun­gen her­vor. In ih­ren Rei­hen fan­den sich An­hän­ger un­ter­schied­lichs­ter po­li­ti­scher Rich­tun­gen, wo­durch ein ge­schlos­se­nes Auf­tre­ten in kei­ner Pha­se ernst­haft in Er­wä­gung ge­zo­gen wer­den konn­te. Den­noch ge­hör­ten die meis­ten de­mo­kra­tisch ge­sinn­ten Bon­ner Stu­den­ten ei­ner Bur­schen­schaft an. So wur­de die de­mo­kra­ti­sche Be­we­gung zwar nicht durch die Bur­schen­schaf­ten, wohl aber ent­schei­dend von Bur­schen­schaf­tern ge­tra­gen. Dies gilt für die de­mo­kra­ti­sche Lin­ke eben­so wie für die Kon­sti­tu­tio­nel­len. Be­son­ders wäh­rend des Som­mer­se­mes­ters 1848 ist im Kon­sti­tu­tio­nel­len Ver­ein ei­ne leb­haf­te Be­tei­li­gung von Bur­schen­schaf­tern un­ter der Füh­rung von Jo­han­nes Over­beck fest­stell­bar. Die Be­mü­hun­gen von Schurz um ei­ne dau­er­haf­te In­stru­men­ta­li­sie­rung der Stu­den­ten­schaft für die Zie­le der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung er­wie­sen sich über das Som­mer­se­mes­ter 1848 hin­aus als er­folg­los. Die kon­ser­va­ti­ve Frak­ti­on der Corps, der Uni­on so­wie der Bur­schen­schaf­ten Ale­man­nia und Teu­to­nia ver­ein­te ab dem Win­ter­se­mes­ter 1848/1849 die Mehr­heit der Bon­ner Stu­den­ten.

Bur­schen­schaf­ter wie Schurz, Strodtmann oder Mey­er avan­cier­ten in Wort und Schrift zu den Trä­gern der de­mo­kra­ti­schen Be­we­gung in Bonn. Von ih­ren Kri­ti­kern wur­den sie als po­li­ti­sche „Phan­tas­ten“ ver­spot­tet. Den­noch ver­stan­den sie es, die Un­zu­frie­den­heit der so­zi­al und öko­no­misch be­nach­tei­lig­ten Ge­sell­schafts­schich­ten für ih­re Zwe­cke zu nut­zen und die­se für ih­re Zie­le zu mo­bi­li­sie­ren. An­de­rer­seits man­gel­te es ih­nen aber an tak­ti­schem Kal­kül und re­al­po­li­ti­scher Nüch­tern­heit, wo­durch sie zu ei­nem über­stürz­ten Ak­tio­nis­mus neig­ten, der ih­ren Zie­len letzt­lich weit­aus mehr scha­de­te als Nut­zen brach­te.

Literatur

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Tho­mann, Björn, Die Rol­le der Bur­schen­schaf­ten in Je­na, Bonn und Bres­lau in der Re­vo­lu­ti­on 1848/49, in: Cer­win­ka, Gün­ter/Kaupp, Pe­ter/Lönne­cker, Ha­rald /Ol­den­ha­ge, Klaus (Hg.), 200 Jah­re bur­schen­schaft­li­che Ge­schich­te. Von Fried­rich Lud­wig Jahn zum Lin­zer Bur­schen­schaf­ter­turm. Aus­ge­wähl­te Dar­stel­lun­gen und Quel­len, Hei­del­berg 2008, S. 312–401.

Online

Bur­schen­schaf­t A­le­man­nia zu Bon­n (In­ter­net­auf­tritt mit In­for­ma­tio­nen zur Ge­schich­te, zu Prin­zi­pi­en und Ak­ti­vi­tä­ten der Bur­schen­schaf­t A­le­man­nia). [On­line]
Bon­ner Bur­schen­schaf­t Fran­ko­ni­a (In­ter­net­auf­tritt mit In­for­ma­tio­nen zur Ge­schich­te, zu Prin­zi­pi­en und Ak­ti­vi­tä­ten der Bur­schen­schaf­t Fran­ko­nia). [On­line]

Eleazar Louis Lehmann als Student, Foto: Björn Thomann. (Burschenschaft Alemannia zu Bonn, Björn Thomann)

 
Zitationshinweis

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Thomann, Björn, Die Bonner Burschenschaften in der Revolution 1848, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-bonner-burschenschaften-in-der-revolution-1848/DE-2086/lido/57d128e7e531a8.76703693 (01.12.2018)