Carmen Sylva

Königin (1843-1916)

Severine Delhougne (Bonn)

Carmen Sylva, Porträtoto von Franz Mandy, Bukarst. (Fürstlich-Wiedisches Archiv Neuwied)

Car­men Syl­va war das Künst­ler­pseud­onym der Eli­sa­beth Prin­zes­sin zu Wied, der Fürs­tin und spä­te­ren ru­mä­ni­schen Kö­ni­gin Eli­sa­beth I. Ihr Le­ben war ge­prägt von ih­rem Ein­satz für die Kul­tur­bil­dung in ih­rer rhei­ni­schen Hei­mat und in Ru­mä­ni­en. Sie war da­ne­ben selbst künst­le­risch tä­tig, vor­nehm­lich als Dich­te­rin, aber auch in der Ma­le­rei. Mit ih­ren Wer­ken er­reich­te sie ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad und Er­folg. Au­ßer­dem för­der­te und in­iti­ier­te sie zahl­rei­che ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tun­gen. Das brach­te ihr den Ruf ei­ner gü­ti­gen und wohl­tä­ti­gen Lan­des­mut­ter ein.

Eli­sa­beth wur­de am 29.12.1843 als ers­tes Kind des Fürs­ten Her­mann von Wied (1836-1864) und des­sen Frau Ma­rie (1825-1902), Prin­zes­sin von Nas­sau-Weil­burg, in Neu­wied ge­bo­ren. Dem Fürs­ten­ge­schlecht Wied ent­stamm­ten zahl­rei­che be­rühm­te Per­sön­lich­kei­ten, dar­un­ter der Köl­ner Erz­bi­schof Her­mann von Wied.

Die El­tern leg­ten viel Wert auf ei­ne ein­fa­che Le­bens­füh­rung und ei­ne zeit- und stan­des­ge­mä­ße Er­zie­hung. Bis zu ih­rem 13. Le­bens­jahr wur­de Eli­sa­beth haupt­säch­lich von Er­zie­he­rin­nen be­treut. Ge­prägt war die­se Zeit durch die Krank­hei­ten der Mut­ter, des Bru­ders Ot­to (1850-1862) und des­sen frü­hen Tod. In den fol­gen­den vier Jah­ren wur­de sie von ih­rem Va­ter und Haus­leh­rern un­ter­rich­tet. Ei­ne be­son­de­re Rol­le spiel­te da­bei Ge­org Sau­er­wein (1831-1904), der Eli­sa­beths Fremd­spra­chen­be­ga­bung för­der­te. Au­ßer­dem soll ihr Pseud­onym auf ihn zu­rück­ge­hen. Zu den Un­ter­richts­ge­gen­stän­den ge­hör­ten die da­mals klas­si­schen Dis­zi­pli­nen Eng­lisch und Fran­zö­sisch, Li­te­ra­tur- und Kunst­ge­schich­te, Mu­sik und die Lek­tü­re der Be­cker­schen Welt­ge­schich­te. Ho­he An­for­de­run­gen in den na­tur­wis­sen­schaft­li­che Fä­chern, in den klas­si­schen Spra­chen so­wie Rus­sisch und Un­ga­risch ka­men hin­zu.

Das Kul­tur­in­ter­es­se Eli­sa­beths wur­de nach­hal­tig ge­för­dert durch den Kon­takt zu Künst­lern und Wis­sen­schaft­lern. Auch die spä­ter stark aus­ge­präg­ten ka­ri­ta­ti­ven Tä­tig­kei­ten Eli­sa­beths fan­den ih­ren Ur­sprung in ih­rer Kind­heit und Ju­gend, da Eli­sa­beths Mut­ter durch ih­re ei­ge­nen so­zia­len Tä­tig­kei­ten, an de­nen sie früh die Toch­ter be­tei­lig­te, de­ren Be­reit­schaft zur Über­nah­me so­zia­ler Ver­ant­wor­tung för­der­te.

Wie für die Er­zie­hung fürst­li­cher Kin­der üb­lich, wur­de auch Eli­sa­beth in ih­rer spä­ten Ju­gend auf aus­ge­dehn­te Aus­lands­rei­sen und Auf­ent­hal­te an be­freun­de­ten Hö­fen ge­schickt. Bei ih­rem ers­ten Auf­ent­halt am kö­nig­li­chen Hof in Ber­lin 1861 lern­te sie auch ih­ren spä­te­ren Ehe­mann, den Prin­zen Karl von Ho­hen­zol­lern-Sig­ma­rin­gen (1839-1914) ken­nen, der 1866 ru­mä­ni­scher Fürst wur­de. Die­ses ers­te Tref­fen führ­te aber noch zu kei­ner en­ge­ren Be­zie­hung der bei­den. In den fol­gen­den Jah­ren plan­te Eli­sa­beth ei­gent­lich, zu­künf­tig als Pri­vat­leh­re­rin zu un­ter­rich­ten. Erst nach ei­nem wei­te­ren Tref­fen im Spät­som­mer 1869 kam es zur Ver­lo­bung. Die Hei­rat fand am 15.11.1869 in Neu­wied statt.

Die ers­ten Jah­re des Fürs­ten­paars in Ru­mä­ni­en wa­ren schwie­rig. An­ti­deut­sche Stim­mun­gen und Ten­den­zen, her­vor­ge­ru­fen durch den Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg 1870/ 1871 und wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten, be­droh­ten die Stel­lung des Fürs­ten, der sich im­mer wie­der mit Ab­dan­kungs­ge­dan­ken trug. Eli­sa­beth konn­te je­doch durch ih­re Per­sön­lich­keit und Wohl­tä­tig­keit Sym­pa­thi­en in der Be­völ­ke­rung we­cken. Auch die Ge­burt ih­rer Toch­ter Ma­rie am 8.9.1870 ver­mehr­te ihr An­se­hen. Mit Hil­fe und Un­ter­stüt­zung durch Ös­ter­reich und Russ­land konn­te Karl die po­li­ti­schen Schwie­rig­kei­ten ent­schär­fen.

Eli­sa­beth zeig­te schon in den ers­ten Jah­ren in Ru­mä­ni­en gro­ßes so­zia­les und wohl­tä­ti­ges En­ga­ge­ment. Da­bei galt ih­re be­son­de­re Für­sor­ge den Wai­sen­kin­dern. Nach dem Vor­bild ih­rer Mut­ter nahm sie schon früh ih­re klei­ne Toch­ter mit, die je­doch im Ja­nu­ar 1874 nach ei­nem Wai­sen­haus­be­such an Schar­lach­fie­ber er­krank­te und kurz vor Os­tern dar­an starb. Den Tod ih­rer ge­lieb­ten Toch­ter über­wand Eli­sa­beth nie­mals voll­stän­dig, zu­mal sich ihr Wunsch nach ei­nem wei­te­ren Kind nicht er­füll­te.

Nach dem Tod der Toch­ter dehn­te Eli­sa­beth ih­re so­zia­le und kul­tu­rel­le Ar­beit noch wei­ter aus. Da­zu ge­hör­ten: Die Ver­bes­se­rung des Un­ter­richts- und Er­zie­hungs­we­sens durch Be­su­che in Schu­len, die Über­set­zung aus­län­di­scher Tex­te als neue und bes­se­re Schul­lek­tü­ren und de­ren preis­wer­te Ver­brei­tung, die För­de­rung der ru­mä­ni­schen Kul­tur im In- und Aus­land, die Für­sor­ge für Ar­me und Kran­ke (Grün­dung ei­nes Ar­men­ver­eins, in dem sie selbst wö­chent­lich den Vor­sitz führ­te), die Ein­rich­tung von Volks­kü­chen zur Ar­men­spei­sung so­wie die In­itia­ti­ve und Un­ter­stüt­zung bei der Grün­dung ei­ner Kran­ken­schwes­ter­sta­ti­on und ei­ner Po­li­kli­nik „Re­gi­na Eli­sa­be­tha". Die­se Ein­rich­tun­gen ga­ben den An­stoß zur Ver­bes­se­rung des Ge­sund­heits- und Ar­men­we­sens in Ru­mä­ni­en. Das Fürs­ten­paar un­ter­stütz­te ver­schie­de­ne Ein­rich­tun­gen auch durch pri­va­te Geld­spen­den. Das so­zia­le En­ga­ge­ment stei­ger­te ih­re An­er­ken­nung und Be­wun­de­rung im Volk.

Der Rus­sisch-Tür­kisch Krieg von 1877/ 1878 war ei­ne ent­schei­den­de Pha­se für das Fürs­ten­paar. Karl konn­te durch sein au­ßen­po­li­ti­sches Ge­schick ein­mal die völ­li­ge Un­ab­hän­gig­keit Ru­mä­ni­ens im Ber­li­ner Ver­trag von 1878 er­rei­chen, zum an­de­ren das An­se­hens Ru­mä­ni­ens im In- und Aus­land stei­gern. Dar­aus re­sul­tier­te die Aus­ru­fung Karls zum Kö­nig durch die ru­mä­ni­schen Par­la­ments­kam­mern am 26.3.1881. Auch Eli­sa­beth hat­te ak­tiv am Kriegs­ge­sche­hen teil­ge­nom­men, in­dem sie per­sön­lich Ver­wun­de­te und Sol­da­ten ge­pflegt hat­te. Für ih­re so­zia­le Tä­tig­keit wäh­rend des Krie­ges wur­de sie eu­ro­pa­weit be­kannt und be­wun­dert. Die rus­si­sche Za­rin Alex­an­dra Fjo­do­row­na (1872-1918) zeich­ne­te sie mit dem Ka­tha­ri­nen­or­den aus und die ru­mä­ni­schen Of­fi­ziers­frau­en lie­ßen ihr zu Eh­ren ein Mar­mor­denk­mal er­rich­ten.

Ih­re An­er­ken­nung im Volk ent­wi­ckel­te sich zur Ver­eh­rung und brach­te ihr den Na­men „Ma­ma Re­gi­na" ein. Die fol­gen­den zehn Jah­re gel­ten als die „glück­li­chen Jah­re" in ih­rem Le­ben. Das Kö­nigs­paar emp­fing ho­he aus­län­di­sche Be­su­cher und reis­te selbst viel ins Aus­land, auch in Eli­sa­beths rhei­ni­sche Hei­mat. Da­ne­ben wid­me­te sich Eli­sa­beth ih­ren künst­le­ri­schen Tä­tig­kei­ten und pfleg­te en­gen Kon­takt zu be­freun­de­ten Künst­lern.

Die Erb­fol­ge­pro­ble­ma­tik führ­te zu Be­ginn der 1890er Jah­re zu ei­ner er­neu­ten see­li­sche Kri­se. Eli­sa­beth woll­te ih­ren Bru­der Wil­helm von Wied (1876-1945) als Er­ben und so­mit als Thron­fol­ger ein­set­zen, Karl und der ru­mä­ni­sche Mi­nis­ter­rat hin­ge­gen ent­schie­den sich für Karls Nef­fen Fer­di­nand von Ho­hen­zol­lern-Sig­ma­rin­gen (1865-1927). Eli­sa­beth ver­such­te dar­auf­hin, we­nigs­tens die zu­künf­ti­ge Ehe­frau und Kö­ni­gin aus­zu­su­chen und ver­lob­te Fer­di­nand 1891 heim­lich mit ih­rer be­vor­zug­ten Hof­da­me Hé­lè­ne Va­ca­res­co (1864-1947). Als das be­kannt wur­de, lös­te Karl die Ver­lo­bung auf und schick­te bei­de Frau­en ge­trennt von ein­an­der ins Aus­land.

Die Jah­re 1891 bis 1894 ver­brach­te die Kö­ni­gin erst in Ita­li­en und dann auf Schloss Se­gen­haus bei Neu­wied, dem Wit­wen­sitz ih­rer Mut­ter. Geis­tig und kör­per­lich be­fand sie sich zu die­sem Zeit­punkt in ei­nem sehr schlech­ten Zu­stand. Um Eli­sa­beth vor der Öf­fent­lich­keit und sich selbst zu schüt­zen, ver­bot der Kö­nig ihr die Schrift­stel­le­rei und ließ ih­ren Brief­wech­sel über­wa­chen. Zahl­rei­che Nie­der­schrif­ten die­ser Zeit, ver­wahrt im fürst­li­chen Ar­chiv in Neu­wied, be­le­gen ih­re schlech­te see­li­sche Ver­fas­sung. Erst durch die Für­sor­ge ih­rer Mut­ter konn­te sie sich wie­der er­ho­len. Im Herbst 1894 kehr­te sie nach Ru­mä­ni­en zu­rück.

In den fol­gen­den Jah­ren be­schäf­tig­te sie sich vor­nehm­lich mit künst­le­ri­schen und ka­ri­ta­ti­ven Pro­jek­ten, wie der Blin­den­für­sor­ge oder ei­nem Er­ho­lungs­heim in ih­rer ehe­ma­li­gen Hei­mat. Ih­re Be­mü­hun­gen, durch die über­setz­ten aus­län­di­schen Tex­te ei­ne ein­heit­li­che ru­mä­ni­sche Recht­schrei­bung zu er­rei­chen, schei­ter­ten je­doch. Eben­so konn­te sie ih­re Vi­si­on von ei­ner Blin­den­stadt „Va­t­ra Lu­mi­no­a­sa" (Leuch­ten­der Herd) mit 100.000 in­ter­na­tio­na­len Ein­woh­nern und die Ein­rich­tung ei­nes Heims für er­ho­lungs­be­dürf­ti­ge Men­schen „Mü­de See­len" im Schloss Se­gen­haus nicht durch­set­zen. In die­sen Be­mü­hun­gen zeig­ten sich im­mer wie­der ih­re rea­li­täts­fer­nen und sehr idea­lis­ti­schen Vor­stel­lun­gen.

Ih­re letz­ten Le­bens­jah­re wa­ren von Sor­gen und Ängs­ten ge­prägt. Der Tod ih­res Bru­ders im Jah­re 1907, die schwe­re Krank­heit ih­res Man­nes ab 1908 und ihr ei­ge­ner schlech­ter Ge­sund­heits­zu­stand nah­men sie sehr mit. Auch äu­ße­re Fak­to­ren wie der Bau­ern­auf­stand und der an­dau­ern­de Um­bau des Schloss Pe­lesch mach­ten ihr zu schaf­fen. Bis zum Tod des Kö­nigs am 10.10.1914 pfleg­te sie ihn auf­op­fernd. Sein Wir­ken fand An­er­ken­nung und Wür­di­gung, eben­so sei­ne Auf­bau­leis­tun­gen für Ru­mä­ni­en und das Er­rei­chen der Neu­tra­li­tät des Lan­des im Ers­ten Welt­krieg. Bis zu ih­rem Tod am 2.3.1916 durch ei­ne dop­pel­sei­ti­gen Lun­gen­ent­zün­dung ver­brach­te Eli­sa­beth die meis­te Zeit im bi­schöf­li­chen Pa­lais von Cur­tea de Ar­gesch, da Mann und Toch­ter in der Kö­nigs­gruft der Kir­che von Cur­tea de Ar­gesch be­stat­tet wor­den wa­ren.

Der Grund­stein für Eli­sa­beths viel­fäl­ti­ge künst­le­ri­sche Tä­tig­keit lag schon in ih­rer Kind­heit und Ju­gend. Durch ih­re künst­le­risch ge­präg­te Bil­dung und den Kon­takt mit zeit­ge­nös­si­schen Künst­lern, Mu­si­kern und Schrift­stel­lern wie Ernst Mo­ritz Arndt, Ja­kob Ber­nays (1824-1881) und Cle­mens Theo­dor Per­thes (1809-1867), ent­deck­te sie früh ihr In­ter­es­se und ihr Ta­lent. Von Kind an führ­te sie ihr Ta­ge­buch in Vers­form und ver­ar­bei­te­te ih­re all­täg­li­chen Er­leb­nis­se und Ein­drü­cke. So fin­den sich in ih­ren Ta­ge­bü­chern un­ter an­de­rem Ge­dich­te zum Tod ih­res Bru­ders und ih­res Va­ters, Lie­bes­ge­dich­te, Ge­dich­te zum Mut­ter­glück und Schmerz nach dem Tod ih­rer Toch­ter. Ih­re li­te­ra­ri­sche Tä­tig­keit be­trieb sie im pri­va­ten Raum. Erst nach dem Tod ih­rer Toch­ter und der Be­geg­nung mit dem rus­si­schen Di­plo­ma­ten und Schrift­stel­ler Wil­helm von Kot­ze­bue (1813-1887) wäh­rend ih­res Kur­auf­ent­halts in Fran­zen­bad, ver­än­der­te sich ih­re Hal­tung. Sie selbst ver­stand die­sen Au­gen­blick als Start­punkt ih­res Dich­ter­le­bens. Zwi­schen 1880 und 1892 ver­öf­fent­lich­te sie dann cir­ca 30 Wer­ke, dar­un­ter Über­set­zun­gen, Ge­dicht­bän­de, No­vel­len, Mär­chen, Ro­ma­ne, Es­says und Apho­ris­men. 1881 ver­wen­de­te sie erst­ma­lig ihr Pseud­onym Car­men Syl­va. Die Be­deu­tung er­klär­te sie in ei­nem Ge­dicht:
 

Car­men das Lied und Syl­va der Wald,

In der Zeit der Va­ca­res­cu-Af­fä­re und den Jah­ren ih­rer Ver­ban­nung ging sie nur im Pri­va­ten ih­rer li­te­ra­ri­schen Tä­tig­keit nach und ver­öf­fent­lich­te kaum. Erst ab 1898 und bis kurz vor ih­rem Tod (bis 1913) ver­öf­fent­lich­te sie wie­der zahl­rei­che Wer­ke. Be­son­ders ih­re Ge­dich­te und Ro­ma­ne er­fuh­ren ein gro­ße Ver­brei­tung. In ih­rer be­kann­tes­ten Ge­dicht­samm­lung „Mei­ne Ruh" (1884) zeig­te sich ih­re künst­le­ri­sches Ver­mö­gen, aber auch ihr be­weg­tes See­len­le­ben. Auch ih­re rhei­ni­sche Hei­mat fin­det sich in zahl­rei­chen ih­rer Wer­ke: Ihr Ge­dicht­band „Mein Rhein" ent­hält Ge­dich­te zu Städ­ten und Bur­gen von Mainz bis Kle­ve. Sechs die­ser Ge­dich­te wur­den von Fried­rich Au­gust Bun­gert (1845-1915) ver­tont. Be­son­ders er­folg­reich war das Lied „Bonn". Der Er­folg in der rhei­ni­schen Hei­mat war Eli­sa­beth sehr wich­tig.

Ih­re Be­kannt­heit und ihr Er­folg lei­te­ten sich vor­nehm­lich aus der Stim­mung der Zeit ab: Die grund­le­gen­den Ver­än­de­rungs­pro­zes­se der Wil­hel­mi­ni­schen Zeit er­zeug­ten ein Ver­har­ren brei­ter Be­völ­ke­rungs­schich­ten in der Be­wun­de­rung und Ver­herr­li­chung des Hoch­adels. Sie wur­de von der Öf­fent­lich­keit nicht als Künst­le­rin wahr­ge­nom­men, son­dern als dich­ten­de Kö­ni­gin. Die zahl­rei­chen Eh­run­gen wa­ren ihr wohl aus po­li­ti­schen Grün­den ver­lie­hen wor­den. Ihr Ziel, ei­ne be­deu­ten­de Künst­le­rin zu wer­den und von der Li­te­ra­tur­ge­schich­te als die­se an­er­kannt zu sein, konn­te sie nicht er­rei­chen.

Werke (Auswahl)

Ge­flüs­ter­te Wor­te, 5 Bän­de, Re­gens­burg 1903-1912.
Die He­xe, Ber­lin 1882.
Is­land­fi­scher, Ber­lin 1888.
Mein Pe­naten­win­kel, Frank­furt a. M., 1908.
Mein Rhein, Leip­zig 1884.
Mei­ne Ruh, Ber­lin 1884.
Meis­ter Ma­n­o­le, Bonn 1892.
Pe­lesch-Mär­chen, Leip­zig 1882.
Stür­me, Frank­furt a. M. 1881.

Literatur

Eckardt, Uwe, Car­men Syl­va (1843-1916), in: Rhei­ni­sche Le­bens­bil­der 8 (1980), S. 285-303.
Kreis­mu­se­um Neu­wied (Hg.), Car­men Syl­va. Eli­sa­beth Kö­ni­gin von Ru­mä­ni­en (1843-1916), Neu­wied 1999.
Pod­lip­ny-Hehn, An­ne­ma­rie, Car­men Syl­va, Te­mes­war 2001.   
Schmidt, Hil­de­gard Emi­lie, Die För­de­rung von Kul­tur und Bil­dung in Ru­mä­ni­en durch die Kö­ni­gin Eli­sa­be­ta geb. Prin­zes­sin zu Wied (Car­men Syl­va, 1843-1916). Nach bis­her un­ver­öf­fent­lich­ten Quel­len aus dem Fürst­lich-Wied­schen Ar­chiv in Neu­wied, Neu­wied 1983.
Stei­nert, Wal­ter, Ma­ma Re­gi­na, in: Strü­der, Ju­li­us/Strü­der, Rolf (Hg.), Bil­der und Ge­stal­ten aus der Ver­gan­gen­heit der Stadt Neu­wied. Zur 300-Jahr-Fei­er 1653-1953, Neu­wied 1953, S. 176-191.
To­epell, Ro­se, Be­geg­nung mit Kö­ni­gin Eli­sa­beth von Ru­mä­ni­en – Prin­zes­sin zu Wied, in: Strü­der, Ju­li­us/Strü­der, Rolf (Hg.), Bil­der und Ge­stal­ten aus der Ver­gan­gen­heit der Stadt Neu­wied. Zur 300-Jahr-Fei­er 1653-1953, Neu­wied 1953, S. 167-175.

 
Zitationshinweis

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Delhougne, Severine, Carmen Sylva, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/carmen-sylva/DE-2086/lido/57c959a6a97704.65771062 (22.04.2018)