Familie Krupp

Industriellenfamilie

Ralf Stremmel (Essen)

Friedrich Krupp, Porträt. (Historisches Archiv Krupp)

Die Fa­mi­lie Krupp ist ei­ne der be­kann­tes­ten und be­deu­tends­ten deut­schen Un­ter­neh­mer­dy­nas­ti­en. Be­hei­ma­tet in Es­sen, hat sie seit Grün­dung der Guss­stahl­fa­brik 1811 deut­sche Ge­schich­te mit­ge­stal­tet.

Die Anfänge

In der zwei­ten Hälf­te des 16. Jahr­hun­derts wan­der­ten Mit­glie­der der Fa­mi­lie Krupp aus den Nie­der­lan­den aus und lie­ßen sich in Es­sen nie­der. Na­ment­lich be­kannt ist hier als ers­ter der Kauf­mann Ar­nold (Arndt) Krupp (auch Kru­pe), der 1587 in die Es­se­ner Kauf­gil­de auf­ge­nom­men wur­de und 1624 starb. Er han­del­te vor al­lem mit Wein, Le­bens­mit­teln und Ei­sen­wa­ren.

Die Krupps ge­hör­ten zu den ers­ten Fa­mi­li­en der klei­nen Stadt Es­sen. Die Ba­sis ih­res Wohl­stan­des war der Han­del. Im­mer wie­der über­nah­men Fa­mi­li­en­mit­glie­der öf­fent­li­che Eh­ren­äm­ter, zum Bei­spiel als Rent­meis­ter oder Rats­herr. Ar­nold Krupp (um 1662-1734), der un­ter an­de­rem in Duis­burg stu­diert und in Gie­ßen zum Dok­tor bei­der Rech­te pro­mo­viert wur­de, war mehr als 30 Jah­re Bür­ger­meis­ter.

Helene Amalie Krupp (10.7.1732-9.5.1810)

Ar­nold Krupps Sohn Fried­rich Jo­do­cus (1706-1757) grün­de­te 1732 ein Ko­lo­ni­al­wa­ren­ge­schäft, das nach sei­nem Tod von sei­ner zwei­ten Frau, He­le­ne Ama­lie Krupp, ge­bo­re­ne Ascher­feld, wei­ter­ge­führt wur­de. Sie war ei­ne en­er­gi­sche Un­ter­neh­mer­per­sön­lich­keit, die ei­ner­seits den Han­del über­re­gio­nal er­wei­ter­te: Kun­den und Lie­fe­ran­ten sa­ßen nicht mehr nur im nä­he­ren rhei­ni­schen Um­feld, son­dern auch in Lon­don, Ham­burg und Bre­men. An­de­rer­seits ging die „Wit­we Krup­p“ den Weg vom Han­del zur Pro­duk­ti­on: Sie er­rich­te­te ei­ne klei­ne Schnupf­ta­bak­fa­brik und er­warb Be­tei­li­gun­gen an Stein­koh­len­ze­chen. Zwi­schen 1799 und 1808 ge­hör­te ihr auch die Hüt­te „Gu­te Hoff­nun­g“ in Sterk­ra­de, heu­te Ober­hau­sen. Weit­bli­ckend leg­te sie den Grund­stein für früh­in­dus­tri­el­le Ak­ti­vi­tä­ten der Fa­mi­lie.

Friedrich Krupp (17.7.1787-8.10.1826)

He­le­ne Ama­lie Krupp über­leb­te ih­ren Sohn Pe­ter Fried­rich Wil­helm (1753-1795), der sie bei der Füh­rung der Ge­schäf­te un­ter­stützt hat­te, und wirk­te prä­gend auf ih­ren En­kel Fried­rich ein. Die­ser war in ih­rem Auf­trag seit 1805 auf der Gu­te­hoff­nungs­hüt­te tä­tig, zu­letzt als Be­triebs­lei­ter, und trat 1810 das Er­be von He­le­ne Ama­lie Krupp an. Wie sei­ne Vor­fah­ren über­nahm auch Fried­rich Krupp als Stadt­rat Eh­ren­äm­ter im Dienst der All­ge­mein­heit, und wie sei­ne Gro­ß­mut­ter such­te er nach zu­kunfts­wei­sen­den neu­en Ge­schäfts­fel­dern. So gab er das tra­di­ti­ons­rei­che Kauf­manns­ge­schäft auf und setz­te sei­ne Hoff­nun­gen auf die Me­tall­in­dus­trie. Am 20.11.1811 grün­de­te er mit den Brü­dern Ge­org und Wil­helm von Ke­chel in Es­sen ei­ne Guss­stahl­fa­brik, um in ei­nem Um­schmelz­pro­zess ei­nen Spe­zi­al­stahl her­zu­stel­len, der be­son­ders rein, hart und zäh sein und eng­li­schen Qua­li­täts­maß­stä­ben stand­hal­ten soll­te. Guss­stahl, tech­nisch zu­tref­fen­der: Tie­gel­stahl, war 1740 in Eng­land von Ben­ja­min Hunt­s­man er­fun­den wor­den. 1811 hat­te die na­po­leo­ni­sche Kon­ti­nen­tal­sper­re je­doch ei­nen Ex­port un­mög­lich ge­macht.

Seit 1816 be­trieb Krupp die Guss­stahl­fa­brik als al­lei­ni­ger In­ha­ber. Tech­ni­sche Rück­schlä­ge, Ab­satz­schwie­rig­kei­ten, Fi­nan­zie­rungs­eng­päs­se und ei­ne la­bi­le Ge­sund­heit ver­hin­der­ten ein Auf­blü­hen. Das Ge­schäft er­for­der­te ho­he In­ves­ti­tio­nen und ver­schlang das er­erb­te Fa­mi­li­en­ver­mö­gen. 1824 muss­te Fried­rich Krupp aus fi­nan­zi­el­len Grün­den das re­prä­sen­ta­ti­ve Stadt­haus der Fa­mi­lie ver­kau­fen und mit sei­ner Fa­mi­lie in das klei­ne Haus des Be­triebs­lei­ters auf dem Fa­brik­ge­län­de zie­hen. Krupp ver­lor da­mit auch sei­nen ge­sell­schaft­li­chen Sta­tus in der Es­se­ner Kauf­mann­schaft und wur­de aus de­ren Lis­te ge­stri­chen. Ein tie­fer Fall. Als er 1826 im Al­ter von nur 39 Jah­ren starb, hin­ter­ließ er sei­ner Frau The­re­se, ge­bo­re­ne Wil­hel­mi, (1790-1850) und den vier Kin­dern ei­nen hoch ver­schul­de­ten Klein­be­trieb, der le­dig­lich ei­ne Hand­voll Be­schäf­tig­te hat­te. Al­ler­dings war es ihm ge­lun­gen, auf me­tall­ur­gisch-tech­ni­schem Ge­biet ein zu­kunfts­taug­li­ches Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren zu ent­wi­ckeln. Her­ge­stellt wur­den an­fäng­lich Guss­stahl­stan­gen, Schneid- und Schab­werk­zeu­ge, Fei­len, Münz­stem­pel und Wal­zen. Die Krupp’sche Guss­stahl­fa­brik ge­hör­te zu je­nen Keim­zel­len, die das agra­ri­sche „Ruhr­ge­bie­t“ all­mäh­lich in ei­nen in­dus­tri­el­len Bal­lungs­raum neu­er Di­men­si­on ver­wan­deln soll­ten.

Alfred Krupp (26.4.1812-14.7.1887)

The­re­se Krupp führ­te den Be­trieb ih­res Man­nes wei­ter, un­ter­stützt von Ver­wand­ten und ins­be­son­de­re ih­rem äl­tes­ten Sohn Al­fred (ur­sprüng­lich Al­fried) Krupp. Die­ser über­nahm be­reits mit 14 Jah­ren Ver­ant­wor­tung im Be­trieb sei­nes kran­ken Va­ters und war schon nach kur­zer Zeit der ei­gent­li­che Ge­schäfts­füh­rer, ab 1848 dann auch for­mal­ju­ris­tisch al­lei­ni­ger In­ha­ber. Oh­ne ab­ge­schlos­se­ne Schul­bil­dung eig­ne­te er sich in der Pra­xis ein pro­fun­des tech­ni­sches und kauf­män­ni­sches Wis­sen an. Der Wil­le zum Wei­ter­ma­chen er­füll­te ihn, und der Glau­be an sei­nen Er­folg: „Mei­ne Un­ge­duld ist ein Cro­co­dil – das lässt sich nicht be­zäh­men."

Mit un­ter­neh­me­ri­schem Ge­spür, Be­harr­lich­keit und Ri­si­ko­be­reit­schaft ge­lang es ihm in we­ni­gen Jahr­zehn­ten, aus der Fir­ma ein in­dus­tri­el­les Gro­ß­un­ter­neh­men mit 20.000 Be­schäf­tig­ten zu for­men, das in­ter­na­tio­nal tä­tig war. Da­bei pro­fi­tier­te er von der Gunst der Zeit. Das Zeit­al­ter der In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on ist un­trenn­bar mit dem Na­men von Al­fred Krupp ver­bun­den. Er steht für wirt­schaft­li­ches Wachs­tum und tech­ni­sche In­no­va­tio­nen. Ziel war im­mer die Her­stel­lung von Qua­li­täts­pro­duk­ten: „Or­di­när ar­bei­ten ist ge­gen mei­ne Nei­gung."

Bis et­wa 1850 wuch­sen Um­satz und Be­leg­schaft nur lang­sam, aber dann brach­te die In­dus­tria­li­sie­rung neue, höchst auf­nah­me­fä­hi­ge Märk­te für die Fir­ma. Ei­sen­bahn­ma­te­ri­al wie Ach­sen, Fe­dern und Schie­nen fan­den star­ken Ab­satz. Ins­be­son­de­re galt dies für ei­ne Er­fin­dung, die Al­fred Krupp als sei­ne wich­tigs­te be­zeich­ne­te: den naht­lo­sen Ei­sen­bahn­r­ad­rei­fen. In den frü­hen 1850er-Jah­ren pa­ten­tiert, ent­wi­ckel­te er sich zum welt­wei­ten Ex­port­schla­ger. Erst durch die­ses Pro­dukt wur­de das Ei­sen­bahn­fah­ren schnel­ler und si­che­rer.

Ein zwei­ter neu­er An­wen­dungs­be­reich für Guss­stahl ist mit dem Na­men Al­fred Krupps ver­bun­den, näm­lich die Guss­stahl­ka­no­ne, die all­mäh­lich die äl­te­ren Bron­ze- oder Ei­sen­ge­schüt­ze ab­lös­te. Al­ler­dings lag der An­teil der Rüs­tungs­gü­ter am Ge­samt­um­satz der Fir­ma in al­ler Re­gel deut­lich un­ter der Hälf­te des Um­sat­zes. Zum sprung­haf­ten Wachs­tum des Un­ter­neh­mens trug nicht zu­letzt die Ent­schei­dung Krupps bei, in Es­sen das ers­te Bes­se­mer-Stahl­werk auf dem Kon­ti­nent zu bau­en (1862) und da­mit das Zeit­al­ter der Mas­sen­pro­duk­ti­on von Stahl ein­zu­läu­ten. Nicht al­lein als Tech­ni­ker setz­te Krupp Ak­zen­te, auch in der Öf­fent­lich­keits­ar­beit fand er neue We­ge, un­ter an­de­rem durch den Ein­satz der Fo­to­gra­fie. In der so ge­nann­ten Grün­der­kri­se nach 1873, als die Kon­junk­tur welt­weit ein­brach, hät­te al­ler­dings die ris­kan­te Ex­pan­si­ons­stra­te­gie von Al­fred Krupp fast das En­de für die Fir­ma be­deu­tet. Nur durch Un­ter­stüt­zung der Ban­ken über­leb­te sie.

Die pa­trio­ti­sche Grund­hal­tung Krupps war ech­te po­li­ti­sche Über­zeu­gung, doch sei­ne ge­schäft­li­chen In­ter­es­sen ver­lor er da­bei nicht aus den Au­gen. Zeit­le­bens blieb er ein kon­se­quen­ter Geg­ner so­zia­lis­ti­scher Ide­en, und an sei­nem Füh­rungs­an­spruch in der Fir­ma ließ der Al­lein­in­ha­ber nicht rüt­teln. Zu­gleich be­wies er je­doch pa­tri­ar­cha­li­sche Für­sor­ge für sei­ne Be­schäf­tig­ten. Mit dem 1873 ge­präg­ten Leit­spruch „Der Zweck der Ar­beit soll das Ge­mein­wohl sein“ um­riss Al­fred Krupp sein un­ter­neh­me­ri­sches Ver­ständ­nis. Die be­trieb­li­che So­zi­al­po­li­tik der Fir­ma setz­te sehr früh ein und reich­te aus­ge­spro­chen weit – von Woh­nun­gen über Un­ter­stüt­zungs­kas­sen, Kran­ken­häu­ser bis hin zu Schu­len und Le­bens­mit­tel­lä­den. Die­ses En­ga­ge­ment ent­sprach Krupps so­zia­lem Emp­fin­den, hat­te aber auch ganz prak­ti­sche Mo­ti­ve: Er woll­te re­vo­lu­tio­nä­re Un­ru­he ver­hin­dern und ei­ne qua­li­fi­zier­te, ef­fi­zi­ent ar­bei­ten­de Stamm­be­leg­schaft an die Fir­ma bin­den. Wer in den Ge­nuss be­trieb­li­cher So­zi­al­leis­tun­gen kam, muss­te sich im Ge­gen­zug dem stren­gen Dis­zi­pli­nie­rungs- und Kon­troll­sys­tem Krupps un­ter­wer­fen. Im „Ge­ne­ral­re­gu­la­ti­v“ (1872), qua­si dem Grund­ge­setz der Fir­ma, fi­xier­te Krupp nicht nur die Or­ga­ni­sa­ti­on der Fir­ma, son­dern schrieb auch das ge­gen­sei­ti­ge Treue­ver­hält­nis zwi­schen Un­ter­neh­mer und Be­schäf­tig­ten fest, mit den je­wei­li­gen Rech­ten und Pflich­ten.

Al­fred Krupp kon­zen­trier­te sich fast aus­schlie­ß­lich auf sei­ne Fir­ma und über­nahm nie­mals Funk­tio­nen im öf­fent­li­chen Sek­tor oder in Ver­bän­den. 1873 zog er mit sei­ner Fa­mi­lie in die Vil­la Hü­gel ober­halb der Ruhr im grü­nen Sü­den Es­sens ein, die er ma­ß­geb­lich selbst ent­wor­fen hat­te und die ihm als Wohn­haus und Re­prä­sen­ta­ti­ons­ort die­nen soll­te. Bis 1945 blieb die Vil­la Wohn­sitz der Fa­mi­lie. Dann be­schlag­nahm­ten die Al­li­ier­ten das Ge­bäu­de, und nach der Rück­ga­be 1952 stell­te die Fa­mi­lie sie für kul­tu­rel­le Zwe­cke zur Ver­fü­gung. Seit­dem fin­den hier in­ter­na­tio­nal be­ach­te­te Kunst­aus­stel­lun­gen statt. Die Vil­la Hü­gel, heu­te im Be­sitz der ge­mein­nüt­zi­gen Al­fried Krupp von Boh­len und Hal­bach-Stif­tung, ist nach wie vor ein mar­kan­tes Wahr­zei­chen groß­bür­ger­li­chen Le­bens­stils und der In­dus­trie­kul­tur des Ruhr­ge­biets.

Al­freds Bru­der Her­mann Krupp (1814-1879), der seit 1831 in der Es­se­ner Guss­stahl­fa­brik mit­ge­ar­bei­tet und dort ent­schei­dend zur Er­fin­dung ei­ner Be­steck­wal­ze bei­ge­tra­gen hat­te, ver­ließ 1843 das Rhein­land, um die tech­ni­sche Lei­tung der neu ge­grün­de­ten Bern­dor­fer Me­tall­wa­ren­fa­brik in Ös­ter­reich zu über­neh­men. Die Fir­ma Krupp hielt die Hälf­te der dor­ti­gen Ge­schäfts­an­tei­le und über­trug sie 1849 auf Her­mann Krupp.

Friedrich Alfred Krupp (17.2.1854-22.11.1902)

Als Al­fred Krupp am 14.7.1887 starb, hin­ter­ließ er sei­nem Sohn Fried­rich Al­fred ein Welt­un­ter­neh­men mit 20.200 Be­schäf­tig­ten, da­von al­lein 13.000 im Es­se­ner Stamm­werk. Fried­rich Al­fred Krupp war das ein­zi­ge Kind aus der Ehe von Al­fred Krupp und Ber­tha Eich­hoff (1831-1888), Toch­ter ei­ner Köl­ner Be­am­ten­fa­mi­lie. In sei­ner We­sens­art un­ter­schied er sich deut­lich von sei­nem Va­ter. Das In­ter­es­se des sen­si­blen und an Asth­ma lei­den­den Fried­rich Al­fred Krupp galt ei­gent­lich den Na­tur­wis­sen­schaf­ten, ins­be­son­de­re der Mee­res­kun­de. So ent­deck­te er auf ei­ge­nen For­schungs­fahr­ten meh­re­re neue Ar­ten von Klein­le­be­we­sen.

Als Un­ter­neh­mer wur­de Fried­rich Al­fred Krupp von Zeit­ge­nos­sen und in der Ge­schichts­schrei­bung oft un­ter­schätzt. Tat­säch­lich aber form­te er die Fir­ma Fried. Krupp zu ei­nem Kon­zern, der in neue Di­men­sio­nen der Roh­stoff­ge­win­nung und Stahl­ver­ar­bei­tung vor­stieß. Ab 1896 be­gann der Bau ei­nes Hüt­ten­werks in Rhein­hau­sen, heu­te ein Stadt­teil von Duis­burg. Die Fir­ma über­nahm zu­dem 1893 das Gru­son­werk in Mag­de­burg so­wie 1896 die Ger­ma­nia­werft in Kiel. Dort soll­te un­ter an­de­rem das ers­te deut­sche U-Boot ent­ste­hen. Am Es­se­ner Fir­men­sitz bau­te Fried­rich Al­fred Krupp die me­tall­ur­gi­sche For­schung in­ten­siv aus und eb­ne­te da­mit den Weg zu in­no­va­ti­ven Stahl­le­gie­run­gen. Er selbst hat­te ein paar Mo­na­te an der Tech­ni­schen Hoch­schu­le in Braun­schweig stu­diert. In der be­trieb­li­chen So­zi­al­po­li­tik in­iti­ier­te er – über Or­ga­ni­sa­tio­nen zur Si­che­rung un­mit­tel­ba­rer Le­bens­be­dürf­nis­se hin­aus – Spar­ein­rich­tun­gen, Sport- und Bil­dungs­ver­ei­ne so­wie ei­ne Sied­lung für al­te und in­va­li­de Mit­ar­bei­ter.

Weit­aus stär­ker als sein Va­ter stand Fried­rich Al­fred Krupp im Ram­pen­licht der Öf­fent­lich­keit und der Pres­se, un­ter an­de­rem durch sein Reichs­tags­man­dat (1893-1898, frak­ti­ons­los, aber den Frei­kon­ser­va­ti­ven na­he­ste­hend), die Ge­win­ne des Un­ter­neh­mens aus der Rüs­tungs­pro­duk­ti­on und sei­nen Ein­satz für die kai­ser­li­che Flot­ten­po­li­tik. Be­son­ders die So­zi­al­de­mo­kra­ten grif­fen ihn mas­siv an, und 1902 be­rich­te­te der „Vor­wärts“ über – an­geb­li­che – Ein­zel­hei­ten des Pri­vat­le­bens von Fried­rich Al­fred Krupp auf Ca­pri und un­ter­stell­te ihm ho­mo­se­xu­el­le Nei­gun­gen. Kurz dar­auf starb Krupp in Es­sen. Be­wei­se für die Vor­wür­fe gibt es bis heu­te nicht. Zu sei­nem Be­gräb­nis kam Kai­ser Wil­helm II. nach Es­sen und nutz­te den An­lass für ei­ne po­li­ti­sche De­mons­tra­ti­on ge­gen die So­zi­al­de­mo­kra­tie.

Margarethe Krupp (15.3.1854-24.2.1931)

Fried­rich Al­fred Krupp hat­te 1882 Mar­ga­re­the Frei­in von En­de ge­hei­ra­tet. Sie war ei­ne früh­zei­tig selb­stän­di­ge und tat­kräf­ti­ge Frau, die un­ter an­de­rem als Er­zie­he­rin am Fürs­ten­hof von Des­sau ge­ar­bei­tet hat­te. Ihr so­zia­les En­ga­ge­ment ging über das Üb­li­che weit hin­aus; Ge­stalt und Na­me der gar­ten­städ­ti­schen Sied­lun­gen „Mar­ga­re­then­hö­he“ in Es­sen und „Mar­ga­re­then­hof“ in Duis­burg zeu­gen noch heu­te da­von. Nach dem Tod ih­res Man­nes nahm Mar­ga­re­the Krupp bis zur Hei­rat ih­rer äl­tes­ten, aber noch min­der­jäh­ri­gen Toch­ter Ber­tha de­ren Rech­te und Pflich­ten als Un­ter­neh­menser­bin wahr. Für Iden­ti­tät und Zu­sam­men­halt der Fir­ma spiel­te sie auch spä­ter ei­ne tra­gen­de Rol­le.

Bertha Krupp von Bohlen und Halbach (29.3.1886-21.9.1957) und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (7.8.1870-16.1.1950)

Ber­tha Krupp, die zu­sam­men mit ih­rer jün­ge­ren Schwes­ter Bar­ba­ra (1887-1972) auf dem Hü­gel auf­ge­wach­sen war, erb­te nach dem Tod ih­res Va­ters die for­mal in ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft um­ge­wan­del­te Fir­ma Fried. Krupp. 1906 hei­ra­te­te sie den Di­plo­ma­ten und pro­mo­vier­ten Ju­ris­ten Gus­tav von Boh­len und Hal­bach, der durch kö­nig­lich-preu­ßi­schen Er­lass das Recht er­hielt, sei­nem Fa­mi­li­en­na­men den Na­men Krupp vor­an­zu­stel­len. Er führ­te das Un­ter­neh­men an der Spit­ze des Auf­sichts­ra­tes bis 1943. Ber­tha Krupp von Boh­len und Hal­bach be­hielt als Ei­gen­tü­me­rin der Fried. Krupp AG je­doch Ein­fluss auf Grund­satz­ent­schei­dun­gen in der Fir­ma und über­nahm au­ßer­dem ka­ri­ta­ti­ve und re­prä­sen­ta­ti­ve Pflich­ten.

Dis­zi­pli­niert, ord­nungs­lie­bend und kor­rekt – Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach ver­stand sich und han­del­te stets als „Treu­hän­der des Krupp’schen Er­be­s“. Der – in den Wor­ten des His­to­ri­kers Go­lo Mann – „streng nach der Uhr le­ben­de, im­mer selbst be­herrsch­te, im­mer be­däch­tig han­deln­de Mann der Pflich­t“ stell­te die Fa­mi­lie und das Un­ter­neh­men ins Zen­trum sei­nes Le­bens. Wenn er dar­über hin­aus noch eh­ren­amt­li­che Funk­tio­nen über­nahm, en­ga­gier­te er sich je­doch über Jahr­zehn­te hin­weg und mit Nach­druck an füh­ren­der Stel­le. Her­aus­ra­gen­des Bei­spiel ist sein Ein­satz für die Vor­läu­fe­rin der heu­ti­gen Max-Planck-Ge­sell­schaft, die Kai­ser-Wil­helm-Ge­sell­schaft zur För­de­rung der Wis­sen­schaf­ten. Dort fun­gier­te er seit ih­rer Grün­dung 1911 als Vi­ze­prä­si­dent und wur­de bei sei­nem Aus­schei­den 1937 zum Eh­ren­se­na­tor er­nannt. Auch im Deut­schen Mu­se­um (Mün­chen) be­saß Gus­tav Krupp von 1914 bis 1921 als Vor­sit­zen­der des Vor­stands­ra­tes ei­ne ein­fluss­rei­che Po­si­ti­on.

Der Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts war ei­ne wirt­schaft­li­che Blü­te­zeit. 1912 konn­te das hun­dert­jäh­ri­ge Fir­men­be­ste­hen glanz­voll ge­fei­ert wer­den. Kai­ser Wil­helm II. und die Spit­zen von Staat und Ge­sell­schaft wa­ren in Es­sen zu Gast. Der Kai­ser, mit dem sich Gus­tav Krupp zeit­le­bens ver­bun­den fühl­te, er­nann­te Krupp zum au­ßer­or­dent­li­chen Ge­sand­ten und be­voll­mäch­tig­ten Mi­nis­ter.

Mit dem Ers­ten Welt­krieg be­gann ei­ne Ära der Um­brü­che und Kri­sen, die zeit­wei­se auch die Exis­tenz des Un­ter­neh­mens be­droh­ten. Nach Kriegs­aus­bruch stell­te man die Pro­duk­ti­on bin­nen zwei­er Jah­re weit­ge­hend auf Rüs­tung um. 1919 ver­lang­te der Ver­sailler Ver­trag die Zer­stö­rung zahl­rei­cher Fa­brik­an­la­gen und den fast voll­stän­di­gen Ver­zicht auf Rüs­tungs­pro­duk­ti­on. Krupp be­gann mit der Fer­ti­gung neu­er „zi­vi­ler“ Gü­ter, bei­spiels­wei­se Last­kraft­wa­gen, Lo­ko­mo­ti­ven, Land­ma­schi­nen, Re­gis­trier­kas­sen oder Film­pro­jek­to­ren. Die meis­ten der neu­en Pro­duk­ti­ons­li­ni­en wa­ren je­doch nicht oder nur nach lan­ger Vor­lauf­zeit ren­ta­bel.

Im Zu­ge der Ruhr­be­set­zung in­haf­tier­te die fran­zö­si­sche Be­sat­zungs­macht Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach 1923 für sie­ben Mo­na­te. Pro­zess und Haft fan­den reichs­weit Auf­merk­sam­keit und be­deu­te­ten für das Un­ter­neh­men – ne­ben den oh­ne­hin er­heb­li­chen Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­len durch den Ruhr­kampf – ein schwie­ri­ges In­ter­re­gnum. Aus dem Mi­li­tär­ge­fäng­nis ent­las­sen, stand Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach vor der Not­wen­dig­keit, ein­schnei­den­de Sa­nie­rungs- und Ra­tio­na­li­sie­rungs­maß­nah­men ein­zu­lei­ten und neu­es Ka­pi­tal zu be­sor­gen. Ein­zel­ne zu­kunfts­wei­sen­de Er­fol­ge blie­ben nicht aus: In­no­va­tiv wa­ren WI­DIA-Hart­me­tall­werk­zeu­ge und Er­zeug­nis­se aus dem von Krupp be­reits 1912 er­fun­de­nen nicht ros­ten­den Stahl (V2A oder NI­ROS­TA). In Bor­beck bau­te Krupp das mo­derns­te Hoch­ofen­werk Eu­ro­pas. All dies ent­schärf­te die chro­ni­sche Exis­tenz­kri­se des Un­ter­neh­mens aber kaum. Den­noch und ge­gen den Rat des Spit­zen­ma­nage­ments ent­schie­den sich Gus­tav und Ber­tha Krupp da­für, die Fir­ma als selbst­stän­di­ges Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men wei­ter­zu­füh­ren und sich nicht dem 1926 neu ent­stan­de­nen Mon­tan­gi­gan­ten, der Ver­ei­nig­te Stahl­wer­ke AG, an­zu­schlie­ßen.

In der gro­ßen De­pres­si­on ab 1929 sank die Be­schäf­tig­ten­zahl auf die Hälf­te, das hei­ßt auf rund 46.000 Men­schen (1932). Als Vor­sit­zen­der des Reichs­ver­ban­des der Deut­schen In­dus­trie (1931-1934) mel­de­te sich Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach in der all­ge­mei­nen wirt­schafts­po­li­ti­schen De­bat­te zu Wort, hielt sich je­doch aus der Par­tei­po­li­tik her­aus und nahm in al­ler Re­gel ei­ne mo­de­rie­ren­de Po­si­ti­on ein, die auf ei­ner kon­ser­va­tiv-na­tio­na­len, mon­ar­chi­schen Grund­hal­tung be­ruh­te.

Die Macht­über­nah­me Hit­lers sah Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach zu­nächst mit Skep­sis. Die NS­DAP hat­te er zu­vor nicht un­ter­stützt, we­der fi­nan­zi­ell noch ide­ell. Aber der wirt­schaft­li­che Auf­schwung, von dem auch die Fir­ma Krupp pro­fi­tier­te, und die schein­ba­re po­li­ti­sche Sta­bi­li­sie­rung ver­an­lass­ten ihn, sich zu­neh­mend mit dem NS-Re­gime zu ar­ran­gie­ren und des­sen Bru­ta­li­tät zu ver­drän­gen. Gus­tav Krupp ver­hielt sich staats­loy­al, be­stimmt von dem Wunsch, die Fir­ma zu be­wah­ren. Gleich­wohl war der Um­gang mit den Macht­ha­bern nicht frei von Kon­flik­ten, schränk­te der Staat doch den un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dungs­spiel­raum im­mer stär­ker ein. Bei­spiels­wei­se konn­te Krupp nicht er­rei­chen, dass der re­gime­kri­ti­sche ehe­ma­li­ge Leip­zi­ger Ober­bür­ger­meis­ter Carl Fried­rich Go­er­de­ler (1884-1945) in den Fir­men­vor­stand be­ru­fen wur­de. Hit­ler war da­ge­gen.

Ein­ge­bun­den in die Aut­ar­kie- und Rüs­tungs­po­li­tik des „Drit­ten Rei­ches“, ver­stärk­te das Un­ter­neh­men die Rüs­tungs­pro­duk­ti­on deut­lich – im Krieg auch un­ter Ein­satz zahl­rei­cher Fremd- und Zwangs­ar­bei­ter. Den­noch ist das, auch von der Fir­ma mit ge­präg­te, Bild von der „Waf­fen­schmie­de des Rei­ches“ kaum zu­tref­fend: Bei­spiels­wei­se war Krupp an der Ge­samt­pro­duk­ti­on deut­scher Ge­schüt­ze nur mit we­ni­ger als 10 Pro­zent be­tei­ligt. Die Fir­ma be­müh­te sich er­folg­reich, auch die Pro­duk­ti­on „zi­vi­ler“ Gü­ter fort­zu­füh­ren. 1938 be­schäf­tig­te sie 123.000 Men­schen, da­von 55.000 in Es­sen und 10.000 in Rhein­hau­sen.

Ge­sund­heit­lich be­reits an­ge­schla­gen, zog sich Gus­tav Krupp von Boh­len und Hal­bach 1943 von der Un­ter­neh­mens­lei­tung zu­rück. Die Fa­mi­lie wan­del­te die Fir­ma, ge­stützt durch die so ge­nann­te „Lex Krup­p“, von ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft wie­der in ei­ne Per­so­nen­ge­sell­schaft um. Neu­er Al­lein­in­ha­ber wur­de der äl­tes­te Sohn, Al­fried Krupp von Boh­len und Hal­bach.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (13.8.1907-30.7.1967)

Er hat­te ei­ne stren­ge Er­zie­hung zum Fir­mener­ben er­hal­ten, und die­se Auf­ga­be nahm der zu­rück­hal­ten­de Mann pflicht­be­wusst war. Pri­vat wid­me­te sich Al­fried Krupp der Fo­to­gra­fie und ins­be­son­de­re dem Se­gel­sport. Der grö­ß­te Re­gat­ta­er­folg ge­lang ihm 1936, als sei­ne Crew in der 8-m-R-Klas­se ei­ne olym­pi­sche Bron­ze­me­dail­le ge­wann.

Al­fried Krupp stu­dier­te Hüt­ten­kun­de in Mün­chen, Ber­lin und Aa­chen, ab­sol­vier­te ver­schie­de­ne Vo­lon­ta­ria­te und be­gann 1936 sei­ne Tä­tig­keit als stell­ver­tre­ten­der Di­rek­tor im Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men, an des­sen Spit­ze er 1943 trat. Nach dem Krieg wur­de er als Al­lein­in­ha­ber des Krupp-Kon­zerns vor ei­nem ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär­ge­richts­hof in Nürn­berg an­ge­klagt und am 31.7.1948 we­gen „sys­te­ma­ti­scher Plün­de­run­g“ be­setz­ter Ge­bie­te und „men­schen­un­wür­di­ger Be­hand­lun­g“ aus­län­di­scher Zi­vil­ar­bei­ter und Kriegs­ge­fan­ge­ner zu zwölf Jah­ren Haft und zur Ein­zie­hung sei­nes Ver­mö­gens ver­ur­teilt. In den An­kla­ge­punk­ten „Vor­be­rei­tung ei­nes An­griffs­krie­ges und Ver­schwö­rung ge­gen den Frie­den“ sprach das Ge­richt Krupp frei. Im Zu­ge ei­ner all­ge­mei­nen Über­prü­fung von Nürn­ber­ger Ur­tei­len und auf Ba­sis ei­nes Gut­ach­tens un­ab­hän­gi­ger ame­ri­ka­ni­scher Sach­ver­stän­di­ger be­gna­dig­te John Jay McCloy, der US-Hoch­kom­mis­sar für Deutsch­land, den Ver­ur­teil­ten 1951 und hob die Be­schlag­nah­me des Ver­mö­gens auf: Die Stra­fen sei­en un­an­ge­mes­sen hoch ge­we­sen und das Maß in­di­vi­du­el­ler Schuld ha­be über­haupt nur schwer fest­ge­stellt wer­den kön­nen.

Der Krupp-Kon­zern muss­te sich in­fol­ge weit­rei­chen­der Kriegs­zer­stö­run­gen, De­mon­ta­gen, Ent­eig­nun­gen und der zeit­wei­li­gen Kon­trol­le durch die bri­ti­sche Mi­li­tär­re­gie­rung völ­lig neu aus­rich­ten. Al­fried Krupp von Boh­len und Hal­bach über­nahm 1953 wie­der die Lei­tung des Kon­zerns – ma­ß­geb­lich un­ter­stützt von Bert­hold Beitz (ge­bo­ren 1913), den er im No­vem­ber des Jah­res zu sei­nem per­sön­li­chen Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten er­nann­te. Un­ter ih­rer Ägi­de ent­stand ein neu struk­tu­rier­tes Un­ter­neh­men, das sei­ne Ba­sis in Koh­le und Stahl er­hal­ten und noch er­wei­tern konn­te, bei­spiels­wei­se durch die Über­nah­me des Bo­chu­mer Ver­eins für Guss­stahl­fa­bri­ka­ti­on. Der Kon­zern wuchs je­doch vor al­lem in der Stahl­ver­ar­bei­tung und im in­ter­na­tio­na­len Bau von In­dus­trie­an­la­gen. Der von Beitz vor­an­ge­trie­be­ne Ost­han­del war auch von po­li­ti­scher Be­deu­tung. Auf meh­re­ren Rei­sen, ins­be­son­de­re in Schwel­len­län­der in Süd­ame­ri­ka, Afri­ka und Asi­en, knüpf­te Al­fried Krupp neue Ge­schäfts­ver­bin­dun­gen und stärk­te die in­ter­na­tio­na­le Aus­rich­tung des Kon­zerns. En­de der 1950er-Jah­re war die Fir­ma Fried. Krupp kurz­zei­tig noch ein­mal das grö­ß­te deut­sche Un­ter­neh­men, ge­mes­sen am Um­satz.

In der zwei­ten Hälf­te der 1960er-Jah­re ge­riet die Fir­ma je­doch in ei­ne Fi­nanz­kri­se, noch ver­schärft durch die all­ge­mei­ne Re­zes­si­on. Um die wirt­schaft­li­che Ba­sis für die Zu­kunft zu er­hal­ten und das Un­ter­neh­men dau­er­haft zu si­chern, leg­te Al­fried Krupp von Boh­len und Hal­bach im Jahr 1967 fest, „die Fir­ma über ei­ne Stif­tung, die Aus­druck der dem Ge­mein­wohl ver­pflich­te­ten Tra­di­ti­on des Hau­ses Krupp sein soll, in ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft um­zu­wan­deln“. Mit sei­nem Tod am 30.7.1967 ging sein ge­sam­tes Ver­mö­gen auf die von ihm er­rich­te­te „Al­fried Krupp von Boh­len und Hal­bach-Stif­tun­g“ über. Mög­lich wur­de dies durch den Erb­ver­zicht sei­nes ein­zi­gen Soh­nes Arndt von Boh­len und Hal­bach (1938-1986). Nach dem Wil­len des Stif­ters hat die Krupp-Stif­tung ins­be­son­de­re die Auf­ga­be, die ihr aus ih­rer Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gung zu­flie­ßen­den Er­trä­ge aus­schlie­ß­lich und un­mit­tel­bar für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke zu ver­wen­den. Die Stif­tung ist heu­te (2008) mit 25,1 % der An­tei­le grö­ß­ter Ein­zel­ak­tio­när der Thys­sen­Krupp AG.

Literatur

Ber­drow, Wil­helm, Die Fa­mi­lie Krupp in Es­sen von 1587 bis 1887, Es­sen [1931]

Gall, Lo­thar, Krupp. Der Auf­stieg ei­nes In­dus­tri­e­im­pe­ri­ums, Ber­lin 2000

Gall, Lo­thar (Hg.), Krupp im 20. Jahr­hun­dert. Die Ge­schich­te des Un­ter­neh­mens vom Ers­ten Welt­krieg bis zur Grün­dung der Stif­tung, Ber­lin 2002

Wol­bring, Bar­ba­ra, Die Krupps, in: Vol­ker Rein­hardt (Hg.), Deut­sche Fa­mi­li­en. His­to­ri­sche Por­traits von Bis­marck bis Weiz­sä­cker, Mün­chen 2005, S. 73-94

Online

„Die His­to­rie“ (Web­site der Thys­sen­Krupp AG) [On­line]
Köh­ne-Lin­den­laub, Re­na­te, „Krupp, Guß­stahl­in­dus­tri­el­le“, in: Neue Deut­sche Bio­gra­phie 13 (1982), S. 128-145 [On­line]

 
Zitationshinweis

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Stremmel, Ralf, Familie Krupp, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/familie-krupp/DE-2086/lido/57c93a731eb9b8.39662863 (23.06.2018)