Heinrich Johann Wiethase

Kölner Privatbaumeister (1833–1893)

Eva-Maria Willemsen (Kempen)

Heinrich Johann Wiethase, Porträtfoto, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln.

Hein­rich Jo­hann Wietha­se war ein Ar­chi­tekt des His­to­ris­mus und zähl­te zu der zwei­ten Ge­ne­ra­ti­on der rhei­ni­schen Neu­go­ti­ker. Er er­rich­te­te zahl­rei­che Kir­chen- und Prof­an­bau­ten und war zu­gleich ein sehr ge­frag­ter Re­stau­ra­tor über­wie­gend kirch­li­cher, mit­tel­al­ter­li­cher Bau­ten.

Hein­rich Wietha­se wur­de am 9.8.1833 als ers­tes Kind des evan­ge­li­schen Ge­richts­schrei­bers Jo­han­nes Au­gust Abra­ham Wietha­se (1803–1863) und sei­ner Frau Ca­ro­li­ne Lui­se Au­gus­te, ge­bo­re­ne Rie­mann (1807–1869), in Kas­sel ge­bo­ren. Nach Ab­schluss der Volks­schu­le ab­sol­vier­te er ei­ne Mau­rer­leh­re und stu­dier­te an­schlie­ßend an der Hö­he­ren Ge­wer­be­schu­le in Kas­sel bei dem Ar­chi­tek­ten Ge­org Gott­lob Un­ge­wit­ter (1820–64). Un­ge­wit­ter war ein Ver­fech­ter der Neu­go­tik, der 1856 ge­mein­sam mit Vin­cenz Statz das „Go­ti­sche Mus­ter­buch“ ver­öf­fent­lich­te. Statz war bis 1854 un­ter Ernst Fried­rich Zwir­ner, der ab 1833 Köl­ner Dom­bau­meis­ter war, Werk­meis­ter in der Köl­ner Dom­bau­hüt­te und be­trieb da­ne­ben auch ein pri­va­tes Ate­lier. Un­ge­wit­ter ver­mit­tel­te Wietha­se in die Statz­sche Werk­statt, wo er das Stein­metz-Hand­werk er­lern­te. Nach Ab­schluss die­ser so­li­den Aus­bil­dung wech­sel­te Wietha­se 1855 in das Ate­lier des 2. Köl­ner Stadt­bau­meis­ters Ju­li­us Rasch­dorff (1823–1914), der ihn bei­spiels­wei­se bei der Re­stau­rie­rung des Gür­ze­nich ein­setz­te. 1857 trat Wietha­se in das neu­ge­grün­de­te Bü­ro von Fried­rich Schmidt (1825–1891) ein, der von 1848 bis 1856 Dom­werk­meis­ter ge­we­sen war und ge­ra­de sei­ne Pri­vat­bau­meis­ter­prü­fung ab­ge­legt hat­te. Als Schmidt 1858 Köln we­gen ei­ner Lehr­tä­tig­keit ver­ließ, über­ließ er dem in­zwi­schen be­freun­de­ten Wietha­se sein Bü­ro und vie­le noch un­er­le­dig­te Auf­trä­ge. Im Som­mer 1860 brach Wietha­se nach Ber­lin auf, um an der Kö­nig­li­chen Bau­aka­de­mie zu stu­die­ren. Da er zwar über ei­ne so­li­de hand­werk­li­che Aus­bil­dung und mehr­jäh­ri­ge Pra­xis am Bau, nicht aber über die zur Ein­schrei­bung vor­ge­schrie­be­ne Schul­aus­bil­dung ver­füg­te, konn­te er das re­gu­lä­re Stu­di­um erst im April 1861 auf­neh­men. Im glei­chen Jahr äu­ßer­te sich Un­ge­wit­ter in ei­nem Brief an den Ju­ris­ten, Po­li­ti­ker und Mit­be­grün­der des Köl­ner Zen­tral-Dom­bau-Ver­ein­s Au­gust Rei­chen­sper­ger über sei­nen ehe­ma­li­gen Schü­ler [er] ist nehm­lich wohl ein sehr ta­lent­vol­ler jun­ger Mann, der auch et­was Rech­tes ­ver­steht, al­lein es fehlt ihm die prin­zi­pi­el­le Un­er­schüt­ter­lich­keit [...]. Für sei­nen Ent­wurf ei­nes Land­sit­zes für ei­nen kö­nig­li­chen Prin­zen auf dem Brau­haus­berg bei Pots­dam in neu­go­ti­schen For­men ver­lieh die Ju­ry des Schin­kel-Wett­be­wer­bes Wietha­se 1862 den ers­ten Preis. Das in Köln er­schei­nen­de „Or­gan für christ­li­che Kunst“ kom­men­tier­te mit Ge­nug­tu­ung, dass da­mit end­lich die Got­hik eben­bür­tig ne­ben der clas­si­schen, aka­de­mi­schen Ar­chi­tek­tur an­er­kannt sei.

Nach be­stan­de­nem Ber­li­ner Bau­meis­ter­ex­amen ließ sich Wietha­se 1863 als Pri­vat­bau­meis­ter in Köln nie­der. 1866/1868 er­bau­te er für sich und sei­nen Schwa­ger, den Bild­hau­er Ed­mund Renard (1830–1905), am Per­len­gra­ben 86 ein Wohn­haus. In den fol­gen­den 30 Jah­ren ent­fal­te­te der le­di­ge Wietha­se ei­ne um­fas­sen­de Tä­tig­keit als Ar­chi­tekt und Re­stau­ra­tor sa­kra­ler und pro­fa­ner Bau­ten so­wie Ent­wer­fer von Aus­stat­tun­gen. Schwer­punk­te sei­ner Tä­tig­keit la­gen in Köln, wo er mit Aus­nah­me der evan­ge­li­schen Chris­tus­kir­che Prof­an­bau­ten er­rich­te­te, der Nie­der­rhein, der Aa­che­nerBon­ner und Dü­re­ner Raum so­wie West­fa­len. Bau­ten Wietha­ses fin­den sich aber auch in Ba­cha­rach, Bop­pard, in der Ei­fel und im ­Sau­er­land, im Os­ten bis War­burg und Göt­tin­gen. Aus dem Aus­land – Bel­gi­en, Lu­xem­burg und Po­len – er­hielt er vor al­lem kirch­li­che Aus­stat­tungs­auf­trä­ge. Wietha­se lie­fer­te Ent­wür­fe für 26 Kir­chen­neu­bau­ten, 46 Re­stau­rie­rungs- be­zie­hungs­wei­se Er­wei­te­rungs­pro­jek­te und 23 Prof­an­bau­ten. Sei­ne an den Bau­denk­mä­lern ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se pu­bli­zier­te er in Fach­zeit­schrif­ten wie der „Deut­schen Bau­zei­tun­g“, dem „Or­gan für christ­li­che Kunst“ und den „An­na­len des His­to­ri­schen Ver­eins für den Nie­der­rhein“. 1875 war er Mit­be­grün­der des „Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur-Ver­eins für den Nie­der­rhein und West­fa­len“. Da er als ei­ner der bes­ten Ken­ner des Denk­mä­ler­be­stan­des der Rhein­pro­vinz galt, wur­de er 1889 in den Aus­schuss zur Er­stel­lung der Denk­mä­ler­sta­tis­tik be­ru­fen.

Wietha­se, durch Un­ge­wit­ter im Geist der Wie­der­be­le­bung der mit­tel­al­ter­li­chen Bau­kunst er­zo­gen, ent­sprach mit sei­ner auf dem Hand­werk ba­sie­ren­den Aus­bil­dung den Vor­stel­lun­gen der rhei­ni­schen Neu­go­ti­ker um Rei­chen­sper­ger und Statz, die ge­gen die aka­de­mi­sche (preu­ßi­sche) Ar­chi­tek­ten­aus­bil­dung die Bau­hüt­ten­idee pro­pa­gier­ten.

 

Sei­ne sym­me­trisch an­ge­leg­ten Kir­chen sind mit we­ni­gen Aus­nah­men stein­sich­ti­ge Back­stein­bau­ten, bei de­nen Werk­stein nur für Glie­de­rungs­ele­men­te wie Maß­wer­ke, So­ckel­pro­fi­le und Por­tal­ein­fas­sun­gen ein­ge­setzt wur­de. Bei al­len Bau­ten ist grö­ß­ter Wert auf hand­werk­li­che Sorg­falt ge­legt. Wietha­se er­rich­te­te 22 Kirch­neu­bau­ten im neu­go­ti­schen Stil, dar­un­ter fünf Saal­kir­chen, zehn Hal­len­kir­chen be­zie­hungs­wei­se Pseu­do­ba­si­li­ken mit nur leicht er­höh­tem Mit­tel­schiff und drei Ba­si­li­ken. Dem ge­gen­über ste­hen vier Ba­si­li­ken in neu­ro­ma­ni­schem be­zie­hungs­wei­se Über­gangs­stil.

Die als durch­grei­fend be­zeich­ne­ten Re­stau­rie­run­gen Wietha­ses wa­ren meis­tens mit Er­wei­te­run­gen der für die rasch an­wach­sen­de Be­völ­ke­rung zu klein ge­wor­de­nen Kir­chen ver­knüpft. Um ein stil­ein­heit­li­ches und voll­stän­di­ges Er­schei­nungs­bild zu er­lan­gen, han­del­te er zum Teil ei­gen­mäch­tig und mit er­gän­zen­den Neu­bau­ten nicht im Sin­ne der heu­ti­gen Denk­mal­pfle­ge. An­de­rer­seits setz­te er sich bei­spiel­wei­se ve­he­ment für den Er­halt der Köl­ner Stadt­mau­er ein. Die meis­ten sei­ner in Köln kon­zen­trier­ten Prof­an­bau­ten wur­den im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört. Noch 1970 wur­de das 1892–1894 nach Wietha­ses Plä­nen im neu­go­ti­schen Stil er­bau­te Rat­haus in Gel­sen­kir­chen ab­ge­ris­sen.

St. Cyriakus, Krefeld-Hüls, Ansicht von Süden, Foto: Pfarrarchiv.

 

Mit der ka­tho­li­schen Pfarr­kir­che St. Cy­ria­kus in Hüls (heu­te Stadt Kre­feld) er­rich­te­te er ab 1865 bis 1870 sei­nen ers­ten gro­ßen Kir­chen­neu­bau. Der ­kom­pak­te Grund­riss der drei­schif­fi­gen, vier­jochi­gen Back­stein­hal­len­kir­che wirkt durch die an­nä­hernd glei­che Schiffs­brei­te und den wei­ten Ab­stand der schlan­ken Bün­del­pfei­ler weit­räu­mig und gro­ßzü­gig. Die gro­ßen Fens­ter­flä­chen ver­stär­ken die­sen Ein­druck. Da­mit sie den Raum nicht ver­stel­len, sind für die Beicht­stüh­le den Sei­ten­schif­fen ein­ge­schos­si­ge Beicht­gän­ge an­ge­fügt. Zwi­schen Lang­haus und kaum ein­ge­zo­ge­ner Chor­par­tie mit drei­ap­s­i­dia­lem Ab­schluss tritt das ver­gleichs­wei­se schma­le Quer­haus mit stern­ge­wölb­ter Vie­rung am Au­ßen­bau mit drei­sei­ti­gen Ap­si­den vor. Auf­fäl­lig ist die an­nä­hern­de Gleich­ge­wich­tung von Lang­haus und Chor­be­reich, die ei­ne Ten­denz zum Zen­tral­bau er­ken­nen lässt. Die ein­zel­nen Bau­kör­per set­zen sich am Au­ßen­bau mit un­ter­schied­li­chen Dach­for­men klar von­ein­an­der ab; Zelt­dä­cher über den Quer­haus­ap­s­i­den und ho­he Walmd­ä­chern über den Chor­sei­ten­schif­fen. Zu­sätz­lich be­rei­chert wird das Sat­tel­dach des Lang­hau­ses durch ein­ge­scho­be­ne Zwerch­dä­cher mit Schmuck­gie­beln. Der mit Stre­be­pfei­lern rhyth­mi­sier­te Au­ßen­bau zeigt auf­wän­di­ges Fens­ter­maß­werk und ist reich mit Skulp­tur aus­ge­stat­tet.

St. Cyriakus, Krefeld-Hüls, Grundriss, Foto: Pfarrarchiv.

 

Die 1878–1883 er­rich­te­te ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Mi­cha­el in Wald­niel (heu­te Stadt Schwalm­tal) ist ei­nes der Haupt­wer­ke Wietha­ses. Sie wur­de – ganz im Sin­ne der Neu­go­tik – auf mo­nu­men­ta­le Wir­kung ab­zie­lend iso­liert auf der höchs­ten Stel­le des Or­tes er­rich­tet. Das Quer­haus ist hier zu ei­ner Tie­fe von zwei Jo­chen er­wei­tert und im Ge­gen­satz zum ba­si­li­ka­len Lang­haus als lich­te Hal­le er­rich­tet wor­den. Um dem In­nen­raum Gro­ßzü­gig­keit zu ver­lei­hen und die Chor­par­tie zu stär­ken, stat­te­te Wietha­se auch klei­ne ein­schif­fi­ge Kir­chen­bau­ten wie et­wa St. Jo­han­nes der Täu­fer in Hol­ten (heu­te Stadt Ober­hau­sen) mit ei­nem Quer­haus aus.

St. Cyriakus, Krefeld-Hüls, Blick in den Chor, Foto: Pfarrarchiv.

 

Die Pro­ble­me, die vor al­lem leis­tungs­schwä­che­re In­dus­trie­ge­mein­den bei der Fi­nan­zie­rung ei­nes Kir­chen­neu­baus hat­ten, ver­an­lass­ten Wietha­se, sich ge­gen An­lei­hen und für frei­wil­li­ge Bei­trä­ge aus­zu­spre­chen. Um bei der da­mit not­wen­di­gen stück­wei­sen Er­rich­tung des Kir­chen­baus un­schö­ne Pro­vi­so­ri­en zu ver­mei­den, pu­bli­zier­te er 1889 ei­nen klug kon­zi­pier­ten, auf mehr­fa­che Er­wei­te­rung an­ge­leg­ten Kir­chen­ent­wurf. In ei­nem ers­ten Schritt soll­te ein be­son­ders ge­stal­te­tes Quer­haus er­rich­tet wer­den, dass von An­fang an das An­se­hen des für sich Ab­ge­schlos­se­nen und Fer­ti­gen dar­bie­tet.

Hein­rich Wietha­se war ein wirt­schaft­lich er­folg­rei­cher Ar­chi­tekt, der 1891, eben­so wie Vin­cenz Statz, in der höchs­ten preu­ßi­schen Steu­er­klas­se ein­ge­stuft war. Am 7.12.1893 starb er im 61. Le­bens­jahr in Köln und wur­de am 9. De­zem­ber auf dem Me­la­ten­fried­hof be­er­digt. Sein Nach­lass, zir­ka 900 Plä­ne, Ma­nu­skrip­te und Kor­re­spon­denz, be­fin­det sich im His­to­ri­schen Ar­chiv der Stadt Köln. Sein Bü­ro über­nahm nach sei­nem To­de sein Nef­fe Hein­rich Renard (1868–1928).

Quellen

His­to­ri­sches Ar­chiv der Stadt Köln, Be­stand 1108. In­wie­weit der Nach­lass durch den Ein­sturz des Ar­chivs März 2009 be­trof­fen ist, lässt sich zur­zeit noch nicht er­mes­sen.

Gedruckte Schriften

Das neue Klos­ter der Ur­su­li­nen in Dü­ren, in: Or­gan für christ­li­che Kunst 16 (1866), S. 269ff. 

Die Köl­ner Stadt­be­fes­ti­gung, in: No­tiz­blatt des Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur­ver­eins für den Nie­der­rhein und West­fa­len, Köln 1875, S. 6ff. 

Der Klapp-Al­tar in Gross-Bos­lar bei Jü­lich, in: No­tiz­blatt des Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur­ver­eins für den Nie­der­rhein und West­fa­len, Köln 1876, S. 11. 

Die Pfarr­kir­che in Frau­wülle­s­heim bei Dü­ren, in: No­tiz­blatt des Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur­ver­eins für den Nie­der­rhein und West­fa­len, Köln 1876, S. 82. 

Die Pfarr­kir­che St. Ja­cob in Aa­chen, in: No­tiz­blatt des Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur­ver­eins für den Nie­der­rhein und West­fa­len, Köln 1876. 

Die Pfarr­kir­che zu Brau­wei­ler bei Köln, in: Zeit­schrift des Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur-Ver­eins Han­no­ver 12, 1878, S. 158ff. 

Die mit­tel­al­ter­li­che Be­fes­ti­gung Kölns, in: Deut­sche Bau­zei­tung 15, 1881, S. 259ff. 

Über die zi­vil­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit der Ar­chi­tek­ten und In­ge­nieu­re, in: Deut­sche Bau­zei­tung 15, 1881, S. 298. 

Dan­zig und das Deut­schor­dens­schloß Ma­ri­en­berg, in: Deut­sche Bau­zei­tung 16 (1882), S. 36. 

Das Hei­del­ber­ger Schloß, in: Deut­sche Bau­zei­tung 17 (1883), S. 83.  

[Zu­sam­men mit] Kö­nig, Fritz: Kölns Ge­schich­te in­be­zug auf die his­to­risch-po­li­ti­sche Be­deu­tung der Stadt, in: Fest­schrift zur 21. Haupt­ver­samm­lung des Ver­eins deut­scher In­ge­nieu­re, Köln 1880. 

Cöl­ner Thor­bur­gen und Be­fes­ti­gun­gen 1180–1882, hg. vom Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur­ver­ein für den Nie­der­rhein und West­fa­len, 1884, Re­print Braun­schweig 2002. 

Der Dom zu Cöln, her­aus­ge­ge­ben mit be­schrei­ben­dem Text von Hein­rich Wietha­se Bau­meis­ter. Nach den pho­to­graph. Auf­nah­men von An­selm Schmitz in Köln in un­ver­än­der­li­chem Licht­druck her­ge­stellt von Römm­ler & Jo­nas in Dres­den, Frank­furt 1884. 

Die ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che in Ei­len­dorf bei Aa­chen und be­son­de­re Be­schrei­bung der Wand­ma­le­rei­en in der­sel­ben, Köln 1887. 

Die äl­te­re Bau­ge­schich­te Kölns, in: Köln und sei­ne Bau­ten, in: Fest­schrift zur 8. Wan­der­samm­lung des Ver­ban­des deut­scher Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur-Ver­ei­ne, hg. H. Wietha­se, K. Schel­len, J. Stüb­ben, Köln 1888. 

Die al­te Baut­hä­tig­keit der Rhein­lan­de, in: Deut­sche Bau­zei­tung 22 (1888), S. 405. 

Kan­zel von Schmie­de­ei­sen in der evan­ge­li­schen Pfarr­kir­che zu Ober-Die­bach bei Ba­cha­rach am Rhein, in: Zeit­schrift für christ­li­che Kunst 2 (1889), Sp. 25-30. 

Ent­wurf zu ei­nem auf mehr­fa­che Er­wei­te­run­gen an­ge­leg­ten Kir­chen­bau, in: Zeit­schrift für christ­li­che Kunst 2 (1889), Sp. 373-380.  

Die Bau­ge­schich­te der St. An­na- und der St. Ma­ri­en­kir­che in Dü­ren, in: An­na­len des his­to­ri­schen Ver­eins für den Nie­der­rhein 52 (1891), S. 248. 

Re­stau­ra­ti­on der Ober­plei­ser Props­tei-Kir­che, Druck­schrift 1891-1894(?).

Manuskripte

Ab­hand­lung über Bau­stof­fe, in: His­to­ri­sches Ar­chiv der Stadt Köln Be­stand 1108 Ak­ten 15, Ma­nu­skript 1872-1879. 

Die Köl­ner Stadt­be­fes­ti­gung, in: No­tiz­blatt, 1875 (S. 6ff.), Ma­nu­skript in: His­to­ri­sches Ar­chiv der Stadt Köln Be­stand 1108 Ak­ten 16. 

Ei­ne Rei­se nach Pa­ris und Lon­don aus An­lass der Welt­aus­stel­lung 1878 in Pa­ris, Vor­trag ge­hal­ten vor dem Ar­chi­tek­ten- und In­ge­nieur-Ver­ein für den Nie­der­rhein und West­fa­len, 1879, Ma­nu­skript, in: His­to­ri­sches Ar­chiv der Stadt Köln Be­stand 1108 Ak­ten 17.

Bauten, Restaurierungen, Ausstattungen (Auswahl)

Auf­lis­tung nach Dehio, Ge­org, Hand­buch der deut­schen Kunst­denk­mä­ler, Nord­rhein-West­fa­len I: Rhein­land, Mün­chen 2005 und Mar­quaß, Wal­ter, Hein­rich Jo­hann Wietha­se (133–1893), Pri­vat­bau­meis­ter in Köln, Diss. Aa­chen 1980. 1862–1864 und 1887–1888 – Stif­tung Pu­ricel­li in Rhein­böl­len. 

1864–1869 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Se­ve­rin in Aa­chen-Ei­len­dorf. 

1863–1866 - Guts­haus Pin­now in Neu­bran­den­burg, Um­bau und Er­wei­te­rung, zu­gleich Ent­wür­fe für die Aus­stat­tung. 

1865–1870 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Cy­ria­kus in Kre­feld-Hüls, Ent­wür­fe für Hoch- und Sei­ten­al­tä­re. 

1867–69 – evan­ge­li­sche Chris­tus­kir­che in Neun­kir­chen an der Saar, nach Kriegs­be­schä­di­gung ver­än­dert wie­der­her­ge­stellt. 

1869 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ma­xi­mi­li­an in Duis­burg-Ruhr­ort, Er­wei­te­rung. 

1870 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ma­riae Him­mel­fahrt in We­sel–Gin­de­rich, Re­stau­rie­rung und Er­wei­te­rung.  

1871–1875 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Kor­ne­li­us in Vier­sen–Dül­ken (Chor, Quer­schiff, zwei Lang­haus­jo­che), 1905–1907 un­ter Hein­rich Renard (1868–1928) die üb­ri­gen Lang­haus­jo­che nach Wietha­ses Ent­wurf, West­turm nach ei­ge­nem Ent­wurf. 

1873–1876 und 1894–1897 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Adal­bert in Aa­chen, ehem. Ka­no­ni­ker­stift, nach Kriegs­be­schä­di­gung ver­ein­facht wie­der­her­ge­stellt. 

1873–1875 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Jo­han­nes der Täu­fer in Ober­hau­sen–Hol­ten, nach Kriegs­be­schä­di­gung ver­än­dert wie­der­auf­ge­baut. 

1874–1876 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ge­org in Rees–Hal­dern. 

1874 und 1884 – Burg Ca­len­berg in War­burg-Ca­len­berg, Um­bau und Er­wei­te­rung. 

1875–1880 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ma­riae Heim­su­chung in Nör­ve­nich-Frau­wülle­s­heim, Re­stau­rie­rung und Er­wei­te­rung. 

1877 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ger­trud in Nör­ve­nich–Bins­feld, Er­wei­te­rung. 

1877–1879 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Se­bas­ti­an in Fre­chen-Kö­nigs­dorf. 

1877–1886 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Ja­cob in Aa­chen, un­ter Mit­ar­beit von Edu­ard Lin­se (1848–1902), nach Kriegs­be­schä­di­gung in­nen ver­ein­facht wie­der­her­ge­stellt. 

1878–1883 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Mi­cha­el in Schwalm­tal–Wald­niel. 

1881–1886 - ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che SS. Jo­hann Bap­tist und Pe­trus in Bonn, ehem. Stifts­kir­che. 

1881–1883 - ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Dio­ny­si­us in Duis­burg–Wal­s­um. 

1882–1885 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Kor­ne­li­us in Tö­nis­vorst-Sankt Tö­nis, Ost­tei­le; West­tei­le 1903–1904 un­ter Hein­rich Renard, nach Kriegs­be­schä­di­gung wie­der­her­ge­stellt. 

1882–1884 - An­na­säu­le in Dü­ren, Aus­füh­rung durch Ed­mund Renard (1830–1905). 

1882 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Lam­ber­tus in Wald­feucht, Aus­stat­tung. 

1883–1884 Ka­pel­le St. Jo­seph des Redemp­to­ris­ten­klos­ters in Bonn-Au­er­berg. 

1885–1886 – Klos­ter­kir­che SS. Ma­ria und An­dre­as in Dor­ma­gen–Knecht­ste­den, ehe­ma­li­ge Prä­mons­tra­ten­ser–Stifts­kir­che, Re­stau­rie­rung. 

1887–1891 - ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Goar in St. Goar, un­ter Mit­ar­beit von Edu­ard End­ler (1860-1932). 

1888–1891 - Rat­haus Dü­ren, Er­wei­te­rung, 1944 voll­stän­dig zer­stört.  

1891 – Corp­shaus des Corps Van­da­lia in Hei­del­berg. 

1892–1894 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Cle­mens in Wip­per­fürth–Wip­per­feld. 

1892–1894 – ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che SS. Pe­ter und Paul in Ra­tin­gen, Er­wei­te­rung, nach Kriegs­be­schä­di­gung wie­der­her­ge­stellt. 

1892–1894 - Rat­haus in Gel­sen­kir­chen, nach Wietha­ses Tod voll­endet durch Edu­ard End­ler (1860–1932), 1970 ab­ge­ris­sen.

Literatur

Bar­tels, Wil­helm, Vor­trä­ge über die sinn­bild­li­che Be­deu­tung der christ­li­chen Kir­chen und ih­rer Bau­for­men mit be­son­de­rer Be­zie­hung auf die neue Pfarr­kir­che in Hüls, Dül­men 1872. 

Coes­ter, Ernst: Hein­rich Wietha­se, sein Werk im Kreis Dü­ren und die da­zu er­hal­te­nen Zeich­nun­gen, in: Dü­re­ner Ge­schichts­blät­ter 47 (1968), S. 1109. 

Coes­ter, Ernst, Hein­rich Wietha­se und Ed­mund Renard als Schöp­fer des Hoch­al­tars von St. Ger­tru­dis in Kre­feld-Bock­um: Ein Bei­trag zur ba­ro­cken Tra­di­ti­on in den Kir­chen­räu­men der Neu­go­tik, in: Die Hei­mat (Kre­feld) 72 (2001), S. 72–78. 

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St. Michael, Schwalmtal-Waldniel, Foto: Kreisarchiv Viersen.

 
Zitationshinweis

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Willemsen, Eva-Maria, Heinrich Johann Wiethase, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/heinrich-johann-wiethase/DE-2086/lido/57c9302b8b8ad6.95732932 (25.05.2018)