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Arnold II. von Wied (um 1098-1156), Erzbischof von Köln (1151-1156)

Arnold von Wied übernahm das Bischofsamt zu einer Zeit, als das Kölner Erzbistum finanziell zerrüttet und durch zahlreiche Fehden geschwächt war. Zu seinen vordringlichen Aufgaben gehörten daher die Wiederherstellung der erzbischöflichen Autorität im Erzstift Bezeichnet die weltlichen Territorien eines Erzbischofs in seiner Funktion als Landesherr.  und die Rückforderung des entfremdeten Kölner Kirchenbesitzes. Darüber hinaus war Arnold um eine Politik des Ausgleichs zwischen König und Papst bemüht. Zeitgenössische Quellen heben seinen Erfolg hervor, so rühmt ihn Otto von Freising (circa 1112-1158) als "ehrenvollen Mann und Erneuer seiner Kirche".

Arnold wurde um 1098 als Sohn des Grafen Meffried von Wied (vor 1084-um 1129) geboren. Der Name seiner Mutter ist nicht überliefert. Er hatte sieben Geschwister: drei Brüder und vier Schwestern. Arnold entschied sich als zweitgeborener Sohn für eine kirchliche Laufbahn und wurde wahrscheinlich an der Stiftsschule in Lüttich ausgebildet, wo er Wibald von Stablo (1098-1158) kennen lernte. Seit 1122 ist er als Propst von St. Georg in Limburg an der Lahn bezeugt; er gehörte seit spätestens 1127 ebenso dem Kölner Domstift an, dem er zu dieser Zeit bereits als Propst vorstand. In dieser Würde erscheint er als Zeuge in vielen Urkunden der Erzbischöfe Friedrich I. und Bruno II. Während der Amtszeit Brunos verfasste er persönlich mehrere erzbischöfliche Urkunden.

Durch diese Aufgabe qualifiziert übertrug ihm König Konrad III. (Regierungszeit 1138-1152) im April 1138 die Leitung der Reichskanzlei und verbannt damit gleichzeitig die Ernennung zum Propst von St. Servatius in Maastricht. In der Kanzlei war Arnold, der mehrere Diplome eigenhändig ausfertigte, überwiegend mit lothringischen und italienischen Angelegenheiten betraut; so reiste er in Konrads Auftrag 1138/1139 nach Oberitalien (Genua, Farfa) und Rom. In den folgenden Jahren war er sowohl am königlichen Hof als auch immer wieder in Köln anzutreffen. Als Kanzler begleitete er im Frühjahr 1147 König Konrad auf den zweiten Kreuzzug, dessen Scheitern er in Laodikeia am Lykos und vor Damaskus 1148 miterlebte, ebenso wie den Rückzug und den anschließenden königlichen Aufenthalt in Konstantinopel (heute Istanbul). Von dort kehrte Arnold im Mai 1149, nach zwei Jahren Abwesenheit, ins Rheinland zurück.nach obenNach seiner Rückkehr schloss sich Arnold in Köln den Gegnern des seit März 1148 suspendierten Erzbischofs Arnold I. an. Als Dompropst übernahm er eine führende Rolle in der Opposition, blieb bis auf weiteres in Köln und positionierte sich selbst für eine mögliche Nachfolge. Zwangsläufig zog er sich damit vom königlichen Hof zurück, was zu einer vorübergehenden Entfremdung (1149-1151) von König Konrad führte. Am 3.4.1151 starb Erzbischof Arnold I. und Klerus und Volk wählten nach einer dreitägigen Fastenzeit Arnold von Wied einstimmig zu dessen Nachfolger.

Überraschenderweise erklärte der Dompropst sich außerstande, das finanziell und auch durch Fehden zerrüttete Erzbistum zu leiten. Die schmeichelhaft-einhellige, ja tumultuarische Wahl wollte er nicht ohne ausdrückliche königliche und päpstliche Zustimmung annehmen. Hinter seinen Vorbehalten stand wohl auch die Sorge, gegebenenfalls sein Privatvermögen für die finanziell angeschlagene Erzdiözese einsetzen zu müssen. Arnold reiste daher König Konrad entgegen, der am 15. April in Boppard von der Wahl erfuhr und sich nun seinerseits auf den Weg nach Köln machte. In Schwarzrheindorf (heute Stadt Bonn), wo Arnold auf Wiedschem Familienbesitz eine soeben vollendete Doppelkirche Kapelle mit unterem und oberem Raum, meist durch eine zentrale Öffnung miteinander verbunden, findet sich vor allem in  Burgen und Pfalzen, die obere Kirche war für die Herrschaft und ihr Gefolge bestimmt, die untere für das Gesinde. Ein berühmtes rheinisches Beispiel ist die Doppelkirche in Schwarzrheindorf (heute Stadt Bonn) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. hatte bauen und prunkvoll ausstatten lassen, empfing der Erwählte mit seinen Verwandten und einer großen Zahl Kölner Kleriker und Laien den König. Dort fand am 25.4.1151 die feierliche Weihe der drei Altäre der Unterkirche durch die Bischöfe Albert von Meissen (Episkopat um 1150-1152) und Heinrich von Lüttich (Episkopat 1145-1164) statt, wie Bischof Otto von Freising berichtet, der selbst den Altar der Oberkirche weihte. Von dort fuhren König Konrad und Adolf mit dem Schiff (1) Wasserfahrzeug, (2) in der Baukunst Laienhaus in der christlichen Kirche, in der Basilika und der Hallenkirche eingeteilt in Mittel- und Seitenschiffe, die Saalkirche ist einschiffig. weiter nach Köln, wo ihnen in der Stadt ein glänzender Empfang bereitet wurde. Im Kölner Dom übertrug König Konrad dem immer noch widerstrebenden Arnold die Regalien und stattete ihn mit herzöglichen Gerechtsamen, sozusagen mit einem wieder belebten lothringischen Dukat (Kölner Herzogtum) aus.

Bereits als ElektLateinisch (Gewählter), Inhaber eines geistlichen oder weltlichen Amtes, der noch nicht geweiht beziehungsweise gekrönt ist. setzte sich Arnold für die Rückführung entfremdeter erzstiftischer Tafelgüter ein, die erst 1153 gänzlich abgeschlossen war. Er nutzte die neu gewonnenen herzöglichen Gerechtsamen zur Bekämpfung der zahlreichen Fehden und adeligen Übergriffe und zur Wiederherstellung des Landfriedens und der damit verbundenen Gerichtsbarkeit. Dabei gelang es ihm, seine erzbischöfliche Autorität, auch gegenüber adeligen Widersachern wie den Grafen von Berg und Arnsberg durchzusetzen. Mitunter handelte Arnold dabei auch im Wiedschen Familieninteresse, so bei der Zerstörung der Burg Sayn im Sommer 1152.

Seine Bemühungen um Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in der Erzdiözese wurden im Spätsommer 1151 unterbrochen, als Arnold erst an den königlichen Hof und dann zusammen mit Abt Wibald von Stablo nach Rom reiste, im Gepäck ein Empfehlungsschreiben des Königs und Wahlanzeigen des Bischofs von Lüttich sowie des Klerus und Volkes von Köln. Zu Anfang des Jahres 1152 bestätigte Papst Eugen III. (Pontifikat 1145-1153) in Segni seine Wahl, weihte ihn und übergab ihm das Pallium. Darüber hinaus bestätigte er Arnold die Rechte und Besitzungen der Kölner Kirche, seine erzbischöflichen Privilegien und die neu gewonnenen herzöglichen Vorrechte. Auf der Heimreise nach Köln erfuhr Arnold in Speyer vom Tod des Königs (15.2.1152).

Rund zwei Wochen später, am 4.3.1152, nahm Erzbischof Arnold an der Königswahl in Frankfurt teil. Hier unterstützte er aktiv den staufischen Herzog Friedrich III. von Schwaben, den späteren König und Kaiser Friedrich Barbarossa (Regierungszeit 1152-1190), den er nach erfolgter Wahl am 9. März in Aachen zum König krönte. Am Hof König Friedrichs I. Barbarossa ist er in den folgenden Jahren häufig nachweisbar: so unterzeichnete er 1153 als Zeuge den Konstanzer Vertrag und nahm im Gefolge des Königs 1154/1155 am Italienzug teil, auf dem er als Erzkanzler für Italien sämtliche Urkunden rekognoszierte. Er gehörte gemeinsam mit seinem Amtsbruder Anselm von Ravenna (gestorben 1158) der königlichen Gesandtschaft an, die sich an Papst Hadrian IV. (Pontifikat 1154-1159) wandte, um die Kaiserkrönung vorzubereiten. Als sich beim ersten Zusammentreffen in der Gegend von Sutri (9.6.1155) Friedrich weigerte, dem Papst den Stratordienst zu leisten, überzeugte ihn Arnold von der Rechtmäßigkeit dieses Ehrendienstes, wie er sich überhaupt um den Ausgleich zwischen beiden Mächten bemühte. Am 18.6.1155 erlebte Arnold die feierliche Kaiserkrönung Friedrichs im Petersdom in Rom. Zwar ist er auch nach Rückkehr des Kaisers am Hof anzutreffen, doch erreichte er nicht mehr die Königsnähe wie unter Konrad III.

Nach über einem Jahr, Ende September 1155, kehrte Erzbischof Adolf vom Italienzug in sein Bistum zurück. Trotz häufiger Abwesenheit kümmerte er sich auch um geistige Belange in seiner Diözese, so förderte er insbesondere die Klöster der Siegburger Reformbewegung (St. Pantaleon in Köln und Siegburg) und unterstützte die Gründung eines Benediktinerinnenklosters an der Schwarzrheindorfer Doppelkirche Kapelle mit unterem und oberem Raum, meist durch eine zentrale Öffnung miteinander verbunden, findet sich vor allem in  Burgen und Pfalzen, die obere Kirche war für die Herrschaft und ihr Gefolge bestimmt, die untere für das Gesinde. Ein berühmtes rheinisches Beispiel ist die Doppelkirche in Schwarzrheindorf (heute Stadt Bonn) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. , das er seiner Schwester Hadwig (um 1120-wohl 1172) anvertraute und in das auch seine Schwestern Sophia (geboren um 1123) und Siburga (geboren um 1126) eintraten.

Erzbischof Arnold starb zwischen Ostern und Pfingsten, am 14.5.1156 in Xanten, durch einen unglücklichen Sturz bei einem Wettlauf; dabei die priesterliche Würde vernachlässigend, wie die Pöhlder Annalen aus zeitgenössischer Sicht bedauernd kommentieren. Seine Gebeine wurden nach Schwarzrheindorf überführt und dort in der Doppelkirche Kapelle mit unterem und oberem Raum, meist durch eine zentrale Öffnung miteinander verbunden, findet sich vor allem in  Burgen und Pfalzen, die obere Kirche war für die Herrschaft und ihr Gefolge bestimmt, die untere für das Gesinde. Ein berühmtes rheinisches Beispiel ist die Doppelkirche in Schwarzrheindorf (heute Stadt Bonn) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. bestattet.

nach obenQuellen (Auswahl)

Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, Band 2, bearb. von Richard Knipping, Bonn 1901, Nachdruck Düsseldorf 1985, S. 85-102.

 

Literatur (Auswahl)

Bautz, Friedrich Wilhelm, Artikel „Arnold II.", in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 1 (1990), Sp. 234.

Groten, Manfred, Priorenkolleg und Domkapitel von Köln im Hohen Mittelalter. Zur Geschichte des kölnischen Erzstifts und Herzogtums, Bonn 1980, S. 141-147.

Groten, Manfred, Untersuchungen zum Urkundenwesen unter den Erzbischöfen Arnold I. und Arnold II. von Köln (1138-1156), in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 50 (1979), S. 11-38.

Hausmann, Friedrich, Reichskanzlei und Hofkapelle unter Heinrich V. und Konrad III., Stuttgart 1956, S. 98-122.

Kunisch, Johannes, Konrad III., Arnold von Wied und der Kapellenbau von Schwarzrheindorf, Düsseldorf 1966.

Oediger, Friedrich Wilhelm, Das Bistum Köln von den Anfängen bis zum Ende des 12. Jahrhunderts (Geschichte des Erzbistums Köln 1), 2. Auflage, Köln 1972, S. 146-148.

Schütte, Bernd, Osterfeier und Jüngerlauf. Zum Tod Arnolds II. von Köln, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 74 (2010), S. 220-234.
Wolter, Heinz, Arnold von Wied, Kanzler Konrads III. und Erzbischof von Köln, Köln 1973.

 

Online

Doppelkirche Schwarzrheindorf (Information auf der Website der Stadt Bonn).

Oediger, Friedrich Wilhelm, Artikel „Arnold II.", in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 377.

 

6.3.2013
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Swen Holger Brunsch (Swisttal) 
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