125 Jahre Eifelverein – Gegründet 1888

Wolfgang Schmid (Winningen)

Eifelidylle in der 'Eifel', 1953. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

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Am 22.5.1888 wur­de im Kur­saal von Bad Ber­trich der Ei­fel­ver­ein ge­grün­det. 25 und 50 Jah­re spä­ter fei­er­te er 1913 be­zie­hungs­wei­se 1938 in Trier, 1988 in Bad Ber­trich sein 100. und 2013 in Prüm sein 125. Grün­dungs­ju­bi­lä­um. Zu je­dem die­ser Er­eig­nis­se er­schien ei­ne Fest­schrift, die im Rück­blick deut­lich macht, wie sehr sich der Ei­fel­ver­ein, aber auch die Ei­fel in die­sen 125 Jah­ren ver­än­dert ha­ben.

 

1. Vorgeschichte

War­um grün­de­te man 1888 den Ei­fel­ver­ein? Der preu­ßi­sche Staat, zu dem die Ei­fel seit 1815 ge­hör­te, be­schränk­te sei­ne Ver­wal­tungs­tä­tig­keit weit­ge­hend auf die ord­nungs­po­li­ti­sche Di­men­si­on. Vie­le Be­rei­che des so­zia­len, ka­ri­ta­ti­ven und kul­tu­rel­len Le­bens wur­den im 19. Jahr­hun­dert von Ver­ei­nen ab­ge­deckt. Sie stell­ten die po­pu­lärs­te Or­ga­ni­sa­ti­ons­form bür­ger­li­cher In­ter­es­sen­ver­tre­tung und Frei­zeit­ge­stal­tung schlecht­hin dar. So wa­ren be­reits vor dem Ei­fel­ver­ein ei­ne gan­ze Rei­he re­gio­na­ler Ver­ei­ne zur För­de­rung des Tou­ris­mus in den Mit­tel­ge­birgs­re­gio­nen ent­stan­den: 1864 zum Bei­spiel der Ba­di­sche Schwarz­wald­ver­ein und 1868 der Tau­nus­klub. 1883 schlos­sen sich der Rhön­klub, der Ver­ein der Spes­sart­freun­de Aschaf­fen­burg, der Spes­sart-Tou­ris­ten­ver­ein Ha­nau, der Thü­rin­ger­wald­ver­ein, der Of­fen­ba­cher-Tou­ris­ten­ver­ein und der Tau­nus­klub, spä­ter noch wei­te­re Or­ga­ni­sa­tio­nen zum ‚All­ge­mei­nen Ver­band Deut­scher Tou­ris­ten-Ver­ei­ne“ zu­sam­men.

Zum Zwei­ten galt die Ei­fel im 19. Jahr­hun­dert als „Preu­ßisch Si­bi­ri­en“: Ei­ne dünn be­sie­del­te und struk­tur­schwa­che Re­gi­on, die nach den Wor­ten Kai­ser Wil­helms II. (Re­gent­schaft 1888-1918) al­len­falls für die Jagd und für Ma­nö­ver zu ge­brau­chen war. Es man­gel­te an al­lem: An der Bo­den­qua­li­tät, an Saat­gut, an Zucht­vieh, an den Kennt­nis­sen der Land­wir­te, an Ge­wer­be und In­dus­trie, an Stra­ßen und spä­ter dann an Ei­sen­bah­nen und Au­to­bah­nen. Auf der an­de­ren Sei­te wuchs die Be­völ­ke­rung u. a. durch die ver­bes­ser­te me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung sprung­haft an, von cir­ca 166.000 (1815) auf 250.000 (1905). Da­bei ist zu be­rück­sich­ti­gen, dass zwi­schen 1840 und 1870 cir­ca 60.000 und zwi­schen 1871 und 1910 so­gar cir­ca 100.000 Men­schen die Ei­fel ver­lie­ßen. Vie­le zo­gen in die neu ent­ste­hen­den in­dus­tri­el­len Bal­lungs­räu­me an Rhein und Ruhr, an­de­re wan­der­ten nach Ame­ri­ka aus; sie grün­de­ten in Chi­ca­go und San Fran­cis­co Orts­grup­pen des Ei­fel­ver­eins.

Be­reits 1832 grün­de­te der Bon­ner Pro­fes­sor für Staats­wis­sen­schaf­ten, Pe­ter Kauf­mann (1804-1872), in Schlei­den ei­nen „Ver­ein für ge­mein­nüt­zi­ge Be­stre­bun­gen zur Be­för­de­rung der Land­wirt­schaft, des Ge­wer­be­flei­ßes, der In­tel­li­genz und der Sitt­lich­keit in den Ei­fel­ge­gen­den“, kurz „Ei­fel­ver­ein“. Er fand in dem Prü­mer Land­rat Ge­org Bärsch (1778-1866) ei­nen rüh­ri­gen Ver­tre­ter vor Ort, der den Stra­ßen­bau vor­an­trieb und das Schul­we­sen re­or­ga­ni­sier­te. Wei­ter ver­such­te der Ver­ein, die Vieh­zucht zu ver­bes­sern und rief Obst­baum­schu­len, Acker­bau­schu­len so­wie land­wirt­schaft­li­che Win­ter­schu­len ins Le­ben. 1840 ging der „Ei­fel­ver­ein“ im „Land­wirt­schaft­li­chen Ver­ein für Rhein­preu­ßen“ auf. Der Ver­ein ent­fal­te­te ei­ne se­gens­rei­che Tä­tig­keit, die Pro­ble­me der Ei­fel konn­te er je­doch nicht lö­sen, sie spit­zen sich nach 1871 eher noch zu: 1879/1880 und 1882/83 gab es gra­vie­ren­de Miss­ern­ten und Hun­ger­kri­sen. Die Zahl der Aus­wan­de­rer stieg sprung­haft an. Der preu­ßi­sche Staat re­agier­te mit ei­nem 1883 ein­ge­rich­te­ten „Ei­fel­fond­s“, der jähr­lich 300.000 Mark aus­ge­ben konn­te, und ei­ner 1887 ge­grün­de­ten Kom­mis­si­on für lan­des­kul­tu­rel­le Ar­beit.

1871 wur­de der Preu­ßen­kö­nig Wil­helm I. (Prinz­re­gent ab 1858, Kö­nig ab 1861, Re­gent­schaft bis 1888) in Ver­sailles zum deut­schen Kai­ser pro­kla­miert. Die ge­won­ne­nen Krie­ge ge­gen Dä­ne­mark, Ös­ter­reich und Frank­reich stei­ger­ten ne­ben dem Er­werb der Kro­ne in ei­nem klein­deut­schen (oh­ne das ka­tho­li­sche Ös­ter­reich), über­wie­gend pro­tes­tan­ti­schen Kai­ser­reich das Selbst­be­wusst­sein des Herr­scher­hau­ses. Es hat­te be­reits zu­vor Span­nun­gen mit der Be­völ­ke­rung der rhei­ni­schen Städ­te ge­ge­ben, et­wa in den Re­vo­lu­tio­nen von 1830 und 1848, zu­dem auch Kon­flik­te mit der ka­tho­li­schen Kir­che, zum Bei­spiel den Misch­ehen­streit. 1854 wur­de das Dog­ma der un­be­fleck­ten Emp­fäng­nis ver­kün­det, 1871 das der päpst­li­chen Un­fehl­bar­keit. Ei­ne selbst­be­wuss­te ka­tho­li­sche Kir­che stieß so auf ei­nen nicht min­der selbst­be­wuss­ten preu­ßi­schen Staat. Es kam zum „Kul­tur­kampf“, der sei­nen Hö­he­punkt in den Jah­ren 1871 bis 1878 er­leb­te: Ein kom­ple­xer Sys­tem­kon­flikt, den man nicht aus der Per­spek­ti­ve ei­ner Par­tei be­zie­hungs­wei­se Kon­fes­si­on se­hen darf und der auch in an­de­ren deut­schen Bun­des­staa­ten statt­fand.

Im Rhein­land hat­te es be­reits zu­vor Span­nun­gen zwi­schen dem an ei­ne Staats­kir­che ge­wohn­ten preu­ßi­schen Staat mit sei­ner in der Re­gel ge­bil­de­ten, gut be­sol­de­ten und oft­mals auch evan­ge­li­schen Füh­rungs­schicht auf der ei­nen und der mehr­heit­lich ka­tho­li­schen Be­völ­ke­rung auf der an­de­ren Sei­te ge­ge­ben. Als Bi­schö­fe ver­haf­tet, Pries­ter vor Ge­richt ge­stellt, Pries­ter­se­mi­na­re ge­schlos­sen so­wie Mön­che und Non­nen aus ih­ren Klös­tern ver­trie­ben wur­den, so­li­da­ri­sier­te sich die Be­völ­ke­rung mit ih­nen. Die Ka­tho­li­ken or­ga­ni­sier­ten sich zu­dem po­li­tisch (Zen­trum), bau­ten ei­ne ei­ge­ne Pres­se auf und schu­fen ein gan­zes Netz von ka­ri­ta­ti­ven, be­rufs- und grup­pen­spe­zi­fi­schen so­wie kul­tu­rel­len Ver­ei­nen.

Der be­kann­te ka­tho­li­sche Pu­bli­zist, Grün­der des bis­tums­na­hen „Pau­li­nus“ und Zen­trums­ab­ge­ord­ne­ter, der „Press­ka­plan“ Ge­org Fried­rich Das­bach (1846-1907), rief 1884 den „Trie­ri­schen Bau­ern­ver­ein“ ins Le­ben, der die geist­li­che, sitt­li­che und wirt­schaft­li­che Ver­fas­sung der Mit­glie­der stär­ken soll­te, ge­treu Das­bachs Mot­to: „Ei­ner für al­le und al­le für je­den“. Hier zeigt sich das Vor­bild der Ge­nos­sen­schafts­ban­ken von Fried­rich Wil­helm Raiff­eis­sen. 1885 grün­de­te Das­bach ei­ne „Land­wirt­schaft­li­che Ban­k“, die Bau­ern Kre­di­te zum Er­werb von Vieh gab. Die ka­tho­li­sche Be­völ­ke­rung der Ei­fel ent­wi­ckel­te gro­ße Sym­pa­thi­en für den Ver­ein. En­de 1884 zähl­te er be­reits 118 Orts­grup­pen mit 2.145 Mit­glie­dern.

2. Der Eifelverein unter Dr. Adolf Dronke (1888-1898)

Am 22. Fe­bru­ar 1888 ver­schick­te Dr. Adolf Dron­ke Ein­la­dun­gen zu ei­ner vor­be­rei­ten­den Be­spre­chung zwecks Grün­dung ei­nes „Ei­fel­klub­s“ am 18. März in Ge­rol­stein. Adolf Dron­ke stamm­te aus Ko­blenz, stu­dier­te Ma­the­ma­tik und Na­tur­wis­sen­schaf­ten in Bonn und war Leh­rer in Bonn, Gre­ven­broich, Mön­chen­glad­bach und Ko­blenz. 1875 wur­de er Di­rek­tor der Trie­rer Re­al­schu­le, die sich zum Re­al­gym­na­si­um und schlie­ß­lich zum Kai­ser-Wil­helm-Gym­na­si­um (heu­te Max-Planck-Gym­na­si­um) ent­wi­ckel­te. Wei­ter lei­te­te er die kö­nig­li­che Pro­vin­zi­al-Ge­wer­be­schu­le und die kauf­män­ni­sche Fort­bil­dungs­schu­le in Trier. Dron­ke war schrift­stel­le­risch tä­tig und kan­dier­te für die Na­tio­nal­li­be­ra­len.

Nach dem Tref­fen der vor­be­rei­ten­den Kom­mis­si­on in Ge­rol­stein fand am 22.5.1888 in Bad Ber­trich die Grün­dungs­ver­samm­lung statt. Ziel des Ei­fel­ver­eins war die Er­schlie­ßung der Ei­fel in land­wirt­schaft­li­cher, ge­werb­li­cher und wis­sen­schaft­li­cher Hin­sicht. Der Vor­stand zähl­te zwölf Mit­glie­der, sechs da­von wa­ren Mit­glie­der der na­tio­nal­li­be­ra­len Par­tei oder im Staats­dienst tä­tig. Be­reits 1888 bil­de­ten sich 25 Orts­grup­pen: Alf, Bad Ber­trich, Bit­burg, Blan­ken­heim, Bonn, Daun, Ge­münd, Ge­rol­stein, Gil­len­feld, Hil­le­s­heim, Köln, Kyll­burg, Malme­dy, Man­der­scheid, May­en, Meh­ren, Mont­jo­ie (Mons­chau), Neu­er­burg, Prüm, Re­ma­gen, Schöne­cken, Trier, Wax­wei­ler und Witt­lich. Schon ein Jahr spä­ter stieg die Zahl der Mit­glie­der von 1.200 auf 2.200 Per­so­nen, die der Orts­grup­pen um 19 auf 43. Dron­ke war ein un­er­müd­li­cher und rast­lo­ser Or­ga­ni­sa­tor. In zahl­lo­sen Brie­fen an Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te ver­such­te er, den Ver­ein auf­zu­bau­en. Nach­dem die­ser 1891 dem „All­ge­mei­nen Ver­band Deut­scher Tou­ris­ten-Ver­ei­ne“ bei­ge­tre­ten war, wur­de Dron­ke für drei Jah­re auch noch des­sen Vor­sit­zen­der.

Um För­der­mit­tel ge­zielt ein­set­zen zu kön­nen, er­stell­te der wirt­schaft­li­che Aus­schuss des Ei­fel­ver­eins un­ter Lei­tung von Dr. Hans An­d­reae († 1920) ei­nen Fra­ge­bo­gen über die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se, der an die Orts­grup­pen ge­sandt wur­den. Da­nach flos­sen Gel­der bei­spiels­wei­se für die Fisch­zucht. So setz­te man 80.000 Fo­rel­len aus, um die Fi­sche­rei zu be­le­ben. Die Haupt­ak­ti­vi­tä­ten la­gen al­ler­dings im tou­ris­ti­schen Be­reich. Die Orts­grup­pen wur­den mit der Er­stel­lung ei­nes We­ge­net­zes (Weg­wei­ser, Bän­ke und Schutz­hüt­ten) be­traut. In nur fünf Jah­ren ent­stan­den 210 Ki­lo­me­ter Fuß­we­ge, 450 Weg­wei­ser, 300 Bän­ke und 60 Schutz­hüt­ten. Noch 1888 be­schloss man, ei­nen Rei­se­füh­rer für die Ei­fel her­aus­zu­ge­ben. Die­ser be­schrieb die Wan­der­we­ge, gab Aus­kunft über Se­hens­wer­tes und nann­te Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. In nur drei Mo­na­ten wa­ren die 1.500 Ex­em­pla­re ver­grif­fen. Bis 1897 er­schie­nen sie­ben Auf­la­gen.

Adolf Dronke, um 1890, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

3. Der Eifelverein unter Generalmajor a. D. Karl von Voigt (1898-1904)

1897 war der Ei­fel­ver­ein in ei­ne Kri­se ge­ra­ten: Die Mit­glie­der­zahl war auf 2.700 ge­sun­ken, die schlech­te Zah­lungs­mo­ral der Orts­grup­pen führ­te zu Kür­zun­gen bei der Wirt­schafts­för­de­rung und der Wer­be­kam­pa­gne. 1898 leg­te der ge­sund­heit­lich an­ge­schla­ge­ne Dron­ke sein Amt nie­der. Sein Stell­ver­tre­ter Hein­rich Jo­sef Thie­len († 1900) trat eben­falls zu­rück. Oh­ne Vor­sitz be­rief der Haupt­vor­stand in ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Sit­zung den Ge­ne­ral­ma­jor a. D. Karl von Voigt zum Vor­sit­zen­den und den In­dus­tri­el­len Dr. Hans An­d­reae († 1911) zu sei­nem Stell­ver­tre­ter.

Der Kriegs­ve­te­ran und Kom­man­deur ei­ner in Trier sta­tio­nier­ten Ka­val­le­rie-Bri­ga­de, der sich 1896 aus dem Mi­li­tär­dienst ver­ab­schie­det hat­te, konn­te den Ver­ein aus sei­ner Kri­se füh­ren. Zu­nächst ge­lang ihm durch ei­nen ri­go­ro­sen Spar­kurs die Sa­nie­rung der Ver­eins­fi­nan­zen. Die För­de­rung der Land­wirt­schaft stell­te er weit­ge­hend ein. Die tou­ris­ti­sche Er­schlie­ßung der Ei­fel mach­te durch die An­la­ge ei­nes Wan­der­we­ge­net­zes und ei­ner ein­heit­li­chen Be­schil­de­rung der We­ge gro­ße Fort­schrit­te. Ein­heit­lich be­schil­der­te Haupt­wan­der­we­ge soll­ten die Ei­fel von Ost nach West und von Süd nach Nord durch­que­ren.

Karl von Voigt, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

1899 er­warb von Voigt die Nie­der­burg bei Man­der­scheid. 1900 über­gab er die Rui­ne dem Ei­fel­ver­ein, der die nö­tigs­ten Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten vor­nahm, wo­bei die Pro­vin­zi­al­ver­wal­tung mehr als die Hälf­te der Kos­ten trug und sich mit Kai­ser Wil­helm II. ein nam­haf­ter För­de­rer fand. Kurz vor Aus­bruch des Ers­ten Welt­krie­ges über­nahm der Ver­ein auch die Ober­burg. Die von von Voigt neu be­grün­de­te kul­tu­rel­le Ori­en­tie­rung fand auch in der Mit­glied­schaft in zahl­rei­chen his­to­ri­schen und ar­chäo­lo­gi­schen Ver­ei­ni­gun­gen ih­ren Nie­der­schlag. Ab 1900 be­saß der Ver­ein mit dem mo­nat­lich er­schei­nen­den Ei­fel­ver­eins­blatt ein ei­ge­nes Mit­tei­lungs­or­gan.

1907 ver­öf­fent­lich­te der Ei­fel­ver­ein ei­ne sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung sei­ner Mit­glie­der­lis­te hin­sicht­lich der ver­tre­te­nen „Stän­de und Be­ru­fe“. Da­nach wa­ren un­ter den 6.867 Mit­glie­dern die Be­am­ten (mit Of­fi­zie­ren, Rich­tern, Förs­tern und Leh­rern) mit 37 Pro­zent stark ver­tre­ten, Kauf­leu­te und Fa­bri­kan­ten bil­de­ten mit 29 Pro­zent ei­ne be­deu­ten­de Mit­glie­der­grup­pe, ge­folgt von den Hand­wer­kern, Wir­ten und Bau­ern. Auch die Ärz­te und Apo­the­ker sind mit 6 Pro­zent gut ver­tre­ten. Es lässt sich al­so fest­stel­len, dass in der länd­lich ge­präg­ten Ei­fel die Be­am­ten und die An­ge­hö­ri­gen des Mi­li­tärs deut­lich über­re­prä­sen­tiert wa­ren. Dies gilt auch für die Kauf­leu­te und Fa­bri­kan­ten so­wie die frei­en Be­ru­fe. Der Ei­fel­ver­ein war al­so 1907 eher ein Ver­ein der pro­tes­tan­ti­schen preu­ßi­schen Eli­te denn der ein­hei­mi­schen Bau­ern und Hand­wer­ker. Mit ei­ner Aus­nah­me frei­lich, die Gas­tro­no­men er­kann­ten be­reits früh die Chan­ce, die sich aus dem En­ga­ge­ment des Ei­fel­ver­eins er­gab.

Der Ver­bands­tag deut­scher Tou­ris­ten­ver­ei­ne be­schloss be­reits 1903, Schü­ler- und Stu­den­ten­her­ber­gen ein­zu­rich­ten. Bald öff­ne­ten die ers­ten Gäs­te­häu­ser: Sin­zig, Quid­del­bach, Ahr­hüt­te, Dreis, Kel­berg, Daun und Man­der­scheid. Das Pro­gramm er­leb­te mit dem Krieg ei­nen ers­ten Rück­schlag. Von den 52 Her­ber­gen blie­ben bei Kriegs­en­de le­dig­lich 18 üb­rig. Die Wan­de­rer, die hier über­nach­te­ten, wa­ren die Schü­ler der hö­he­ren Lehr­an­stal­ten, al­so über­wie­gend die Söh­ne der preu­ßi­schen Be­am­ten und Of­fi­zie­re, Un­ter­neh­mer und An­ge­hö­ri­gen der frei­en Be­ru­fe. Kon­kur­renz für die Ein­rich­tun­gen der Schü­ler- und Stu­den­ten­her­ber­gen ent­stand, als der Köl­ner Ei­fel­ver­ein ab 1909 ei­ne Lehr­lings­her­ber­ge ein­rich­te­te.

Die Ortsgruppe Speicher wandert um 1900 durch das Kylltal. (Eifelverein Speicher)

 

4. Der Eifelverein unter Dr. Karl Leopold Kaufmann (1904-1938)

4.1 Im Kaiserreich

1904 zog von Voigt aus Trier weg und trat zu­rück. Die Mit­glie­der­ver­samm­lung wähl­te Dr. Karl Leo­pold Kauf­mann zum neu­en Vor­sit­zen­den. Kauf­mann wur­de 1863 in Bonn als Sohn des Ober­bür­ger­meis­ter­s Leo­pold Kauf­mann ge­bo­ren. Nach ei­nem Ju­ra­stu­di­um be­gann er ei­ne Ver­wal­tungs­lauf­bahn al­s Jus­ti­ti­ar der Kö­nig­li­chen Re­gie­rung in Trier. 1899 wur­de er zum Land­rat des Krei­ses Malme­dy er­nannt und 1907 nach Eus­kir­chen ver­setzt, wo er bis zu sei­ner Pen­sio­nie­rung 1929 wirk­te. 1914 mel­de­te sich Kauf­mann als Frei­wil­li­ger und wur­de der Zi­vil­ver­wal­tung in Bel­gi­en zu­ge­teilt, wo er vor al­lem für die Er­näh­rung der Zi­vil­be­völ­ke­rung ver­ant­wort­lich war. 1916 wur­de er zum Prä­si­den­ten der bel­gi­schen Pro­vinz Lu­xem­burg er­nannt. Kauf­mann lei­te­te den Ei­fel­ver­ein von 1904 bis 1938, al­so vom Kai­ser­reich über die Wei­ma­rer Re­pu­blik bis ins „Drit­te Reich“, und sorg­te so für ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Kon­ti­nui­tät in ei­ner Epo­che gra­vie­ren­der Um­brü­che.

Kauf­mann führ­te den Ver­ein zu­nächst zu ei­ner bis da­hin nicht ge­kann­ten Blü­te. 1914 konn­te er auf die be­acht­li­che Zahl von 150 Orts­grup­pen und mehr als 20.000 Mit­glie­dern bli­cken. Die Ei­fel mach­te er mit der Ver­öf­fent­li­chung von „180 Ta­ges­wan­de­run­gen“ oder dem „Ei­fel­lie­der­buch“ be­kannt. Auf der Haupt­ver­samm­lung 1906 fiel der Be­schluss über die Her­stel­lung ei­nes ein­heit­li­chen Kar­ten­wer­kes. Für die In­stand­hal­tung der Haupt­we­ge be­rief der Vor­stand 1907 ei­ne „We­ge­be­zeich­nungs­kom­mis­si­on.“ Sie er­nann­te Ob­män­ner, die die Pflicht hat­ten, al­le zwei Jah­re die Rou­ten zu kon­trol­lie­ren.

Karl Leopold Kaufmann, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Die Fei­er­lich­kei­ten zum 25. Ge­burts­tag des Ei­fel­ver­eins 1913 in Trier - un­mit­tel­bar vor Be­ginn des Ers­ten Welt­kriegs - stel­len ei­nen Hö­he­punkt der Ver­eins­ge­schich­te dar. Im Rah­men der Ju­bi­lä­ums­ver­an­stal­tung fand ei­ne Ei­fel­aus­stel­lung in der neu­en Kunst­ge­wer­be­schu­le statt, die ei­nen Über­blick über Kunst und Kunst­ge­wer­be in Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart ge­ben soll­te. An­läss­lich des Ju­bi­lä­ums er­schien ei­ne 430 Sei­ten um­fas­sen­de „Ei­fel-Fest­schrif­t“, die mit ei­ner Auf­la­ge von 12.000 Stück rasch ver­grif­fen war und heu­te noch als Stan­dard­werk zur Ei­fel gilt. 18 Ein­zel­bei­trä­ge ver­such­ten, das ge­sam­te lan­des­kund­li­che Wis­sen der Zeit zu bün­deln.

4.2 Die Weimarer Zeit

Der Ers­te Welt­krieg führ­te zu ei­nem tie­fen Ein­schnitt in die Ge­schich­te des Ei­fel­ver­eins. We­gen der Ein­be­ru­fung Kauf­manns über­nahm An­d­reae stell­ver­tre­tend den Vor­sitz. Der ver­lo­re­ne Krieg, der Ver­sailler Ver­trag, die Be­sat­zung, die Ruhr­kri­se, die In­fla­ti­on und die Welt­wirt­schafts­kri­se er­schüt­ter­ten die Men­schen. Die An­zahl der Orts­grup­pen war von 142 (1913) auf 102 mit ins­ge­samt cir­ca 12.000 Mit­glie­dern (1918) ge­sun­ken. Der Um­fang des Ei­fel­ver­eins­blatts muss­te auf­grund fi­nan­zi­el­ler Pro­ble­me re­du­ziert wer­den. 1921 konn­te der Ver­eins­vor­stand er­klä­ren, dass sich der Ei­fel­ver­ein mit cir­ca 19.000 Mit­glie­dern in 128 Orts­grup­pen von den Aus­wir­kun­gen des Krie­ges er­holt ha­be. Den­noch sank auf­grund der skiz­zier­ten Zeit­um­stän­de die Mit­glie­der­zahl bis 1933 auf cir­ca 11.000.

Mu­ti­ge Schrit­te wa­ren in die­sen Jah­ren die Er­öff­nung des Ei­fel­ver­eins­mu­se­ums und der Ei­fel­bi­blio­thek in May­en. Der In­ge­nieur Arend Schol­ten († 1950) hat­te dem Ge­schichts- und Al­ter­tums­ver­ein May­en den Ost­flü­gel der Burg mit der Auf­la­ge ge­schenkt, dar­in ein Mu­se­um zur Ge­schich­te und Kul­tur der Ei­fel ein­zu­rich­ten. Al­ter­tums­ver­ein und Ei­fel­ver­ein leg­ten ih­re Samm­lun­gen zu­sam­men und bau­ten sie durch wei­te­re Ex­po­na­te aus. 1921 wur­de das „Ei­fel­ver­eins­mu­se­um“ er­öff­net. Die Ei­fel­bi­blio­thek mit ih­ren wert­vol­len Alt­be­stän­den, ih­ren um­fang­rei­chen wis­sen­schaft­li­chen Be­stän­den und ih­rer reich­hal­ti­gen Samm­lung zum The­ma Ei­fel­li­te­ra­tur stellt seit­her ei­nen wich­ti­gen Grund­stock zur wis­sen­schaft­li­chen Er­for­schung der Re­gi­on dar.

Mit dem Ei­fel­ver­eins­blatt ver­füg­te der Ver­ein über ein Pu­bli­ka­ti­ons­or­gan, durch das er brei­te Krei­se der Ei­fel­be­völ­ke­rung auch über den Kreis sei­ner Mit­glie­der hin­aus er­reich­te. Ein wei­te­res Mit­tel in der Öf­fent­lich­keits­ar­beit war der Ei­fel­ka­len­der, der 1925 erst­mals er­schien. Er soll­te wis­sen­schaft­li­che Auf­sät­ze und li­te­ra­ri­sche Bei­trä­ge zur Ge­schich­te, Kul­tur und Na­tur der Ei­fel so­wie zahl­rei­che Ab­bil­dun­gen ent­hal­ten. Von der ers­ten Auf­la­ge wur­den 18.000 Ex­em­pla­re ver­kauft.

Anzeige aus dem Eifelvereinsblatt im Ersten Weltkrieg. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Ein Schwer­punkt der Ver­eins­tä­tig­keit war wei­ter­hin die Un­ter­stüt­zung der tou­ris­ti­schen Er­schlie­ßung der Ei­fel. Der Ver­kehrs­aus­schuss des Ver­eins setz­te bei der Reichs­bahn­di­rek­ti­on er­mä­ßig­te Zug­ti­ckets für die sonn­täg­li­chen Wan­de­rer aus den um­lie­gen­den Groß­städ­ten durch. Son­der­zü­ge aus dem Ruhr­ge­biet brach­ten Aus­flüg­ler in die Ei­fel, der Tou­ris­mus wur­de be­lebt.

Das We­ge­netz des Ei­fel­ver­eins war durch den Ers­ten Welt­krieg in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wor­den. Im­mer­hin konn­te 1925 die Be­zeich­nung des „Ei­fel­hö­hen­we­ge­s“ zwi­schen Köln und Trier ab­ge­schlos­sen wer­den. Der Weg wur­de zu Eh­ren des im Jahr zu­vor aus der al­li­ier­ten Ver­ban­nung zu­rück­ge­kehr­ten Vor­sit­zen­den in „Karl-Kauf­mann-We­g“ um­be­nannt. Das Wer­ben um die Ju­gend setz­te un­mit­tel­bar nach En­de des Welt­kriegs ein. Ins­be­son­de­re der Köl­ner Ei­fel­ver­ein for­cier­te die Ju­gend­ar­beit. Be­reits im Herbst 1919 hat­te sich dort ei­ne ers­te Ju­gend­grup­pe zu­sam­men­ge­fun­den. Die jun­gen Mit­glie­der soll­ten „für die idea­len Be­stre­bun­gen des Ei­fel­ver­ein­s“ be­geis­tert wer­den. Ne­ben dem In­ter­es­se an ei­ner He­bung der Mit­glie­der­zahl stan­den idea­lis­ti­sche Be­stre­bun­gen zur Er­zie­hung der Ju­gend durch die iden­ti­täts­stif­ten­de Funk­ti­on von Na­tur­er­leb­nis und Hei­mat­ver­bun­den­heit im Mit­tel­punkt.

Im Ers­ten Welt­krieg wa­ren gro­ße Baum­be­stän­de ge­fällt wor­den. Auch in den Nach­kriegs­jah­ren be­dien­te sich die Be­völ­ke­rung in den Wäl­dern. Zu­dem muss­ten um­fang­rei­che Wald­be­stän­de als Re­pa­ra­ti­ons­leis­tun­gen ab­ge­holzt und an die Al­li­ier­ten ge­lie­fert wer­den. Hans An­d­reae be­schwor den „Nie­der­gang un­se­res Va­ter­lan­des“, wenn wei­ter der­art Raub­bau an den Wäl­dern be­trie­ben wer­de. 1921 rich­te­te der Ei­fel­ver­ein ei­ne Schutz­stel­le für den ge­fähr­de­ten Wald ein. Die Stel­le soll­te die Öf­fent­lich­keits­ar­beit zum Wald­schutz ko­or­di­nie­ren und Gel­der für den An­kauf von Schutz­ge­bie­ten sam­meln.

Anzeige aus dem Eifelvereinsblatt im Ersten Weltkrieg. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Als ei­gen­stän­di­ger Ta­ges­ord­nungs­punkt wur­de der „Schutz der Na­tur­denk­mä­ler“ erst­mals auf der Haupt­ver­samm­lung 1925 auf­ge­führt. Zur Dis­kus­si­on stan­den die Ge­fähr­dung der Pa­pen­kau­le bei Ge­rol­stein durch den Bau von Hoch­span­nungs­lei­tun­gen so­wie der zu­neh­men­de Au­to­ver­kehr im Ahr­tal. Mit dem ge­plan­ten Bau des Nür­burg­rings so­wie den Plä­nen zur Er­rich­tung ei­nes Pump­spei­cher­wer­kes am Laa­cher See sind auch die bei­den wich­tigs­ten Na­tur­schutz­kon­flik­te der fol­gen­den Jah­re ge­nannt.

4.3 Im „Dritten Reich“

Deut­lich merkt man bei der Lek­tü­re der Ver­eins­zeit­schrift, 1933 in „Die Ei­fel“ um­be­nannt, wie die­se auf die neue Li­nie ein­schwenk­te. Schrift­lei­ter war seit 1932 der Jour­na­list Dr. Vik­tor Baur († 1967). Re­gel­mä­ßig fin­den sich fort­an Be­kennt­nis­se zum neu­en Re­gime und Lo­bes­hym­nen auf des­sen Leis­tun­gen in der Ei­fel: Die Or­dens­burg Vo­gel­sang, die Meis­ter­schu­le der Ma­le­rei in Kro­nen­burg, die Künst­ler­ko­lo­nie Heim­bach und der West­wall, aber auch der Bau von Stau­se­en (Rur­talsper­re Schwam­men­au­el). Die Mit­glie­der­zeit­schrift stell­te sich be­reit­wil­lig in den Dienst der neu­en Macht­ha­ber, for­der­te laut­stark die Re­vi­si­on der West­gren­ze und ist im Krieg voll von Treu­e­be­kun­dun­gen und Durch­hal­te­pa­ro­len für den End­sieg.

Foto aus der 'Eifel', 1934. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Die Gleich­schal­tung des Ver­eins voll­zog sich ge­räusch­los: Dem Füh­rer­prin­zip ent­spre­chend schlug die Orts­grup­pe dem Haupt­vor­sit­zen­den ei­nen Vor­sit­zen­den vor, der Par­tei­ge­nos­se sein soll­te. Wenn die­ser be­stä­tigt wor­den war, er­nann­te er die Mit­glie­der des Vor­stands der Orts­grup­pe. Aus Vor­stands­sit­zun­gen wur­den Be­fehls­aus­ga­ben. 1934 wur­den Ju­den und Mar­xis­ten aus den Ver­ei­nen aus­ge­schlos­sen – der Mit­glie­der­schwund der 30er Jah­re setz­te sich 1933/1934 noch ein­mal fort. Die Ju­gend­ar­beit im Ei­fel­ver­ein fand ein En­de, nach­dem die­se in der Hit­ler­ju­gend mo­no­po­li­siert wor­den war. Auch für die Tou­ris­mus­wer­bung wa­ren jetzt an­de­re Ver­bän­de zu­stän­dig. Der Ei­fel­ver­ein ver­stand sich trotz al­ler Pa­ro­len als un­po­li­ti­scher Wan­der­ver­ein in­ner­halb des „Reichs­ver­bands der Deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne“, der in sei­ner Zeit­schrift und in sei­nem Jahr­buch mit Bil­dern und Tex­ten die Schön­hei­ten der Ei­fel und die gu­te al­te Zeit fei­er­te.

1938 be­ging der Ei­fel­ver­ein in Trier sein 50-jäh­ri­ges Be­ste­hen. Die Fei­er­lich­kei­ten be­gan­nen mit ei­nem Fah­nen­ein­marsch der SA und der Par­tei, da­nach folg­ten die Orts­grup­pen mit ih­ren Wim­peln. Der „Deut­sche Wan­der­füh­rer“ Fer­di­nand Wer­ner (1876-1961) rich­te­te ein pa­the­ti­sches Gruß­wort an die Ver­samm­lung: „Ein fröh­li­ches Fri­schauf dem Ei­fel­ver­ein zum 50. Ju­bel­fes­te! Un­ver­zagt und un­ver­dros­sen in treu­er Ge­folg­schaft dem Füh­rer und der Fah­ne, dem Vol­ke und dem Va­ter­lan­de er­ge­ben, tue auch der Ei­fel­ver­ein sein Teil am gro­ßen deut­schen Wer­ke, dem Reich zur Eh­re und zum Hei­le!“ In der Pres­se ging die Ju­bi­lä­ums­ver­an­stal­tung frei­lich we­gen des ei­nen Tag spä­ter mit gro­ßem Auf­wand in­sze­nier­ten „Be­suchs der Al­ten Gar­de des Füh­rer­s“ in Trier un­ter.

Foto aus der 'Eifel', 1937. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

5. Der Eifelverein unter Dr. Josef Schramm I (1938-1945)

Im Rah­men der Trie­rer Ju­bi­lä­ums­fei­er trat Ge­heim­rat Kauf­mann nach 34 Jah­ren als Vor­sit­zen­der zu­rück. Er be­en­de­te sei­ne letz­te Re­de im Stil der Zeit: „Ich bit­te Sie, mit mir aus­zu­ru­fen: Das gro­ße Deutsch­land und sein gro­ßer Füh­rer: Sieg­heil!“ Sein Nach­fol­ger wur­de Dr. Jo­sef Schramm († 1991). Der Re­gie­rungs­as­ses­sor in Prüm und Aa­chen trat 1933 in NS­DAP ein und konn­te den dem Zen­trum an­ge­hö­ren­den Schlei­de­ner Land­rat ab­lö­sen. In en­ger Ko­ope­ra­ti­on mit dem NS­DAP-Kreis­lei­ter Franz Binz ge­lang es „Pg. Dr. Schram­m“ durch ei­ne Rei­he gro­ßer Bau­pro­jek­te die Ar­beits­lo­sig­keit in dem struk­tur­schwa­chen Kreis Schlei­den zu be­sei­ti­gen. 1945 wur­de Schramm ent­las­sen und be­klei­de­te fort­an kein öf­fent­li­ches Amt mehr. Im Ei­fel­ver­ein war er seit 1934 ers­ter Stell­ver­tre­ter Kauf­manns. Nach sei­ner Wahl zum Vor­sit­zen­den leg­te er 1938 in „der Ei­fel“ sei­ne Auf­fas­sung über die künf­ti­ge Ver­eins­ar­beit dar: „Seit den Grün­dungs­ta­gen ist der sat­zungs­mä­ßi­ge Zweck des Ei­fel­ver­eins die leib­li­che und see­li­sche Er­zie­hung sei­ner Mit­glie­der im Sin­ne des Volks­staa­tes.“ Ne­ben Na­tur­lie­be, Hei­mat­lie­be und Treue war ihm wich­tig, dass „un­se­re Ar­beit im Sin­ne der Be­stre­bun­gen Adolf Hit­lers und sei­ner Be­we­gung liegt. Denn Aus­gangs­punkt al­len na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Den­kens und Han­delns ist das Volk.“

Ne­ben Schramm und dem nicht min­der li­ni­en­treu­en Vik­tor Baur ge­hör­te der His­to­ri­ker Dr. Emil Kim­pen († 1965) zum en­ge­ren Füh­rungs­kreis, den Schramm 1938 als Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le be­rief. Ei­ne sei­ner ers­ten Pu­bli­ka­tio­nen war ei­ne „Ge­schich­te des Ei­fel­ver­ein­s“ an­läss­lich sei­nes 50-jäh­ri­gen Be­ste­hens. Die Fest­schrift ist ein stol­zes Be­kennt­nis zum neu­en Staat, in dem sich der Ei­fel­ver­ein als wich­ti­ge Säu­le sah. Kim­pen stell­te fest, dass der Ver­ein sich be­reits 1933 „rück­halt­los der va­ter­län­di­schen Be­we­gung an­ge­schlos­sen“ ha­be. Die neue Ver­eins­sat­zung von 1934 ha­be den Füh­rer­grund­satz und die „Ari­er­be­stim­mun­g“ end­gül­tig für al­le Orts­grup­pen fest­ge­schrie­ben. Der Ver­ein ha­be die leib­li­che und see­li­sche Er­zie­hung sei­ner Mit­glie­der im Geis­te des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Volks­staa­tes zum Ziel. Be­son­ders der „Sieg des Füh­rer­ge­dan­ken­s“ wur­de von Kim­pen be­grü­ßt, denn nun war es sei­ner Mei­nung nach leich­ter ge­wor­den, Ver­än­de­run­gen durch­zu­füh­ren, denn „dem Haupt­vor­stand war künf­tig­hin je­de be­schlie­ßen­de Tä­tig­keit ver­sagt.“

Das Ver­eins­le­ben ging auch im Krieg noch wei­ter, wenn auch zu­neh­mend mit Ein­schrän­kun­gen. Die Orts­grup­pe May­en be­schloss 1943 nach dem Mot­to „Rä­der müs­sen rol­len für den Sie­g“, bei Wan­de­run­gen auf öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel zu ver­zich­ten. Im März 1943 kam das end­gül­ti­ge Aus für die Ver­eins­zeit­schrift. Der Vor­sit­zen­de ver­fass­te für die letz­te Aus­ga­be ei­nen Ar­ti­kel: „Der Ei­fel­ver­ein im to­ta­len Ein­satz.“ Hier be­ton­te er, nie­mand kön­ne sich der Le­bens­auf­ga­be, sein Land zu ver­tei­di­gen, ent­zie­hen. „Als ech­ter Hei­mat­ver­ein hat er [der Ei­fel­ver­ein] sich stets mit glü­hen­dem Her­zen für die Be­lan­ge des Va­ter­lan­des ein­ge­setzt. Ein Fünf­tel sei­ner Mit­glie­der stand und steht an den Gren­zen Eu­ro­pas zur Ab­wehr be­reit. Vie­le aus un­se­ren Rei­hen ha­ben Le­ben und Ge­sund­heit dem Va­ter­land ge­op­fert.“

Über­ra­schend wur­de im Herbst 1943 die Er­laub­nis zum Druck des Ei­fel­ka­len­ders für das Jahr 1944 er­teilt. Er er­schien in ei­ner Auf­la­ge von 6.000 Ex­em­pla­ren, die so­fort ver­grif­fen war. Das Re­gime sah die Pu­bli­ka­ti­on of­fen­sicht­lich als kriegs­wich­tig an, weil sie nicht nur der Ei­fel­be­völ­ke­rung, son­dern auch den Be­woh­nern der zer­stör­ten Groß­städ­te und den Sol­da­ten an der Front ein idyl­li­sches Bild der Hei­mat ver­mit­tel­te, die es ge­gen den Feind zu ver­tei­di­gen galt. Auch der Vor­sit­zen­de mach­te ein­lei­tend auf die­sen Zu­sam­men­hang deut­lich: „Der Ka­len­der ist wie­der­um ein recht wert­vol­ler Bei­trag zur Stär­kung des Hei­mat­ge­dan­kens, die­ses mäch­ti­gen Im­pul­ses, der un­se­re Sol­da­ten drau­ßen zu höchs­ten Ta­ten be­geis­tert und der in­ne­ren Front die Kraft zum Durch­hal­ten in Not und Tod gibt.[ ...] So mö­ge denn un­ser fünf­ter Kriegs­ka­len­der hin­aus­zie­hen, nur mit dem ei­nen Zie­le, un­se­re Kräf­te zu stär­ken und so ei­nen Bei­trag zu lie­fern, da­mit un­sern Hel­den an der Front der end­gül­ti­ge Sieg be­schert sein mö­ge.“

Josef Schramm, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

6. Der Eifelverein unter Dr. Ludwig Rintelen (1945-1954)

Wohl schon 1945 über­nahm Ge­heim­rat Dr. Lud­wig Rin­te­len († 1955) die Lei­tung des Ei­fel­ver­eins. Er war zu­nächst Re­gie­rungs­rat in Schles­wig-Hol­stein, im Ers­ten Welt­krieg dann als Nach­fol­ger von Karl Leo­pold Kauf­mann Lei­ter der land­wirt­schaft­li­chen Ver­wal­tung im be­setz­ten Bel­gi­en, seit 1922 Chef der her­zog­lich-aren­ber­gi­schen Ver­wal­tung und schlie­ß­lich Rechts­an­walt in Bad Go­des­berg. 1931 wur­de er zum Vor­stands­mit­glied des Haupt­ver­eins ge­wählt, „ein Amt, das er beim Um­bruch (!) nie­der­leg­te. Nach dem Zu­sam­men­bruch 1945 stell­te er sich dann […] be­reit­wil­ligst zur Ver­fü­gung, um das fest­ge­lau­fe­ne und fast dem Un­ter­gang ge­weih­te Schiff­lein des Ei­fel­ver­eins wie­der in Gang zu brin­gen.“ Der grei­se Ge­heim­rat, der auf den Ver­samm­lun­gen ger­ne la­tei­ni­sche Ge­dich­te vor­trug, war po­li­tisch nicht vor­be­las­tet und galt als Sym­bol der „gu­ten al­ten Zeit.“ Als Ge­schäfts­füh­rer stand ihm Emil Kim­pen zur Sei­te, der in den Trüm­mern der aus­ge­bomb­ten Ge­schäfts­stel­le in Bonn die Ak­ten zu­sam­men­such­te. Er lei­te­te sie bis 1955. Vik­tor Baur stieß 1948 – oh­ne da­bei zu­nächst öf­fent­lich in Er­schei­nung zu tre­ten – und ab 1950 of­fi­zi­ell zu Rin­te­len und Kim­pen. Ne­ben sei­ner 1949 wie­der auf­ge­nom­me­nen Tä­tig­keit als Pres­se­re­fe­rent der Land­wirt­schafts­kam­mer Rhein­land re­di­gier­te er bis 1966 die Pu­bli­ka­tio­nen des Ei­fel­ver­eins.

Be­reits im Ju­ni 1945 mel­de­te sich die Orts­grup­pe Brühl zu­rück und fei­er­te mit Son­der­er­laub­nis der bri­ti­schen Re­gie­rung ihr 25-jäh­ri­ges Be­ste­hen. Im glei­chen Jahr mach­te die Orts­grup­pe Bad Go­des­berg ih­re ers­te Wan­de­rung. 1946 und 1947 fan­den wie­der die be­lieb­ten Stern­wan­de­run­gen statt. In der fran­zö­si­schen Zo­ne galt ein stren­ge­res Ver­samm­lungs­recht, so dass erst 1947 die Orts­grup­pen Ge­rol­stein und Trier ih­re Ak­ti­vi­tä­ten auf­neh­men konn­ten. 1947 wur­de die Wie­der­auf­nah­me der Tä­tig­keit des Ge­samt­ver­eins in Nord­rhein-West­fa­len ge­neh­migt. Dar­auf­hin trat in Bad Go­des­berg der er­wei­ter­te Haupt­vor­stand zu ei­ner ers­ten Sit­zung zu­sam­men. Er ver­ab­schie­de­te ei­ne neue Sat­zung und be­kam die Er­laub­nis, das Mit­tei­lungs­blatt „Ei­fel­lan­d“ her­aus­zu­ge­ben. 1948 fei­er­te der Ver­ein sein 60-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um und er­hielt auch von der fran­zö­si­schen Mi­li­tär­re­gie­rung die Er­laub­nis, Orts­grup­pen in Rhein­land-Pfalz zu grün­den. 1948 fand die ers­te Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Ge­samt­ver­eins in Bad Go­des­berg statt.

Zum 60-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um er­schien 1948 ei­ne Ver­eins­ge­schich­te, de­ren Au­tor wie­der­um Emil Kim­pen war. So er­gab sich die pi­kan­te Si­tua­ti­on, dass der glei­che Ver­fas­ser im Ab­stand von nur zehn Jah­ren zwei­mal die glei­che Ver­eins­ge­schich­te schrieb, frei­lich un­ter gänz­lich an­de­ren Vor­zei­chen. War die Fest­schrift von 1938 noch ei­ne Ver­beu­gung vor dem neu­en Re­gime und ei­ne Re­fe­renz an den neu­en Vor­sit­zen­den, so so­li­da­ri­sier­te sich der aus­ge­bomb­te und ver­arm­te Ver­ein 1948 mit der eben­so ver­arm­ten und aus­ge­bomb­ten Be­völ­ke­rung der Ei­fel. Von dem Band wur­den 5.000 Ex­em­pla­re ge­druckt, der Ver­kaufs­preis be­trug 1 DM. Dem Ver­ein war die neue Dar­stel­lung sei­ner Ge­schich­te so wich­tig, dass er die Fest­schrift vor der erst wie­der ab Herbst 1949 er­schei­nen­den „Ei­fel“ und dem ers­ten Ei­fel­ka­len­der für 1951 auf den Markt brach­te. Auch die ho­he Auf­la­ge und der nied­ri­ge Preis ma­chen die Ab­sicht deut­lich, dass der Band in al­le Haus­hal­te ge­lan­gen soll­te.

Ludwig Rintelen, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

In der Ära Rin­te­len er­leb­te der Ei­fel­ver­ein ei­nen ra­san­ten Wie­der­auf­stieg. Die Mit­glie­der­zahl wuchs von 4.000 (1948) über 9.000 (1951) auf 13.000 (1954). Das Wan­der­le­ben kam wie­der in Gang, die Zahl der ge­mel­de­ten Tou­ren stieg eben­so wie die der Mit­glie­der. 1950 zähl­te man wie­der 505 Halb­tags- und 493 Ganz­tags­wan­de­run­gen, es gab Stern­wan­de­run­gen, ei­ne zehn­tä­gi­ge Fe­ri­en­wan­de­rung in den Schwarz­wald und ei­ne acht­tä­gi­ge Ei­fel­wan­de­rung.

Es war nicht nur das Wan­dern, das den Ei­fel­ver­ein in die­sen Jah­ren so at­trak­tiv mach­te. Das „Drit­te Reich“ und der Zwei­te Welt­krieg, Flucht und Ver­trei­bung hat­ten die Men­schen ih­rer Ori­en­tie­rung be­raubt. Der wirt­schaft­li­che Auf­schwung und die Ver­kehrs­er­schlie­ßung der Wirt­schafts­wun­der­zeit ver­än­der­ten die Le­bens- und Ar­beits­welt auch in der Ei­fel nach­hal­tig. Auch die Häu­ser, die Dör­fer, die Fes­te und die Ge­mein­schaf­ten der Dör­fer wan­del­ten sich tief­grei­fend. Der Hei­mat­ge­dan­ke spiel­te in den 1950er Jah­ren ei­ne be­deu­ten­de Rol­le; es ist die Zeit der Hei­mat­ro­ma­ne und der Hei­mat­fil­me. „Die Ei­fel“ und der Ei­fel­ka­len­der sind Or­ga­ne, in de­nen die Schön­hei­ten der Ei­fel, die länd­li­che Idyl­le, die Le­bens- und Ar­beits­welt in der „gu­ten al­ten Zeit“ be­schwo­ren und mit ent­spre­chen­dem Bild­ma­te­ri­al in Sze­ne ge­setzt wur­den.

Eifelidylle in der 'Eifel', 1953. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

„Die Ju­gend­ar­beit“, for­der­te der Ei­fel­ver­ein 1950, „muß mit grö­ß­tem Nach­druck be­trie­ben wer­den, wenn sie Er­folg ha­ben soll; trotz al­ler stän­di­gen Hin­wei­se zu ver­stärk­ter Ju­gend­wer­bung ist die Zahl der ge­mel­de­ten ju­gend­li­chen Mit­glie­der und der Ju­gend­grup­pen noch im­mer völ­lig un­be­frie­di­gend.“ Der Rhein­ba­cher Orts­grup­pen-Vor­sit­zen­de Dr. Paul Möh­rer († 1986) wur­de Haupt­ju­gend­wart, ein Amt, das er in den fol­gen­den Jah­ren mit viel En­ga­ge­ment aus­fül­len soll­te.

Ein wei­te­res wich­ti­ges neu­es The­ma war der Eu­ro­pa­ge­dan­ke. Auf der Haupt­ver­samm­lung 1952 in Trier hielt der lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe, Paul Lie­ser, († 2006) ei­nen viel­be­ach­te­ten Vor­trag über „Trier als Mit­te und Gren­ze“. Er ana­ly­sier­te die geo­po­li­ti­sche Stel­lung von Stadt und Re­gi­on von der An­ti­ke bis in die Nach­kriegs­zeit mit ih­ren neu­en Gren­zen zum Saar­land und zu Lu­xem­burg, die ein Not­stands­ge­biet oh­ne Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten ent­ste­hen lie­ßen: „Al­ler­dings wird die ei­ge­ne Kraft nicht aus­rei­chen, die­ses Land wie­der pul­sie­ren­de Mit­te wer­den zu las­sen. Da­zu ist ei­ne po­li­ti­sche Auf­fas­sung not­wen­dig, die hü­ben und drü­ben nicht mehr von na­tio­nal­staat­li­chem Macht­den­ken er­füllt ist, son­dern im Mit­ein­an­der der Völ­ker den Zu­kunfts­weg sieht.“ Trier mit sei­nen Denk­mä­lern, aber auch die Ei­fel mit ih­ren Bur­gen, Städ­ten und Klös­tern wür­den dann „nicht mehr Gren­ze, son­dern Mit­te sein.“ Da­mit war der Eu­ro­pa­ge­dan­ke im Ei­fel­ver­ein ein­ge­pflanzt.

Der Füh­rungs­rie­ge um Rin­te­len, Baur und Kim­pen ge­hör­te in­of­fi­zi­ell auch Schramm an. 1947 wird von ei­ner Vor­stands­sit­zung be­rich­tet: „So wur­de der von Land­rat Dr. Schramm [Schramm war als Land­rat be­reits 1945 ab­ge­setzt wor­den!] ge­äu­ßer­te Wunsch, dass un­ser Ge­heim­rat die Ver­eins­ge­schäf­te wei­ter­füh­re, all­sei­tig mit Freu­den be­grü­ßt.“ 1950 lei­tet er in Ver­tre­tung des er­krank­ten Vor­sit­zen­den ei­ne Sit­zung des Haupt­vor­stan­des. Schramm war so­mit 1950 wie­der Mit­glied des Haupt­vor­stan­des, und zwar nicht als Bei­sit­zer, son­dern als ver­mut­lich zwei­ter stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der. Bei den Neu­wah­len zum Vor­stand 1948 und 1949 wur­de sein Na­me nicht ge­nannt, so dass Schramm wohl vom Vor­stand ko­op­tiert und nicht von der Mit­glie­der­ver­samm­lung ge­wählt wor­den war. Hier­zu war der Vor­stand nach ei­nem Be­schluss von 1948 aus­drück­lich „er­mäch­tig­t“. Im Sep­tem­ber­heft 1949 ist ganz un­ten auf der letz­ten Sei­te ei­ne Mit­tei­lung ab­ge­druckt, die durch ih­ren Pe­tit­druck leicht über­se­hen wird. „Da ich z. T. be­ruf­lich stark be­an­sprucht bin“, schrieb der Vor­sit­zen­de, „und der Auf­bau des Ei­fel­ver­eins im­mer mehr Zeit und Ar­beit ver­langt, ha­be ich un­se­ren ver­dien­ten ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den Dr. Schramm ge­be­ten, die Lei­tung der lau­fen­den Ge­schäf­te vor­be­halt­lich der Füh­rung durch mich zu über­neh­men!“

1952 gab es Neu­wah­len. Der ge­sam­te Vor­stand un­ter dem 79-jäh­ri­gen Dr. Rin­te­len wur­de für vier Jah­re wie­der­ge­wählt, ei­ner der Stell­ver­tre­ter war jetzt auch of­fi­zi­ell Schramm. 1954 fand dann ein über­ra­schen­der Füh­rungs­wech­sel statt, der „Coup von Kyll­bur­g“. Schramms lang­jäh­ri­ger Mit­strei­ter, Wal­ter Schei­bler († 1965), setz­te die über­rasch­te Mit­glie­der­ver­samm­lung von ei­nem Brief Rin­te­l­ens in Kennt­nis, wo­nach die­ser aus „Al­ters- und ge­sund­heit­li­chen Grün­den“ sei­nen Rück­tritt er­klär­te. „Zum neu­en Vor­sit­zen­den des Ei­fel­ver­eins brach­te Wal­ter Schei­bler den Land­rat a. D. Dr. Schramm in Vor­schlag; und mit brau­sen­dem Bei­fall be­stä­tig­te die Ver­samm­lung die­se Wahl.“

Eifelidylle in der 'Eifel', 1955. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

7. Der Eifelverein unter Dr. Josef Schramm II (1954-1973)

Un­ter Dr. Jo­sef Schramm er­leb­te der Ei­fel­ver­ein ei­nen un­ge­heu­ren Auf­schwung: Die Mit­glie­der­zah­len wuch­sen ra­pi­de, gleich­zei­tig ver­brei­ter­ten sich die Auf­ga­ben­ge­bie­te. Au­ßer­dem ver­än­der­te sich der Cha­rak­ter des Ver­eins: Aus ei­ner Ho­no­ra­tio­ren­ge­sell­schaft mit ei­nem grei­sen „Ge­heim­ra­t“ an der Spit­ze wur­de ei­ne mit­glie­der­star­ke Hei­ma­t­or­ga­ni­sa­ti­on, die über das „Sys­tem Schram­m“, ein Netz­werk von Ver­bin­dun­gen zu Ver­ei­nen, Ver­bän­den und Ge­biets­kör­per­schaf­ten, ei­nen be­deu­ten­den Ein­fluss ge­win­nen konn­te.

1954 zähl­te der Ei­fel­ver­ein 13.000 Mit­glie­der, 1959 wa­ren es be­reits 28.000. Da­nach ging es et­was lang­sa­mer wei­ter: 1973 er­reich­te man 31.500. Er­freu­lich war auch der Er­folg der Ju­gend­ar­beit. Hier wa­ren die Mit­glie­der­zah­len von 400 (1950) über 2.000 (1954) auf 6.000 (1960) ge­wach­sen, die Zahl der Ju­gend­grup­pen hat­te sich von 60 (1954) über 98 (1958) auf 104 (1960) ver­grö­ßert. Die Zah­len er­we­cken den Ein­druck, als ha­be der Ver­ein in den Dör­fern und Klein­städ­ten der Zen­tra­l­ei­fel, wo er die Maß­nah­men zur För­de­rung des Frem­den­ver­kehrs bün­del­te und zu­dem als Hei­mat­ver­ein das Kul­tur­le­ben präg­te, ei­ne zen­tra­le und in den mitt­le­ren und gro­ßen Städ­ten des „Flach­lan­des“ als Wan­der- und Kul­tur­ver­ein ei­ne zu­min­dest be­deu­ten­de Rol­le ge­spielt. Wei­ter wuch­sen in der Ära Schramm die Zahl der Orts­grup­pen von 60 auf 178 und der Haus­halt von 39.000 auf 500.000 DM. Un­ter den 45 Ver­ei­nen im Ver­band der Deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne stand der Ei­fel­ver­ein an vier­ter Stel­le, Schramm war seit 1960 des­sen zwei­ter und seit 1969 ers­ter stell­ver­tre­ten­der Prä­si­dent.

Be­son­de­re Auf­merk­sam­keit er­regt auch die Ver­lags­tä­tig­keit des Ver­eins, für die ab 1966 – nach dem Aus­schei­den von Vik­tor Baur – der Haupt­ge­schäfts­füh­rer Fried­rich Wil­helm Knopp († 1986) zu­stän­dig war. Er mach­te aus der Mit­glie­der­zeit­schrift ein mo­dern ge­stal­te­tes ak­tu­el­les Ma­ga­zin. 1959 wur­de die Ru­brik „Ei­feler Nach­rich­ten“ ein­ge­führt, in der je­den Mo­nat über wich­ti­ge Er­eig­nis­se aus Po­li­tik, Wirt­schaft und Tou­ris­mus be­rich­tet wur­de. 1960 ging man zu ei­nem hand­li­che­ren Ok­tav­for­mat über. 1967 er­schien „Die Ei­fel“ in neu­em Ge­wand; we­sent­lich flot­ter wa­ren die gra­phi­sche Ge­stal­tung und das Lay­out. Auch in­halt­lich gab es Ver­än­de­run­gen. In den 50er und 60er Jah­ren war „Die Ei­fel“ ein Hei­mat­ma­ga­zin, das die Schön­hei­ten der Ei­fel ver­herr­lich­te. Da­zu trug die Bild­aus­stat­tung we­sent­lich bei, eben­so die Ge­dich­te und die Auf­sät­ze, zum Bei­spiel von Dr. Fritz Milz († 1993). An­stel­le von die­sen und von hei­mat­kund­li­chen Auf­sät­zen tra­ten da­nach Ar­ti­kel in den Vor­der­grund, die Glanz­lich­ter un­ter den Aus­flugs­zie­len ins rech­te Licht rück­ten.

Ne­ben „der Ei­fel“ und dem Ei­fel­ka­len­der (seit 1956 Ei­fel­jahr­buch) ent­wi­ckel­te der Ver­ein ei­ne rei­che Ver­lags­tä­tig­keit. 65 Ver­lags­ti­tel hat­te man 1969 im An­ge­bot. Von dem Bild­band „Die Ei­fel im Farb­bil­d“ konn­ten meh­re­re Auf­la­gen auf den Markt ge­bracht wer­den. Ein be­son­de­rer Glanz­punkt war der 1963 von Jo­sef Schramm her­aus­ge­ge­be­ne Sam­mel­band „Die Ei­fel. Land der Maa­re und Vul­ka­ne“. Ne­ben der gra­phi­schen Ge­stal­tung mit zahl­rei­chen ganz­sei­ti­gen Schwarz-Weiß-Fo­tos ist die in­halt­li­che Kon­zep­ti­on die­ses Ei­fel­hand­buchs her­vor­zu­he­ben.

In „der Ei­fel“ spielt auch das The­ma Ju­gend­ar­beit ei­ne zen­tra­le Rol­le. Sie be­saß da­für so­gar ei­ne ei­ge­ne Ru­brik. Pe­jo Weiß († 2012) sorg­te da­für, dass im­mer wie­der Fo­tos von Wan­der­grup­pen, von Man­do­li­nen­or­ches­tern und Volks­tanz­grup­pen er­schie­nen, die den Ein­druck er­we­cken, dass die Ju­gend­li­chen in­ner­halb des Ver­eins ei­ne zen­tra­le Rol­le spiel­ten. 1956 wur­de das Wan­der­heim des Ei­fel­ver­eins in Kro­nen­burg er­öff­net, 1960 der Ju­gend­zelt­platz im Schils­bach­tal, der Platz für 250 Jun­gen bot – die Mäd­chen fuhr man abends in die Ju­gend­her­ber­ge Rur­berg.

1955 wur­de die Eu­ro­päi­sche Ver­ei­ni­gung Ei­fel-Ar­den­nen ge­grün­det. Die na­tio­na­len Re­prä­sen­tan­ten wa­ren im viel­be­schwo­re­nen „Geist von Kro­nen­bur­g“ freund­schaft­lich mit­ein­an­der ver­bun­den. Die Ver­ei­ni­gung traf sich zu re­gel­mä­ßi­gen Ar­beits­sit­zun­gen und woll­te die Pro­ble­me ei­ner grenz­über­schrei­ten­den Mit­tel­ge­birgs­re­gi­on im eu­ro­päi­schen Rah­men lö­sen. Man for­der­te ei­ne ge­mein­sa­me Struk­tur­po­li­tik, die sich nicht auf die För­de­rung des Tou­ris­mus be­schränk­te und auch nicht an den na­tio­na­len Gren­zen en­de­te. Die re­gel­mä­ßi­gen Ta­gun­gen (Prüm 1957, Aa­chen 1961, Witt­lich 1965, Ge­münd, Schlei­den und Heim­bach 1969) zo­gen zahl­rei­che Gäs­te an, eben­so 1956 der 57. Deut­sche Wan­der­tag in Aa­chen, der ein Gro­ße­reig­nis von über­re­gio­na­ler Be­deu­tung dar­stell­te.

Die Be­rich­te der Orts­grup­pen spie­geln we­ni­ger den All­tag der Sonn­tags­wan­de­run­gen als die Hö­he­punk­te im Ver­eins­jahr wi­der. Wach­sen­der Be­liebt­heit er­freu­ten sich die Fe­ri­en­wan­de­run­gen, die häu­fig in die Al­pen führ­ten. Aus­führ­lich wird über die Bus­fahr­ten be­rich­tet, die ein er­staun­lich dich­tes Pro­gramm auf­wie­sen. Ei­ne gro­ße Be­deu­tung be­sa­ßen wei­ter­hin die Licht­bild­ab­en­de. Un­ge­bro­chen blieb die ge­sel­li­ge Funk­ti­on des Ei­fel­ver­eins mit zahl­rei­chen Hei­mat­aben­den so­wie „Al­ten­aben­den“ und „Al­ten­fahr­ten“. 1966 bot die Deut­sche Luft­han­sa ei­nen Son­der­flug für Mit­glie­der in die USA an, um „Ei­feler Lands­leu­te und Ver­wand­te zu be­su­chen“.

Die drei­mal im Jahr statt­fin­den­den zwei­tä­gi­gen Ver­samm­lun­gen wa­ren die Hö­he­punk­te des Ver­eins­le­bens, zu de­nen sich die „Ei­fel­ver­eins­fa­mi­lie“ ver­sam­mel­te. Ne­ben den ob­li­ga­to­ri­schen, bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den dau­ern­den Hei­mat­aben­den gab es Ar­beits­sit­zun­gen, an de­nen zahl­rei­che Ver­tre­ter der Mi­nis­te­ri­en, Re­gie­rungs­be­hör­den und des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land, aber auch Land­rä­te und Bür­ger­meis­ter teil­nah­men. Auch die Jah­res­be­rich­te des Vor­sit­zen­den ma­chen deut­lich, dass der Ei­fel­ver­ein in zahl­rei­chen Gre­mi­en mit­wirk­te, in de­nen es um Fra­gen des Na­tur­schut­zes, des Stra­ßen- und Au­to­bahn­baus, der Tou­ris­mus- und Struk­tur­för­de­rung ging. Ein wich­ti­ger Bun­des­ge­nos­se und re­gel­mä­ßi­ger Gast war Udo Klau­sa (1910-1998), von 1954 bis 1975 Di­rek­tor des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land. Jo­sef Schramm, der nach 1945 kein öf­fent­li­ches Amt mehr be­klei­de­te, mach­te den Ei­fel­ver­ein zum Zen­trum ei­nes ver­bands­po­li­ti­schen Netz­wer­kes. Er war Mit­glied im Vor­stand des Na­tur­parks Nord­ei­fel e. V., der Lan­des­frem­den­ver­kehrs­ver­bän­de Rhein­land und Rhein­land-Pfalz, des Lan­des­ver­ban­des Rhein­land-Pfalz im Deut­schen Ju­gend­her­bergs­werk, des Rhei­ni­schen Hei­mat­bun­des so­wie des Rhei­ni­schen Ver­eins für Denk­mal­pfle­ge und Land­schafts­schutz. Wei­ter­hin war Schramm, der bis zu sei­nem Tod ein be­geis­ter­ter Jä­ger war, Lei­ter oder Mit­glied zahl­rei­cher jagd- und forst­ver­band­li­cher Gre­mi­en.

Josef Schramm, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

8. Der Eifelverein unter Konrad Schubach (1973-1991)

Kurz vor Be­ginn der Früh­jahrs­ta­gung 1973 teil­te Jo­sef Schramm mit, dass er nach 40-jäh­ri­ger Mit­glied­schaft im Vor­stand nicht mehr kan­di­die­ren wür­de. Auf der Ta­gung stell­te er Kon­rad Schubach als ein­zi­gen Kan­di­da­ten vor, der oh­ne Ge­gen­stim­men ge­wählt wur­de. Schubach, 1914 in Ahr­wei­ler ge­bo­ren, stu­dier­te in Bonn und Ber­lin Staats- und Rechts­wis­sen­schaf­ten, leg­te 1939 und 1949 sei­ne ju­ris­ti­schen Ex­ami­na ab und wur­de per­sön­li­cher Re­fe­rent von Mi­nis­ter­prä­si­dent Pe­ter Alt­mei­er. 1952 wur­de er Land­rat des Krei­ses Bit­burg, wo er die Be­zie­hun­gen nach Lu­xem­burg ver­bes­sern soll­te. In die­ser Zeit ent­stand der Deutsch-Lu­xem­bur­gi­sche Na­tur­park. Seit 1956 war Schubach Haupt­vor­stands­mit­glied und Be­zirks­grup­pen­vor­sit­zen­der im Ei­fel­ver­ein. 1962 wech­sel­te er als Land­rat in Trier, 1964 wur­de er Re­gie­rungs­prä­si­dent in Trier und 1973 als Staats­se­kre­tär in das rhein­land-pfäl­zi­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um be­ru­fen.

Schubach, der noch weit­aus bes­ser in der Lan­des­po­li­tik ver­netzt war als sein Vor­gän­ger, nutz­te dies da­zu, den Ei­fel­ver­ein zu ei­ner Be­we­gung für den Land­schafts- und Um­welt­schutz, die Denk­mal­pfle­ge und die Land­wirt­schafts- be­zie­hungs­wei­se Struk­tur­po­li­tik zu ma­chen. Die Ba­sis re­agier­te zu­nächst zö­ger­lich, doch dann sorg­ten Mel­dun­gen über das Wald­ster­ben und den sau­ren Re­gen für Auf­se­hen, zu­mal sie in der „Ei­fel“ aus­führ­lich re­fe­riert wur­den. Die Ka­ta­stro­phe von Tscher­no­byl (1986) führ­te zu ei­ner in­ten­si­ven Dis­kus­si­on um die künf­ti­ge En­er­gie­ver­sor­gung. Hier plä­dier­te der Ei­fel­ver­ein für Braun­koh­le- und Stein­koh­le-Kraft­wer­ke. Die „Rhein­braun“ bot bei meh­re­ren Ta­gun­gen des Ver­eins In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen an so­wie Stu­di­en­fahr­ten zu den Ta­ge­bau­an­la­gen und den re­na­tu­rier­ten Ge­bie­ten.

Schubach war mit dem Vor­sit­zen­den des Rhei­ni­schen Ver­eins für Denk­mal­pfle­ge und Land­schafts­schutz, Prof. Dr. Wer­ner Born­heim gen. Schil­ling, und dem Ge­schäfts­füh­rer, Dr. Jo­sef Ru­land (1920-2000), eng be­freun­det. Meh­re­re Ta­gun­gen des Ei­fel­ver­eins wa­ren The­men der Denk­mal­pfle­ge ge­wid­met, wo­zu die bei­den re­fe­rier­ten. In­no­va­tiv war da­bei vor al­lem das En­ga­ge­ment für die his­to­ri­sche Bau­sub­stanz in den Dör­fern, die durch den Rück­gang der Land­wirt­schaft und durch Lu­xus­sa­nie­run­gen ge­fähr­det war, aber auch die Ret­tung der durch Stra­ßen­bau und Van­da­lis­mus be­droh­ten re­li­giö­sen Klein­denk­mä­ler.

Ein drit­ter neu­er Ak­zent sind laut­star­ke For­de­run­gen zu ei­ner Struk­tur­po­li­tik für die Ei­fel. „Die Ei­fel und die Ar­den­nen kön­nen die ih­nen zu­fal­len­den Aus­gleichs­funk­tio­nen für die Bal­lungs­ge­bie­te in ih­rer Nach­bar­schaft auf Dau­er nur über­neh­men, wenn der dort an­säs­si­gen Be­völ­ke­rung be­frie­di­gen­de Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se und an­ge­mes­se­ne Le­bens­ver­hält­nis­se ge­bo­ten wer­den kön­nen.“ Da auf­grund der ge­rin­gen Be­völ­ke­rungs­dich­te und der schlech­ten In­fra­struk­tur kei­ne nen­nens­wer­te In­dus­trie­an­sied­lung mög­lich sei, müs­se die Land­wirt­schaft ge­för­dert wer­den.

Konrad Schubach, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Die Früh­jahrs- und die Herbst­ta­gun­gen des Ei­fel­ver­eins, aber auch die Ver­an­stal­tun­gen der Eu­ro­päi­schen Ver­ei­ni­gung Ei­fel-Ar­den­nen blie­ben wei­ter­hin die gut be­such­ten Hö­he­punk­te des Ver­eins­le­bens. Die zu­neh­men­de Po­li­ti­sie­rung des Ei­fel­ver­eins kommt in Ein­la­dun­gen an zahl­rei­che Mi­nis­ter zum Aus­druck, die Re­fe­ra­te zu Grund­satz­fra­gen hiel­ten, so der rhein­land-pfäl­zi­sche Wirt­schafts- und Ver­kehrs­mi­nis­ter Hein­rich Hol­ken­brink (1920-1998) zur Ver­kehrs­po­li­tik oder der rhein­land-pfäl­zi­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Ot­to Thei­sen (1924-2005) zur Eu­ro­pa­po­li­tik. Er­eig­nis­se von über­re­gio­na­ler Be­deu­tung wa­ren die Deut­schen Wan­der­ta­ge in Trier und Ko­blenz. Das Ju­li­heft 1979 der „Ei­fel“ be­ginnt mit ei­nem Glück­wunsch an den neu­en Bun­des­prä­si­den­ten. Karl Cars­tens (1914-1992, Amts­zeit 1979-1984), der bei sei­ner An­tritts­re­de vor Bun­des­tag und Bun­des­rat ge­sagt hat­te: „Wie ich mit Freu­de fest­stel­le, nimmt die Wan­der­be­we­gung bei uns wie­der zu. […] Ich möch­te die­se Be­we­gung auf das Wärms­te un­ter­stüt­zen. Mei­ne Frau und ich ha­ben uns vor­ge­nom­men […] Deutsch­land von Nor­den bis zum Sü­den, von der Ost­see bis an den Al­pen­rand zu Fuß zu durch­wan­dern.“ – Der Deut­sche Wan­der­ver­band ge­wann mit dem wan­dern­den Bun­des­prä­si­den­ten ei­ne po­pu­lä­re po­li­ti­sche Gal­li­ons­fi­gur.

Fünf Ta­ge lang wur­de 1979 in und um Trier beim 79. Deut­schen Wan­der­tag un­ter dem Mot­to „Kul­tur und Land­schaf­t“ ge­wan­dert und ge­fei­ert. Stolz konn­te man beim Deut­schen Wan­der­ver­band auf ei­nen Zu­wachs auf 525.000 Mit­glie­der ver­wei­sen, bei 60.000 Wan­de­run­gen zähl­te man 1,5 Mil­lio­nen Teil­neh­mer. Es gab in Trier „Dar­bie­tun­gen der Deut­schen Wan­der­ju­gend auf Stra­ßen und Plät­zen.“ 25.000 Wan­de­rer hat­ten sich an­ge­mel­det. Abends ver­sam­mel­ten sich die äl­te­ren Herr­schaf­ten zu ei­nem „Ei­fel­aben­d“ in der Eu­ro­pa­hal­le; für die jün­ge­ren fand in der Lö­wen­braue­rei ein „Fro­hes Tref­fen und Tanz der Wan­der­ju­gend“ statt. Mit ei­ner viel­be­such­ten Kund­ge­bung auf dem Dom­frei­hof, bei der der rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Bern­hard Vo­gel (ge­bo­ren 1932, Mi­nis­ter­prä­si­dent von Rhein­land-Pfalz 1976-1988) sprach, en­de­te die Ver­an­stal­tung.

Bundespräsident Karl Carstens auf dem Titelbild der 'Eifel', 1979. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Der 85. Deut­sche Wan­der­tag 1986 in Ko­blenz hat­te das Mot­to „Wan­dern – sinn­vol­le Frei­zeit für al­le“. Am Don­ners­tag gab es den Er­öff­nungs­abend in der Rhein-Mo­sel-Hal­le, am Frei­tag und Sams­tag je­weils ei­nen „Hei­mat­aben­d“ und am Sonn­tag ei­nen Fest­zug, ei­ne Wan­der­ju­gend­kund­ge­bung am Deut­schen Eck und ein ab­schlie­ßen­des „Wan­der­tref­fen mit Tanz im Wein­dorf.“ Am Mon­tag be­en­de­te die „Schlu­ßkund­ge­bung auf der Fes­tung Eh­ren­breit­stein“ die Ver­an­stal­tung. „Die Ko­blen­zer Ta­gung wur­de zu ei­ner star­ken po­li­ti­schen De­mons­tra­ti­on der Wan­der­ver­ei­ne. Wie sel­ten zu­vor wur­de hier deut­lich: Sie sind in gro­ßer Sor­ge um un­se­re Um­welt, um die Be­las­tung der Na­tur und der kul­tu­rel­len Wer­te, um die Zu­kunft des Wal­des, um die Ge­fah­ren, die durch die Kern­ener­gie dro­hen, und sie un­ter­stüt­zen die Su­che nach al­ter­na­ti­ven En­er­gi­en.“

Schlie­ß­lich sei noch auf die 100-Jahr­fei­er des Haupt­ver­eins - aber auch zahl­rei­cher Orts­grup­pen - im Jah­re 1988 in Bad Ber­trich hin­ge­wie­sen. Mi­nis­ter­prä­si­dent Bern­hard Vo­gel dank­te in sei­ner Fest­an­spra­che dem Ver­ein für sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten. Ins­be­son­de­re hob er die Leis­tun­gen des Eh­ren­vor­sit­zen­den Jo­sef Schramm in 50- und die des Vor­sit­zen­den Kon­rad Schubach in 15-jäh­ri­ger Tä­tig­keit an der Ver­eins­spit­ze her­vor. Er sprach über den ge­plan­ten Lü­cken­schluss der A 1 und der A 60, über Land­wirt­schaft und Wein­bau so­wie die Kam­pa­gne für den länd­li­chen Raum. Nach der „Ei­fel­hym­ne“ spra­chen Alt­bun­des­prä­si­dent Cars­tens, EVEA-Prä­si­dent Geh­len, Land­schafts­ver­bands­di­rek­tor Die­ter Fuchs und Pro­fes­sor Schön­nams­gru­ber für den Ver­band Deut­scher Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne.

Bis 1980 hat­te man zwi­schen den zah­len­den und Fa­mi­li­en­mit­glie­dern be­zie­hungs­wei­se Ju­gend­li­chen un­ter­schie­den. Seit­dem wur­den die Zah­len zu­sam­men­ge­rech­net, was ei­ne im­po­san­te­re Sum­me er­gab. Nach 1973 wuchs die Mit­glie­der­zahl nur noch schwach von cir­ca 34.000 auf 35.000. Seit 1980 stieg die Ge­samt­zahl von 46.000 auf 54.000 Mit­glie­der; der Ver­ein hat­te al­so vor dem Hin­ter­grund des Deut­schen Wan­der­ta­ges, des Wan­der­prä­si­den­ten und sei­ner öko­lo­gi­schen Ziel­set­zung deut­lich an Zu­lauf ge­won­nen. Ei­nen an­de­ren Trend als die Mit­glie­der­zahl lässt der Haus­halt er­ken­nen, des­sen Vo­lu­men von 500.000 DM am En­de der Ära Schramm (1971) auf 1.300.000 DM (1980 für 1979) ge­klet­tert, al­so um das Zwei­ein­halb­fa­che ge­wach­sen war; hier macht sich die neu­en Auf­ga­ben­struk­tur des Ei­fel­ver­eins be­merk­bar, die aber auch zu meh­re­ren Bei­trags­er­hö­hun­gen führ­te.

9. Der Eifelverein unter Gerhard Schwetje (1991-1997)

Das Jahr 1991 stell­te ei­nen tief­grei­fen­den Ein­schnitt in der Ge­schich­te des Ei­fel­ver­eins dar. Zu­nächst en­de­te in die­sem Jahr die Ära Schubach, in der das Wan­dern zu ei­ner po­pu­lä­ren Mas­sen- und Volks­be­we­gung ge­wor­den war und in der sich der Ver­ein zu­neh­mend in die Po­li­tik ein­ge­mischt hat­te. Zum Zwei­ten er­folg­te ein Wech­sel in der Ge­schäfts­stel­le: Nach dem Weg­gang von Ed­gar Manz, der seit 1985 Haupt­ge­schäfts­füh­rer war, über­nahm Man­fred Rip­pin­ger die­ses Amt, der über die Amts­zeit von drei Vor­sit­zen­den hin­weg für per­so­nel­le Kon­ti­nui­tät sorg­te. Schlie­ß­lich starb im Jah­re 1991 der lang­jäh­ri­ge Eh­ren­vor­sit­zen­de Jo­sef Schramm, der be­reits 1938 und dann er­neut 1954 zum Haupt­vor­sit­zen­den ge­wählt wor­den war und auch nach sei­nem Aus­schei­den noch vie­le Jah­re lang an zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­ge­nom­men hat­te.

Illustration zum Waldsterben in der 'Eifel', 1989. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Der neue Vor­sit­zen­de, Ger­hard Schwet­je, 1936 in Trier ge­bo­ren, stu­dier­te Rechts- und Staats­wis­sen­schaf­ten und war beim Land­rats­amt Saar­burg, bei der Be­zirks­re­gie­rung Trier und beim Mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ver­kehr in Mainz tä­tig. 1969 wur­de er Land­rat des neu ge­schaf­fe­nen Land­krei­ses Land­au-Bad Berg­z­a­bern (heu­te Süd­li­che Wein­stra­ße) und 1982 Re­gie­rungs­prä­si­dent in Trier. Schwet­je stammt al­so wie Schubach aus dem süd­li­chen Bun­des­land und war wie die­ser als Land­rat und Re­gie­rungs­prä­si­dent in Trier tä­tig. Nach Adolf Dron­ke, Karl von Voigt und Kon­rad Schubach gilt er als vier­ter Trie­rer an der Ver­eins­spit­ze.

Ei­ne wei­te­re Zä­sur ist für die­ses be­deu­tungs­schwe­re Jahr fest­zu­hal­ten: 1991 ver­ab­schie­de­ten die Na­tur­schutz­war­te ei­ne Re­so­lu­ti­on über „Wind­kraft­an­la­gen in der Ei­fel.“ Bis da­hin fin­det sich das The­ma Wind­kraft we­der im Ei­fel­jahr­buch noch in der „Ei­fel“. Erst mit dem Strom­ein­spei­sungs­ge­setz von 1991 kam Be­we­gung in die Dis­kus­si­on. Die Na­tur­schutz­war­te be­grü­ß­ten grund­sätz­lich die „um­welt­freund­li­che Strom­er­zeu­gun­g“, for­der­ten aber nach­drück­lich die Be­rück­sich­ti­gung von Ge­sichts­punk­ten des Na­tur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge. An­la­gen mit ei­ner Hö­he von 40 und 50 Me­tern – heu­te sind die meis­ten mehr als drei­mal so hoch – an ex­po­nier­ten Stand­or­ten sei­en „kei­ne po­si­ti­ve Be­rei­che­rung des Land­schafts­bil­des.“ Des­halb for­der­te man ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der Wind­kraft­an­la­gen zu Wind­parks und ein Ver­bot der Er­rich­tung ein­zel­ner An­la­gen ins­be­son­de­re in ge­schütz­ten Ge­bie­ten. 1992 fin­den wir in der „Ei­fel“ ei­nen Ar­ti­kel „ge­gen Wild­wuchs bei Wind­kraft­an­la­gen“ und 1995 die viel­dis­ku­tier­te „Re­so­lu­ti­on des Ei­fel­ver­eins zum The­ma Wind­kraft­an­la­gen in der Ei­fel."

Deut­lich zeigt das The­ma Wind­kraft die struk­tu­rel­len Gren­zen des Ei­fel­ver­eins: Da in des­sen Vor­stand Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te ei­ne wich­ti­ge Rol­le spiel­ten, be­müh­te sich der Ver­ein stets um ei­ne aus­glei­chen­de Po­si­ti­on zwi­schen Öko­no­mie und Öko­lo­gie. Zwar gab es seit den 1930er Jah­ren im­mer wie­der Re­so­lu­tio­nen ge­gen den Ab­bau der Vul­kan­ke­gel, für die Ent­fich­tung von Tal­wie­sen und die An­la­ge von Bio­to­pen, doch gin­gen seit den 90er Jah­ren die ent­schei­den­den Im­pul­se eher von den Grü­nen, dem BUND und dem NA­BU aus, die als rei­ne Na­tur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen we­ni­ger Rück­sicht auf Po­li­tik, Be­hör­den und Spar­kas­sen neh­men muss­ten. Den­noch spielt das The­ma wei­ter­hin ei­ne gro­ße Rol­le, seit­dem auch die Orts­grup­pen für Fra­gen des Um­welt- und Na­tur­schut­zes sen­si­bi­li­siert wor­den wa­ren. Seit 1992 wer­den mit dem „Kon­rad-Schubach-Na­tur­schutz­preis“ be­son­de­re In­itia­ti­ven in die­sem Be­reich aus­ge­zeich­net.

Ver­än­dert hat sich auch die Ver­eins­kul­tur. Die Herbst­ta­gung in Hel­len­thal fand 1992 erst­mals an ei­nem ein­zi­gen Tag statt. Wa­ren die Haupt­ver­samm­lun­gen vor dem Ers­ten Welt­krieg noch drei­tä­gi­ge und nach dem Zwei­ten Welt­krieg noch zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tun­gen, so straff­te man ab 1992 das Pro­gramm. Der tra­di­tio­nel­le Hei­mat­abend mit Tanz ent­fiel, eben­so die streng nach Kon­fes­sio­nen ge­trenn­ten Got­tes­diens­te am Sonn­tag­mor­gen. Auf die­sen Ter­min wur­den jetzt die Sit­zun­gen des Haupt­aus­schus­ses und des Be­ra­ten­den Aus­schus­ses ver­legt. Par­al­lel da­zu bot man für die an­rei­sen­den Ei­fel­freun­de Wan­de­run­gen an. Um 15.00 Uhr ver­sam­mel­te man sich zur Fest­ver­samm­lung in der Grenz­land­hal­le und um 17.30 Uhr en­de­te die Ver­an­stal­tung mit der Aus­ga­be der Wim­pel­bän­der. Zwar gab es 1993 in Blei­alf noch ei­ne zwei­tä­gi­ge Früh­jahrs­ta­gung mit gro­ßem Hei­mat­abend, aber die ein­tä­gi­gen Ver­an­stal­tun­gen setz­ten sich durch.

10. Der Eifelverein unter Dr. Hans Klein (1997-2011)

1997 ver­ab­schie­de­te sich Ger­hard Schwet­je von der Ver­eins­spit­ze, da er nach dem Tod sei­ner Frau in den Pries­ter­stand tre­ten woll­te. Er hat­te den Ei­fel­ver­ein als „Er­leb­nis­ge­mein­schaf­t“ mit dem Ziel ei­ner „na­tur­scho­nen­den und -pfle­gen­den Ent­wick­lung der Ei­fel, die För­de­rung des Na­tur- und Denk­mal­schut­zes … auch für die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen“, und zwar not­falls auch im „Wi­der­stand ge­gen den Zeit­geis­t“ ver­stan­den. Be­vor er die „Sta­fet­te an den Nach­fol­ger“ über­gab, for­mu­lier­te er ein um­fang­rei­ches Zu­kunfts­pa­pier, die „VI­SI­ON EI­FEL­VER­EIN.“ Er schrieb be­reits 1996: „Was nützt es dem Men­schen, wenn er den gan­zen Tag im In­ter­net her­umsurft, aber sei­ne Hei­mat nicht kennt.“

Gerhard Schwetje, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Schwet­jes Nach­fol­ger wur­de Dr.-Ing. Hans Klein aus Stol­berg-Brei­nig, al­so aus dem nörd­li­chen Teil des Ver­eins­ge­biets. Er war zu­vor Haupt­ge­schäfts­füh­rer der „Ar­beits­ge­mein­schaft in­dus­tri­el­ler For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen“ (AIF) in Köln, die staat­li­che und in­dus­trie­ei­ge­ne Mit­tel zur Ge­mein­schafts­for­schung ver­wal­te­te. Zu­dem lei­te­te er die Orts­grup­pe Brei­nig, war stell­ver­tre­ten­der Schatz­meis­ter und schlie­ß­lich stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Ei­fel­ver­eins. In sei­ner „Re­gie­rungs­er­klä­run­g“ un­ter­strich er die Be­deu­tung der Ge­win­nung ju­gend­li­cher Mit­glie­der. Nach­dem be­reits 1993 ein Fa­mi­li­en­tag ein­ge­führt wor­den war, soll­te jetzt je­de Orts­grup­pe ei­nen Ju­gend­wart be­nen­nen. Ne­ben dem Na­tur­schutz sah er im Rad­wan­dern ei­ne wich­ti­ge Zu­kunfts­auf­ga­be. Es soll­ten Rad­wan­der­we­ge an­ge­legt, Rad­wan­der­kar­ten ver­öf­fent­licht und Lehr­gän­ge für Rand­wan­der­füh­rer or­ga­ni­siert wer­den.

Ein Rück­schlag be­deu­tet 1997 das Aus­schei­den der fran­zö­si­schen Lan­des­grup­pe aus der Eu­ro­päi­schen Ver­ei­ni­gung Ei­fel und Ar­den­nen. Da­durch kam auf die deut­schen, bel­gi­schen und lu­xem­bur­gi­schen Part­ner ei­ne hö­he­re Be­las­tung zu. An­de­rer­seits ist fest­zu­hal­ten, dass die­se In­itia­ti­ve in­zwi­schen viel von ih­rer ur­sprüng­li­chen Be­deu­tung ver­lo­ren hat. Die eng mit­ein­an­der be­freun­de­ten Grün­dungs­vä­ter sind ver­stor­ben, ih­ren Nach­fol­gern ge­lang es nicht mehr, mit Ver­an­stal­tun­gen und Re­so­lu­tio­nen ei­ne sol­che Re­so­nanz zu er­zie­len, und durch das Schen­ge­ner Ab­kom­men wur­den zu­dem vie­le der ur­sprüng­lich ver­folg­ten Zie­le er­reicht.

Her­vor­zu­he­ben ist die Stif­tung des Wolf-von-Reis-Kul­tur­prei­ses im Jah­re 2007. Aus den Er­lö­sen der nach dem ehe­ma­li­gen Schatz­meis­ter und sei­ner Frau Eri­ca be­nann­ten Stif­tung soll­ten je­des Jahr be­son­de­re kul­tu­rel­le Ak­ti­vi­tä­ten aus­ge­zeich­net wer­den, ins­be­son­de­re Ak­tio­nen von Orts­grup­pen, aber auch ein­zel­ne Per­sön­lich­kei­ten und wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten. 2005 ge­lang es schlie­ß­lich auch, mit Un­ter­stüt­zung der NRW-Stif­tung die Be­stän­de der Ei­fel­bi­blio­thek in May­en di­gi­tal zu er­fas­sen und zu­gäng­lich zu ma­chen.

Hans Klein, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Der Hö­he­punkt der Ära Klein war der 106. Deut­sche Wan­der­tag vom 12.-17.7.2006. Er wur­de zum ers­ten Mal nicht in ei­ner der be­nach­bar­ten Groß­städ­te (Aa­chen, Trier, Ko­blenz), son­dern de­zen­tral in Prüm mit Ver­an­stal­tun­gen in der Süd­ei­fel, der Nord­ei­fel, der Vul­kan­ei­fel und in Lu­xem­burg durch­ge­führt. Ne­ben Wan­de­run­gen gab es ein brei­tes An­ge­bot an Bus­rei­sen, Fahr­rad­tou­ren, Ex­kur­sio­nen und Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen. Lo­gis­tisch war die Ver­an­stal­tung un­ter dem Mot­to „Na­tur und Kul­tur im Her­zen Eu­ro­pa­s“ ein bis­her ein­ma­li­ger Kraft­akt von Ei­fel­ver­ein, Ei­fel­tou­ris­tik, zehn Krei­sen und zahl­rei­chen Ge­mein­den. Auch pu­bli­zis­tisch setz­te die Ver­an­stal­tung neue Maß­stä­be: Die 26-tä­gi­ge Wan­de­rung der Wim­pel­grup­pe von Saal­feld in Thü­rin­gen nach Prüm, bei der neun Per­so­nen 650 Ki­lo­me­ter zu­rück­leg­ten, fand gro­ßes In­ter­es­se in den Me­di­en. Eben­so die Fei­er­stun­de, bei der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Ul­la Schmidt fest­stell­te: „In Deutsch­land be­wegt sich mehr als vie­le den­ken.“ Mi­nis­ter­prä­si­dent Kurt Beck wür­dig­te die Leis­tung der Wan­der­ver­ei­ne, die „tie­fe Freund­schaf­ten über na­tio­na­le Gren­zen hin­we­g“ pfleg­ten. Den Hö­he­punkt der Ver­an­stal­tung bil­de­te der Fest­zug, bei dem man 15.000 Zu­schau­er und 17.000 Mit­wir­ken­de zähl­te. 57 Wan­der­grup­pen, 22 Mu­sik­ver­ei­ne, 33 The­men­grup­pen in Bau­ern­kit­tel, Ba­rock­li­vree, Dirndl und Rit­ter­rüs­tung, 16 Volks­tanz­grup­pen und fünf Ju­gend­grup­pen reih­ten sich in ei­nen far­ben­fro­hen Lind­wurm ein, den der Süd­west­funk in ei­ner zwei­stün­di­gen Son­der­sen­dung do­ku­men­tier­te.

Die Zahl von 32.000 Be­su­chern hat aber noch ei­ne an­de­re Di­men­si­on. Nicht nur die Ei­fel und der Ei­fel­ver­ein än­der­ten sich, son­dern auch die Zeit­um­stän­de. In den 1890er Jah­ren, in den 30er und in den 50er bis 80er Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts er­mög­lich­ten die po­li­ti­schen, ge­sell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ei­nen kräf­ti­gen Auf­schwung des Ver­eins. Seit den 90er Jah­ren ver­än­der­ten sich die Rah­men­be­din­gun­gen: Die Men­schen strö­men in gro­ßen Scha­ren zu Me­ga-Events wie Kir­chen­ta­gen, Volks­fes­ten, Kon­zer­ten und IVV-Wan­de­run­gen, keh­ren aber zu­neh­mend or­ga­ni­sier­ten Frei­zeit­for­men wie den Ver­ei­nen den Rü­cken zu, ein Trend, der auch Par­tei­en, Kir­chen und Ge­werk­schaf­ten zu schaf­fen macht. Der Mit­glie­der­stand sinkt, wo­durch es lang­fris­tig schwie­rig wer­den wird, die gro­ße Band­brei­te an Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten ge­ra­de auch im Um­welt-, Na­tur- und Denk­mal­schutz, in der Ver­lags­ar­beit und im Kul­tur­be­reich auf­recht zu er­hal­ten. Der Ei­fel­ver­ein zählt heu­te (2013) 18.000 Voll-, 8.000 Part­ner-, 1.700 Ju­gend- und 400 Ein­zel­mit­glie­der zu­züg­lich 400 kor­po­ra­ti­ve Mit­glie­der, zu­sam­men 28.500. Um nicht das viel­zi­tier­te Sprich­wort von der „grö­ß­ten Bür­ger­initia­ti­ve der Ei­fel“ zu ver­wen­den: Das ist durch­aus auch ein Pfund, mit dem man wu­chern kann.

Be­reits seit Jahr­zehn­ten wird die Ge­fahr der Über­al­te­rung be­schwo­ren. Auch wenn ge­ra­de die groß­städ­ti­schen Orts­grup­pen aus dem Kreis der kurz vor oder nach dem Ein­tritt in den Ru­he­stand tre­ten­den Jahr­gän­ge kräf­ti­ge Zu­wäch­se zu ver­zeich­nen ha­ben, gibt es vie­le Orts­grup­pen auf dem Lan­de, die sich über sin­ken­de Mit­glie­der­zah­len Sor­gen ma­chen. In den 90er Jah­ren hat­ten der wan­dern­de Bun­des­prä­si­dent so­wie um­fang­rei­che Früh­ver­ren­tungs- und Vor­ru­he­stands­re­ge­lun­gen den Wan­der­ver­ei­nen ei­nen kräf­ti­gen Mit­glie­der­zu­wachs be­schert. Die Ren­te mit 67, das En­de der Al­ters­teil­zeit, sin­ken­de Ren­ten so­wie stei­gen­de be­ruf­li­che Be­las­tun­gen der Ar­beits­neh­mer dreh­ten in den letz­ten Jah­ren die­sen Trend um.

Un­ge­ach­tet der Fas­zi­na­ti­on für die neu­en Me­di­en und die Mög­lich­kei­ten der vir­tu­el­len Kom­mu­ni­ka­ti­on ist Wan­dern bei jun­gen Er­wach­se­nen au­ßer­or­dent­lich po­pu­lär. Al­ler­dings pro­pa­giert die Out­door-In­dus­trie das spon­ta­ne und in­di­vi­du­el­le Wan­dern, wo­nach sich klei­ne Grup­pen per face­book ver­ab­re­den, ei­ne Kar­te down­loa­den und dann mit ei­nem GPS in der Hand los­zie­hen. Für die Wan­der­ver­ei­ne stellt dies ei­ne wei­te­re gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Der ge­sell­schaft­li­che Wan­del be­trifft auch das von der Po­li­tik im­mer wie­der laut­stark be­wor­be­ne Eh­ren­amt. Es fällt an­ge­sichts des skiz­zier­ten ge­sell­schaft­li­chen Wan­dels den Orts­grup­pen zu­neh­mend schwer, Mit­glie­der für den Vor­stand und Wan­der­füh­rer zu fin­den. Die­se se­hen sich mit der ge­wach­se­nen Kri­tik­be­reit­schaft und der ge­stie­ge­nen An­spruchs­hal­tung der Mit­glie­der auf der ei­nen und ei­nem un­durch­schau­ba­ren Wust von recht­li­chen Vor­schrif­ten (Ver­si­che­rungs­fra­gen) auf der an­de­ren Sei­te kon­fron­tiert.

Ein zwei­ter Trend macht nicht nur dem Ei­fel­ver­ein zu schaf­fen. 2008 wur­de der Ei­fel­steig er­öff­net, es folg­ten der Ahr­steig, der Rhein­steig, der Rhein-Bur­gen-Weg, die Traum­pfa­de, die Traum­schlei­fen und der Mo­sel­steig. Über 100 Jah­re lang hat­te der Ei­fel­ver­ein die Pla­nung, die An­la­ge und die Un­ter­hal­tung der Wan­der­we­ge durch­ge­führt, hat­te ein ein­heit­li­ches We­ge­netz kon­zi­piert und mar­kiert so­wie ein ent­spre­chen­des Kar­ten­werk auf­ge­legt und in im­mer neu­en Auf­la­gen ak­tua­li­siert. Jetzt ent­stand ei­ne Ko­ali­ti­on von öf­fent­li­chen In­sti­tu­tio­nen, die für die Tou­ris­mus­för­de­rung zu­stän­dig wa­ren (Ei­fel­tou­ris­tik, Rhein-Mo­sel-Ei­fel-Tou­ris­tik, Mo­sel­land­tou­ris­tik, Ahr­tal-Tou­ris­mus u. a.), und kom­mer­zi­el­len Pla­nungs­bü­ros, die Wan­der­we­ge kon­zi­pier­ten, an­leg­ten und ver­mark­te­ten. Sie brach­ten ei­ne neue Krea­ti­vi­tät und Pro­fes­sio­na­li­tät in die We­ge­pla­nung und er­schlos­sen neue Geld­quel­len, zum Bei­spiel in Form von Dritt­mit­teln, zum Teil auch durch Spon­so­ren. Die eh­ren­amt­lich tä­ti­gen Ver­ei­ne mit ih­ren eher kon­ser­va­ti­ven We­ge­kon­zep­ten wur­den da­bei zu­neh­mend in den Hin­ter­grund ge­drängt. Selbst das We­ge­ma­nage­ment, die Be­treu­ung der neu­en Pfa­de, die zum Teil auf den al­ten We­gen des Ei­fel­ver­eins ge­führt wur­den und die von die­sem jahr­zehn­te­lang eh­ren­amt­lich ge­pflegt wor­den wa­ren, ging dem Ei­fel­ver­ein bei ei­ni­gen Stre­cken ver­lo­ren.

Die­se In­di­vi­dua­li­sie­rung, Kom­mer­zia­li­sie­rung und Pro­fes­sio­na­li­sie­rung hat­te für den Ei­fel­ver­ein ne­ga­ti­ve Fol­gen: Ers­tens ver­lor der Ver­ein sei­ne Nä­he zur Po­li­tik. So ist die Zeit vor­bei, in der Mi­nis­ter auf den Früh­jahrs- und Herbst­ta­gun­gen re­fe­rier­ten oder auf den Ju­bi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten und Bun­des­mi­nis­ter auf­tra­ten. Zum Zwei­ten ver­än­der­te sich die re­gio­na­le Pres­se­land­schaft. Man be­rich­tet lie­ber von Sen­sa­tio­nen und Skan­da­len als von der un­spek­ta­ku­lä­ren Ar­beit der Ver­ei­ne, die zu­dem mit der pro­fes­sio­nel­len Pres­se­ar­beit der Tou­ris­mus­agen­tu­ren kon­kur­rie­ren müs­sen. Aus die­sen Grün­den er­fährt die Öf­fent­lich­keit stän­dig et­was über Traum­pfa­de und Traum­schlei­fen, aber höchst sel­ten über das um­fang­rei­che, qua­li­täts­vol­le und kos­ten­güns­ti­ge An­ge­bot der Wan­der­ver­ei­ne. Zum Drit­ten konn­te der Ei­fel­ver­ein sei­ne frü­her ein­mal mo­no­pol­ar­ti­ge Stel­lung im Ver­lags­be­reich nicht hal­ten. Zu­sam­men mit den Ei­fel­kri­mis kam ei­ne gan­ze Rei­he von Wan­der­füh­rern auf den Markt, die von den gro­ßen Ver­la­gen pro­fes­sio­nell ge­stal­tet, in ho­hen Auf­la­gen ge­druckt und über den Buch­han­del bun­des­weit ver­trie­ben wur­den. Auch hier kann ein weit­ge­hend eh­ren­amt­lich ar­bei­ten­der Ver­ein nur schwer kon­kur­rie­ren. Im­mer­hin ist es dem Ei­fel­ver­ein ge­lun­gen, als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner am Ei­fel­li­te­ra­tur­fes­ti­val mit­zu­wir­ken, das sich in­zwi­schen nicht nur über pro­mi­nen­te Gäs­te und un­ge­heu­ren Zu­lauf, son­dern auch über ein über­re­gio­na­les Me­di­en­echo freu­en kann.

Die Wimpelgruppe auf dem Deutschen Wandertag 2006 in Prüm. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

11. Der Eifelverein unter Mathilde Weinandy (ab 2011)

125 Jah­re nach sei­ner Grün­dung steht der Ei­fel­ver­ein vor neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Er muss den schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen ei­ner eh­ren­amt­li­chen Tä­tig­keit in ei­ner zu­neh­mend pro­fes­sio­na­li­sier­ten Um­welt be­wäl­ti­gen. Er muss in ei­ner Zeit, in der Ver­ei­ne und das Eh­ren­amt an An­se­hen ver­lie­ren, neue Mit­glie­der ge­win­nen, und er muss über das Ge­samt­pa­ket sei­ner in der Ära Schubach ge­wal­tig ge­wach­se­nen Auf­ga­ben­ge­bie­te nach­den­ken. Er braucht ein ho­hes Maß an Krea­ti­vi­tät, um sei­ne zum gro­ßen Teil äl­te­ren und an ei­ne tra­di­tio­nel­le Wan­der­kul­tur ge­wohn­ten Mit­glie­dern be­hut­sam zu neu­en We­gen und neu­en Tech­ni­ken zu füh­ren, er muss ver­stärkt wie­der an die Po­li­tik her­an­tre­ten und häu­fi­ger als bis­her auf dem Markt der Dritt­mit­teltöp­fe agie­ren, und er muss mehr Prä­senz in den Me­di­en zei­gen. Zwar wer­den in der Ta­ges­pres­se die Wan­der­plä­ne ver­öf­fent­licht, aber die Le­ser­schaft er­fährt nicht, mit wie viel Mü­he und Sorg­falt die Wan­der­füh­rer die Tou­ren vor­be­rei­ten und wie viel Leis­tung je­des Mit­glied für ei­nen – im Ver­gleich zu an­de­ren Sport­ver­ei­nen – au­ßer­or­dent­lich be­schei­de­nen Jah­res­bei­trag be­kommt. Der Ei­fel­ver­ein ist nicht nur ein Wan­der­ver­ein, son­dern er ver­mit­telt auch his­to­ri­sches, kul­tu­rel­les so­wie öko­lo­gi­sches Wis­sen und be­sitzt ei­ne nicht zu un­ter­schät­zen­de so­zia­le Kom­po­nen­te – dies und nicht nur die Treff­punk­te und Ab­fahrts­zei­ten muss man der Öf­fent­lich­keit ver­mit­teln.

2011 wur­de ein neu­er Vor­stand ge­wählt, bei dem sie­ben von 17 Po­si­tio­nen neu be­setzt wur­den; ei­ne er­heb­li­che Ver­jün­gung trat ein. Au­ßer­dem er­hielt der Ei­fel­ver­ein mit Mat­hil­de Wein­an­dy erst­mals ei­ne weib­li­che Vor­sit­zen­de. Die Stadt­bür­ger­meis­te­rin von Prüm war zu­vor bei den Land­frau­en ak­tiv und war meh­re­re Jah­re lang Land­tags­ab­ge­ord­ne­te. In ih­re Amts­zeit fiel zu­nächst ei­ne Re­so­lu­ti­on zum The­ma Wind­ener­gie, die zu die­sem der­zeit kon­tro­vers dis­ku­tier­ten The­ma ei­ne kri­ti­sche Po­si­ti­on ein­nimmt. Wei­ter sind die Fei­er­lich­kei­ten zum 125. Grün­dungs­ju­bi­lä­um an­zu­füh­ren. Auf der Früh­jahrs­ta­gung in Hil­le­s­heim 2013 konn­te ei­ne zwei­bän­di­ge Ju­bi­lä­ums­schrift vor­ge­stellt wer­den. Der ers­te Band be­han­delt die Ver­eins­ge­schich­te und ar­bei­tet ins­be­son­de­re das Drit­te Reich und die Nach­kriegs­zeit auf. Der zwei­te Band ent­hält 16 Bei­trä­ge zu ei­ner Lan­des­kun­de der Ei­fel.

Mathilde Weinandy, Porträtfoto. (Eifelverein - Hauptgeschäftsstelle und Eifelbibliothek)

 

Die 125-Jahr­fei­er, ver­bun­den mit dem 60. Jah­res­kon­gress der EVEA, fand am 25.5.2013 in Prüm statt. Bei dem Fest­akt in der mit cir­ca 400 Wan­der­freun­den und Po­lit­grö­ßen voll­be­setz­ten Ka­ro­lin­ger­hal­le sprach un­ter an­de­rem die rhein­land-pfäl­zi­sche Um­welt­mi­nis­te­rin Ul­ri­ke Höf­ken ein Gruß­wort, in dem sie den Ei­fel­ver­ein als Ge­schenk für die Ei­fel und als Mo­tor ih­rer Ent­wick­lung wür­dig­te. Der Wan­de­rer, Au­tor und Fern­seh­mo­de­ra­tor Ma­nu­el An­drack trug ei­nen Lie­bes­brief vor, in dem er die Ei­fel als schöns­tes Wan­der­ge­biet der Welt lob­te. Wei­ter­hin prä­sen­tier­te der Ei­fel­ver­ein ein Zu­kunfts­pa­pier, in dem er sei­ne tra­di­tio­nel­len und neu­en Zie­le fest­schrieb. Weit­aus mehr Ver­eins­mit­glie­der zog es zu den ver­schie­de­nen Wan­de­run­gen rund um Prüm, sie al­le tra­fen sich dann auf dem „EI­FEL-Markt der Mög­lich­kei­ten“. Ein His­to­ri­en­spiel über die Grün­dung des Ei­fel­ver­eins und ei­ne Ab­schluss­par­ty mit den „Di­cken Kin­dern“ – die kurz­fris­tig we­gen des Cham­pi­ons Le­ague End­spiel zu ei­nem Pu­blic View­ing um­ge­wan­delt wur­de –, be­en­de­ten den Fei­er­tag.

Literatur

Fest­schrif­ten des Ver­eins

Herr­mann, Al­fred (Hg.), Ei­fel-Fest­schrift zur 25jäh­ri­gen Ju­bel­fei­er des Ei­fel­ver­eins 1888-1913, Bonn 1913.
Kim­pen, Emil, Ge­schich­te des Ei­fel­ver­eins. 1888-1938. Zum 50 jäh­ri­gen Be­ste­hen, Bonn 1938.
Kim­pen, Emil, 60 Jah­re Ei­fel­ver­ein. 1888-1948, Bonn 1948.
Weiß, Pe­ter Jo­sef, Der Ei­feler und sein Ver­ein. 1888-1973. 85 Jah­re Ei­fel­ver­ein, Dü­ren 1973.
Die Ei­fel. 1888-1988, Zum 100jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um des Ei­fel­ver­eins, Dü­ren 1988.
Schmid, Wolf­gang (Hg.), Fest­schrift 125 Jah­re Ei­fel­ver­ein (1888-1913), 2 Bän­de. Dü­ren 2013.

Online

Home­page des Ei­fel­ver­eins. [On­line]

Winterwanderung der Ortsgruppe Untermosel an der Ahr, 2014. (Eifelverein Untermosel)

 
Zitationshinweis

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Schmid, Wolfgang, 125 Jahre Eifelverein – Gegründet 1888, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/125-jahre-eifelverein-%25E2%2580%2593-gegruendet-1888/DE-2086/lido/57d128c3ee8801.70773725 (24.04.2018)