Burgen am Mittelrhein

Alexander Thon

Burgruine Deuernburg („Maus“), Lithographie von [ ] Villeneuve nach Zeichnung von [Otto] Howen, vor 1824.

1. Einleitung

Die un­ter dem Sam­mel­be­griff „Mit­tel­rhein“ zu­sam­men­ge­fass­te Bur­gen­land­schaft um­fasst ei­ne Viel­zahl von An­la­gen un­ter­schied­lichs­ter Pro­ve­ni­enz, Eig­ner­schaft und bau­li­cher Aus­prä­gung. Im Sin­ne der De­fi­ni­ti­on ei­ner „Bur­g“ als mehr­teils (hoch- und spät-) mit­tel­al­ter­li­cher Wehr-, aber auch Wohn­an­la­ge zeigt das Mit­tel­rhein­ge­biet ei­ne Bur­gen­bau­tä­tig­keit vom frü­hen 11. bis in das 15. Jahr­hun­dert hin­ein.

Un­ge­ach­tet des ho­hen Be­kannt­heits­gra­des der rhei­ni­schen Bur­gen muss fest­ge­stellt wer­den, dass der Stand ih­rer Er­for­schung in wei­ten Be­rei­chen und sämt­li­chen be­tei­lig­ten Wis­sen­schafts­dis­zi­pli­nen noch un­zu­rei­chend ist. Selbst von der neu­es­ten Über­blicks­li­te­ra­tur wird auf die fast gänz­lich vor 1945 er­schie­ne­nen Kunst­denk­mä­ler­in­ven­ta­re zu­rück­ge­grif­fen. Fun­dier­te Ein­zel­stu­di­en von his­to­ri­scher, kunst­his­to­ri­scher oder mit­tel­al­ter­ar­chäo­lo­gi­scher Sei­te sind die Aus­nah­me.

Von ganz ent­schei­den­der Be­deu­tung ist dar­über hin­aus auch die Tat­sa­che, dass we­gen oft­mals ekla­tan­ten Schrift­quel­len­man­gels ei­ne ein­deu­ti­ge Zu­ord­nung ei­ner Burg zu ei­nem Grün­der oder Ei­gen­tü­mer nur mit gro­ßen Vor­be­hal­ten mög­lich ist. Auch kann nicht sel­ten an Hand der kei­nes­wegs ein­deu­ti­gen zeit­ge­nös­si­schen Ter­mi­no­lo­gie ins­be­son­de­re bei ab­ge­gan­ge­nen Ob­jek­ten nicht mehr ent­schie­den wer­den, ob es sich um ei­ne Burg han­del­te oder le­dig­lich um ein Burg­haus oder ei­nen Hof mit nur min­de­rer Be­fes­ti­gung oder gar um ei­nen Stadt­mau­er­turm (Nol­lig über Lorch). Schlie­ß­lich lässt sich der Zeit­punkt der Er­bau­ung meis­tens nicht ge­nau fest­stel­len, son­dern nur der Zeit­punkt der ers­ten Er­wäh­nung, der na­tür­lich kei­ner­lei Aus­kunft dar­über gibt, wie lan­ge zu­vor die je­wei­li­ge Burg schon be­stan­den hat. In Ein­zel­fäl­len kann nicht ein­mal der ge­naue Stand­ort lo­ka­li­siert wer­den (Fürs­ten­eck).

Be­trach­tet man un­ge­ach­tet die­ser Im­pon­de­ra­bi­li­en zu­nächst die Grün­dungs­ge­schich­te der ein­zel­nen An­la­gen, so er­schlie­ßt sich schnell die gro­ße Zahl be­tei­lig­ter geist­li­cher und welt­li­cher Herr­schafts­trä­ger, die sich ins­be­son­de­re im Spät­mit­tel­al­ter um den Auf­bau ei­nes ge­schlos­se­nen Ter­ri­to­ri­ums be­müh­ten. Rück­bli­ckend be­trach­tet war da­bei das Erz­stif­t Trier am er­folg­reichs­ten. Die Erz­bi­schö­fe grif­fen von ih­rer zwei­ten Re­si­denz (ne­ben Trier) auf dem Eh­ren­breit­stein aus über An­la­gen wie Wer­ner­s­eck und Ku­nostein (heu­te En­gers) nach Nor­den und über Ko­blenz, Stol­zen­fels und Deu­ern­burg (heu­te Maus) nach Sü­den aus. Ver­hält­nis­mä­ßig we­ni­ge Bur­gen wa­ren da­bei Ei­gen­grün­dun­gen, viel­mehr wur­den weit­aus öf­ter be­ste­hen­de Be­fes­ti­gungs­an­la­gen lehns­recht­lich in­te­griert und da­mit als po­ten­zi­el­le geg­ne­ri­sche Stütz­punk­te eli­mi­niert.

In mehr­fa­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den Trie­rer Erz­bi­schö­fen ge­lang es den bei­den an­de­ren Erz­stif­ten Köln und Mainz, sich am nörd­li­chen und süd­li­chen En­de des Mit­tel­rheins zu be­haup­ten. Wäh­rend die Erz­bi­schö­fe von Köln ih­re durch ei­ge­ne Burg­grün­dun­gen wie Stahl­berg und Fürs­ten­berg ge­si­cher­ten Be­sit­zun­gen am obe­ren Mit­tel­rhein um Ba­cha­rach im spä­te­ren 13. Jahr­hun­dert an die Pfalz­gra­fen bei Rhein ver­lo­ren, konn­ten sie am un­te­ren Mit­tel­rhein ih­ren ei­ni­ger­ma­ßen ge­schlos­se­nen Be­sitz­kom­plex um die Bur­gen Dra­chen­fels, Go­des­burg und Ro­lands­eck nach Sü­den hin durch An­la­gen in An­der­nach und Linz so­wie den Neu­bau von Rheineck er­wei­tern. Das Erz­stift Mainz hin­ge­gen setz­te sich ins­be­son­de­re ge­gen die rhei­ni­schen Pfalz­gra­fen im Sü­den auf den Bur­gen Klopp, Eh­ren­fels, Fautsberg (heu­te Rhein­stein), Rei­chen­stein, So­oneck und Heim­burg fest und er­hielt sich dar­über hin­aus sei­ne nörd­li­che Ex­kla­ve (Ober-)Lahn­stein mit den bei­den An­la­gen Lahneck und Lahn­stein (heu­te Mar­tins­burg).

Dem­ge­gen­über war das rö­misch-deut­sche Kö­nig­tum seit dem Hoch­mit­tel­al­ter im Mit­tel­rhein­tal le­dig­lich mit den – al­ler­dings mehr­teils sehr be­deu­ten­den – An­la­gen Ham­mer­stein, Lands­kron, Ster­ren­berg, Schön­burg, Bop­pard, Ah­ren­thal (zur Hälf­te), wohl auch Kaub (heu­te Gu­ten­fels) so­wie dem noch im 14. Jahr­hun­dert er­rich­te­ten Sin­zig ver­tre­ten. Von die­sen Bur­gen ver­blie­ben bis in das 15. Jahr­hun­dert hin­ein je­doch al­lein Sin­zig und Lands­kron in un­mit­tel­ba­rem Reichs­ei­gen­tum, wäh­rend die an­de­ren über­wie­gend in die Hän­de der Trie­rer Erz­bi­schö­fe fie­len.

Un­ter den Grün­dun­gen gräf­li­cher und edel­frei­er Fa­mi­li­en ra­gen vor al­lem die An­la­gen der Pfalz­gra­fen bei Rhein und der Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen her­vor. Er­staun­li­cher­wei­se tra­ten die Pfalz­gra­fen über­haupt erst im 13. Jahr­hun­dert mit der Über­nah­me von Stahl­berg, Stah­leck und Fürs­ten­berg aus köl­ni­schem und Kaub aus Reichs­be­sitz als Burg­be­sit­zer in Er­schei­nung. In mehr­fa­chen, durch­aus nicht er­folg­lo­sen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den Erz­bi­schö­fen von Mainz und Trier ent­stan­den im 14. Jahr­hun­dert als Ei­gen­grün­dun­gen der Pfalz­gra­fen­stein, die Sau­er­burg und der (un­voll­endet ge­blie­be­ne) Her­zo­gen­stein. In ganz ähn­li­cher Wei­se wa­ren auch die Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen seit dem 13. Jahr­hun­dert be­strebt, aus­ge­hend von dem noch in die­ser Zeit ge­grün­de­ten Rhein­fels ein ei­ge­nes Ter­ri­to­ri­um zu be­grün­den. Dies ge­lang in be­schei­de­nem Aus­maß mit den spä­ter er­rich­te­ten Bur­gen Rei­chen­berg und Neu­kat­zeneln­bo­gen (heu­te Katz), be­vor die Gra­fen 1479 aus­star­ben und ih­re Be­sit­zun­gen an die Land­gra­fen von Hes­sen fie­len.

Am un­te­ren Mit­tel­rhein tre­ten die Bur­gen Wied (heu­te Alt­wied) und Sayn als Stamm­sit­ze der gleich­na­mi­gen Gra­fen­fa­mi­li­en her­vor, die bei­de spä­tes­tens schon im 12. Jahr­hun­dert ent­stan­den. Eben­falls in die­ser Zeit lässt sich erst­mals die Isen­burg im Sayn­tal mit der dor­ti­gen edel­frei­en Fa­mi­lie nach­wei­sen, de­ren An­ge­hö­ri­ge im 13. Jahr­hun­dert Aren­fels und Grenzau er­bau­ten und ei­ge­ne Sei­ten­li­ni­en ins Le­ben rie­fen. Al­lein dem Gra­fen­ge­schlecht von Wied soll­te es je­doch ge­lin­gen, sei­ne Stamm­burg von frem­den Zu­grif­fen frei­hal­ten zu kön­nen, wäh­rend die An­la­gen der Say­ner Gra­fen und der Her­ren von Isen­burg und ih­rer Sei­ten­li­ni­en fast voll­stän­dig durch Lehn­s­auf­tra­gung, Ver­pfän­dung oder sel­ten auch durch Ge­walt an die Erz­bi­schö­fe von Trier fie­len.

Die Zahl der nicht von den be­reits ge­nann­ten Bur­gen­grün­dern er­rich­te­ten mit­tel­rhei­ni­schen An­la­gen, zu de­nen die Obe­re und Un­te­re Burg in Rhein­breit­bach, Dat­ten­berg, Brau­bach (heu­te Marksburg) so­wie Lie­ben­stein ge­hö­ren, ist ins­ge­samt ver­gleichs­wei­se klein und dem­entspre­chend in ih­rer Be­deu­tung zu re­la­ti­vie­ren.

Be­trach­tet man den über­kom­me­nen Bau­be­stand, dann reicht der Al­ters­quer­schnitt von der nach Schrift­quel­len äl­tes­ten be­leg­ten Burg am Mit­tel­rhein, dem Ham­mer­stein (vor 1020), bis hin zum klei­nen, voll­stän­dig ein­ge­bau­ten Wohn­turm der Obe­ren Burg in Rhein­breit­bach aus dem spä­ten 15. Jahr­hun­dert. Da­bei lässt sich vom 12.-14. Jahr­hun­dert ei­ne an­nä­hernd kon­stan­te Bur­gen­bau­tä­tig­keit nach­wei­sen. Erst im 15. Jahr­hun­dert bricht die­se Ent­wick­lung mit nur noch drei An­la­gen (Obe­re Burg Rhein­breit­bach, Fels­eck/Vils­zelt, Wer­ner­s­eck) und dem eher als Turm ein­zu­ord­nen­den Trutz-Bin­gen ab.

Aus­ge­hend von po­ly­go­na­len, dem Ge­län­de an­ge­pass­ten Grund­ris­sen mit ei­nem Stre­ben zum Oval im 12. Jahr­hun­dert, wird die Grund­form im 13. Jahr­hun­dert zu­se­hends gleich­mä­ßi­ger, bis sich im 14./15. Jahr­hun­dert über­wie­gend re­gel­mä­ßi­ge For­men fin­den. Bei äl­te­ren An­la­gen wird das vor al­lem durch das Vor­le­gen von Zwin­gern be­zie­hungs­wei­se Vor­bur­gen er­reicht, wo­bei Zwin­ger in der Re­gi­on schon im 14. Jahr­hun­dert kei­ne Aus­nah­me mehr sind (Wied, Go­des­burg, Lands­kron). Auch im Mit­tel­rhein­tal be­sa­ßen fast al­le Bur­gen ei­nen Berg­fried – im 12. Jahr­hun­dert vier­eckig, im 13. über­wie­gend rund. Der fünf­ecki­ge, heu­te voll­stän­dig ver­schwun­de­ne Turm des Eh­ren­breit­stein aus den 1150er Jah­ren war viel­leicht der frü­hes­te Turm mit fünf­ecki­gem Grund­riss auf deut­schem Bo­den. Aus die­sem Sche­ma fällt die un­ge­wöhn­li­che Burg Wied (heu­te Alt­wied) her­aus, de­ren Grün­dungs­bau des 12. Jahr­hun­derts wohl ein längs­recht­ecki­ger Wohn­bau/Wohn­turm war, der spä­ter auf­wän­dig um­ge­stal­tet wur­de. Ähn­li­ches gilt für Grün­dun­gen des 14. Jahr­hun­derts wie Rei­chen­berg und Fautsberg, die eben­falls oh­ne Berg­fried aus­kom­men. Wohn­tür­me sind im be­tref­fen­den Raum im Hoch­mit­tel­al­ter grund­sätz­lich die Aus­nah­me und kom­men erst wie­der im Spät­mit­tel­al­ter in Mo­de (Wer­ner­s­eck, Obe­re Burg Rhein­breit­bach). Ei­nen ge­son­der­ten Hin­weis ver­die­nen die Res­te der Burg­ka­pel­len auf Sayn, Lands­kron, Stahl­berg (jüngst er­gra­ben) und Rheineck. Letz­te­re ist zwar ein Neu­bau des 19. Jahr­hun­derts, hält sich je­doch deut­lich an das zu­vor ab­ge­ris­se­ne Ori­gi­nal. Die Bu­ckel­qua­der am ver­läss­lich da­tier­ten Turm des Dra­chen­fels (kurz vor 1149) zäh­len zu den frü­hes­ten am Mit­tel­rhein und in Deutsch­land.

 

2. Burgenbau am Mittelrhein im 11. Jahrhundert

Im 11. Jahr­hun­dert lässt sich am ge­sam­ten Mit­tel­rhein mit dem Ham­mer­stein le­dig­lich ei­ne Wehr­an­la­ge ge­si­chert nach­wei­sen, die da­mit als äl­tes­te Burg in die­ser Re­gi­on zu gel­ten hat.

Burg Ham­mer­stein wur­de be­reits 1020 im be­kann­ten „Ham­mer­stei­ner Ehe­streit“ von Kai­ser Hein­rich II. (Re­gie­rungs­zeit 1002-1024) be­la­gert und nach drei Mo­na­ten er­obert. Nach Er­lö­schen des gleich­na­mi­gen Gra­fen­ge­schlechts 1034/1036 als Reichs­gut ein­ge­zo­gen und so­mit Reichs­burg, ließ Kö­nig Hein­rich IV. (Re­gie­rungs­zeit 1056-1106) 1071 die An­la­ge „mit höchs­tem Auf­wan­d“ wie­der­auf­bau­en. Spä­tes­tens seit 1074 exis­tier­te bei Ham­mer­stein ei­ne Zoll­stät­te, seit 1215 ei­ne Münz­stät­te. 1105 hielt sich Kai­ser Hein­rich IV. für kur­ze Zeit auf dem Ham­mer­stein auf, dem im 12. Jahr­hun­dert als La­ger­ort der Reichs­in­si­gni­en und Haft­stät­te hoch­ran­gi­ger Ge­fan­ge­ner reichs­wei­te Be­deu­tung zu­kam. Das den reichs­mi­nis­te­ria­li­schen Burg­man­nen seit dem Be­ginn des 13. Jahr­hun­derts vor­ge­setz­te Burg­gra­fen­ge­schlecht be­stand bis zum 15. Jahr­hun­dert und ge­lang­te über die Erb­lich­keit des Amts rasch zu ei­ner be­grenz­ten Selbst­stän­dig­keit. 1255 weil­te mit Kö­nig Wil­helm (von Hol­land) (Re­gie­rungs­zeit 1247-1256) letzt­mals ein rö­misch-deut­scher Kö­nig auf der An­la­ge. Mit der Über­tra­gung der Burg durch Kai­ser Karl IV. (Re­gie­rungs­zeit 1346-1378) auf das Erz­stift Trier 1374 war ih­re Zeit als Reichs­burg fak­tisch be­en­det. 1576 letzt­mals aus­ge­bes­sert, be­setz­ten 1633 schwe­di­sche und 1646 loth­rin­gi­sche Trup­pen den Ham­mer­stein, der 1654 nach dem Rück­fall an das Erz­stift Trier auf Be­fehl des Erz­bi­schofs um­ge­hend ge­schleift wur­de, um wei­te­ren Fremd­be­sat­zun­gen vor­zu­beu­gen.

Burgen am Mittelrhein, 11. Jahrhundert. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Die heu­te kaum auf­fal­len­de Rui­ne liegt über nie­ren­ähn­li­chem Grund­riss mit ei­ner Län­ge von et­wa 120 Me­tern und ei­ner Brei­te von 35 Me­tern auf ei­nem schroff zum Rhein und zur an­de­ren Sei­te hin sanft ab­fal­len­den Berg­rü­cken. Be­deu­tends­ter Bau­rest der Burg ist der nord­öst­li­che Ring­mau­er­be­reich (fälsch­lich „Bar­ba­ros­sa­mau­er“ ge­nannt) mit bis zu 4,2 Me­tern Mau­er­stär­ke und zwei in­nen­lie­gen­den Gän­gen, de­ren Bu­ckel­qua­der zu den äl­tes­ten be­kann­ten im deut­schen Sprach­raum ge­hö­ren.

Burg Hammerstein, Kupferstich von Matthäus Merian dem Älteren (1593-1650) nach einer unbekannten Vorlage, vor 1646.

 

3. Burgenbau am Mittelrhein im 12. Jahrhundert

Das 12. Jahr­hun­dert lässt be­reits ei­ne ver­mehr­te Bur­gen­bau­tä­tig­keit er­ken­nen. Mit Aus­nah­me des Erz­stifts Mainz tra­ten mit den Erz­stif­ten Trier und Köln so­wie den Pfalz­gra­fen bei Rhein erst­mals je­ne geist­li­chen und welt­li­chen Fürs­ten als Bur­gen­grün­der und -ei­gen­tü­mer ne­ben dem rö­misch-deut­schen Kö­nig­tum in Er­schei­nung, die ent­schei­den­den An­teil an der ter­ri­to­ria­len Auf­glie­de­rung des Mit­tel­rheins ha­ben soll­ten.

Da­bei dräng­ten die Köl­ner Erz­bi­schö­fe als Bau­her­ren in den Vor­der­grund: Ne­ben den köl­ni­schen Grün­dun­gen Dra­chen­fels (vor 1149) und Wol­ken­burg (zwi­schen 1099 und 1118) so­wie – nicht ganz ge­si­chert – Ro­lands­eck (wohl zwi­schen 1099 und 1131) im Nor­den dürf­ten auch die über und na­he Ba­cha­rach ge­le­ge­nen An­la­gen Stah­leck (vor 1135) und Stahl­berg (um 1156/1164) auf ihr Be­trei­ben ent­stan­den sein. Zu­dem ge­lang es nach Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Pfalz­graf Kon­rad (von Stau­fen) (1156-1195), das vor 1129 als pfalz­gräf­li­che Grün­dung ent­stan­de­ne Rheineck zu er­obern.

Burgen am Mittelrhein, 12. Jahrhundert. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Un­ter den köl­ni­schen An­la­gen ver­dient Burg Dra­chen­fels die grö­ß­te Auf­merk­sam­keit. Vor 1149 un­ter Erz­bi­schof Ar­nold I. von Köln be­gon­nen, voll­ende­te der Propst de­s Bon­ner Cas­si­us­stifts, Ger­hard von Are (Propst 1124-1169), den Burg­bau. Im 13. Jahr­hun­dert wur­de die Burg von ur­sprüng­lich mi­nis­te­ria­li­schen köl­ni­schen Burg­gra­fen ver­wal­tet, de­nen durch die be­nach­bar­ten Stein­brü­che ei­ne be­acht­li­che Herr­schafts­bil­dung ge­lang. Ein­drucks­voll ver­an­schau­li­chen die von 1395-1398 über­lie­fer­ten Rech­nun­gen der Burg­gra­fen die Haus­halts­füh­rung auf ei­ner spät­mit­tel­al­ter­li­chen Burg. Nach Er­lö­schen des Ge­schlechts 1530 wur­de die An­la­ge 1632 von schwe­di­schen Sol­da­ten be­setzt und war schon zwei Jah­re spä­ter Rui­ne. Von fort­dau­ern­der Stein­bruch­tä­tig­keit im Bau­be­stand de­zi­miert, kam die Rui­ne 1836 an den preu­ßi­schen Fis­kus. Mehr­fach ge­si­chert und sa­niert, zeigt die aus äl­te­rer Ober­burg und erst­mals 1345 ge­nann­ter Nie­der­burg be­ste­hen­de An­la­ge be­deu­ten­de Bau­tei­le, dar­un­ter den 1149 er­wähn­ten Berg­fried mit den frü­hes­ten si­cher da­tier­ten Trachyt­bu­ckel­qua­dern im deut­schen Sprach­raum.

Burg Drachenfels (im Vordergrund) und Wolkenburg (im Hintergrund), Kupferstich von [Johann Ph.] W[aldmann] nach unbekannter Vorlage, vor 1630.

 

Im Ge­gen­satz zum Dra­chen­fels ha­ben sich von der zwi­schen 1099 und 1118 ge­grün­de­ten Wol­ken­burg und dem heu­te als Ro­lands­bo­gen be­kann­ten Ro­lands­eck nur noch mar­gi­na­le Bau­res­te er­hal­ten. Ähn­li­ches gilt auch für die ge­mäß Bau­be­fund nach 1167 er­rich­te­te Was­ser­burg in An­der­nach, die un­ge­ach­tet ih­rer als Rui­ne äu­ßerst be­ein­dru­cken­den Bau­ge­stalt nur mehr ge­rin­ge Mau­er­sub­stanz des 12. Jahr­hun­derts auf­weist. Burg Stah­leck (ge­grün­det vor 1135) gibt nach ei­nem fast voll­stän­di­gen Wie­der­auf­bau le­dig­lich den aus Ab­bil­dun­gen des 17. Jahr­hun­derts über­lie­fer­ten Bau­zu­stand wie­der. Da­ge­gen konn­te die land­ein­wärts ge­le­ge­ne Nach­bar­burg Stahl­berg mit noch be­deu­ten­den Rui­nen von zwei Tür­men, der Tor­an­la­ge und der kürz­lich er­gra­be­nen Ka­pel­le nach Er­geb­nis­sen von den­d­ro­chro­no­lo­gi­schen Un­ter­su­chun­gen im­mer­hin auf den Zeit­raum um 1156/1164 rück­da­tiert wer­den. Be­ach­tung ver­dient eben­falls der im­po­san­te, teil­wei­se aus gro­ßen Bu­ckel­qua­dern er­rich­te­te Berg­fried von Burg Rheineck, der im Ge­gen­satz zum Rest der von 1832-1836 er­rich­te­ten Ge­bäu­de noch dem köl­ni­schen Wie­der­auf­bau der Zeit nach 1164 an­ge­hört.

Zwi­schen den köl­ni­schen Be­sit­zun­gen im Nor­den und Sü­den ver­such­te das Erz­stift Trier zu ex­pan­die­ren. Im Mit­tel­punkt stand da­bei die vor 1137 und je­den­falls un­ter Erz­bi­schof Hil­lin er­rich­te­te Burg Eh­ren­breit­stein. Heu­te voll­stän­dig von der 1816-1832 er­rich­te­ten preu­ßi­schen Fes­tung über­la­gert, ha­ben sich kei­ner­lei ober­ir­di­sche Res­te der mit­tel­al­ter­li­chen An­la­ge er­hal­ten, die im 12. Jahr­hun­dert ei­nen mäch­ti­gen, wohl fünf­ecki­gen Berg­fried, ei­nen – bei Um­bau­ten vor kur­zem an­ge­schnit­te­nen – Gra­ben und ei­ne Zis­ter­ne be­saß. In un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft be­fand sich zu­dem die von dem gleich­na­mi­gen trie­ri­schen Mi­nis­te­rialen­ge­schlecht be­wohn­te und vor 1161 an­zu­neh­men­de Burg Hel­fen­stein, von der eben­falls nichts mehr zu se­hen ist. Von grö­ße­rer Be­deu­tung für die Ex­pan­si­ons­be­stre­bun­gen der Trie­rer Erz­bi­schö­fe war die Lehns­bin­dung der Gra­fen von Sayn de­ren ers­te gleich­na­mi­ge Burg 1152 von Erz­bi­schof Ar­nold II. von Köln zer­stört wor­den war. Der Nach­fol­ge­bau an der Stel­le der heu­ti­gen Burg Sayn ent­stand erst zu Be­ginn des 13. Jahr­hun­derts und war wohl von An­fang an trie­ri­sches Le­hen.

Burg/Festung Ehrenbreitstein, Aquarellierte Federzeichnung von Wenzel Hollar (1607-1677), 1636.

 

Ge­gen­über den bei­den Erz­stif­ten Köln und Trier las­sen sich im 12. Jahr­hun­dert ne­ben dem Ham­mer­stein le­dig­lich zwei wei­te­re Bur­gen nach­wei­sen, die dem rö­misch-deut­schen Kö­nig­tum di­rekt un­ter­stan­den: Burg Ster­ren­berg dürf­te ori­gi­när ei­ne Reichs­burg ge­we­sen sein, die sich nach Aus­sa­ge des Lehns­buchs des pfäl­zi­schen Reichs­mi­nis­te­ria­len Wer­ners II. von Bo­lan­den (vor 1134 - um 1190) von 1189/1193 als Reichs­le­hen in des­sen Hän­den be­fand. Von den heu­te vor­han­de­nen um­fang­rei­chen Bau­res­ten mit (mo­dern er­höh­tem) qua­dra­ti­schem Berg­fried und zwei Schild­mau­ern kann al­ler­dings nichts mit Si­cher­heit in das 12. Jahr­hun­dert da­tiert wer­den. Die ur­sprüng­lich als Le­hen des Erz­bis­tums Mag­de­burg nach­weis­ba­re Schön­burg über dem heu­ti­gen Ober­we­sel war spä­tes­tens 1166 Reichs­burg und wur­de von Reichs­mi­nis­te­ria­len ver­wal­tet. Im 14. Jahr­hun­dert dürf­te die An­la­ge von den ver­schie­de­nen Fa­mi­li­en­zwei­gen der Schön­bur­ger er­wei­tert und zu ei­ner Gan­er­ben­burg ge­wor­den sein. Wie den­d­ro­chro­no­lo­gi­sche Un­ter­su­chun­gen er­ge­ben ha­ben, stammt we­nigs­tens noch der Tor­turm der Kern­an­la­ge aus der Zeit zwi­schen 1141 und 1161.

Ne­ben den Reichs­bur­gen und An­la­gen der Erz­stif­te Köln und Trier exis­tier­ten im 12. Jahr­hun­dert le­dig­lich Rheineck, Wied, Sayn und Schön­burg als Grün­dun­gen an­de­rer Pro­ve­ni­enz. Da­von ge­lang es le­dig­lich den Gra­fen von Wied im Fall von Wied (heu­te Alt­wied), ih­re Ei­gen­grün­dung über die Jahr­hun­der­te hin­weg bis heu­te in Fa­mi­li­en­be­sitz zu hal­ten. Je­den­falls die Kern­burg mit ih­rem mo­nu­men­ta­len Wohn­turm geht in Tei­len bis in das 12. Jahr­hun­dert zu­rück.

Burgen am Mittelrhein, 13. Jahrhundert. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

4. Burgenbau am Mittelrhein im 13. Jahrhundert

Nach heu­ti­gem For­schungs­stand lässt sich fest­stel­len, dass der Hö­he­punkt der Bur­gen­bau­tä­tig­keit am Mit­tel­rhein zwei­fel­los im 13. und ab­ge­schwächt auch noch im 14. Jahr­hun­dert an­zu­set­zen ist. Be­dingt durch die ins­be­son­de­re zu Zei­ten des In­ter­regn­ums un­si­che­ren po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se kam es zu zahl­rei­chen Neu­bau­ten, die gleich­sam die di­ver­si­fi­zier­ten Zu­stän­de des 14. und 15. Jahr­hun­derts be­grün­den soll­ten. Be­son­ders ins Au­ge fal­len im Sü­den die mas­si­ven Am­bi­tio­nen des nun erst­mals auch hier mit Bur­gen ope­rie­ren­den Erz­stifts Mainz und der rhei­ni­schen Pfalz­gra­fen, die aber zu die­ser Zeit le­dig­lich be­ste­hen­de An­la­gen über­nah­men. 

Burg Ehrenfels, Kupferstich nach einer unbekannten Vorlage, vor 1629.

 

Die Erz­bi­schö­fe von Mainz grif­fen da­bei seit Be­ginn des 13. Jahr­hun­derts vom Süd­ende des Mit­tel­rheins nach Nor­den aus. Aus­gangs­punkt wa­ren da­bei Bin­gen mit der nicht vor 1276/1282 nach­weis­ba­ren Burg Klopp und die auf der an­de­ren Rhein­sei­te auf na­he­zu glei­cher Hö­he ge­le­ge­ne Burg Eh­ren­fels (er­rich­tet zwi­schen 1208 und 1220). Hin­zu ka­men nach 1270 die von der Ab­tei Kor­ne­li­müns­ter ge­grün­de­ten An­la­gen Rei­chen­stein (vor 1213) und So­oneck (vor 1271), die sich als ab­tei­li­che be­zie­hungs­wei­se main­zi­sche Le­hen in der Hand des pfäl­zi­schen Reichs­mi­nis­te­ria­len Phil­ipps I. von (Bo­lan­den-)Ho­hen­fels (cir­ca 1225/1227-1277) be­fan­den. Gleich­sam wie ei­ne Ex­kla­ve zwi­schen Reichs­gut und trie­ri­schen Be­sit­zun­gen ge­le­gen, wur­de das main­zi­sche Ober­lahn­stein mit dem 1220 von Kö­nig Fried­rich II. (Re­gie­rungs­zeit 1211-1250) über­tra­ge­nen Sil­ber­berg­werk Tief­en­tal durch die bei­den An­la­gen Lahneck (um 1231/1244 er­rich­tet) und Lahn­stein (heu­te Mar­tins­burg, nach 1298) ge­si­chert.

Burg Lahneck, Gesamtansicht von Nordosten, 2011, Foto: Alexander Thon.

 

Von die­sen Wehr­an­la­gen be­ein­druckt noch heu­te die Rui­ne der auf hal­ber Berg­hö­he ge­le­ge­nen Burg Eh­ren­fels, die im Na­men Erz­bi­schof Sieg­frieds II. von Mainz (Epis­ko­pat 1200-1230) durch den dem schon ge­nann­ten Ge­schlecht der pfäl­zi­schen Reichs­mi­nis­te­ria­len von Bo­lan­den ent­stam­men­den Phil­ipp III. (1199-1220) zwi­schen 1208 und 1220 er­rich­tet wor­den ist. Seit spä­tes­tens 1308 Zoll­stel­le für die Rhein­schiff­fahrt, be­zeu­gen zahl­rei­che Auf­ent­hal­te der Main­zer Erz­bi­schö­fe im 14. Jahr­hun­dert die Be­deu­tung von Eh­ren­fels, das um 1350 aus­ge­baut wur­de. Die im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg mehr­fach und auch er­folg­reich be­la­ger­te An­la­ge be­fand sich in der Mit­te des 17. Jahr­hun­derts im Ge­gen­satz zu den dar­un­ter lie­gen­den um­fang­rei­chen Zoll­ge­bäu­den am Rhein­ufer noch in fast un­ver­sehr­tem Zu­stand. 1689 von fran­zö­si­schen Trup­pen zer­stört, wur­den die Rui­nen nicht mehr auf­ge­baut und ver­fie­len. Noch heu­te sind in der ge­gen den Berg­hang ge­rich­te­ten, in zwei tur­mar­ti­gen En­den aus­lau­fen­den Schild­mau­er hoch­mit­tel­al­ter­li­che Bau­tei­le er­kenn­bar.

Da­ge­gen zei­gen die be­nach­bar­ten Bur­gen Rei­chen­stein, So­oneck und Klopp nach durch­grei­fen­den Wie­der­auf­bau­maß­nah­men des 19. Jahr­hun­derts nur noch we­nig mit­tel­al­ter­li­che Mau­er­sub­stanz und spie­geln le­dig­lich die ur­sprüng­li­chen Grund­riss­plä­ne wi­der. Dies gilt auch für die nörd­li­cher ge­le­ge­nen Lahneck und Lahn­stein: Wäh­rend Lahneck mit sei­nem be­mer­kens­wer­ten fünf­ecki­gen Berg­fried nach Zer­stö­rung durch schwe­di­sche Trup­pen 1636 nach 1852 eben­falls, wenn auch ver­gleichs­wei­se scho­nend, wie­der­er­rich­tet wur­de, fin­den sich auf der heu­te Mar­tins­burg ge­nann­ten Burg Lahn­stein ne­ben dem aus dem 14. Jahr­hun­dert stam­men­den prä­gen­den sechs­ecki­gen Haupt­turm mit vier Ge­schos­sen vor­dring­lich jün­ge­re schloss­ähn­li­che Ge­bäu­de.

Ein ge­spal­te­nes Bild hin­ter­las­sen die Be­mü­hun­gen der Köl­ner Erz­bi­schö­fe um die Si­che­rung ih­rer Be­sit­zun­gen im 13. Jahr­hun­dert. Am obe­ren Mit­tel­rhein schlu­gen die Ver­su­che ei­ner Kon­so­li­die­rung fehl, ob­wohl noch 1219 Burg Fürs­ten­berg als völ­li­ger Neu­bau er­rich­tet wor­den war. Ein 1243 zwi­schen dem Köl­ner Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den und Pfalz­graf Ot­to II. (1228-1253) ge­schlos­se­ner Ver­gleich be­stimm­te, dass ne­ben Stah­leck nun auch Fürs­ten­berg und Stahl­berg als köl­ni­sche Le­hen an die Pfalz­gra­fen aus­ge­ge­ben wur­den – ei­ne Lehns­ver­ga­be, die sehr schnell da­für sorg­te, dass al­le drei An­la­gen der köl­ni­schen Kir­che völ­lig ent­frem­det wur­den. An­ders stell­te sich die Si­tua­ti­on am un­te­ren Mit­tel­rhein dar, wo sämt­li­che be­ste­hen­den Bur­gen ge­hal­ten wer­den konn­ten und mit der Neu­grün­dung Go­des­burg (zwi­schen 1208 und 1212) so­wie der Ein­glie­de­rung des ur­sprüng­lich sayn­schen Ren­nen­berg (1250) noch zwei wei­te­re An­la­gen hin­zu­ka­men.

Marksburg, Gesamtansicht von Nordwesten, 2011, Foto: Alexander Thon.

 

Von die­sen ge­nann­ten Wehr­bau­ten er­lau­ben Fürs­ten­berg und in Tei­len auch die Go­des­burg noch be­mer­kens­wer­te Rück­schlüs­se auf ih­re ur­sprüng­li­che Ge­stalt. Die Rui­ne von Fürs­ten­berg zeigt mit ih­rem 25 Me­ter ho­hen run­den Berg­fried hin­ter Hals­gra­ben und Schild­mau­er und deut­li­chen Spu­ren des ori­gi­na­len Put­zes noch zu gro­ßen Tei­len mit­tel­al­ter­li­ches Mau­er­werk. Auf der Go­des­burg geht der eben­falls run­de Berg­fried mit Aus­nah­me des letz­ten, im 14. Jahr­hun­dert auf­ge­sat­tel­ten Ge­schos­ses auf den 1249 be­zeug­ten Turm­bau zu­rück.

Den Am­bi­tio­nen der Erz­stif­te Mainz und Köln hat­ten die Erz­bi­schö­fe von Trier we­ni­ge er­folg­rei­che Be­mü­hun­gen ent­ge­gen­zu­set­zen. Zwar ver­blie­ben mit dem Eh­ren­breit­stein und dem Hel­fen­stein so­wie dem an die gleich­na­mi­gen Gra­fen ver­lehn­ten Sayn al­le bis­her schon vor­han­de­nen Bur­gen wei­ter­hin in trie­ri­schem Be­sitz, doch ka­men mit der nach 1277 in Ko­blenz er­rich­te­ten Burg (heu­te Al­te Burg) und dem un­weit ent­fern­ten Stol­zen­fels (zwi­schen 1242 und 1248/1259) nur zwei wei­te­re Be­fes­ti­gungs­an­la­gen hin­zu.

Burgruine Deuernburg („Maus“), Lithographie von [ ] Villeneuve nach Zeichnung von [Otto] Howen, vor 1824.

 

So­wohl Stol­zen­fels als auch Ko­blenz ge­stat­ten in ih­rem ge­gen­wär­ti­gen Zu­stand kei­nen di­rek­ten Ein­blick in die Bau­sub­stanz des 13. Jahr­hun­derts. Das nach sei­nem Wie­der­auf­bau von 1835-1842/1845 rich­tig als Schloss be­ti­tel­te Stol­zen­fels prä­sen­tiert sich im­mer­hin als ein Wohn­bau, des­sen fünf­ecki­ger Berg­fried und den Schloss­hof um­la­gern­de Wohn­ge­bäu­de hin­ter dem Hals­gra­ben dem al­ten Burg­plan fol­gen. Von Ko­blenz (heu­te Al­te Burg Ko­blenz) hat sich das ei­gent­li­che Burg­haus mit zwei zur Mo­sel ge­wand­ten Rund­tür­men und ei­nem Trep­pen­turm (16. Jahr­hun­dert) er­hal­ten, des­sen run­der Ost­turm mit acht­ecki­gem Ka­pel­len­auf­satz eben­so aus der ers­ten Hälf­te des 15. Jahr­hun­derts stammt wie der ur­sprüng­lich frei ste­hen­de West­turm.

Auch das rö­misch-deut­sche Kö­nig­tum konn­te sich im 13. Jahr­hun­dert mit der Zahl sei­ner Wehr­an­la­gen am Mit­tel­rhein kaum mehr als be­haup­ten. Wäh­rend Ham­mer­stein, Ster­ren­berg und Schön­burg wei­ter­hin dem Reichs­gut ver­blie­ben, ging Kaub 1277 in pfalz­gräf­li­ches Ei­gen­tum über. Ge­gen die Erz­bi­schö­fe von Köln ließ Kö­nig Phil­ipp (von Schwa­ben) (Re­gie­rungs­zeit 1198-1208) 1206 am En­de des Ahr­tals Burg Lands­kron er­rich­ten und von den Reichs­mi­nis­te­ria­len von Sin­zig be­treu­en, die bald als Burg­gra­fen am­tier­ten. Grö­ße­re Be­deu­tung kam auch der je­den­falls noch vor 1257 er­bau­ten Burg in Bop­pard zu, die sich in den Wir­ren des In­ter­regn­ums als Rück­halt des Kö­nig­tums be­wäh­ren soll­te.

Von bei­den An­la­gen sind aus un­ter­schied­li­chen Grün­den nur ge­rin­ge Res­te der Ge­bäu­de des 13. Jahr­hun­derts er­hal­ten. Das im­po­san­te, 100 Me­ter lan­ge und 40 Me­ter brei­te Lands­kron glie­dert sich in Ober- und Nie­der­burg, weist je­doch nach gründ­li­cher Zer­stö­rung 1682 kaum noch auf­ge­hen­des Mau­er­werk auf. Mög­li­cher­wei­se han­delt es sich bei dem knapp un­ter­halb der Burg ge­le­ge­nen klei­nen Kir­chen­ge­bäu­de noch um die 1212 von Kai­ser Ot­to IV. (Re­gie­rungs­zeit 1198-1218) ge­stif­te­te Burg­ka­pel­le. Aus den Ge­bäu­den der mit Was­ser­grä­ben ge­gen Stadt und Um­land ge­si­cher­ten An­la­ge von Bop­pard ragt der den­d­ro­chro­no­lo­gisch auf 1265 da­tier­te Haupt­turm her­vor, in des­sen vier­tem Ge­schoss in neue­rer Zeit ei­ne Ka­pel­le mit Al­tar­ni­sche und sehr be­mer­kens­wer­ten Wand­fres­ken aus der zwei­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts frei­ge­legt wer­den konn­ten.

Aus den Rei­hen der Gra­fen und Edel­frei­en un­ter­nah­men im 13. Jahr­hun­dert meh­re­re Ge­schlech­ter Ver­su­che, ih­re Be­sit­zun­gen durch den Bau von Bur­gen zu si­chern und zu er­wei­tern. Da­zu ge­hö­ren die Gra­fen von Sayn (Lö­wen­burg, er­rich­tet vor 1247), die Her­ren von Breit­bach (Un­te­re Burg Rhein­breit­bach, er­rich­tet wohl noch im 13. Jahr­hun­dert), die Her­ren von Ren­nen­berg (Ren­nen­berg, er­rich­tet vor 1217), die Her­ren von Isen­burg (Aren­fels, er­rich­tet kurz vor 1259), die Her­ren von Eppstein (Brau­bach, heu­te Marksburg, vor 1231/1239), die Gra­fen von Spon­heim (Lie­ben­stein, er­rich­tet vor 1294) und die Her­ren von Wal­deck (Wal­deck, vor 1206). Grö­ße­re Be­deu­tung für die Fol­ge­zeit soll­ten aber al­lein die Be­mü­hun­gen der rhei­ni­schen Pfalz­gra­fen und der Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen ha­ben. Wäh­rend die Pfalz­gra­fen ih­re Bur­gen Stah­leck, Stahl­berg und Fürs­ten­berg 1243 von den Erz­bi­schö­fen von Köln lehns­wei­se über­nah­men und Kaub 1277 käuf­lich er­war­ben, ge­lang den Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen ne­ben dem Zu­ge­winn von Brau­bach 1245/1246 mit Rhein­fels im­mer­hin die Grün­dung ei­ner völ­lig neu­en Wehr­an­la­ge.

Eben die­se bei­den letzt­ge­nann­ten kat­zeneln­bo­gi­schen An­la­gen be­ein­dru­cken auf ganz un­ter­schied­li­che Wei­se. Rhein­fels lässt in den gro­ßräu­mi­gen Rui­nen­fel­dern sei­nes 1796/1797 ge­spreng­ten Fes­tungs­kom­ple­xes im­mer­hin noch deut­lich das Ter­rain der ur­sprüng­li­chen mit­tel­al­ter­li­chen Kern­burg er­ken­nen. Brau­bach (heu­te Marksburg), in­zwi­schen ge­ra­de­zu das Ide­al­bild ei­ner Rit­ter­burg am Rhein, be­wahrt im un­te­ren Teil des Berg­frieds und im ro­ma­ni­schen Pa­las der Kern­burg Bau­be­stand der Zeit um 1239. 

5. Burgenbau am Mittelrhein im 14. Jahrhundert

Die ver­stärk­te Bur­gen­bau­tä­tig­keit des 13. Jahr­hun­derts fand in den nach­fol­gen­den 100 Jah­ren ei­ne fast eben­so star­ke Fort­set­zung. Gro­ße Ver­än­de­run­gen blie­ben al­ler­dings aus, viel­mehr zei­gen so­wohl welt­li­che als auch geist­li­che Fürs­ten das Be­stre­ben, die er­wor­be­nen ter­ri­to­ria­len Po­si­tio­nen durch ei­ne Mehr­zahl von Wehr­an­la­gen zu ver­stär­ken und nach Mög­lich­keit aus­zu­bau­en. Zwei­fel­los am er­folg­reichs­ten wa­ren die Erz­bi­schö­fe von Trier, wäh­rend die rö­misch-deut­schen Kö­ni­ge ins­be­son­de­re am obe­ren Mit­tel­rhein die letz­ten Reichs­bur­gen ein­bü­ß­ten.

Die Zu­ge­win­ne des Trie­rer Erz­stifts, das kei­ne ein­zi­ge Burg ver­lor, re­sul­tier­ten da­bei zu­nächst auf ei­ner be­acht­li­chen Zahl an An­la­gen, die durch Lehn­s­auf­tra­gung oder auf an­de­ren, zu­meist fried­li­chen We­gen er­wor­ben wer­den konn­ten (Spor­ken­burg 1310, Bop­pard 1312, Broh­leck 1325, ei­ne Hälf­te von Ster­ren­berg 1316/20, Aren­fels 1371, Ham­mer­stein und Schön­burg 1374). Hin­zu ka­men mit der Deu­ern­burg (er­rich­tet 1356) und Ku­nostein (er­rich­tet vor 1371) zwei völ­li­ge Neu­bau­ten, so dass sich der all­mäh­lich zu ei­nem Ter­ri­to­ri­um aus­for­men­de trie­ri­sche Ein­fluss­be­reich am Mit­tel­rhein nun von Aren­fels über Hön­nin­gen bis zur Schön­burg über (Ober-)We­sel er­streck­te.

Burgen am Mittelrhein, 14. Jahrhundert. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Un­ter den ge­nann­ten An­la­gen muss die Deu­ern­burg als ori­gi­när trie­ri­sches Bau­pro­jekt her­vor­ge­ho­ben wer­den. Im Som­mer 1356 un­ter Erz­bi­schof Bo­e­mund II. be­gon­nen und zu­nächst als „Pe­ter­s­eck“ be­zeich­net, rich­te­te sie sich ge­gen die be­nach­bar­ten kat­zeneln­bo­gi­schen An­la­gen Neu­kat­zeneln­bo­gen und Rhein­fels, was ihr spä­ter den Spitz­na­men „Maus“ ein­brach­te. Pri­mär als Wohn­sitz ge­nutzt, wur­de die klei­ne An­la­ge nie zer­stört, ver­fiel je­doch schon seit dem 16. Jahr­hun­dert. Mit Aus­nah­me der berg­sei­tig auf­ge­führ­ten, je­doch we­nig ein­drucks­vol­len Schild­mau­er und des run­den, dar­in ein­ge­stell­ten Turms fin­den sich kaum Bau­ele­men­te, die auf ei­ne wehr­tech­ni­sche Nut­zung schlie­ßen las­sen. Von der zwei­ten, kurz vor 1371 in En­gers (heu­te Neu­wied-En­gers) un­ter Erz­bi­schof Ku­no II. be­gon­ne­nen und ge­gen die Gra­fen von Wied ge­rich­te­ten An­la­ge Ku­nostein (heu­te En­gers), die ei­nen mäch­ti­gen run­den Berg­fried auf­wies, ha­ben sich nach dem 1759-1762 dar­über auf­ge­führ­ten Schloss­bau von En­gers kei­ner­lei Spu­ren er­hal­ten. Er­wäh­nung ver­dient au­ßer­dem noch das aus­ge­fal­le­ne Bau­en­sem­ble der kurz vor 1310 er­rich­te­ten Spor­ken­burg, das mög­li­cher­wei­se schon un­ter Mit­wir­kung Erz­bi­schof Bal­du­ins ent­stan­den ist.

Wie sich be­reits im 13. Jahr­hun­dert an­ge­kün­digt hat­te, kon­zen­trier­ten sich die Bur­gen und Be­sit­zun­gen des Erz­stifts Köln im 14. Jahr­hun­dert auf das Ge­biet zwi­schen Bonn und An­der­nach, oh­ne dass Ver­lus­te zu ver­zeich­nen ge­we­sen wä­ren. Mit der Über­nah­me der je­weils wohl nur kurz zu­vor er­rich­te­ten An­la­gen Dat­ten­berg durch Kauf (zwi­schen 1306 und 1331) und zur Ley­en (heu­te Ocken­fels) durch Lehn­s­auf­tra­gung (1341) so­wie die Neu­grün­dun­gen Ah­ren­thal (Kern­burg, vor 1331), Schwep­pen­burg (vor 1364) und der Stadt­burg in Linz (1365) konn­ten im an­ge­spro­che­nen Ge­biet die köl­ni­schen Am­bi­tio­nen ins­be­son­de­re ge­gen die trie­ri­schen Ex­pan­si­ons­be­stre­bun­gen un­ter­mau­ert wer­den.

Burgen am Mittelrhein, 15. Jahrhundert. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Die klei­ne An­la­ge der Schwep­pen­burg be­sitzt eben­so wie das 1722/1890 zum Schloss um­ge­bau­te Ah­ren­thal (zu­nächst Bo­ven­berg/Bo­ven­dorf ge­nannt) heu­te nur noch sehr ge­rin­ge spät­mit­tel­al­ter­li­che Bau­res­te. Da­ge­gen stam­men der fünf­ge­schos­si­ge, von ei­nem Zelt­dach ab­ge­schlos­se­ne Turm und der süd­sei­ti­ge Haupt­ein­gang der Burg Linz noch aus ih­rer Er­bau­ungs­zeit nach 1365. Von den in der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts vor der An­la­ge noch vor­han­de­nen Grä­ben, Gär­ten und ei­nem Kel­ter­haus hat sich nichts mehr er­hal­ten.

Ge­ring­fü­gi­ge Ver­bes­se­run­gen zei­gen die Be­mü­hun­gen des Erz­stifts Mainz um Er­werb und Er­rich­tung neu­er Bur­gen. In lang­jäh­ri­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den be­nach­bar­ten Pfalz­gra­fen konn­ten die Erz­bi­schö­fe zwar, nach­dem auch das kurz­zei­tig ver­lo­re­ne Rei­chen­stein 1344 zu­rück­ge­won­nen wor­den war, ih­re Wehr­an­la­gen oh­ne Ein­bu­ßen be­hal­ten, doch glück­te mit Aus­nah­me des nun lehns­ab­hän­gi­gen Wal­deck kein we­sent­li­cher ter­ri­to­ria­ler Zu­er­werb. Die Neu­grün­dun­gen Fautsberg (heu­te Rhein­stein, 1316/1317) und Heim­burg (um 1320), die nach um­fas­sen­den Wie­der­auf­bau­maß­nah­men kaum noch Auf­schluss über ih­ren mit­tel­al­ter­li­chen Bau­zu­stand ge­ben, ge­hö­ren in die­sen Zu­sam­men­hang.

Burgruine Wernerseck, Gesamtansicht von Süden, 2010, Foto: Alexander Thon.

 

Das rö­misch-deut­sche Kö­nig­tum soll­te im 14. Jahr­hun­dert am obe­ren Mit­tel­rhein sei­ne letz­ten Reichs­bur­gen ver­lie­ren. Bop­pard fiel be­reits 1312 an Erz­bi­schof Bal­du­in von Trier, der 1316/1320 auch ei­ne Hälf­te von Ster­ren­berg als Ei­gen­tum be­saß und die an­de­re Hälf­te als Le­hen er­hielt. Le­dig­lich am un­te­ren Mit­tel­rhein ver­blieb Lands­kron mit sei­ner Burg­gra­fen­fa­mi­lie in un­ge­stör­tem Reichs­be­sitz. Das vor 1331 er­rich­te­te Ah­ren­thal, des­sen Kern­burg köl­ni­sches Ei­gen­tum war, er­hielt nach 1336 mit Er­laub­nis Kai­ser Lud­wigs IV. (des Bay­ern) (Re­gie­rungs­zeit 1314-1347) ei­ne reichs­lehn­ba­re Vor­burg und hat­te da­mit zwei klar von­ein­an­der ge­schie­de­ne Ei­gen­tü­mer. Ei­nen in­ter­es­san­ten und sonst kaum be­kann­ten Son­der­fall stellt Burg Sin­zig dar, die nach 1337 mit Er­laub­nis des­sel­ben Kai­sers von Mark­graf Wil­helm I. von Jü­lich er­rich­tet wor­den ist. Wie spä­te­re Be­leh­nungs­vor­gän­ge ver­deut­li­chen, be­saß das Reich die Lehns­ho­heit und war al­so Ei­gen­tü­mer – Sin­zig ist da­mit die zu­letzt er­rich­te­te Reichs­burg am Mit­tel­rhein. Um­so be­dau­er­li­cher bleibt es, dass von der wohl ur­sprüng­lich als Was­ser­burg an­zu­spre­chen­den An­la­ge nach ei­nem grund­le­gen­den Um­bau zu ei­ner schloss­ar­ti­gen Vil­la (1854-1858) kei­ner­lei mit­tel­al­ter­li­che Res­te über­kom­men sind.

Obere Burg Rheinbreitbach, Gesamtansicht von Südosten, 2010, Foto: Alexander Thon.

 

Nicht un­be­deu­ten­de, je­doch ter­ri­to­ri­al kaum ins Ge­wicht fal­len­de Zu­wäch­se ge­lan­gen so­wohl den Pfalz­gra­fen bei Rhein als auch den Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen. Zu den pfalz­gräf­lich ge­blie­be­nen An­la­gen Stah­leck, Stahl­berg, Fürs­ten­berg und Kaub ka­men als Neu­bau­ten der Pfalz­gra­fen­stein (1327), die ge­gen das main­zi­sche Wal­deck ge­rich­te­te Sau­er­burg (1355) und der be­wusst na­he (Ober-)We­sel be­gon­ne­ne, je­doch nicht voll­ende­te Her­zo­gen­stein (1360). Die Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen, wei­ter­hin im Be­sitz von Rhein­fels und Brau­bach, lie­ßen auf der rech­ten Rhein­sei­te ab 1319 das gro­ßar­ti­ge Rei­chen­berg und vor 1371 Neu­kat­zeneln­bo­gen (heu­te Katz) er­rich­ten.

Burg Pfalzgrafenstein, Gesamtansicht von Norden, 2011, Foto: Alexander Thon.

 

Aus dem Kreis die­ser Neu­bau­ten ist vor al­lem auf den Pfalz­gra­fen­stein und Rei­chen­berg als mar­kan­te Zeu­gen der Bur­gen­bau­kunst des 14. Jahr­hun­derts hin­zu­wei­sen. Pfalz­gra­fen­stein wur­de 1327 von Kö­nig Lud­wig dem Bay­ern auf ei­ner schma­len Rhein­in­sel zur Zol­ler­he­bung als frei ste­hen­der Turm er­rich­tet, je­doch schon we­nig spä­ter mit ei­ner schüt­zen­den Ring­mau­er um­ge­ben. In der Fol­ge­zeit aus­ge­baut und ver­stärkt, wur­de die schlie­ß­lich ei­nem Schiff äh­neln­de An­la­ge nie zer­stört und erst 1803 von ih­rer letz­ten Be­sat­zung ver­las­sen. Bei Burg Rei­chen­berg han­delt es sich trotz we­sent­li­chen Bau­ver­lus­ten um die zwei­fel­los ein­drucks­volls­te Burg­an­la­ge am gan­zen Rhein. Be­gon­nen 1319 mit Er­laub­nis Erz­bi­schof Bal­du­ins von Trier von Graf Wil­helm I. von Kat­zeneln­bo­gen (1276-1331), er­fuh­ren die Pla­nun­gen 1352 ei­ne ent­schei­den­de Än­de­rung, wor­auf­hin die ei­gent­li­che „Vor­bur­g“ aus­ge­baut wur­de; zu ei­ner Voll­endung ist es nicht ge­kom­men. 1647 be­schä­digt und wie­der­her­ge­rich­tet, stürz­ten 1813 der süd­li­che und 1971 der nörd­li­che Schild­mau­er­turm zu­sam­men. Heu­te be­ein­druckt ins­be­son­de­re der drei­ge­schos­si­ge Saal­bau mit sei­nen über­ein­an­der ge­stell­ten Säu­len­kon­struk­tio­nen.

Durch den Ver­kauf von Aren­fels an das Erz­stift Trier 1372 wur­de die oh­ne­hin ver­gleichs­wei­se ge­rin­ge An­zahl von Bur­gen an­de­rer edel­frei­er und gräf­li­cher Fa­mi­li­en noch­mals re­du­ziert. Die Neu­grün­dun­gen Dat­ten­berg (vor 1306/1331, Her­ren von Dat­ten­berg), Spor­ken­burg (vor 1310, Her­ren von Hel­fen­stein), Broh­leck (vor 1325, Burg­gra­fen von Rheineck) und zur Ley­en (heu­te Ocken­fels, vor 1341, Her­ren von der Ley­en) wur­den be­zeich­nen­der­wei­se je­weils be­reits bei ih­ren Erst­erwäh­nun­gen den Erz­bi­schö­fen von Köln be­zie­hungs­wei­se Trier zu Le­hen auf­ge­tra­gen oder wa­ren be­reits Lehns­be­sitz. Von Fremd­zu­grif­fen un­be­las­tet blie­ben da­mit nur die Lö­wen­burg (Gra­fen von Spon­heim), Rhein­breit­bach (Her­ren von Breit­bach), Wied (Gra­fen von Wied) und das ge­mäß Bau­be­fund wohl erst um 1350 von den Gra­fen von Spon­heim neu ge­grün­de­te Os­ter­spai.

6. Burgenbau am Mittelrhein im 15. Jahrhundert

Mit dem 15. Jahr­hun­dert bricht der Bau von Wehr­an­la­gen am Mit­tel­rhein aus ver­schie­de­nen Grün­den ge­ra­de­zu ein. Ins­be­son­de­re die Fort­schrit­te in Bau­kunst und Tech­nik be­ding­ten es, dass bei Not­wen­dig­keit ver­stärkt die be­reits vor­han­de­nen An­la­gen um- und aus­ge­baut wur­den, um den sich rasch fort­ent­wi­ckeln­den Feu­er­waf­fen stand­hal­ten zu kön­nen. An Neu­bau­ten sind le­dig­lich die An­la­gen Wer­ner­s­eck (1401/1402), Fels­eck/Vils­zelt (vor 1438), Obe­re Burg Rhein­breit­bach (um 1450) und Trutz-Bin­gen (1493) nach­zu­wei­sen.

Bei re­la­tiv schlech­tem For­schungs­stand scheint es der­zeit, dass kei­ner­lei Ver­än­de­run­gen in den Be­sitz­stän­den der ein­zel­nen Bur­gei­gen­tü­mer mehr ein­ge­tre­ten sind. Be­zeich­nen­der­wei­se han­del­te es sich bei der grö­ß­ten Ver­än­de­rung um den – letzt­lich von äu­ße­ren Ein­flüs­sen re­la­tiv un­ge­stör­ten – Über­gang der Be­sit­zun­gen und Bur­gen der 1479 aus­ge­stor­be­nen Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen auf die Land­gra­fen von Hes­sen.

Das ein­drucks­volls­te Bei­spiel für den aus­klin­gen­den Bur­gen­bau im 15. Jahr­hun­dert bie­tet das un­weit des Mit­tel­rheins in der Ei­fel ge­le­ge­ne, lei­der zu we­nig be­ach­te­te Wer­ner­s­eck, das zu gro­ßen Tei­len noch die un­ver­fälsch­te Bau­sub­stanz sei­ner Ur­sprungs­ge­bäu­de prä­sen­tiert. Be­gon­nen im letz­ten Vier­tel des Jah­res 1401 un­ter Erz­bi­schof Wer­ner von Trier als völ­li­ger Neu­bau und schlie­ß­lich ge­gen die wohl nicht ganz un­be­rech­tig­ten Ei­gen­tums­an­sprü­che Erz­bi­schof Fried­richs III. von Köln und Graf Ru­prechts/Ro­berts IV. von Vir­ne­burg (1383-1444) durch­ge­setzt, wur­de die Burg nach 1409 Sitz des kur­trie­ri­schen Amts Och­ten­dung (spä­ter Wer­ner­s­eck). 1632/1636 be­reits ver­fal­len, un­ter­blie­ben un­ge­ach­tet da­für vor­ge­se­he­ner Fi­nanz­mit­tel ge­plan­te Wie­der­her­stel­lungs­maß­nah­men. Die ver­gleichs­wei­se gut er­hal­te­nen Ge­bäu­de las­sen den ur­sprüng­li­chen, an­nä­hernd recht­ecki­gen Grund­riss der durch drei Eck­tür­me und Wohn­turm im Zen­trum ge­bil­de­ten Kern­burg deut­lich er­ken­nen, der west­lich ei­ne kaum noch er­kenn­ba­re Vor­burg vor­ge­la­gert war. Der im­po­san­te, 2004-2007 sa­nier­te Bruch­stein­bau des Wohn­turms mit sei­nen drei Ge­schos­sen wird von vier po­ly­go­na­len Eck­tou­rel­len auf ei­ner aus­kra­gen­den Wehr­plat­te be­krönt und be­sitzt auf der Ost­sei­te ei­nen leicht vor­tre­ten­den Ka­pel­len­er­ker mit frag­men­ta­ri­schem Drei­pass­fens­ter.

Im Ver­gleich zu Wer­ner­s­eck zei­gen die drei in ih­ren Ur­sprün­gen eben­falls dem 15. Jahr­hun­dert zu­zu­wei­sen­den An­la­gen Fels­eck/Vils­zelt, Trutz-Bin­gen und Obe­re Burg Rhein­breit­bach nur noch we­nig Bau­sub­stanz die­ser Zeit. Wäh­rend das mög­li­cher­wei­se äl­te­re, aber erst da­mals si­cher be­leg­te Fels­eck/Vils­zelt 1713-1716 völ­lig um­ge­stal­tet wur­de, ha­ben im Fall der Obe­ren Burg Rhein­breit­bach neue Bau­for­schun­gen er­ge­ben, dass hier ein Wohn­turm aus der Zeit um 1450 mehr­fach und zu­letzt noch zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts aus­ge­baut und mit an­schlie­ßen­den Ge­bäu­den um­ge­ben wor­den ist. Das mehr als Ge­schütz­turm denn als Burg an­zu­spre­chen­de Trutz-Bin­gen (er­rich­tet 1493) zeigt als Rui­ne im­mer­hin noch na­he­zu die Hälf­te des ur­sprüng­li­chen Rund­turms mit lie­gen­den Ge­schütz­schar­ten.

7. Zerstörungen und Nachleben

Als von ih­ren Bau­her­ren zwar nicht nur, aber eben auch für mi­li­tä­ri­sche Zwe­cke an­ge­leg­te Wehr­bau­ten sa­hen sich die Bur­gen am Mit­tel­rhein oft­mals und zahl­rei­chen Er­obe­rungs­ver­su­chen aus­ge­setzt. Die­ser mi­li­tä­ri­sche As­pekt – in­zwi­schen in der For­schung im Ver­gleich zu wirt­schaft­li­chen und/ oder sym­bo­li­schen Be­lan­gen über Ge­bühr mar­gi­na­li­siert – sorg­te da­für, dass es zu zahl­rei­chen, schon seit dem 11. Jahr­hun­dert nach­weis­ba­ren Aus­ein­an­der­set­zun­gen kam, die mit ei­ner Zer­stö­rung en­den konn­ten, aber nicht nö­ti­ger­wei­se muss­ten. Grob zu un­ter­schei­den sind Kon­flik­te zu Zei­ten des Mit­tel­al­ters, in de­nen Bur­gen als zeit­ge­mä­ße Macht­mit­tel ver­wen­det wur­den, von den nach­ma­li­gen neu­zeit­li­chen Zer­stö­rungs­wel­len, in de­nen die ver­al­te­ten, meh­ren­teils nicht mehr den mo­der­nen wehr­tech­ni­schen Er­for­der­nis­sen an­ge­pass­ten An­la­gen sich über­holt hat­ten.

Die Span­ne der in den Schrift­quel­len ge­nann­ten mit­tel­al­ter­li­chen Be­la­ge­run­gen, Er­obe­run­gen und Zer­stö­run­gen von Bur­gen um­fasst die ge­sam­te Zeit vom 11. bis zum 15. Jahr­hun­dert, wo­bei es sich schon bei der Erst­erwäh­nung der äl­tes­ten mit­tel­rhei­ni­schen An­la­ge Ham­mer­stein für das Jahr 1020 um die Nach­richt über ei­ne letzt­lich er­folg­rei­che Be­la­ge­rung han­delt. Die oft­mals be­dau­er­li­cher­wei­se sehr spär­li­che Quel­len­la­ge und ein ge­gen­wär­tig recht un­be­frie­di­gen­der, da sel­ten wis­sen­schaft­li­cher Quel­len­kri­tik ge­nü­gen­der For­schungs­stand las­sen al­ler­dings kaum mehr als all­ge­mei­ne und nur punk­tu­ell ver­bind­li­che Aus­sa­gen zu. Dem­nach be­leg­bar sind bei­spiels­wei­se Kon­flik­te um die Bur­gen Rei­chen­stein (1253 er­obert, De­tails un­be­kannt), Rhein­fels (1256 durch den Rhei­ni­schen Bund er­folg­los be­la­gert), So­oneck und er­neut Rei­chen­stein (1282 durch Kö­nig Ru­dolf I. be­la­gert und zer­stört), Klopp (1301 durch Kö­nig Al­brecht I. er­folg­reich be­la­gert), Ro­lands­eck (1469 durch Pfalz­graf Fried­rich I. er­obert) und Linz (1475 von Kur­fürst Al­brecht III. Achil­les von Bran­den­burg er­folg­reich be­la­gert). Be­mer­kens­wer­ter­wei­se exis­tiert kei­ne Nach­richt über ei­ne An­la­ge, die nach Er­obe­rung und Zer­stö­rung of­fen ge­las­sen wur­de, tat­säch­lich er­folg­te stets ein Wie­der­auf­bau.

In nach­mit­tel­al­ter­li­cher Zeit sorg­ten ne­ben dem tech­ni­schem Fort­schritt oder Um­bau­maß­nah­men, die den Cha­rak­ter der Wehr­an­la­ge hin zur Fes­tung (Rhein­fels, Eh­ren­breit­stein) oder zum Schloss ver­än­der­ten (Schwep­pen­burg, Linz, Fels­eck/Vils­zelt) meh­re­re krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen für den Nie­der­gang der mit­tel­rhei­ni­schen Bur­gen. Dem so ge­nann­ten Truch­ses­si­schen Krieg fiel 1583 die Go­des­burg zum Op­fer, dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg Burg Lahneck (1636). Von den Ei­gen­tü­mern be­zie­hungs­wei­se Be­sit­zern ge­schleift wur­den Ham­mer­stein (1654), Lands­kron (1682) und Klopp (1713 nach Zer­stö­rung 1689). Die bei fast je­der An­la­ge an­zu­tref­fen­de An­nah­me ei­ner Zer­stö­rung durch fran­zö­si­sche Trup­pen im Ver­lauf des Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­kriegs (vor al­lem 1688/1689) be­darf oft­mals noch der Ve­ri­fi­zie­rung. Un­zer­stört blie­ben we­gen ih­rer ge­rin­gen Be­deu­tung al­lein die Marksburg und der Pfalz­gra­fen­stein.

Das 19. Jahr­hun­dert und die da­mit ver­bun­de­ne Rhein­ro­man­tik als Ur­sa­che auch für die Ent­de­ckung des ver­meint­lich schö­nen Mit­tel­al­ters und sei­ner Bur­gen hat­ten über­aus zahl­rei­che Wie­der­auf­bau­maß­nah­men zur Fol­ge, an de­nen ma­ß­geb­lich ver­schie­de­ne An­ge­hö­ri­ge des preu­ßi­schen Kö­nigs­hau­ses be­tei­ligt wa­ren. Be­gin­nend mit der Neu­er­rich­tung von Fautsberg (1825-1829, 1842, seit­dem als „Rhein­stein“ be­ti­telt) er­stan­den un­ter un­ter­schied­lichs­ter Trä­ger­schaft und In­ten­ti­on die An­la­gen Rheineck (Ka­pel­le, 1832-1836), Stol­zen­fels (1835-1842/1845), So­oneck (1843-1861), Lahneck (ab 1852), Klopp (1853, 1875-1879), Heim­burg (1866-1868), Broh­leck (nach 1888), Kaub/Gu­ten­fels (1889-1892), Go­des­burg (1895/1896, 1960), Neu­kat­zeneln­bo­gen (1896-1899), Name­dy (nach 1896), Rei­chen­stein (1899-1902), Deu­ern­burg (1900-1906, heu­te Maus), zur Ley­en (heu­te Ocken­fels, 1924-1927), Stah­leck (1925-1931, 1965-1967) mit mehr oder min­der gro­ßen Re­mi­nis­zen­zen an die ur­sprüng­li­che Burg neu. Wei­te­re Wie­der­auf­bau­vor­ha­ben (Fürs­ten­berg, Rhein­fels, Ham­mer­stein) un­ter­blie­ben.

Quellen

Die Ar­chi­vquel­len zu den Bur­gen am Mit­tel­rhein sind auf­grund der vie­len (mit­tel­al­ter­li­chen) Be­sit­zer und der ge­ne­rell viel­fäl­ti­gen rhei­ni­schen Ar­chiv­land­schaft über zahl­rei­che Ar­chi­ve ver­teilt. Zu nen­nen sind da­bei vor al­lem das Lan­des­ar­chiv Nord­rhein-West­fa­len, Ab­tei­lung Rhein­land in Düs­sel­dorf, das Lan­des­haupt­ar­chiv in Ko­blenz, das Baye­ri­sche Haupt­staats­ar­chiv in Mün­chen, das Hes­si­sche Haupt­staats­ar­chiv in Wies­ba­den, die Hes­si­schen Staats­ar­chi­ve in Darm­stadt und Mar­burg, das Lan­des­ar­chiv in Spey­er, die Stadt­ar­chi­ve und pri­va­te  A­dels­ar­chi­ve.

Ei­ne spe­zi­el­le Quel­le­ne­di­ti­on zu den Bur­gen am Mit­tel­rhein fehlt bis­her. Ne­ben den in be­sitz­ge­schicht­li­cher Hin­sicht re­le­van­ten Quel­le­ne­di­tio­nen zu den Erz­bi­schö­fen von Trier (Re­ges­ten, 1861), den Erz­bi­schö­fen von Mainz (Re­ges­ten, 1877/1886 und 1913-1935 so­wie 1958), den Erz­bi­schö­fen von Köln (Re­ges­ten, 1901-2001), den Pfalz­gra­fen bei Rhein (Re­ges­ten, 1894-1939), den Gra­fen von Wied (Re­ges­ten, 1911), den Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen (Re­ges­ten, 1953-1957), den Gra­fen von Spon­heim (Re­ges­ten, 1987-1991), den Burg­gra­fen von Ham­mer­stein (Re­ges­ten, 1891), den Burg­gra­fen von Lands­kron (Re­ges­ten, 1966) so­wie den Städ­ten Worms (Ur­kun­den­buch, 1886-1890, und Mo­nu­men­ta, 1893) und Mainz (Ur­kun­den­buch, 1932-1971) sind vor al­lem zu be­rück­sich­ti­gen:

Co­dex di­plo­ma­ti­cus Rhe­no-Mo­sel­la­nus. Ur­kun­den-Samm­lung zur Ge­schich­te der Rhein- und Mo­sel­lan­de, der Na­he  und Ahr­ge­gend, und des Hunds­rü­ckens, des Mein­fel­des und der Ei­fel, be­arb. und hg. von Wil­helm Gün­ther, 5 Tei­le, Ko­blenz 1822-1826.

Mit­tel­rhei­ni­sche Re­ges­ten oder chro­no­lo­gi­sche Zu­sam­men­stel­lung des Quel­len-Ma­te­ri­als für die Ge­schich­te der Ter­ri­to­ri­en der bei­den Re­gie­rungs­be­zir­ke Co­blenz und Trier in kur­zen Aus­zü­gen, be­arb. und hg. von Adam Go­erz, 4 Tei­le, Ko­blenz 1876-1886.

Ur­kun­den­buch für die Ge­schich­te des Nie­der­rheins oder des Erz­stifts Cöln, der Fürs­tent­hü­mer Jü­lich und Berg, Gel­dern, Meurs, Cle­ve und Mark, und der Reichs­stif­te El­ten, Es­sen und Wer­den, hg. von Theo­dor Jo­seph La­com­blet, 4 Bän­de, Düs­sel­dorf 1840-1858, Nach­druck Aa­len 1966. - Nach­weis der Über­lie­fe­rung, be­arb. v. Wolf Rü­di­ger Schleid­gen, Sieg­burg 1981.

Ur­kun­den­buch zur Ge­schich­te der, jetzt die Preus­si­schen Re­gie­rungs­be­zir­ke Co­blenz und Trier bil­den­den mit­tel­hei­ni­schen Ter­ri­to­ri­en, hg. u. be­arb. von Hein­rich Bey­er, Leo­pold El­tes­ter u. Adam Go­erz, 3 Bän­de, Ko­blenz 1860-1874. – Band 4 u. 5: Hardt, Al­bert, Ur­kun­den­buch zur Ge­schich­te der mit­tel­rhei­ni­schen Ter­ri­to­ri­en, 2 Bän­de, Wies­ba­den 2007. 

Literatur

Ei­ne fun­dier­te Ge­samt­über­sicht über die Bur­gen am Mit­tel­rhein fehlt bis­her. Zu den An­la­gen am un­te­ren Mit­tel­rhein zu­sam­men­fas­send:

Thon, Alex­an­der/Ul­rich, Ste­fan, „… wie ein Mon­arch mit­ten in sei­nem Hof­staa­te thron­t“. Bur­gen am un­te­ren Mit­tel­rhein, Re­gens­burg 2010.

Ein­zel­ne Bur­gen

Lies­sem, Udo, Das In­ter­es­se der preu­ßi­schen Kö­ni­ge Fried­rich Wil­helm III. und Fried­rich Wil­helm IV. an der Rui­ne Ham­mer­stein am Rhein, in: Jahr­buch für west­deut­sche Lan­des­ge­schich­te 35 (2009), S. 387-417 [mit teil­wei­se bis­her un­ver­öf­fent­lich­ten Bild­quel­len des 19. Jahr­hun­derts].

Thon, Alex­an­der, Burg Ham­mer­stein und die Reichs­in­si­gni­en. Zur Vor­ge­schich­te des Trans­fers der Herr­schafts­zei­chen des rö­misch-deut­schen Kö­nig­reichs auf den Tri­fels im Jah­re 1125, in: Kö­ni­ge, Fes­te, Bur­gen, hg. im Auf­trag des Tri­fels-Ver­eins e.V. Ann­wei­ler am Tri­fels von Franz Schmidt, Ann­wei­ler am Tri­fels 2010, S. 33-73.

Thon, Alex­an­der, … daz man fur­baz da kein borg laz ge­bo­wen. An­mer­kun­gen zur Ge­schich­te der Burg Ro­lands­eck über (Re­ma­gen-)Ro­lands­eck bis zu ih­rem Un­ter­gang im 17. Jahr­hun­dert, in: Analec­ta Co­lo­ni­en­sia 9 (2009), S. 151-192.

Für den obe­ren Mit­tel­rhein sind ne­ben ei­ner Viel­zahl von nicht­selbst­stän­dig pu­bli­zier­ten Stu­di­en hin­zu­zu­zie­hen:

Die Bau- und Kunst­denk­mä­ler des Re­gie­rungs­be­zirks Co­blenz (Die Bau- und Kunst­denk­mä­ler der Rhein­pro­vinz 1), be­schr. u. zus.gest. v. Paul Leh­feldt, Düs­sel­dorf 1886.

Die Bau  und Kunst­denk­mä­ler des Re­gie­rungs­be­zirks Wies­ba­den, be­arb. von Fer­di­nand Luth­mer, 6 Bän­de, Frank­furt am Main 1902-1921.

Rauch, Chris­ti­an, Die Kunst­denk­mä­ler des Krei­ses Bin­gen. Ge­schicht­li­che Bei­trä­ge von Fritz Herr­mann (Die Kunst­denk­mä­ler im Volks­staat Hes­sen, Pro­vinz Rhein­hes­sen), Darm­stadt 1934.

Der Rhein­gau­kreis (Die Kunst­denk­mä­ler des Lan­des Hes­sen 1), be­arb. von Max Her­chen­rö­der, Mün­chen 1965.

Die Kunst­denk­mä­ler des Rhein-Huns­rück-Krei­ses, Teil 2.1: Stadt Bop­pard, 2 Bän­de (Die Kunst­denk­mä­ler von Rhein­land Pfalz, 8), be­arb. von Alk­mar von Le­de­bur un­ter Mit­wir­kung von Hans Cas­pa­ry, Mün­chen 1988; Teil 2.2: Stadt Ober­we­sel, 2 Bän­de (Die Kunst­denk­mä­ler von Rhein­land-Pfalz 9), be­arb. von Edu­ard Se­bald un­ter Mit­wir­kung von Hans Cas­pa­ry, Mün­chen 1997.

Volk, Ot­to, Wirt­schaft und Ge­sell­schaft am Mit­tel­rhein vom 12. bis zum 16. Jahr­hun­dert, Wies­ba­den 1998.

Burg Pfalzgrafenstein, im Hintergrund Burg Gutenfels, 2008, Foto: Margret Wensky.

 
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Thon, Alexander, Burgen am Mittelrhein, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/burgen-am-mittelrhein/DE-2086/lido/57d11eca54e538.70270242 (12.12.2018)