Stefan Hecker

Handballtorwart (1959–2019)

Philipp Koch (Bad Oeynhausen / Minden)

Stefan Hecker, Porträtfoto, Saison 2002 / 2003. (Stadionwelt)

Ste­fan He­cker war als Hand­ball­tor­wart ein er­folg­rei­cher Sport­ler, ei­ne Le­gen­de des deut­schen Hand­ball­sports und ei­ne Spie­ler-Iko­ne sei­nes Ver­eins TU­SEM Es­sen, für den er 21 Jah­re lang spiel­te. Mit den Es­se­nern wur­de er drei­mal Deut­scher Meis­ter (1986, 1987 und 1989) und Po­kal­sie­ger (1988, 1991 und 1992), ge­wann 1989 mit ih­nen den Eu­ro­pa­po­kal der Po­kal­sie­ger und 1994 den Eu­ro-Ci­ty-Cup. He­cker be­stritt in 24 Jah­ren in der Hand­ball-Bun­des­li­ga für TU­SEM Es­sen (1979-2000) und den VfL Gum­mers­bach (2000-2004) zu­sam­men 561 Spie­le. Da­mit war er bis 2006 Re­kord­spie­ler der Bun­des­li­ga. 1990 wur­de er zum „Hand­bal­ler des Jah­res“ ge­wählt. Er spiel­te 159­mal für die deut­sche Hand­ball-Na­tio­nal­mann­schaft und bil­de­te mit sei­nem Freund, dem „He­x­er“ An­dre­as Thiel (ge­bo­ren 1960), für mehr als ein Jahr­zehnt ein le­gen­dä­res Aus­nah­me­duo in­ter­na­tio­na­ler Klas­se. In­ter­na­tio­na­le Ti­tel ge­lan­gen ihm hier aber kei­ne. Le­dig­lich 1987 ge­wann er den Su­per­cup, ein zwi­schen 1979 und 2015 aus­ge­tra­ge­nes in­ter­na­tio­na­les Län­der­tur­nier. Nach sei­ner ak­ti­ven Lauf­bahn wur­de He­cker im Mai 2003 im Al­ter von 44 Jah­ren als vier­ter Spie­ler ne­ben Thiel, sei­nem lang­jäh­ri­gen Mit­spie­ler Jo­chen Fraatz (ge­bo­ren 1963) und Schwe­dens Jahr­hun­dert­hand­bal­ler Ma­gnus Wis­lan­der (ge­bo­ren 1964) für sein „Le­bens­werk Hand­bal­l“ aus­ge­zeich­net. Im An­schluss an sei­ne ak­ti­ve Kar­rie­re blieb er sei­nem Sport als Ma­na­ger des VfL Gum­mers­bach und von TU­SEM Es­sen ver­bun­den, be­vor ihn ei­ne Krebs­er­kran­kung zum Rück­zug aus dem öf­fent­li­chen Le­ben zwang.

Ste­fan He­cker wur­de am 16.4.1959 in Kre­feld ge­bo­ren. Sein Va­ter Hans (ge­bo­ren 1926) war Stadt­in­spek­tor im Ver­si­che­rungs­amt der Stadt Kre­feld, sei­ne Mut­ter Sal­ven (ge­bo­ren 1929) ar­bei­te­te als Ste­no­ty­pis­tin und Rechts­an­walts­ge­hil­fin. Die Fa­mi­lie war rö­misch-ka­tho­lisch. Nach der Tren­nung der El­tern leb­te Ste­fan mit sei­nem fünf Jah­re äl­te­ren Bru­der He­ri­bert, ge­nannt „Har­ry“, bei sei­ner Mut­ter. Die Fa­mi­lie zog An­fang der 1960er Jah­re mit dem zwei­ten Ehe­mann der Mut­ter von Kre­feld-Ver­berg nach Op­pum.

Wer in den 1960er und 1970er Jah­ren in Op­pum auf­wuchs, konn­te in der da­ma­li­gen Hand­ball-Hoch­burg ei­nen Kon­takt zum Hand­ball­sport kaum ver­mei­den. Zu die­ser Zeit ge­hör­te der TV Op­pum 1894 zur ab­so­lu­ten Leis­tungs­spit­ze im bun­des­deut­schen Feld­hand­ball. Der sport­li­che Wie­der­auf­stieg der Kre­fel­der, im­mer­hin schon 1931 Meis­ter der Deut­schen Tur­ner­schaft, setz­te Mit­te der 1960er Jah­re mit der Ver­pflich­tung von Hans Kei­ter (1910-2005) als Trai­ner ein. Der Olym­pia­sie­ger von 1936 und Pio­nier des Feld­hand­balls konn­te mit sei­ner neu­en Mann­schaft an ei­ge­ne Er­fol­ge als Spie­ler an­knüp­fen und in den Jah­ren 1966 und 1968 je­weils die Deut­sche Meis­ter­schaft ho­len. Der TV Op­pum war 1967 Grün­dungs­mit­glied der Feld­hand­ball-Bun­des­li­ga und spiel­te bis zu ih­rem En­de 1973 durch­ge­hend in die­ser Klas­se. Da­bei zo­gen die Heim­spie­le in der le­gen­dä­ren Gro­ten­burg-Kampf­bahn zehn­tau­sen­de Men­schen, dar­un­ter die jun­gen Brü­der „Har­ry“ und Ste­fan an. Der Ver­ein schaff­te in die­ser Um­bruch­pha­se trotz Kei­ters ab­leh­nen­der Hal­tung zwar den lang­fris­ti­gen Struk­tur­wan­del vom Feld- zum Hal­len­hand­ball, konn­te aber nicht mehr an die sport­li­chen Er­fol­ge der gol­de­nen Feld­hand­ball-Ära an­knüp­fen. In den Jah­ren 1969/70 und 1970/71 ge­hör­ten die Op­pu­mer im­mer­hin noch der Hal­len­hand­ball-Bun­des­li­ga an, ehe sie sich dank gu­ter Ju­gend­ar­beit dau­er­haft in der Re­gio­nal­li­ga West eta­blie­ren konn­ten.

Bru­der „Har­ry“ war eben­falls Tor­hü­ter und dank des Ge­winns der ers­ten Deut­schen Feld­hand­ball-Meis­ter­schaft der A-Ju­gend mit dem TV Op­pum im Jah­re 1971 Ste­fans gro­ßes Vor­bild. Vor al­lem durch sei­nen Bru­der ent­deck­te er sei­ne Lei­den­schaft für das Hand­ball­spiel. Wie vie­le noch in der Tra­di­ti­on des Feld­hand­balls auf­ge­wach­se­ne Spie­ler be­geis­ter­ten sich die Brü­der auch für die Leicht­ath­le­tik.

Ei­ne ers­te gro­ße Stun­de schlug für den an­ge­hen­den Ab­itu­ri­en­ten An­fang Ja­nu­ar 1979 bei ei­nem Vor­be­rei­tungs­spiel sei­nes Stamm­ver­eins TV Op­pum ge­gen die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft in Hal­tern. Weil sein Bru­der und der zwei­te Tor­wart der Re­gio­nal­li­ga-Mann­schaft im Ur­laub wa­ren, wur­de er an ih­rer Stel­le mit­ge­nom­men. Die Deut­sche Pres­se-Agen­tur ti­tel­te ih­ren Be­richt über den drei­mal zwan­zig­mi­nü­ti­gen Test mit der Über­schrift „He­cker sticht die Na­tio­nal­tor­hü­ter aus“ und ver­mel­de­te ei­ner über­rasch­ten deut­schen Sport­welt, dass der 20-jäh­ri­ge Op­pu­mer Schluss­mann He­cker mit ei­ner über­ra­gen­den Leis­tung die drei Welt­meis­ter-Tor­war­te Man­fred Hof­mann (ge­bo­ren 1948), Ru­di Rau­er (1950-2014) und Rai­ner Nie­mey­er (1955-2016) über­trof­fen ha­be. Da­mit sorg­te Ste­fan He­cker erst­mals bun­des­weit für Schlag­zei­len, was ihn an­ge­sichts der En­de der 1970er Jah­re be­gin­nen­den Pro­fes­sio­na­li­sie­rung im Hand­ball­sport so­fort als po­ten­ti­el­len Neu­zu­gang für an­de­re Ver­ei­ne in­ter­es­sant wer­den ließ. Bun­des­trai­ner Vla­do Sten­zel (ge­bo­ren 1934) emp­fahl sei­nem Es­se­ner Trai­ner­kol­le­gen Hans-Die­ter Schmitz (ge­bo­ren 1947) das Tor­wart-Ju­wel. Und so wech­sel­te He­cker nach sei­nem Ab­itur 1979 von Op­pum zum Bun­des­li­ga­auf­stei­ger TU­SEM Es­sen. Dort be­gann er gleich­zei­tig ei­ne Aus­bil­dung zum Ver­si­che­rungs­kauf­mann, die er An­fang der 1980er Jah­re er­folg­reich ab­schloss.

Auch Sten­zel hat­te den Auf­tritt He­ckers nicht ver­ges­sen, so dass sich die­ser noch im glei­chen Jahr über ei­ne No­mi­nie­rung zur Ju­nio­ren-Aus­wahl des Deut­schen Hand­ball-Bun­des freu­en durf­te, wo er erst­mals mit An­dre­as Thiel ein kon­ge­nia­les Tor­wart­ge­spann bil­de­te. He­cker hat­te es in sei­ner ers­ten Sai­son beim Bun­des­li­ga­neu­ling Es­sen al­ler­dings nicht leicht. Sei­ne Spiel­an­tei­le wa­ren ge­ring und an sei­nem Kon­kur­ren­ten im Es­se­ner Tor, Die­ter Bart­ke (1954-2002), kam er zu­nächst nicht vor­bei. In so man­chem Spiel wur­de das Aus­nah­me­ta­lent noch nicht ein­mal ein­ge­wech­selt, im­mer­hin ge­hör­te Bart­ke zum er­wei­ter­ten Ka­der der Na­tio­nal­mann­schaft. Wenn er dann wie beim 26:12 Er­folg ge­gen den TuS Hofwei­er vor 4.200 Zu­schaue­rin­nen und Zu­schau­ern in der Es­se­ner Gru­ga­hal­le spiel­te, hin­ter­ließ er „den bes­ten Ein­druck.“ Nach­dem der TU­SEM sich mit Platz fünf in der ein­glei­si­gen Bun­des­li­ga eta­bliert und Kon­kur­rent Bart­ke zu Frisch Auf Göp­pin­gen ge­wech­selt war, soll­te He­cker fort­an zur Num­mer Eins im Tor auf­ge­baut wer­den. Da­für hol­te der Ver­ein zur Spiel­zeit 1980/81 sei­nen Bru­der „Har­ry“, der Ste­fan da­bei für zwei Jah­re un­ter­stütz­te.

 

Gleich zum Sai­son­auf­takt hat­te Ste­fan we­sent­li­chen An­teil beim 20:15 Aus­wärts­er­folg der Es­se­ner bei Meis­ter Groß­wall­stadt, der nach vier­ein­halb Jah­ren und 52 Heim­er­fol­gen in Se­rie erst­mals wie­der als Ver­lie­rer die ei­ge­ne Hal­le ver­las­sen muss­te. Im glei­chen Jahr gab er fol­ge­rich­tig sein De­büt in der Na­tio­nal­mann­schaft, als er im Ok­to­ber 1980 erst­mals für das In­ter­na­tio­na­le Vier-Län­der-Tur­nier in der da­ma­li­gen CSSR in den Ka­der be­ru­fen wur­de. Beim 14:14 Un­ent­schie­den ge­gen den Gast­ge­ber stand He­cker we­ni­ge Mi­nu­ten im bun­des­deut­schen Tor, konn­te Bun­des­trai­ner Sten­zel aber we­gen sei­ner kur­zen Ein­satz­zeit im Tur­nier nicht völ­lig von sich über­zeu­gen. Der et­was holp­ri­ge Start in sei­ne in­ter­na­tio­na­le Kar­rie­re im Tri­kot der deut­schen Hand­ball-Na­tio­nal­mann­schaft soll­te kenn­zeich­nend für He­ckers sport­li­chen Weg bis zu sei­nem letz­ten Län­der­spiel 1997 wer­den, der an­ders als mit acht Ti­teln bei TU­SEM Es­sen, eher von Tie­fen als Hö­hen be­stimmt war. Ob­wohl er ein Tor­hü­ter von Welt­klas­se-For­mat war, der auch in den Län­der­spie­len und bei gro­ßen Tur­nie­ren zu­meist sein Leis­tungs­po­ten­ti­al tat­säch­lich ab­ru­fen konn­te, ge­lang dies vie­len sei­ner Mit­spie­ler oft nicht oder nur zu sel­ten. 1982 er­litt Deutsch­land un­ter Sten­zel, dem „Ma­gier“ von Ko­pen­ha­gen, als Ti­tel­ver­tei­di­ger und Gast­ge­ber bei der Welt­meis­ter­schaft im ei­ge­nen Land mit Platz sie­ben eben­so Schiff­bruch, wie vier Jah­re spä­ter in der Schweiz. En­de der 1980er Jah­re und An­fang der 1990er Jah­re, als He­cker zur Hand­voll der welt­bes­ten Tor­hü­ter ge­hör­te, war die Na­tio­nal­mann­schaft nur noch zweit- oder gar dritt­klas­sig. Ab­so­lu­ter Tief­punkt sei­ner in­ter­na­tio­na­len Kar­rie­re bil­de­te aus­ge­rech­net das Jahr 1989, als He­cker un­ter sei­nem ehe­ma­li­gen Es­se­ner Men­tor und da­ma­li­gen Bun­des­trai­ner Pet­re Iva­nescu (ge­bo­ren 1936) bei der B-WM in Frank­reich dritt­klas­sig wur­de.

Trotz sport­li­cher und mensch­li­cher Ent­täu­schun­gen in der Na­tio­nal­mann­schaft war He­cker selbst mit sei­nem Ver­ein TU­SEM Es­sen auf dem Hö­he­punkt an­ge­langt. 1986 ge­wann er erst­mals ei­ne Deut­sche Meis­ter­schaft. Im Jahr 1989 stand er end­gül­tig auf dem Ze­nit, als He­cker nicht nur er­neut Meis­ter wur­de, son­dern auch den Eu­ro­pa­po­kal der Po­kal­sie­ger nach Es­sen hol­te und zum „Hand­bal­ler des Jah­res“ ge­wählt wur­de. Die grö­ß­te Ent­täu­schung sei­ner Kar­rie­re war aber sei­ne Nicht­no­mi­nie­rung für die Olym­pi­schen Spie­le 1984 in Los An­ge­les durch Bun­des­trai­ner Si­mon Scho­bel (ge­bo­ren 1950). 1999 brach­te He­cker zu­sam­men mit An­dre­as Thiel und Diet­rich Spä­te ein Lehr­buch un­ter dem Ti­tel „Hal­ten wie wir“ her­aus, das bis heu­te als Stan­dard­werk für mo­der­nes Trai­ning und krea­ti­ves Spiel­ver­ständ­nis in der Aus­bil­dung von jun­gen Tor­wart­ta­len­ten im Hand­ball gilt.

Stefan Hecker und Wischer Willi Engelking von Grün-Weiß Dankersen in der Kreissporthalle Minden, 1982, Foto: Siegfried Nolte, Minden.

 

Ste­fan He­cker war zwei­mal ver­hei­ra­tet; aus bei­den Ehen ist je­weils ein Sohn her­vor­ge­gan­gen. 2000 schied der in­zwi­schen 41-Jäh­ri­ge im Streit nach 21 Jah­ren bei TU­SEM aus und wech­sel­te in­ner­halb der Bun­des­li­ga zum rhei­ni­schen Ri­va­len VfL Gum­mers­bach. He­cker, der als Num­mer eins als un­an­tast­bar galt, fiel im Ver­lauf der Sai­son für vier Mo­na­te mit ei­ner hart­nä­cki­gen Seh­nen­schei­den­ent­zün­dung im Arm aus. Zwi­schen ihm und Klaus Schorn (ge­bo­ren 1934), Ma­cher und Ma­na­ger des Klubs, kam es dar­über zum Zer­würf­nis. In Gum­mers­bach traf He­cker auf sei­nen al­ten Freund aus Es­se­ner Ta­gen, Tho­mas Hap­pe (ge­bo­ren 1958), der in­zwi­schen beim VfL Trai­ner war. Dort konn­te He­cker ver­let­zungs­be­dingt nicht mehr an al­te Glanz­zei­ten an­knüp­fen und spiel­te nur noch spo­ra­disch. Sei­ne gro­ße Kar­rie­re als ak­ti­ver Spie­ler en­de­te Mai 2003.  

Mit 561 Ein­sät­zen in der Hand­ball-Bun­des­li­ga liegt er bis heu­te auf Platz fünf der Re­kord­spie­ler. Ob­wohl sich He­cker we­gen ei­nes in­sta­bi­len Knies ei­ner Ope­ra­ti­on un­ter­zie­hen muss­te, hielt er sich die Op­ti­on für ein mög­li­ches Come­back in Gum­mers­bach in der Spiel­zeit 2003/04 lan­ge of­fen. Ma­na­ger Cars­ten Sau­er kün­dig­te noch im Ju­li 2003 an, dass He­cker bei ei­ner er­folg­rei­chen Ope­ra­ti­on Tor­hü­ter Num­mer drei wer­de. Ein Jahr spä­ter nahm die in­zwi­schen 45-jäh­ri­ge Tor­wart-Le­gen­de noch ein­mal das Trai­ning auf, als der Gum­mers­ba­cher Stamm­kee­per Stei­nar Ege (ge­bo­ren 1972) ver­letzt aus­fiel. Doch zu ei­nem Come­back des in­zwi­schen ins Ma­nage­ment ge­wech­sel­ten He­cker kam es nicht mehr.

Im Mai 2005 wur­de der Ver­si­che­rungs­kauf­mann Ge­schäfts­füh­rer der Hand­ball-GmbH des VfL Gum­mers­bach und blieb es bis Sep­tem­ber 2008. Dann kehr­te er zu sei­ner al­ten Lie­be TU­SEM Es­sen zu­rück, um dem in die zwei­te Bun­des­li­ga ab­ge­stie­ge­nen Ver­ein auf­zu­hel­fen. Ein letz­tes Mal im Hand­ball­tor stand He­cker in ei­nem Spiel deut­scher Hand­ball­le­gen­den ge­gen ei­ne in­ter­na­tio­na­les All­star-Team bei der Ver­ab­schie­dung von Hei­ner Brand im Ju­ni 2012.

Hecker im Spiel gegen TUSEM Essen in der Saison 2001 / 2002. (Stadionwelt)

 

Doch war­um wur­de He­cker zu ei­ner „le­ben­den Hand­ball-Le­gen­de“ und zu ei­nem „Hand­ball-Di­no“? An­ge­spro­chen dar­auf, wie er in der „stärks­ten Li­ga der Welt“ so lan­ge Spit­zen­leis­tun­gen ab­lie­fern konn­te, mein­te He­cker, dass er wie auch sein Freund Thiel von ei­nem ge­wis­sen Ab­schre­ckungs­ef­fekt pro­fi­tie­ren wür­den. An­de­re Tor­hü­ter wür­den ein­fach mehr Wür­fe auf das Tor be­kom­men. Von 15 Bäl­len, die ein jun­ger Tor­mann hal­ten müs­se, blie­ben für ihn, He­cker, viel­leicht zehn üb­rig. Er ver­su­che, sei­nen Job krea­tiv aus­zu­fül­len, um ein Tor zu ver­hin­dern, sei näm­lich viel Witz not­wen­dig.

Ste­fan He­cker starb mit 60 Jah­ren an ei­ner Krebs­er­kran­kung am 19.8.2019 in Es­sen.

Quellen

Te­le­fo­ni­sche Aus­künf­te von He­ri­bert He­cker.

Werke

Thiel, An­dre­as/He­cker, Ste­fan/Spä­te, Diet­rich, Hal­ten wie wir. Von der Grund­tech­nik bis zur Per­fek­ti­on im Hand­ball­tor. Ein Lehr­buch für Tor­war­te und ih­re Trai­ner, Müns­ter 1999.

Literatur

Ewers, Chris­ti­an, Wer ist der Bes­te? Die Tor­hü­ter-Le­gen­den Ste­fan He­cker (40) und An­dre­as Thiel (39) über blaue Fle­cken, Mann­schafts­fahr­ten, das Al­tern und die Ein­sam­keit des Kee­pers beim Sie­ben­me­ter, in: Hand­ball-Ma­ga­zin Nr. 12/1999, S. 20-21.
Hand­ball-Ma­ga­zin, Jg. 1994-2005.
Han­tel, Rolf, Gro­ße Ver­ei­ne, TU­SEM Es­sen, in: Eg­gers, Erik (Hg.), Hand­ball. Ei­ne deut­sche Do­mä­ne, Göt­tin­gen 2007, S. 247-254.
Han­tel, Rolf, Ste­fan He­cker, in: Eg­gers, Erik (Hg.), Hand­ball. Ei­ne deut­sche Do­mä­ne, Göt­tin­gen 2007, S. 255-256.
Min­de­ner Ta­ge­blatt, Jg. 1971-2019.
Schee­le, Cars­ten, Nach­ruf Ste­fan He­cker, in: Süd­deut­sche Zei­tung vom 31.8.2019. 

Hecker bei der Vergabe von Autogrammen, 2001 / 2002. (Stadionwelt)

 
Zitationshinweis

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Koch, Philipp, Stefan Hecker, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/stefan-hecker/DE-2086/lido/5f69c432660444.21385244 (abgerufen am 27.10.2020)