1794 bis 1815 - Aufbruch in die Moderne. Die "Franzosenzeit"

Sabine Graumann (Köln/Bonn)

Einzug Napoleons in Düsseldorf am 3.11.1811, kolorierte Lithographie von Johann Petersen, Original im Stadtmuseum Düsseldorf. (Stadtarchiv Düsseldorf)

1. Einleitung

Wie kaum ein an­de­res Er­eig­nis hat die fran­zö­si­sche Re­vo­lu­ti­on die Ge­schich­te des Rhein­lan­des nach­hal­tig ge­prägt. Rund 20 Jah­re herrsch­ten die Fran­zo­sen zwi­schen 1794 und 1814 am Rhein. In die­sen Jah­ren ent­wi­ckel­te sich Frank­reich vom Land der Re­vo­lu­ti­on zum Kai­ser­reich und zur do­mi­nie­ren­den Macht im Staa­ten­ge­bil­de des da­ma­li­gen Eu­ro­pa.

Die vier links­rhei­ni­schen De­par­te­ments Ro­er, Rhein-Mo­sel, Don­ners­berg und Saar wa­ren seit 1798/1801 Teil die­ses Ge­fü­ges, das rechts­rhei­nisch ge­le­ge­ne Gro­ßher­zog­tum Berg war ihm seit 1806 ver­bun­den. Bei­der­seits des Rheins wur­den jahr­hun­der­te­al­te Struk­tu­ren mit un­ter­schied­li­cher In­ten­si­tät grund­le­gend um­ge­stal­tet. Die Be­sei­ti­gung der zahl­rei­chen vor­ma­li­gen Staats­ge­fü­ge des Al­ten Rei­ches, die ter­ri­to­ria­le Neu­ein­tei­lung mit ei­ner straff ge­glie­der­ten Ver­wal­tung, die Neu­ord­nung der Jus­tiz, die Um­schich­tung der Ge­sell­schaft durch Auf­he­bung des Adels, die Ent­eig­nung der Klös­ter und die Ab­schaf­fung der Ab­hän­gig­keits­ver­hält­nis­se so­wie al­ler Feu­dal­rech­te sorg­ten für ei­nen grund­le­gen­den Wan­del und lei­te­ten ei­nen Mo­der­ni­sie­rungs­schub gro­ßen Aus­ma­ßes ein.

Die von der nach­fol­gen­den preu­ßi­schen Re­gie­rung seit 1814 in­ten­dier­te Re­stau­ra­ti­on der stän­di­schen Ge­sell­schaft traf rechts und vor al­lem links des Rheins auf star­ke Op­po­si­ti­on. So er­reich­ten die 1822 in der preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Ge­bie­te in Preu­ßen ei­nen Son­der­sta­tus. Er ga­ran­tier­te ih­nen zahl­rei­che Er­run­gen­schaf­ten der fran­zö­si­schen Jah­re, al­len vor­an das Rhei­ni­sche Recht.

2. Politische Geschichte und allgemeine Verwaltung

Mit der Kriegs­er­klä­rung des re­vo­lu­tio­nä­ren Frank­reichs an Ös­ter­reich und da­mit auch an das mit Ös­ter­reich ver­bün­de­te Preu­ßen im April 1792 wur­den die deut­schen Län­der in ein nicht mehr auf­zu­hal­ten­des po­li­ti­sches Ge­sche­hen hin­ein­ge­zo­gen, das erst mit dem Wie­ner Kon­gress 1814/1815 sei­nen Ab­schluss fand. Nach ei­nem ers­ten vor­über­ge­hen­den Er­folg ge­lang es den fran­zö­si­schen Trup­pen 1794, Bel­gi­en und das links­sei­ti­ge Rhein­ufer auf Dau­er zu be­set­zen. Auch das rechts­sei­ti­ge Rhein­land kam zwi­schen 1795 und 1801 un­ter mi­li­tä­ri­sche Auf­sicht der Fran­zo­sen und wur­de 1806 als Gro­ßher­zog­tum Berg zum fran­zö­si­schen Mo­dell­staat.

Die Jah­re zwi­schen 1794 und 1813/ 1814, die so ge­nann­te Fran­zo­sen­zeit, ha­ben das Rhein­land nach­hal­ti­ger als an­de­re Tei­le Deutsch­lands und Eu­ro­pas ge­formt. Na­po­le­on Bo­na­par­te (1769-1821) be­stimm­te seit 1799 als Ers­ter Kon­sul die Ge­schi­cke Frank­reichs. Im Jah­re 1804 krön­te er sich zum Kai­ser, 1813 wur­de er in der Völ­ker­schlacht bei Leip­zig ver­nich­tend ge­schla­gen. Im wei­te­ren Ver­lauf fiel das vor­mals fran­zö­si­sche Ter­ri­to­ri­um zum grö­ß­ten Teil an Preu­ßen und wur­de seit 1822 als Rhein­pro­vinz von Ber­lin aus ver­wal­tet.

2.1 Zeit der militärischen Okkupation

In den Jah­ren bis 1797 hat­te man in Pa­ris noch kei­ne Vor­stel­lun­gen, was mit den er­ober­ten rhei­ni­schen Land­stri­chen, be­ste­hend aus ei­ner Viel­zahl von grö­ße­ren und klei­ne­ren Staa­ten, ge­sche­hen soll­te. Die fran­zö­si­sche Be­sat­zungs­po­li­tik ziel­te da­mals auf den Un­ter­halt der ei­ge­nen Ar­mee und war durch die Er­he­bung von Re­qui­si­tio­nen, Kont­ri­bu­tio­nen und Ein­quar­tie­run­gen cha­rak­te­ri­siert. So ent­stan­den im Links­rhei­ni­schen ei­ne Rei­he kurz­le­bi­ger zi­vi­ler und mi­li­tä­ri­scher In­sti­tu­tio­nen.

Trotz al­ler be­ste­hen­den Be­drü­ckung durch die Fremd­herr­schaft gab es auch im Rhein­land An­hän­ger der Re­vo­lu­ti­ons­be­we­gung. Nach fran­zö­si­schem Vor­bild grün­de­ten sie pa­trio­ti­sche Zir­kel oder Klubs, er­reg­ten mit ra­di­kal­de­mo­kra­ti­schen Schrif­ten und po­li­ti­schen Jour­na­len Auf­se­hen und rie­fen vor­über­ge­hend mit der Main­zer (1793) und der Cis­rhen­a­ni­schen Re­pu­blik (1797) re­vo­lu­tio­när ge­präg­te Staa­ten auf rhei­ni­schem Bo­den aus.

Durch zum Teil ge­hei­me Ver­zichts­er­klä­run­gen Preu­ßens und Ös­ter­reichs in den Frie­dens­schlüs­sen von Ba­sel (1795) und Cam­po For­mio (1797) wur­de in je­nen Jah­ren in Pa­ris der Plan zur In­te­gra­ti­on des links­rhei­ni­schen Ge­bie­tes ge­fasst. Der Rhein wur­de 1798 zur Gren­ze Frank­reichs.

2.2 Annexion des linken Rheinufers

Im Früh­jahr 1798 be­gan­nen die Fran­zo­sen im Links­rhei­ni­schen mit der Or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­wal­tung und Jus­tiz nach fran­zö­si­schem Mus­ter. Mit der Ein­rich­tung der neu­en Be­hör­den­ver­fas­sung wur­de der El­säs­ser François Jo­seph Rud­ler (1757-1837) un­ter Er­nen­nung zum Re­gie­rungs­kom­mis­sar be­auf­tragt und dem Pa­ri­ser Jus­tiz­mi­nis­ter un­ter­stellt. Rud­ler nahm sei­nen Amts­sitz in Mainz. Von dort aus lei­te­ten er und sei­ne sechs Amts­nach­fol­ger die Ge­schi­cke des Rhein­lan­des. Die Amts­in­ha­ber führ­ten seit 1800 den Ti­tel „Ge­ne­ral­re­gie­rungs­kom­mis­s­ar“ und wa­ren al­len zu­stän­di­gen Pa­ri­ser Mi­nis­te­ri­en wei­sungs­ge­bun­den.

Oh­ne Rück­sicht auf die vor­ma­li­gen po­li­ti­schen Gren­zen wur­de 1798 das Ge­biet in vier De­par­te­ments ein­ge­teilt: Ro­er, Saar, Rhein-Mo­sel und Don­ners­berg mit den je­wei­li­gen Haupt­or­ten Aa­chen, Trier, Ko­blenz und Mainz. Bei die­ser Flur­be­rei­ni­gung ver­schwan­den die be­ste­hen­den zahl­rei­chen al­ten Herr­schafts­ge­bil­de. Die 1798 fest­ge­leg­te Um­schrei­bung des Ter­ri­to­ri­ums blieb im wei­te­ren Ver­lauf im We­sent­li­chen bis 1814 ver­bind­lich.

In den neu­en De­par­te­ments wur­den die ver­schie­de­nen Ver­wal­tungs- und Ge­richts­be­hör­den gleich­för­mig nach fran­zö­si­schem Vor­bild ein­ge­rich­tet. Die­se Über­gangs­pe­ri­ode en­de­te 1801: Mit der Un­ter­zeich­nung des Frie­dens­ver­tra­ges von Lun­é­vil­le am 9.2.1801 trat das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich das lin­ke Rhein­ufer for­mell an Frank­reich ab. Am 23.9.1802 wur­de die fran­zö­si­sche Ver­fas­sung ein­ge­führt. Das Amt des Ge­ne­ral­re­gie­rungs­kom­mis­sars wur­de we­nig spä­ter im Fe­bru­ar 1803 auf­ge­ho­ben. Die Rhein­län­der der vier De­par­te­ments wa­ren fran­zö­si­sche Bür­ger, Na­po­le­on als­bald ihr Kai­ser.

Die durch den Lun­é­vil­ler Frie­den be­trof­fe­nen welt­li­chen Ge­bie­te links des Rheins wur­den mit dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss (1803) auf rechts­rhei­ni­schem Reichs­ge­biet ent­schä­digt. So er­hiel­ten die nas­saui­schen Her­zog­tü­mer Usin­gen und Weil­burg die rechts­rhei­nisch an­gren­zen­den Ge­bie­te von Kur­trier (un­ter an­de­rem Amt Ham­mer­stein, Eh­ren­breit­stein und En­gers), Kur­k­öln (un­ter an­de­rem Deutz, Linz, Kö­nigs­win­ter) und der sayn­schen und wie­di­schen Graf­schaf­ten. Die 1803 er­wor­be­nen Be­sit­zun­gen Deutz und Kö­nigs­win­ter so­wie die Ab­tei Vil­lich muss­ten 1806 an das Gro­ßher­zog­tum Berg ab­ge­tre­ten wer­den. Im glei­chen Jahr tra­ten so­wohl Nas­sau-Usin­gen als auch Weil­burg dem Rhein­bund bei und schlos­sen sich zum ver­ei­nig­ten Her­zog­tum Nas­sau zu­sam­men. So wur­den fort­an bis 1815 al­le rechts­rhei­ni­schen Ter­ri­to­ri­en süd­lich von Kö­nigs­win­ter von Wies­ba­den aus ver­wal­tet.

Die 1798 ein­ge­rich­te­te neue Ver­wal­tung in den links­rhei­ni­schen De­par­te­ments war zu­nächst nach der fran­zö­si­schen Ver­fas­sung von 1795 kon­zi­piert. Die De­par­te­ments glie­der­ten sich in Kan­to­ne, die Kan­to­ne wie­der­um in Ge­mein­den. An der Spit­ze ei­nes je­den De­par­te­ments stand ei­ne fünf­köp­fi­ge Zen­tral­ver­wal­tung. Ihr un­ter­ge­ord­net wa­ren die Kan­to­ne mit ih­ren Mu­ni­zi­pa­li­tä­ten. Sie setz­ten sich aus Agen­ten und Ad­junk­ten zu­sam­men und wa­ren nach Grö­ße der Ge­mein­den or­ga­ni­siert. De­par­te­ments- und Kan­tons­ver­wal­tun­gen wur­den je­weils von Re­gie­rungs­kom­mis­sa­ren über­wacht und kon­trol­liert. Im Ge­gen­satz zu Frank­reich wur­de in den rhei­ni­schen De­par­te­ments das Ver­wal­tungs­per­so­nal nicht ge­wählt, son­dern vom Main­zer (Ge­ne­ral-) Re­gie­rungs­kom­mis­sar er­nannt. Be­reits 1798 wur­de Fran­zö­sisch als Amts­spra­che ver­bind­lich - ei­ne Be­stim­mung, die sich für vie­le Funk­ti­ons­trä­ger als pro­ble­ma­tisch er­wei­sen soll­te.

Prise de la Bastille, Gemälde von Jean-Pierre Louis Laurent Houel (1735-1813), 1789.

 

2.3 Präfektursystem und Integration der rheinischen Departements

Im Früh­jahr des Jah­res 1800 wur­de die Zi­vil­ver­wal­tung Frank­reichs grund­le­gend ge­än­dert. Die Neue­run­gen wur­den auch für die rhei­ni­schen De­par­te­ments ver­bind­lich. Je­des De­par­te­ment lei­te­te fort­an ein von Na­po­le­on er­nann­ter Prä­fekt. Die­se wich­ti­gen, mit um­fang­rei­chen Amts­be­fug­nis­sen aus­ge­stat­te­ten Pos­ten wur­den im Rhein­land vor­nehm­lich mit El­säs­sern und Loth­rin­gern, al­so ge­bür­ti­gen Fran­zo­sen, be­setzt.

Die Ar­beit des Prä­fek­ten wur­de un­ter­stützt durch ei­nen Ge­ne­ral­se­kre­tär, ein Prä­fek­tur­bü­ro, durch Prä­fek­tur­rä­te als per­ma­nent ta­gen­des Ver­wal­tungs­ge­richt und schlie­ß­lich durch ei­nen De­par­te­ments- oder Ge­ne­ral­rat. Die De­par­te­ments wur­den in Ar­ron­dis­se­ments (Ge­mein­de­be­zir­ke) ein­ge­teilt. Je­des Ar­ron­dis­se­ment lei­te­te ein dem Prä­fek­ten un­ter­stell­ter Un­ter­prä­fekt mit ei­nem ihm zu­ge­ord­ne­ten Ar­ron­dis­se­ments­rat (Be­zirks­rat).

Auf der un­ters­ten Ebe­ne der Ver­wal­tungs­hier­ar­chie wur­den gleich­falls im Jah­re 1800 die Kan­to­ne als Ein­hei­ten der all­ge­mei­nen Ver­wal­tung auf­ge­löst (ih­re Be­deu­tung für an­de­re Ad­mi­nis­tra­ti­ons­zwei­ge blieb er­hal­ten). An die Stel­le der Kan­to­ne tra­ten Mai­ri­en (Bür­ger­meis­te­rei­en). Da­zu wur­den in der Re­gel meh­re­re Ge­mein­den zu­sam­men­ge­fasst. Den Mai­re, der wie­der­um dem Un­ter­prä­fek­ten un­ter­ge­ord­net war, un­ter­stütz­te ein Ad­junkt oder Bei­ge­ord­ne­ter. Die Be­set­zung der kom­mu­na­len Ver­wal­tung rich­te­te sich nach der Be­völ­ke­rungs­zahl. Je nach Grö­ße der Ge­mein­den er­höh­te sich die Zahl der Ad­junk­ten. An je­der Mai­rie wur­de zu­dem ein Mu­ni­zi­pal­rat aus zehn bis drei­ßig Mit­glie­dern be­ru­fen.

Der klar ge­glie­der­te drei­stu­fi­ge Ver­wal­tungs­auf­bau der fran­zö­si­schen De­par­te­ments­ver­fas­sung, die 1808 auch im Gro­ßher­zog­tum Berg ein­ge­führt wur­de, wies auf je­der Ebe­ne die glei­chen Struk­tu­ren auf. Der je­weils lei­ten­de Be­am­te hat­te in­ner­halb sei­nes Be­rei­ches die Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz. Den aus der be­gü­ter­ten Eli­te be­stell­ten De­par­te­ments-, Ar­ron­dis­se­ments- und Mu­ni­zi­pal­rä­ten hin­ge­gen kam le­dig­lich be­ra­ten­de Stim­me zu, ihr Ein­fluss be­schränk­te sich auf die Ver­tei­lung der ein­zu­for­dern­den Ab­ga­ben. In dem neu­en Sys­tem ent­fie­len die vor­ma­li­gen Un­ter­schie­de zwi­schen Stadt- und Land­ge­mein­de. Durch die Zen­tra­li­sie­rung und Bü­ro­kra­ti­sie­rung der Ver­wal­tung wur­de im Rhein­land ein Mo­der­ni­sie­rungs­schub ein­ge­lei­tet. Die ein­heit­li­che Ver­wal­tung konn­te bes­se­re Leis­tun­gen er­brin­gen als die schwer­fäl­li­gen Be­hör­den der zer­split­ter­ten Ter­ri­to­ri­en des Al­ten Rei­ches. So über­dau­er­te die fran­zö­si­sche Kom­mu­na­l­ord­nung die Zeit nach 1814 und wur­de zu ei­nem wich­ti­gen Ele­ment des rhei­ni­schen Par­ti­ku­la­ris­mus.

3. Gerichtswesen und Napoleonische Gesetzbücher

1794 fan­den die Fran­zo­sen in dem an­nek­tier­ten Ge­biet ei­ne un­über­schau­ba­re Rechts­zer­split­te­rung mit ei­ner kaum be­frie­di­gen­den Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­on und ei­nem ver­al­te­ten, oft­mals nicht ge­druckt vor­lie­gen­den Recht vor. 1798 bra­chen sie ra­di­kal mit den herr­schen­den Ver­hält­nis­sen und ho­ben im Links­rhei­ni­schen al­le be­ste­hen­den rich­ter­li­chen Ge­wal­ten auf. Das mehr­stu­fi­ge Jus­tiz­we­sen war nach den Be­stim­mun­gen der fran­zö­si­schen Ver­fas­sung von 1795 auf­ge­baut; es wur­de 1802 und noch­mals 1810 re­for­miert. Die Neu­or­ga­ni­sa­tio­nen im­pli­zier­ten je­weils ver­schärf­te Aus­bil­dungs- und An­stel­lungs­be­din­gun­gen für das Per­so­nal und ei­ne zu­neh­men­de staat­li­che Kon­trol­le.

Einzug Napoleons in Düsseldorf am 3.11.1811, kolorierte Lithographie von Johann Petersen, Original im Stadtmuseum Düsseldorf. (Stadtarchiv Düsseldorf)

 

Auf der un­ters­ten Ebe­ne am­tier­te seit 1798 in je­dem Kan­ton ein Frie­dens­rich­ter. Er war für Ba­ga­tell­sa­chen in Zi­vil- und Straf­an­ge­le­gen­hei­ten zu­stän­dig. Ihm über­ge­ord­net wa­ren für Zi­vil- und Kri­mi­nal­de­lik­te Be­hör­den mit wech­seln­den Be­zeich­nun­gen und sich aus­wei­ten­den Funk­tio­nen.

In je­dem Ar­ron­dis­se­ment war in den rhei­ni­schen De­par­te­ments seit 1802 für Zi­vil­sa­chen ein Ge­richt ers­ter In­stanz zu­stän­dig. Ge­gen die Ur­tei­le die­ser Ge­rich­te konn­te beim Ap­pel­la­ti­ons­ge­richts­hof in Trier (für das Ro­er­de­par­te­ment seit 1805 in Lüt­tich) Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den. Über­ge­ord­ne­te In­stanz war der Kas­sa­ti­ons­hof in Pa­ris.

Für grö­ße­re Straf­sa­chen wur­de in je­dem Ar­ron­dis­se­ment ein Straf­ge­richt in­stal­liert. Ge­gen des­sen Ur­tei­le konn­te an ei­nem Kri­mi­nal­ge­richt im Haupt­ort des De­par­te­ments Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den. Vor dem Kri­mi­nal­ge­richt wur­den Schwerst­ver­bre­cher ver­ur­teilt. Häu­fig ver­häng­te Stra­fen wa­ren Haft, Pran­ger, Zwangs­ar­beit und Tod durch die Guil­lo­ti­ne.

Das Amt des Rich­ters war grund­sätz­lich von dem des Ver­wal­ters ge­trennt. In Frank­reich wur­den die Rich­ter ge­wählt, in den rhei­ni­schen De­par­te­ments hin­ge­gen wur­den sie vom Main­zer (Ge­ne­ral-) Re­gie­rungs­kom­mis­sar, spä­ter von Na­po­le­on er­nannt. An den hö­he­ren Ge­rich­ten am­tier­ten zu­sätz­lich Ge­schwo­re­ne. Auch war die­sen Ein­rich­tun­gen das so ge­nann­te Öf­fent­li­che Mi­nis­te­ri­um als Vor­läu­fer der heu­ti­gen Staats­an­walt­schaft zu­ge­ord­net. Die Ver­fah­ren wa­ren münd­lich und öf­fent­lich. Al­le Bür­ger wa­ren vor dem Ge­setz gleich und hat­ten An­spruch auf ei­nen münd­li­chen Pro­zess. Fran­zö­sisch war als Amts­spra­che vor­ge­schrie­ben. Die Par­tei­en muss­ten sich sel­ber ver­tei­di­gen oder sich von ei­nem Be­voll­mäch­tig­ten ver­tei­di­gen las­sen. Das zwang die Rechts­su­chen­den häu­fig, sich an ju­ris­tisch ver­sier­te Ver­mitt­ler und ge­le­gent­lich frag­wür­di­ge Ge­set­zes­kun­di­ge (Hom­mes de loi) zu wen­den.

In der Fran­zo­sen­zeit herrsch­te für die Rhein­län­der durch die auch hier gül­ti­gen Na­po­leo­ni­schen Ge­setz­bü­cher ei­ne bis da­hin un­be­kann­te Rechts­si­cher­heit und Rechts­ein­heit. Das im Bür­ger­li­chen oder Na­po­leo­ni­schen Ge­setz­buch (Code ci­vil, 1804; Code Na­po­lé­on, 1807), in der Zi­vil­pro­zess­ord­nung (Code de pro­cé­du­re ci­vil, 1806), dem Han­dels­ge­setz­buch (Code de com­mer­ce, 1807), der Straf­pro­zess­ord­nung (Code d’in­struc­tion cri­mi­nel­le, 1808) und dem Straf­ge­setz­buch (Code pé­nal, 1810) nie­der­ge­schrie­be­ne Recht wur­de als­bald in den rhei­ni­schen De­par­te­ments ver­bind­lich. Die neue Ju­ris­dik­ti­on wur­de durch Über­set­zun­gen ei­nem brei­ten Kreis be­kannt und zog ei­ne gro­ße Po­pu­la­ri­tät des fran­zö­si­schen Rechts nach sich.

Im Gro­ßher­zog­tum Berg trat 1810 gleich­falls das Na­po­leo­ni­sche Ge­setz­buch in Kraft. Die fran­zö­si­sche Ge­richts­or­ga­ni­sa­ti­on wur­de mit De­kret vom 17.12.1811 ver­ab­schie­det und 1812 eben­so wie die Zi­vil­pro­zess­ord­nung und das Han­dels­ge­setz­buch ein­ge­führt. Der ent­spre­chen­de Ap­pel­la­ti­ons­ge­richts­hof wur­de in Düs­sel­dorf eta­bliert. Ihm über­ge­ord­net war eben­falls der Kas­sa­ti­ons­ge­richts­hof in Pa­ris.

Die zwei Jahr­zehn­te fran­zö­si­scher Herr­schaft wa­ren für die Jus­tiz des lin­ken, aber auch des rech­ten Rhein­lan­des ei­ne Zeit des voll­stän­di­gen Um­bru­ches; sie zo­gen ei­ne sich aus­wei­ten­de Rechts­si­cher­heit nach sich. Die Grund­sät­ze der fran­zö­si­schen Or­ga­ni­sa­ti­on über­dau­er­ten die Zeit nach 1814. Auch nach dem Rück­zug der Fran­zo­sen blieb das fran­zö­si­sche Rechts­we­sen im Rhein­land weit­ge­hend er­hal­ten. Das Bür­ger­li­che Ge­setz­buch als ju­ris­ti­sche Fest­schrei­bung der ge­sell­schaft­li­chen Ord­nung hat­te hier noch bis zum Jahr 1900 Gül­tig­keit.

4. Kirchenpolitik

Neu­ord­nung des Kir­chen­we­sens

Die Stel­lung der das links­sei­ti­ge Rhein­land do­mi­nie­ren­den ka­tho­li­schen Kir­che und ih­rer In­sti­tu­tio­nen war be­reits ge­gen En­de des 18. Jahr­hun­derts stark an­ge­grif­fen. Der Zu­sam­men­bruch des Al­ten Rei­ches nach 1794 ver­setz­te den geist­li­chen Staa­ten den To­des­stoß. Die Ver­kün­dung der Men­schen­rech­te hat­te im Rhein­land die Re­li­gi­ons- und Kul­tus­frei­heit zur Fol­ge. Al­ler­dings fand auch die zu­nächst scharf an­ti­kirch­li­che Ge­setz­ge­bung, die vor al­lem Klos­ter- und Kir­chen­gü­ter, die Geist­lich­keit und das kirch­li­che Le­ben be­traf, in dem be­setz­ten Land­strich An­wen­dung. Be­schlag­nah­mung der geist­li­chen Gü­ter, Ein­grif­fe in die kirch­li­che Selbst­ver­wal­tung und in die noch be­ste­hen­de kirch­li­che Recht­spre­chung, Ent­fer­nung re­li­giö­ser Sym­bo­le in der Öf­fent­lich­keit, Un­ter­sa­gung der öf­fent­li­chen Re­li­gi­ons­aus­übung, Ein­füh­rung des pries­ter­li­chen Bür­ge­rei­des, Auf­nah­me­ver­bot von No­vi­zen, sys­te­ma­ti­sche staat­li­che Re­gis­trie­rung des Kir­chen­gu­tes, Ein­füh­rung der Zi­vil­stands­ge­set­ze und des re­pu­bli­ka­ni­schen Ka­len­ders wa­ren Maß­nah­men, wel­che die vor­han­de­nen Struk­tu­ren grund­le­gend zer­schlu­gen.

Titelblatt des Code Civil, 1804.

 

Mit dem Staats­streich Na­po­le­ons im Jah­re 1799 hat­te die stark an­ti­kirch­li­che Ent­wick­lung ein En­de und wur­de mit dem Kon­kor­dat zwi­schen Na­po­le­on und Papst Pi­us VII. (Epis­ko­pat 1800-1823) im Jahr 1801 in neue Bah­nen ge­lenkt. Das als Staats­ge­setz er­las­se­ne Kon­kor­dat wur­de zu­sam­men mit den so ge­nann­ten Or­ga­ni­schen Ar­ti­keln ein Jahr spä­ter in den rhei­ni­schen De­par­te­ments ver­kün­det. Mit dem zen­tra­lis­ti­schen na­po­leo­ni­schen Staats­kir­chen­tum wur­de ei­ne grund­le­gen­de Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Re­li­gi­ons­we­sens in­iti­iert und die rö­misch-ka­tho­li­sche Re­li­gi­on als die der Mehr­heit der Staats­bür­ger an­er­kannt. Frank­reich wur­de fort­an in zehn Erz­bis­tü­mer auf­ge­teilt. Die neu ge­schaf­fe­nen rhei­ni­schen Bis­tü­mer Aa­chen mit den De­par­te­ments Ro­er und Rhein-Mo­sel, Trier mit dem Saar- und Mainz mit dem Don­ners­berg­de­par­te­ment wur­den dem Erz­bis­tum Me­cheln zu­ge­ord­net. Zu Bi­schö­fen wur­den ge­bür­ti­ge Fran­zo­sen er­nannt. Sie er­hiel­ten eben­so wie die Pfar­rer staat­li­che Be­sol­dung. Die Pfar­rei­be­zir­ke wur­den neu um­schrie­ben, für je­den Kan­ton war ei­ne Haupt­pfar­rei und ei­ne An­zahl Suk­kur­sal­pfar­rei­en vor­ge­se­hen. Ih­re Zir­kumskrip­ti­on er­folg­te 1802; sie wur­de 1804 und noch­mals 1807/1808 re­vi­diert. 1806 wur­de der in ganz Frank­reich ver­bind­li­che Reichs­ka­te­chis­mus pu­bli­ziert.

Gleich­zei­tig mit dem ka­tho­li­schen Kul­tus wur­den auch die Kir­chen der re­for­mier­ten und lu­the­ri­schen Pro­tes­tan­ten 1802 in den vier rhei­ni­schen De­par­te­ments neu struk­tu­riert. Erst­mals er­hiel­ten die Pro­tes­tan­ten vol­le Re­li­gi­ons­frei­heit mit ei­ner zen­tra­lis­ti­schen Kir­chen­ver­wal­tung. Die pro­tes­tan­ti­sche Kir­che mit Kon­sis­to­ri­al­kir­chen un­ter Lei­tung ei­nes Lo­kal­kon­sis­to­ri­ums kam eben­falls un­ter stren­ge Staats­auf­sicht. Als über­ge­ord­ne­te Auf­sichts­or­ga­ne wur­den Syn­oden für die Re­for­mier­ten und In­spek­tio­nen für die Lu­the­ra­ner ein­ge­setzt. Über den In­spek­tio­nen be­stan­den zu­dem Ge­ne­ral­kon­sis­to­ri­en (Köln für die De­par­te­ments Ro­er und Rhein-Mo­sel, Mainz für die De­par­te­ments Saar und Don­ners­berg).

Mit der fran­zö­si­schen Herr­schaft wur­den die Ju­den erst­mals gleich­be­rech­tigt. 1808 wur­den für sie in Frank­reich drei­zehn Syn­ago­gen mit je ei­nem Kon­sis­to­ri­um er­öff­net. Ent­spre­chen­de Syn­ago­gen mit über­re­gio­na­lem Ein­zugs­be­reich ent­stan­den im Rhein­land in Ko­blenz, Kre­feld, Trier und Mainz. Die Kon­sis­to­ri­en soll­ten auch die Glau­bens­brü­der zur Aus­übung ei­nes nütz­li­chen Ge­wer­bes und zur Ein­hal­tung der Mi­li­tär­pflicht an­trei­ben. Da­mit wur­den die­se In­sti­tu­tio­nen zu ei­nem staat­li­chen In­te­gra­ti­ons­mit­tel.

In dem­sel­ben Jahr ver­schlech­ter­te sich die La­ge der Ju­den je­doch durch das so ge­nann­te „Schänd­li­che De­kre­t“. Es un­ter­warf sie in ih­rer Ge­schäfts­tä­tig­keit et­li­chen Re­strik­tio­nen und zwang sie, fes­te Fa­mi­li­en­na­men an­zu­neh­men. Die­se dis­kri­mi­nie­ren­de Son­der­ge­setz­ge­bung wur­de auch nach dem Über­gang des lin­ken Rhein­lan­des an Preu­ßen im Jah­re 1815 zu­nächst nicht rück­gän­gig ge­macht. Im Gro­ßher­zog­tum Berg, wo es für kei­ne Re­li­gi­on zu ei­ner ent­spre­chen­den Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Kir­chen­we­sens kam, wur­de das „Schänd­li­che De­kre­t“ erst nach En­de der Fran­zo­sen­zeit un­ter preu­ßi­scher Herr­schaft ver­bind­lich.

Marc Antoine Berdolet, erster Bischof des Bistums Aachen (1802-1809), Ölgemälde von Johann Peter Scheuren (1774-1844), 1807. (Domschatzkammer Aachen)

 

4.1 Säkularisation

1801 wur­de in den vier neu­en fran­zö­si­schen De­par­te­ments die in Frank­reich be­reits er­folg­te Sä­ku­la­ri­sa­ti­on, die Ent­eig­nung des geist­li­chen Be­sit­zes durch den Staat, ein­ge­lei­tet. Ein Jahr spä­ter wur­de die Auf­he­bung na­he­zu al­ler Klös­ter und Stif­te an­ge­ord­net; aus­ge­nom­men wa­ren nur geist­li­che An­stal­ten, die Ein­rich­tun­gen für den öf­fent­li­chen Un­ter­richt und die Kran­ken­pfle­ge un­ter­hiel­ten. Der Klos­ter- und Stifts­be­sitz ging in die Ver­wal­tung des fran­zö­si­schen Staa­tes über und wur­de nach und nach zum Kauf an­ge­bo­ten. Un­ter den Käu­fern mach­ten An­ge­hö­ri­ge des ge­ho­be­nen Bür­ger­tums die Mehr­heit aus.

Durch die Sä­ku­la­ri­sa­ti­on ging im Rhein­land ei­ne reich­hal­ti­ge jahr­hun­der­te­al­te Klos­ter- und Stifts­land­schaft un­ter. Der Pro­zess er­fass­te durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss von 1803 auch das Her­zog­tum und spä­te­re Gro­ßher­zog­tum Berg. Mit die­ser Fi­nanzope­ra­ti­on zur Ret­tung der Staats­bud­gets er­leb­te das Rhein­land ei­ne Be­sitz- und Ver­mö­gensum­schich­tung von bis da­hin un­vor­stell­ba­rem Aus­maß. Die Um­struk­tu­rie­rung, die Auf­he­bung der kirch­li­chen Pri­vi­le­gi­en und die Ver­staat­li­chung ge­sell­schaft­li­cher Auf­ga­ben hat­ten zahl­rei­che Ver­än­de­run­gen in ver­schie­de­nen Be­rei­chen zur Fol­ge und be­ein­fluss­ten be­son­ders das wirt­schaft­li­che und ge­sell­schaft­li­che Ge­fü­ge nach­hal­tig. Die ka­tho­li­sche Kir­che er­leb­te ei­ne ein­schnei­den­de Zä­sur. Sie konn­te sich von dem Zu­sam­men­bruch der sie tra­gen­den Ord­nung erst im Ver­lauf des 19. Jahr­hun­derts lang­sam er­ho­len, der Ver­lust an welt­li­chem Ein­fluss zwang sie zu ei­ner grund­le­gen­den Neu­auf­stel­lung.

5. Wirtschaftspolitik beidseits des Rheins und neue Elite

Ne­ben der Kir­chen­po­li­tik war der Wirt­schafts­auf­schwung im links­sei­ti­gen Rhein­land ein grund­le­gen­des Ele­ment der In­te­gra­ti­on der Rhein­län­der in den fran­zö­si­schen Staat. Schon vor der Fran­zo­sen­zeit hat­te die rhei­ni­sche Wirt­schaft trotz der Be­schrän­kun­gen durch den Feu­da­lis­mus und das Zunftsys­tem an Pros­pe­ri­tät ge­won­nen. Die Be­set­zung des Rhein­lan­des hat­te für al­le Wirt­schafts­zwei­ge links­rhei­nisch nur vor­über­ge­hend Sta­gna­ti­on und Nie­der­gang zur Fol­ge. Mit der Ver­le­gung der Zoll­gren­ze an den Rhein er­hol­te sich die Wirt­schaft hier nach 1798 zu­se­hends. Den rhei­ni­schen Wa­ren stand mit ei­nem Ma­le der gan­ze fran­zö­si­sche Wirt­schafts­raum als Ab­satz­ge­biet zur Ver­fü­gung, die ho­hen Zöl­le am Rhein schütz­ten zu­dem vor der Kon­kur­renz aus dem Rechts­rhei­ni­schen. Die Ab­schaf­fung der Zünf­te und die neue bür­ger­li­che Rechts­ord­nung mach­ten die Ge­wer­be­frei­heit mög­lich.

Das wirt­schaft­li­che Le­ben wur­de nach­hal­tig ge­för­dert durch die Ein­füh­rung des ein­heit­li­chen Münz­we­sens, ei­ner fes­ten Wäh­rung und des me­tri­schen Maß- und Ge­wichts­sys­tems. Eben­so tru­gen im wei­te­ren Ver­lauf das Han­dels­ge­setz­buch, Han­dels­ge­rich­te, so ge­nann­te Rä­te der Ge­wer­be­ver­stän­di­gen als Ar­beits­ge­rich­te und die Er­öff­nung von Han­dels­kam­mern ent­schei­dend zum wirt­schaft­li­chen Er­folg bei. Mit Ge­wer­be­aus­stel­lun­gen, Preis­aus­schrei­ben oder Pa­tent­ver­ga­ben kur­bel­te der Staat zu­sätz­lich die Wirt­schaft an. Ma­nu­fak­tu­ren und Fa­bri­ken brei­te­ten sich aus, neue Ma­schi­nen ka­men zum Ein­satz. Die Über­sie­de­lung zahl­rei­cher Un­ter­neh­mer aus dem Ber­gi­schen sorg­te links­rhei­nisch für wei­te­ren Auf­schwung. Köln, bis da­hin ein Sym­bol wirt­schaft­li­cher Rück­stän­dig­keit, wur­de in na­po­leo­ni­scher Zeit zur grö­ß­ten rhei­ni­schen Han­dels- und Ge­wer­be­stadt.

An­ders sah es rechts­rhei­nisch aus. Hier wirk­te sich die Ver­le­gung des Zolls an den Rhein fa­tal aus, denn die Un­ter­neh­mer ver­lo­ren ei­nen Gro­ß­teil ih­res be­ste­hen­den Ab­satz­mark­tes. Der Rhein wur­de zur streng be­wach­ten Zoll­gren­ze. Die Ab­sper­rung hat­te ei­nen schwung­haf­ten Schmug­gel zur Fol­ge, ei­ge­ne Doua­ne­ge­rich­te ent­stan­den in We­sel, Köln, Mainz und 1812 auch im Gro­ßher­zog­tum Berg. Seit 1806 führ­te Na­po­le­on mit der Ver­hän­gung der Kon­ti­nen­tal­sper­re ei­nen Wirt­schafts­krieg. Er­neut wur­de da­durch vor al­lem das rechts­rhei­ni­sche Ge­biet be­trof­fen. Der Nie­der­gang der ber­gi­schen Wirt­schaft führ­te 1813 zum Auf­stand der so ge­nann­ten Knüp­pel­rus­sen, der ein­zi­gen schwe­ren Re­vol­te ge­gen die fran­zö­si­sche Herr­schaft am Rhein.

Im All­ge­mei­nen wur­den die Be­las­tun­gen der fran­zö­si­schen Herr­schaft, be­son­ders die Be­steue­rung und Kon­skrip­ti­on, oh­ne öf­fent­li­chen Wi­der­stand hin­ge­nom­men. Bei den zwei­ma­li­gen Be­su­chen Na­po­le­ons im Rhein­land in den Jah­ren 1804 und 1811 wur­den ihm gro­ße Eh­ren­be­zeu­gun­gen dar­ge­bracht. In wei­ten Tei­len des lin­ken Rhein­ufers wur­de er als Wie­der­her­stel­ler von Ord­nung und Re­li­gi­on und als gro­ßer Kriegs­held be­wun­dert. Die Mehr­heit der Bür­ger war be­reit, sich loy­al an­zu­pas­sen. Ge­führt wur­de sie von den No­ta­beln, den An­ge­hö­ri­gen der so­zia­len Ober­schicht des neu­en Frank­reich und den Höchst­be­steu­er­ten des Lan­des, be­ste­hend aus Mit­glie­dern des al­ten Adels und er­folg­rei­chen Wirt­schafts­bür­gern. Mit die­ser Eli­te des Be­sit­zes und Gel­des ver­such­te Na­po­le­on sei­ne Herr­schaft zu fes­ti­gen. An die Stel­le des ge­burts­stän­di­schen Ge­sell­schafts­auf­baus war da­mit der be­sitz­stän­di­sche ge­tre­ten. Die No­ta­beln knüpf­ten viel­fach an In­sti­tu­tio­nen der Auf­klä­rungs­zeit an und fan­den sich in Frei­mau­rer­lo­gen, Le­se- oder Ka­si­no­ge­sell­schaf­ten zu­sam­men. Die 1801 ge­grün­de­te „Ge­sell­schaft für nütz­li­che For­schun­gen“ in Trier be­steht noch heu­te und ist ei­ne der äl­tes­ten wis­sen­schaft­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen Deutsch­lands.

6. Öffentliche Gesundheitspolitik und Wohlfahrtsverwaltung

Die fran­zö­si­sche Ver­wal­tung nahm sich nach den zer­stö­re­ri­schen Kriegs­wir­ren und der pro­vi­so­ri­schen Über­gangs­pha­se be­son­ders in der Kai­ser­zeit aus wirt­schaft­li­chen und mi­li­tä­ri­schen Er­wä­gun­gen her­aus aus­drück­lich der öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­po­li­tik an. Sie wur­de in den rhei­ni­schen De­par­te­ments mit un­ter­schied­li­cher In­ten­si­tät rea­li­siert. Mit Ge­setz von 1803 kam es zu ver­schärf­ter Re­gle­men­tie­rung der Ärz­te­schaft und des sons­ti­gen Heil­per­so­nals und zur ver­stärk­ten Kon­trol­le des öf­fent­li­chen Ge­sund­heits­we­sens durch staat­lich be­auf­trag­te und be­zahl­te Ärz­te. Die Heb­am­men­aus­bil­dung wur­de durch Ein­füh­rung ent­spre­chen­der Schu­len mit prak­ti­schem kli­ni­schen Un­ter­richt am Kran­ken­bett ver­bes­sert. Vor­bild­lich wur­de die Ein­füh­rung der da­mals erst vor we­ni­gen Jah­ren von Dr. Ed­ward Jen­ner (1749-1823) ent­deck­ten Po­cken­imp­fung. Da­durch wur­de der seit Jahr­hun­der­ten wü­ten­den Seu­che erst­mals groß­flä­chig Ein­halt ge­bo­ten.

Durch die Auf­he­bung der Klös­ter und Stif­tun­gen wur­de die Über­nah­me der Ar­men- und Kran­ken­für­sor­ge ver­stärkt in die Pflicht und un­ter die Kon­trol­le des Staa­tes ge­stellt. Es wur­den Hos­pi­zi­en­kom­mis­sio­nen und Wohl­tä­tig­keits­bü­ros ein­be­ru­fen und mit Hos­pi­zi­en, Hos­pi­tä­lern und häus­li­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ent­spre­chen­de staat­li­che und öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung ge­stellt. Im Gro­ßher­zog­tum Berg lie­fen In­itia­ti­ven zur Re­ge­lung ei­nes ein­heit­li­chen Ar­men­we­sens erst 1809 an und konn­ten nur par­ti­ell rea­li­siert wer­den.

Eben­falls spät wur­de im Links­rhei­ni­schen das Bet­tel­we­sen durch die Ein­rich­tung von Bet­tel­häu­sern in Brau­wei­ler (Ro­er­de­par­te­ment), Trier (Saar­de­par­te­ment) und Fran­ken­thal (Don­ners­berg­de­par­te­ment) un­ter be­trächt­li­chem Auf­wand staat­lich or­ga­ni­siert. Dort wa­ren meh­re­re hun­dert In­sas­sen ar­re­tiert. Al­le drei In­sti­tu­tio­nen krank­ten an Dis­zi­plin­lo­sig­keit und feh­len­der Ar­beits­ren­ta­bi­li­tät. Nur im Ro­er­de­par­te­ment ent­wi­ckel­te sich die An­stalt im wei­te­ren Ver­lauf zu ei­nem Re­nom­mier­ob­jekt und be­stand un­ter wech­seln­den Na­men und In­ten­tio­nen bis 1967 fort.

7. Bildung und Kultur

Nach dem Ein­marsch der fran­zö­si­schen Trup­pen war die Kul­tur­po­li­tik der Fran­zo­sen zu­nächst de­struk­tiv und durch kon­fis­ka­to­ri­sche Maß­nah­men ge­kenn­zeich­net. Öf­fent­li­che und pri­va­te, be­son­ders kirch­li­che Kunst­wer­ke, Ma­nu­skrip­te, Bi­blio­theks­be­stän­de und sons­ti­ge Samm­lun­gen wur­den ge­sich­tet. Die wich­tigs­ten Ob­jek­te ka­men nach Pa­ris. Erst ab 1798 er­folg­te ei­ne sys­te­ma­ti­sche Bil­dungs- und Kul­tur­po­li­tik. Be­reits zu Be­ginn war in Pa­ris die För­de­rung der fran­zö­si­schen Spra­che aus­drück­lich als In­stru­ment zur Be­frei­ung der Rhein­län­der von den Ein­rich­tun­gen des Al­ten Rei­ches und zur Ge­wöh­nung an die fran­zö­si­schen Ge­set­ze pro­pa­giert wor­den.

Das si­chers­te Mit­tel war die Ein­füh­rung des Fran­zö­sisch­un­ter­rich­tes an Schu­len, aber auch die För­de­rung fran­zö­si­scher Thea­ter, pa­trio­ti­scher Na­tio­nal­fes­te und re­pu­bli­ka­ni­scher Zei­tun­gen. Bin­nen we­ni­ger Mo­na­te wur­de Fran­zö­sisch als Amts­spra­che ver­bind­lich. We­nig spä­ter wur­de das Schul­we­sen nach dem fran­zö­si­schen Un­ter­richts­ge­setz von 1795 mit den Grund­prin­zi­pi­en der Frei­heit, Gleich­heit und Lai­zi­tät der Bil­dung neu ge­ord­net. Die be­ste­hen­den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen (dar­un­ter die Uni­ver­si­tä­ten in Köln, Bonn, Trier und Mainz) wur­den auf­ge­ho­ben. An Stel­le der al­ten In­sti­tu­tio­nen soll­ten Pri­mär­schu­len und als wei­ter­füh­ren­de An­stal­ten Zen­tral- und Spe­zi­al­schu­len nach fran­zö­si­schem Mus­ter tre­ten. Im No­vem­ber 1798 wur­de die Er­öff­nung der Zen­tral­schu­len in den vier vor­ma­li­gen Uni­ver­si­täts­städ­ten des links­sei­ti­gen Rhein­lan­des an­ge­ord­net.

Zur Wen­de im Be­reich von Bil­dung und Kul­tur wur­de das Jahr 1802. An die Stel­le der re­pu­bli­ka­ni­schen Fes­te tra­ten Sie­ges­fei­ern und Ver­an­stal­tun­gen zu Eh­ren des Ers­ten Kon­suls und spä­te­ren Kai­sers Na­po­le­on und sei­ner Dy­nas­tie. Nach und nach wur­de kul­tu­rel­le Auf­bau­ar­beit ge­leis­tet. Ge­sell­schaf­ten zur För­de­rung der Wis­sen­schaf­ten und der Lan­des­kul­tur ent­stan­den in Aa­chen, Köln und Trier. Schau­samm­lun­gen und Mu­se­en wur­den ge­grün­det, teil­wei­se er­folg­te die Rück­füh­rung der zu­vor ent­wen­de­ten Kunst­wer­ke. Es wur­den neue Stadt­wap­pen ver­lie­hen, Denk­mä­ler wur­den er­rich­tet und mit öf­fent­li­chen In­schrif­ten ver­se­hen. Die Pres­se­frei­heit hin­ge­gen wur­de er­heb­lich ein­ge­schränkt, 1810 war für je­des De­par­te­ment nur noch ei­ne Zei­tung amt­lich zu­ge­las­sen. In die­sel­be Rich­tung ging die Ein­tei­lung Frank­reichs in Thea­ter­be­zir­ke, seit 1806 wur­de das Thea­ter staat­li­cher Kon­trol­le un­ter­stellt.

Auch das bis da­hin vom Staat weit­ge­hend un­ab­hän­gi­ge Schul­we­sen wur­de durch ein grund­le­gen­des Schul­ge­setz von 1802 zu­neh­mend zen­tra­li­siert und ei­nem dem In­nen­mi­nis­te­ri­um in Pa­ris an­ge­glie­der­ten Staats­rat un­ter­ge­ord­net. Die Re­form sah vier Schul­ty­pen vor: Im An­schluss an die Pri­mär­schu­len folg­ten auf Gym­na­si­al­ni­veau Se­kun­där­schu­len und Ly­ze­en und schlie­ß­lich pra­xis­ori­en­tier­te, fach­ge­bun­de­ne Spe­zi­al­schu­len für die ein­zel­nen Zwei­ge hö­he­rer Bil­dung. Wäh­rend es in je­dem De­par­te­ment ei­ni­ge Se­kun­där­schu­len gab, ver­füg­ten nur Bonn im Rhein-Mo­sel­de­par­te­ment und Mainz im Don­ners­berg­de­par­te­ment über Ly­ze­en.

Das Schul­ge­setz von 1802 blieb bis zur Ein­rich­tung der Kai­ser­li­chen Uni­ver­si­tät 1806/ 1808 in Kraft. Mit der Grün­dung der Kai­ser­li­chen Uni­ver­si­tät un­ter Lei­tung ei­nes Gro­ß­meis­ters in Pa­ris wur­de das ge­sam­te Bil­dungs­we­sen mit Aus­nah­me der pri­va­ten Mäd­chen­aus­bil­dung ver­ein­heit­licht und kam durch das staat­li­che Schul­mo­no­pol un­ter stren­ge Hier­ar­chie. Die Kai­ser­li­che Uni­ver­si­tät war in Aka­de­mi­en un­ter­teilt (Lüt­tich für das Ro­er­de­par­te­ment, Mainz für die an­de­ren drei rhei­ni­schen De­par­te­ments). Al­le be­ste­hen­den Un­ter­richts­ein­rich­tun­gen wur­den bei­be­hal­ten, die kom­mu­na­len Se­kun­där­schu­len wur­den je­doch in Kol­le­gi­en und die Spe­zi­al­schu­len in Fa­kul­tä­ten um­be­nannt.

In den rhei­ni­schen De­par­te­ments gab es an staat­lich sank­tio­nier­ten In­sti­tu­tio­nen auf Fa­kul­täts­ni­veau nur ei­ne aus der al­ten Uni­ver­si­tät her­vor­ge­gan­ge­ne Me­di­zin­schu­le (1803-1822) in Mainz und ei­ne neue Rechts­schu­le (1806-1816) und ei­ne Nor­mal­schu­le zur Leh­rer­aus­bil­dung (1807-1813) in Ko­blenz.

Ins­ge­samt be­fand sich im links­sei­ti­gen Rhein­land das Schul­we­sen bis zum En­de der Fran­zo­sen­herr­schaft in ei­ner de­so­la­ten La­ge. Die Um­ge­stal­tung des vor­mals zum gro­ßen Teil von der Kir­che ge­tra­ge­nen Er­zie­hungs­we­sens ge­stal­te­te sich schwie­rig und ent­täu­schend. Vor al­lem die Pri­mär­schu­len krank­ten an Per­so­nal- und Geld­man­gel. Die feh­len­de Kon­se­quenz der fran­zö­si­schen Kul­tur­po­li­tik und ih­re Un­ter­ord­nung un­ter mi­li­tä­ri­sche und wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen lie­ßen die ur­sprüng­li­chen Ab­sich­ten schei­tern: Die Ver­brei­tung der fran­zö­si­schen Spra­che konn­te sich nicht durch­set­zen. Nur ei­ne klei­ne Grup­pe der Rhein­län­der be­herrsch­te Fran­zö­sisch, die Sprach­bar­rie­re blieb er­hal­ten.

Im Ge­gen­satz zu den rhei­ni­schen De­par­te­ments gab es im Gro­ßher­zog­tum Berg kei­ne ge­ziel­te Sprach­po­li­tik, Ver­wal­tungs- und Schul­spra­che blie­ben deutsch, eben­so die Leh­rer- und Be­am­ten­schaft mit Aus­nah­me der obe­ren Ver­wal­tungs­spit­ze. An ei­ne kurz­fris­ti­ge Ver­ein­heit­li­chung des Schul­we­sens war an­ge­sichts der zahl­rei­chen Schul­ty­pen und Cur­ri­cu­la nicht zu den­ken. 1811 wur­de in Düs­sel­dorf zwar die ber­gi­sche Lan­des­uni­ver­si­tät nach preu­ßi­schem Vor­bild pro­kla­miert, der Russ­land­feld­zug Na­po­le­ons ver­hin­der­te je­doch ih­re Grün­dung. Die links­rhei­nisch weit­ge­hend durch­ge­führ­te An­pas­sung an das fran­zö­si­sche Bil­dungs­sys­tem kam auf dem rech­ten Rhein­ufer trotz be­ste­hen­der Vor­ha­ben nicht über ers­te An­sät­ze hin­aus.

Quellen

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Han­sen, Jo­seph (Hg.), Quel­len zur Ge­schich­te des Rhein­lan­des im Zeit­al­ter der fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on 1780-1801, Band 1-4, Bonn 1931-1938, un­ver­än­der­ter Nach­druck Düs­sel­dorf 2003-2004

Literatur

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Brau­bach, Max, Vom West­fä­li­schen Frie­den bis zum Wie­ner Kon­greß (1648-1815), in: Pe­tri, Franz/Dro­ege, Ge­org (Hg.), Rhei­ni­sche Ge­schich­te, Band 2, 3. Auf­la­ge, Düs­sel­dorf 1980, S. 219-365

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Jakobinermütze, Besitz des Kölnischen Stadtmuseum, Foto: Wolfgang F. Meier. (Rheinisches Bildarchiv Köln)

 
Zitationshinweis

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Graumann, Sabine, 1794 bis 1815 - Aufbruch in die Moderne. Die "Franzosenzeit", in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Epochen/1794-bis-1815---aufbruch-in-die-moderne.-die-%2522franzosenzeit%2522/DE-2086/lido/57ab23d29508f8.06009224 (19.10.2018)