„Lebendiges Projekt“ untersucht die Geschichte regionaler Sportfunktionäre

Gemeinsame Sammlung von Landschaftsverband Rheinland und Landessportbund NRW

Duisburg (21. Dezember 2022) - Seine Geschichte ist verbunden mit gleichermaßen prominenten wie umstrittenen Namen des Sports: Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW), gegründet vor 75 Jahren (1947), dient seitdem für derzeit rund 17.700 Vereine als Interessenvertretung im Breiten- wie Leistungssport. Die ersten Präsidenten des LSB NRW waren von 1947 bis 1957 der ehemalige DFB-Präsident Peco Bauwens (1886-1963) sowie anschließend der langjährige NRW-Innenminister Willi Weyer (1917-1987), der gleich drei Jahrzehnte von 1957 bis 1987 dieses Ehrenamt bekleidet hatte.  

Gemeinsam mit dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (LVR-ILR) widmet sich der LSB NRW ab 2023 der Geschichte seines Führungspersonals von den Gründerjahren bis in die 1960er Jahre. Die wissenschaftlichen Biographien werden in Form einer Sammlung (Themencluster) im Internetportal www.rheinische-geschichte.lvr.de allen Interessierten öffentlich zugänglich gemacht. Das vom LVR getragene Portal informiert über die Geschichte des Rheinlandes; mehr als 700 renommierte Autorinnen und Autoren haben bisher mitgeschrieben. Das gemeinsame Vorhaben ist als „lebendiges Projekt“ konzipiert: Die Ergebnisse werden stetig im Netz gespiegelt und sind kostenfrei abrufbar.

LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Niessen betont: „Für einen führenden Dachverband des organisierten Sports besteht naturgemäß ein besonderes Interesse, möglichst viele Details über die Anfangszeiten unserer vielschichtigen Organisation zu erfahren. Dabei ist es uns bewusst, dass nicht jede gewonnene Erkenntnis erfreulich sein kann. Aber eindeutiges Ziel muss eine möglichst transparente Aufarbeitung bleiben.“ Dr. Helmut Rönz vom LVR-ILR ergänzt: „Wir freuen uns über die Wertschätzung, die dem Portal Rheinische Geschichte entgegengebracht wird. Die hohen wissenschaftlichen Standards gewährleisten ergebnisoffene und umfassende Studien zum Führungspersonal des LSB.“

Kolloquium am 6. Dezember 2022 in Köln

"Köln" und "Rheinland" - Annäherungen und Befunde (13. Deutzer Gespräch)

Die exemplarischen Tiefenbohrungen des "13. Deutzer Gesprächs" geben Einblicke in die Symbolik und Mythisierung der Stadt Köln als Bezugspunkt der Region. Gleichzeitig hinterfragen die Vorträge geläufige Darstellungen und beleuchten sich wandelnde Selbst- und Fremdwahrnehmungen aus landesgeschichtlicher Perspektive.

Dem titelgebenden Begriffspaar "Köln" und "Rheinland" gehörte und gehört Georg Mölichs Aufmerksamkeit. Nach 35 Dienstjahren für den Landschaftsverband Rheinland  und die Region wird er zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet. Vom Mittelalter bis in die Zeitgeschichte arbeitet Mölich zur landes- und Regionalgeschichte, der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie der Kölner Stadtgeschichte. Der vielfältigen Vereinslandschaft unserer Region stand er beratend und fördernd über Jahrzehnte zur Seite.

Das "13. Deutzer Gespräch" nimmt dies zum Anlass, das Begriffspaar "Köln" und "Rheinland" epochenübergreifend auf seriöse und kurzweilige Art am 6. Dezember 2022 im Kölner Horion-Haus zu beleuchten.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können sich unter rheinische-geschichte@lvr.de oder telefonisch unter 0228/9834-237 anmelden.

Bitte beachten Sie die aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der Coronapandemie.

Fachtagung am 14./15. November 2022 in Bonn

Kleine Tore, große Sprünge? Der Handballsport im Rheinland und Westfalen 1917-2022

Handball ist nach Fußball in Nordrhein-Westfalen die populärste Mannschaftssportart und mobilisiert regelmäßig große Zuschauermassen. Rheinische und westfälische Städte sind in den nächsten Jahren Austragungsorte von Handball-Großereignisse wie der Europameisterschaft der Männer im Januar 2024. Außerdem sind hier traditionsreiche Handballvereine beheimatet. Anlass genug, Vergangenheit und Gegenwart des Handballs wissenschaftlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, das LVR-Niederrheinmuseum Wesel, das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das Mindener Museum sind die Veranstalter der landes- und sporthistorischen Fachtagung am 14. und 15. November 2022 in Bonn. Unter dem Titel "Kleine Tore, große Sprünge" Der Handballsport in Rheinland und Westfalen 1917-2022 widmet sich die Veranstaltung in drei Themenfeldern der Vergangenheit der Sportart: die kulturellen Hintergründe und gesellschaftlichen Ursprünge in den Gründungsjahrzehnten, die Auswirkungen der politischen Systemwechsel sowie der Wandel der Sportart nach 1945.

Ein Plenum aus Wissenschaft und Praxis diskutiert abschließend die aktuelle Situation der Handballvereine in NRW mitsamt den auf sie einwirkenden Herausforderungen durch Globalisierung, Professionalisierung und sozialer Teilhabe.

In Kooperation mit dem Universitätsclub Bonn e. V. laden die Veranstalter am Vorabend der Fachtagung zu einem Vortrag. Prof. Dr. Detlef Kuhlmann von der Leibniz-Universität Hannover spricht über die abwechslungsreiche Geschichte des Handballs in Deutschland.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Die Ergebnisse der Tagung werden veröffentlicht und zudem in einer Wanderausstellung präsentiert, die u. a. in Wesel (ab 23. November 2023) und Minden (ab 11. Mai 2024) gezeigt wird. Die Präsentation setzt sich erstmals mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des populären Handballsports in Rheinland und Westfalen von der Gründung dieser Sportart 1917 bis heute auseinander. Die Handballgeschichte soll beispielhaft vielfältige Herausforderungen und Entwicklungen in den vergangenen 100 Jahren verdeutlichen, eine verklärende Sicht auf den vermeintlich unpolitischen Sport kritisch hinterfragen und zeitgenössischen Realitäten der jeweiligen Epochen reflektieren.

Die Tagung findet im Universitätsclub Bonn e. V., Konviktstraße 9, 53113 Bonn am 14./15. November 2022 statt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können sich bis zum 7. November 2022 unter rheinische-geschichte@lvr.de oder telefonisch 0228 / 9834 237 zur Tagung anmelden.

Bitte beachten Sie die aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der Coronapandemie.